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My 10 Favorites, Amazona.de-Autor Bolle

8. August 2021

10 Alben, die mein Leben verändert haben

Moin.
Für alle bis dato Unverdorbenen, die noch keine Berichte von mir lesen mussten und dahingehend, wer ich bin und was ich hier treibe, noch unbefleckt sind: Ich bin Bolle. Ich bin seit vielen Jahren Autor hier im Hause im DJ-Bereich und übernehme auch seit 2014 die Schuld für alles, was dort veröffentlicht wird. Was ich abseits davon tue? Klar, ich bin DJ. Schon lange. Mit Punk und Hardcore begonnen, dann klassische Hochzeiten- und Big-Room-„Musik“ gespielt und derweil spiele ich seit Langem Techno. Sehr harten, schnellen, gern acidlastigen Techno.
Wie prägt das alles meinen Musikgeschmack? Sind wir ehrlich, ich scheitere an mir selbst. Von härtestem Hardcore bis hin zum Radio-Pop, alles dabei. Hauptsache Hymnen? Auf keinen Fall. Aber immer geil. Die Range ist breit.

Die letzten Alben, die ich an der Tür des Hamburger Plattenladens Zardoz entgegengenommen habe? Tash Sultana – A Space For Lost Time / Gregory Porter – Nat „King“ Cole & Me / Ludovico Einaudi – LeOnde / Danger Dan – Reflexionen aus dem beschönigten Leben.

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Wo-Anders Recordstore, Lübeck. Circa 2005. Viele Jahre Lieblingsplatz, vor und hinter dem Verkaufstresen // Zardoz Records, Hamburg, 2021. Einer meiner Liebsten in Hamburg … Support your Local Recordstore!

Das passt ja überhaupt nicht zusammen. Das ist korrekt! Wer nach der Einleitung dachte, es kommt hier die Ladung von, Opa nannte es, Totmacher-Musik, vielleicht mit ein wenig Stil-Bewusstsein von Kraftwerk über Stockhausen, Jeff Mills bis hin zu Business-Techno à la Drumcode und Co., hat sich ordentlich verzettelt. Alles fing an mit 11 Jahren. Dem Jahr, in dem ich meinen ersten Plattenspieler gekauft habe, um die Jazz-Platten meiner Eltern und meines Opas hören zu können. Und dann begann der Sturm, nennt es Bosheit oder Glück … das Geld ging schnell, doch die Platten kamen.

Nach vielen Jahren Arbeit im Plattenladen stellen mich „Top-Listen“ hinsichtlich von Musikalben noch immer vor eine große Aufgabe. Nicht, weil mir nichts einfallen würde, sondern weil ich mich frage, wie es sein kann, dass das ganze klassische Geseier um Interpreten wie Pink Floyd, Michael Jackson, AC/DC, Beatles, Fleetwood Mac, Whitney Houston und Co. fehlt (1). Also, in meiner Liste. Ich bin Jahrgang 85. Vielleicht ist das der Grund? Ich bin geboren worden, als viele Klassiker schon released worden waren. Klassiker. Und halt auch viel Schund.

Ich frage mich gern, wer kauft allen Ernstes diese Platten? Und dann denke ich zurück an viele Stunden im Laden und erkenne: viele. Verdammt viele Menschen. Das morgendliche „Nachstellen“ am Vortag verkaufter Platten wurde irgendwann Routine. Man konnte die Fächer oben durchgehen und wusste, was wo fehlt. Und ja, es sind diese Klischee-Bomben eben genannter Interpreten in Vinyl-Form, die man besser 15- statt nur 3-mal im Lager stehen hat. Ich würde jetzt gern sagen, nicht in meinem Regal, aber das wäre gelogen. Pink Floyd, Beatles, Michael Jackson, AC/DC … alles auffindbar auch bei mir. Ich glaube aber nicht einmal in einer Kunststoffhülle. Irgendwo da unten zwischen Herbert Grönemeyer, John Petty, Cat Stevens und Frederic Mey (hierzulande besser bekannt als Reinhard Mey). Okay, also doch Klassiker im Regal. Untere Reihe halt.

Genug Geschwafel. Meine Top 10 sind Genre-übergreifend. Eine Retrospektive gerade auf meine jüngeren Jahre in halbsortierter Reihenfolge.

(1) – Und wie passend, wir haben auch genau so einen Artikel. Die Top 11 meistverkauften Alben. Mit? Wow, was ein Wunder: Shania Twain, Fleetwood Mac, Meat Loaf, Michael Jackson, Pink Floyd und AC/DC und ich schwöre auf meinen ersten MKII: Ich habe diesen Artikel erst gefunden, also oben geschriebener Abgesang auf diesen langweiligen Listen voller abgenudelter Tracks auf noch mehr abgenudelten schwarzen runden Scheiben schon geschrieben worden war. Kann man trotzdem mal lesen. Bringt Klicks. Und uns damit unsere Existenzgrundlage. Geil. Danke!

P.S. Fußnoten sind was Großartiges, sie stören so wundervoll den Lesefluss. Es folgen noch ein paar. Versprochen. Und mittendrin ein paar wild platzierte Zitate irgendwelcher Künstler.

Motörhead – Overkill (1979 / Bronze Records)

We are Motörhead and we play Rock ’n‘ Roll

Motörhead – Overkill

Warum nun gerade landet Overkill in meiner Liste? Das zweite Studio-Album der Band, die man.. .einfach nicht beschreiben braucht. In meiner Zeit von Punk/Hardcore und Rock’n‘ Roll, neben AC/DC / Misfits / Guns n‘ Roses oder Black Sabbath war für mich Overkill das Motörhead Album meines Zeitgeistes. Die volle Zerstörung ab Track 1. Beginnend mit dem Song Overkill und der durch den kompletten Song prügelnden Double-Bassdrum von Phil Taylor. Da gibt es kein Halten mehr. Keine Gnade. Keine weiteren Fragen. 35 Minuten pure Ehrlichkeit in Rock ’n‘ Roll-Form auf Schallplatte von der lautesten Band der Welt. In meinen Augen ein Meisterwerk.

