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Workshop: Programming Drum And Bass in der DAW

Tiki-Tiki-Beats zum Nachbauen

21. April 2022
workshop drum n bass beat

Workshop: Programming Drum And Bass in der DAW

Mit Workshops ist es ja immer so eine Sache. Wie soll man in einem begrenztem Rahmen alle Aspekte einer bestimmten Stilrichtung aufzeigen? Und vor allem wird jeder bei einem Genre wie Drum and Bass etwas andere Vorstellungen davon haben. Sei’s drum (kein beabsichtigtes Wortspiel), mit Drum and Bass hat sich ein Stil als prägend entwickelt, der in den Anfangsjahren (sagen wir mal Mitte der 90er Jahre) nur eine Spielart unter vielen war. Ja, ich stehe hier aufrecht und behaupte: Die Bandbreite an Herangehensweisen an das Genre war zu Pionierzeiten deutlich größer.

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Programmieren von Drum and Bass Beats

Deswegen beschäftigt sich unser vor allem an Einsteiger gerichtete Workshop Programming Drum and Bass (wobei hier vermutlich jeder etwas mitnehmen kann) mit dem am häufigsten anzutreffenden Grundbeat. Einem binären Sechzehntel-Pattern mit Snare auf der zweiten sowie der vierten Zählzeit. Was in den Anfängen eher die Ausnahme war, mauserte sich zum Platzhirsch, da der Einfluss der Break-Beats immer mehr in den Hintergrund und der Aspekt der einfachen Tanzbarkeit in den Vordergrund rückte. Vielleicht haben sich aber auch nur die Konsumgewohnheiten gewandelt, wie auch immer.

Als Sequencer dient Ableton Live. Für die Samples benutze ich den schlichten Impulse, flankiert von einer Multisample-Lösung. Bei mir ist es Yellowtools Independence 2, es könnte aber auch ein beliebiges Plug-in sein, das natürliche, multigesampelte Drum-Klänge hergibt (Kontakt, BFD etc. Als Geschwindigkeiten haben sich Werte von 170 BPM bis 180 BPM eingebürgert.

Was die heutige Spielart betrifft, so heißt es „knallen soll’s!“. Nach dieser Devise sollte man sich die Samples aus seiner Grabbelkiste aussuchen. Hier geht es nicht (mehr) um feingeistige HiHats, die nuancenreich aufeinander abgestimmt werden, um ein möglichst real gespieltes Drum-Set zu zaubern. Deswegen ist das zweite Zauberwort bei Bass-Drum und Snare auch: Layern was das Zeug hält. Das hat u.a. den Vorteil, dass man leicht Variationen der einzelnen Schläge erreichen kann, was für Breaks sehr nützlich ist.

das Fundament: Bass-Drum und Snare-Drum

das Fundament: Bass-Drum und Snare-Drum

 

Welche Effekte für Drum and Bass Beats?

Als Effekte für Bass-Drum und Snare kommen bei Bedarf Kompressor und danach EQ zum Einsatz. Den Kompressor nutzt man so, dass der Attack des Sounds deutlich betont wird. Bei der Bass-Drum sollte man darauf achten, dass die Attackzeit nicht zu kurz wird, denn dann werden die Tiefen abgewürgt, bevor sie schwingen können. Entsprechend ist auch die Release Zeit zu verlängern. Für die Snare und die HiHat empfiehlt sich mehr Top-End ab 12 kHz und eventuell ein High-Pass-Filter. Aber Vorsicht bei der Snare, diese muss immer noch einen hörbaren Kesselbauch haben. Zum Schluss macht sich ein Glue-Kompressor bzw. Limiter in der Summe noch ganz gut, um das Ganze noch ein wenig zusammenzudrücken. Das lässt Flächen und Vocals mehr Platz. In der Tat wird der Limiter meist so hart angefahren, dass es nur so quetscht (Compressed To F**K). Damit die HiHats nicht untergehen, darf die Release-Zeit dazu nur sehr kurz sein.

