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Test: Alesis DM Dock – Drum Interface fürs iPad

24. August 2014

Das iPad als E-Drummodul?

iPads sieht man mittlerweile bei fast jeder Band auf der Bühne. Mal dienen sie als Noten- und Leadsheet-Sammlung, virtuelle Textmappe, Metronom oder Playlist. Warum sollten nicht auch Drummer damit live und im Studio arbeiten? Schafft das Alesis DM Dock diese Verschmelzung von E-Drums, Hardware mit Software und was kommt am Ende dabei raus? Ich hole zunächst etwas aus:

Elektronik spielt nicht erst seit gestern eine wichtige Rolle für uns Schlagzeuger. Unglaubliche Absatzzahlen der E-Drum Hersteller beweisen, dass hier ein großes Interesse besteht. Zum einen liegt es daran, dass wir Trommler so in der Lage sind, still und heimlich vor uns hin zu üben und niemand fühlt sich gestört oder belästigt. Zum anderen macht es den Einstieg für Jung-Drummer viel einfacher, da vor Jahren noch die Wohnsituation darüber entschied, ob der aufstrebende Musiker ein solches Instrument erlernen durfte. Pingelige Nachbarn konnten die frische Freude am Instrument durchaus im Keim ersticken, man wollte schließlich keinen Ärger mit der Nachbarschaft. Auch hier gab es natürlich Eltern lernwilliger Kinder, die sich über die nachbarschaftliche Krise hinwegsetzten oder diese billigend in Kauf nahmen, um dem heimischen Nachwuchstalent die Möglichkeit der Entfaltung zu lassen. Ja liebe Eltern, unendlicher Dank sei Euch dafür!

---wirkt schon recht schick---

— Optisch wirkt das Dock schon schick —

Doch auch heutzutage kann man ein akustisches Instrument nicht einfach gegen ein elektrisches tauschen und behaupten, es sei ja sowieso das Gleiche. Es gibt viele tolle elektrische Produkte auf dem Schlagzeugmarkt, die auf ihre Art und Weise ein wirklich gutes Instrument verkörpern, viel Spaß machen, sehr dynamisch spielbar sind und über eine Vielzahl an Sounds verfügen. Also ist das doch ganz klar, das bessere Instrument, möchte man vom stromversorgten Drumset meinen. Doch nein, so einfach ist es nicht. Alleine einer einzigen akustischen Trommel lassen sich durch Anschlagsposition, Dynamik, Fellauswahl, Stimmung und die persönliche Note des Musikers Hunderte, wenn nicht Tausende verschiedener Klänge entlocken. Nicht, dass dies oft nötig wäre, aber durchaus möglich.

Bei Becken und anderen Percussion-Instrumenten ist es wie bei Trommeln, eine wahnsinnige Vielfalt an Sounds lässt sich alleine vom Spielenden herausholen und in diesem Moment passiert das Magische, es entsteht Musik. Einem elektrischen Schlagzeug solch interessanten Klänge zu entlocken, halte ich für wesentlich schwieriger, die Elektrowelt ist in dieser Richtung doch limitiert. Das interessiert den Einsteiger natürlich herzlich wenig und auch den Drummer, der einfach seine Grooves abends zu Hause ganz ohne Lärm noch mal durchüben möchte. Es ist ein Traum, einfach zu jeder Uhrzeit spielen zu können, noch vor ein paar Jahren war das undenkbar.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    vssmnn  

    Um es kurz zu machen, bestellt, getestet und auf Grund der unpraktikablen Latenz zurück geschickt.
    Unser Drummer bleibt also weiter beim DDRUM 4, Gott schenke dem roten Gerät aus Schweden bitte noch viele Jahre.
    Unfassbar, daß zeitkritische Audioanwenungen heute immer noch so ein Problem sind.

  2. Profilbild
    Oliver Schulte  RED

    Die Latenz war hier gar nicht das größte Problem… Das Ddrum 4 oder der inoffizielle Nachfolger, das 2Box Drumit5 sind da Lichtjahre vorraus. Keine Frage. Die Idee hinter dem DM Dock ist dennoch gut und wird in Zukunft bestimmt weiterentwickelt. Im Moment allerdings, wie schon im Test beschrieben, bringt es noch nicht die Leistung, die man im Live oder im Studioeinsatz benötigt.

    • Profilbild
      vssmnn  

      Du sagste es: .. es bringt nicht die Leistung, die man im Studioeinsatz oder Live benötigt.
      Wozu dann soll ich das Teil sonst benötigen?
      Es ist Elektroschrott.

  3. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Das ist Interessant. Erst diese Woche hatte ich wieder ein kleines Gespräch mit nem Musikhaus-Mitarbeiter. Ich hab mir eingebildet dass es cool sein könnte meine Sequenzer durch ein IPad zu ersetzen.
    Das hat mir der Gute direkt wieder ausgeredet. Scheinbar konnte Apple Core Audio schon mal besser.
    Schade ist einfach, dass sich die Hersteller keinen wirklichen Gefallen tun, Hardware für ein „Brain“ zu entwickeln, das noch nicht soweit ist. Ich versteh’s zwar nicht wirklich, weil so ein Pad ja schon ein bißchen Leistung hat… Mal sehen was die Zukunft bringt.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo AtariKid,

      das ist so nicht ganz richtig, im Bereich der Profi Hardware und Software ist das IPad schon angekommen, der Prosumer Bereich ist wesentlich kostensensibler, was sich bei den Produkten in mangelnder Ausreifung niederschlägt, das hat aber nichts mit iOs, IPad zu tun. Es gibt sehr wohl softwarebasierende Sequencer die performancetauglich sind. Und entsprechende MIDI Hardware gibt es auch. Ich picke mal Nord Beat2 und Genom raus.

  4. Profilbild
    vaikl  

    Und *das* hat Alesis nun (fast) offiziell schon seit über 2 Jahren als „fertig“ angekündigt??

    Ok, wenn die für das DM10 wirklich kein OS-Update mehr rausbringen, war’s das wohl mit Alesis als ernsthaftem EKit-/Modul-Anbieter. Die werden sich schön in die neue Reihe von Spielzeug-Anbietern aus dem großen Haus InMusic (Numark, ION, AIR, M-Audio etc.) einreihen, um Umsatz zu scheffeln:-(

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