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CURiOS #11: Model 15, Infinite Looper, Chronium


Das iOS-Magazin: #11 Juni 2016

CURiOS-2016-editorial

Nachdem die WWDC 2016 für Entwickler sicher interessant war, schließlich öffnete Apple Siri und diverse andere Kits auch für Drittentwickler, gab es für Anwender höchsten die Ankündigung von iOS X und macOS. Das Bewegendste der Veranstaltung fand ich, war Tim Cooks Ansprache und Schweigeminute für das Orlando Massaker und dass die jüngste teilnehmende Entwicklerin ein 9-jähriges indisches Mädchen war. Ein Bravo für Beides.

Da wir gerade von „jung‟ sprechen, war auch Apples Lehransatz interessant. Mit seinem kostenlosen Swift-Kit-Lernprogramm, das mit iOS X kommt, will sich Apple um Nachwuchsprogrammierer bemühen, die dann hoffentlich später wohl auch alle für Apple fleißig Produkte entwickeln. Das sichert vor allem die Zukunft von Apple, die damit wohl auch massig neue Geräte abzusetzen gedenken. Mal von der Produktbindung abgesehen, wissen Apple genau, wie man ein attraktives Produkt vermarktet: Die Hardware alleine bringt’s nicht. Gib den Menschen eine umfassende Werkzeugkiste und lass es laufen. Der Markt generiert sich dabei quasi von selbst.

Gleichzeitig sprach Greg Federighi in seiner Präsentation auch die immer wichtigere Frage nach der digitalen Privatsphäre an und legte besonders großen Wert darauf zu betonen, dass die vielen Kommunikationsfeatures zwischen Apple-Geräten end-to-end verschlüsselt und die Anwendungen von Handoff, Continuity, Siri, Homekit und die andern Kits sicher sind. Auch das Problem des Benutzer-Profiling durch Apps wie Siri, Maps oder den neuen Schrift- und Tiefenerkennungsfunktionen, die mit iOS X und macOS kommen werden, wurde nicht ausgelassen. Der Begriff der Stunde lautet dabei ‟differential privacy‟, ein relativ neues IT-Forschungsgebiet (seit ca. 2006), bei dem trotz des Zugriffs auf Benutzerdaten (zur Ausführung eines Services) und Mustererkennung von Einzelnutzerverhalten die Privatsphäre geschützt bleibt und ein Profiling unterbunden wird. Ein wichtiges Thema, das uns mehr und mehr beschäftigen wird in der schönen, neuen Zukunft.

Ein weniger schöne Zukunft zeichnet sich allerdings im iTunes Store mit „gesponserten Suchergebnissen‟ und „Abonnements in allen Kategorien ab‟.
Apple behauptet zwar, dass die gekauften Suchergebnisse „objektiv‟ bleiben sollen, dass sich also der Anbieter mit dem meisten Geld nicht einfach in die Top-Charts kaufen kann, dennoch werden davon die eigentliche treibende Kraft der iOS-Welt, die Ein-Mann- und Kleinteamentwickler, die bisher die innovativsten Apps hervorgebracht haben, am wenigsten davon profitieren.

Diese sollen mit meinen anderen neuen Feature gelockt werden: Abonnements in allen Kategorien. Wie sich das jetzt in der Realität auf die Apps auswirken wird, ist noch weitgehend im Dunkeln, da es einfach noch keine Erfahrungen damit gibt. Die Anhebung von 70% auf 85% der Gewinnauszahlung ab dem 2. Abo-Jahr wird sicherlich einige Entwickler reizen, ihre Apps nur noch im Abonnement anzubieten.
Doch der Endpunkt, auf den das Ganze hinausläuft, nämlich Apps nur noch mieten zu können, ist absolutes No-Go. Apple hat mit der Entfernung von Apps aus der dem Benutzerkonto den Käufer schon genug entmündigt.
Außerdem wird es darauf ankommen, ob Apps nach Ablauf des Abos noch weiter funktionieren oder nicht, wie es bereits bei einigen Plug-ins und Softwares für Desktops der Fall ist. Vielleicht gibt es auch eine Zwei-Kategorien-Lösung mit einer höherpreisigen „Gekauft‟ und einer billigeren „Mieten‟ Aufteilung wie z.B. bei Slate Digital. Das Verhältnis von „Eigentum‟ zu „Digital‟ ist schon diffus genug und muss nicht unbedingt noch mehr verwässert werden.
Dass die Preisstruktur im iTunes- und MacAppStore so nicht weitergehen kann, ist klar und Entwickler können nicht allein von Neukunden leben, die dann mit „lebenslangen‟ kostenlosen Updates zu versorgen sind. Aber die einfache Lösung, einfach bezahlte Upgrades zuzulassen, ignoriert Apple weiterhin eisern.

