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Workshop: DIY – Der perfekte E-Orgel Sound

27. Juli 2019

Perfekte E-Orgelsounds selbst erstellt

Die Klangwelt der Tasteninstrumente kennt einen Vertreter, der sich aus guten Gründen in nahezu jeder Stilrichtung verwenden lässt: E-Orgel-Sounds. Wie kommt man zum perfekten E-Orgel-Sound und welche Instrumente gibt es dafür?

Ein wenig Geschichte der E-Orgelsounds

Orgelsounds gibt’s nicht nur in ziemlich vielen Varianten, sondern man kann während des Spielens zudem dynamisch ins Geschehen eingreifen. Wie das funktioniert und was einen wirklich gelungenen Sound auszeichnet, wollen wir uns in diesem Workshop mal ganz genau anschauen.

Nun ein kurzes Medley, damit Sie wissen, wohin die Reise geht.

Die Sounds einer Orgel sind nicht unbedingt neu, eher im Gegenteil. Abgesehen von Pfeifenorgeln, die es schon seit der Antike gibt, hat die Sache speziell mit Laurens Hammond angefangen.

Laurens Hammond

Der hat ab Mitte der 30er Jahre seine Instrumente entwickelt. Sein Name wurde sogar zum Synonym für elektronische Orgeln überhaupt. Dessen Instrumente waren zunächst zwar in erster Linie als Alternative zur Kirchenorgel für kleine Kapellen gedacht, jedoch schnappten sich schon bald Jazz- und Rockmusiker die teils über 100 kg schweren Holzmöbel und schleppten sie auf die Bühne. Roadies fürchten diese Ungetüme bis heute. Das wohl bekannteste Modell ist die Hammond B3aus den 50ern. Ihr wuchtiger Sound setzt sich noch gegen jede E-Gitarre durch. Möglich macht das die elektromechanische Klangerzeugung mit Hilfe von rotierenden Tonewheels vor Stabmagneten in Spulen. Heraus kommt eine sinusähnliche Schwingung, die mittels Filter so geglättet wird, dass eine nahezu exakte Sinusform entsteht. Für eine komfortable Polyphonie sind dann um die 90 solcher Tonewheels verbaut.

Hammond B3 mit Leslie 122 (Foto Credits: Salli, it)

Andere Hersteller probierten es mit alternativen Methoden wie Transistoren. Der italienische Hersteller Farfisa feierte in den 60ern damit beachtliche Erfolge. Das Modell Compact etwa war seinerzeit ein beliebtes Instrument vieler Bands. Oder Philips, die eigentlich Glühlampen produzierten und ihre ersten Philicorda Orgeln sowohl mit Transistoren als auch Röhren ausstatteten. Das tat der DDR Hersteller Ionika mit seiner EMP1 Orgel ebenso, da stecken gleich 42 davon drin. Yamaha entwickelte in den 70ern die analoge P.A.S.S. Technologie und hantierte später mit digitaler FM.

Zeitgenössischer Farfisa Produktkatalog

Heutzutage handelt es sich eigentlich immer noch um die gleichen Sounds, nur werden die mittlerweile digital erzeugt. Mal handelt es sich um virtuelle Tonewheel Systeme, andere dagegen setzen auf Samples. Da sich die meisten Hersteller irgendwie am Ideal Hammond B3 und Kollegen orientieren, klingen die Resultate der eigenen Entwicklungen durchweg recht ähnlich. Kenner jedoch bemerken die Unterschiede, die je nach geschultem Ohr als marginal bis ziemlich deutlich eingestuft werden. Das betrifft dann den Grundcharakter der sogenannten Engine, die unter der Haube steckt.

Philicorda GM751 Transistor

E-Organ Soundbeispiele zu Hammond B3 und modernen Synthesizern

Hören Sie hier einige weitere Beispiele solcher Tonerzeugungsverfahren.

