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27. September 2021

Tutorial: Videocast für Musiker mit zwei Devices

Videocast mit zwei Devices

Ich möchte ein Tutorial für ein Musikprogramm machen. Es soll ein Video werden. Hört sich erst mal banal an, Screenrecorder gibt es in Massen. Das erste Problem entsteht, wenn ich die Musik, die ich mit der DAW erzeuge, im mitgeschnittenen Film auch hören will. Zusätzlich auch den Kommentar, oder das akustische Instrument, das ich über Mikro gleichzeitig dazu aufnehme. Alle Programme, die ich kenne, nehmen nur eine Soundquelle auf, wenn überhaupt. Musik aus dem Programm und der Kommentar sind aber schon zwei Soundquellen.

Um das Problem zu lösen, verwendete ich in der Vergangenheit sogenannte Loopback Software wie SoundFlower. Loopback gibt es inzwischen auch in Hardware integriert bei einigen Herstellern von Audiointerfaces. Bei den Podcast Hardwarelösungen ist es fast immer dabei. Loopback mischt die zwei (oder mehr) Audioströme zu einem, der dann leicht mit dem Screenrecorder aufgenommen werden kann.

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Selbstverständlich könnte ich den Sprechtext auch im Videoeditor nachträglich aufzeichnen (sog. Voiceover). Das erforderte aber viel mehr Konzentration, als ich zuerst erwartete. Ist (für mich) nur in Ausnahmefällen gangbar. Falls auch noch Gesang Teil des Screenrecordings ist, geht es gar nicht.

Ich war mit der Lösung, die ich immerhin seit knapp 15 Jahren anwendete, nie ganz zufrieden. Es fehlte mir auch die Kontrolle über Sound und Mischung. Das Video selbst war nie das Problem, aber der Kommentar war oft zu leise oder zu dumpf. Das wollte ich besser unter Kontrolle haben. Ich habe mir aus meinem Hardwarefundus ein neues Setup erstellt. Ich habe in dem Beispiel mit Apple Produkten gearbeitet, natürlich geht das auch mit anderen Geräten, die Arbeitsweise ist fast immer gleich und kann auf das eigene Equipment angepasst werden.

  • 1 MacPro (Käsereibe)
  • 1 MOTU Traveler mk3
  • 1 Behringer Uphoria 1820
  • 1 iPad bzw. iPhone (geht beides)
  • 1 CCK (Lightning auf USB Adapter)
  • 1 Mikro
  • 1 Lichtleiterkabel

Der Vorteil dieses Setups: Ich mache das Screenrecording auf dem Computer, der spielt über Optical Out sein Tonsignal verlustfrei zum Behringer Interface. Dieses wiederum hätte genügend Eingänge, um ein Dutzend Signale aufzunehmen. Ich brauche momentan nur ein Mikro und das Stereosignal vom Rechner (Zuspieler). An dieser Stelle käme auch das MOTU in Frage, das hat optical In/Out, brauche ich aber nicht, der Mac hat diese Schnittstelle ebenfalls. Da ab 2012 die Macs keine optical Outs mehr eingebaut hatten, bräuchte ich in dem Fall ein zweites Interface. Fehlt mir eine digitale Schnittstelle am zweiten Rechner, es gibt günstige Lösungen. https://amzn.to/3EQZxcb Das habe ich auf die Schnelle gefunden, ich kenne es nicht. Aber zumindest die digitalen Ausgänge sind da, da wird nicht gewandelt, ein kein Gehirner.

Da das Behringer ClassCompliant ist, läuft es auch an iDevices. Ich habe das iPad verwendet, 13 Zoll sind besser als 4, aber zur Tonaufnahme wäre auch das alte SE1 gegangen. 

Die Aufnahme auf dem iOS Device erledigt das kostenlose GarageBand. Das Programm erkennt Multi In/Out Interfaces, wenn sie ClassCompliant sind (sie arbeiten, ohne dass ich einen Treiber installieren müsste).

Audio

  • WLAN und LAN deaktivieren, Signaltöne von Messengern passen nicht in die Aufnahme. Verbessert die Performance, der Rechner ist nicht „abgelenkt“. 😄
  • GarageBand starten
  • Spuren statt LiveLoops und darunter Audio-Recorder als Modul wählen.

Bild 01: Oben „Spuren“ wählen, darunter „Audio-Recorder“, dann Stimme oder Instrument

  • Eine weitere Spur als Audio Recorder festlegen
  • Monitoring aktivieren, wenn nötig. (Die Abfrage kommt als PopUp automatisch). Das ist wichtig, wenn ich am iPad abhöre, ich mache es aber am Audiointerface, brauche es also nicht.

