Test: Apogee Element 46, Thunderbolt Audio Interface

23. Januar 2017

Das kleine, schwarze Interface

Wenn ein renommierter Hersteller wie Apogee ein neues Audiointerface vorstellt, das verspricht, zum günstigen Kurs die Werte der großen Thunderbolt Interfaces zu bieten, lässt uns das aufhorchen. So haben wir uns bemüht, schnellstens ein Exemplar zu ordern. Nun ist das Apogee Element 46 da und steht zum Test bereit.

Das Apogee Element 46

Das Apogee Element 46

Die Serie

Apogee schickt das Element 46 nicht alleine auf den Markt, es ist das Mittlere von drei Interfaces, die sich hinsichtlich der Ein- und Ausgänge unterscheiden.

Die drei Elemente

Die drei Elemente

Das Kleinste ist das Apogee Element 24. Es bietet analog zwei Kombi-Eingänge und ein XLR-Ausgangspaar. Ein weiterer Ausgang ist für Kopfhörer vorhanden. Digital ist ein ADAT Ein-/Ausgang vorhanden.

Das Apogee Element 46 kommt auf vier Kombi-Eingänge. Als Ausgänge werden die zwei XLRs und zwei unabhängige Kopfhörerbuchsen geboten. Auch der ADAT ist hier vorhanden.

Deutlich umfangreicher präsentiert sich das Apogee Element 88. Neben den vier Kombi-Eingängen sind noch vier weitere Mikrofoneingänge vorhanden. Neben den zwei XLR- und den beiden Kopfhörerausgängen gibt es noch ein Ausgangspaar im Klinkenformat. Die digitalen ADAT Ein- und Ausgänge sind doppelt vorhanden.

Preislich stufen sich die Elements mit 649,- Euro, 999,- Euro und 1649,- Euro ab.

Vergleichsliste

Vergleichsliste

Das Apogee Element 46

Das Interface ist als Tischgerät konzipiert, Rackohren sind nicht vorgesehen. Das stabile schwarze Metallgehäuse mit den silbernen Aluseitenteilen misst 29,5 x 14,0 x 4,5 cm und wiegt 1,34 kg.

Auf der Vorderseite finden sich die vier Eingänge als Kombibuchsen und die beiden Klinkenbuchsen für die Kopfhörer. Dazu gibt es noch eine Betriebs-LED.

Die Vorderseite

Die Vorderseite

Rückseitig sehen wir die beiden XLR-Ausgangsbuchsen, je einen ADAT Ein- und Ausgang und zwei BNC-Buchsen für Wordclock. Verbunden wird das Apogee Element 46 mit dem Mac über eine Thunderbolt-Buchse. Daneben sitzt der Eingang für das 9 Volt Netzteil. Auf einen Netzschalter wurde verzichtet.

Die Rückseite

Die Rückseite

Stutzig macht das Fehlen jeglicher Bedienelemente. Das Element Interface soll tatsächlich rein über Software bedient werden. Bereit steht hierzu die Element Control Software für Mac oder die Element Control Mobile App für iPad, iPhone oder iPod touch. Wer partout nicht auf eine Hardware-Steuerung verzichten möchte, für den bietet Apogee optional einen entsprechenden Controller an, der über USB mit dem Rechner verbunden wird.

Apogee Control

Apogee Control

Software

Ohne die nötige Betriebssoftware ist das Element am Rechner nicht anzuwählen. Der Download erfolgt über die Apogee Seite, hier ist dann allerdings zunächst eine Registrierung nötig, dann erst bekommt man den Download Link zugeschickt. Nun, diese Art der Zwangsregistrierung ist zwar inzwischen gang und gäbe, gefällt mir aber definitiv nicht. Gerade als Tester habe ich so inzwischen zig Firmen meine E-Mail-Adresse überlassen, entsprechend quillt täglich mein Postfach über.

Die Control Software ist recht komplex, lässt sich aber je nach Anwendung perfekt konfigurieren. Das ist gut so, denn im Vollausbau nimmt sie ganz ordentlich Platz weg.

