CURiOS-02: iOS Apps für Produzenten mit iPad im Studio

13. Juni 2015

iOS Audiointerfaces, MusicIO, Midimux und Audiomux

Curios Editorial

Nun ist sie da, unsere erste richtige Ausgabe des iOS Magazins. Wir sind gespannt auf eure Kritik und Verbesserungsvorschläge zum Magazin im Magazin: CURiOS – und los geht’s:

Die Auflösung des gordischen Kabelknotensalats oder die besten iOS Apps für Produzenten?

Schnittstellen und die Kabel dazwischen sind etwas Unvermeidliches. Um so mehr nerven die Änderungen, auch wenn sie Verbesserungen bringen, in der Übergangszeit zwischen den Standards. USB geht nämlich in die nächste Runde. Nach der etwas vergeigten Einführung von USB3 und der Nachbesserung zur USB 3.1 Spezifikation mit 10 Gbit/s Datendurchsatz bei SuperSpeed+ steht nun dem physikalischen Anschluss selbst eine radikale Revision bevor. Gemeint ist USB-Type-C, der für den Anwender zumindest das dauernde Problem lösen wird, beim Anstecken von USB-Geräten nicht jedes Mal mindestens drei Versuche unternehmen zu müssen, bis die richtige Position des Steckers gefunden ist, wie in dem nachfolgenden Bild von Intel erklärt.

intel-USB-Supersosition

Quelle: http://www.reddit.com/r/funny/comments/1s9754/quantum_physics_explains_usb_behavior/

Aber nicht nur die Suche nach der Steckerorientierung fällt nun weg, auch die Tage von A- und B-Typen-Stecker, Mini- und Micro-USB sind bald gezählt. Es gibt nur noch ein Steckerformat, das nicht falsch herum eingesteckt werden kann.
Seit diesem Frühjahr hat Apple das erste MacBook im Programm, das ausschließlich mit USB-Anschlüssen Type-C, zunächst ohne Thunderbolt-Interface. Die kommt mit Thunderbolt 3, wenn auch der derzeitige Formfaktor von Thunderbolt dem USB Type-C Formfaktor weichen muss. Dabei TB3 als „Superset“ für USB3 agieren. Das bedeutet, man kann den Type-C-Stecker weder falsch herum noch in den falschen Port stecken. Aber warum ist das hier wichtig?

Das Gerücht, dass Apple auch beim iOS Docking-Anschluss auf USB umsteigen will, kursiert schon seit geraumer Zeit im Netz. Mit dem „Early 2015‟ Macbook (Rev.8,1), das nur einen einzigen Type-C-Port hat, dürfte nun ziemlich klar sein, dass Lightning nun auch recht bald ausgedient haben wird und wahrscheinlich entsprechendes iPad spezifisches Equipment mit ihm, sollte man selbige Zusatzgeräte generationsübergreifend benutzen wollen. Die Erfahrungsberichte zu 30Pin-Lightning-Adaptern sind über die ganze Bandbreite verstreut, sodass man nie sicher sein kann, was funktioniert und was nicht.

Wird das Camera Connection Kit (CCK) somit auch weiterhin die verlässlichste Lösung bleiben? Oder können sich Hersteller und Käufer einmal darauf verlassen, dass iOS spezifische Geräte nicht nach jeder zweiten iGeneration „unbrauchbar“ werden? Oder wird in Zukunft das mitgelieferte Docking-Kabel für alle musikalischen Anwendungen reichen?
Apple hat vor wenigen Monaten den Docking-Anschluss auch Drittanbieten (wieder) zugänglich  gemacht und die ersten softwareseitigen Audio/MIDI-Lösungen sind bereits erhältlich und brachten einiges ins Rollen. Deshalb im Fokus: Audiomux, Midimux und Music IO.

