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Test: Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

3. August 2022

Synthesizer made in Austria

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Der VA-Synthesizer aus Österreich

Horst Mayer ist Synthesizer Entwickler aus Leidenschaft. 2019 präsentierte er mit dem M800 einen polyphonen virtuell-analogen Synthesizer im Eurorack-Format. Der 2021 erstmals auf der Superbooth vorgestellte MD900 basiert auf derselben Synthesizer-Engine, ist aber ein sehr üppig ausgestattetes Desktop-Gerät.

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Da Horst Mayer nur einige Kilometer von meinem Studio entfernt seine Firma betreibt, hat er es sich nicht nehmen lassen, mir den MD900 persönlich vorbeizubringen und vorzustellen.

Was soll ich sagen, Horst Mayer ist Energie pur und lebt sein Produkt. Dabei geht es nicht nur um die rein technische Vorführung, ich habe dabei einiges aus der Entwicklungsgeschichte des Instruments und aus den persönlichen Gründen für Design-Entscheidungen erfahren. Man sieht so ein komplexes technisches Gerät mit ganz anderen Augen, wenn man die Möglichkeit hat, sich mit dem Entwickler direkt auszutauschen.  Und das Schöne ist, diese Möglichkeit hat jeder User des MD900, weil Horst Mayer über einen Discord-Kanal erreichbar ist und das Gerät fernwart- und auch fernbedienbar ist, das ist schon ein sehr cooles Feature.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Gehäuse und Anschlüsse des MD900 Synthesizers

Optisch und haptisch kann man den MD900 nur als gelungen bezeichnen. Das 46 x 29 x 6,5 cm große Desktop-Gehäuse besteht aus einer gebogenen, grau beschichteten Aluminiumwanne mit einer präzise eingefrästen Holzfront und -rückseite. Die sauber bedruckte Pult-Platte ist dunkel und im Stil der Oberheim Synthesizer der 80er-Jahre gehalten. Horst Mayer hat mir erzählt, dass sein erster gekaufter Synthesizer ein Nord Lead war. Vielleicht hat das die Wahl der Drucktaster mit beeinflusst. Die Potentiometer sind mit dem Gehäuse verschraubt, da wackelt nichts. Die Kappen sind sehr hochwertig und gut greifbar, der Abstand ist gut gewählt. Auffällig ist natürlich das 5“ große kapazitive Touch-Display und die insgesamt 5 kleinen farbigen TFT-Assistenz-Displays. Die Hüllkurven werden mit farbig beleuchteten Fadern eingestellt, wie man sie aus der Roland Boutique Serie oder vom Behringer 2600 kennt.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Die Anschlüsse des MD900 sind allesamt auf der Rückseite platziert. Hier findet man den Netzteilanschluss (leider kein integriertes Netzteil), den Netzschalter, drei USB-Host-Anschlüsse, Buchsen für Sustain- und Expression-Pedale, MIDI In, Out und Thru (danke!), einen Stereo-Audio-In-Anschluss (für Insertkabel), Audio-Out L und R (Audio-Out L kann auch mit einem Insertkabel die Stereosumme abgreifen) und einen Kopfhörerausgang. Positiv sind an der Konnektivität vor allem die drei USB-Anschlüsse hervorzuheben, denn hier können Controller aller Art direkt über USB angeschlossen und im Gerät spezifisch zugewiesen werden, auch das Anschließen von Massenspeichern direkt am Gerät ist so möglich. Wünschenswert wären bei einem multitimbralen Gerät natürlich Einzelausgänge.

