Green Box: AKAI S3000, S3200, S2800, 16 Bit Sampler

Floppy, CD-ROM, Harddisk

Beginnen wir also mit dem kleinen und feinen 3,5” Dual Density Drive (Floppy Disk Laufwerk), das auf der Vorderseite vertikal untergebracht ist. Eine 2HD nimmt knapp unter 1,5 MB auf, eine 2DD nur die Hälfte. Jedoch ist S3000er Serie dieser Datengrößenordnung bereits entwachsen, die Nachteile einer Diskette sind oben beschrieben. Sinnvoll sind daher andere Lösungen, allen voran das Prinzip Festplatte aller Art. Die gibt es als Einbaukit, extern und von verschiedenen Herstellern und mit unterschiedlicher Speicherkapazität, sogenannte Optical Disc, Wechselplatten mit Medien sowie das seinerzeit populäre ZIP-Drive. Grundsätzlich kann man die Daten auch im Computer ablegen, was mit der MESA Software ermöglicht wird oder auf DAT Tape sichern.

Typisches Zubehör: CD-ROM Player, Festplatte, Floppys, DAT Tapes, Sample CD-ROMs und ein Handbuch in Deutsch

Typisches Zubehör: CD-ROM Player, Festplatte, Floppys, DAT Tapes, Sample CD-ROMs und ein Handbuch in Deutsch

Eine weitere Möglichkeit gibt es: SCSI-Adapter für SD Cards. Ein findiger Australier hat es geschafft, ein solches Board zu entwickeln, das kompatibel mit dem S3200 und S3200XL ist. Hier dessen Website: http://www.codesrc.com/mediawiki/index.php?title=SCSI2SD

MIDI und Synchronisation mit externen Geräten

Multitimbral heißt in den 90ern das Zauberwort und das gilt auch für den S3000. Seine 32 Stimmen Polyphonie kann auf mehrere MIDI-Channels verteilt werden, auch mit fixer Zuordnung. Drums, Bass, Fläche, Solosound gleichzeitig wiedergeben, das machte ihn seinerzeit zur praxistauglichen Produktionsmaschine. Damit ist aber nicht Schluss, denn im Utility Mode überrascht der AKAI S3000 mit C-List (= Cue Listen), sofern man das Zubehörteil SMPTE-Reader/Generator eingebaut hat. Mehr dazu weiter unten. Damit ist der Einstieg in die damalige Filmproduktion drin, ein Segen für entsprechende Produktionsgesellschaften.

Anschlüsse und Zubehörteile

Werkseitig besitzt der S3000 eine Grundausrüstung an Anschlüssen zur Außenwelt, die meisten davon auf der Rückseite. Dazu gehören die Buchse für das Netzkabel, die beiden Stereo Out Buchsen (XLR und 6,3 mm Klinke) und die 8 Individual Outs für die Audiosignale, daneben das MIDI Trio In, Out, Thru. Interessanterweise sind hinten auch die Recording Inputs, ebenfalls als XLR und Klinke ausgelegt, denn beim Vorgänger S1000/S1100 sind die vorne, was einfach praktischer ist. Mit einem Gain Schalter lässt sich der Eingangspegel in 3 Stufen voreinstellen. Vorne wiederum ist die Buchse für einen Foot Switch, mit dem man wahlweise den Samplevorgang starten kann oder ihn als Sustain Pedal einsetzt. Darüber hat es dann noch den Kopfhöreranschluss.

Abbildung aus dem deutschen Handbuch

Abbildung aus dem deutschen Handbuch

AKAIs damalige Produktpolitik war angenehm bedarfsorientiert, denn man konnte sich seinen S3000 individuell zusammenstellen. Angesichts der recht hohen Zubehörpreise eine musikerfreundliche Handhabung. Der Custom Sampler war zwar hinterher gleich noch teurer als das der S3000 schon in Standardausführung war, aber immerhin konnte man die einzelnen Zubehörteile je nach Geldbeutel auch nach und nach zukaufen. Über den Daumen kostete ein S3000 mit voll ausgebautem RAM-Speicher und einigen Anschluss-Cards und externen Geräten wie Festplatte und CD-ROM Player rund DM 10.000,-.

Für Käufer eines Gebrauchten ist das interessant, denn heute sind die Preise für die S3000er ohnehin total im Keller und eingebautes Zubehör wird regelmäßig nicht besonders mit Aufpreisen honoriert. Die Zubehörteile gesondert dagegen werden durchaus mit Liebhaberaufschlag angeboten.

  • EB16 SampleVerb 4 x 50 Effects Board
  • EXM3002 2 MB Memory Expansion
  • EXM3008 8 MB Memory Expansion
  • FMX008 8 MB non-volatile Flash ROM
  • HD108 Internal Hard Disk
  • IB301S SCSI Interface Board
  • IB302D AES/EBU Digital I/O Interface
  • IB303T SMPTE Reader/Generator
  • IB304f Pro-Filter Filter Board
  • SHD524 524 MB 2,5” SCSI Hard Disk

 

Steuerung von 2 AKAI ME35T Audio (Drum Pad/ MIDI Converter)

MESA Editor Software

Akai MESA

Als die AKAI S3000 Serie auf den Markt kam, kamen PCs allmählich auch als Musik-Computer in die Schuhe. AKAI nutzte diese Chance und gab eine spezielle Editor Software namens MESA heraus. Voraussetzung dafür: SCSI-Anschluss auf beiden Seiten, allerdings nebenbei auch MIDI.

