DJ Workshop: Pioneer DJ-Player richtig einstellen

31. Dezember 2020

CDJ- und XDJ-Player richtig eingestellt!

Teil 3 der Reihe „Setting up your DJ-Booth“, dieses Mal geht es um Player, konkret um die Pioneer DJ Media Player und wie man diese richtig einstellt, bevor man beginnt zu spielen. Ein Workshop, der besonders für Einsteiger hochinteressant ist, dennoch aber den ein oder anderen Tipp enthält, den ein Profi sicher selbst noch nicht kennt.

Wie ihr als DJ PA & Monitoring richtig einstellt und auch, wie ihr DJ-Mixer, egal ob Pioneer oder Allen&Heath, korrekt einstellt und für euer Setup vorbereitet, das erfahrt ihr in den ersten beiden Teilen der Workshop-Serie:

PA & Monitoring Einstellen für DJs
DJ-Mixer richtig einstellen


Pioneer CDJ Player (und auch XDJ natürlich) bekommen einen eigenen Artikel zum Thema „Setting up your DJ-Booth“? Zugegeben, geplant war es nicht, aber bereits im ersten Teil mit PA, Monitoring oder den DJ-Mixern wurde klar, die Anzahl an Tipps und Tricks wird umfangreicher. CD-Player noch dazu in einem Artikel hätte den Rahmen gesprengt.

Zu den Media-Playern, seien es die CDJs wie die neuen CDJ-3000, CDJ-2000NXS, CDJ-900NXS oder zumeist noch in den Clubs zu findene CDJ-2000NXS2 wie aber auch zu einem XDJ-700 oder XDJ-1000MK2, gibt es einiges zu sagen.

Eine Antwort auf eine häufige Frage vorab: Ja, alle Pioneer CDJs und XDJs, die eine Ethernet-Buchse haben, sind im Pioneer Pro DJ Link untereinander linkbar. Somit kann von allen Playern auf Speichermedien des anderen oder der anderen Player zugegriffen werden.

Natürlich gibt es ein „aber“. So können nicht alle Funktionen genutzt werden. Master- und Sync-Modus zum Beispiel bietet nicht jeder Player, der im Pro DJ Link Netzwerk eingebunden werden kann, z. B. Pioneer CDJ-900 oder CDJ-850. Auch die neuen Features des CDJ-3000 mit Key-Sync zum Beispiel können nur mit dem CDJ-3000 als „Partner“ genutzt werden, nicht mit älteren Modellen.

Pioneer CDJ Player

Pioneer XDJ und CDJ-Player. Achtung, nicht Maßstabs-getreu!

Auch fällt häufiger auf, dass unterschiedliche Player, teils aber auch gleiche Player unterschiedlicher Firmware, nicht exakt gleich im Tempo laufen. So gab es zum Beispiel bei den CDJ-2000Nexus zwischen der 1.2 und der 1.3 Version Unterschiede im Bereich der Nachkommastelle. Per se ja kein Problem, man muss es nur wissen, wenn man die BPM-Anzeige als verlässlichen Partner benötigt.

Aktuelle Software wie auch Firmware bietet Pioneer DJ an, das Update ist schnell gemacht und bisher kann ich auch bei keinen Fall von Problemen mit Bugs danach berichten.
Eine Bitte sei jedem ans Herz gelegt. Kommt nicht auf die Idee, einfach in den Club zu gehen und irgendwelche Player upzudaten. Ich gehe ja auch nicht in einen Garten und dünge einfach Blumen. Grundlegende Veränderung von fremder Technik nur nach Zustimmung eines Verantwortlichen, alles andere ist nicht nur respektlos, sondern auch gefährlich. Zum einen kann es beim Update von Playern zu Problemen kommen. Stromausfall (gern auf Festivals), Stick wird gezogen oder ausgeworfen. Ein Player mit halbfertigem Update hat schon häufig in meiner Zeit danach die Arbeit verweigert. Könnte im Club richtig unangenehm werden, denn in der Regel ist kein Ersatzgerät zur Hand. Im besten Fall darf der Schuldige das dann erklären und sein Set mit nur einem Player bestreiten, im schlechten Fall bringt er auch andere Acts damit in eine Problemsituation.