Die Struktur und das Bedienlayout des Mayer MD900

Der MD900 ist ein 16-stimmiger, 4-fach multitimbraler virtuell-analoger Synthesizer mit integriertem Drum-Sample-Player und Clip-Launcher. Der Drum-Sample-Player selbst kann 14 Noten gleichzeitig abspielen und greift dabei nicht auf die Ressourcen der Synthesizer-Parts zu. Die Klangerzeugung arbeitet dabei von der Basisschwingungsform bis zur Effektkette immer in Stereo. Jeder der vier Synthesizer-Parts beinhaltet neben der Klangerzeugung einen Arpeggiator, einen MIDI-Sequencer und eine umfangreiche FX-Sektion. Im Clip-Launcher können für jeden der 4 Synthesizer-Parts, für den Drum-Sample-Player und für zwei externe MIDI-Ziele MIDI-Loops arrangiert und gestartet werden.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Das Bedien-Layout des MD900 ist übersichtlich gegliedert. Zentrale Anlaufstelle ist natürlich der Touch-Screen. Die vier Hüllkurven werden über eigene beleuchtete Fader geregelt, Oszillator 1 und 2, der Noise-Generator, der Mixer, der Shaper, die Filter und die LFOs haben jeweils eigene Sektionen. Die Oszillatoren haben dabei zusätzlich noch jeweils ein eigenes graphikfähiges Sub-Display, die Filter und die LFOs teilen sich eines. Will man eine der Sektionen über das Haupt-Display bearbeiten, genügt ein Druck auf die kleinen, schwarzen Taster in der jeweiligen Sektionsüberschrift, schon ist man im jeweiligen Menü des Haupt-Displays. Eine Shift-Taste sucht man vergebens. Zweitfunktionen – und derer gibt es nur wenige – erreicht man durch längeres Drücken der Hauptfunktion des Tasters. Die gut lesbare Beschriftung ist dabei farbcodiert. Die Bedienung ist durchdacht, ein Blick in das Handbuch nur selten notwendig.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Die Klangerzeugung und die Synthesizer Engine(s)

Algorithms, Wavetables und der Noise-Generator

Für eine Stereostimme des MD-900 werden zwei Oszillatoren und ein Sample des Noise-Generators zunächst im Mixer zusammengeführt und können dann durch zwei Filter und zwei Verstärkersektionen geroutet werden. Danach kann der Klang noch mit stackbaren Effekten pro Synthesizer-Part verfeinert werden. Moduliert werden kann das alles mit 4 Hüllkurven und 3 LFOs pro Synthesizer-Part.

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Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Die Aufbau einer Voice wird im Display dargestellt, über Touch gelangt man hier in die entsprechenden Sektionen

Die Bedienung erfolgt in der jeweiligen Oszillator-Sektion. Oszillatoren können entweder im Algorithm- oder im Wavetable-Mode betrieben werden. Besonderes Augenmerk wurde hier dem direkten Zugriff auf das Tuning gewidmet, um auch feine Schwebungen erzeugen zu können. Dank durchgehendem Stereosignalpfad sind Stereo-Spread und der Panorama-Parameter der Oszillatorensektion.

Läuft der Oszillator im Algorithm-Mode, gibt es zwei direkt zugewiesene Parameter und Phase- sowie Shape-Bearbeitung. Derzeit stehen insgesamt 8 VA-Oszillator-Algorithmen zur Verfügung, sie decken die Standard Schwingungsformen ab und sind je nach Algorithmus teilweise morph- und pulsbreitenmodulierbar, weiterhin findet man auch Phase-Distortion, Hypersync und einen Formant-Sinusoszillator. Allen VA-Modellen kann ein sauberer Klang auch in hohen Lagen auf Wunsch enorme Breite und Druck attestiert werden.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Im Wavetable-Mode werden dem Oszillator Wavetables zugewiesen, die traditionell durchfahren werden können. Da in den MD900 Wavetables im Serum-Format importiert werden können, die im Netz weit verbreitet sind, ist die Versorgung mit umfangreichem Ausgangsmaterial gesichert. Ein Highlight der Wavetable-Klangerzeugung ist der Spectral-Morph-Parameter. Dabei können Frequenzanteile im Frequenzspektrum verschoben, auseinandergezogen und verschmiert sowie ein High- oder Lowpass-Filter aktiviert werden.