Ach ja und CURiOS ist inzwischen 1 Jahr alt. Gratulation und Danke an meine Leser, die bis hierher durchgehalten haben!

NEUE APPS:
– Rotor von Reactable
– BASSalicious von MIDIculous
–  Bluetooth MIDI Connect von Korg
– Clawtar von Dmitry Klochkov
– K Machine von Dominique Baillot
– TerribleSync von Benjamin Roth
– V-Console von Neyrinck
– MIDI Enabled von yongerp
– DMIX-20 IMG STAGELINE von MONACOR
– Vatanator von Georgi Georgiev
– DM2 von Pascal Douillard
– Eera von Aliaksandr Tsurko
– Envelope Reverb, AUv3 von DDMF (Mini-Review)
– Ruismaker, AUv3 von Bram Bos (inkl. Hardware Prototyp)

NEUE HARDWARE
– K-Mix von McMillen
– iConnectAudio2+ von iConnectivity
– ProDX4, ProDX8 von Mackie & Mackie MixerConnect von Loud Technologies, Inc.
– Bias Distortion Pedal von Positive Grid
– MD-BT01 Wireless BTLE MIDI-DIN Adapter von Yamaha
– UD-BT01 Wireless BTLE MIDI-USB Adapter von Yamaha
– plugKey von Korg
– mio2, mio4, mio10 von iConnectivity

iM FOKUS:
– Model 15 von Moog
– Infinity Looper & Aleph Looper von Secret Base Design –
– Chronium von MN Signal Processing

CURiOSUM:
Logique Analogique MN Signal Processing

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  1. Profilbild
    AQ AHU

    Schon irgenwie K(C)urios, da bedankt sich der Markus bei seinen Lesern für zum ein Jährigen Jubiläum von CURiOS… Nein, wir dürfen uns bei Dir bedanken! Was Du mit dieser Serie leistest ist Exabyte-mässig!
    Einfach nur DANKE!

  2. Profilbild
    TobyB RED

    Happy Birthday M,

    der Stepsequencer ist ja der Knaller da „werkelt“ ein guter alter 74393 drin. Ich weiss nicht wie Tom Carpenter den Oberkorn aufgebaut hat, aber viel anders ist der mal nicht. Wobei mit der diskreten binären Steuerung ist das eher ein kleiner Megacity. Die Steuerung über die binären 2-4-8-16 ist dermassen eingängig. Warum wird das so wenig eingesetzt? Zu Einfach?

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        TobyB RED

        Hallo Dilux,

        ja echte Freunde klatschen nie auf 3 ;-) Aber im Prinzip kommt bei 4/4 die Kick auf 1-5-9-13 usw. Roll von 25-31 ;-) Crash auf 16/32/64/128/256. Ist ja nicht so als ob ich im Kopf mit 0 und 1 rechne, auch nicht links oder rechts rotierend ;-)

        Die binäre Steuerung hat gegenüber der linearen, für mich Vorteile. Markus zeigt das ja im Artikel auf. Und deswegen gabs für den Oberkorn3 einen Daumen hoch.

        Nerdig ist der 74393 und sein Verwandter 74395 mit dem hab früher Steuerungen für Lichtanlagen gebaut. Das man mit denen auch Sequencer bauen kann, kam mir erst wesentlich später.

        Grüße

        • Profilbild
          dilux AHU

          da fällt mir ein, mit einem siemens logikmodul und logo müsste man doch auch einen sequencer basteln können, oder?

          • Profilbild
            TobyB RED

            Hallo dilux,

            die Frage ist mit welchem Modul. Es gibt ja welche mit Schalt und welche mit Spannungsausgang. Mit Logo ist das nun kein Thema. Was tricky wird ist die Synchronisierung gegen externe Zeitimpulse mit und ohne Midi. Midinoten lassen sich relativ einfach umsetzen, Den von Markus gezeigten Prototypen bekommt man damit hin.

            Grüsse

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Markus Schröder CURiOS

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