Auf der anderen Seite ist bei all diesen Anschlusswandeleien jedoch selbst mein iPad 2 noch weit davon entfernt, musikalisch ausgemustert zu werden und sollte man Apples Äußerungen zu iOS 9 glauben schenken, dass ältere Geräte wie iPhone 4s und iPad mini (iPad 2) mit einer speziellen Version des neuen Betriebssystems weiterhin unterstützen werden, wird das auch noch eine ganze Weile so bleiben.

Curios New Apps
zMors Modular

€ 9,99, iTunes
von mobile only
V1.2
C2-zMorsModualr
Eines der mächtigsten iOS Apps, der modulare Synthesizer zMors, hat dieser Tage mit V1.2 ein massives Update erhalten. U.a. wurden die folgenden Module hinzugefügt:
– PureData-Modul
zum direkten Ausführen von PureData Patches. PureData, oder kurz Pd, ist eine kostenlose visuelle Programmierumgebung für Sound. Die kommerzielle Version von Pd heißt Max/MSP von Cycling74 und dürfte mindestens dem einen oder andern Ableton Live-Anwender mit Max for Live bekannt sein.
– Physical Modeling Oscillator-Module
– Inter App Audio Host-Module
IAA kompatible Apps können nun in direkt zMors Modular verwendet werden.
MIDI-File Player -, MIDI-Filter-, polyphone MIDI-Module sowie Sampler Module
– Record/Bounce Option für Wave-Formate
– iCloud Anbindung für Audio-, MIDI- und PureData-Dateien
– MIDI-Bluetooth LE (Low energy) Advertizing.
Also Daten im Radius von 2 – 5 Metern (max. 30 m) Entfernung kabellos zwischen Geräten zu übermitteln oder auszutauschen.
– Optimierte Handhabung und Benutzer-Layouts für Sub-Patches und Macro Module.

Wer viel mit Sounddesign zu tun hat und Klänge jenseits der übliche Synthesizerstrukturen sucht, sollte sich unbedingt die App mal ansehen. Modulare Konzepte sind auch, neben den gelungenen Neuauflagen der „Zehnertastertur-Synths‟, wie Arturia iProphet, Casio CZ oder Takahshi Mizuhikis DXi, Anwendungen, bei denen das Touchscreen-Paradigma gegenüber der stationären Mausbedienung voll aufgeht.

A.d.A: Wer sich mehr für PureData interessiert – wir planen zu einem späteren Zeitpunkt mal einen Workshop zum Thema PureData und iPad.

SynthMaster Player

Pro Version € 4,99 per IAP bis 1.Juli, iTunes
von KV331 Audio
V1.0

iOS Apps für Produzenten

Die Desktop-Version von Synthmaster, Amazona.de berichtete, bekommt nun Unterstützung von iOS in Form einen Players. Die kostenlose Version enthält 100 Preset, die Pro Version 800 und wer Synthmaster ab V.2.7 auf dem Desktop besitzt, kann seine Presets auch in den Player importieren (Pro).
Die Parametereditierung wurde auf ein live-taugliches Maß zusammen geschrumpft und umfassen acht Easy-Parameter, 2 XY-Pads, vom Sounddesigner zugewiesen, Effekt-Bypass und Send-Lautstärken, Layer-Bypass und -lautstärken sowie Master-Lautstärke und Polyphonie-Einstellungen.

Curios New Hardware
Neue Liste mit iOS-kompatible Audiointerfaces

Der Kopfhörerausgang des iPads ist zwar nicht schlecht, lässt aber noch oben noch eine ganze Menge Luft. Wer nie sein iPad über ein richtiges Audiointerface gehört hat oder nicht mal gebouncte Aufnahmen von iOS-Synths auf dem Desktop über eine hochwertigeren Soundkarte, weiß nicht, was ihm an Klangdynamik und -farben entgeht. Selbst wenn man mit stromversorgtem USB-Hub und CCK herumhantieren muss, der Gewinn an Klangspaß macht das alles wieder wett. Doch stellt sich natürlich sofort die Frage, welches Audiointerface mit iOS kompatibel ist.
Der App-Entwicker iMusicAlbum hat sich diesem Problem angenommen und im April 2015 seine zuvor schon umfassende Liste auf den neusten Stand gebracht. Welches Interface also für ihr iPad in Frage kommt, finden Sie mit Sicherheit auf seinem Blog.

