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22. November 2021

Praxistest: Studiotisch „Platform“ von Output

Mit 10 wollte ich Keyboarder bei Genesis werden. Dann habe ich 2 Jahre Volkslieder auf der Heimorgel gelernt. Der Grundstein war gelegt.
Mit 20 hat mir mein Musiklehrer ein Tascam Porta One 4-Spur-Studio über die Ferien ausgeliehen. Und von da an gab es kein Halten mehr: Roland VS-880, dann Roland VS-1880 und schließlich Recording mit dem PC. Der Gerätepark ist bis heute gewachsen oder hat sich durchgetauscht. Nur über ein vernünftiges Möbel habe ich mir lange keine Gedanken gemacht. Die IKEA-Tischplatte auf vier Beinen war okay. Der Wunsch nach einem professionellen Studiotisch kam erst so nach und nach, der Gerätepark hat sich bei mir gefestigt und inzwischen habe ich auch einen guten Studioraum. Er ist 3,5 x 4 m groß und beherbergt mehrere Tasteninstrumente, Amps, E-Bass, Gitarren und Koffer, Akustik-Elemente, etc.

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Ich dachte eigentlich, dass sich ein Studiotisch am vorhandenen Equipment orientiert, aber das stimmt nur teilweise. Equipment kann angepasst werden.

Inzwischen arbeite ich viel von zu Hause, da mein Studioraum also auch als Büro herhalten muss, darf der Tisch nicht zu hoch oder unbequem sein. Und ich benötige noch etwas Platz auf der Tischfläche, ich darf nicht alles zustellen.
À propos unbequem: nachdem ich vor einigen Jahren mal an einem Studiotisch bei Just Music in Hamburg Platz genommen und meine Beine unter einen Keyboard-Auszug gequetscht hatte, war dieses Feature ein No-Go.

Nach meinem Umstieg auf Studio One mit Faderport 16 hatte ich mir ursprünglich den Session-Desk Home Big ausgesucht., denn der Faderport 16 hätte genau in die Lücke zwischen den beiden äußeren Racks gepasst. Leider kam die Lieferung recht ramponiert bei mir an, ich ließ den Desk zurückgehen und bekam mein Geld zurück. Schade eigentlich, nun musste ich umplanen.
Der Output Platform machte mir einen guten Eindruck. Sehr stabil, gut durchdacht wie z.B. das Kabelmanagement, Rackgeräte haben Platz für bis zu 9 HE und der Aufbau scheint auch für einen Nichthandwerker-Profi wuppbar.
Meinen Faderport 16 konnte ich auf Kulanz beim Musikhaus zurückgeben. Ich habe noch meine Mackie Control, die würde in das mittlere Rack-Segment passen, und zur Not meinen alten Faderport. Wenigstens ein motorisierter Fader ist mir wichtig.

Nach dem Checken der Maße auf der Output.com-Seite habe ich nochmal nachgemessen, ob ich hier nicht vielleicht doch mit dem Keyboard-Auszug glücklich würde.
Laut der „Compatible Keyboard“-Liste auf Output.com sollte sogar mein Virus TI Keyboard passen.
Etwas unsicher war ich mir, ob noch extra Zollkosten auf mich zukommen würden, denn Output fertigt in den USA. Deshalb habe ich den Support angeschrieben. Da die EU-Länder von den Niederlanden aus beliefert werden, fallen keine weiteren Zollkosten an.
Sehr gut: Bestellung aufgegeben, Platform inklusive Keyboard Tray, aus den 6-10 Wochen angegebener Lieferzeit sind dann schnelle 4 Wochen geworden. Sehr schön.

Die Anlieferung war ordentlich, ich hatte 3 schwere Kartons auszupacken.
Die Holzplatten sind wirklich massiv. Sie haben etwas gerochen, darum habe ich sie ein paar Tage zum ausdünsten beiseite gestellt.
Zum Aufbauen ist ein Freund vorbeigekommen und ich rate auch dazu, den Tisch nicht alleine aufzubauen. Was ich bei der Vorbereitung unterschätzt habe, waren die Zig-Meter Kabel, die ich vorher ausräumen und sortieren musste.

Der Aufbau der Platform ging schnell und leicht, nachdem wir uns am Anfang einen Überblick über die Einzelteile verschafft hatten; alles passte und war logisch. Alle Schrauben waren vorhanden, auch alle Rack-Schrauben, und ein Imbusschlüssel war dabei.
Es gibt hinten an der Platform einen Kabelhalter, dort lassen sich auch Mehrfachsteckdosen verstauen.

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Hinten an der Tischplatte gibt es 3 breitere Kabeldurchlässe. In der Tischplatte befinden sich vorne vor den Racks 2 und auf der Monitorablage 3 kleine Öffnungen um Kabel hindurchzustecken.


