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Test: 2box DrumIt Three, Drum Trigger Soundmodul

18. Oktober 2019

Trigger-E-Drum-Modul mit massig Sounds

2box drumit three

Der Hersteller des klanglich außergewöhnlich guten DrumIt 5 E-Drumsets brachte schon vor einiger Zeit ein weiteres Modul mit dem Namen DrumIt Three auf den Markt. Dieses liegt uns nun zum Test vor. Da sich das schwedische Unternehmen 2box wohl dazu entschlossen hat, sich künftig nur noch auf Drum-Module zu spezialisieren, wird das bisherige Modell DrumIt 5 nun vom DrumIt 3 Modul abgelöst.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, für wen ein solches Instrument gedacht ist. Anwendungsbereiche gibt es viele. Du hast ein E-Drumset, bist aber mit dessen Klang- oder den Spieleigenschaften unzufrieden, dann lässt sich dein Set wunderbar mit dem 2box DrumIt Three „pimpen“. Oder du nutzt es als Sound-Modul, um programmierte Drums besser und echter klingen zu lassen.

Mit einem Satz Drum-Trigger lässt sich der Klang eines akustischen Drumsets verbessern, indem man die Sounds des Moduls „darunter“ legt. Das bringt vor allem Live viele Vorteile, wie klarere Signale, mehr Druck, mehr Transparenz, ergibt aber auch im Studio absolut Sinn, da auch nach dem Einspielen noch Sounds in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen, sofern man die MIDI-Signale aufgezeichnet hat. Andere Drummer nutzen es für den eigenen Monitorsound.

2box drumit three

Verarbeitung des DrumIt Three Moduls

Massiv, in ein metallenes Gehäuse verbaut, kommt das schwedische Sound-Modul in schützender Verpackung und gut gepolstert per Post zum gewillten Trommel-Wütigen. Es ist, wie auch alle Vorgänger, bestens verarbeitet. 2box und auch die Vorgänger-Firma DDrum haben schon immer viel Wert auf Stabilität und Langlebigkeit gelegt. So setzt man auch beim DrumIt Three auf gewohnt ordentliche Verarbeitungsqualität.

Die Taster und Potis sind aus Kunststoff gefertigt und reagieren gut. Das Display ist ausreichend groß, allerdings je nach Blickwinkel manchmal schwer abzulesen. Besser hat mit das Display des großen Bruders DrumIt Five gefallen. Das Neue leuchtet im hellen Blau, auch wenn ich dies nicht als technisch-sinnvolle Errungenschaft sehe.

Design und Struktur sprechen klare Worte: typisch 2box

Anschlüsse des DrumIt E-Drum Modul

Das rückwärtige Steckfeld zeigt sich neben der Stromversorgung mit 6,35 mm Klinkenbuchsen, davon 14 Eingangsbuchsen und vier individuell belegbare Ausgangsbuchsen. Zudem gibt es noch den Kopfhörerausgang und einen Mix/Line-In für Zuspieler oder Metronom.

Außer den MIDI-In/Out-Buchsen darf natürlich auch der USB-Anschluss nicht fehlen. An der Rückseite befindet sich auch die Kalibrierungsmöglichkeit für ein HiHat-Pad. Zu diesem wichtigen Punkt kommen wir aber noch im weiteren Verlauf des Tests.

2box DrumIt 3

2box DrumIt 3 Anschlüsse

Soundbank

Das 2box DrumIt Three kommt mit gut gefüllter Datenbank von fast 4 GB in die Auslieferung. Leider ist der Datenspeicher damit nahezu vollständig gefüllt. Um eigene Sounds oder Samples hineinladen zu können, muss also erstmal aufgeräumt werden. Von knackigen Elektro-Sounds über jazzig-warme Klänge bis zu Percussion-Instrumenten ist alles in erstklassiger Klang- und Sample Qualität vorhanden. In 100 Preset Kits sind die enthaltenen Samples einsortiert, diese können nach Belieben verändert und editiert werden.

Bedienung und eigene Samples

Um das knallblau leuchtende Display herum sind alle Taster und Potis angeordnet, die zur Bedienung des DrumIt Three notwendig sind. Das Menü unterteilt sich dabei in zwei Bereiche: Unit und Kit.

2box drumit three

Wie ein Mischpult ist das Unit Menü aufgebaut. Hier finden sich wichtige Punkte wie der Mixer, in dem (teilweise in Gruppen) alle Lautstärken des Drumsets schnell erreicht werden können. Der zweite Menüpunkt gibt Zugriff auf die Kanäle, beispielsweise um den Snare-Sound zu bearbeiten.

Über die kostenlose 2box Software lassen sich eigene Samples (auch Layer-Sounds), Loops und Songs in das Modul laden. Eine gute Sache, möchte man nicht noch mehr Geräte mit sich herumschleppen.

Die internen bei der Auslieferung installierten Sounds gefallen mir persönlich sehr gut. Sie sind vielseitig und nicht zu speziell, also gut im Drummer-Alltag zu gebrauchen und wirklich erstklassig in Sachen Klangqualität.

