ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Interview: DelayDude über Pedals, YouTube & Selbstständigkeit

Pedale, YouTube & Leidenschaft - DelayDude im Interview

23. August 2022

Als Musiker, Gearhead oder musikbegeisterter Experimentalist hat man es nicht immer leicht – das ist eine Aussage, die so oder in ähnlicher Form ständig getroffen wird. Die meisten Menschen suchen einen Weg, ihre Passion auszuleben. Im digitalen Zeitalter eröffnen sich einem jedoch so viele Chancen, so viele Plattformen und so viele Möglichkeiten, auf die eine oder andere Art und Weise aufzutreten oder seine Begeisterung zu teilen, dass es schon auch absurd anmutet. Sicher, erträglich ist nicht alles und richtiges Geld mit Musik zu verdienen, ist schwieriger denn je – vor allem eben in Pandemiezeiten. Unser Mann Axel Ritt hat sehr ausführlich von seinen Erfahrungen zu dem Thema berichtet:

ANZEIGE

Doch wer sich die Plattform YouTube beispielsweise wirklich zunutze macht, kann viel erreichen. Für Christoph und Sonja des YouTube Channels DelayDude ist die Begeisterung für das Thema Gitarrenpedale schon lange ein Begleiter. So sehr, dass sie mit ihrem YouTube-Channel nun auf Wachstumskurs sind – und mit experimentellen Ideen, Vergleichstests und spannenden Setups zu meinen neugewonnenen Lieblingen unter den Pedal-Channels avanciert sind. Für AMAZONA.de ist es immer spannend, mit Menschen in Berührung zu kommen, die viel Begeisterung für diese Themen mitbringen – umso mehr erfreut es uns, dass der Horizont und die Erfahrung, die Christoph und Sonja mitbringen, nun ein fester Teil unserer Redaktion sein wird. Zeit also, die Leidenschaftstäter ein bisschen näher kennenzulernen – und mehr über ihre Anfänge, Inspirationen und zuletzt absurden Eskapaden mit Google und YouTube in Erfahrung zu bringen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

ANZEIGE

Dimi:
Hallo Christoph, hallo Sonja – erzählt doch mal kurz, wie ihr zu eurem Channel „DelayDude“ gekommen seid.

Christoph:
Ich habe mit 8 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Meine Eltern haben mich immer total unterstützt und vor allem mein Vater war und ist wahrscheinlich (neben meiner Frau Sonja) mein größter Fan. Musik spielte daher in meinem Leben immer eine entscheidende Rolle, trotzdem habe ich immer gedacht, dass man mit Musik heutzutage eigentlich kein Geld mehr verdienen kann und habe es deswegen immer nur als Hobby betrieben. 2004 lernte ich dann Sonja kennen. Sie spielte damals bereits Bass und so war es logisch, dass wir zusammen ein Musikprojekt starteten. Sie hat mich schon immer extrem unterstützt und war immer etwas optimistischer hinsichtlich dessen, was man mit Musik, beziehungsweise Effektgeräten doch alles machen kann. In dieser Zeit begann ich, meine ersten Effektgerät-Bausätze zusammenzuschustern. Schnell wurden mir die vorgegebenen Schaltpläne aber zu langweilig und so begann ich, eigene Effekte nach meinen Vorstellungen zu erstellen. Kurz nachdem mein Vater in Rente ging, wurde er krank. Er hat immer zu mir gesagt, dass ich das machen soll, was ich liebe. Bis dahin hatte ich unzählige Videos anderer Musiker gesehen. Viele gute, aber auch Videos, die mir zeigten, was ich als User eigentlich nicht sehen will. Ich bin kein Typ, der nörgelt oder den berühmten Daumen nach unten zeigt (weil ich das dumm und feige finde), sondern dachte, dass ich einfach Videos für Menschen machen will, denen es geht wie mir: Menschen, die Bock auf stundenlange Monologe über das Equipment haben. Für mich geht es einfach darum, dass das Pedal im Fokus steht. Von Anfang an habe ich mich um die Pedale und Sonja hat sich um das Video-Editing gekümmert.

Sonja:
Das war zum Teil ziemlich lustig, weil ich bis dahin eigentlich nie Videos auf YouTube geschaut habe und demensprechend einen ganz anderen visuellen Ansatz hatte. Ich glaube, dass die Leute im Großen und Ganzen schon ganz zufrieden waren – vor allem die Sounds wurden echt oft gelobt. Klar ist, dass unsere User einfach GAS (Gear Acquisition Syndrome) haben und die puren, blanken Effektpedal-Körper sehen wollen.