Bei der Einstellung der Oszillatoren bietet das Touchdisplay stets visuelles Feedback. Schwingungsformen werden dargestellt, Wavetables werden in der dritten Dimension durchfahren und Morphing wird visuell begreifbar. Auch die Sub-Displays sind mit im Spiel und zeigen immer den gerade gedrehten Parameterwert und geben Auskunft, in welchem Mode gerade gearbeitet wird.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Der Noise-Generator als dritte Signalquelle kann ein Audiosample entweder tonal oder mit fixer Stimmung in verschiedenen Abspielmodi wiedergeben. Das funktioniert derzeit nur mit einem Sample, mit dem nächsten Betriebssystem-Update wird man aber bis zu 8 Samples als Multisample über die Tastatur verteilen zu können. Die Samples werden dabei immer in den Arbeitsspeicher geladen, Diskstreaming ist derzeit nicht möglich. Die verwendeten Samples können zentral im MD900 abgelegt sein oder von externen Datenträgern importiert werden, werden aber immer mit dem Sound-Programm abgespeichert.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Der Noise-Generator mit seinen Stereo-Samples ergänzt das Klangspektrum um Klangfarben, die mit der Synthese nicht realisierbar sind. So sind damit Klänge wie im Roland D-50 machbar. Der Attack kommt vom Noise-Generator, das Sustain und das Release von Oszillator 1 und 2. Mit Aliasing kann der Mayer MD900 allerdings nicht aufwarten.

Mixer, Filter, LFOs und Hüllkurven

Gute Oszillatoren sind also schon einmal am Start, aber ganz wesentlich für den Klangcharakter sind natürlich die Filter und die Modulation des Oszillatorsignals.

Zunächst werden im Mixer die drei Oszillatoren gemischt und das Filterrouting festgelegt. Auch hier sorgt die graphische Darstellung im Touch-Display für Übersicht. Derzeit noch Platzhalter sind mögliche Inserts im Signalpfad.

Wie die Oszillatoren, arbeiten auch die zwei Filter des MD900 in Stereo. Die Filtermodelle orientieren sich allesamt an klassischen Vorbildern (Moog VCF, Moog Ladder, Curtis) und liegen teilweise als LP-, HP- und BP-Varianten vor. Für meinen Geschmack klingen die Filter gut und reichen je nach Modellierung auch bis zur Selbstoszillation.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Die drei LFOs haben eine Frequenz von 0,14 Hz bis 217,4 Hz und können zum Systemtempo synchronisiert werden. Die Frequenz kann an Notenwerte angepasst werden und auch Triolen oder punktierte Notenwerte können zur Anpassung der Frequenz herangezogen werden.

Die vier Hüllkurven sind prinzipiell als ADSR-Kurven angelegt, können aber auch als AR-, AD- oder AD-Loop-Kurven betrieben werden. Nummer 1 und 2 sind Verstärkerhüllkurven, Nummer 3 ist dem Filter zugewiesen und Kurve 4 ist einem freien Modulationsziel zuweisbar.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Auch die Hüllkurven werden graphisch dargestellt. Was nicht geht, ist das direkte Angreifen und Modifizieren der Hüllkurve am Touchdisplay, allerdings hat man ja dafür 3 mal 4 Fader auf der Bedienoberfläche.

Die Verknüpfung der Modulationen wird dabei in der umfangreichen Modulationsmatrix durchgeführt, die in Listenform dargestellt wird. Hier erweist sich das Touch-Display wieder als sehr praktisch. 21 Modulationsquellen können derzeit 45 Modulationszielen zugeordnet werden. Die Effektparameter sind derzeit leider nicht modulierbar. In der Liste ist auch die Modulationstiefe des jeweiligen Slots dargestellt und nicht zuletzt die Modulation selbst. So erkennt man bei komplexeren Presets, ob die Verschaltung wie gewünscht funktioniert.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Cleveres Detail in der Modulationsmatrix: Die roten Balken zeigen die eingestellte Stärke der Modulation, die blauen Balken die aktuell stattfindende Modulation.

Die Effekte des MD900 Synthesizers

Pro Part stehen bis zu vier stackbare Effekte zur Verfügung. Das Handbuch behandelt dieses Kapitel komischerweise überhaupt nicht. Die Effekte sind jetzt nicht Highend, klingen aber allesamt gut und sind vor allem für den Live-Betrieb mehr als ausreichend. Im Studio wird man den MD900 ohnedies aufnehmen und mit Plug-ins in der DAW weiterbearbeiten.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Drum-Sample-Player, MIDI-Sequenzen und Arpeggiator