Für die Snare ist zu beachten, dass sich der Anteil an „künstlichen“ (aus analogen Drum-Maschinen und älteren Hardware Drum-Romplern) und „natürlichen“ Snare-Anteilen (aktuelle Multisample-Drum-Kits) die Waage hält. Hauptsächlich die Snare bestimmt in diesem Genre nämlich den Gesamtcharakter des Beats. So hören sich Beats mit dem Fokus auf eine natürliche Snare jazziger an, während ein mehr künstlicherer Anteil den Beat technoider wirken lässt. Vor allem ist aber darauf zu achten, dass die Snare keinen ausgeprägten langen Nachklang hat. Natürlich kann man auch solche Snares benutzen, dann aber die Decay-Phase entsprechend stutzen. Durchaus können auch Overdrive-Plug-ins die gesuchte Aggressivität in den Obertönen bringen.

Die Bass-Drum sollte wie der sprichwörtliche Schlag in die Magengrube kommen, kann also gut Anteile unter 60 Hz verkraften. Auch ein EQ-Hub bei 20 Hz um einige dB bringt den gewünschten Effekt. Dennoch sollte aber auch sie nicht zu lang und ausgeprägt sein. Denn selbstverständlich muss im Bassbereich Platz für das zweite stilprägende Element bleiben: die Basslinie. Der Attack sollte deutlich ausgeprägt und immer klar neben der Snare zu hören sein. Im vorliegenden Beispiel nutze ich die Präsenzanteile einer der Bassdrums, die durch die Variation der Velocity eine gewisse Lebendigkeit hereinbringt.

Für die HiHats, Cymbals und anderes Perkussionswerkzeug in den höheren Lagen empfehlen sich klare und schnörkellose Samples. Bei den HiHat- und Tamburin-Sounds kann es von Vorteil sein, den Pitch ein wenig anzuheben. Dadurch werden die Sounds präsenter und gehen noch höher, was wiederum Platz für Flächen und Vocals lässt.

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HiHat und Tamburin im Drum and Bass Beat

die HiHat-Figur in 8teln

Die HiHat-Figur in 8teln

Das grundlegende HiHat-Pattern baut auf einfachen Achteln auf, mit dezentem Hinweis auf einen 16tel-Groove durch eine Open HiHat. Damit die Sache nicht zu statisch wird, senkt man bei jedem zweiten HiHat-Schlag die Velocity ab, hier um ca. ein Drittel. Dadurch bekommt der Groove mehr Schub und bleibt dennoch treibend.

Meistens vorhanden und Träger des obligatorischen 16tel-Patterns ist das Tamburin. Auch hier empfiehlt es sich, zunächst einen dynamischen Groove zu erzeugen, indem jeder zweite Tamburin-Schlag in der Velocity abgesenkt wird. Danach kann man nach Gusto noch ein wenig nachregeln.

16tel Tambourin-Figur mit Microtiming

16tel Tambourin-Figur mit Microtiming

Mikrotiming

Beim Timing schneiden wir hier ein großes Thema an. Die meisten DAWs haben heute die Möglichkeit, einem statischen Pattern durch Verschieben des Mikrotimings ein charakteristisches Gefühl zu verleihen. Altbekannt ist natürlich die Shuffle-Funktion. Nun ist es möglich, aus einem Sample den Groove zu extrahieren und ihn einem beliebigem anderen Audio- oder MIDI-Loop aufzuprägen. In diesem Fall habe ich mich für den Groove „HipHop 4“ entschieden, der die 16tel leicht verschiebt und das Tamburin noch treibender macht.

Tambourin 16tel Pattern ohne Groove

Tambourin 16tel Pattern ohne Groove

Tambourin 16tel Pattern mit Groove, deutlich sieht man die Verschiebungen im Microtiming.

Tambourin 16tel Pattern mit Groove, deutlich sieht man die Verschiebungen im Microtiming.

 

Mit dem Tamburin setzen wir auch den allseits bekannten tiki-tiki in „Bum Tschak tiki-tiki Bum Tschak“. Er setzt jeweils nach der ersten Snare auf der Zwei-und ein und ist ein 16tel-Wechsel zwischen einem kurzen gedämpften und einem offenen Tamburin-Schlag. Auch hier spielt das Micro-Timing bzw. Shuffle eine Rolle. Als zählgenaue 16tel kommt einfach keine wirkliche Freude auf. Nach der Quantisierung auf 16tel-Triolen bei 100% ist der Effekt vielleicht zu gekünstelt. Mit 50% 16tel-Triolen-Qauntisierung hört es sich rund an. Selbstverständlich kann man auch hier noch mit Micro-Timing arbeiten.