Sample Librarys

Der S3000 profitiert von der Kompatibilität mit S1000 Samples und erlaubt damit einen Zugriff auf eine Vielzahl Sample CD-ROMs. Die lassen sich via CD-ROM Player bequem laden, wofür besagter SCSI-Anschluss vorhanden sein muss. Und ein Player, der diesen Anschluss ebenfalls hat, am besten gleich mit Terminator. Dieser wird benötigt, wenn Sie beim S3000 zwischen verschiedenen Datenträgern hin- und herschalten, etwa zwischen Festplatte und CD-ROM Player.

Verglichen mit anderen Fabrikaten wird den AKAI Samplern landläufig eine recht neutrale Klangwiedergabe attestiert, aber es ist eher die Soundauswahl und old-school Methode, mit der in den 90ern solche Librarys produziert wurden. Es kamen einige Soundklassiker auf den Markt, darunter zum Beispiel Miroslav Vitous Symphonic Orchestra , East West Ultimate Piano Collection, Steve Stevens Guitars, Magnetica, Best Service XXL Serie. Noch heute sind CD-ROMs in diesem Format nagelneu erhältlich und das über 20 Jahre nach Erscheinen dieser Sampler.

Klangbeispiele
Forum
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    MidiDino  AHU

    Danke für den historischen Bericht. Ich muss gestehen, dass die Akai 3000er Serie zwar für eine ansteigende Popularität von Samplern wichtig war, doch die Begrenzung auf 32 MB Speicher und die relativ wenigen Synthesizer-Funktionen machten die Serie für mich unbrauchbar. Zwar reichte der Speicher für einige Multisamples von Synthesizern oder Drums/Perc., doch es gab zu wenig Synthese-Funktionen, für Naturinstrumente langte hingegen der Speicher nicht. Ich griff erst auf einen Hardware-Sampler zu, als die E-mu E IV enstand.

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    tomk  AHU

    Die Dinger waren gebaut wie Panzer, erst ab der 3000 Serie für OttoNormal erschwinglich. Mein 900 leistete mir lange Zeit Dienste, einige dicke Scheiben wurden u.a. damit produziert. Stolz wie Oskar war ich als mein S3000XL im Rack hing. Da hängt er ungenutzt heute noch, denn Schleuderpreise werden der Legende nicht gerecht. Der nächste Schritt von Akai war der MPC 3000 (warum Akai dann da nicht wirklich weiter … ??!).

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    swellkoerper  AHU

    Die Akais hatten back in the day den Ruf von zuverlässigen, aber nüchternen Playback-Arbeitstieren. Für Synthesizer-Mojo waren wohl eher die E-MUs,Kurzweils oder Ensoniqs bekannt. Ein paar Hinweise auf typische Probleme dieser Baureihe wie ausgebrannte Displayfolien oder springende Taster wären noch toll gewesen, gerade wenn die Teile hier so gelobt werden. Wenn das Display dunkel bleibt, nützt der beste Workflow nichts ;-). Ansonsten guter Artikel, danke dafür.

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      AMAZONA Archiv

      Volle Zustimung beim Display. Der Gebrauchtpreis wäre wesentlich höher wenn man mit alten Augen noch alles gut ablesen könnte. MESA ist nicht mein Ding. Wenn das nicht wäre hätten wir coole Teile im Schrank. So ist jeder ASR-10 „behindertengerechter“. :)

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        k.rausch  RED

        Nun, unser Doc Analog hat die Display Folie von Midirakete kürzlich besorgt und im Dynacord ADD One erfolgreich verbaut.

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    AMAZONA Archiv

    Das Display bleibt trotzdem funzelig und kontrastarm. Hatte die Folie schon getauscht. Das hätte ab Werk besser gelöst werden müssen. Ein Umbau auf moderne Displaytypen ist auch nicht in Sicht. Für einen alten quasi Industriestandard ein schlechtes Ergebnis. Die MPC’s werden da besser versorgt.

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    doc analog  

    Ich finde das mit der Leuchtfolie gar nicht so dramatisch. Siehe auch Backlight im Soundcraft DC2000 Pult. Vermutlich gab es zu dieser Zeit nur die Alternative der LED Hintergrundbeleuchtung wie z.B. beim Alesis Midiverb, dann aber bei kleineren Displays.
    Trotzdem; Wenn das Display dunkel ist einfach die Folie erneuern und gut ist.
    @ Kyotonic: Ich weis was Du meinst, habe beim Casio FZ20 eine weiße Folie eingebaut anstatt blau, weil mir die Beleuchtung auch zu trüb war.

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      AMAZONA Archiv

      Hallo Doc! Puh, habe die Email nicht mehr aber es müsste die Pinke von Backlight4you gewesen sein. Macht das so einen Unterschied? Es war umso ärgerlicher weil der Akai S3000XL von mir mit CF aufgerüstet wurde. Das Ergebnis war dermaßen enttäuschend das ich alles wieder verkauft habe. Den Sampler an sich mochte ich sehr, nur sind meine Augen zu schlecht.

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    Despistado  

    Ich habe „nur“ den S5000 und kann daher zur S3000 Serie nicht wirklich etwas sagen, aber von neutraler Klangwiedergabe kann man zumindest beim S5000 nicht wirklich sprechen, denn in meinen Ohren hebt der höhere Frequenzen ziemlich stark an (ist aber auch abhängig vom Sample).
    Obwohl Anhebung eher nach EQ klingt und demnach nicht das ist was ich meine: Er fügt dem Klang höhere Frequenzen hinzu. Das kann mal gut klingen, aber auch nicht immer.
    Vielleicht ist das bei der S3000-Serie ja nicht der Fall.

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