Der MD900 Synthesizer als Groovebox

Der fünfte klangerzeugende Part im MD900 ist der Drum-Sample-Player, der bis zu 14 Samples gleichzeitig abspielen kann. Der Drum-Sample Player-belastet dabei nicht die Polyphonie der vier Synthesizer-Parts. Die Samples können über externes MIDI, aber auch über den internen Drum-Sample-Player getriggert werden. Interessant ist dabei auch die Möglichkeit, Drum-Samples in einen Side-Chain-Bus zu schicken, der in bestimmten Effektprogrammen wie z. B. dem Dynamic-Compressor genutzt werden kann. Mit dem Drum-Sample-Manager-Tool können Samples in verschiedenen Formaten vom Rechner in den MD900 überspielt und konvertiert werden. So können individuelle Drumkits schnell zusammengestellt werden. Im Gegensatz zu den MIDI-Clips des Clip-Launchers können die Drum-Patterns mit dem Drum-Pattern-Editor direkt am Gerät programmiert werden.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Das Ganze ist sehr übersichtlich aufgebaut. Steps werden per Touch in den Spuren im Grid gesetzt. Pro Step lässt sich die Anschlagsdynamik einstellen und auch ein alternativer Sound setzen. Frickelbeats lassen sich damit nicht umsetzen, aber man kann schnell und schnörkellos Drumpatterns aus Samples der Wahl zusammenbauen.

In der MIDI-Grid-Ansicht können importierte MIDI-Sequenzen angezeigt und abgespielt werden. Editieren z. B. über den Touch Screen, ist aber nicht möglich.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Im MIDI-Grid ist editieren nicht möglich, es zeigt lediglich die importierten MIDI-Clips

Der Arpeggiator im MD900 ist ein sehr mächtiges Werkzeug. Von den am MIDI-Keyboard angeschlagenen Tasten kann die jeweils erste oder letzte gespielte Taste in verschiedenen Oktavlagen Startpunkt des Arpeggios sein. Es gibt wie üblich verschiedene Abspielreihenfolgen und Auflösungen. Arpeggios können bis zu 64 Steps lang sein. Insgesamt werden maximal 5 Tasten  ausgelesen und sortiert. Im Assign-Screen kann nun für jeden Step eine der 5 ausgelesenen Tasten zugewiesen werden oder über Chord dem Step alle angeschlagenen Tasten zugewiesen werden. Weiterhin lassen sich pro Step Hold und Legato festlegen, ob die Note überhaupt gespielt wird und die Steps lassen sich in Halbtönen transponieren und oktavieren. Als Sahnehäubchen lassen sich neben der Anschlagsdynamik auch drei in der Modulationsmatrix abrufbare virtuelle Steuerspannungen pro Step festlegen und somit über den Arpeggiator Syntheseparameter modulieren. Die Möglichkeiten sind also sehr umfangreich, aber dank dem Touch-Screen komfortabel programmierbar.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Fünf angeschlagene Notenwerte – was eben mit einer Hand greifbar ist – können einem bis zu 64 Steps langem Pattern pro Step frei zugewiesen werden

Der Clip-Launcher des MD900 Synthesizers

Der Clip-Launcher ist die Steuerzentrale für Live-Performances mit dem MD900. Hier können im Ableton Live Stil MIDI-Patterns oder Arpeggiator-Patterns für jeden der vier Synthesizer-Parts und Drumpattern des internen Drum-Samplers zugewiesen und per Touch gestartet werden. Da man in der Performance aber auch in anderen Screens unterwegs ist, können zusätzlich über USB angeschlossene Hardware-Controller für das Launchen der Clips verwendet werden. MIDI-Keyboards und Controller müssen generell class compliant sein, um am MD900 angeschlossen werden zu können.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Wie klingt der Mayer MD900 VA-Synthesizer?

