Low Hiss SP-1200, Clone-Projekt zum Kult-Drumsampler

6. Juni 2019

Mit originalen Algorithmen und SSI-Filter

Die E-MU SP-1200 Sample-Drummaschine ist nach wie vor ein begehrtes Kultobjekt. Vor einiger Zeit gab es bereits die Ankündigung zur Isla Instruments SP-2400, die sich in der Entwicklung befindet. Doch das ist nicht das einzige Projekt. Ein SP-1200 User, der unter dem Namen Low Hiss auf verschiedenen Social Media-Kanälen zu finden ist, berichtet von der Entwicklung seines noch namenlosen SP-1200 Projektes.

Größenvergleich anhand eines Papp-Modells; Quelle: Low Hiss, Instagram

Derzeit existiert nur ein grob zusammengebauter Prototyp. Low Hiss ist eigentlich Software-Entwickler. Daher wird sein SP-Clone auf Basis von Arduino und Raspberry Pi realisiert werden. Wie beim Vorbild kommen jedoch analoge Filter zum Einsatz. In diesem Fall ist es der SSI2144-Chip, der modernen Version des SSM2044, welche in der originalen SP-1200 für den besonderen Sound auf den Kanälen 1 und 2 sorgten und deshalb meist für Kicks und Bässe genutzt wurden.
Außerdem kommen die gleichen TL 084 Op-Amps in der Ausgangskanälen zum Einsatz und auch das analoge Inputfilter wird nachgebildet.
Der Pitch-Shift Algorithmus, der einen großen Anteil am charakteristischen SP-Sound hat, wurde vom Entwickler per „reverse engineering“ exakt nachgebildet.

Der Low Hiss SP-1200 Clone wird etwas kleiner als das Original ausfallen, aber ungefähr den gleichen Funktionsumfang, ein ähnliches Layout und Userinterface besitzen, jedoch sind ein paar Verbesserungen und moderne Extras geplant. Dazu gehören:

• portabel, mit Batteriebetrieb
• Effekte (Reverb, Delay, Compressor etc.), die auf einzelne Sounds geroutet werden können
• interne SD-Card als Speichermdium
• USB für externe Speichermedien
• WAV als Sample-Format
• variable Bit-Rate von 12 bis 1 Bit, pro Pad einstellbar
• Wireless Sound-Transfer
• Tune UND Decay gleichzeitig bei einem Sound anwendbar
• deutlich mehr Sample-Zeit, optional die originale Begrenzung auf 10 Sekunden (4x 2,5)
• und noch mehr

Der geniale Workflow des Originals soll bei der Low Hiss SP-1200 unbedingt erhalten bleiben. Es wird vier Bänke mit acht Pads (= Sounds) geben. Anstelle der acht Fader werden Drehregler zum Einsatz kommen. Dazu kommen Tasten für die Modi Multi Pitch und Multi Level sowie Channel Assign und ein Main-Volume-Regler. Die Samples können in der Maschine via Truncate geschnitten werden. Der Sequencer wird eine Auflösung bzw. Quantisierung von 24 ppq besitzen. Bislang ist ein Display mit 2 Zeilen à 16 Zeichen vorgesehen, eventuell wird ein größeres (4x 20) verbaut.

funktionstüchtiger Prototyp; Quelle: Low Hiss, Instagram

Über den Fortgang des Low Hiss SP-1200 Projektes kann man sich auf dem Instgram-Kanal von Low Hiss und zum Beispiel im Gearslutz-Forum auf dem Laufendem halten. Bezüglich eines Zeitrahmens gibt es keine genaueren Angaben. Ob dann tatsächlich ein kommerzielles Produkt daraus entsteht, bleibt abzuwarten.

Forum
  1. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Return of the Pappbox. Aber das Gehäuse interessiert auch nicht beim Prototyp. Hier ist erstmal die Funktion wichtig.

  2. Profilbild
    swift  

    Ich hoffe, dass noch andere Neuauflagen klassischer Sampler folgen. Einzelausgänge und analoge, gut klingende Filter pro Kanal wären für mich ein starker Kaufanzreiz.

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