Wie der Upload eigener Sounds ins Modul gelingt, erfahrt ihr im folgenden Video:

Praxistest des 2box DrumIt Three

Eines sei gesagt: Einfach anstöpseln und loslegen ist hier nicht. Bis alle Parameter mal entsprechend der eigenen Spielweise eingestellt sind, bedarf es Zeit und Geduld. Die HiHat-Kalibrierung hat mich beispielsweise so einige Nerven gekostet und letztendlich ist das Ergebnis, zumindest in Kombination mit einem Roland Pedal und Pad nicht wirklich befriedigend. Möglich, dass das Roland Set, das ich für den Test benutzt habe, nicht die ideale Schnittstelle zum DrumIt Three darstellt.

Mit den Pads eines 2box DrumIt 5 Sets harmoniert aber alles auf Anhieb. Auch die HiHat-Kalibrierung passt sofort. Alle anderen getesteten Roland und Yamaha Pads, also Snare, Toms Kick und Becken vertragen sich mit dem Schweden-Modul sehr gut.

Dies alles gilt natürlich nur, möchte man ein komplettes E-Drumset mit dem DrumIt 3 steuern. Um ein Hybrid-Drumset zu erstellen, also einen Mix aus akustischen und elektronischen Sounds, eignet sich das DrumIt 3 perfekt. Dies kann entweder per Integration von Pads oder der Nutzung von Drum-Triggern zur Anwendung kommen.

2box bietet hierfür eigene Drum-Trigger an. Diese sind simpel konstruiert und steuern das Modul präzise und fehlerfrei an. Lediglich die Konstruktion der Trigger lässt ein wenig zu wünschen übrig. So fielen während des Tests einige der Schutzkappen, die verhindern sollen, dass die Chrom-Spannringe verkratzen, einfach ab. Für den Test habe ich außerdem Trigger von Roland ausprobiert, auch diese funktionierten hervorragend.

In der Praxis würde ich das Modul als Erweiterung meines Schlagzeugs nutzen. So habe ich den akustischen Sound meines Sets, also Kick, Snare und Toms getriggert, was in den Klangbeispielen zu hören ist. Zu Beginn hört man dort den natürlichen Sound meines Drumsets (TAMA Superstar Birke), nachfolgend dann den elektronisch unterlegten Sound. Ob Live oder im Studio ist das wirklich eine Bereicherung. Der Sound wird klarer, druckvoller und ausgewogener.

Im folgenden Video wird dargestellt, wie detailliert das 2box Modul eigene Samples auf ein Pad übertragen kann:

Fazit

Das 2box DrumIt Three erfüllt alle ihm zugedachten Funktionen wie schnelles Triggering, Flexibilität und beste Einstellungsmöglichkeiten für jede Spielweise. Beste Klangqualität mit hochaufgelösten (Layer-) Samples stehen in reichhaltiger Auswahl zur Verfügung.

Die Samples können vielseitig editiert werden, so dass kein Wunsch offen bleibt. Egal ob Elektro, Jazz, ob Metal oder Pop, man findet garantiert den idealen Drum-Sound.

Die Kalibrierung mit einigen HiHat-Pads gestaltet sich nicht so recht zufriedenstellend, sonst gibt’s aber kaum was zu kritisieren. Wer sich viel Zeit nimmt, kann dem DrumIt Three die perfekte Performance entlocken.

Plus

  • sehr gute Verarbeitung
  • beste Klangqualität
  • feinste Dynamikabstimmungen möglich

Minus

  • Display schlecht ablesbar
  • HiHat-Kalibrierung mit manchen Pads schwierig

Preis

  • 779,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    zeitlos  

    2box hatte auf der Winter-NAMM den Nachfolger DrumIt Five MKII. vorgestellt. Der hatte die doppelte Speicherkapazität plus SD-Karte und mehr Knöpfe, um schneller die Parameter der jeweiligen Pads erreichen zu können. Amazona berichtete seinerzeit kurz darüber. Das neue Gerät sollte laut Hersteller im Frühjahr rauskommen. Da ich schon mit dem hier getesteten (alten) Modell gearbeitet hatte und es insbesondere klanglich gut fand, wollte ich warten. Und wartete und wartete. Habe mich letztendlich für ein anderes Modul entschieden.
    Es ist schon irgendwie witzig, dass hier nun heute das „alte“ DrumIt Five getestet wird.

      • Profilbild
        zeitlos  

        oops, da habe ich ja Bezeichnungen verwechselt. Wie gesagt lediglich die Bezeichnungen! Denn ich wette, dass der DrumIt Five MKII der direkte Nachfolger vom Three und nicht vom älteren Five sein soll. Man muss sich nur das Gehäuse von DrumIt Five MKII und Drumit Three angucken. DrumIt Five MKII ist (bzw. wird) m.E. ein um wenige aber bedeutende Features ( s.o.) erweiterter Drumit Three ! Als ich den Three vor eineinhalb (!!) Jahren intensiv ausprobierte, war nach jedem Umschalten zu einem neuen Set das HiHat auf „offen“ gestellt. Ein nerviger Programmfehler. Da das im Test nicht erwähnt wurde, scheint dieser Bug behoben worden zu sein.

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