Beichte: Ich habe dieses Album in pubertären Zeiten häufiger auf den Plattenteller geworfen, die Anlage bis Anschlag aufgedreht und bin schlafen gegangen. Möglicherweise lege ich damit die Grundlage für Fragezeichen im Gesicht meiner Eltern, wenn es um die Diskrepanz zwischen Musik und Geldverdienen ging.

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Es war mir eine Ehre, 2014 bei der letzten Tour zu Gast gewesen sein zu dürfen. „Don’t forget us. We are fuckin‘ Motörhead“, sagte Lemmy während des Konzertes. Das wird niemals passieren. Auf dich Lemmy.

Broilers LoFi (2004 / DSS Records)

Nimm den schlimmsten aller Fälle … und bieg ihn zurecht

Broilers – LoFi

Bis zum Schreiben dieser Zeilen wusste ich nicht einmal, dass das einzige Vinyl-Release der LoFi auf dem österreichischen Label DSS Records auf rotem Vinyl auf 1000 Stück limitiert ist. Wieder etwas gelernt. Ein Re-Release erfolgte erst 12 Jahre später auf schwarzem Vinyl auf dem eigenen Label Skull & Palms Recordings.

Zugegeben, ich war nie ein Fan von Oi-Punk und so war der Griff zu der Broilers LoFi vermutlich eher ein Zufall im Plattenladen. Was man so tut, wenn man kurz nichts zu tun hat. Man hört sich an, was man noch nicht kennt. Viel Gutes ist dabei herausgekommen. Die Liebe zu den Broilers gehört dazu. Mit LoFi, dem dritten Album der Düsseldorfer Lady und Jungs, wurde ich abgeholt, reingesetzt in den Bus, auf die Reise mit den Broilers. Die Tatsache, dass die Broilers seit Anfang an nicht das stumpfe Oi-Genre bedienen, sondern auch die Tanzflächen von Rock ’n‘ Roll und Rockabilly mit kurzen Seitenschritten auf das Parkett von Ska bedienen, macht den Sound abwechslungsreich und angenehm überraschend. Bis heute, auch wenn man bei den Broilers klar erkennt, dass es poppiger geworden ist über die letzten Jahre. Auf LoFi finden sich noch einige härtere Stücke. Auch textlich, wie die Tracks „Wenn ich es will“ oder „(Ich bin) bei dir“.

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LoFi, ein Album, welches auch harte und unangenehme Themen pathetisch zugleich ehrlich verpackt, kombiniert mit einer offenen Zuneigung zu und der Familia, Tugenden der Mafia, Texte über Freundschaft, Hoffnung und den dunklen Seiten des Lebens. Musikalisch fließend bewegend zwischen den Stilen. LoFi ist ein Paradebeispiel dafür.
Broilers, gegründet 1992, verdienter Erfolg seit über 10 Jahren. Grüße nach Düsseldorf!

Da politisch aktueller denn je ein Song, der nicht auf LoFi erschienen ist, sondern erst später. Es gibt keine Balladen mehr? Es gibt keine Hymnen heute!

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Samy Deluxe – Deluxe Soundsystem (2000 / Eimsbush)

Völlig stoned mit ner Jolle auf dem Plattencover

Dynamite Deluxe – Deluxe Soundsystem

Was ein gutes Album. Ehrlich. Von vorne bis hinten. 100 % Rap. Eine der besten Grundlagen, die in und aus Hamburg für Hip Hop gelegt werden konnte in Bereich des deutschen Hip Hop. Generell eine sehr starke Zeit die Jahre um den Jahrtausendwechsel herum.

Für mich persönlich war die Deluxe Soundsystem der Punkt, an dem ich eingezogen wurde in den deutschen Hip Hop. Es sollte jedoch zugleich eines der wenigen Alben Hamburger Hip Hop Acts bleiben, die ich feiere. Bis heute. Aktuell jedoch mal so in den Raum geworfen als Acts, die man aus Hamburg auf dem Zettel haben: Slowy & 12Vince, AzudemSK.
Begonnnen hat es jedoch schon mit dem Tape von Samy vor dem Vinyl-Release von Deluxe Soundsystem, die Platte wurde dann sehnlichst erwartet. Und mal ehrlich, wie gut sind Tracks wie „Wie jetzt“, „Eigentlich“ oder „Instink“. Battle-Rap ohne das prollige Fake-Gequatsche. Wohl verpackt mit Flow und Groove. Zwei Dinge, die heute häufig ersetzt worden sind durch zu viel Parallel-Kompression und Autotune.

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21 Jahre später dreht sich die Scheibe immer noch auf dem Plattenteller. Zu Recht. Keiner sitzt still. Tropf und DJ Dynamite haben gute Arbeit geleistet. Und bis heute sind die Alben von Samy durchgehend hörbar – Samy, der sich stilistisch ohne Frage immer wieder neu erfindet und mutig ist neue Wege zu gehen.

Torch – Blauer Samt (2000 / 360° Records)

Ein Album für die Ewigkeit

Torch – Blauer Samt

Und was ich schon immer mal sagen wollte: Hallo Mama. Du erinnerst dich vielleicht nicht, aber ihr beiden habt mir damals die Torch – Blauer Samt geschenkt. Das war vor … vielleicht 20 Jahren? Heute, 2021, gehört sie mehr den je zu den Top 10 Alben in meinem Leben. Ich danke der Academy. Und meinen Eltern.

Torch. Blauer Samt. Ein Album. Wir waren mal Stars. Eine Zeile. Eine Zeile, die von jedem, der sich eine Liebe für deutschen Hip Hop auf die Fahnen schreibt, im Schlaf vervollständigt werden können sollte. Wir schreiben das Jahr 2000, Torch rappt, „die Karriere ist vorbei. Das war’s. Ihr rockt die Charts und wir hängen in den Bars“. Wohl kaum Berechnung, aber es sollte das einzige Solo-Album des Heidelbergers sein, der Hip Hop in Deutschland als Gründungsmitglied von Advanced Chemistry (neben unter anderem Toni L. und Boulevard Bou), Mitbegründers von MZEE oder als im Rahmen seiner Tätigkeit im deutschen Chapter der ZULU-Nation, geprägt hat und dessen Album für so viele meiner Generation ein Standard-Werk im Plattenschrank. Torch trägt einen großen Anteil daran, wie sich Hip Hop in Deutschland seit den 80er-Jahren entwickelt hat.