CME Xkey 25

Nicht mehr ganz so frisch – aber immer noch sehr aktuell:

Das sehr stylische Keyboard von CME. Das CME Xkey 25 hat übrigens Kollege Felix Thoma hier auf AMAZONA.de bereits ausführlich getestet. Den Test finden Sie HIER.

317558

iConnectivity iConnectAUDIO4+
ICA4p

Seit Kurzem ist das heiß erwartete, Multi-OS-liebende „Multi-Hosting“ Audiointerface erhältlich. Amazona.de nimmt das Gerät in einem eigenen Test genaustens unter die Lupe.

Curios iM FOKUS

Das Docking Kabel als Audio/MIDI-Interface

Apple ist seit diesem Jahr etwas lockerer geworden, was die Benutzung des Docking-Kabels betrifft und verzichtet damit potentiell auf Millionen US-Dollar durch den Verkauf von überteuerten Adaptern.
Für Musiker wirkt sich das nun dahingehend aus, sich nicht mehr unbedingt extra ein Audio/MIDI-Interface, z.B. was von iConnectivity, oder nicht mal mehr einen Camera Connection Kit-Adapter (CCK) kaufen zu müssen, wenn Sie das iPad (oder iPhone) ins stationäre Musikstudio einbinden wollen. Das geht über WiFi und BlueTooth 4.0/ LE zwar auch, doch sind kabelgebundene Lösungen einfacher. Sind sie das wirklich? Im Folgenden gehen wir dieser Frage nach und prüfen die Praxistauglichkeit der Konzepte für das Einbinden des iPads in den Studiobetrieb.

Music IO Audio & MIDI

€ 9,99, iTunes
MusicIO MIDI €0 (zur Zeit)
von Secret Base Design
V1.3

Das Music IO-Konzept stammt von drei erfahrenen App-Entwicklern. Confusion Studios, die den mächtigen MIDI Designer Pro programmiert haben, Audeonic, die schon seit den frühen iOS Tagen mit dem MIDI-Routing-App MidiBridge Pionierarbeit geleistet haben und deren MidiBus-Programmierbibliothek in Dutzenden von unterschiedlichen Musik-Apps ihren Dienst verrichten und The Secret Base Design, die als erste Apps für Audio und MIDI über WiFi und Bluetooth für das iPad veröffentlichten. Das sind schon mal vielversprechende Voraussetzungen.

Music IO besteht aus drei Teilen, dem App für iOS (ab iOS7) die auf Apples IAA-Protokoll (Inter App Audio) basiert, dem Server V1.3 für den Desktop-Rechner und den VST- und AU-Plug-ins in 32 und 64 Bit derzeit, nur für OS X ab 10.7.

iOS Apps für Produzenten

Die drei Programmteile werden einfach aus der .dmg Image-Datei an die gewünschten Orte auf der Festplatte gezogen, das war’s schon. Ist alles installiert, wird das iPad mit dem Desktop per Docking-Kabel verbunden. Dabei ist es unerheblich, ob es über einen (stromversorgten) USB-Hub geschieht oder direkt am Rechner steckt.

C2-MIO-Server
Im iOS-App stehen im Instrumenten-Modus nun entweder vier uni-direktionale separate Audiospuren („Tracks‟) mit jeweils vier Inserts für IAA-kompatible Apps, also maximal 16 Klangerzeuger, zur Verfügung oder 4 bidirektionale Effektspuren. Wobei jeder Track entweder dem Effekt- oder Instrumentmodus zugewiesen werden kann. Die Einstellung erfolgt im Desktop Server. Auch das MIDI-Routing von Music IO wird hier eingestellt.