Beim "tiki-tiki" ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Beim „tiki-tiki“ ist Fingerspitzengefühl gefragt

Das obligatorische tiki-tiki.

Das obligatorische tiki-tiki

 

Variationen des Drum and Bass Grooves

Damit steht das Basic-Pattern. Man kann nun nach Herzenslust kleine Variationen einbauen, einfach um etwas mehr Abwechslung hereinzubringen. An der Snare sollte man möglichst nicht zu viel ändern, da sonst der treibende Charakter darunter leidet. Die verschiedenen Snares können jedoch gewinnbringend in Breaks eingesetzt werden. Zudem kann man auch gut mit den Decay-Zeiten arbeiten, wenn man den Break klarer hervorheben möchte. Das gilt auch für Tamburin und HiHats.

Zu einem Break gehören zumeist auch Cymbals in Form von Crash-, Splash- und Ride-Becken. Auch hier gilt: Am besten natürliche Klänge verwenden, eventuell ein wenig höher gepitcht. Aber, warum nicht mal eine schöne 808-Cymbal einbringen oder andere synthetische Cymbals.

Zu Bass-Drum und Snare kommen noch ein wenig Cymbals.

Zu Bass-Drum und Snare kommen noch ein wenig Cymbals

Gern genommen als Break ist immer noch der Techno-Build-Up, der mit langsamen Schlägen von Bass-Drum oder/und Snare-Drum beginnt um dann im Crescendo und mit 16teln oder 32teln endet, um den nächsten Teil freizugeben. Das kann man beinahe beliebig lang hinauszögern, um den maximalen Effekt zu erzeugen. Der Break hier im Beispiel ist ein einfacher Vier-Takte-Break, der einen kleinen Snare-Roll am Ende beinhaltet. In die neue Phrase wird dann mit einem langem Crash gestartet.

Aufbau der HiHat im Break

Aufbau der HiHat im Break

Alle Spuren der Vier-Takte-Sequenz in der Übersicht.

Alle Spuren der Vier-Takte-Sequenz in der Übersicht

Allein aus diesem simplen Beispiel kann man mit verschieden Kniffen wie z.B. Velocity-abhängigen Decay Zeiten und anderen Samples schon eine ganze Menge an Material herausholen. Im Beispiel habe ich noch einen eher Jump-Up-artigen Bass platziert, denn natürlich gehört ein dicker Bass zum Genre. Das ist allerdings ein ganz eigenes Universum. In den Links findet man ein Set mit drei Tracks, die ich seinerzeit produziert habe und Musik der Formation JAZZelectric. Weitere Stichworte wären: Basztart (Basswerk, Wicked Wax, Case Invaders) und Pathfinder Rec.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ich selber habe auch schon D’n’B gemacht. Zu hören auf MoM oder der erste den ich produziert habe auf meiner Page. Dieser ist allerdings noch eher experimentell gehalten (feat. Harald Lesch) als im Vergleich zum aktuellen auf MoM. Ein Genre, was mir zusagt! Schnelle, sanfte und doch treibende Beats. Bei Liquid D’nB sind dann schöne Klangteppiche im Background. Eine gute Abwechslung zum allgegenwärtigen Trance und EDM. Auch mit Soundeffekten kann man sich bei dem Genre austoben. Das schwierigste ist, dass die dezenten Percussions (z.B. 1 oder 2 Hi-Hats plus Snare) im Mix nicht untergehen bei den ganzen Flächen und FX. Sauberes Mischen ist angesagt. Selbst bei Personen die ständig D’nB produzieren, hört man nicht immer die beste Mische heraus. ;) Gute Monitore sind also meiner Ansicht nach unabdingbar wer sauberen D’n’B produzieren möchte. Ob mit oder ohne Layern, was bei Percussions weniger meines ist. Im Artikel könnte man noch einen Satz zum Amen-Break einfügen. Die Mutter aller Drum’n’Basses. Ansonsten hoffe ich das der Artikel dazu beitragen wird, dass sich mehrere mal an dieses schöne musikalische und doch eher elektronische Genre wagen.