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Torch eröffnete mir das, was außerhalb der norddeutschen Blase geschah, so zum Beispiel Advanced Chemistry oder Too Strong, Stieber Twins, Creutzfeldt & Jakob und die ganze Palette des Heidelbergers Kreises und des Dunstkreises um 360° Records.

Kettcar – Du und wieviel von deinen Freunden
/ 2002 / Grand Hotel Van Cleef

Keine zweite Strophe, kein zweiter Refrain, kein Deal für die Majors

Kettcar – Du Und Wieviel Von Deinen Freunden

„Indie Rock“: Lass das nicht den Wiebusch hören! Während …But Alive gleich noch einen Platz hier in dieser Auflistung meiner musikalischen Lieblings-Verbrechen auf Schallplatte finden wird, hier erst einmal Platz für Kettcar. Kettcar, die Band, die aus …But Alive entstand. Andere schrieben das Jahr 2002, das Album „Du und wie viele von deinen Freunden“ erscheint. Das Label: Grand Hotel Van Cleef (2), die Zusammenführung von B.A.-Records und Hotel Van Cleef – das Label auf dem 2000 „Eine sonnige Nacht“ (3) von Tomte erschien.

Ich schweife ab in die nicht vorhandenen Meta-Daten von kreisrund gepresstem Polyvinylchlorid.

Das erste Album der neuen Band sollte zugleich auf der ein verdienter Erfolg werden, re-released zum 10-Jährigen, limitiert auf 180 Gramm Doppel-Vinyl und 2015 erneut. Und ja, natürlich habe ich die Original-Pressung. Und die limitierte 180 Gramm Version. Mein Fußboden ist aus Stahlbeton, der muss ja auch belastet werden.

Marcus Wiebusch setzt textlich (4) an, wo er – ach das lest ihr gleich – aufgehört hat. Nachdenkliche Töne in Songs wie „Volle Distanz“, „Balkon Gegenüber“ oder „Im Taxi weinen“, kritische Töne wie in „Ausgetrunken“, optimistische Töne wie in „Landungsbrücken raus“. Alles verpackt zwischen kraftvollen Riffs, ruhigen Breaks und topfig-klatschender Snare mit klarem Gitarren-Teppich für die Refrains in Hit-Manier. Eingängig, treibend. Ehrlich. Teils die Wahrheit gegossen in verbalem Beton. Die Summe unseres Alttags in zwei gepackten Koffern. Dennoch ein Sound gemacht für „lass das Publikum die Punchlines singen“ (5).

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2002 erschienen, bis heute und nach wie vor mein Lieblings-Album Nummer 1. Das Album, welches mir in den richtigen Momenten nach wie vor eine Gänsehaut zimmert, als gäbe es keinen Morgen. Ein Album mit Songs und Textstellen, die ich erst Jahre später verstanden habe. Ein Album wie Helge Schneider – man kann es lieben oder hassen.

(2) Marcus Wiebusch, Frontmann der Band seit Tag 1 erzählt derweil gern die Geschichte, dass man das Album damals einigen Major Labels angeboten hatte und abgelehnt wurde. Offenbar forderte man auch eine zweite Strophe für den Song „Balkon Gegenüber“. Die aber gab es nicht. Sollte es nicht geben. Der Song war fertig. 18 Jähre später folgte doch eine zweite Strophe, die bisher nur Live zu hören war auf den Konzerten – wie auch auf der Live-Platte „…und das geht so“. Und während der Song „Balkon gegenüber“ die pathetische Faust von Klitschko ins Gesicht des Unbekannten vom Balkon gegenüber ist, umwickelt mit der Wahrheit über Trennungen, so ist die zweite Strophe die Rückgabe der Faust, die Stimme des Menschen von gegenüber, die Antwort die klarmacht: Ich möchte diese Faust nicht. Hier, nimm sie zurück. Großartiger Song bis 2020. Großartige zweite Strophe seit 2020. Und, sorry Majors, ihr hätte damals nicht so dumm sein und diese Band sofort verhaften sollten.

(3) Auch ein sehr zu empfehlendes Album, falls man mal hören möchte, wie Thees Uhlmann klang, als er wirklich noch nicht singen konnte.

(4) Der Vollständigkeit halber: Texte geschrieben von Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff.

(5) Kettcar – bekannt für den kontinuierlich schlechten Live-Sound. Sorry, aber ist halt wirklich so.

…But Alive – Hallo Endorphin  / 1999 / B.A. Records

Ein sozialkritisches Schlagzeugsolo später …

…But Alive – Hallo Endorphin

…But Alive müsste eigentlich vor Kettcar stehen und ach … eigentlich müsste hier auch nicht „Hallo Endorphin“ stehen, sondern „Für uns nicht“, das erste Release der Band um Frontmanm Marcus Wiebusch (Katschäng, bei dem einen oder anderen fällt der Groschen) … aber: Hier steht halt jetzt die Hallo Endorphin. Und zwar aus gutem Grund. Nach den drei ersten Alben auf Vinyl und auf den Labels Weird System und dann auf dem eigenen Label B.A.-Records sowie einem allerersten Album auf Kassette und digital bereits im Jahr 1991, nach einer Reise durch den deutschen Punk, nach klaren Songs wie „Nur Idioten brauchen Führer“, „Wir Vs. Verbitterte Empörung (Korrekt II)“ oder „Keine Wahl“ schlägt …But Alive auf der „Hallo Endorphin“ deutlich ruhigere Töne an. Musikalisch wie aber auch textlich. Es kann sein, es wird poetischer. Das stimmt auch. Man kann auch sagen, das letzte …but Alive-Album ist eigentlich das erste Kettcar-Album. Kann man. Ich kann. Ich sage. Die politische Einstellung bis heute unverändert und auf dem Kettcar-Album Ich vs. Wir aus dem Jahr 2017 wieder einmal klar präsentiert, hat Kettcar doch eigentlich ab dem „Hallo Endorphin“-Album unter „falschem Bandnamen“ eine Neue begonnen.