Darüber hinaus besteht immer die Möglichkeit, dass ein anderer Act einen Player auf älterer Firmware-Version benötigt zwecks DJ-Software und notwendiger, funktionierender Kommunikation zwischen Player und Software. Nicht jede Software ist sofort uptodate mit einer neuen Player-Firmware. Dieser Künstler stünde dann vor einem echten Problem.
Wer unbedingt die aktuelle Firmware benötigt, der kläre das einfach vorher mit dem Veranstalter bzw. dem Techniker ab oder schreibe es in seinen Tech-Rider. Ok, Letzteres ist keine Garantie, aber immerhin der erste Schritt und etwas, auf das man sich vor Ort berufen kann.

Häufig habe ich das Gefühl, dass viele Acts, auch professionelle, Player in dem Zustand übernehmen, in denen der vorherige Acts diese übergibt. Generell kein Problem, wenn allerdings die Pitch-Range bei den Playern unterschiedlich ist, Start- und Stop-Zeiten irgendwie eingestellt sind und der eine Player auf Vinyl-Mode, der andere im CD-Mode läuft, stellt sich mir immer die Frage, ob die DJs es einfach nicht besser wissen.
Mal nachgefragt ist das in der Tat häufig so, einigen ist es auch einfach egal. Für die Ersteren, vielleicht auch für die Letzteren ein paar Tipps zum Einstellen eines Pioneer DJ CDJ oder XDJ.

Das Gute an der ganzen Geschichte: Ein Großteil der personifizierten Einstellungen können direkt vom USB-Speichermedium (oder SD-Karte) auf den Player mit einem Klick geladen werden. Nur wenige Einstellungen müssen manuell gemacht werden, alles andere kann vorher in der Pioneer Rekordbox Software am Rechner voreingestellt werden. Helligkeit der Displays, Lock der Ladefunktion, wenn der Track noch spielt, Pitch-Range, Blinken des Jog-Wheels am Ende des Tracks, Vinyl- oder CDJ-Mode, Quantize, Auto-Cue – ein kleiner Einblick in das, was man direkt mit einem Knopf an Einstellungen direkt auf den XDJ- oder CDJ-Player laden kann.

Nach Auswahl von USB oder Link bei dem ersten Zugriff am Player, je nachdem wo der Stick steckt, poppt die Frage auf, ob man seine eigenen Settings laden möchte. Schnell die Menü-Taste, danach den Push-Encoder drücken. Verschwindet die Frage, ist das nicht das Ende aller Tage. Das Menü hilft oder aber beim CDJ-2000NXS2 die Taste „Short Cut“ unter dem Push-Encoder. Hier können nicht nur verschiedene Einstellungen am Player getroffen, sondern auch Settings von Speichermedien geladen werden.

Natürlich aber muss man sich vorher Gedanken machen, was man den eigentlich möchte. Dazu hilft es zu wissen, was ein XDJ oder CDJ in der Regel alles kann. Also, ein kleiner Blick auf wichtige Funktionen, die richtig eingestellt das Leben beim Arbeiten sehr erleichtern.

Pioneer Pro DJ Link, Speichermedien und der Auswurf

Unumgänglich bei Beginn ist das Testen der Link-Funktion, spätestens beim Laden des zweiten Tracks. Mit Ausnahme der Situation, dass man pro Player einen Stick nutzt, wird das notwendig sein. Der beste Tipp in dem Fall: Kurz schauen, ob die Player richtig verkabelt sind und das Link-Kabel richtig eingesteckt ist. Sinnvoll ist dieser Tipp eigentlich deswegen, weil in 99,9 % der Fälle der Grund der nicht funktionierenden Link-Funktion darin liegt, dass eine der Ethernet-Buchsen defekt ist. Lösungen? Tape oder Streichhölzer. Keine besonders zuverlässige Lösung, ich gebe es zu. Zumindest aber Tape hat es häufiger gerettet.

Die beste Lösung für diesen Fall ist einfach, zwei USB-Sticks dabei zu haben, für den worst case. Besser sind drei Sticks, für den „real worst case“: Keine Link-Verbindung und ein Stick wird nicht erkannt. Das kann passieren. Selten, aber es passiert. Um das zu verhindern, sollte man zum Beispiel dafür sorgen, dass Sticks am Ende nicht einfach gezogen werden.

USB-Speichermedien zieht man nicht einfach ab, sondern man wirft sie aus. Wer nicht erkennt, von welchem Player gerade gespielt wird (es hat schon seinen Sinn, warum die USB-Taste grün und die Link-Taste blau ist und das ist ausreichend zum Erkennen), der wird beim Drücken der Auswurftaste merken, dass der Lautstärkepegel enorm abnimmt. Passiert dies, ist dies eine Warnung. Du wirfst du gerade den falschen Stick aus. Finger weg von der Taste, Finger weg vom Stick. Ist man schnell genug, bleibt dieses Vergehen ohne Folgen. Verpennt man allerdings auch diese nicht überhörbare Warnung, wird der Stick halt ausgeworfen und danach ist Stille.