C2-MIO-Server-MIDI
Die Ports werden dann einfach per Plug-in in der DAW instanziiert.
iOS Apps für Produzenten

C2-MIO-Plug-In

Music IO Plug-in in der DAW

Instrumenten Modus

C2-MIO-Intstruments

Music IO iPad Interface

Das Spielen eines beliebigen Synths über MIDI vom Desktop oder einen angeschlossenen Kontroller funktioniert großartig und das Audiosignal folgt dem Spiel unter der wahrnehmbaren Latenzgrenze. Allerdings bindet Music IO, wie auch z.B. die iConnectivity+-Interfaces (Verweise im Anhang), die Ports an sich und jede Kommunikation läuft über den Rechner.
Music IO bietet zwar vier unabhängige Tracks für Synths. Doch diese müssen Background-Audio-fähig sein, wie z.B. Moog Animoog, BleepStreet Sunrizer, Arturia iSEM oder Korg Gadget. Sind sie das nicht, können sie nicht gleichzeitig „multitimbral‟ gespielt werden und bleiben stumm. Das Konzept mag anscheinend auch keine zwei verschachtelten IAA Hosts, denn Versuche, Synths über Cubasis als Host in MusicIO zu spielen, blieben erfolglos.

C2-MIO-MIDI-Devices

Music IO MIDI Port (Desktop DAW)

Immerhin baut Music IO auf Apples Inter App Audio-Protokoll auf. So wird zumindest sichergestellt, dass alle Daten taktgenau ausgegeben und alle anfallenden Latenzen intern ausgeglichen werden. Bei der AudioBus nicht unbedingt gewährleistet.

C2-MUX-MIDI-From Desktop

Music IO – MIDI-Ports (Plogue Bidule DAW) des Desktops auf dem iPad.

Effekt-Loop-Modus

iOS Apps für Produzenten
Es wurden vier separate Stereospuren von der Desktop DAW durch Music IO und zurück geleitet und auf jedem Track ein anderer Effekt instanziiert. Die Testsession war ca. 30 Minuten am Stück und während dieser zeit verschluckte oder stotterte das iPad nicht ein mal. Die Funktionstest verlief reibungslos. Jedoch ist die Latenz, bis das Audiosignal wieder zurück im Desktop ist, kaum live-tauglich. In der DAW ist das jedoch kaum ein Problem, da die Latenzkompensation der „Hardware Inserts‟ konfigurierbar ist. Bei einem 256 Samples-Puffer in Music IO und höchster Latenzkompensation im Server-App betrug die Verzögerung des Audiosignals 104 ms oder 4885 Samples.

Music IO MIDI

Der MIDI-Schleifen Test mit Cubasis auf dem iPad offenbarte, dass MIDI-Informationen zwischen 500 und 2500 Samples zu früh im Host auftauchten, was am ehesten auf eine falsche Zeitkodierung zurückschließen lässt. Von daher war der dieser Test nicht aussagekräftig. Eine Latenz war aber beim Spielen nicht mal ansatzweise auszumachen.

Audiomux & Midimux

€ 9,99 studiomux bundle
€ 6,99 einzeln
von AppBC
V1.01

C2-MUX-Audio

AppBC gehen ganz andere Wege bei gleichen Ziel. Es fängt mit der getrennten Installationsroutine der kostenlosen MIDI-Server Software und dem Audioserver an, die nicht nur ein Programm sind, das wie bei MusicIO verschoben werden muss, sondern eigene Gerätetreiber installiert. Auch die mux-Apps funktionieren über einen (stromversorgten) USB-Hub.

C2-MUX-Installation

Midimux

C2-MUX-MIDI

Midimux – iPad – viele Ports

Mit midimux auf dem iPad wird für jedes geöffnete App ein eigener MIDI-Port angelegt. Weitere virtuelle MIDI-Ports können zusätzlich angelegt werden. Für jeden Port kann festgelegt werden, ob er nur ein MIDI-In, -Out oder beides ist. Damit sich mehrere iPads nicht in Quere kommen, ist die Nomenklatur der Ports immer „Name des Apps‟@‟Name des iPad‟. In midimux sind auch die MIDI-Ports der Desktop DAW durchgereicht und können von den Apps benutzt werden.