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1999 – …But Alive löst sich auf. 2002, das erste Release von Kettcar wird veröffentlicht. Besetzung: Marcus Wiebusch, Lars Wiebusch, Reimer Bustorff (früher Rantanplan), Erik Langer, Frank Tirado-Rosales aka der alte …But Alive Drummer.

Youth of Today – Break Down The Walls
/ 1986 / Wishingwell / Revelation / We Bite Records

Bitte? Wieso steht hier nicht Minor Threat? Wie kann er nur?

Youth Of Today – Break Down The Walls

Wie, was, Minor Threat müsste …? Hör mal, du Schachbrett-Felder-Zähler, ist das hier meine Liste oder deine? Ja, hier könnte Minor Threat stehen. Oder Judge. Gorilla Biscuits. Chain of Strength oder Bold. Oder oder oder. Am Ende ist es egal, der Einstieg zählt: Youth of Today, das Album „Break Down The Walls“, der Song „Thinking Straight“. Wie für einige andere kam für mich nach/anstelle der Punk-Zeit die Hardcore-Zeit. Und damit bei mir ehrlich gesagt der Break mit der Punk-Szene. Das, was ich damals schon länger fühlte, bekam einen Namen. Straight Edge. 18 Jahre nach Erscheinen des Albums Break Down The Wall, 17 Jahre vor dem Jahr 2021. Eine Entscheidung für einen Lebensweg in einer Szene, der anhält. Diese Lieder waren mein Start. Sie sind das, woran ich glaube. Bis heute.

Zugegeben, in meiner Heimatstadt Lübeck gab es damals nur wenige richtig aktive und präsente Hardcore-Kids in meiner Altersklasse im Umfeld der Walli / der Alternative (des bis heute bestehenden linken Zentrums). Von denen, die es gab, waren nur wenige ernsthaft Straight Edge. Eigentlich nur einer. Der reichte aus.

Mit dem Album Break Down The Walls machte Youth Of Today keinen Hehl, um was es ihnen geht. Titel wie der namensgebende „Break Down The Wall“, „Thinking Straight“, „Honesty“, „Make A Change“ oder „Positive Outlook“ prägten eine Szene. Noch heute ist „Positive Outlook“ ein Slogan, der viel Merch in dieser Szene prägt, ebenso wie die geballte Faust mit dem X.

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39 Versionen zählt Discogs für dieses Album. Vinyl, Kassette oder CD. Beginnend 1986 auf Wishingwell Records neben einigen späteren Versionen auf Revelation und We Bite Records bis in das Jahr 2020 hinein, wobei die letzten Releases steht Limited Editions waren.

Dedicated to all the kids who care enough to make tomorrow a brighter day. Let’s make a chance!

Taking Back Sunday – Tell All Your Friends
/ 2002 / Victory Records

Die Coldplays der Hardcore-Szene. Ein Hit jagt den nächsten.

Taking Back Sunday – Tell All Your Friends

Taking Back Sunday. Ich habe eine Frage: Muss man als credebile Emocore Band eigentlich einen Bandnamen haben, der aus drei Wörtern zusammengesetzt ist? Ich glaube schon. Whatever, TBS darf das. Die dürfen alles. Das Debut-Album ist eine reine Hit-Schlacht. Definitiv nicht beabsichtigt stellt man Coldplay in den Schatten und feuert einen Hit nach dem anderen raus. Etwas, was mit Blick auf die Historie der Band zu diesem Zeitpunkt zwischen Alkohol-Problemen, Beziehungsdramen und Wechseln von Bandmitglieder und einer offenbar eher chaotischen Produktion nicht zu erwarten war. Teile davon werden auf dem Album verarbeitet, Original-Aufnahmen von Streiten finden sich zum Beispiel im Track „There’s no ‚I‘ in Team“.
Und schon aus Prinzip zieht sich jetzt jeder diesen Videobeweis aus dem Release-Jahr ein, in (für die Älteren unter uns) unvergesslich schlechter Video- und Ton-Qualität.

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Absolut nicht zu erwarten wäre damals wohl gewesen, dass das Debut-Album auf und für Victory Records das bestverkaufte Album aller Zeiten werden sollte. Im Jahr 2010 knackten die Verkaufzahlen die Millionen-Marke und hatten damit schon lange den Verkaufsrekord der ebenso auf Victory-Records veröffentlichenden und ebenso (Achtung, Wink mit dem kompletten Zaun) hervorragenden Band Thursday gebrochen. Das Album wurde 2005 von der RIAA mit Gold ausgezeichnet.

31.08.2004. Taking Back Sunday spielen im Hamburg im Knust. Das erste Konzert der Band in Deutschland. Ich bin 19 Jahre alt und irgendwo im Mosh-Pit. Dieser Tag sollte jener sein, seitdem ich mit als Straight Edger bezeichne. TBS tragen daran keine Schuld. Dennoch meine erste und nicht letzte Live-Erfahrung mit der Band, die mich seit dem ersten Album gecatcht. Ein Sound, nach vorne treibend, rückfallend, melodisch mit kurzen Power-Parts, rough und zugleich sanft, dazu die unverwechselbare Kombination zweier in einander laufenden Sänger.

Ich mag die Beschreibung von Peter White von Drowned in Sound, der das Album wie folgt beschrieb: „Nihilistic, angry pop gems covered in monster riffs.“
Es folgten noch sechs Alben bis zum Jahr 2016. Keines davon fehlt im Plattenschrank. Aus gutem Grund.

Jeder Leser und jede Leserin dürfte kompetent genug YouTube für weitere Videos zu quälen und versprochen, es gibt auch welche mit guter Bild- und Video-Qualität. Ansonsten Platten kaufen. Daher noch etwas anderes: Taking Back Sunday (fast ausschließlich) akustisch. Eine Empfehlung!