Hammond B3

Hammond SK1

mit Rotary Speaker Effekt slow > fast Demo

Clavia Stage 2

Korg Kronos

Vox Continental

Philicorda

Orgelsounds sind vielseitig einsetzbar, das Spektrum reicht von Bässen über Akkord- und Arpeggio-Begleitung bis zu Solostimmen. Dazu kommen ziemlich raffiniert gestaltete Bedieneinheiten, die zahllose Klangvarianten erlauben. Und ein haptisch gelungenes System, das den dynamischen Eingriff in den Sound während des Spielens möglich macht. Die Beliebtheit ist also begründet.

Schauen wir uns die Details nun genauer an. Zunächst gibt es die

E-Orgel Drawbars

Dabei handelt es sich um neun Schieberegler, mit denen die Lautstärke der sogenannten Fußlagen bestimmt wird.

Da diese Drawbars, auch Zugriegel genannt, mehr oder weniger stufenlos regelbar sind und miteinander kombiniert werden können, ergeben sich alleine dadurch unzählige Soundvarianten. Natürlich klingt es stets eindeutig nach Orgel, jedoch lässt sich durch geschickte Handhabung ohne große Fummelei ein immer wieder neuer Klang einstellen. Das liegt an der Organisation dieser Drawbars, denn jedem wird ein bestimmter Grundton zugeordnet. Diese sind wiederum clever gewählt: 16’, 5 1/3’, 8’, 4’, 2 2/3’, 2’, 1 3/5’, 1 1/3’, 1’. Es handelt sich jeweils um die Oktavlagen sowie Harmonische und Subharmonische, deren Lautstärken Sie damit beliebig regeln können. Wie die Drawbars einzeln und in verschiedenen Mischungen klingen, stets trocken und ohne jeglichen Effekt, hören Sie hier:

Um sich die Mischungsverhältnisse besser merken zu können, hat sich ein einfaches System etabliert. Es sieht im Einzelfall einer Registrierung zum Beispiel so aus: 888000000. Bei dieser spricht man vom Jimmy Smith Sound. Sie ahnen sicher schon, dass man ganz simpel alle 9 Drawbar Positionen hinschreibt. Die Skala reicht von 0 bis 8, und 8 ist die maximale Lautstärke. Bei einem anderen Sound steht dann 888643200. Für welchen Song könnte das passen? Richtig geraten, Born to be Wild von Steppenwolf. Die Zahlen deuten an, wie weit ein Drawbar jeweils rausgezogen wird.

Ein paar weitere Beispiele bekannter Songs gefällig? Hier:

  • A Whiter Shade of Pale: 688600000
  • No Woman no Cry: 654000005
  • Black Magic Woman: 008600000

Die Einstellung der Drawbars alleine ist es jedoch noch nicht, die anderen Elemente werden weiter unten ins Spiel gebracht.

Hören wir uns nun einfach mal verschiedene solcher Drawbar Settings an. Für die Audio Tracks habe ich die jeweiligen Einstellungen gemäß Schema notiert.

Kronos Orgel Take 1

  • Drawbars: 888888888 > 888000000
  • Percussion: 2nd, soft
  • Rotary Speaker: On/Off
  • Vibrato: ON

Hammond SK1 The Gnome

  • Drawbars: 888888888
  • Percussion: 2nd, fast, soft
  • Rotary Speaker: fast > slow

Clavia Nord Stage 2 Jazzy

  • Drawbars: 888000000
  • Percussion: 2nd, 3rd, soft, fast
  • Rotary Speaker: slow/fast
  • Vibrato: Chorus C3
  • Drive: 40%

Eine andere Herangehensweise der Hersteller ist der Einsatz von normalen Schaltern, gerne auch als Wippe, die jeweils eine fixe Klangfarbe anbieten und miteinander mischbar sind. Man hat sich das im Grunde von der Kirchenorgel abgeguckt, dort heißen sie ebenfalls

E-Orgel-Register

Während, epochal nachvollziehbar, bei Pfeifenorgeln die Namen solcher Register weitestgehend jenseits der Popmusik der Normalfall sind, man liest da etwa Rohrflöte gedeckt und auch Gemshorn, findet man auf einer elektronischen Orgel eher Instrumentenbezeichnungen wie Marimba, Piano, Harpsichord und Strings. Oder auch einen Mix aus Beidem.

