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Hersteller Report: Randall

Als der 2. Weltkriegsveteran und ausgebildete Tontechniker Don Randall nach dem Krieg in einem kleinen Elektronik-Bedarf jobbte, galt sein Interesse eher Radios und Hi-Fi Verstärkern. Zufälligerweise lag das Geschäft, in dem er arbeitete, in dem kleinen kalifornischen Städtchen Santa Ana, wo auch ein gewisser Leo Fender einen Radioladen betrieb und seine ersten Gehversuche mit selbst gebauten Steelguitars und Verstärkern machte. Nachdem sich Don in seinem Laden bis zum Assistant Manager hoch gearbeitet hatte, bot er Leo Fender 1946 an, dessen Instrumente und Verstärker zu vertreiben und schon sieben Jahre später gründete man gemeinsam die Firma mit dem Namen Fender.

Randall stieg dort als Marketing- und Verkaufsmanager ein und hatte großen Einfluss, insbesondere auf die Namensgebung der berühmten Klassiker aus dem Hause Fender und damit sicherlich auch ein Stück weit an deren Erfolg. Nachdem Fender von CBS übernommen wurde, wurde er gar zum Vize-Präsidenten der Fender Sparte. Doch Randall wollte sich mehr auf die Kunst des Verstärkerbaus konzentrieren, verließ Fender und machte sich 1970 mit Randall Amplifiers selbstständig, die er schon 17 Jahre später wieder veräußerte. Seit Mitte der 90er gehört Randall zur U.S. Music Cooperation.

Die Verstärker, die Don Randall unter eigenem Namen produzierte, wurden sicherlich von den Erzeugnissen seines vorherigen Arbeitgebers beeinflusst, orientierten sich jedoch von Anfang an an der etwas härteren Gangart und fühlten sich insbesondere im Hard-Rock und im aufkommenden Metal der späten 70er und 80er zuhause. Zu wirklichem Ruhm kamen sie in den Neunzigern durch den Nirvana-Sänger und Gitarristen Kurt Cobain, der unter anderem auch Randall Produkte für den maßgeblich durch Nirvana beeinflussten Grunge-Sound einsetzte. Aber auch im neueren Metal mischt Randall noch kräftig mit. So spielen auch Bad-Boys wie Dimebag Darrell oder Größen wie Kirk Hammit von Metallica bevorzugt über Randall-Amps. Weitere berühmte Endorser sind die Band Weezer und das Urgestein George Lynch.

Im Jahr 2000 ging Randall Amplifiers eine Kooperation mit Bruce Egnater ein, in deren Rahmen die Modular Tube Series entstand. Diese Neuerung machte es möglich, die Endstufe mit verschiedenen Vorstufenversionen zu bestücken und so analoges Ampmodeling zu betreiben. Mit Signaturmodulen von Hammit und Lynch konnte man sich deren Sound in die eigenen vier Wände holen, ohne einen komplett neuen Verstärker zu kaufen.

Die letzte Kooperation ging Randall mit dem High-Gain Guru Mike Fortin ein. Mit dessen Hilfe sollen weitere Verbesserungen insbesondere der Spitzenmodelle erzielt und ein Nachfolger für die MTS-Serie gefunden werden. Randall bleibt also beim kompromisslosen High-Gain Sound, der die Firma über den gesamten Erdball zum Synonym für satten Hard & Heavy Sound gemacht hat.