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Richie Hawtin ‎– Decks, EFX & 909 M_nus4 (1999 / M_nus)

Endlich. Endlich kommt der Kerl mit Techno um die Ecke.

Richie Hawtin – Decks, FX & 909

Ich wäre bereit gewesen, mich Fragen zu stellen, warum diese Liste keinen elektronischen Anteil hat, aber so ziehe ich mich fein aus der Affäre.

Decks, EFX & 909 war eine 1999er Compilation von Richie Hawtin, gespielt mit einem Setup aus zwei Plattenspielern, externen Effektgeräten und einer Roland 909. Im Gegensatz zu seinem heutigen Setup also sehr analog und weit weniger aufwendig, dennoch aber für die damalige Zeit schon eine andere Geschichte eines DJ-Setups.

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Mein Leben hat das sicher nicht verändert, auch nicht nachfolgenden Compilations „DE9: Closer to the edit“ (2001) oder „DE9: Transitions“ in 2005, die Art zu spielen, mit Tracks, Effektgeräten und Drummachines/Synthis in einem DJ-Setup zu agieren und einen Sound zu formen, der immer unterschiedlich sein würde, hat mich immer schon inspiriert. Bis heute muss ich gestehen, empfinde ich ein reines DJ-Set mit zwei Plattenspielern oder zwei CDJs für mich persönlich als langweilig. Nicht vom akustischen Endprodukt her, sondern vom Anspruch an mich selbst. Da geht mehr. Da geht immer mehr.

Wer Richie heute mal genauer auf die Finger während seinen Live-Shows schauen möchte, dem wäre das Video CLOSE COMBINED dreier Shows zu empfehlen.  CLOSE … gute Shows. Habe ich viele von gesehen. Nur leider nie von vor der Bühne.

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Fazit

That’s it. Meine 10 Alben, die mein Leben geprägt haben.

Wo sind die Monks unter euch? Keiner hat gemerkt, dass es nur neun sind. Spoiler: Es sind nur neun. Ich wollte mir einfach nicht noch ein zehntes Album aus den Fingern saugen und irgendeinen wohlklingenden Stuss schreiben, nur damit es 10 werden. Hätte ich sicherlich geschafft und selbst wenn es die 1995 erschienene Make Love Not War EP von Dolly Buster gewesen wäre, die hier auch irgendwo im Schrank steht.

Es ist aber auch gar nicht so einfach, wenn man den Ansatz „Leben geprägt“ ernster nimmt als „Höre ich noch heute gern“ oder „Finde ich besonders gut“. Beide Ansätze aber möchte ich gern kurz aufgreifen, um 10 Alben zu nennen, die aktuellerer Natur sind als meine Liste oben und die im Moment häufig vor dem Regal stehen. „Vor dem Regal“ heißt in diesem Zusammenhang: Ich höre sie im Moment sehr viel. Reinhören empfohlen!

Chopstick & Johnjon – Twelve (Suol)
Erobique – Songs for Joy (Asexy Record)
Kettcar – Und das geht so (Grand Hotel Van Cleef)
Umse – Kunst für sich (Jakarta Records)
Kaae & Batz – Boardertown (Soundtrack zur Serie / Silverdrum)
Anna Ternheim – A Space Fot Lost Time (Only Records Ternheim)
Gregory Porter – Nat ‚King‘ Cole & Me (Blue Note)
Thees Uhlmann – Junkies und Scientologen (Grand Hotel Van Cleef)
Danger Dan – Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt (Antilopen Geldwäsche)
Tash Sultana – Terra Firma (Lonely Land Records)

Jetzt ist wirklich Schluss. Danke für die Begleitung auf dieser Reise … und jetzt habe ich Bock auf wilde Diskussionen unter diesem Artikel. (6)

(6) Okay eine „Fußnote“ noch. Für die Kreativlosen unter den wehrten Lesern und Leserinnen folgend ein paar Diskussionsansätze für die Kommentarspalte, die auf jeden Fall nutzbar sein könnten:

  • Der Kerl hat in einem anderen Artikel begonnen zu gendern*innen. „Direkt aufs Maul!“ (Ist ein Zitat. Ehrlich. Hat Marcus gesagt. Bei Rock am Ring. Irgendwann. Wegen Regen. Und Hoffnung. Und man weiß ja, wie das ist. In Städten mit Häfen haben die Menschen noch…)
  • „Alter, kann der nicht bis 10 zählen?“ (Das kann Copy & Paste auf jeden Fall unten eingefügt werden und ist nie verkehrt als Grundlage für zünftige Wortgefechte).
  • Was redet er von Techno und dann nix mit Guetta? Schwach!
  • Das sind die besten Top 10, die je auf AMAZONA.de veröffentlicht worden sind.  Eigentlich im ganzen Internetz. Es bleiben trotzdem immer noch die 9 Top 10.
  • Vielleicht sollten wir doch noch einmal über Dolly Buster sprechen?
  • Ich habe Shania Twain vergessen. Fleetwood Mac auch, Michael Jackson und Pink Floyd ebenso. Aber keine Sorge, ihr findet diese zu Genüge in den generischen Top 10 Was-Auch-Immer-Alben-Aller-Was-Auch-Immer. Hier und heute halt nur heißer Scheiß.
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Forum
  1. Profilbild
    Sven Rosswog  RED

    Meine Lieblingsplatte ist Fazit von Bolle, B Seite letztes Drittel 👍☺️🙂⌨️⌨️⌨️⌨️

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Wie wo was? Ich hab versucht herauszufinden welche….aber…welche? B-Seite letztes Drittel…okay: Danger Dan oder Tash?