Direkt und druckvoll. Und breit, sehr breit. Seine Stärke ist der kompromisslos in Stereo gehaltene Signalpfad. Oszillator, Filter, Verstärker und Effekte werden immer in Stereo berechnet. Angesichts dieser Tatsache sind die 16 Stimmen der Synthesizer-Parts samt Modulationen und Effekten bei 48 kHz, 24 Bit interner Auflösung ein enormer Rechenaufwand. Sowohl Wavetable- als auch die virtuell-analogen Oszillatoren überzeugen. Die Bedienoberfläche ist durchdacht und lädt zum Schrauben ein. Wer schon einmal mit subtraktiven Synthesizern gearbeitet hat, findet sich schnell zurecht. Sehr ergonomisch ist auch das stets gegebene visuelle Feedback, es gibt Oszilloskope, Schwingungsform- und Hüllkurvendarstellungen und nicht zuletzt die dreidimensionale Darstellung der Wavetables, auch Signalpfade beim Mixer oder den Effekten werden stets graphisch dargestellt.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Ein echtes Manko ist derzeit noch die magere Versorgung mit Presets. Es gibt schlicht zu wenige und die vorhandenen loten das Potential nicht aus. Laut Aussage von Horst Mayer wird aber im Hintergrund bereits von Sounddesignern an Presets gearbeitet – hier ist also Nachbesserung in Aussicht. Auch der Drum-Pattern-Editor ist noch ausbaufähig. In puncto Hardware ist das Fehlen von Einzelausgängen zu bemängeln, hier wird es nachrüstbare Einzelausgänge geben. Auch die Software wird stetig weiterentwickelt, so ist eine Einbettung in DAWs über ein VST-Plug-in in Planung. Das würde es auch ermöglichen, den MD900 über die DAW zu automatisieren. Sysex senden die zahlreichen Regler von Haus aus leider nicht, allerdings gibt es bei den Syntheseparametern eine MIDI-Learn-Funktion, mit externen MIDI-Controllern kann man dieses Manko daher umgehen.

Mayer MD900 VA-Synthesizer und Groovebox

Testaufbau im Studio: Der MD900 im Studio im Kreis seiner Mitbewerber

Horst Mayer ist ein Entwickler, der in Austausch mit seinen Kunden steht und Input von diesen in die Software des MD900 einfließen lässt. Das lässt noch einiges erwarten, denn die Hardware-Basis und das Synthesemodell des MD900 überzeugen.

Interview mit Horst Mayer

Wir führten ein nettes Interview mit Horst, dieses findet Ihr HIER.

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Fazit

Das Know-how von Horst Mayer als Nachrichentechniker, die jahrzehntelange Erfahrung als Entwickler von Software für Automationstechnik und nicht zuletzt sein Enthusiasmus sind in den MD900 geflossen. Das hört man und merkt man dem Gerät an. Ich habe selten eine durchdachtere Bedienoberfläche bei einem Synthesizer gesehen und unter den Fingern gehabt. Die konsequente Führung des Signalpfades in Stereo trägt wesentlich zum Klang des MD900 bei, der ist druckvoll und transparent und hat einen eigenen Charakter. Die zusätzliche Funktionalität des Clip-Launchers und des Drum-Samplers wertet das Gerät noch einmal auf. Während die Klangsynthese als Fundament ausgereift ist und stets erweitert wird (Stichwort Multisampling), sind der Drum-Sampler und der MIDI-Clip-Launcher noch ausbaufähig. Die fehlenden Einzelausgänge sind ein Manko, hier kommt aber eine Hardware-Nachrüstung. Bleibt als letzter Diskussionspunkt der Preis, der ist mit Seitenblick auf konkurrierende Geräte an der Oberkante angesiedelt.

Plus

  • Bedienoberfläche und Konzept
  • Signalpfad durchgehend in Stereo
  • VA-X Synthese und Wavetablesynthese hochwertig
  • umfangreicher Arpeggiator
  • Clip-Launcher

Minus

  • Preset-Angebot überschaubar
  • Drum-Pattern-Editor ausbaufähig
  • Bedienoberfläche schickt keine Controllerdaten
  • keine Einzelausgänge

Preis

  • 3.450,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell

    Schön, dass es den Herrn Mayer gibt. Da kommt bestimmt noch mehr worüber wir uns freuen werden…

    Alles Mayer oder was?

  2. Profilbild
    Horst Mayer

    Herzlichen Dank an das Amazona Team und Euren Review bin sehr beeindruckt wie sich alles wiederspiegelt, kanns nur unterschreiben. Ganz liebe Grüße an alles Leser (und danke an die Daumendrücker)

    Horst Mayer

  3. Profilbild
    digital-synthologie AHU

    Hr. Mayer scheint eher von der schüchternen Sorte zu sein, nicht mal eine Adresse und Firmierung gibt es im Impressum auf der Webseite. 😄
    Dafür gibts einen Link zum Bearbeiten der Webseite.