  • In der rechten oberen Ecke von GarageBand auf das + tippen
  • Die voreingestellten 8 Takte mit dem darunterliegenden Schieberegler auf „Automatisch“ ändern. Jetzt hört die Aufnahme nicht nach 8 Takten, sondern erst nach Erreichen der maximal möglichen Taktanzahl auf.

Bild 03: Auf + Tippen, dann auf „8 Takte“, es erscheint „Automatisch“. Den Schieberegler aktivieren

  • Ist die Aufnahme lang, setze ich das Tempo auf Minimum (40 BpM), sonst hört die Aufnahme nach etwa 500 Takten einfach auf. Bei einem 40er Beat ist das deutlich später als bei den voreigestellten 110 BpM
  • Audiospur 1 in der linken unteren Ecke auf Kanal 1 setzen (Da ist bei mir das Mikro dran)
  • Audiospur 2 auf „Eingang 9+10“ setzen. Das ist in meinem Fall das Zuspielsignal des Tons (S/P DIF) vom Rechner. Welcher Eingang das Digitalsignal aufnimmt, hängt vom Interface ab. Jedenfalls ist danach das Mikrosignal ein Monosignal, das Zuspielsignal aber stereo.
  • Bild 04: Der Tip auf „Kanal“ links unten zeigt die möglichen Inputs. Kommentar 1 (mono), Zuspieler 9+10 (stereo)

Ändere ich das Preset beim Audio-Recorder nicht, heisst die Spur später „Lead Vocals“. Macht aber nichts, das Zuspielsignal heisst genauso. Das wird danach geändert, damit es keine Verwechslungen gibt. Hätte ich kein Digitalsignal mit den entsprechenden Buchsen auf beiden Seiten, hätte ich einfach das zweite Audiointerface als Ausgang für den Zuspieler verwendet. Natürlich ginge auch der Audio Out am Rechner. Dieser hält, zumindest in den letzten paar Jahren, qualitativ locker mit Audiointerfaces der 200 -300 € Klasse mit. Ist halt unsymmetrisch, aber die Kabellängen sind in solchen Fällen ja meist nicht kritisch.

Die voreigestellten Effekte in GarageBand sind lediglich Abspielparameter, also nicht Teil der Aufnahme.

Am Mac starte ich QuickTime Player, der ist automatisch auf jedem Rechner installiert. 

Im Menü Ablage > Neue Bildschirmaufnahme (alternativ Cmd-Ctrl-N) starte ich die Filmaufnahme auf dem Rechner. Das heisst, zuerst wird der aufzunehmende Bildschirmausschnitt abgefragt, ich kann nur einen Teil oder den ganzen Screen aufnehmen. Dann geht es los. Auf dem iPad starte ich die Aufnahme ebenfalls (Metronom ausschalten). Zur späteren leichteren Synchronisation schlage ich einen Ton auf dem Einspielkeyboard an. Der Ausschlag auf dem VU Meter und der Ton der Aufnahme muss später zeitgleich sein. Das ist meine „Klappe“.

Bild 05: Das Screenrecording starte ich über Neue Bildschirmaufnahme, es erscheint die schwarze Box. Roten Button drücken. Der kleine Pfeil nach unten erlaubt die Auswahl der Tonaufnahme, wenn ich alles auf einem Rechner mache.

Ist die Aufnahme durch, werden beide Geräte gestoppt. Der QuickTime Film poppt automatisch auf und muss noch abgespeichert werden. 

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Die Tonaufnahme auf dem iPad speichere ich nicht lokal, sondern in iCloud > GarageBand für iOS. Das Ergebnis erscheint kurz danach auf dem Mac in iCloud Drive > GarageBand for iOS. Bei Rechnern ab 2012 würde ich Airdrop verwenden, Alternativ geht das auch über iTunes wie anno dunnemals. Ab Catalina direkt über den Finder.

Ich importiere den GB Song in Logic, mache evtl. noch Audio Nachbearbeitung, benenne die Spuren in Kommentar und Zuspieler um und exportiere sie als einzelne Audiofiles in einen Projektordner. Den habe ich davor bereits erstellt und in dem liegt bereits auch der QuickTime Film (Screenrecording).

Habe ich kein Logic, mache ich einen Rechtsklick (Ctrl beim Klick gedrückt halten, oder 2-Finger Tip auf das Touchpad) auf die GarageBand Datei > Paketinhalt zeigen > Media zeigt mir die ansonsten „versteckten“ Dateien. Die kann ich rausziehen und habe dann auch die Einzeldateien.