  2. Profilbild
    lunatic AHU

    Fast jeder der sich mal an D‘n‘B versucht hat musste wahrscheinlich schnell feststellen: oh, verdammt, doch nicht so easy wie gedacht. Einen Breakbeat auf 170 BPM programmieren und ein paar Pads oder Rhodesakkorde einspielen langen da oft nicht. So geht es aber vermutlich allen belächelten Tanzmusik-Genres.
    Laurent Garnier war einer der wenigen Techno oder House Dj‘s, der es wagen durfte mal Drumnbass-Tracks in seine sonst 4 to the floor- dominierten- Sets einzubauen. Was bei dem Tempounterschieden schon tricky ist. Ansonsten ist und bleibt der schnelle, gebrochene Beat ein UK phenomen.
    Gross ist drumnbass in Schlagerdeutschland, bis auf kleine Clubszenen, nie geworden. Schade. Oder besser so. Wer weiß.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Absolut! Meine Versuche diesbezüglich waren auch stets miserabel 😁 Insofern macht der Workshop hier Mut zum neuerlichen Ausprobieren, hehe.

      Ja, Drum and Bass wurde seit den 90ern immer mal wieder gehyped beziehungsweise es wurde //versucht// DnB auf einen Hypezug zu setzen, hat aber nie funktioniert und ich stimme zu: das ist auch gut so. Freue mich immer über gut kuratierte zweite oder dritte Floors bei Parties, wo mensch 1a DnB finden und genießen kann. Ich habe halt keinerlei Ahnung von dieser Szene, aber dafür großen Respekt aus der daraus resultierenden Entfernung.

      Danke für den Artikel! 🤙🏻

      • Profilbild
        bytechop

        Checkt mal Alphacut Records und Defrostatica Records aus Leipzig, das ist immer sehr frischer Sound.

  3. Profilbild
    Sudad G

    Netter Workshop. Du hast Dir sicher viel Mühe gegeben.
    Als ehem. Producer dieses Genres muss ich aber leider sagen, dass dies wirklich wenig mit D&B zu tun hat. Die Hörbeispiele und Patterns klingen eher nach Rock & Pop statt nach D&B.

    Der typische Sound und Groove vieler D&B Beats entsteht durch das doppelt so schnelle Abspielen gesampelter Funk, Soul, Hip-Hop und R&B Beats bzw. Loops. Diese liegen meist zwischen ca. 75-86 BPM und landen dann beim höher gepitchten Abspielen mit einem Sampler bei ca.150-172 BPM. Teilweise werden dabei zwei oder mehr dieser gebrochenen Beats übereinandergelegt – je nachdem wie wild man es haben will.
    Drum Fill Ins werden durch kürzer gesetzte Loop-Punkte am Ende erzeugt oder mit Grooves, die dann um eine 1/8 Note verschoben gestartet werden. Dadurch entstehen sehr abwechslungsreiche Grooves, die man so nicht einfach programmieren kann.

    Dann kommen noch coole Sub-Basslines (häufig eine tonal gespielte TR-808 Kick oder auch wobbelnde FM Bässe aus der UK Garage-Szene) dazu, um den Groove nach unten abzurunden und zu beruhigen.

    Beim sog. „schöngeistigen“ D&B (LTJ Bukem, Goldie etc.) dominieren dann noch Chord & Pad-Landschaften, sowie ausgefallene Atmo-Samples von alten Vinyls oder TV.
    Es wird häufig mit ähnlichen Produktionstechniken gearbeitet wie bei Hip-Hop, nur eben alles doppelt so schnell.

    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      Ja, ich war stets bemüht ;) Früher war Basztart bzw, Syncope (Basswerk / Pathfinder) mein Nick-Name :D. Das ist aber schon über 20 Jahre her. Wie war dein Nick damals? Vielleicht kenne ich ja was von Dir!
       
      >>>Die Hörbeispiele und Patterns klingen eher nach Rock & Pop statt nach D&B.
       
      Das fasse ich, ganz ohne Ironie, als Kompliment auf. Hast Du Dir mal aktuelle D&B-Produktionen angehört? Das IST Pop.
       