Register Wipptaster und Drawbars bei einer Theatre Organ

Das klingt meistens überhaupt nicht danach, sondern ähnelt lediglich der Charakteristik und dient als Orientierung. Allerdings hat sich das geändert, seit digitale Tonerzeugungen zum Einsatz kommen. Dann klingt ein Register namens Panflöte auch tatsächlich wie eine. Hier als Beispiel das Register Mandoline einer Lowrey Theatre Organ aus den 70ern.

Nun ist ein purer Drawbar oder Register Sound erst die halbe Miete. Wir wollen ja wissen, wie die richtig coolen Klänge fabriziert werden. Dazu gehört ein kleines Arsenal an Extras. Ganz oben auf der Liste ist die

E-Orgel Percussion

Damit bekommt ein Orgelsound seinen knackigen Attack. Percussion gibt es meistens auf Knopfdruck und als zweiten und dritten harmonischen Oberton. Zusätzlich kann man oft auf das Abklingverhalten und die Intensität Einfluss nehmen. Wie Percussion für sich isoliert klingt, hören Sie hier:

Bei Percussion gibt es eine Besonderheit, und das betrifft das sogenannte Retriggering. Es müssen nämlich alle Tasten losgelassen werden, damit die Percussion beim neuerlichen Tastenanschlag erklingt. Was zur Folge hat, dass bei Legato Spielweise der Effekt nur bei der zuerst gespielten Note vorkommt, man spricht dabei vom „single-trigger, polyphonic“ Effekt.

Um das statische Klangverhalten des „nackten“ Orgelsounds ein bisschen in Bewegung zu versetzen, hat man sich das Vibrato ausgedacht.

E-Orgel Vibrato

Vorreiter ist in diesem Fall Hammond, denn man hat sich seinerzeit gleich für mehrere Varianten fürs Vibrato entschieden. Es ähnelt auch einem Chorus Effekt, wobei die Tonhöhe gespielter Noten leicht variiert wird. Der Erfinder kam mit sechs Varianten an, bei Clones finden wir die oft ebenfalls. Die verschiedenen Typen hören Sie am Beispiel Hammond SK1 hier:

Alles das reicht nicht ganz, um in musikalischen Stilrichtungen der härteren Gangart zurechtzukommen. Etwas mehr Drive braucht es etwa für Rock und Prog durchaus, dann kommt ein besonderer Effekt zum Einsatz, nämlich der

E-Orgel Overdrive

Entstanden ist das ursprünglich ganz simpel durch völlig übersteuerte Röhrenamps, die man an ihre Leistungsgrenzen brachte. Heute wird die gewünschte Verzerrung alternativ mit digitalen Methoden erreicht. Im folgenden Beispiel wird Overdrive nach und nach eingeblendet und dann wieder zurückgenommen.

Über Wohl- oder Missklang des Overdrives entscheidet das Ohr. Mein persönlicher Favorit ist ein Röhrenamp, der ein Rotary Speaker Cabinet ansteuert.

Der Sound ist mit diesen Mitteln zwar weitgehend im Kasten, für den Feinschliff fehlt es jetzt nur noch an zwei Details. Um den Klang räumlich wirken zu lassen, greifen wir zum Hall-Effekt, also zum

Reverb

Orgelsounds zählen zu denen, die Halleffekte vertragen können. Während das heute mit digitalen Effekten erledigt wird, waren das in der Anfangszeit Hallspiralen. Die Auswahl der Typen ist reichlich, von Early Reflections bis Cathedral geht eigentlich alles. Kommt nur auf die Räumlichkeiten an, die Sie simulieren möchten.