  2. Profilbild
    kakagoo  

    Hi Bolle,
    habe Deinen Artikel mit Interesse gelesen.
    Jedoch:
    Mit Begriffen wie „Geseier“ und Schund“ und ähnlichen kann ich so gar nichts anfangen.
    Es ist ok, wenn Du Dein „Musikuniversum“ hast.
    Aber mit Begriffen wie „albgenudelte Tracks“ o.ä.
    kommt es mir so vor, als ob Du keinen anderen Musikgeschmack als Deinen akzeptierst.
    Mag sein, dass ich falsch liege, aber ich stehe durchaus auf „Schund“, bin ja aber auch ein „Opa“.
    Deswegen ist die Musik von Pink Floyd oder den Beatles nixdestotrotz cool.
    Und: Btw: Die Musik, die Du liebst und lebst, kommt ja irgendwo her…

    • Profilbild
      vssmnn  AHU

      Abgenudelte Tracks sind abgenudelte tracks.
      Es gibt sie tatsächlich, genauso wie Fernseh- Bier, Pommes und Currywurst.
      Das muss ja nicht schlecht sein, aber halt abgenudelt

      • Profilbild
        Johannes Bollmann  RED

        Stimmt natürlich: Es gibt abgenudelte Tracks. Wobei es auch immer einen Grund gibt, warum diese abgenudelt sind. Meistens, weil viele Menschen diese häufig hören wollten / wollten. Was wiederum natürlich in Gewissen Sinne für die Qualität des Tracks steht.

        At KaKagoo: Ich hoffe der Artikel samt der ziemlich deutlich in diesem verpackten Ironie zeigt auch, dass ich hier sehr bewusst verbal überspitze – und nicht „urteile“. Wäre auch eher unpraktisch, denn wie genannt, die Alben, deren Vorhandensein in „jeder“ Bestenliste ich nenne, stehen hier ebenso. Einzig das Geseier in endloser Form über die „Besten-Listen“, dazu stehe ich weiterhin. Jede Liste von weniger bekannten Platten ist informativer und spannender als die x-te Zusammenstellung der Meist-Verkauftesten-Platten / der erfolgreichsten Künstler und der Top-Alben irgendwelcher Jahrzehnte. Schlicht und einfach dessen, weil die in mehr als mehrfachter Form zu finden sind und daher im Einzelnen keine neuen Informationen bieten ;)

  3. Profilbild
    Jens Barth  

    Ich hab so ziemlich alle Richtungen gehört in meinem Leben, aber die Top 9 sind komplett an mir vorbei gegangen. Muss ich mir jetzt sorgen machen?

    P.S. Der Artikel ist toll und lustig geschrieben, auch wenn ich selbst nach dem Durchhören nicht wirklich was mir der Musik anfangen kann.

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Moin Jens, vielen Dank für dein Feedback. Es freut mich, dass dir der Artikel eine unterhaltsame Zeit bieten konnte.
      Im Hinblick auf die Tatsache, dass du offenbar reingehört hast (das alleine ist schon sehr schön) und dann erkannt hast, dass du nicht das Gefühl hast, etwas verpasst zu haben, musst du dir sicher keine Sorgen machen. Oft hilft auch zu erkennen, was man nicht mag….sorgt auch für Platz im Plattenschrank für das, was man mag :)

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Geil. Dann hast du 9 mal was gelernt. Ach ne, sind ja nur 9 Top 10. Okay, dann 8 mal…= 8 mal die Chance etwas Neues zu finden, was dir gefällt. Oder auch nicht.

  4. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Bin ich alt oder ziemlich desinteressiert an allem? Außer Richie Hawtin und Motörhead hat mir keiner der Namen spontan etwas gesagt.

    Liegt aber auch vielleicht daran, daß ich nie in einem Plattenladen gearbeitet habe. Ist Zardoz immer noch in Altona in der Nähe vom Bahnhof (daran erinnere ich mich noch dunkel)?

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Ich unterstelle dir jetzt knallhart „desinteressiert“ zu sein. Ehrlich, bin ich auch sehr häufig und sehr extrem. Muss man auch, sonst müsste man alles mögen. Aber, die Tatsache, dass die Liste einiges beinhaltet, was auch jemand Musik-Aktives nicht kennt freut mich. Oben wurde es schon ein wenig kritisiert, aber würde die Liste nur beinhalten, was schon jeder kennt, wäre das irgendwie…verlorene Zeit.

      Zardoz musste zuletzt leider raus aus dem großen Laden im Schulterblatt, hat nun aber einen sehr schönen Laden gefunden im Karo-Viertel, hinter dem Knust quasi. Das hat glaube ich alle in Hamburg sehr gefreut, denn es war einige Zeit nicht wirklich sicher, ob und wie sie eine bezahlbare Fläche finden würden…

      • Profilbild
        iggy_pop  AHU

        Du hast wahrscheinlich recht — mürrische Indifferenz ist für mich Teil der intellektuellen Hygiene.

        Mit Hip Hop und Artverwandtem habe ich noch nie etwas anfangen können, dafür wird sich bei mir auch nie Interesse regen. Selbiges kann ich über einen Großteil von Techno sagen.

        Danke für die Info zum Shop — muß ich mal im Hinterkopf halten, wenn es mich wieder in meine alte emotionale Heimat verschlägt.

        • Profilbild
          Johannes Bollmann  RED

          Genau so! Warum sollte man sich auch für etwas interessieren, was einen einfach nicht einholt. Vielleicht irgendwann einmal, manchmal braucht es ja auch einfach die Zeit, den Zeitpunkt im Leben und bestimmte Musik erreicht einen dennoch. Oder halt auch nicht.

          Mit HipHop aktuell tue ich mich auch sehr schwer – was ohne Frage Schade ist und Techno…läuft bei mir zuhause auch nicht. Das ist für mich Clubmusik. Die spiele und konsumiere ich dort, dort, wo sie hingehört. Aber nicht daheim. Ich selbst würde mir meine eigenen Sets auch nicht zuhause anhören, aber pssst! :)

          Hamburg ist immer eine Reise wert…aber ich befürchte, der ein oder andere kleine Laden musste schon aufgeben aufgrund der aktuellen Lage. Positiv ausgedrückt, es gibt Leerstand für neue Ideen.

  5. Profilbild
    swissdoc  RED

    > Vielleicht sollten wir doch noch einmal über Dolly Buster sprechen?
    Haben wir das hier je getan. Wer ist überhaupt Dolly Buster?
     