    Zum Gerät: Sieht sehr schön aus. Und schön, dass es solche Projekte gibt.

    • Profilbild
      swissdoc RED

      Ist doch alles da, vielleich ein wenig versteckt:
       
      Mayer Electronic Music Instruments
      Franz Prendingerstr. 74
      2540 Bad Voeslau
      Niederoesterreich

        • Profilbild
          swissdoc RED

          Der Firmenname (Firmierung) steht im Tab des Browsers.
          Die Adresse bei About us als Google Maps Link.
           
          Ich verstehe die negative Haltung und Stimmungsmache in dieser Sache nicht. Aber das ist nicht mein Problem.

          • Profilbild
            Codeman1965 AHU

            Negative Haltung bzw. Stimmungsmache kann so Mancher zu seinem Lebensinhalt machen.
            Bietet sich z.B. immer dort an, wo man zum Thema selbst nicht viel beizutragen hat.

            Inwieweit man damit gut durchs Leben kommt, sei mal dahingestellt… :-)

  4. Profilbild
    DJ Ronny

    Hallo, ich habe von Synt’s keine Ahnung. Allein das Design gefällt mir so gut, daß ich den ganzen Artikel gelesen habe. Die Sound’s höre ich Später.
    Wenn Amazona die Möglichkeit zur Nominierung für das Design hat, dann tut es bitte.
    Wenn ich die Möglichkeit hatte so ein schönes Gerät aus zu probieren, vielleicht würde ich davon angesteckt.

    • Profilbild
      toneup RED

      Ich habe im Artikel erwähnt, das ich selten eine so durchdachte Bedienoberfläche bei Synthesizern gesehen und auch unter den Fingern hatte. Wenn man wo an ein Demogerät kommt, unbedingt angreifen und Schrauben. Man begreift erst dann im wahrsten Sinn des Wortes.

    • Profilbild
      Horst Mayer

      Sehr cooler Kommentar, war doch ein wenig die Idee mit der Groovebox das DJing zu motivieren sowas mal zu verwenden. Mit so einer Nominierung könnt ich umgehen :-)

  5. Profilbild
    Ulepa

    Extrem schönes und hochwertiges Gerät. Allerdings wird mir nicht klar, wo z.B. wesentliche Unterschiede oder der Mehrwert (unabhängig von Design, Verarbeitung und Bedienung) z.B. im Vergleich zu einem Iridium liegen könnte.

    Vielleicht kann das @Horst Meyer noch einmal zusammenfassen (?).

    Das wäre super, denn ich hatt den Iridium bereits auf meine Einkaufliste gesetzt.

    • Profilbild
      toneup RED

      Nachdem ich einen Iridium im Studio stehen habe, meine Meinung dazu:
      Plus beim MD900
      Bessere Bedienoberfläche
      Signalpfad vollständig in Stereo
      Einzelausgänge nachrüstbar
      komplexerer Arpeggiator

      Plus beim Iridium
      Mehr Syntheseformen
      Mehr Presetsounds

      Direkt vergleichbar sind sie trotzdem so nicht, weil hier eine Kleinserie gegen eine Marke mit langer Geschichte und entsprechenden Ressourcen antritt.

      • Profilbild
        Kazimoto

        „Mehr Sytheseformen“. FM (Filter-FM) und auch LFO’s können super mit Wavetables gemacht werden. Vielleicht per Update? Herr Fisch hat „irrtümlicherweise“ den Vergleich mit einer Sampleplayer-Wavetable-Workstation im Kleinformat gemacht. Neben VA-Modellen, Sampling etc. bietet Roland z.B. n/zyme für den Fantom an. Der derzeit wahrscheinlich beste Roland Synth ist eine Workstation mit Multisynthese. Für Eurorack wäre da noch ein fantastischer Piston Honda Wavetable Oszillator mit FM, LFO, Dual Oszillator und Unison. Der Ableton Wavetable ist ebenfalls ein harter Konkurrent und kann mit Push 2 sehr gut bedient werden. Neben Iridium/Quantum, M noch so viele Alternativen…… Harter Markt, viel Glück!