Bei Orgelsounds sollte man die ständige Kontrolle über die Lautstärke im Auge behalten. Da eine Orgel keine Anschlagsdynamik bietet, muss man mit anderen Mitteln arbeiten. Etabliert hat sich von Beginn an das Volume Pedal.

Volume Pedal

Je großzügiger das Maß des Regelweges, desto besser lässt sich damit Lautstärkendynamik kontrollieren. Ebenso nützlich ist es bei der Dosierung von Overdrive. Voll durchgetreten für brachialen Effekt, eine Mittelstellung nur angezerrt – so kann man arbeiten. Beim abgebildeten Modell ist links oben noch ein praktischer Schalter fürs Leslie angebracht.

Hammond EXP100F Volume Pedal

Basspedal

Zwar wird das von den meisten Keyboardern in Sachen Orgelsound wohl unbeachtet bleiben, dennoch ist es erwähnenswert. Da Orgeln nicht nur im Ensemble, sondern auch Solo eingesetzt werden, braucht man für die Erledigung der Bassparts eine Möglichkeit. Hat die Orgel eine großzügig bemessene Tastatur von 61 oder 73/76 Tasten, dann lässt sich im Split Mode der untere Teil für den sogenannten Handbass verwenden. Man spielt dann mit der linken Hand einfach Bass. Komfortabler sind 2-manualige Modelle mit zusätzlichem Basspedal, das macht deutlich flexibler. Allerdings muss man dem Fuß beibringen, die Bassparts abzuliefern. Wie das funktioniert, kann man sich bei Barbara Dennerlein anschauen. Einen entsprechenden YouTube-Clip finden Sie am Ende dieses Workshops.

Hammond EXP100F Volume Pedal

Abschließend kommen wir zum Verstärker- und Lautsprechersystem. Wie eingangs kurz angesprochen, ist das Rotary Speaker Cabinet die Lösung, um einen Orgelsound so richtig auf Vordermann zu bringen. Besonders bekannt wurden die Modelle des Herstellers

Leslie Rotary Speaker

Was es damit auf sich hat, haben wir kürzlich in einer eigenen, umfangreichen LESLIE SPEAKER SERIE Behandelt, die Sie HIER FINDEN

Leslie Rotary Speaker Cabinet Leslie 122 XB

Neben der Wahl zwischen den Geschwindigkeiten schnell und langsam(slow, fast) gibt es die Möglichkeit, sie nicht nur jeweils dauerhaft einzusetzen, sondern sie als dynamisches Mittel während der Performance immer wieder von der einen auf die andere umzuschalten.

Normalerweise ist damit das komplette Werkzeugset für Orgelsounds genannt. Wer es zusätzlich etwas abseits dieser bewährten Pfade haben will, der greift sich einfach noch andere

Effektgeräte für E-Orgeln

Passend für den Einsatz mit Orgelsounds sind insbesondere Chorus, Flanger und Phaser, gelegentlich auch Delay. Hat man keinen eingebauten Overdrive, dann gibt es auch das als Bodentreter. Allerdings muss man gerade bei Letzterem genau hinschauen, oft sind die nämlich für E-Gitarre vorgesehen und liefern gerne Brett. Overdrive bei Orgelsounds ist aber eher eine subtilere Angelegenheit. Das Spektrum reicht zwar auch von gerade so angezerrt bis ziemlich brachial, jedoch will man meistens die Kurve kriegen für den Einsatz, sowohl bei Akkorden als auch Einzelnoten. Und das noch in Verbindung mit variabler Lautstärke. Die richtigen Effektgeräte für sich herauszupicken ist also mit etwas Geduld und gründlichem Ausprobieren verbunden.

Manche Effekte sind gleich mit eingebaut, die Hammond SK1 etwa hat einen Ringmodulator. Hier ein Audio Track, bei dem ich die Range demonstriere.