Die Tischplatte hat eine Höhe von 77 cm. Ich sitze bequem und kann sehr gut daran arbeiten.
Die Platform steht stabil. Es wackelt nichts, auch nicht, wenn man seitlich mal gegenstoßen sollte.


Mein PC-Monitor auf seinem Standardfuß war mir zu hoch, deshalb habe ich mir noch einen Monitorarm besorgt und das klappt gut. Um die Kabel vom Tisch zu den Wänden zu führen, wo meine Synths stehen, habe ich mir 2 entsprechende Fußbodenleisten aus Alu besorgt.

Am Zusammenbau des Keyboard Tray hatten wir uns leider ein wenig die Zähne ausgebissen, denn eine der beiden Schienen funktionierte nicht richtig. Der Auszug ließ sich komplett herausziehen, aber auf der einen Seite nicht wieder reinschieben. Wir hatten mehrfach das Output-Aufbau-Video studiert, kamen aber zu dem Schluss, dass der Mechanismus an der Schiene einfach nicht richtig funktioniert und der Fehler nicht bei uns lag.
Zusätzlich machte sich Ernüchterung breit, als der Virus nicht passte, er war zu hoch. Wie konnte das sein?
Ich hatte darauf den Output-Support angeschrieben und sehr schnell Antwort erhalten:
Es gab eine Anweisung, nach der ich nochmal überprüfen sollte, dass ich den Tray auch wirklich auf beiden Seiten symmetrisch fixiert habe und dann weiter den Hinweis, den Keyboard Tray durch mehrfach beherztes Reinschieben gangbar zu machen. Naja.
Was das Nichtpassen meines Virus betrifft, gab Output mir den Hinweis, dass für solch höheren Geräte die Winkel, an denen die „Leisten“ für die Schienen angebracht sind, tiefer zu fixieren sind. Das bedeutet, nur 2 statt 4 Schrauben würden einen Winkel halten. Das ist mir zu unsicher, deshalb werde ich mir demnächst ein Nektar Impact GXP88 zulegen.

Der Support hat mir zugesagt, mir neue Schienen zuzuschicken.
Der Keyboard-Auszug ist sehr flexibel gehalten. Je nachdem, wo man die Schienen anbringt, lässt sich der Auszug ganz weit oder weniger weit herausziehen; auch hier wieder gut durchdacht. Auch sind die Schienen sehr stabil. Output gibt an, dass der Keyboard-Tray bis zu 23 Kg trägt.
Mit Keyboard Tray kommen noch vier Fußeinheiten, mit denen man die Platform um 32 mm erhöhen könnte. Meine Beine haben beim Standardzusammenbau durch die Aussparung im Keyboard Tray bereits wunderbar Platz.

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Fazit
Billig war das Ganze nicht, und mühsam, aber es hat sich wirklich gelohnt.
Ich fühle mich jetzt richtig wohl, alles ist aufgeräumt und so macht das Musizieren und Produzieren richtig Spaß.
Natürlich sind die Umgebungen und Anforderungen und Equipment überall etwas unterschiedlich, aber vielleicht passt dieser Tisch ja bei dem/der einen oder anderen Leser/in oder ich konnte wenigstens ein paar Anregungen geben.
Equipment- und Instrumentenfindung scheinen eine nicht endende Reise zu sein, aber zumindest beim Studiotisch habe ich für mich das Gefühl, angekommen zu sein.

Plus

  • Audio-Interface und Outboard-Geräte sind jetzt direkt erreichbar
  • Die Monitorboxen haben jetzt einen festen Stand
  • Überhaupt alles steht jetzt fest und sicher
  • Die allermeisten Kabel sind vom Fußboden verschwunden und sammeln so keinen Staub
  • Alles sieht aufgeräumt aus, dadurch fühlen sich auch Musikgäste viel wohler
  • Durch die Beschränkung auf 9 HE war es eine gute Gelegenheit, nochmal den Gerätepark zu überdenken

Minus

  • Nicht günstig
  • Keyboard Tray noch nicht benutzbar, aber die Ersatzschienen sind auf dem Weg.
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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Danke für diese kurze, knappe, mit dem wichtigsten versehene Story. Gerade die „Nebenartikel“ (nebs Instrumente & Monitore) sind meiner Ansicht nach wichtige Artikel zur Überprüfung. Schließlich ist ein Studiotisch die Küchenplatte des Musikers, um stundenlang seine musikalischen Gerichte zuzubereiten.

  2. Profilbild
    Larifari  AHU

    Sehr nice. Bin auch grad auf der Suche nach nem neuen Tisch, da kommt der Bericht sehr gelegen. Echt schönes Teil.