Full

Volle Ansicht

Einige Templates sind schon von Apogee vorbereitet, eigene lassen sich natürlich erstellen und abspeichern. Zusätzlich gibt es noch ein übersichtliches Essentials Window, das nur die analogen Ein- und Ausgänge anzeigt. Dieses Fenster lässt sich vertikal oder horizontal darstellen, je nachdem, was besser auf dem Bildschirm unterzubringen ist.

Das Extential Window

Das Essentials Window

Denselben Funktionsumfang bietet auch die App, die problemlos im Appstore zu finden ist.

Forum
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    Franz Walsch  AHU

    Die Firma Apogee scheint dem Apple-Prinzip der Reduktion zu folgen und dafür immer mehr Geld zu verlangen. Besonders problematisch empfinde ich die Abhängigkeiten von Hard- und Software und die Beschränkung auf wenige DAWs (empfohlene Anwendungen: Logic Pro, Pro Tools, Ableton Live, GarageBand, MainStage, Final Cut, Digital Performer, Studio One, Cubase, und Nuendo). In dieser Preisklasse finden sich eine Vielzahl von klanglich ebenso guten und besseren Geräten mit größerem Funktionsumfang und flexibler Anbindung an Mac & PC. Außerdem erwarte ich bei diesem ambitionierten Preis ein 3m Thunderbolt Kabel.

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      dilux  AHU

      lol, apple-bashing 2017? gähn…
      apogee-produkte sind, nach allem, was mir bekannt ist, in einer professionellen studioumgebung aufgrund ihrer audiotransferleistung und ihrer hochwertigen hardware ziemlich unumstritten.
      achja, „beschränkung auf wenige daws“ und dann zählst du 10 stück davon auf? ups…

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        Franz Walsch  AHU

        Kein Apple Bashing – aber kann man nicht einen Netzschalter bei dem Preis erwarten?
        Jedenfalls lockt mich das nicht von meiner Metric-Halo ULN-8 weg.

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        defrigge  

        Solche Apothekerpreise bei so minderwertiger Ausstattung (->haptische Controller, Netzteil, fehlendes Kabel) sind trotz guter technischer Werte einfach lächerlich.

        Und wer das Apple-Bashing nennt, hat vielleicht tiefsitzende Reflexe, aber kein gutes Argument. Was 2017 betrifft: ist das zum kritikfreien Jahr erklärt worden? Oder brauchen wir für Apogee und Apple „alternative Fakten“? :-)))

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    Chick Sangria  

    Schöner Test, vor allem was die präzisen Angaben zu Latenz und dB-Levels betrifft.
    Trotzdem wäre – wie vom Vorredner angedeutet – ein Vergleich mit Konkurrenzprodukten wichtig. Bitte testet doch nicht immer nur die Geräte für sich, sondern seht sie im Marktzusammenhang. Damit würden sich für mich als Laien Fragen klären wie:
    Warum kostet das Focusrite Clarett 4Pre nur die Hälfte?

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      Armin Bauer  RED

      Erst mal danke für das Lob.

      Zu deinem Kritikpunkt: Die Tests entstehen doch im Marktzusammenhang, dafür gibt es unsere Bewertung. Aber natürlich auf 30-50 Mitbewerber einzugehen, evtl. noch aus ganz anderen Preisbereichen, das ist schlicht nicht zu leisten. Sollte klar sein.

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        Martin Andersson  RED

        Hallo Armin
        wie würdest Du die Qualität der neuen Element Serie im Vergleich zu anderen Apogee Produkten einschätzen? Beispielsweise das Duet?

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          Armin Bauer  RED

          Hallo Martin,

          im Grunde gibt sich Element und Ensemble beim Klang nichts.

          Das Duet hatte ich noch nicht in den Fingern, nach den Daten liegt das Element minimal vorn, die Ausstattung ist besser und es wird an Thunderbolt angeschlossen.
          Duet ist USB2 und transportabler, hat aber die Kabelpeitsche.
          Wenn ich zwischen Duet und Element 24, die ja preislich gleich liegen, wählen müsste, würde es das Element werden.

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        Chick Sangria  

        Ich meinte ja Geräte mit vergleichbarem Funktionsumfang (Thunderbolt, Zahl der Ein- und Ausgänge) – da sehe ich bei Thomann gar nicht so viele.