C2-MUX-MIDI-Deveices-OUT

Midimux App-Name@“Lapinot“ (Name des iPads)

Den MIDI-Server gibt es für Windows 7+ und OS X 10.8+,
Die Loop-Latenz im Leerlauf, also bis das MIDI-Signal (in diesem Test vom Desktop Host mit 64 Samples Puffer durch Cubasis auf dem iPad und wieder zurück ist) beträgt schlanke 4 ms bei 265 Samples Puffergröße auch unter Audiobus. Bei 512 Samples und Audiobus steigt die Latenz auf ca. 6,3 ms bzw. 280 Samples. während der Loop alleine durch Cubasis nur eine Verzögerung von 190 Samples (ca. 4,2 ms) hat. Da Cubasis keinen 1024 Samples Puffer wie Audiobus hat, enden hier die Vergleiche. Mit einem Synth dazwischen beginnen die Werte zu variieren: von mindestens 6 ms bei den meisten Synths über 9 ms bei Moog Animoog bis hin zu 19 ms bei Waldorf Nave.
Wohl gemerkt ist das die Schleifenlatenz durch die Apps hindurch. Beim direkten Spielen der Synths ist 6 ms die Zahl, die man sich merken sollte.

Audiomux

Das Audiomux-App baut im Gegensatz zu midimux und MusicIO auf Audiobus auf, ohne das gar nichts läuft und mit € 4,99 plus € 4,99 für das Multi-Routing IAP noch mal extra zu Buche schlägt. Den Audiogeräte-Server gibt es derzeit nur für OS X und stellt einen einzelnen 18-In / 2-Out Audio-Port zur Verfügung. Möchte man neben dem Audiomux-Port noch sein übliches Audiointerface benutzen, muss dies in OS X über das Audio MIDI Setup mit einem „Aggregate Device‟, einem kombinierten Audioport, geschehen.

C2-MUX-Aggregate

Audiomux – Aggregate Device „Lapinot (Name des iPads) 18 Ein- und 2 Ausgänge.

Durch Audiobus fällt dafür aber auch die Unterscheidung Instrument oder Effekt weg und auch das Ansteuern durch MIDI funktioniert wesentlich geradliniger an als bei MusicIO, da man sich keine Gedanken über Background-Audio machen muss.

C2-MUX-Audio-Device

audiomux – audioport „Lapinot“ (Name des iPads) in der DAW

Um das iPad als Effekt-Plug-in zu nutzen, muss Audiomux im Ein- und Ausgang von Audiobus gesetzt werden. In Audiobus fällt dann, je nachdem, was die App verlangt, ein Puffer von 1024 Samples an, was mit einer Roundtrip-Latenz von ca. 65 ms/2880 Samples quittiert wird.

C2-MUX-audioFX

iPad: audiomiux rein, audiomux raus

Beim Spielen von Synths beträgt die Latenz vom MIDI-Signal aus der Desktop-DAW bis zum ankommenden Audiosignal in der DAW bis zu 27 ms/1191 Samples bei Animoog, 10 ms/444 Samples bei FM 4, bei Nave ist es 1 ms mehr / 485 Samples. Das sind aber alles nur Richtwerte. In der Praxis spielte eine Kombo aus drei Synths (Animoog, FM4, CZ Pad), die ihre MIDI-Informationen von der DAW bekamen, über den ganzen Song hinweg tight mit einem Beat, der als Audiospur in der DAW vorlag. Was jetzt hier an Latenz-Kompensation stattfand oder auch nicht, kann ich beim besten Willen nicht sagen, aber es funktioniert in der Praxis.

