Eric Clapton: Seine Gitarren, sein Sound, seine Musik

7. November 2020

Die Gitarren des Eric Clapton

Eric Clapton: Seine Gitarren, sein Sound, seine Musik (© by Shutterstock)

„Würde es den Blues nicht geben, hätten mich die großen und kleinen Probleme im Leben vermutlich dahingerafft“, sagte Eric Clapton einmal in einem Interview. Dass sein Leben durch Extreme wie seine langjährige Drogen- und Alkoholsucht oder den tragischen Tod seines viereinhalbjährigen Sohnes Conor im Jahre 1991 geprägt wurden, wissen nur die wenigsten, die seit über drei Jahrzehnten der Musik des mehrfachen Grammy-Winners lauschen und von den Songs und dem Sound, die „Mr. Slowhand“ seinen Gitarren entlockt, begeistert sind. Seine unvergessenen Songs wie „Layla“, die Version des Bob Marley-Klassikers „I Shot the Sheriff“, „After Midnight“, „Wonderful Tonight“ oder „Tears in Heaven“ beeinflussen Gitarristen seit Generationen und zeigen, dass die britische Gitarrenlegende weit mehr kann als nur den puren Blues zu zupfen – wenn der Blues auch zweifellos zu seinen größten Einflüssen zählt. Doch alles der Reihe nach.

Eric Clapton: Seine Musik, wie alles begann

Eric Patrick Clapton erblickte das Licht der Welt am 30. März 1945 in Ripley, einer Stadt in der englischen Grafschaft Surrey. Seine Großeltern übernahmen die Erziehung, da seine Mutter bei der Geburt gerade einmal 16 Jahre alt war und ließen ihm in dem Glauben, sie sei seine Schwester.

Nach dem Abbruch seines Kunststudiums an der Londoner Kingston University 1963 stieg Clapton in seine erste Band ein, die er jedoch nach kurzer Zeit wieder verließ, um den Job als Gitarrist bei den „Yardbirds“ anzunehmen. Es war die erste erfolgreiche kommerzielle Band Claptons, mit denen er u. a. den Hit „For Your Love“ einspielte. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei den „Bluesbreakers“ von John Mayall formierte er die Band „Cream“, mit der Clapton der kommerzielle Durchbruch gelang. Doch trotz aller Erfolge gärte es in dem Trio, insbesondere die offen ausgetragenen Differenzen der beiden anderen Bandmitglieder – Jack Bruce als Basser und Ginger Baker an den Drums – belasteten die musikalische Zusammenarbeit innerhalb der Band dauerhaft.

Während dieser Zeit begann Clapton selbst zu singen und Songs zu schreiben, hörbar zum ersten Mal mit der 1969 gegründeten Formation „Blind Faith“, in der sein Weggefährte aus „Cream-Zeiten“ Ginger Baker wieder die Drums bediente. Doch leider war auch dieses Projekt nur von kurzer Dauer, denn zwischen dein einzelnen, nicht nur musikalisch sehr individualistischen Bandmitgliedern (u. a. saß an den Keyboards Steve Winwood), waren die Vorstellungen über eine zukünftige musikalische Ausrichtung der Band einfach zu groß geworden.

1970 war es dann endlich soweit und „Mr. Slowhand“ veröffentlichte sein erstes Soloalbum mit dem schlichten, aber doch einprägenden Titel „Eric Clapton“. Die Auskopplung des J.J. Cale-Songs „After Midnight“ der LP bescherte ihm einen Achtungserfolg in den US-Charts, der jedoch bei weitem nicht so einschlug wie der Titel „Layla“ seiner neu gegründeten Band „Derek and the Dominos“. Das Album „Layla and Other Assorted Love Songs“ gilt bis heute als eines der besten Clapton-Alben überhaupt, besagter Track wurde einer der meistgespielten Rocksongs der Radiostationen in den 70er-Jahren.

Eric Clapton: Seine Gitarren, sein Sound, seine Musik

© by Shutterstock

Diese Zeitepoche war es auch, die Eric Clapton zum ersten Mal ganz nah an den Abgrund rückte – er wurde heroinabhängig, kam aber durch eine spezielle Therapie von der Sucht los. Zumindest vorerst, denn zu Beginn der 80er-Jahre geriet Clapton erneut in die Suchtspirale, diesmal war es allerdings der Alkohol, der ihn fast dahinraffte und nach einer zweiten, diesmal erfolgreichen Entziehungskur, soweit brachte, auf einer kleinen Karibikinsel mit dem Namen Antigua ein Rehabilitationszentrum für Suchtkranke zu gründen.

Soweit wieder hergestellt ging es dann in den 80er-Jahren weiter mit Platten produzieren. Die mit Phil Collins produzierten Werke „Behind the Sun“ (1985) sowie „August“ (1986) protzten zwar mit einem Clapton-untypischen Gewand von Synth-Flächen und Bläsern, erzielten aber vor allem in England damals beachtliche Verkaufsergebnisse. Mit dem Album „From the Cradle“ aus dem Jahr 1994 kehrt Clapton wieder zurück zu seinen Wurzeln, dem Blues. Die beiden Alben „Pilgrim“ (1998) und „Reptile“ (2001) zeigen wiederum seine große Bandbreite als Songschreiber Mainstream-lastigerer Kompositionen.

2004 organisierte E.C. das „Crossroads Guitar Festival“ in Dallas, dessen Einnahmen (wie auch die des zweiten Festivals im Juli 2007) an die von ihm gegründete Entzugsklinik mit dem treffenden Namen „Crossroads“ auf Antigua flossen. Eric Clapton ist im Übrigen als einziger Musiker dreimal in der „Rock and Roll Hall of Fame“ vertreten: mit den Yardbirds (1992), mit Cream (1994) und als Solo-Künstler (2000) – Ehre, wem Ehre gebührt.