  3. Profilbild
    Kazimoto  

    Danke für den Artikel! Ein schwieriges Thema. Ich persönlich muss auch an einem Tisch arbeiten und Musik machen, konnte mich aber nie mit den ausziehbaren Fächern untertisch anfreunden. Dadurch wird mir der eigentliche Arbeitsbereich zu hoch und unergonomisch. Früher und ohne Plugins hatte ich einen großen Jaspers, in dem drei Synths mit Sampler und Atari ST eingebaut waren. Die Maus war neben dem untersten Synth auf einer Platte und ein rollbares Rack daneben. Das war extrem cool und total fixiert auf die Musik. Das große Tascam-Pult stand auf dem Schreibtisch daneben und war das einzige Problem. Ich überlege regelmäßig wieder ein Jaspers zu kaufen und die Arbeit woanders zu erledigen. Dieses IKEA-Style alles in einem unterbringen zu wollen kotzt mich mittlerweile an und lenkt nur ab. Auch ganz wichtig: Tür zu und Arbeitshandy auf Flugmodus. :)

    • Profilbild
      Larifari  AHU

      Mein Setup sieht genau so aus. Allerdings mit den von dir verpönten Ikea Möbel. Nimmt viel mehr auf als der Jasper, verbraucht aber nicht soviel Platz. Google mal nach Ikea Stolmen Synth und schau dir die Beispiele an. Ist ne gute Alternative.

  4. Profilbild
    Soundreverend  AHU

    Danke für den Bericht! Den Output finde ich richtig gut und hatte mir den Tisch auf der Webseite schon ein paar mal angeschaut (Und auf dem Youtube Kanal von Ricky Tinez gibts auch einen Review)

    Ist aber leider für mein kleines Zimmer viel zu gross bzw. zu tief. Ich nutze mein Zimmer genau wie Du auch für das Home Office und habe dafür bereits einen Schreibtisch den ich elektrisch in der Höhe verstellen kann. Du weiss wegen Rücken und Bewegung etc.

    Daneben noch so einen Tisch sähe glaube ich nicht so gut aus.

    Würde ich meinen Schreibtisch ersetzen, wäre die Höhe des Monitors für ein ergonomisches Arbeiten eigentlich zu hoch.

    Aber vielleicht ziehe ich ja bald mal um damit ich Platz dafür habe 😃

    • Profilbild
      Steffog  

      Hallo Soundreverend. Danke für den Tip mit Ricky Tinez. Ein höhenverstellbarer Tisch ist natürlich genial. Zwischen sitzen und stehen zu wechseln tut sehr gut. Verstehe ich das richtig, dass Du den Tisch auch zum Musikmachen nutzt? Hast Du Dein Outboard-Equipment dann daneben gestellt?
      Ich bin 1,80 und mit der Monitorhöhe war ich anfangs doch sehr überrascht, denn ich musste meinen Hals richtig strecken; mit dem angeschafften Arm passt es jetzt.

  5. Profilbild
    moinho  

    Danke auch von mir für den Artikel, insbesondere, weil ich mich bei einigen der Punkte (besonders der gewachsene Gerätepark) gut wiedererkenne.

    Aktuell habe ich einen StudioRTA Producer Station (so heißt der glaub‘ ich) als ersten offiziellen Studiotisch – ausgewählt damals, weil da die ganzen Effekte und Racksynths (naja, zumindest ein Teil davon) reinpassen.
    Jahre später: von den 33HE an Racksachen nutze ich richtig regelmäßig ca. 3-5 und mehr als die Hälfte so gut wie nie, umgekehrt isses sehr unpraktisch, im Tisch nur nen Taktile25 zu haben (weil ich einfach gern auf dem K2600XS spiele). Nebendran stehen auf zwei 5-manualigen Jaspers noch Mengen von Synths…die jetzt auch nicht im Dauerbetrieb sind. Und mein Liebling stand dummerweise neben dem Tisch so eingezwängt, daß ich ihn nicht richtig spielen konnte (wenigstens das ist geändert).

    Meine Erkenntnis für die Zukunft: ich brauch‘ (und passieren wirds mit nem möglichen Umzug) nen Tisch fürs Tagesgeschäft, wo ein paar Rackdinger reinpassen sowie ein großes Keyboard (ich denk‘ an nen Montage 8, und damit fallen schon ein paar Produkte raus), daneben ein Keyboarständer mit einem fix und Platz für ein paar mehr, ein rollbares Siderack und die anderen Sachen integrationsbereit hinter nem Akustikvorhang. Und ansonsten Platz lassen. Mal schauen…StudioDesk Commander V2 vielleicht?

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