Dimi:
Wie viele Follower und Clicks habt ihr – wie seid ihr im Verlauf der letzten Jahre gewachsen?

Christoph:
Im Juli 2022 wurde unser Kanal von Kriminellen gehackt, was uns ein paar Follower gekostet hat. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei allen entschuldigen, denen dieses lausige Spam-Video aufgedrängt wurde und allen danken, die gleich ahnten, dass wir so einen Mist nie hochladen würden und uns treu geblieben sind. Derzeit steuern wir auf 3000 Abonnenten zu und haben fast 1.000.000 Klicks. Ich weiß noch genau, wie aufgeregt wir waren, als wir nach einigen Wochen den hundertsten Abonnenten hatten. Klar, wir sind damit ein ziemlich kleiner Kanal, aber wenn man bedenkt, dass wir wirklich nur eine winzige Nische bedienen, sind wir trotzdem stolz auf diese Zahlen und die Anerkennung, die uns in Nerd-Kreisen zuteilwird. Im Jahr 2018 kam zu unserem Kanal unsere Website www.delaydude.de mit unserem Blog und unserem Shop/unserer Werkstatt hinzu. Hier gibt es neben all unseren Videos auch allerhand Infos rund um Delay-Pedals, Gitarren, Amps und Gear im Allgemeinen. Zudem finden sich einige spannende Interviews mit Leuten, die mich im Laufe der Zeit beeindruckt und inspiriert haben. Da wir bisher immer nur diejenigen waren, die „7 Fragen an…“ gestellt haben, ist es jetzt ein komisches Gefühl, mal selbst interviewt zu werden. Ach, und wer zum Beispiel sein Pedal durch ein falsches Netzteil gebraten hat oder eine Modifikation sucht, wird hier ebenfalls fündig. Wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten immer unser Bestes zu geben. Gerade bei Vintage-Effekten ist es ein unglaublich tolles Gefühl, wenn man einem totgeglaubten Schätzchen wieder neues Leben einhauchen kann. Aber letztlich freue ich mich über jedes Pedal, das wir retten können und jeden Musiker, der mit einer kreativen Custom-Anfertigung von uns zu neuen musikalischen Höhen fliegt.

Dimi:
Kannst du ein paar Worte zu eurem Aufnahme- und Video-Equipment sagen?

Sonja:
Oh, oh, jetzt wird es ausführlich…alles, was in den Videos nicht gesagt wird, kommt jetzt mal ans Licht 😉

Christoph:
Also, ich spiele eine Fender Telecaster, weil diese einen extrem ehrlichen Sound hat und nichts verfälscht und jeder Gitarrist / jede Gitarristin sich ungefähr vorstellen kann, wie eine Telecaster klingt. Es bringt in meinen Augen wenig, einen Sound mit einer Gitarre vorstellen zu wollen, die kaum jemand besitzt, weil die Leute am Ende nur frustriert sind, dass sie nicht so klingen, wie in dem Video. Meine Fender Telecaster war ursprünglich eine Mexican-Telecaster. Bis auf den Body und den Hals habe ich allerdings alle Parts schon mindestens einmal ausgetauscht.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sonja:
Hier kannst du endlich mal alles loswerden, was du in den Videos nicht sagst, also spuck aus, was du modifiziert hast.

Christoph:
Die Pickups sind das Fender Tele 52 Vintage Pickups-Set. Die Mechaniken und die Bridge sind von einer American Standard (die Reiter der Bridge habe ich durch Compensated Messing Reiter ersetzt). Potis und Kondensator sind auch getauscht, allerdings muss ich gestehen, dass ich das vor so vielen Jahren gemacht habe, dass ich die Gitarre jetzt aufschrauben müsste, um zu sagen, welche es sind. Zwischenzeitlich hatte ich dann mal einen Radiohead-Gedächtnis Kill-Switch eingebaut, den habe ich aber mittlerweile wieder ausgebaut. Als Amp nutze ich einen selbst aufgebauten point-to-point verdrahteten Tweed Champ/Princeton mit einem Celestion G12M Greenback Speaker. Der Vorteil von diesem Amp ist, dass er auch bei niedriger Lautstärke schon klingt wie ein großer Röhren-Amp. Die Regler des Amps sind ganz stilecht mit Gaffa fixiert, damit sie bei jeder Aufnahme exakt gleich eingestellt sind. Die Kombi aus der Tele und dem Tweed liefern in meinen Ohren einen klaren und direkten Sound. Als Kabel nutze ich Vovox, Sommer und Evidence Audiokabel. Und die Effekte werden von einem Voodoo Lab Netzteil mit Strom versorgt. Aufgenommen wird dann alles über eine Silent Box (Sonja: die Nachbarn freuen sich sehr, dass wir die haben) mit einem Shure SM57. Der Sound geht dann direkt in einen SM Pro Audio TB 202 Preamp und dann über die Soundkarte in meinen PC, wo ich alles in 24 Bit in Cubase aufnehme. Das war’s schon,