Fazit

Ein Ratschlag zugunsten der MUXe oder MusicIO zu geben fällt wirklich schwer, da die Konzepte so unterschiedlich sind. Während die MUXe die bessere „Multitimbralität‟ haben, stehen und fallen sie mit Audiobus, „erben‟ aber auch dessen Vorzüge wie Multi-Routing und App-State-Saving. Dafür bietet Audiobus derzeit aber auch nur einen Stereoausgang und keine vier wie MusicIO. Der Nachteil von MusicIO ist die Beschränkung der „Multitimbralität‟ auf Background-Audio-fähige Apps, doch die Vorteile von Plug-ins für die Desktop DAW und damit die Umgehung der Aggregate Devices sind nicht von der Hand zu weisen. Das resultiert in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem keiner als klarer Gewinner hervorgeht. Beide Konzepte sind nicht perfekt, aber praktikabel. Also läuft es wohl darauf hinaus, ob man Aggregate Devices lieber mag oder Plug-ins.
Alternativen wären die Hardwarelösungen wie iConnectivity iConnectMIDI2+ (€ 119, Link zum Test), MIDI4+ (€ 239), Audio4+ (€ 397) (->Aggregate Devices!), die MusicIO und die MUXe zwar in Sachen Flexibilität und Stabilität hinter sich lassen, zumal sie keine zusätzliche Software benötigen, dafür aber auch erheblich teuerer sind. Sollte man schon eine dieser Kisten haben, braucht man sich also keine Gedanken zu machen, ob diese schon wieder überholt sind. Sie sind es nicht! Alle anderen, die nicht so viel investieren wollen, keine Lust haben, ständig auf dem iPad vorzuproduzieren und trotzdem den „Plug-in-Effect‟ haben wollen, sind mit den Software-Lösungen ebenso gut bedient. Zeit und Geduld muss man jedoch bei allen Lösungen aufbringen, denn um das ganze App-Switching kommt man nirgends drum herum oder wenn zwei Apps nicht miteinander wollen und das Ganze abschmiert.

Curios Tricks

Das virtuelle Mischpult fürs Live-Setup MiMix

€ 3,99 iTunes
von TTrGames

CURiOS-MiMix-Multiouts

MiMix – Viele Audioausgänge in Audiobus

Wenn Sie sich fragen, wie Sie bequem größere App-Setup in Audiobus abmischen können, sollten Sie sich unbedingt MiMix anschauen.
MiMix ist ein virtuelles Mischpult, das Lautstärke, Panning/Balance, Solo und Mute Status von bis zu acht Apps in Audiobus regelt und das Beste ist dabei die Fernsteuerung per MIDI.
Natürlich lässt sich das auch über die Apps selbst regeln, doch mit MiMix lassen sich schnell Apps im Set austauschen, ohne die Konfiguration für jedes App neu einstellen zu müssen. So wird MiMix schnell zum hochgeschätzten Helferlein.

CURiOS-MiMix-Multiinstanz

MiMix – Multiinstanzen in Audiobus

Außerdem umgeht das App das nervige Manko von Audiobus (2.1.13), nur einen Audioausgang zu unterstützen. MiMix unterstützt bis zu 12 separate Stereoausgänge, davon acht gleichzeitig, unabhängig davon, ob ein App es tut oder nicht. Genial!

Welche Tricks habt ihr für das Live-Setup?

Curios Link Tipps

Wir haben im Fokus auf viele App referiert und sie nicht weiter erklärt. Deshalb hier unsere Link-Tipps:
Eine Einführung zu Audiobus finden Sie hier.
Den Test zu Steinberg Cubasis finden Sie hier.
Den Test zum iConnectivity iConnectMIDI2+ finden Sie hier.

Weitere unter „Links“:

Fazit

Das war’s für dieses Mal. Nun freuen wir uns auf eure Kritik und Verbesserungsvorschläge. Wir sehen und hören uns dann wieder zur nächsten Ausgabe von CURiOS im Juli.