Bild 06: Rechtsklick auf eine GB Datei > Paketinhalt zeigen bringt in Media den verborgenen Inhalt ans Licht.

Diese Beispiele sind natürlich an andere Hardware anpassbar. War statt Logic Ableton Live, Cubase oder ProTools gemeint, kein Problem. PC statt Mac, ebenfalls einfach anpassbar. Windows hat einen integrierten Screenrecorder, der eigentlich für die Gamer gedacht ist, der soll auch gehen. Ich habe es allerdings noch nicht mit Musikprogrammen probiert. Andere Interfaces sind natürlich auch kein Problem.

Video

DaVinci Resolve ist ein kostenloses Programm, das sehr mächtig ist und für alle Systeme (Linux, Mac, Win) kostenlos bereitsteht. Download:

https://bit.ly/2VmEcFv

Videoschnitt mit Resolve

Ich habe mit Resolve bisher nicht geschnitten. Das ist für mich immer eine gute Ausgangsposition, um jemandem eine Anwendung zu erklären. Ich sehe, wo ich beim intuitiven Bedienen leicht hängen bleibe. Später würde ich das Problem womöglich gar nicht mehr erkennen. Bei Resolve kam ich ohne Hänger durch, das ist ein gutes Zeichen. Im abgebildeten Beispiel habe ich ein anderes Projekt verwendet. Ein Video und eine Tonspur, geht aber mit mehreren Spuren genauso. Also los!

  • Starte Resolve
  • Der leere Screen sagt mir, dass noch keinerlei Medien im Pool liegen.
  • File > Import > Media wird mich weiterbringen
  • Ich wähle Film und Ton, eventuell noch den Kommentar zum Tutorial
  • Klicke „Open“
  • Die beiden Files liegen jetzt im Pool. Beide selektieren > Rechtsklick > „Create new timeline using selected clips“

Bild 07: Leerer Mediapool, also zuerst Import von Bild und Ton, danach erzeuge ich eine neue Timeline mit Rechtsklick

Beides liegt jetzt im unteren Teil, der Timeline und kann dort editiert werden. Einziger Punkt zur Korrektur: das Audiofile zum Film liegt zeitlich hinter dem Video. Kein Problem, anfassen und an den richtigen Ort ziehen. Fast immer muss ich noch fein arbeiten. In meinem Fall beginnt der Ton nach Beginn des Videos. Das Video ist auch minimal zu lang. Ans rechte Ende fahren, der Cursor ändert sich und ich kann dann den Clip kürzen. Das gilt natürlich auch für den Anfang.

Bild 08: Linkes oberes Viertel: Mein Pool, recht daneben der Viewer, darunter die Timeline

Natürlich käme jetzt noch ein Titel vor den Film, eventuell ein Abspann nach dem Film. Dazu bin ich in diesem Programm noch nicht gekommen. Wie gesagt, Neuling. Ich mache das sonst mit FinalCut oder iMovie. Aber Resolve habe ich gewählt, damit es auf jedem OS nachvollziehbar bleibt.

Jetzt den Film über Export ausgeben. Ich wähle Quick Export, (quick ist immer gut) und ich kann noch aus einigen Formaten und Zielen auswählen. Das war’s

Bild 09: Am Ende wird der Film ausgegeben (gerendert) Im Quick Export stehen diese Formate zur Auswahl.

Ich könnte auch direkt auf YouTube oder Vimeo ausgeben, das empfielt sich aber nur für erfahrene User. Mir ist es lieber, das Ergebnis auf der Platte zu sehen, zu kontrollieren und danach erst hochzuladen.

Viel Spass, Tai

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Fazit
Diese Methode ein Videotutorial über ein Musikprogramm zu erstellen erlaubt mir eine bessere Kontrolle über Bild und Ton. Nach zwei, drei Versuchen ist es auch nicht komplizierter als alles auf einem Computer zu machen. Das ist natürlich nur vorteilhaft, wenn ich zu meinem Kommentar auch noch den Ton aus dem Programm aufnehme, also für viele Musiktutorials, ist aber auch für Gamer eine Überlegung wert.
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Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Cooles Tutorial. In Logic Pro X könntest du die Kommentarspur und weitere Tonspuren einfacher hinzufügen, der O Ton kann erhalten bleiben. Vorteil du hast die zusätzliche Tonspuren mit dem Timeframe des Filmes und kannst es auch wieder in den Film exportieren. Auf die Spitze getrieben kannst du so auch Dolby Atmos und Co abfrühstücken, wenn man das möchte. Dazu muss man aber erstmal das Setup haben, sich mit dem Dolby Atmos Panner(Freeware), Apple Compressor(49€) befassen. Der Teil AV Receiver, Boxen, Kopfhörer bewegt sich jenseits der 1.5k€. Und beim Receiver kann man viel falsch machen. Für ein Heimvideo ist das etwas überzogen.