Dimi:
Habt ihr Lieblings-Channels, die euch inspirieren?

Christoph:
Spannende Frage, das ist echt schwierig zu beantworten. Aus dem Gitarren-Bereich habe ich eine zeitlang nahezu alles aufgesogen, was irgendwie mit Gitarren zu tun hat. Ganz oben mit dabei waren That Pedal Show (Mick und Rabea habe ich mal in Berlin bei Just Music getroffen 😉). Dann die JHS-Show (ich liebe den Humor von Josh), Living Room Gear Demo, Wampler Pedals und Andy von ehemals Pro Guitar Shop.com. Außerdem noch The Pedal Zone und Gear Man Dude und auch bei Amazona und Bonedo bin ich immer wieder unterwegs. Aber letztlich ist es so, dass ich als Gear-Nerd nach wie vor die Videos schaue, die meiner aktuellen Suche/Stimmung entsprechen. Mittlerweile ist mein Spektrum durch einige neue Devices (die tatsächlich nichts mit Gitarrenmusik zu tun haben) ein bisschen weiter geworden und so bleibe ich immer wieder sehr gerne bei BoBeats, Loopop und Hainbach hängen.

Dimi:
Am Donnerstag, 14. Juli ist euer Channel gehackt worden. Erzählt doch mal im Detail, was genau passiert ist.

Sonja:
Das war alles ziemlich strange. Wir haben am Freitagmorgen unsere Mails gecheckt und gesehen, dass wir am Donnerstagabend gegen 21.00 Uhr mehrere Mails von Google bekommen haben. Diese informierten darüber, dass im Abstand von nur wenigen Minuten unsere im Account hinterlegte E-Mail-Adresse, unser Passwort und unsere Telefonnummer geändert und die Zwei-Faktor-Authentifizierung deaktiviert wurde. Innerhalb von nur 4 Minuten konnte so eine unautorisierte Person alle unsere Daten ändern und den Kanal übernehmen. Der Name des Kanals wurde geändert in “delay dude fdwef“ (sehr kreativ) und kurze Zeit später wurde ein Spam- Video veröffentlicht. Leider ist das von Google und YouTube vorgeschlagene Prozedere zur Wiederherstellung der Zugangsdaten vollkommen ungeeignet, da wir uns hierfür mit den (durch Dritte geänderten) Zugangsdaten hätten einloggen müssen. Wir haben alles Mögliche unternommen, um irgendwie mit dem Support in Kontakt zu kommen, sind aber grandios gescheitert. Den einzigen Kontakt, den es für kleine Kanäle gibt, ist eine freundliche Dame am Servicetelefon, die einem mitteilt, dass es keinen Support gibt.