 

 

Forum
  1. Profilbild
    gruuv

    Die Music IO Apps funktionieren recht gut. Meiner Meinung nach ist das Setup etwas „frickelig“, aber wenn das mal steht, dann tut das. Nur wie lange ist diese App noch erforderlich? Denn mit den im Herbst anstehenden OS Updates für iOS und OS X von Apple könnten die beiden Programme obsolete werden. Auf der WWDC15 wurde schon gezeigt, wie einfach das mit einem normalen Lightning-USB Kabel funktioniert.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo gruuv,

      Das wird abzuwarten sein, die Frage ist und das ging aus der WWDC nicht hervor wie es mit Interoperabilität aussieht. Ich wette das Mehrzahl hat einen Windows-Rechner und ein Ipad. Die werden auch weiterhin MusicIO und die Muxe brauchen. Desweiteren fehlen dann noch die Anwendungen mit denen die AU Integration funktioniert. Ich denke am ehesten werden die Logic und Ipad User hiervon profitieren. Zumal die was den Workflow betrifft eh am meistens von der Kombination haben. Wobei sich mir die Frage nur am Rande stellt, da ich befürchte das mein Ipad3 nicht mehr in den Genuss von IOS 9 kommen wird. Und einer meiner Studiomac mit 2 Ghz Intel Core 2 Duo und 10.9.5 wird auch nicht mehr weiter zu pimpen sein.

      • Profilbild
        gruuv

        Hallo TobyFB
        Stimmt, Windows Nutzer und Nutzer von ältere Macs sind ohne solche Werkzeuge ansonsten nicht in der Lage eine „direkte“ Verbindung herzustellen. Ich war nur „überrascht“, solch Integration demnächst auch nativ im Betriebssystem zu finden.
        Übrigens: Auch AU PlugIn support wird es bald im iOS geben (gab auch eine Video session dazu im WWDC15).
        Audio auf Apple wird also auch weiterhin „gepflegt“ Könnte besser sein, aber man jammert auf hohem Niveau

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo gruuv,

          ich denke das ist der logische Schluss, wobei andere dann wieder meckern das sei Hardwarer verdongeln. Was nicht stimmt. Die AU Integration wird sicher spannend. Da würd ich mich mal auf die Diva oder den Tyrell N6 auf dem Ipad freuen. Und wenn den nicht schon gebe, den Sunrizer auf dem Mac. Das iPad 3 mit versorgt wird ist schon Klasse.

      • Profilbild
        gruuv

        oh – und iOS 9 wird auch auf iPad3 verfügbar sein :-) (Inges. 8 iPad Modelle ab iPad 2 und 7 iPhone/iPod Modelle ab 4S)

  2. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Markus,

    Super Artikel. Ich hab noch eine Menge gelernt, MusicIO war mir kein Begriff. Mir scheint damit kann man wesentlich mehr machen als mit den Muxen. Wobei ich damit und mit iConnectivity eigentlich total glücklich bin. Aber für komplexere Sachen denke ich, das MusicIO hier das Werkzeug ist.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hey Toby,

      ja, tendenziell ist Music IO flexiber als Plug-in,
      Was mich bei MusicIO aber nervt ist, das nur echt BGA-fähige Klangerzeuger zu gebrauchen sind. Die Music IO FX-Sektion macht dagegen keine solche Mucken.

      Insgesamt neige ich persönlich zu den Muxen, weil es keinen Unterschied zwischen FX und Synths gibt und das mit einzigen Stereo Out in Audiobus lässt sich mit MiMix ja super umgehen.

      M. :)

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Markus,

        das stimmt. Wobei MusicIO und die Muxe sicher unterschiedliche Zielgruppen haben. Und man bei zuviel BGA aufpassen, nicht in das Latenzproblem zu kommen. Das Paradigma des Stereo Outs via Audiobus und Mux ist für mich persönlich weniger stöhrend, da ich in der Regel eh nur einen Synth auf dem Ipad starte, da ich auf FX o.ä. verzichten kann. Ich hoffe das diese Tools auch nach der Öffnung von iOs zur AU Welt erhalten bleiben und weitergepflegt werden. Da mit den Muxen und MiMix hier echte Produktionstools vorliegen, die das iOs sinnvoll erweitern und integrieren.

