
Das 1 HE Memotron
Rolands Jupiter-4 war doch tatsächlich „state-of-the-art“ im Jahre 1978! Noch heute schwärmen Tanzmusiker von diesem ersten "leistbaren" polyphonen Synthesizer und den - wenn auch kurzen - goldenen Zeiten, die mit ihm anbrachen. Während Prophet-5 und andere Polyphone umgerechnet weit über 5000 Euro kosteten, war der Jupiter-4 um bescheidene 2000 Euro erhältlich.
Aus heutiger Sicht scheinen die "Fakten" des Instruments dennoch nicht sehr spektakulär. Der Jupiter-4 verfügt über vier Stimmen mit jeweils einem VCO, VCF, VCA sowie zwei Hüllkurven. Des Weiteren gibt es einen Arpeggiator, Rolands typisch umfangreiche Controller-Sektion, 10 Presets, 8 "freie" Programmspeicher und ein Meer an bunten Knöpfen.
Doch interessant: Kaum ein Instrument hat sich in den letzten Jahren derart zum Geheimtipp und "gesuchten" Instrument entwickelt wie der Jupiter-4. Aus musikalischer Sicht hätte ich dem Gerät schon längst einen "deutlicheren" Erfolg gewünscht, doch bis vor nicht allzu langer Zeit konnte man den Jupiter-4 am Gebrauchtmarkt für günstige 250 Euro erwerben.
Die Rolle des hässlichen und ungeliebten Entleins war immer des Jupiters Schicksal. Sound und Aussehen ("Was kostet die Orgel da?") ließen ihn bereits ab 1980 – ein Jahr vor Produktions-Ende - sehr altmodisch erscheinen. In den 80er und 90er Jahren siedelte das Image des Jupiter-4 irgendwo zwischen "plump klingender Synthesizer" und "völlig unbrauchbares Instrument". Der Jupiter ist grundsätzlich gerne verstimmt, seine (nicht allzu hübsch tönenden) Presets lassen sich kaum verändern, die typisch klobige spät-70er-Jahre Roland Tastatur verleitet keineswegs zum "Spiel mich!" Syndrom, und eine Ansteuerung des Synthesizers via CV/Gate oder gar MIDI war natürlich nie vorgesehen bzw. ist eben nicht vorhanden.
Doch um die Sache ein wenig würzig zu machen behaupte ich nun, dass von allen Jupiters ausgerechnet der Jupiter-4 den mit Abstand stärksten Klangcharakter hat. Er ist nicht der "Beste" (in ihrer Ehre verletzte Jupiter-8 Besitzer dürfen sich wieder setzen), aber er hat den eigenständigsten Charakter. Ohne Zweifel.
Nun: Was macht den Jupiter-4 so besonders?
Er hat vier Stimmen. Nicht irgendwelche Stimmen. Diese sind fast immer „out-of-tune“, sie stimmen eben nie (oder zumindest selten). Aber gerade das ermöglicht einen so hervorragend musikalisch-natürlichen Klang. Spielt man viermal dieselbe Note, ergeben sich vier unterschiedliche Klänge (im "polyphonic mode", natürlich). Es stört nicht – ganz im Gegenteil: Soli klingen auf diese Art und Weise wesentlich natürlicher.
Er rauscht. Ursprung dieses Rauschens ist Rolands wunderbarer Stereo-Chorus (hier ENSEMBLE genannt). Derselbige muss natürlich eingeschaltet sein, um zu rauschen. Trotz des einzelnen VCOs klingen die Stimmen dann jedoch schön breit und sie „wandern“ im Stereobild – wie in vielen der angefügten Klangbeispiele zu hören ist. Teil des Chorus-Effektes ist somit eine Art Auto-Panning.
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Hier kann man ihn als Flächensynth hören:
http://www.amazon.de/Unstar-Neven-Dayvid/dp/B000066FQH
Auf den Stücken "Hava Yollari" und "Hinterland".
Muss man lieb haben. Der LFO ist gut, die Hüllkurven sensationell. Und das sag ich nicht oft.