Pioneer CDJ-2000NXS2

Drücken, Warten, Abziehen

Time-Mode, Auto Cue und Quantize

Drei Funktionen, zwei Tasten. Auto Cue und Time Mode liegen auf einer Taste. Beides kann per Rekordbox Software vorab eingestellt werden wie Quantize und dann direkt auf den Playern geladen werden. Die Taste kurz gedrückt ändert die angezeigte Zeit des Tracks von Elapsed zu Remain, also abgelaufene Zeit und noch verbleibende Zeit. Wichtig ist, das bei dem eigenen Player als Setting zu laden oder einzustellen, immer wichtig aber auch bei einem B2B-Set zu schauen, in welchem Modus der Kompagnon spielt. Könnte der andere Modus sein – also elapsed zum Beispiel – dann ist der Track schneller am Ende als man denkt.
Auto Cue setzt Cue-Punkte am Anfang des Tracks , sorgt aber auch dafür, dass der Track nach dem Laden nicht automatisch startet, sondern am Cue-Punkt auf einen Startbefehl wartet.

Pioneer CDJ-2000NXS2

Auto-Cue und Quantize

Wie wählt man nun zwei Funktionen mit einer Taste aus? Ohne Shift-Taste. Wer sich das wirklich fragt, hat wohl eine der wichtigsten Funktionen bisher immer ganz strebsam mit allen anderen Einstellungen geladen?

Die Quantize-Funktion wiederum ist stolze Besitzerin einer eigenen Taste. Die Funktion erlaubt das saubere Setzen von Cue-Punkten oder Loops auf dem Beat-Grid.

Player benennen / nummerieren

Das benennen von Playern ist etwas, was sehr selten getan wird. Generell ist es auch kein großes Problems. Meistens.
Richtig zum Problem wird es aber, wenn zwei Player vorher auf die gleiche Nummer zugewiesen waren und nun verbunden werden. Hat man Player 1, 1,2 und 4 im Setup, allesamt verlinkt über ein Hub, dann wird das mit der Verlinkung nicht so funktionieren. In diesem Fall müsste einem Player die Nummer 3 zugewiesen werden.
Dazu aber muss man wissen, dass das Zuweisen einer anderen Player Nummer nur dann funktioniert, wenn der Player nicht schon im Netzwerk verbunden ist – oder halt nicht verbunden ist, aber versucht zu verbinden. Also, Kabel raus aus dem Player, ins Menü, ein wenig nach unten Scrollen und die Player-Nummer ändern. Kabel wieder rein, kurz warten bis die Nummer blinkt und sobald sie aufhört zu blinken ist der Player nicht nur richtig nummeriert, sondern auch mit den anderen Playern verbunden.
Man kann dies auch auf Auto stellen, damit umgeht man das Problem, dass sich Player mit gleicher Nummer im Netzwerk befinden können. Nachteil dabei aber, die Anordnung der Nummern muss dann nicht 1, 2, 3, 4 – X in der Reihenfolge von links nach rechts entsprechen.

Übrigens: Mit dem CDJ-3000 kann man derweil bis zu 6 Player in einem Netzwerk verlinken – passend zum Pioneer DJM-V10.

Disc Eject & Load-Lock

Disc Eject Lock stammt noch aus dem vorherigen Jahrhundert. Damals, als man noch mit CDs gespielt hat. Früher gab es oben rechts über der Disc-Eject-Taste einen kleinen versenkten Schiebeschalter. Lock oder Unlock. Die Rettung, wenn man am laufenden Player die CD auswerfen möchte in einem kurzen Moment der Schwäche.

Derweil nennt es sich „Eject/Load Lock“ und ist im Menü zu finden. Natürlich kann man dies auch in den Einstellung vorab am Rechner einstellen, aber auch über das Menü am Player. Half früher gegen das ungewollte Auswerfen von der laufenden CD oder das Laden eines Tracks am noch laufenden Player. Heute schützt es vor dem ungewollten Laden eines Tracks von einem Speichermedium in einen noch laufenden Player.