    In Frankfurt habe ich mal ein Plakat gesehen, sehr rosa, dort wurde diese Scheibe beworben:
    Songs For Teresa – The Fire Inside
     
    Sind Teresa und Dolly irgendwie verwandt?

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      Johannes Bollmann  RED

      Teresa wer? Ich kenne diese Teresa nicht. Aber die Dolly. Und die Platte ist wirklich…also…nun..es wäre kein Verlust gewesen, wäre sie nicht veröffentlicht worden. Ehrlich. :)

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    Violator  

    Bisher fand ich die „My 10 Favourites“ Reihe immer sehr inspirierend.
    Aber mit den hier vorgestellten Alben und Künstlern kann ich rein gar nichts anfangen, sorry.

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    lightman  AHU

    Gibts von dir Sets/Mixe auf YT oder SC oder so? Bei dem hier gezeigten musikalischen Hintergrund würde mich das echt mal interessieren.

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      Johannes Bollmann  RED

      Gibt es…aber die werden vermutlich enttäuschen, denn diese sind..in der Tat sehr straight Techno und Acid-lastig. Einfach mal nach „Johann Boll“ suchen, dann findet man Sachen bei SC oder YT (aktueller als SC). Da ist die Bandbreite eher…recht schmal, da recht straight. Wobei ich auch sehr gern Detroit / Chicago-House lastige Sets spiele..

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    RhodesChroma

    Bin eigentlich an JEDER Art von musikalischem Tipp interessiert. Nur nervt mich ein bißchen, wenn man das Gefühl hat, es gehe darum, um jeden Preis nur Namen zu droppen, von denen mit Sicherheit noch nie einer was gehört hat. Ich werde mir trotzdem die songs mal anhören, befürchte aber den selben Effekt wie bei SPON „Abgehört“: meistens vergeudete Zeit.
    Aber Kunstgeschmack ist halt sehr verschieden……

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      BigDaddyGreezy

      Naja, also Richie Hawtin ist wohl einer größten Namen der elektronischen Musik. Torch ist für den deutschen HipHop sowas wie der Urvater. Kettcar ist im deutschen Indie auch auf jeden Fall eine große Nummer. Dynamite Deluxe bzw. Samy Deluxe hat wohl auch jeder schon mal gehört. Motörhead ist auch klar.
      Der Rest hat mir auch erstmal nichts gesagt, aber jeder hat doch seine Musik, die anderen erstmal nichts sagt. Davon dann deinen Vorwurf abzuleiten ist doch etwas arg verunglimpfend.

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      Johannes Bollmann  RED

      @RhoedesChroma: Tatsächlich war das nie die Absicht „unbedingt Künstler zu nennen, von denen noch keiner gehört hat“. Es ist eher das Ergebnis meiner Überlegung, welche Alben wirklich Einfluss auf mich genommen haben. Das sind alles Alben, deren Texte ich quasi im Schlaf kann, die Phasen meines Lebens begleitet und geprägt haben, die Guten, wie die schlechten. Und nun, es waren halt nicht die Beatles, Stones oder co. Auch wenn ich von diesen Alben habe…und man natürlich sagen muss, wie BDG es schon nennt, Motörhead, Richie Hawtin, auch Gregory Porter sind Weltstars, Kettcar und Samy Deluxe, nun…auch mit großem Bekanntheitsgrad, aber, wenn man sich für bestimmte Genres nicht interessiert, gehen diese Bands vielleicht auch an einem bekannt. Wie oft kommt es bei mir vor, dass Menschen fassungslos vor mir stehen und fragen: „Wie du kennst Künstler/in XY nicht? Die ist ein Welstar“…und man selbst so: “ So what, nicht für mich offenbar“ :)

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        RhodesChroma

        Du hast natürlich recht! Ich kenne das auch von beiden Seiten. Bin, wenn ich wen toll finde, entsetzt, wenn das andere nicht kennen. Und verblüfft, wenn mir Leute begegnen, die ich noch nie gehört habe und die mich spontan begeistern. Vielleicht bin ich auch eher sauer über mich selber, wenn ich die Leute auf Deiner Liste nicht alle kenne (natürlich sind mir nicht alle unbekannt!) fFreue mich, dass Du meine freche Bemerkung nicht persönlich genommen hast!

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          Johannes Bollmann  RED

          Hallo? Die freche Bemerkunge persönlich nehmen? Du hast den Artikel gelesen…Ich hab schon auch ein wenig ausgeteilt…(sorry an alle, die die Ironie / die überspitze Provokation darin nicht erkennen)…und kassiere gern mit gleichem Wortwitz (oder nicht) zurück.
          Ich bin nur sauer, dass bisher keiner eingestiegen ist auf meine Rant-Vorlangen.

          Aber, zurück zum Thema: Ich finde es geil, wenn man verblüfft über Interpreten stoplert und sich fragt: Wie konnten die sich so lange vor einem verstecken. Das muss auch so bleiben, ich will auch noch mit 70 Platten kaufen von Künstlern und Künstlerinnen, bei denen ich mir denke: Wer zur Hölle…und wieso so geil?
          Gut, genau so will ich auch sagen: Artist XY? Ja habe ich mir angehört, ist für mich nicht von Interesse :)

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    DJ Ronny  

    Danke für deinen erfrischenden Artikel. Wenige Titel kenne ich. Jetzt werde ich mir erst mal deine 9 Alben reinziehen und vielleicht schreibe ich noch mal.
    Übrigens bin ich auch Opa und liebe die abgenudelten Titel/ Gruppen.

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      Johannes Bollmann  RED

      Top 10 ja. Top 10…lass uns zumindest in den Kommentaren den Anschein wahren, als wären es 10 :)
      Geil man, danke für dein Feedback und viel Spaß! :)

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      DJ Ronny  

      Hab nun mal durchgehört. Sind interessante Titel dabei, besonders der Deutsche Hip Hop hat mir gefallen. Hab mir eine Playlist (Bolles) erstellt die ich ab und zu mal anhören werde.