    Mit dem Motu M4 und dem optionalen Treiber hat man ein praxistaugliches Loopback am Start. Hier muss man sich mit dem I/O Utility einen entsprechenden I/O Bus bauen. Es gibt mehrere Wege. Allerdings geht nichts ohne strukturierte Arbeitsweise. Ich mache grundsätzlich erst das Bild und den Schnitt fertig und spiele dann das Video aus. Anschliessend ist der Ton dran.

    • Profilbild
      gaffer  AHU

      Danke dir. Erst das Video fertig machen geht bei meiner Arbeitsweise nicht, dann müsste ich den Ton nachträglich per VoiceOver einsprechen. das ist viel schwieriger, als gleich den Kommentar mit aufzunehmen und dann im Schnittprogramm alle Spuren gleichzeitig zu schneiden. Damit ist gewährleistet, dass immer der richtige Kommentar an der richtigen Stelle ist.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Wie gesagt, es gibt mehr als einen Weg. Voice Over ist schon nicht einfach. Spart aber durchaus Zeit. Wenn ich sowas vorgelegt bekomme und dann die Vertonung mache, weiss ich in der Regel auch nicht ob der Sprecher tatsächlich gegen das Bild gesprochen hat. Manchmal sehe ich da schon Versatz. Da wird dann auch eingegriffen. Bild und Tonaussage synchron gemacht. Bei Offline Geschichten und ich denke das wirst du auch so machen, muss man sich bei dem Abspeichern der Audio Takes ein einfaches System der Bezeichnung zulegen, so das man diese einfach auf 2 Audiospuren ziehen kann. Wobei ich einen gesamten chronologischen Bounce der Kommentarspur bevorzuge.

        Nachtrag, das Loopback funktioniert in Form von LoopbackMix1 oder LoopbackMix2 ohne I/O Zuweisungen, es nimmt dann z.B. Musik aus dem Rechner auf, während ich spreche. Die I/O Zuweisungen beziehen sich auf die Einbindung externer Effektgeräte und Signalrouting retour in Logic

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          TobyB  RED

          Ergänzung, die Loopback Tracks der Motu M2/M4 heissen nur in der MacOS Systemeinstellung oder AMS Loopback. In Logic, GB, Ableton sind diese unter Eingang/Input 5+6, Eingang/Input 7+8 oder Mono, Eingänge 5,6,7,8. Ist zwar auf den ersten Moment verwirrend, tatsächlich ist das aber recht flexibel.

  2. Profilbild
    moinho  

    Danke auch von mir für die schöne Leserstory.
    Tatsächlich werd‘ ich in dem Zusammenhang mich mal auf die Suche nach nem geeigneten Screenrecorder machen (Win10), für Hinweise bin ich dankbar. Resolve bietet (unter dem altmodischen Namen „Fairlight“) ansich auch schon sehr umfangreiche DAW-Funktionen, das als Hinweis.

    Eine Anmerkung: heutige ADs und DAs sind schon ziemlich fein, umgekehrt sind Interfaces nicht immer so gut, wenn sie auf externe Clock synchronisieren sollen (und wenn die externe Clock mau ist, wirkt sich das dann auf alles aus), und manchmal will man aus irgendnem Grund einfach 44k1 mit 48k kombinieren – wenns also nicht um sehr audiophile Sachen geht und man damit Aufwand spart, empfehle ich, einfach analoges Audio rein/raus.

      • Profilbild
        gaffer  AHU

        Gegenüber den Gamern dürften wir Musiker eher eine Randnotiz sein. Zumindest was das Video erstellen betrifft.

    • Profilbild
      k.rausch  AHU

      Windows 10 ist tatsächlich etwas anders als Mac, jedoch ist die 2-Rechner-Methode auch hier meiner Erfahrung nach die richtige. Nach verzweifeltem Kampf mit der recht teuren Camtasia Software bin ich bei FlashBack Express gelandet, die es als einfache Free Version gibt. Bei der Wahl der Software helfen Blogger, die Screenrrecorder testen und dabei auf Hürden stoßen, die man kennen sollte. Bild und Ton werden hinterher im Videoeditor miteinander verbunden, die Synchronisierung kann problemlos manuell vorgenommen werden, wenn Audio als Pilot mit onboard Mic aufgenommen wird, alternativ Click wie bei Musik vorgeben.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Je nach Betriebssystem sind die Hürden mehr oder weniger hoch. In iOS ist ein Screenrecorder im Kontrollzentrum eingebaut und zeichnet alles ausser DRM geschützten Inhalten auf. Screencast nach vertonen geht komplett im Gerät. Schneiden und auspielen ebenso. Die Klappe wirds vermutlich auch als App geben. In MacOS funktioniert das ähnlich gut. Windows auch. Die zwei Rechner Methodik kann man umschiffen. Setzt aber gute Anwenderkenntnis voraus. Deshalb würde ich da deine Methode vorziehen.