      Was Du allerdings im Weiteren beschreibst, bezeichne ich (und andere) als Breakbeats. D&B ist daraus hervorgegangen, als die Producer sich „getraut“ haben, selber Beats zu programmieren, ich war da. Und heute ist es wirklich eigentlich Pop-Musik, aber es gibt immer mal wieder Retro-Zyklen, wie überall.
       
      Hier gibts noch mehr Pop, ähh D&B….
       
      https://soundcloud.com/weirdsciencenfreakinmagic/syncope-carbon-chauvinism-1
       
      Cheers, Mate(s)!

      • Profilbild
        Sudad G

        Dann verstehe ich Dich jetzt ein wenig besser. ;)

        Unter D&B verstehe ich halt noch den aus UK kommenden Style der Mitte der 90er entstanden ist und sich dann von wilden Breakbeats zu sparsameren Beats entwickelt hat, aber dennoch von der Auswahl der Sounds (meist aus der R&B oder Hip-Hop Szene) seinen Clubcharakter behalten hat. Beispiele wären da für mich neben den 90er D&B Produktionen (z.B. Goldie, LTJ Bukem, MJ Cole, Adam F etc.) auch neuere Produktionen wie z.B. Bert H, MH-K etc.

        Trotz selbst programmierter Drum-Patterns werden auch heute noch immer wieder Loops und Loop-Schnipsel getriggert, um den D&B Charakter zu betonen, weil es sonst zu steril klingen würde bzw. zu sehr nach Pop. Ist halt eine Gradwanderung, sobald die Beats zu gerade werden.

        Unter aktuellem D&B stelle ich mir halt dann solche Tracks vor:

        https://www.youtube.com/watch?v=PKp90HJzllk

        https://www.youtube.com/watch?v=KDwIlvxl4yA

        Unter klassischem alten D&B eher so etwas:

        https://www.youtube.com/watch?v=fRzjfOtsUcQ

        https://www.youtube.com/watch?v=5UTNhS8jCs4

        PS: Ich mache heute unter meinem Namen „Sudad G“ viel UK Deep- und Soulful House.
        Damals in den 90ern unter „Hi-Lite Scan“ auch UK House, Garage und eben auch einige D&B Remixe. Das war damals in UK eine Szene. Man hat sich gegenseitig geremixt.
        Hab in den 90ern für Fuel/Eastwest, WEA, Sony/Epidrome und Good Looking Records Mixe gemacht.

        • Profilbild
          Filterpad AHU

          Die ersten beiden Songs, perfektes Liquid D’n’B. So in etwa schätze ich auch D’n’B ein. Ich kenne den eher sogar noch Flächenintensiver.

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          martin stimming

          lustig, die progression session vier kenne ich in- und auswendig! hab die vor ziemlich genau zwanzig jahren in der oberstufe immer vorm einschlafen gehört, bestimmt 30, 40mal. sogar ziemlich gut gealtert wie ich eben feststellen konnte

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          t.goldschmitz RED

          Ahh wie cool!
           
          Das mit diesen ganzen Bezeichnungen und Schubladen ist wirklich so ein Ding. Ich meine, es gibt ja kein kanonisches Lexikon wo solche Definitionen drinstehen.
           
          Also hat jeder wohl ein wenig andere Schubladeninhalte, jedoch mit der gleichen Bezeichnung. Das führt immer zu Inkongruenzen, wenn ich dieses schicke Wort einstreuen darf :)
           
          Deshalb witzig: Goldie – Inner City Life steht für mech gerade als Paradebeispiel für Breakbeats, zumal das Tempo ja echt gemäßigt ist (und die Loops gar nicht mal so sauber *hüstel*)

          Und bei MI-KH – Dreamscape, nenne ich das ein Paradebeispiel, dass dnb heute Pop-Musik ist. Roh, ungehobelt, aber klinisch cool fand ich damals No U-Turn Sachen, gerade Ed Rush.
           
          Aber meine Schubladen sind auch ein wenig verdreht, glaub ich. Ich finde z.B. auch Messiaen entspannend. Andere würden da (und sind auch schon) wohl weglaufen bei den „Harmonien“…
           
          Wie-auch-immer, cool so eine entspannte Unterhaltung hier auf Amazona führen zu können!
           