Kommen wir nun zu den verschiedenen Orgeltypen, die sich klanglich zwar grundsätzlich am Hammond Sound orientieren, jedoch aufgrund anderer Tonerzeugungen und Produktkonzepte teils deutlich davon unterscheiden. Besonders bekannt ist die

Vox Continental

Man kennt sie zum Beispiel von den Doors oder Iron Butterfly mit ihrem Song In A Gadda Da Vida. Wie das klingt, können Sie sich im YouTube-Clip am Ende des Workshops anhören. Hier zwei andere Beispiele, die mit der Hammond SK1 Vox Engine gemacht sind:

Bekannte Musiker an der Vox Continental

Ein bisschen Verwandtschaft zum Klangcharakter der Vox finden wir bei der

Farfisa Compact

Diese Art Sound wird gelegentlich als cheesy bezeichnet und geht locker als kultig durch. Und nur keine Berührungsängste, denn wenn Rick Wright eine Farfisa Compact Duo für Echoes eingesetzt hat und das live weit bis in die 90er, dann sollten Sie das auch mal probieren. Manchmal hört man auch eine Philicorda. Lipps, Inc. haben die für Funky Town genommen. Auch diesen Clip finden Sie am Ende dieses Workshops. Oder Sie hören hier mal rein:

Weitere Gattungen an Orgeln

Theaterorgel

Bevor es Hammond Orgeln gab, war man bereits mit Theater- und Kino-Orgeln erfolgreich. Die arbeiteten noch mit Pfeifen, doch spätestens seit den 50ern ebenfalls mit den modernen Methoden.

Solche Orgeln sind Riesendinger und vollgestopft mit Registern, Reglern und Schaltern. Eine flotte Handhabung dieser Bedienelemente während des beidhändigen Spielens stellt Tastenleute vor ziemliche Herausforderungen.

Aus all diesen verschiedenen Ansätzen entwickelte sich im Laufe der 50er und 60er Jahre die

Heimorgel

Das war das Erfolgsmodell für zu Hause und in Gaststätten für Alleinunterhalter. Von manchen Kritikern wurde sie auch wegen ihrer durchaus etwas eigenartigen Klangästhetik gefürchtet. Bestimmte Instrumente aus den 70er und 80er Jahren haben es zum Kultstatus gebracht, etwa die Yamaha D85, Technics U90 und Lowrey H25.

Yamaha D65 und D85, Topmodelle Anfang der 80er Jahre.

Workstations, Sample Librarys und VST

Es muss nicht zwingend eine Orgel sein, wenn Sie solche Sounds brauchen. Manchmal tun es Samples. Das besonders dann, wenn Sie lediglich an den Klängen interessiert sind und weniger an der typischen Orgelspielweise. Immerhin werden solche Sounds auch in Kreisen von Desktop Musicians eingesetzt. Hier mal für eine prägnante Bassline, dort als House Chords. Man muss dabei noch nicht mal auf Dynamik verzichten, denn die Samples können recht clever auch mit den Controllern von Master Keyboards verbunden werden. Imitieren Sie damit einfach die Drawbars und Percussion Schalter.

In diesem Fall bildet ein Basis-Setting der Drawbars das generell für den Audio Track benötigte Multisample. Weitere Drawbars werden einfach mittels Controller erreichbar. Bei einer Workstation wie dem Korg Kronos haben die Entwickler das noch etwas gründlicher und deutlich komfortabler gestaltet. Hier sind nicht nur im Display die Abbildungen an das Vorbild Orgel angelehnt, sondern auch die Slider direkt den virtuellen Drawbars zugeordnet. Beim Kronos finden Sie sowohl Multisamples vor als auch eine virtuelle Orgel Engine. Das ist beim Clavia Nord Stage 2 genauso.