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          k.rausch  AHU

          Bei Windows 10 ist die 1-Rechner-Methode so eine Sache für sich, denn es braucht eine zusätzliche Zusammenführung von Audio und Video, wenn man mit externer Soundcard arbeitet. Wer sich mit sowas auskennt, mag zurechtkommen. Experten mit einer korrekten Step-by-Step Anleitung gibt es aber in den Software Supports meiner Erfahrung nach keine, man kann auf der Suche nach seiner individuellen Lösung sehr viel Zeit verschwenden. Auf die 2-Rechner-Methode bin ich nicht selber gekommen, das war ein Tipp eines Kollegen, der sich wie ich mit den Problemen rumgeschlagen hat.

          • Profilbild
            ukm  

            Ich bin auch bei Flashback Express gelandet, nachdem Camtasia es jahrelang nicht für nötig hielt, auf entsprechende Anfragen zu reagieren.

          • Profilbild
            TobyB  RED

            Wenn ich z.B. eine Softwareschulung aufzeichnen möchte und es schnell gehen soll, ruf ich mich auf dem Ipad mit Skype an und zeichne das dann auf, dann spreche ich den Kommentar und bin wie Gaffer in Videolänge + 1 Minute fertig. Wenn ich das mit Windowsbordmitteln machen müsste, würde es bei der 1 Rechner Lösung „dezent“ länger dauern. Windows 10 bringt zwar alles mit aber warum ich für den Screenrecorder die Spiele Extensions und Co aktiviert haben muss, ist für mich schleierhaft. VLC kann auch Screencast machen, allerdings ist hier die Bedienung gruselig.

            • Profilbild
              k.rausch  AHU

              Kompliziert wird es mit erwähnter externer Soundcard in Verbindung mit der Aufnahme z.B. von VST Instrumenten plus Voice Over oder Vortrag mit Sprecher und das alles abmischbar ohne Latenz. Dann ist 1-Rechner-Methode selbst für die Screenrecorder Anbieter ein Buch mit 7 Siegeln. Weil sie nur firm in Games sind, aber von Musikproduktion nichts wissen. Siehe Kommentar von ukm im Zusammenhang mit Camtasia. Da fängt dann der Softwarekäufer an, beim Support deren Fragen zu beantworten anstatt umgekehrt. Gaffers Artikel ist daher eine gute Idee zum Thema überhaupt und zeigt immerhin die Spitze des Problemeisbergs :)

    • Profilbild
      gaffer  AHU

      Klar, moinho. Gerade bei einem Videotutorial kann ich selbstverständlich auch analoge Signale verwenden. Da ist meist der Kommentar das Problem, jedenfalls bei mir. Deshalb mag ich es, wenn ich Video, Musik aus dem Hauptrechner und Kommentar auf verschiedenen Spuren habe.

      Gerade wenn mich jemand mal um Hilfe bei der Bedienung eines Programms fragt, werfe ich den iMac an (der Pro hat kein Mikro und keine Kamera), mache das Screenrecording und spreche direkt dazu. Das dauert dann Laufzeit des videos + 1 Minute bis das fertig ist. Der Ton ist dann allerdings wie bei den Videokonferenzen, wo der Fachmensch zur Coronalage doziert.

  3. Profilbild
    beejay  

    Hier meine 1-Rechner Lösung:

    Logic Pro X
    Rogue Amoeba Loopback (Software)
    QuickTime oder OBS

    Der Audio Mix passiert komplett in Logic und wird dann via Loopback zu QuickTime oder OBS (bei mehreren Video Quellen) geroutet. OBS könnte theoretisch auch Audio mischen, ist aber mühsam.

    Loopback ist übrigens generell ein großartiger Helfer am Mac (zB wenn man das Mic vom Audio interface für Zoom, Teams & Co verwenden will, den Sound von Logic parallel auch auf Bluetooth Kopfhörer routen will, der Audio Interface Treiber die lauter/leiser Buttons des Mac Keyboards nicht unterstützt,…)

    • Profilbild
      gaffer  AHU

      Das habe ich auch schon gemacht. Loopback ist ja die (jetzt hätte ich beinahe quasi geschrieben) ProVersion von Soundflower.

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