Pioneer CDJ-2000NXS2

Wichtig: Settings im Menü, hier Eject/Load Lock

Einstellen der Start- und Stop-Zeit

Ein oder zwei Regler an der rechten Seite sind zuständig für die Start- und die Stop-Zeit des Tracks beim Drücken der Play- und Pause-Taste. Womit man den Effekt eines stoppenden Plattenspielers erzeugen kann, kann man auch das Gegenteil erzeugen. Ziemlich uncool, wenn man per Play-Taste sauber im Timing einspielen möchte, der Track jedoch langsam startet, statt sofort im gewünschten Tempo. Das hindert dennoch einige DJs nicht, die Start-Zeit nicht auf das Minimum herunter zu drehen, sondern wild mit dem Jog-Wheel nachzukorrigieren. Daher kleiner Tipp: Vor dem Beginn schauen, ob beide Regler runtergedreht sind, so startet der Track sofort – und stoppt auch sofort!

Pioneer CDJ-2000NXS2

Start- und Stop-Geschwindigkeit, beim 2000er NXS2 auf zwei Reglern

Settings am Jog-Wheel

Hier gibt es zwei Einstellungen, nur eine davon ist in den Einstellungen vom USB-Stick zu laden, die andere muss manuell erfolgen.

Das Jog-Wheel kann in zwei Modi genutzt werden: Vinyl oder „CDJ“. Der Unterschied ist die Handhabung der Jog-Wheel-Oberfläche. Ist der Vinyl-Mode gewählt, ist diese druckempfindlich und stoppt den Track sofort bei Druck auf das Jog-Wheel, ähnlich einer Platte auf einem Plattenteller. Scratchen oder Back-Cueing ist so möglich.

Im CDJ-Modus sind Oberfläche wie Seitenring „ein Teil“, mit dem der laufende Track nur angeschoben oder durch zurückdrehen gebremst, nicht aber gestoppt werden kann. Scratchen ist so nicht möglich.

Erfahrungsgemäß ist der CDJ-Mode sicherer, da ab und an der Ring des Jog-Wheels etwas lose ist und beim Drehen ungewollt die Platte des Jog-Wheels herunterdrückt. Im Mix ist das dann worst case statt leichte Korrektur. Persönlich bevorzuge ich aber den Vinyl-Modus, da sich das Jog-Wheel eher wie eine Platte spielen lässt und kurzes starkes Abbremsen möglich ist.

Was mich im CDJ-Mode persönlich immer total nervt ist, dass der Player den Beat, an dem man Pause drückt, zum Beispiel um einen anderen Track zu suchen, unendlich wiederholt abspielt wie einen 1-Beat Loop. Grauenhaft auf dem Kopfhörer zu hören, wenn man den Track doch eigentlich gestoppt hat, um „in Ruhe“ einen anderen zu suchen. Dann muss ich immer sofort in den Vinyl Modus wechseln.

Die zweite wichtige Frage ist, wie „hart“ man sein Jog-Wheel wünscht. Hart in Bezug auf die mechanische Sensibilität, denn diese ist bei fast allen Modellen einstellbar per „Jog Adjust“. Läuft das Jog-Wheel sehr leicht oder bietet es starken Widerstand. Einstellbar ist dies über das kleine Rädchen rechts über dem Jog-Wheel. Hier gilt es die gewünschte Einstellung zu finden, die gefällt und diese zu Set-Beginn einzustellen.

Pioneer CDJ-2000NXS2

Das große Rundum der Einstellungen auf einem Fleck

Pitch-Range – wie breit muss man sein?

Die Wahl der Pitch-Range ist immer interessant. Vermutlich ist die Aussage, dass die meisten DJs mit einer Pitch-Range von +/-10 % spielen, zutreffend. Dabei reicht zumeist eine Range von +/-6 % aus und ermöglicht deutlich feinere Arbeit mit dem Pitch-Fader. Gleicher Weg für weniger Range ergibt eine höhere Auflösung. 6 % bei 125 BPM sind circa 7,5 BPM-Range in beide Richtungen. Reicht wirklich meist, oder?

Natürlich kann man die gewünschte Range in den Settings am Rechner in Rekordbox einstellen und am Player laden.

Master-Tempo

Master-Tempo an? Oder aus? Sehr gute Frage. Generell kann ich die nicht beantworten, denn dazu gibt es verschiedene Meinungen. Klar, eine ausbleibende Tonhöhenveränderung beim Pitchen ist natürlich schön, klingen Tracks ab teilweise schon 7-8 BPM Unterschied deutlich anders. Je mehr melodische Anteile ein Track hat, um so mehr fällt es auf. Ab 10 BPMwird es zeitweise kritisch, 15 BPM ist teilweise schon nahe einem Verbrechen.