Interessanterweise hat er mich von Anfang an sehr an den ARP-2600 erinnert, betreffend seiner "trockenen" (aber reizvollen) Bässe, seiner scharfkantigen Hüllkurven und einfach seines Charakters wegen. Dafür muss man aber (fast) alle Presets übergehen, direkt zur eigenen Sounderstellung wechseln und auch dort einiges an Zeit & Geduld investieren. Dann hat man Chancen, die "andere" Seite des Jupiter-4 kennen zu lernen.
Dennoch sind die Erfahrungen vieler (ehemaliger) Jupiter-4 Besitzer wie deine: Sie haben den "Zugang" zum Instrument nicht gefunden. Zu einem Teil könnte es - neben den "nicht so unmittelbar abrufbaren, überzeugenden Analogsounds" - mit der schwachen Interface-Situation zu tun haben. Die unkomplizierte Integration des Instruments im Studio bzw. seine Koppelung mit Sequenzern etc. würde für viele eine wichtige Hürde nehmen. So aber ist erstmal eine CV/Gate Modifikation oder ein MIDI Kit nötig, was den meisten Usern in Anbetracht des "nicht so unmittelbar abrufbaren, überzeugenden Analogsounds" eben auch nicht ganz lohnend erscheint. Damit dreht sich die Sache ein wenig im Kreis und schon steht der Jupiter-4 (in vielen Fällen) wieder auf der Verkaufsliste.
Die Gebrauchtmarkt-Preise - wie in einem weiteren Kommentar eines Lesers anbei erwähnt - übersteigen inzwischen vielfach die Schmerzgrenze von Jupiter-4 Interessenten. So dürfte der Synthesizer auch noch in Zukunft für Kontroversen, Diskussionen und "geteilte Lager" sorgen. Doch das ist ganz OK, immerhin hat es der Jupiter-4 in den letzten Jahren geschafft, musikalisch die eine oder andere Lorbeere zu erhalten - womit er sein Image etwas aufbessern konnte.
wieder verkauft.
Die Tastatur ist ziemlich übel, sie ist schwergängig und sehr träge (gut ich spiele nur normale Synthesizertasten)
Die Faszination bei den 4 Stimmen, nun gut der JP4 eiert eigentlich immer, aber einen speziellen charakter kann ich ihm
nicht zusprechen. Der Ensemble klingt nicht schlecht als
Stereoeffekt, aber im Juno-6 klingt der Chorus breiter
Aber ich denke für Pads ist er auch nicht unbedingt geeignet.
Im Effektbereich ist er natürlich sehr interessant, LFO
und so weiter.
1.000 Euro sind wohl die Standartpreise derzeit, für mich
unverständlich.
Kult hin oder her, ich finde die Preise unverschämt (klar kann man sagen, kauf oder kauf eben nicht)
Aber ist so ein "Habenwollen" noch normal?
Gut, ich denke jeder der Liebhaber ist, wird ein Kribbeln in den Fingern haben, wenn ein Liebling mal bei ebay oder so
auftaucht.
Aber zb. 5.500 Taler für einen JP8 ohne Midi, wo ist da die Relation?
Software scheint mir keine Lösung zu sein, die Preise werden immer toller und leider manche Verkäufer unehrlicher dazu.
Gut, ich schweife ab vom Thema:-)
JP4
+ LFO sehr flexibel
+ sehr gute Verarbeitung der Potis und Fader
+ Klang
-Tastatur
sorry das ich keine produkt kommentare abgebe, wuerde nur bitten sich bei mir zu melden wenn ihr mir einen jupiter 4 vermitteln koennt.. gerne mit midi aber auch einfach.
dblonde@gmx.net
vielen dank
kann mir jemand einen jupi4 vermitteln? wäre suuuuper interssiert!!!
http://cgi.ebay.de/Roland-Jupiter-4-Vintage-Analog-Synthesizer_
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MBU
musste ich feststellen, dass die angebote bei ebay in der regel bei knapp 400 endeten. ich habe jetzt wieder einen ;-) dirk
Grüße, Peter