15. Juni 2020

IO Instruments: Vielseitiger CV/Audio Mixer für Eurorack

Kommen wir nun zum letzten Teil meiner dreiteiligen Leserstory zu IO Instruments Eurorack Modulen, dem Sponde Audio/CV Mixer.

Was ist in der Box
Genauso wie beim Themisto ist auch hier alles zur Freude des Kunden gepackt. Gelbes kleiner Sportbeutel inklusive. Es kann natürlich sein, dass nicht immer alle Flyer der anderen Module enthalten sind, das wird wohl logistische Gründe haben.

IO Instruments Beutel

Verpackung des Sponde Modules

In der Hand
Das 20 Einheiten breite Modul ist richtig heavy beim Rausnehmen. Es scheint fast so, als ob die Frontplatten nicht aus Alu, sondern aus massivem Metall sind. Das ist aber nur eine Mutmaßung, denn anders kann ich mir das Gewicht nicht erklären. Das kann aber natürlich auch an den 12 Fadern, den 22 Miniklinkenanschlüssen und den zwei Potis liegen. Die Frontplatte ist also richtig voll bestückt. Auch hier sind die 2 Potis leichtgängig, aber nicht zu locker. Die 12 Fader sind exakt eingebaut und ergeben immer eine korrekte Gerade. Der Führungsweg der Fader ist nur 28mm kurz. Die Fader laufen gleichmäßig und haben einen angenehmen Widerstand. Das Sponde Modul ist ebenso sehr flach und Skiff tauglich. Was mir nicht schlüssig erscheint, sind die jeweils 4 Einzelausgänge jeden Kanales. Diese sind nicht mit der Frontplatte verschraubt, so wie die anderen Ein- und Ausgänge.

IO Instruments Sponde

IO Instruments Sponde

Was soll drin sein
Der Sponde ist ein Mixer für Audio und CV Signale. Laut Herstellerinfo soll er eine verzerrungs- und rauscharme Schaltung und eine hervorragende Klangqualität besitzen. Das Datenblatt weißt einen Klirrfaktor von nur THD+N 0,0002% aus. Das ist wenig und klingt vielversprechend. Der Frequenzgang geht von DC – 100kHz linear. Er bietet ein flexibles Routing für 12 Mono- oder 6 Stereokanäle. Die Lautstärkeregler bieten eine Verstärkung um den Faktor 2 für eine starke Anhebung des Signals. Jeder Mixer, A und B, stellt sechs Kanäle mit vier einzelnen Post-Fader-Ausgängen zur Verfügung. Die Eingänge sind DC gekoppelt und können somit als Dämpfungsglieder verwendet werden. Jeder Hauptausgang verfügt über einen Anschwächer und eine Überlastungs-LED, die einem helfen, Clipping zu vermeiden. Die Fader haben eine Verstärkung von 2 und die Kanäle 1-4 auf jeder Seite haben extra Direktausgänge, also sowas wie ein Multiple, jedoch dann gepuffert. Puh, das ist ja allerhand! Ergänzend noch der Stromverbrauch: 90 mA +12V und 82 mA bei -12V.

Sponde Manual

Sponde Bedienkarte

Klang und Bedienung
Alles was hier über Klang geschrieben wird, betrifft gleichzeitig natürlich auch CV Signale. Reingeschicktes Audiomaterial wird genauso wiedergegeben, wie es reingeschickt worden ist (subjektiv betrachtet, weil nicht gemessen!). Rauschen oder irgendwelche Störgeräusche sind nicht zu orten, es sei denn, man hat ein Gerät angeschlossen, das solche verursacht. Das Sponge selbst schweigt wie ein Grab. Die Signale lassen sich über den kurzen Faderweg gut einstellen und das auch ziemlich exakt und feinfühlig.
Das Gerät hat auch ordentlich Power, um Signale anzuheben. Natürlich kann man den A Kanal benutzen, um Audio zu mischen und den B Kanal nur für CV Signale zu verwenden, oder zwei 6 in 1 Monomixer oder einen 6fachen Stereomixer. Alles ist möglich! Sogar als Panmodul (links/rechts) kann man das Modul verwenden. Die LED pro Kanal gibt gezielt Warnung, wenn irgendein Kanal zu verzerren droht. Das ist hilfreich und funktioniert gut.

Fazit
169 EUR sind für die Vielseitigkeit und Wertigkeit für dieses Modul als sehr günstig zu betrachten. Wohlgemerkt wird hier technisch gesehen nicht getrickst oder kaschiert, sondern es ist ein durch und durch technisches Arbeitstier ohne Kompromisse. Man arbeitet damit und kann sich darauf verlassen. So muss es sein! Mir ist derzeit kein Modul bekannt, welches diese Qualität und Vielseitigkeit zu dem Preis bieten kann. Einziger Kritikpunkt ist paradoxerweise die Modulbreite. Man wünscht es sich kleiner, was aber wohl kaum gehen würde. Vielleicht wäre eine Version mit 2x4 Fadern noch eine Idee an die Hersteller.

Plus

  • Klang
  • kein Rauschen
  • übersichtliche Bedienung
  • sehr flexibel zu nutzen
  • Preis

Minus

  • Die Einzelausgänge sind nicht mit der Frontplatte verschraubt.
Forum
  1. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    Wenn da nicht die Anordnung der Buchsen wäre…. Wenn viele Kabel gesteckt sind, wird man spitze Finger haben müssen, um das adäquat zu bedienen. Trotzdem: auch hier wieder ein echter Kampfpreis! Gratulation. Ich komme um’s Kaufen gar nicht mehr herum

    • Profilbild
      penishead  AHU

      Nee, also ich kann mit meinen Klumphänden, die Fader schon richtig schieben. Aber wie schon gesagt, bei Eurorack ist das immer frickelig. Irgendwo müssen die Buchsen ja hin. Es ist immer ein abwägen zwischen der Funktionsvielfalt, denn das wollen die Kunden, und der Größe des Modules. Denn es muss ja klein sein, damit man möglichst viele Funktionen auf einem Raum hat, denn Rackspace ist teuer (gut seit Behringer Racks, jetzt nicht mehr sooo!). Aber nochmal auf den Punkt zurückzukommen: Das Teil kann man schon gut bedienen.

      • Profilbild
        Marco Korda  AHU

        Ja, mag sein, Das Problem liegt v. a. an der oberen Leiste, wenn das was „runterhängt“, dann hängt es VOR den Fadern. Und dann wäre man genötigt, den Vorhang beiseite zu schieben und herumzustochern, das finde ich etwas ungelenk. Aber dennoch ein tolles Modul. Das Problem hat IO ja auch nicht exklusiv…

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