          Eine schöne Woche Dir (und allen anderen)! Keep on Steppin‘ !

          • Profilbild
            Numitron AHU

            Yeah, omni Trio!
            Einer meiner Lieblingsacts!
            Hab mir unlängst wieder das Album „Millenium“ angehört.
            Leider ist das nicht auf Spotify aber auf YouTube.

      • Profilbild
        Filterpad AHU

        Pathfinder? Aha, aha! :) Meiner Ansicht nach maximal 8-10 Jahre her. ^^ Apropos D’n’B und vielleicht erklärt das einiges. Viele verwechseln das Genre aus einer Kombination Akustik-Drums und E-Bass. Das ist aber meines Wissens nach falsch. Eigentlich ist es völlig elektronischer Natur. Nur der Ursprung, eben jener erwähnte Fill-Beat der Soulband „The Winstons“ war natürlich von ihrem Akustik-Set. Auch bei D’n’B des Pop (z.B. Rita Ora) hört man nie typische Rockdrums. So jedenfalls mein Kenntnisstand. Fakt ist aber auch: Den Beat als solches lässt sich natürlich mit einem Akustik-Set spielen, warum auch nicht!

  4. Profilbild
    lunatic AHU

    DnB bietet natürlich genausoviele Interpretationen und Sichtweisen wie alle anderen Genres auch.

    Wenn man aktuell drumnbass 2022 in youtube eingibt wird einem dnb-Freund eventuell schwindelig. Im Grunde übelster Radiopop mit Grossraumdiskoambitionen, nur etwas schneller.
    Liquid drumnbass war wohl vor Jahren der Vorläufer und jetzt gipfelt es in solch einem Schaudersound.
    Heißt aber nicht das es keine tollen dnb Acts oder Dj‘s mehr gibt. Der Fokus liegt nur gerade nicht drauf.

    Kleiner Anspieltipp ist dieser junge sympathische Herr:
    https://m.youtube.com/watch?v=-IJK_d0Ie1Q#searching

    • Profilbild
      TobyB RED

      Du musst nicht von Germany aus gehen. Drum And Bass ist primär ein UK Ding. Wir bekommen hier nur einen Bruchteil mit. Hospital Records um Mastermind Tony Colman geben seid konstant 30 Jahren den Beat vor. Die wiederrum haben mindestens eine Generation von Künstlern auch ausserhalb des DnB beeinflusst. Soweit ich es noch im Kopf habe, war DnB in Deutschland nur im Ruhrgebiet, Dortmund und eine Weile im Rhein Neckar taktangebend.

      • Profilbild
        lunatic AHU

        Moin Toby,
        ich gehe nicht von Germany aus, ich habe mich nur die letzte Dekade null um den weiteren Verlauf der dnb Geschichte gekümmert und bekomme tatsächlich nur am Rande mit, schwelge in Erinnerungen und ertappe mich beim 170bpm Projekte starten (meist ab 2:30h) um sie ne Stunde später wieder zu canceln;)
        Wenn man nicht uptodate ist kann man sich schonmal erschrecken, wo sich das kommerzielle dnb- Ufo befindet.
        Aber es ist ja, wie immer, überall so.
        In meiner Sparte erstarre ich täglich was so alles im kommerziellen Bereich steil geht.

        Fein finde ich aktuell Künstler wie overmono, die eine herrlich entspannte Brücke zwischen cheesy breakbeats, Techno und Minimalhouse schlagen. Darf der Reese-Bass nachwievor nicht fehlen… herrlich

    • Profilbild
      Numitron AHU

      Na ja, im dnb gibt es sehr viele Subgenres.
      Es gibt wahrscheinlich bei wenigen Genres so eine Vielfalt an Subgenres.
      Das poppigere bekommt man aber natürlich mehr mit.
      Es gibt zb neurofunk, das ist tanzbarer, härter, „elektronischer“.

  5. Profilbild
    Digitalia

    Nebenbei: mir ist völlig unklar wie man heute noch percussion synths und Sampler bauen kann die velocity to decay nicht beherrschen. Die haben doch alle nicht verstanden wie percussions funktionieren.
    So halb durchdachten Mist kann man mir heute nicht mehr verkaufen. /rant

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