      • Profilbild
        Ulepa

        Danke und naive Frage vielleicht meinerseits. worin besteht genau der Vorteil eines „vollständigen“ Stereo Signalpfades ? Ich finde es z.B. sehr vorteilhaft Monospuren ausgeben zu können, so arbeit ja auch u.a. Mini oder Prophet.
        Wenn komplett Stereo heißt das nicht, dass ich jeweils 2 Kanäle für eine Mono Spur opfern muss ? Im Ernst , ich bin da überfragt, aber das alles in Stereo gehalten ist, das nervt mich z.B. bei Bitwig und die können mir den Vorteil leider nicht begreiflich machen. Würde mich sehr über eine Antwort freuen.

        • Profilbild
          Ulepa

          habs mir bei Sequencer.de erkären lassen mit dem Stereopfad. Das ist in der Tat ein Pluspunkt.

    • Profilbild
      Horst Mayer

      Ist eine naheliegende Frage, muss jedoch an dieser Stelle enttäuschen.
      Ich hab größten Respekt vor dem Iridium und seinen Machern. Ich bin nicht im Besitz
      eines solchen und könnte somit keinen Vergleich ziehen weder zum Iridium noch zu anderen Synthis.
      Die Idee war vielmehr die: Als Synthi Nerd in der Jugend, einen VA Synthesizer nach meiner Interpretation zu entwickeln und bei einigen Dingen weiterzugehen.
      Ich denke guten Aufschluss geben auch weitere Berichte , Kommentare zu YT Videos, Infos auf der Homepage, oder das Handbuch.
      Weitergehende Fragen können auf unserem Discord Kanal gerne gestellt werden. Das meiste ist auch auf unserer Homepage [NEWS] verlinkt.

      • Profilbild
        Codeman1965 AHU

        Ich wünsche Dir, daß dieses Projekt für Dich ein Erfolg wird, ganz im Ernst!
        Leider kommt er für mich nicht in Frage, denn der (durchaus angemessene) Preis liegt doch oberhalb dessen, was ich für ein Instrument ausgeben kann.

        Das Design finde ich klasse, man merkt, daß Du Dir ganz, ganz, viele Gedanken gemacht hast. Viel Synthese, viel zu entdecken. Und ein echt wunderschönes Gerät, und das sage ich als „Nicht-Desktop-Fan“.
        Ganz ehrlich, wenn ich das Geld (übrig) hätte, würde ich nicht fragen, ob ich woanders mehr Gegenwert bekomme oder nicht. Das hat einfach „klick“ gemacht.

        Ich muss wohl nochmal nachfragen, ob ich nicht doch mit Jeff Bezos verwandt bin. Nur ein bisschen, so um drei, vier Ecken… :-)

  6. Profilbild
    Flowwater (Henrik Fisch) AHU

    Ich muss gestehen, dass ich den Mayer MD900, genährt durch verschiedene Messeberichte, völlig falsch eingeschätzt habe. Für mich kam der so rüber, als wäre der mit seinen Clip-Launcher- und MIDI-Abspielfunktionen so eine Alleinunterhalter-Keyboard ohne Keyboard, der auch »noch’n büschen« Synthesizer kann.

    Offenbar scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Denn, Überraschung, der besitzt ja eine höchst ausgefeilte Synthese-Sektion (8 Algorithmen plus Wavetables, 2 Filter, 3 LFOs, 4 Hüllkurven, 4fach Multitimbral, Effekte), wobei jeder der 4 Parts auch noch separate Arpeggiatoren und Sequencer hat. Das schreit ja nach Polyrhythmen und ganz generell nach Experimentieren.

    So ein bischen erinnert mich der Synth auch an den »Waldorf Iridium« … nicht nur vom Äußeren her, sondern auch von den Fähigkeiten.

    Daumen hoch! Echt! Und ganz ganz viel Glück an Herrn Meyer! 🙂👍🌈

  7. Profilbild
    THo65

    Wunderschönes Gerät, Glückwunsch an Herrn Mayer.
    Die Soundbeispiele gefallen mir ausgesprochen gut, und Möglichkeiten gibt es mehr als genug.
    Leider außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten.
    Ich wünsche Herrn Mayer viel Erfolg – und vielleicht gibt es irgendwann ja auch eine kleinere Version……

  8. Profilbild
    lunatic AHU

    Darf ich den bitte haben?…..
    Würde mich auch als gamma oder delta Tester anbieten, so für meinetwegen erstmal 10 Jahre….;)

  9. Profilbild
    RalfT

    Schöner Test, danke, eigentlich ein spannendes Gerät. Dass keine Controllerdaten gesendet werden, hemmt allerdings mein weiteres Interesse.

