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CURiOS #10: Audulus 3, ModStep, AUM


Das iOS-Magazin: #10 April 2016

Neu hinzugekommen ist die extrem nützliche Lasso-Funktion. Einfach außerhalb einer Komponente tippen und halten und dann einfach mit dem Finger die gewünschten Bausteine einfangen. Das ist sehr nützlich, wenn man mehrere Bausteine auf einmal verwalten will.

CURiOS10_Audulus3_Lasso

1-Finger-Lasso-Auswahl

Es gibt aber auch noch einige Mängel. Der größte wäre die MIDI-Anbindung. Diese funktioniert zwar tadellos, doch lässt sich hier nur der MIDI-Kanal einstellen. Von welchem MIDI-Port die Befehle kommen, ob extern, über VirtualMIDI von einer anderen App, darüber lässt einen das App im Dunkeln. Hier sollte eine bessere MIDI-Konfiguration dringend nachgereicht werden.

Kritik möchte ich auch an der Integration der iOS-Tastatur üben. Da man in Audulus viel mit mathematischen Ausdrücken zu tun haben kann, ist mit der iOS-Tastatur ein häufiges Umschalten der Keyboard-Belegung erforderlich. Das ist z.B. bei AnalogKit besser gelöst, das eine eigene angepasste Taschenrechnertastatur hat, die speziell auf die Ansprüche der App angepasst ist.
Der letzte Kritikpunkt geht an die willkürlich auftretende spürbare Behäbigkeit bei der Bedienung. Ob nur 2% oder 49% Rechenleistung auf dem iPad (Air) beansprucht werden, scheint keinen Unterschied zu machen. Auch hinterlässt Audulus 3 einen nicht ganz stabilen Eindruck und musste des Öfteren neu gestartet werden, da es hing oder man zumindest das Gefühl hatte. Ob das mit der Version 1.4 des Apps oder mit iOS 9.3.1 zu tun hat, ist unklar.
Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass z.B. das Öffnen der Modul-Bibliothek immer etwas dauert und Module nur bei geschlossenem Bibliotheksmenü auf die Oberfläche gezogen werden können. Aber in den meisten Fällen lief die App bei der Bedienung schnell und sauber.

Wer nicht gerne am iPad Patches erstellt, für den gibt es die Desktop-Version für Windows und OS X, alle Versionen sind kompatibel zueinander sind. Selbst die Entwickler gestehen, dass sie die Patches lieber auf dem Desktop entwerfen, um sie dann mit dem iPad live zu verwenden und zugegebenermaßen fühlt sich der iPad Bildschirm irgendwie immer zu klein an. Das ist aber eine Grundeigenschaft von modularer Software und nichts, was man dem iPad an sich anlasten könnte.
Das Audulus-Gesamtpaket kostet gerade mal knappe € 70, nicht mal die Hälfte von NIs Reaktor, der mit € 200 schon absolut preiswert ist und kein iOS-Äquivalent zu bieten hat. Etwas, das NI mal wirklich angehen könnte.

Audulus ist ein sehr mächtiges Werkzeug, das aber auch nicht alles bietet. So kann z.B. AnalogKit immer noch mit umfangreichen Fähigkeiten zur visuellen Darstellung und einer praktikableren Oberfläche trumpfen und zMors mit der Fähigkeit PureData-Patches auszuführen. Trotzdem ist Audulus im Preisvergleich mit den beiden nicht etwa teuer, sondern die Konkurrenten sind verboten billig.

2. Platz für Audulus 3 in den iOS Modular Charts und nicht weniger.

 

Modstep
von AppBC
Version: 1.0.2.5 (getestet)
€ 19,99, iTunes
iPad
AB, IAA (Host), AUv3 (Host), Ableton Link, MIDI, Studiomux

Kurz nach Redaktionsschluss brachten AppBC noch ein ziemlich heftiges Update auf Version 1.1 heraus.
Die wichtigsten Neuerungen umfassen:
– Unterstützung für AUv3 (Audio Unit Extension)
– Neuer Drag & Drop Plug-in-Browser pro Track
– Neue Effektkette Pro Track. IAA und AUv3 Apps können gemischt werden.
– Unlimitierte Anzahl der Effekte pro Track
– Master-FX-Signalkette
– Vorschau der Clipinhalte in der Trackansicht
– Studiomux kann nun Audiokanäle nach Modstep senden – aka bidirektionale Audiokanäle
– Im- und Export von MIDI-Dateien
– AudioShare-Unterstützung
– Szenenabfolge
– Szenen-Loops (einstellbar)
– Skalen pro Szene
– Tempo pro Szene
– Unterstützung für Audiobus als Routing-Ziel

Damit zurück zum Test.

CURiOS10_Modstep_Main

Hauptansicht

Es gibt einige Apps, die das Musikmachen mit dem iPad grundlegend geprägt und verändert haben. TouchOSC und Audiobus beispielsweise und Lemur für iPad ist meines Erachtens immer noch Grund allein, sich ein iPad anzuschaffen. Nun kommt Modstep von den Berlinern AppBC, die schon mit Studiomux für einen Evolutionsprung beim musikalischen Arbeiten mit dem iPad gesorgt haben. Mit Studiomux (CURiOS berichtete) haben nun sie eine Möglichkeit geschaffen, MIDI, Audio, Desktop-DAW (Windows & OS X) und iPad zu verbinden. Mit Modstep liefern sie nun die Möglichkeit nach, all diese Verbindungen auch auf übersichtliche und komfortable Art und Weise zu kontrollieren und zu bedienen.