Dimi:
Du meine Güte …

Sonja:
Irgendwann hatten wir die Schnauze ziemlich voll und waren drauf und dran, all die Jahre Arbeit und Leidenschaft verkommen zu lassen. Und einfach hinzunehmen, dass, wenn man kein Mega-Influencer ist, man keine Chance hat, seine Werke zu retten. Aber irgendwie konnten wir es dann doch nicht. Zumal der Kanal gerade Christophs Dad echt viel bedeutet. Wie bereits erwähnt, er ist leider schwer krank und die Sache hat ihn zusätzlich echt beschäftigt. Er ist ein absoluter Kämpfer und hat uns immer gesagt: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Dementsprechend mussten wir allein für ihn weiterkämpfen. Es gab es viele Mails von Followern, die uns schrieben, wie schade sie finden, was gerade mit unserem Kanal passiert. Wir haben daraufhin einige große YouTuber angeschrieben. Darunter Eirik (Living Room Gear Demo), BoBeats, Hainbach und viele andere. Viele haben uns durch Posts auf ihren Kanälen oder Twitter-Accounts unterstützt, aber das brachte uns leider immer noch nicht in Kontakt mit dem YouTube Support. Das Zünglein an der Waage war dann eine Mail von Frank. Er riet uns, doch mal Kontakt mit Peter Grandl von Amazona aufzunehmen. Das haben wir dann auch getan und innerhalb von wenigen Minuten kam ein Rückruf von Peter. Er stellte den Kontakt zu Philipp Ernst von Bonedo her. Dieser hat in tagelanger Arbeit mit uns gemeinsam den YouTube-Support bearbeitet und so gelang es tatsächlich, den Kanal wieder zurückzubekommen. Glücklicherweise haben die Hacker nur ein blödes Video veröffentlicht und unsere Videos unberührt gelassen. Also ist jetzt alles wieder beim Alten. Nur, dass wir eine ganze Menge toller Menschen kennengelernt haben und weiterhin an den Zusammenhalt unter Musikern glauben können (auch eine Art der Religion.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Dimi:
Ist es nicht bemerkenswert, wie angreifbar das Sicherheitssystem von Google ist und wie einfach es Hackern getan wird?

Christoph:
Wir waren echt erschrocken, wie leicht es ist, einen Kanal zu hacken und wie einfach dieses „großartige“ System der Zwei-Faktor-Authentifizierung außer Kraft gesetzt werden kann. Ich glaube, dass selbst, wenn wir innerhalb von einer Minute nach der ersten Mail von Google reagiert hätten, von unserer Seite aus nichts mehr zu machen gewesen wäre. Gleichzeitig waren wir maximal enttäuscht, dass es für kleine Kanäle keinen Support gibt und wir können alle wahrscheinlich kaum erahnen, wie viele kleine Kanäle gehackt werden. Die Leute geben dann ihre mit Leidenschaft erstellten Kanäle auf, weil sie einfach niemanden haben, der ihnen hilft. Das ist echt traurig. Auch ist uns klargeworden, wie wenig greifbar letztlich die eigenen Kreationen, die eigene Arbeit im Netz sind. Man schickt sie raus in die Welt und letztlich kann jeder sie ohne allzu große Probleme klauen. Bei unserer Recherche haben wir feststellen müssen, dass aber selbst viele große Kanäle, die gehackt wurden, Probleme damit haben, ihre Kanäle zurückzubekommen. Es war eine unglaublich aufreibende Zeit und Menschen, die keinen mit Leidenschaft gefüllten YouTube-Kanal betreiben können unsere Emotionen wohl kaum nachvollziehen, aber ich möchte allen da draußen sagen: Wenn plötzlich Elon Musk auf eurem Kanal irgendwelchen Bitcoin-Scheiß erzählt – gebt nicht gleich klein bei. Sucht euch Hilfe! Wir sind auf alle Fälle sehr viel vorsichtiger geworden.

Dimi:
Welche Ratschläge und Tipps würdet ihr Leuten geben, die ihren eigenen Gear-Channel starten wollen?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sonja:
Macht das, was ihr liebt. Und macht die Art von Videos, die ihr sehen wollt. Ich glaube, dass es wenig bringt, andere kopieren zu wollen. Mittlerweile schaue ich ja auch Videos auf YouTube und man merkt doch ziemlich schnell, wer ein Video macht, weil er/sie ein bestimmtes Gear geil findet und wer ein Video macht, weil er/sie sein will wie XY. Was ich persönlich auch wichtig finde ist, dass man dem Sound ein bisschen Respekt zeigt und nicht einfach alles zwischen Tür und Angel mit einem schlechten Sound aufnimmt und dann hochlädt. Musik ist etwas Großartiges und hat es verdient, auch so behandelt zu werden. Das heißt nicht, dass man das krasseste Equipment braucht, es geht uns mehr um eine innere Haltung. Mittlerweile haben viele Smartphones hervorragende Kameras. Und es gibt viele gute und günstige Audiointerfaces für den PC. Wir nehmen tatsächlich niemals über ein Smartphone unsere Audiospuren auf – was nicht heißt, dass Aufnahmen über ein Smartphone schlecht sein müssen, aber wir sind bekennende Sound-Fetischisten (vor allem Christoph) und das gehört dann wohl auch ein bisschen zu unserer „Religion“.