Korg Kronos: Drawbars im Display…

… und die Slider sind den Drawbars zugeordnet

Kronos GP NicPerc

  • Drawbars: 888000000 > Lower 808000000, variiert
  • Percussion: 2nd, fast
  • Vibrato: On
  • Rotary Speaker: On/Off/On/Off
  • Reverb: Early Reflections

Noch geschickter ist man bei Clavia Nordkeyboards vorgegangen. Dort wurden die Drawbars mit LED Ketten und Up/Down Tastern in Szene gesetzt.

Clavia Nord Stage 2: Die LED Drawbars mit Up/Down Tastern

Samples sind Audioaufnahmen, die sich nicht nur mit „nackten“ Orgelsounds aufzeichnen lassen, die dann im Sampleplayer neu zum Leben erweckt werden müssen, sondern auch die bereits fix und fertig mit Overdrive und Leslie abgestimmt sind.

Das ist dann eine gute Alternative, wenn man etwa in einer Coverband spielt und die Klangfarben für einige Songs benötigt. Die sind auf diese Weise tatsächlich auf Knopfdruck zu haben.

Alesis Fusion: Display mit Controller Übersicht …

… und mit den Control Knobs werden die Drawbars simuliert

Ein paar Audio Tracks mit Multisamples:

Orgelsounds mit Synthesizer

Ja, das ist ebenfalls eine Möglichkeit, wenn auch mit erheblichen Einschränkungen. Allen voran geeignet ist FM Synthese. Hier lassen sich die Algorithmen mit horizontal angeordneten Operatoren als Drawbars verwenden. Ordnet man denen noch Controller zu, ist das Gesamtpaket schon gar nicht so verkehrt. Mit analogen Synthesizern klappt es auch ein bisschen, wobei die Vielfalt der Möglichkeiten technisch bedingt auf der Strecke bleibt. Dennoch, die Bandbreite reicht von perkussiven Sounds, die beispielsweise einer Drawbar Registrierung 880000000 mit Percussion ähneln, über Typ Pipe Organ bis hin zu etwas cheesy klingenden Transistor-Modell Clones. Mit einer richtigen Orgel hat das dennoch nicht besonders viel zu tun, obwohl solche Sounds natürlich durchaus super klingen können.

E-Orgeln on YouTube

Abschließend noch einige berühmte Orgelspieler und Songs als unterhaltender und inspirierender Ausklang (Wortspiel!) des Workshops.

Und wenn Sie noch Hinweise und Anmerkungen zum Thema Orgelsounds haben, dann schreiben Sie diese einfach in die Kommentarstrecke.

Klangbeispiele
Forum
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    costello  RED

    Wow, was für ein Superartikel! Klaus, hast Du die Teile alle zu Hause stehen? Der Vox Conti-Sound stimmt einen richtig nostalgisch.,

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      k.rausch  RED

      Danke! Welchen Instrumentenpark ich habe, darüber lasse ich aus Gründen die Öffentlichkeit seit langer Zeit erfolgreich im Unklaren :) Aber du siehst ja manche Sachen via fb. Zudem habe ich das Glück, Zugang zu allen möglichen Instrumenten zu haben. So klappen dann auch solche Artikel wie dieser hier.

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        TobyB  RED

        Vielleicht solltest du die schönsten Exemplare einfach an die Wand hängen ;-) Entscheidend ist was hinten rauskommt, wenns klingt und Vibe hat ist es ein Tune. :)

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      TobyB  RED

      Slàinte Weinglas,

      Darauf hätte ich einen Whisky oder Whiskey wetten können. Ich halte mal The Charlatans entgegen
      https://youtu.be/0RJwW77Lsj8 , die Playlist von Klaus ist ja schon mal anständig. Ich hab die Woche auf Arte eine Doku über Stax Records – Wo der Soul zu Hause ist gesehen, da werden Soulmusik und Orgeln sehr schön abgefeiert. Ich steh irgendwie auf den Sound. Stax und Quincy Jones wurden zwar so oft gesamplet, aber die Originale haben nach wie vor Bestand.