  3. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Markus,

    AudioMux hat am WE ein Update erhalten und bringt jetzt einen Mixer mit. Das gibt dem Mux noch mal einen guten Kick in die richtige Richtung. Man muss allerdings die Resourcen des Ipads sparsam einsetzen, sonst geht die Latenz in den Keller, bei mir war auf dem Ipad3 bei 4 Synths(CasioCZ, iM1, Sunrizer und iVCs3) mit 46,7ms Schluß mit lustig. Beim Ipad Mini 3 habe ich bei 10 Softsynths noch erträgliche Latenzen.

  4. Profilbild
    analogrieche  

    Hallo in die Runde,

    ich bräuchte einen Tipp … möchte ein (Realtime-) Multieffektgerät für meine Bass Station II haben und dachte dabei an die Kombination:

    iOS Audio-Interface (2 In, 2 Out, Kopfhörer und idealerweise MIDI in/out)
    + Multieffekt-App (Delay, Rev, Flange etc.) für iPhone/iPad.

    Habt Ihr Empfehlungen sowohl für Audio-Interfaces als auch für Effekt-Apps? Derzeit ist es schwer, hier den Durchblick zu bekommen …

    Danke schon mal

    – Ilias

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      analogrieche,

      zu dem Audiointerface: demnächst kommt das iConnectAudio2+ wenn Du noch warten kannst,für max €250 der Hammer (nicht das Audio4+, das ist nicht USB-Bus-powered).
      Ansonsten ist das Steinberg UR22MK2 für ca €140 sehr empfehlenswert.
      http://www.....interface/

      soll es ganz günstig sein, tun es die Behringer UCA/UFO Teile auch für €35.

      Was Effekte angeht, zum Signaldurchschleifen ist Audiobus weniger geeignet, für minimalste Latenzen sollte es tatsächlich nur ein Mulit-App sein.
      DFX von Fingerless ist sehr gut.
      Wenn Du es klassischer magst
      BIAS FX von Postive Grid – super Effekte, aber auch teuer, mit allen IAPs bist Du €50 los. Lohnt sich aber, meiner Meinung nach.
      iPad Air sollte dafür aber schon vorhanden sein.

      soweit mal,
      M. :)

      • Profilbild
        analogrieche  

        Hallo Markus,

        vielen Dank – das sind schon mal super Tipps!

        Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich das Ganze eher etwas mobiler für das iPhone suche – manche Multieffekt-Apps laufen offenbar nur ab iPad-Größe.

        Das Steinberg UR22MK2 kommt aber in die enge Wahl.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Analogrieche,

          beim iPhone solltest du gucken, das die Apps als Universal Binary Apps vorliegen und vermutlich wirst du ein neueres Iphone Modell brauchen. Leider gilt hier bei Apple mittlerweile probieren, statt studieren oder die Kompatibilität prüfen. Da Apple den App Entwicklern neue Tricks an die Hand gegeben hat und die nicht mehr alle Hardware unterstützen. Starte mal einfach Garageband letzte Version auf iPad3 und einem neueren Modell. Teilweise findest du das Fehlen von Funktionen mittlerweile auch bei anderen Apps. Ich würde dir zwar, das iConnect Audio 2+ empfehlen, da ich mit dem sehr zufrieden bin und Audiopasstrough für sehr genial halte. Aber das Steinberg ist absolut in Ordnung.

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          FLUX:FX play von NOIISE

          Tonestack von Yonac!

          AmpKit von Agile

          JamUp von Positive Grit (läuft zwar auch auf dem iPhone, allerdings wird das App nicht mehr weiterentwickelt, aber noch gepflegt von PG. Bias FX/Amp ist jetzt das Ding.
          Es gibt aber ein kostenlose version zum testen.)

          Mobile Pod von Line 6 für Besitzer diverser Line 6 Hardware Kostenlos.

          allerdings, wie Toby sagt, unter iPhone5s macht das alles keinen Spass. A7 ist schon recht betagt für iPhone Verhältnisse.
          Kann man vorher nicht sagen wie gut es läuft.

          M. :)

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