Dimi:
Dann seid ihr bei Amazona richtig.

Sonja:
Bei DelayDude bleiben wir tatsächlich straight bei Gitarrenmusik. Unser musikalisches Nebenprojekt ist rein elektronisch und hat daher in unseren Augen auf unserem Kanal nichts zu suchen (wer aber Bock hat, mal reinzuhören, findet uns als Fragile Heroes auf Band Camp). Letztlich gilt: Fang einfach an. Unser erstes Video war vielleicht auch nicht der Knaller. Aber wir haben es mit Liebe und Leidenschaft gemacht, wie jedes weitere Video auch. Insekten gibt es bei DelayDude wahrscheinlich künftig nicht mehr (es sein denn, es gibt irgendwann mal das von mir favorisierte Insekten-Special 😉). Sprich, man lernt auch jeden Tag aus den Kommentaren der User dazu. Und egal, was du machst, solange es dir gefällt, gibt es schon mal einen Menschen, der deinen Kram mag. Und wenn du ein bisschen Herzblut und Leidenschaft in die Sache investierst, kommen ganz sicher noch weitere dazu.

Dimi:
Welche drei Pedale würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?

Sonja:
Darf jeder drei mitnehmen? Ansonsten hätte ich ganz schlechte Karten, würde Christoph allerdings auch den Platz im Köfferchen lassen, weil ich dermaßen auf Gitarren mit Shimmer, (Reverse-) Delays und Reverb abgehe. Ich bin Bassistin … Ich brauche nur ein Reverb-Pedal und ein Delay. Beide hat Christoph mir aufgebaut. Das Delay basiert auf einem PT 2399 und das Reverb- Pedal auf einem Accutronics.

Christoph:
Upps, das ist erschreckend: Ich würde tatsächlich auch Delay, Reverb und Shimmer mitnehmen. Bei den Pedalen ist es schwer, sich festzulegen. Ich müsste wahrscheinlich ein paar Mal hin und her reisen, um die Pedale auszutauschen (was mega schlecht für meinen CO2-Fußabdruck wäre). Momentan stehen auf meinem Board aber das Strymon Volante, das Empress Echosystem, Strymon Big Sky (sowohl für Reverb als auch für Shimmer). Aber auch der Deluxe Memory Man von Electro Harmonix ist nach wie vor großartig. Das DOD Rubberneck hat mich überrascht und begeistert. Das Moog Delay ist bombastisch (sowohl klanglich als auch von seinem Platzbedarf auf dem Pedalboard). Nicht zu vergessen, das Fulltone TTE. Aber auch mit meinem allerersten Delay, dem Boss DD-5 könnte ich auf der Insel gut überleben. Letztlich gibt es so viele geile Delays und es ist schwer, sich zu entscheiden. Deswegen gibt es auf unserem Blog auch die Rubrik „Welche Pedal brauche ich?“ und letztlich war das auch einer der Gründe, warum ich meinen Kanal gestartet habe. Die Grenzen zwischen Boutique-Pedalen und „Massenware“ scheinen derzeit immer mehr zu verschwimmen und so gibt es mittlerweile echt geile Delays für wirklich kleines Geld. Trotzdem bin ich der Meinung, dass gute Arbeit durchaus auch ihren Preis haben darf. Allerdings sollten Hersteller dann darauf acht, dass sie ihren Ansprüchen auch gerecht werden. Alles in allem hat es daher jedes Delay, das gut klingt, bedienerfreundlich ist und keine Bugs hat, verdient, einmal ausprobiert zu werden. Denn der Sound wird auch von dem bestimmt, der das Delay nutzt und nicht nur von einem großen Herstellernamen. Ich bin immer begeistert von Innovationen und neuen Herangehensweisen wie zum Beispiel dem Echotopia von Crazy Tube Circuits oder dem Zen Delay von Erica Synth. Auch bei der Benutzung kann man gerne mal etwas „Out of the Box“ denken und das Delay nicht nur für die Gitarre, sondern durchaus auch für andere Instrumente nutzen.

ANZEIGE
ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    AmigoMario

    Viel Erfolg wünsche ich! Klasse, dass das Problem mit dem YouTube-Account, auch Dank Amazona, gelöst werden konnte.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X