Allerdings bedarf dieses Behalten der Tonhöhe natürlich Rechnerei im Hintergrund und diese ist nicht verlustfrei. Ein Verlust kann manchmal, meiner Erfahrung nach selten, aber dennoch auftreten und unangenehm werden, wenn man auf einer sehr guten PA spielt. Hier macht sich die Rechnerei bei großen Unterschieden zum Beispiel dadurch bemerkbar, dass Kicks in regelmäßigen Abständen eher zu einem tiefen kurzen, statt zu einem voluminösen kraftvollen Kick-Sound verkommen, wie als hätte die PA die Kick verschluckt. Natürlich ist es der Player, dessen digitaler Logarithmus zur Berechnung der Tonhöhe hier Sprünge macht und dabei minimale „Fehler“ erzeugt. Auf kleinen Anlagen konnte ich das noch nicht feststellen, auf großen und gut eingestellten jedoch gab es schon häufiger die Situation, in der man wählen musste: Tonhöhenveränderung oder verschluckte Kicks in regelmäßigen Abständen? Bevor hier Panik ausbricht: Ich rede tatsächlich von Tempounterschieden jenseits der 8-10 BPM, bei denen das Problem auftrat. Wer also halbwegs im gleichen Bereich spielt, kann Master-Tempo generell angeschaltet lassen und wird sich diesem Problem gar nicht stellen müssen.

In jedem Fall sollte man sich den Unterschied einmal genauer anhören bei eigenen Tracks, Master-Tempo eingeschaltet und abgeschaltet. Abgesehen von der Tonhöhe ist sehr wichtig, einmal ein Ohr auf Basslinien und Percussion zu werfen, denn hier wird man feststellen, dass die Unterschiede sehr groß sind. Tracks werden teilweise unspielbar, beginnen zu schleppen, auch wenn man hier nur von 7 oder 8 BPM Unterschied redet. Gute Vorbereitung ist hier dann nicht unwichtig, damit man weiß, wie die Tracks bei unterschiedlichen Pitch-Werten klingen, Master-Tempo an- oder abgeschaltet. So kann man dann während des Sets entsprechend dem Wissen entscheiden, wie man mit der Funktion umgeht.

Reverse – oder aber auch: Der Player ist kaputt

Ok, das ist jetzt kein Scherz. Ich hatte im letzten Jahr auf einem Festival einen Act auf einer von mir betreuten Bühne stehen, der mir ins Gesicht sagte, der Player sei kaputt. Ja, in der Tat. Play oder Cue gedrückt am Anfang des Tracks und nichts passiert. Zwei Möglichkeiten: Entweder sind spontan beide Tasten kaputt gegangen (was irgendwie jeden zum Gedanken bringen sollte, dass der Fehler vielleicht doch woanders liegt), oder aber, der Player spielt gerade rückwärts. Ist ja auch nicht so, als würde eine rote Warnleuchte leuchten und dies anzeigen. Vermeidbarer Fehler. Peinlicher Auftritt, sollte man vermeiden!

Pioneer CDJ-2000NXS2

Wenn der Track am Anfang nicht spielt – Reverse?

Cue- oder Play-Taste defekt – was tun?

Play- oder Cue-Taste kaputt? Passiert regelmäßig mal, macht niemanden froh. Ist auch kein Wunder, wenn einige DJs diese TASTEN behandeln, als wären es Pads. Kleiner Tipp: Sind sie nicht! Der gute DJ schafft es übrigens, tight zu spielen mit sanftem Anschlag. Wer auf den Tasten herumhaut, als müsste man sie ins Gerät hineinschlagen, wird nicht zum guten DJ, sondern einfach nur zum Vollidioten.
Bevor jetzt jemand politische Korrektheit fordert: Die einen können „Cue Crab“, die anderen nur „Cue Crap“.

Was nun aber tun, wenn euch genau so ein Vollidiot ein Setup übergibt und die Play- oder die Cue-Taste beim Drücken nicht mehr reagiert? Das Fiese ist ja: Klicken tut sie nach wie vor, einfach der Switch ist im wahrsten Sinne des Wortes durchgehauen.