Modstep ist ein erst einmal ein Clip-basierter MIDI-Controller im Ableton Live-Style, der gleichzeitig aber auch einen Sampler, einen einfachen Synthesizer, die Studiomux-Technologie und Ableton-Link beinhaltet. Obendrauf ist die App auch ein Host für IAA- und AUv3-Apps. Natürlich können auch MIDI-fähige Plug-ins in der Desktop-DAW mit Modstep über das Studiomux-Interface per iPad-Docking-Kabel kontrolliert werden. Der zusätzliche Besitz der Studiomux-App oder eines speziellen MIDI-oder Audiointerfaces ist dazu nicht erforderlich und sowohl MUX-Server und die AU- und VST-Plug-ins stehen kostenlos auf der midimux-Homepage zum Download bereit.

Der erste Blick auf Modstep mag einen eventuell überfordern. So viel geht auf dem Hauptschirm auf einmal ab. Aber es ist längst nicht so kompliziert wie es aussieht. Arbeiten wir uns also durch.
Der mittlere Teil (siehe Bild: Hauptansicht) ist für die MIDI-Clips da. Ableton-Nutzer werden sich hier schnell zurecht finden. Clip-Reihen und Instrumentenspuren können mit den +/-Symbolen in der rechten unteren Ecke hinzugefügt werden. Ein Antippen eines Clips startet ihn synchron beim nächsten Taktbeginn.

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  1. Profilbild
    syntics ••

    Interessante Übersicht aller Neuigkeiten!

    Nur eine Sache ist leider verdreht: das neue, kleine iPro hat die bessere Kamera und nicht das große iPRO…

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      Markus Schroeder RED

      Ja, bei soviel „Pro“ auf einmal, rutscht so was leicht durch.
      Das kleine iPro soll auch laut diverser Experten die beste Farbdarstellung aller iPads haben, inkl. dem großen.

  2. Profilbild
    polyaural ••••

    Das Betriebssystem für Macintosh-Computer wird seit der Version 7.6 Mac OS genannt. Davor wurde es schlicht System genannt. Also System 6 zum Beispiel. Nach der letzten Version Mac OS 9 wurde anstelle der 10 ein X verwendet. Also Mac OS X. Darauf nannte man die Systeme Mac OS X 10.2 und so weiter. Sieht so aus, als wenn das Namens-Chaos nun ein Ende findet. Sehr wahrscheinlich auch im Zusammenhang mit der seit Jahren geplanten Zusammenlegung der Betriebssystem Mac OS X und iOS. Denn iOS ist im Kern ein Mac OS X, was wiederum im Kern ein Unix ist …

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      Markus Schroeder RED

      Es ging mir in der Hauptsache darum der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass es m~/MacOS 12 heißen wird und nicht wie vielerorts im Netz vermutet m~/MacOS 10.12.
      ;)

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        Markus Schroeder RED

        PS: eigentlich ich bin ja nur froh hoffentlich bald diese doppelte Versionsummer X los zu sein. Das fand ich immer albern.
        :)

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          TobyB RED

          Ich fand die Abkehr von Tiernamen wie Lion und Snow Leopard verwirrend, man wusste bei O Really wo man hinzugreifen hatte

          http://fun.....y/acid.png

          Und die Informationspolitik von Apple zu El Capitan kann man als nicht gelungen ansehen. Ich finde nach wie vor noch Dinge die entweder im OS, in Logic, Garageband nicht funktionieren oder Fehler produzieren.

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              TobyB RED

              Hallo Dilux,

              das sind auch Bücher die OReilly nicht schreibt ;-) IT Humor halt.

              http://fun.....rounds.jpg

              Aber mal davon ab, ich hab fast den ganzen Zoo von OReilly. Das Cover mit dem Koboldmaki gabs auch, „Unix in a Nutshell“. Steht hier noch, nur war der Maki nicht auf Acid. Und auf dem vi und Vim Cover zeigt der Maki sogar Bein.

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      TobyB RED

      Hallo Thomas,

      auch wenn die unixoide Basis bei iOS und MacOSX da ist, wird Apple die nicht zusammentun. Ein Click ist was anderes als ein Touch. Zum anderen würde dieser Paradigmenwechsel Apple nichts bringen. Es würde zwar die Codebasis weiter konsolidiert allerdings tauchen jede Menge neuer Probleme auf. Und dem User auch nicht. Shortcuts machen auf einem Touchscreen keinen Sinn. Macht Logic auf einem Touchscreen Sinn, wenn die Bedienung über Shortcuts und eine Tastatur getrieben wird? Ich denke Apple wird eher solche Features wie Air Drop, Hand Off verbessern und ausbauen. Touchscreens machen im grafischen, fotografischen Bereich oder als POS oder POI schon Sinn. Und Apple gut sich sicher auch an was grade in Redmond mit Win10 abgeht. MS zahlt da grade heftig Lehrgeld. Apple hat eher andere Baustellen. Das Forken der Anwendungen mit dem Metal Framework auf unterschiedlichen Modellen und Generationen. Bei Qualitätsicherung insbesondere bei iOS Updates. Schlußendlich die Entwicklungswerkzeuge Xcode / Swift, hier müsste Apple erstmal komplett ausmisten und selbst dann haben wir noch das Touch/Click Paradigma.