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    OscSync  

    GEIL!!!! Youth of Today, Torch und But Alive! Blauer Samt ist wirklich so ein gutes Album, so viele Textzeilen, die sich ins Langzeitgedächtnis etablieren. „Die Welt brennt, Flammen auf jeden Kontinent“ oder „Ich wachte auf und hatte Schmerzen, also wußte ich dass ich wach war“……
    Danke auch für das YoT-Video, mit dem großartigen Walter Schreifels an der Gitarre. But Alive konnte ich ca ´96 mal live sehen und habe die Alben auf und ab gehört. Kettcar wollte ich im Anschluss nicht so richtig gerne in mein Herz lassen weil aus meiner damaligen Sicht zu poppig und glatt, von heute aus betrachtet ist das erste Album aber echt gut.

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      OscSync  

      Korrektur: in dieser Youth of Today-Konstellation spielt Schreifels Bass, aber egal, Walter ist an Gitarre, Bass und Gesang eine Marke.

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      Johannes Bollmann  RED

      Voll zu poppig. Und zu glatt. Aber textlich..bis heute…mit guten und sehr guten Alben. Okay, bist auf „Sylt“. Da sagte Marcus selbst mal „Es gibt keine guten Lieder auf Sylt“.
      …but Alive gesehen zu haben macht mich neidisch. Ehrlich. Da bin ich sauer, dass ich zu jung dafür bin…Ich mein 1999…da war ich 14…da war ich so groß wie drei Kisten Bier und hätte ich mit keiner Ausrede auf ein Konzert gedurft. :)

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          Johannes Bollmann  RED

          Ja sehr gute Frage. Wie alt ist denn eigentlich so ein Gör mit 14 so im Durchschnitt? 163 cm sagt Dr. Google. Also…..horizontal +3 cm. Circa. Daumen mal Auge + Pi hoch 2.

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            fanatic  AHU

            Ich wusste es.

            Hamburger Schule war nie meins (im doppelten Sinn) und dein Deutschrap ist nicht mein Deutschrap (schreckliches Wort), trotzdem ne interessante Liste. Riecht nach Benzin und versprüht ne leichte Prise Arroganz.
            So muss das im Norden;)

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              lightman  AHU

              Wieso Arroganz, wenn Bolle der Sound taugt, ist doch alles okidoki.

              Ich hab mir mal spaßeshalber 10 Alben ausbaldowert, die ich in eine solche Liste aufnehmen würde, das ist fast wie Strip Poker oder FKK. Respekt für den, der’s durchzieht.

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                fanatic  AHU

                Sorry Lightman, bei aller Liebe, auch Bolle wird eine leichte aggressiv/arrogante Ader im Schreibstil nicht verneinen können.
                War auch keineswegs Kritik meinerseits. Ich mag das.

                Wo Du einen Ansatz siehst um ihm beizustehen zu wollen…keine Ahnung….

                Nein, 10 Alben (bzw. 9) schaffe ich nicht. Beileibe nicht. Viel zuviel range.
                Hut ab, wer sich reduzieren kann;)

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                  lightman  AHU

                  Nennt sich das heutzutage nicht „edgy“? :D

                  Jau, jeder wie er kann und mag, wa.

                  Ich bin bei sieben Alben hängengeblieben, der Rest sind Labels, einzelnze Tracks, das kann man alles nicht so ohne Weiteres in eine Liste packen.

  11. Profilbild
    Ben

    Toller Artikel, mit viel Mühe beim Schreiben und Fotografieren. Fast alle Alben habe ich auch gerne gehört.

    Da du gerade Anna Ternheim hörst kann ich dir ihr Erstlingswerk „somebody outside“ sehr ans Herz legen.

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      Johannes Bollmann  RED

      Danke für dein Feedback Ben!! :)
      Und ja, Anna liefert ab. Aber weißt du, was mich richtig nervt? Die Preise bei Discogs für ältere Platten…alter..“Somebody Outside“ ist für unter 250 ja nicht zu bekommen. Wer bin ich? Auf jeden Fall jemand, der straight nur Platte zuhause hört…und damit ist man dann leider gern mal in den Hintern gekniffen :(

  12. Profilbild
    chardt  

    „Hast Du was gegen Deutsch-Rap?“
    „Ja: Den Aus-Schalter.“

    Sorry, aber auch wenn die Liste mit den ersten beiden Einträgen so hoffnungsmachend begann: Den Rest empfinde ich eher als abschreckend.

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      Johannes Bollmann  RED

      Na immerhin 2 von 10. Also von 9. Damit ist mein Musikgeschmack nur 78 % abschreckend. Nächstes Mal schaffe ich mehr. Versprochen! :)

  13. Profilbild
    harp

    „Du und wie viele von deinen Freunden“ ist ein Meisterwerk – was sich aber irgendwie nur einer ziemlich spitzen Zielgruppe erschließt. Man muss in den 00-er-Jahren in den eigenen 20-ern gewesen sein und „Gitarrenmusik mit deutschen Texten“ gemocht haben: wenn diese Kriterien erfüllt waren, hat das Album einen aber umgehauen und seitdem nie wieder richtig losgelassen…

    Toller Artikel, danke!

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      Johannes Bollmann  RED

      Super schön gesagt. Genau so. Bei mir war es genau so. …but Alive und der schlecht singende Thees und was dann kam, ist Geschichte….und ein breites Fach von GHVC Releases in meinem Plattenschrank und viele viele Konzerte und Erinnerungen an diese.

  14. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ich finde die Liste prima. Bin ein alter Sack, aber kenne locker die Hälfte, genauer 5. Die Jungs um 360° warn am Anfang ihrer Karriere Kunden von mir. Dass jemand fast keine Titel des Rock-Mainstreams zu seinen Top Alben macht, zeigt ihn noch lange nicht als Poser, er hat sich lediglich auch um einige Ecken und Nischen des Musikuniversums gekümmert. Gesucht, was andere noch nicht gefunden haben. Das ist doch prinzipiell eine gute Sache.

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