Auf die Cue-Taste kann man sicher noch verzichten, nutzt man dann einfach die Play-Taste und springt über Track-Search zurück zum Track-Anfang oder nutzt das Jog-Wheel. Ist allerdings die Play-Taste defekt, könnte es zum richtigen Problem werden. Aber auch da gibt es einen guten Workaround: Man setzt einfach an den Anfang des Tracks einen Hot-Cue-Punkt und spielt diesen an. Schon ist die Situation zumindest so weit gelöst, dass gespielt werden kann. Das Timing beim Drücken der Hot-Cue-Tasten ist ein wenig anders, aber auch das kann man mit dem Jog-Wheel korrigieren. Sollte kein Ersatz-Player vorhanden sein, könnte dies in jedem Fall die Nacht retten.

Das Beste kommt zum Schluss

In der Tat kann ein Blick ins Benutzerhandbuch nicht schaden. Dieses gibt es auch zum Download auf der Pioneer DJ Produktseite, auch für ältere Modelle und auch auf Deutsch. Die Benutzerhandbücher sind recht umfangreich und praxisnah und beleuchten viele Funktionen genauer, mehr als das Anschließen der Kabel oder wie man eine CD einschiebt. Und dank Updates von Rekordbox hilft auch hier regelmäßiges updaten und informieren. So wird das Arbeiten am XDJ oder CDJ ohne Frage leichter und sicherer. Wer sich auf seine Technik verlassen kann, hat mehr Zeit zu spielen.

Forum
  1. Profilbild
    tmk009  

    Vielen Dank für diesen sehr detaillierten, aufschlussreichen und unterhaltsamen Artikel!
    Mir ist es immer noch ein Rätsel, warum die Ethernetbuchsen immer noch so empflindlich sind, während Audiobuchsen seit langem verschraubt/verstärkt werden.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Hi, vielen Dank für das Kompliment. Feedback ist immer schön, dann weiß man, wohin man sich ausrichten kann. Daher: Danke!

      Ja das mit den Ethernetbuchsen ist wohl dieser Problem-Schritt von „Consumer-Gerät“ zu Profi-Gerät. Die CDJ-2000, egal welcher Baureihe, müssten bei dem Preis eigentlich Ethercon-Buchsen verbaut haben. Es muss ja kein Ethercon-Kabel rein, es gehen ja auch normale, aber für den professionellen Einsatz gäbe dann zumindest die Möglichkeit. Wenn man allerdings sieht, wie die Buchsen verbaut sind, weiß man, warum das offenbar ein größeres Problem ist. Dahinten ist halt innen kaum Platz und sonst nur Kunststoff. Keine Metalrückwand, in der man die Buchse verschrauben könnte.
      Aber hätte könnte wäre wenn…Wenn man es wollen würde, würde man eine Lösung finden, eigentlich hab ich sie ja schon geliefert…
      Ich hab tatsächlich schon drüber nachgedacht an anderer Stelle im Gerät eine Ethercon-Buchse zu verbauen und das Kabel dort hin zu leiten.

  2. Profilbild
    phrasensprenger

    Hi Bolle,
    vielen dank für den guten Artikel. Wir profitieren alle davon, mehr kompetente Kollegen um uns herum zu haben. Zwei kleine Amerkungen hätte ich aber:

    1. Zum Master-Tempo schreibst du, dass man „… Master-Tempo generell ausgeschaltet lassen [kann]…“, wenn man im gleichen Bereich spielt – das sollte wohl „ANgeschaltet“ heißen, oder? Sonst passt das nicht zur Argumentationskette, dass die Kicks bei krassen Tempo-Angleichungen jenseits der 8 BPM untergehen…

    2. Im Abschnitt „Cue- / Play-Taste defekt“ wird als Workaround angegeben, „… man setzt einfach an den Anfang des Tracks einen Cue-Punkt..“ – damit ist vermutlich ein HOT-Cue-Punkt gemeint, oder? Ich musste kurz überlegen, inwiefern mir ein Memory-Cue-Punkt hier weiter helfen sollte, müsste ich doch trotzdem noch die Taste gedrückt halten (bzw. mit Feuerzeug und Tape fixieren).

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Hi Phrasensprenger, danke für das Feedback! :)
      1. das scheint zu stimmen, ja. Ich werf mal einen Blick rein, ob da aus dem „ein“ ein „aus“ wurde fälschlicherweise…
      2. Hot-Cue, korrekt. Letztens gerade wieder gehabt. Die sind zwar immer so schön untight beim Einspielen weil da gefühlt eine Ewigkeit Latenz drauf ist, aber es würde so funktionieren ja.

      Stelle fest: Du bist der erste, der den Artikel offenbar richtig gelesen hat :) Merci!

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