  10. Profilbild
    Marco Korda AHU

    Klingt wirklich gut, sieht gut aus, also auch von mir beste Wünsche. Ich befürchte nur, der Preis wird ein Genickbruch, die Konkurrenz bietet da noch eine wunderbare Tastatur zu an oder ist ohne eben (deutlich) billiger. Schade drum.

  11. Profilbild
    liquid orange AHU

    Wow, was für ein durchdachtes und hervorragend gestaltetes Meisterwerk. Da steckt die Liebe zur Sache wirklich bis ins Detail drin!
    Das einzige was mich davon abhält den MD900 sofort zu kaufen ist der Preis. Aber nicht weil der zu hoch wäre, so ein Gerät mit direktem Support ist diesen Preis wert, sondern weil mir zur Zeit das nötige „Münz“ (Schweizer Ausdruck) fehlt…

    Auf jeden Fall wünsche ich viel Erfolg und hoffe den MD900 auch mal in freier Wildbahn erleben zu dürfen. Oder vielleicht doch nicht, halt wegen dem Münz ;-)

  12. Profilbild
    swissdoc RED

    Cooler Synth von einer echt coolen Socke. Liebe Grüsse auf diese Weise an Horst. Der Abend hier bei einem gemeinsamen Freund mit Klangschrauben, Fachsimplen und kulinarischen Genüssen wird mir lange noch in Erinnerung bleiben.

  13. Profilbild
    Allthatsynth

    Jedes mal wenn ein neuer Synth als reines tastenloses Gerät präsentiert wird, schreit jemand nach der Version mit Tasten, jedes Mal wenn ein neuer Synth als reines Tastengerät erscheint, schreit jemand nach der Expander Version.
    Lasst mich diesmal Derjenigen sein.
    Ich kaufe grundsätzlich nur Synth, die als komplettes Paket mit Tonerzeugung und Tastatur daherkommen. Den Platz dafür werde ich schon irgendwie schaffen.
    Mit dem MD 9000 werde ich mich sehr gerne befassen, sobald die Version mit Tasten erhältlich ist.

  14. Profilbild
    HYPNOS

    Klasse Herr Mayer! Sehr eigenständiger Klang. Bei nächster Gelegenheit wird der MD900 in die engere Wahl genommen!

  15. Profilbild
    d_eric

    Da muss ich jetzt wohl anfangen zu sparen. Ich finde, das Konzept klingt superspannend und ich hoffe, dass es in einigen Jahren noch ein Gerät für mich gibt!

  16. Profilbild
    ollo

    Wieder eines dieser Geräte, bei denen ich die Krise kriegen würde, weil die Regler andauernd falsch stehen. Ich bin zwar bei knapp 3500€ sowieso nicht die Zielgruppe aber wieso sollte ich mir Hardware kaufen, die im Endeffekt über ein Touchdisplay oder Regler gesteuert wird, bei denen ich erstmal im Display gucken muss, was der aktuelle Wert ist? Im Endeffekt kann ich dann auch gleich einen Software-Synthesizer nehmen und habe dann einen größeren Bildschirm und sehe auch sofort, was Sache ist.

  17. Profilbild
    SynthNerd AHU

    Das Konzept ist interessant, die Klangbeispiele klingen gut, die Bedienoberfläche ist top. Schön, dass man immer mal wieder durch eine Neuerscheinung positiv überrascht wird.
    Der Preis zu hoch? Nun ein Schnäppchen ist es sicher nicht. Aber vielleicht haben wir unser Gefühl für Preise durch die vielen günstigen Behringer Produkte uns schon ein wenig „versaut“.
    Am anderen Ende der Skala zahlt man für Moog One, Prophet 10 oder OB-X8 dann doch noch wesentlich mehr. So gesehen geht der Preis für mich in Ordnung.
    Bevor ich zuschlage, muss ich aber erst Platz schaffen, also ein altes Teil verkaufen. Aber von welchem mag ich mich trennen? Immer diese schwierigen Entscheidungen… ;-)

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