      PS:
      tha e soilleir gu bheil sinn a ’siubhal mun cuairt cus

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          TobyB  RED

          Feck, dèan cron air, an sin tha thu ceart. Mit die beste Musik aus Brumm. Obwohl, da gibts richtig viele gute Musiker. Ich erinner mich noch an eine Pubnight als ich Brian Auger, Michael Virtue , Trevor Burton, Sir Francis Rossi, James Brown, Ali Campell und andere den Geburtstag von Trevor Burton gefeiert haben. Da hat nicht nur die Orgel gebrannt. Dafür danke ich dann doch der EU und dem Erasmus Programm :)

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    iggy_pop  AHU

    Ich gestehe, daß ich immer mehr der Farfisa-Mann war und mit der Vox nicht so viel anfangen konnte. Liegt wohl an meiner Prägung durch Pink Floyd, Tangerine Dream, Can und Klaus Schulze.
    .
    Mit der Philicorda kann man Erstaunliches leisten — Bandecho und Federhall dahinter, Ringmodulator und Verzerrer dazwischen, da geht die Sonne auf.
    .
    Oder unter. Für manche aus dem Abendland.
    .
    Es fehlen Yamaha YC-30 und YC-45D in dem Reigen — die Könige der Combo-Orgeln.
    .

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      k.rausch  RED

      Das ist ein Soundworkshop, somit sind eine Reihe Orgeln gar nicht erwähnt. Elka etwa, Ace Tone, die Großorgeln, Wersi und Böhm – da gibts so einiges mit Vertretern besonderer Bedeutung. Guter Hinweis also, Iggy. Vielleicht mache ich mal was wie die Workstation und Bodentreter Liste, nur halt Kapitel Orgel.

  3. Profilbild
    TobyB  RED

    Klaus, einfach sauber. Klasse gemacht :-) Ich hab in Dublin Rathmines einen Laden entdeckt wo es neben den Rhodes und Wurlies einige der von dir präsentierten Orgeln zu kaufen gibt. Grade die Lowreys finde immer wieder faszinierend.

  4. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich hatte schon meinen Juno-6 als Orgel missbraucht, sei es mit kurzem Decay-Click und Gate-VCA-Hüllkurve als Hammond oder mit etwas langsameren Attack und viel Release als Kirchen-Orgel Ersatz. Hier fand ich auch durch Zufall den dritten Chorus-Effekt als schnelles Leslie…

  5. Profilbild
    Doc  

    Vor nem viertel Jahrhundert durfte ich mal in soner LaLa Band aushelfen.
    Die hatten einen Korg M1 mit Orgelcard rumstehen.

    Ten Sharps „You“ mit dem kurzen Orgelsolo haben wir damals gespielt.

    Ich meine das auch Einer sagte das genau dieses Solo mit M1 + Card eingespielt wurde.

    Vielleicht kann das jemand bestaetigen, bzw dementieren.

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      k.rausch  RED

      Die M1 Orgelcard ist gut gelungen, nur wurde die nicht für You genommen. Dort ist es ein Roland U220, ist eine recht gut dokumentierte Sache, google mal „ten sharp you roland u220“.

      • Profilbild
        Doc  

        Danke fuer die Info.

        Hatte vor gefuehlt 30 Jahren mal nen halben U220 (einen U110)

        Das ging irgendwie an mir vorbei. Sorry

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          k.rausch  RED

          Mir war das auch lange nicht bekannt, erst Dietmar Belloff hatte mich dann drauf hingewiesen. Gibt eine interessante Strecke über solches Synthspotting beim synthesizerforum.de, hier: https://bit.ly/2YaFILj

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        Ashatur  AHU

        Also ich hätte noch ein Roland U220 im Rack der schon länger Winterschlaf hält.. Also falls wer Interesse hat würde ich ihn abgeben…

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          Numitron  AHU

          Super, der wurde sogar von Prodigy benutzt.
          Für die streicher und teilweise auch mehr.
          Die Orgel vom u220 wurde prominent auf „what is Love“ verwendet.

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