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        polyaural ••••

        Toby, ob Apple das hinbekommt oder nicht kann ich nicht sagen. Aber Apple hat das angekündigt. Sie arbeiten daran.
        .
        Microsoft will das auch hinbekommen. Aber wahrscheinlich warten die erst mal bis Apple zeigt wie so was auszusehen hat, und machen dann die good-enough-Lösung …

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          TobyB RED

          Hallo Thomas,

          ich ging bis dato immer davon aus das der CEO dem eine Absage erteilt hat.

          http://www.....cook-says/

          Aber warten wir den 10.6 ab. Für mich persönlich würde das mergen der beiden OSe keinen Sinn machen. Eher ein Wechseln der Hardware Plattform, sprich weg von Intel hin zu ARM. Allerdings hätte Apple hier noch einige Probleme zu lösen. Aus Anwendungssicht z.b Logic und diverser anderer nativer MacOS X Anwendungen, würde sich erstmal ein komplettes Redesign ergeben. Da unter der Haube die Anwendungen auf iOS und MacOS eben doch anders ticken. Und das m.E. nicht durch einen Compilerlauf zu beheben ist. Als letztes weiss ich nicht wie die User ein solch verdongeltes Sytem aufnehmen würden. Ich bin z.B immer noch gerne an der Bash unterwegs und verwalte die Systeme, weils schneller geht.

          Microsoft hat aber eben den Fehler gemacht, alles übers Knie zu brechen und lernt grade das es eben so nicht funktioniert mit der Zuckerbrot und Peitschen Strategie geht.

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    polyaural ••••

    „Es hat also nur sieben oder acht Jahre gedauert, bis Apple die Nützlichkeit dieser kleinen Erweiterung erkannt hat […] und sich über die grundlegende Preispolitik von Apple-Adaptern so trefflich streiten lässt.“
    .
    1. Der Lightning-Anschluss ist 2012 eingeführt worden. Da musste der Autor auf das Feature schon 4 Jahre vor der Veröffentlichung drauf gewartet haben.
    .
    2. Was die grundlegende Preispolitik der Apple-Adapter angeht, so sind die billigeren Kopien vom freundlichen Chinesen am Bahnhof genau das: Billiger. Es ist erstaunlich, wie unfassbar schlecht die Kopien zuweilen funktionieren. Sie schlucken Strom (wahrscheinlich wegen schlechterer Materialien), was zu dem beliebten Hinweis führt, dass dieses Zubehörteil nicht für iOS geeignet ist, oder sie funktionieren nach ein paar Monaten gar nicht mehr. Mit dem Lightning-Anschluss ist das nicht besser geworden, denn im Stecker steckt ein Chip, der die Kommunikation zwischen den Geräten managed. Man muss schon Glück haben, um eine gut funktionierendes Zubehörteil billiger zu bekommen. Oft hat man bei reinen Ladekabeln dieses Vergnügen. Aber auch nicht immer.
    .
    Dahinter kann man Markenpolitik vermuten. Aber man kann auch Kondensstreifen am Himmel als Chemtrails bezeichnen.

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      Markus Schroeder RED

      1.
      Der Auto hat seit Veröffentlichung des CCK für 30Pin-Anschlüsse – auf die im Text eindeutig hingewiesen wurde – darauf gewartet.

      Von daher, ja, es sind ca. 8 Jahre.

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    michi_mak

    testet ihr die Apps eigentlich auch, bevor ihr deren Features vorstellt? iSpark funktioniert NICHT problemlos mit dem SparkLE – kann man in diversen Foren nachlesen. Und der support von Arturia ist bei apps mehrbals besch…eiden!

    • Profilbild
      Markus Schroeder RED

      Hi michi_mak,

      Die News-Section dient nur dazu auf neue Apps _aufmerksam_ zu machen, wie die Top News bei Amazona.de und ist _keineswegs_ ein Test. Die Texte sind sind nur eine Zusammenfassung der iTunes Beschreibung bzw. des Pressetextes (plus meine persönliche Meinung).
      Wenn sich die Hersteller nicht an ihre Mitteilungen halten, können wir da herzlich wenig dafür.
      Hätten wir Spark LE _getested_ wäre die Problematik sicher zur Sprache gekommen.

      Das die Produktpflege von Arturia sehr zu wünschen übrig lässt, darauf wurde hingewiesen (z.B. auch in meinem Test zu iMini, iPhophet und iSem, hier bei Amazona.de) und dürfte auch mittlerweile bekannt sein.

      Grüße,
      M. :)

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Markus Schroeder CURiOS

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