Eric Clapton: Seine Gitarren, sein Sound, seine Musik

Die Gitarren des Eric Clapton

Claptons E-Gitarren

Am Anfang seiner Karriere spielte Clapton eine Fender Telecaster und eine Gibson ES-335, während der Zeit bei den „Bluesbreakers“ und „Cream“ bevorzugte er dann Gibson Instrumente, in Form einer Les Paul und einer SG. Zu Beginn der 70er wechselte er schließlich zu dem Instrument, dem er bis heute die Treue schwört, der Fender Stratocaster.

Insbesondere seine „Brownie“, eine 56er Two-Color Sunburst-Strat wurde zu einem seiner Lieblingsinstrumente, die aber später von „Blackie“, einer Strat, die er sich aus drei verschiedenen Instrumenten selber zusammengesetzt hatte, abgelöst wurde. Diese Gitarre ist heute fester Bestandteil im Fender Sortiment und wurde nach Eric Claptons Vorgaben angefertigt. Besondere Merkmale dieses Instrumentes ist das V-förmige, gut zu spielende Halsprofil, Noiseless-Pickups und ein Mitten-Booster, gespeist durch einen 9-Volt-Block. Ein Vibratosystem befindet sich natürlich auch an dieser Gitarre, allerdings ist es im Serienzustand geblockt und kann so nicht genutzt werden – weil Eric es eben auch nicht tut!

On stage setzt er zwei diese Custom-Shop Instrumente ein, die sich jedoch durch Curly-Maple Hälse von dem Serienmodell unterscheiden. Seine bevorzugte Saitenstärke bzw. Firma sind die Ernie Ball Regular Slinky in der Stärke 010-046, die Heavy-Picks sind ebenfalls von Ernie Ball.
Zur Verstärkung seines unverwechselbaren Strat-Klangs benutzt Clapton einen Nachbau seines originalen 1958er Fender Twin Reverb, der nach Claptons Befinden und nach den originalen Transformator- und Speaker-Typen inklusive altem, abgelagertem Holz dem Original nachempfunden wurde. Und wer jetzt auf die Auflistung der Effekte wartet, die Eric Clapton nutzt, den muss ich leider enttäuschen: Es gibt schlicht und ergreifend kaum welche, bis auf ein Wah-Wah, zu hören auf dem Cream Alben – und auch Live auf der Pilgrims-Tour.

Claptons akustische Gitarren

Sehr häufig zu sehen ist Clapton mit einer Martin Signature 00028EC, eine Westerngitarre mit etwas kleineren Dreadnought-Maßen und einem ähnlichen V-Profil am Hals, wie er sie auch an seiner Stratocaster bevorzugt. Die Gitarre wurde mit sehr hochwertigen Hölzern gefertigt und ist im Musikfachhandel leider nicht zum Schnäppchenpreis zu ergattern.
Weiterhin gehört eine Gibson ES-335 in der Sonderausführung „Eric Clapton Crossroads“ zur instrumentalen Grundausstattung. Eine  Limitierung der Auflage diese Instrumentes auf 250 Stück lässt leider auch hier die Chance, eines dieser Instrumente zu ergattern, recht gering ausfallen.

Die Gitarren von Eric Clapton

Martin Signature 00028 Eric Clapton

Forum
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    tantris  

    Nicht das Instrument macht die Musik, sondern der Spieler. Das besondere an Eric Clapton sind nicht seine Gitarren, sondern sein Talent. Er würde auch mit einer Harley Benton für unter 100 Euro schöne Klänge zaubern.

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    AMAZONA Archiv

    Zum Sound: in einem Interview hat er mal gesagt, das er vor allem die hinteren Pickupeinstellungen benutzt.

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    gaffer  AHU

    Die erste Gruppe, die mich wirklich beeindruckte war Cream. Wobei da eher Bruce mein Held war. Ich war tief enttäuscht, von Claptons Weg danach, Blind Faith war noch super, Delaney und Bonnie war für mich ein Tiefpunkt, seine erste Solo auch. Später sah ich das dann nicht mehr so eng. Seltsame Vorlieben wie das Jagen haben mich dann wieder irritiert. Der Mann Clapton beschäftigte mich also deutlich mehr als seine Gitarren. Gilt aber nur für mich.

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        fanatic  

        Wo wir wieder bei David Bowie wären…..

        Ich weiß ja nicht wie oft sich ein augenscheinlich weißer Star für seine berauschten Fehltritte entschuldigen soll aber viele Afroamerikaner haben kein Problem mit Herrn Clapton. Was soll so ein Kommentar? Fishing for compliments?

        Nein, ich mag Clapton nicht wirklich. Ich mag justice.

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          dilux  AHU

          gerechtigkeit? was für ein kindisches konzept…

          daß aber, weil ein paar schlecht informierte jemanden gutheißen, rassismus nicht verachtenswert wäre, scheint mir fraglich.

          schön auch: „ich mag Clapton nicht wirklich.“ na dann musst du ja recht haben.

          anderen leuten niedere beweggründe zu unterstellen, weist übrigens oft auf die eigenen hin…

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            fanatic  

            Ich gehe davon aus das der Mann mehr für ein miteinander der Kulturen getan hat als du es je verstehen wirst.
            Wenn du meinst dein weißes mainstream-Rumgeheuchel hier auf dieser Plattform betreiben zu müssen, gerne, wenn du dich dadurch gut und erhaben fühlst. Zeige weiter mit dem Finger und wirf den ersten Stein.

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    gaffer  AHU

    Völlig richtig, hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, aber aus der Ecke hatte ich auch einiges gehört, das mir überhaupt nicht gefiel.

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