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Test: Akai LPK25 und LPD8


LPD8

Beim „Laptop Pad Controller“ handelt es sich in erster Linie um ein kleines, handliches Einspielgerät (310 x 80 x 28 Millimeter) für Drumsounds mit acht druckempfindlichen und anschlagdynamischen Gummi-Pad. Darüber hinaus hat das schwarze Kästchen aus Hartplastik ebenso viele Drehregler zur Sequencer- und Synthesizer-Steuerung über „Continuous Controller“-MIDI-Messages (CC), die nicht als Endlos-Encoder ausgelegt sind.

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Ganz links befinden sich vier weitere Tasten, mit denen die Mehrfachbelegung der Pads bedient wird. Wird die Taste „PROGRAMM“ betätigt, lassen sich die Pads 1-4 zum Anwählen eines der vier Presets verwenden. Bei „PROG CHANGE“ kann man sie für Programmwechsel-Befehle missbrauchen, also zum Beispiel zum Wechseln des Sounds im angesteuerten Synthesizer. Mit „CC“ ist es möglich, den Tasten einen „Continuous Controller“ zuzuweisen, und wenn „PAD“ betätigt wird, befinden sich die PADs im Normalmodus und können zum Einspielen verwendet werden.

Die Programmierung der Presets, also die Zuweisung der Pads zu einzelnen Noten oder die Vergabe der MIDI-CCs und Programmwechselbefehle, erfolgt über den mitgelieferten Software-Editor.

Gemeinsamkeiten bei LPK25 und LPD8

Beide Einspielgeräte bestehen aus schwarzem, stabilem Plastik und werden über USB an den Computer – Mac oder PC – angeschlossen. Sie erscheinen als USB-Audiogerät (Windows XP) im System, ohne dass man einen Treiber installieren muss. Der Gerätename variiert von Betriebssystem zu Betriebssystem. Werden beide Geräte angeschlossen, wird dies durch eine Nummerierung des Gerätenamens erkennbar. Das als zweites angeschlossene Gerät trägt sinngemäß die Nummer zwei. Die Stromversorgung erfolgt bei beiden Geräten ausschließlich über den USB-Anschluss.

Die im Lieferumfang enthaltenen Editoren kommunizieren nicht direkt mit den Geräten. Die Programmierung wird im Editor vorgenommen und dann über eine Upload-Taste zum Controller geschickt. Darüber hinaus können die Preset-Einstellungen von der Hardware aus in den Editor geholt, editiert und wieder hochgeladen werden.  

Beurteilung

Ich habe es nicht probiert, aber ich bin ziemlich sicher, dass man diese Geräte mehrmals fallen lassen kann, ohne dass die wirklich extrem stabil wirkende Plastik-Verschalung Schaden nimmt. Für die kleinen, straff gefederten Einspieltasten der LPK25 benötigt man als Umsteiger von einer Fullsize-Tastatur etwas Eingewöhnungszeit. Schmale, gelenkige Pianisten-Finger sind sicher von Vorteil, wenn eine gute Synth-Line oder ein Arpeggio eingespielt werden soll. Eine gewichtete 88er-Tastatur mit Hammermechanik kann die LPK25 natürlich nicht ersetzen. Doch wer unter Palmen am oben erwähnten Südsee-Strand anstatt Minimal Techno zu arrangieren lieber Beethovens Klaviersonaten daddelt, muss halt schleppen – Tastatur und Generator.

Der Arpeggiator der LPK25 ist mehr als nur eine kleine Zugabe. Er macht nicht nur richtig Spaß, sondern einen sehr guten Job als Inspirationsquelle. Natürlich können die Noten der Arpeggios einzeln im Sequencer aufgezeichnet und weiterverarbeitet werden.

Die Pads des LPD8 sind absolut erstklassig, denn sie bieten ein überragendes Spielgefühl. Hier merkt man sofort, wo Akai zu Hause ist. Natürlich verlangen sie für ein tightes, professionelles Schlagzeugspiel nach ultrakurzen Gesamtlatenzen von bestenfalls unter zwei Millisekunden – ein Wert, den bei nativen Umgebungen wahrscheinlich nur Apple Logic im Zusammenspiel mit sehr guter PCIe-Audio-Hardware von zum Beispiel RME schafft.

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Über die CC-Drehregler kann man geteilter Meinung sein. Sie sind – sicher im Hinblick auf Transport und Bruchfestigkeit, sehr flach geraten, worunter der Grip etwas leidet. Aber wer oft mit Geräten reist, weiß auch, wie schnell Regler unterwegs abbrechen. Vielleicht wäre eine weiche Gummihaut der Griffigkeit zuträglich gewesen. Darüber hinaus müssen die Regler im Software-Editor zugewiesen werden.

Das Problem hierbei ist, dass beim Arbeiten mit einem Windows Computer die DAW Software vor dem Öffnen des Editors geschlossen werden muss, weil der verwendete Windows MIDI-Treiber nicht von zwei Programmen gleichzeitig genutzt werden kann. Dieses Problem konnten wir auch bei Controllern anderer Hersteller beachten, liegt aber daran, dass die USB Treiber von Windows nicht multiclient-fähig sind. Unter Mac OS X sollte dieses Manko jedoch nicht auftauchen. 

Glück dem also, dessen Softsynth über eine MIDI-Learn-Funktion verfügt, wodurch eine Zuweisung der Regler im Editor überflüssig wird. Rob Papens vorzügliche Kreationen „Blue“ und „Predator“ verhalten sich hierbei zum Beispiel sehr vorbildlich. Parameter im Synth mit der rechten Maustaste anklicken, einen beliebigen Regler am LPD8 bewegen – und zack, ist dieser zugewiesen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    herw  

    scheint interessant zu sein;
    wie sind denn die Maße beim LPK25 (B-H-T)?

    ciao herw

  2. Profilbild
    Steinklopfer  

    Kann es nur bestätigen. Cooles Ding (kenne nur das Keyboard). Es besitzt einen riesigen Trash Spass Faktor. Es macht einfach Laune mit einem solchen kleinst Keyboard richtig harte Bässe zu spielen. Trash Pur! In meiner Drum n Bass Band spiele ich jeweils das erste Lied nur mit dem Ding zusammen mit dem Drummer. (Bühne überfüllt mit Equipment, darunter auch Moog Voyager, Juno 60, Novation MKII, APC40 etc. und dann einzig mit dem Ding spielen) Einfach Kult pur :D
    Zudem das Ding + Launchpad + Laptop mit Ableton live und man hat eine sooo kompakte Jamausrüstung. Also ich persönlich war noch nie in ein so billiges Stück Equipment derart verliebt :D

    • Profilbild
      tompisa

      wo kann man Dich und Deine Hamma Drum n Bass Band mal live sehen ? Wie heißt der Act ?

  3. Profilbild
    Tischhupe

    Erst mal selber schreiben (mal sehen was fürn „Bullshit“ dabei rauskommt) und dann meckern. Die Dinger sind auch von anderen als gar nicht so schlecht getestet worden, sogar im Vergleich mit den Korg-Teilen. Für einige sind die sicher genau richtig!

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