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          Armin Bauer  RED

          Dafür bemüht sich die Redaktion in regelmässigen Abständen alle Tests zu einem Thema in die Championship zusammen zu fassen.
          Echte Vergleichstests sind schon von der Logistik (mehrere Vertriebe kontaktieren, die Geräte zeitgleich erhalten, alles wieder, z.T. mit mehreren Transportunternehmen, zurück schicken) sehr aufwändig und deshalb schwer zu realisieren.

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            Chick Sangria  

            Einen echten Vergleichstest habe ich auch nicht gemeint. Nur einen Absatz z.B. im Fazit, der einen Ausblick auf die Konkurrenz gibt.

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      MrMeloD  

      Das Focurite kommt gegen die Ensemble Qualität, die in der Element Serie verbaut ist, nicht an (siehe mein Kommentar unten). VG Fabian

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    MrMeloD  

    Guten Tag allerseits, ich besitze das Element 88 und kann euch Infos geben: Die Premaps der Element Serie sind denen aus dem Duet und Quartett überlegen – es sind die gleichen wie aus den Ensemble interfaces. Die DA Wandler sind im Duet/Quartett identisch, die AD Wandlung aber hochwertiger. Diese Informationen habe ich von Apogee direkt erhalten. Zu diesem Preis gibt es meiner Meinung nach (gerade bei dem 24er) fast keine Alternative. Die Wandler sind absolute Spitzenklasse und den genannten Focusrite Interfaces überlegen, genauso wie die Preamps. VG Fabian

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    swellkoerper  AHU 1

    Das Preis-Leistungsverhältnis bei Apogee mag Ansichtssache sein – wo sie aber meiner Meinung nach wirklich aufpassen müssen, um nicht den Anschluss an Konkurrenten wie Metric Halo oder RME zu verpassen, ist der Langzeit-Treibersupport. Da hat Apogee in der Vergangenheit schon einige Böcke geschossen (X-Firewire Card und Windows, Windows Unterstützung allgemein, Ensemble & Co ab OSX 10.11 etc.) – das betrifft z.T. hochprofessionelle Produkte und darf nicht passieren.

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      gaffer  AHU

      @swellkoerper: Treiber sollte es keine geben, die Interfaces laufen auch auf iOS, sind also class compliant. Allerdings könnte die Software irgenwann zicken, aber der Übergang zu reinen 64-Bit Programmen ist längst abgeschlossen, der Knackpunkt vieler Probleme in den letzten vier, fünf Jahren. Programme sind da weniger anfällig als Treiber

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        swellkoerper  AHU 1

        Das ist ja genau das Problem! Class compliance heisst in dem Fall Abhängigkeit vom OS-Hersteller und meist schlechtere Performance gegenüber den Mitbewerbern, die sich befleissigt haben, eigene Treiber zu entwickeln und zu pflegen. Bei Motu und RME wird heute noch alles unterstützt, was je mit PCI- oder Firewire-Schnittstelle daherkam! Gruss

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          Armin Bauer  RED

          Lohnt sich doch nicht darüber aufzuregen. Entweder man ist Mac User, dann interessiert es nicht, ob das Ding am PC funktioniert oder man arbeitet mit Windows, dann sind eben Apogee Interfaces nicht im Focus.
          Wer sich trotzdem über diesen Fact aufregt, setzt sich m.M. nach dem Neid-Vorwurf aus.

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            Martin Andersson  RED

            Jetzt ‚mal von der PC-versus-Mac-Diskussion abgesehen, ist es schon ärgerlich, dass Apogee Produkte wie das Duet 1 oder Ensemble (Firewire Version) auf aktuellen Mac Betriebssystemen (OS 10.12) nicht mehr unterstützt werden. Schade, denn die Hardware wäre weiterhin top, aber wenn die Software nicht mehr mitspielt, bringt alles nichts.
            Von einer hochpreisigen Hardware sollte man auch eine langfristige Software-Unterstützung erwarten können.

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            swellkoerper  AHU 1

            Starke Worte, Armin. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, mich aufzuregen, aber findest Du es normal, dass ein Gerät der 1800€-Klasse über nacht zum Sondermüll wird, weil Apple es nicht mehr in seinem Firewire-Treiber einschliesst? Geschehen beim ursprünglichen Ensemble. Ich hätte meinen heissgeliebten Rosetta-Wandler auch gern noch unter Win7 weiterbenutzt, aber denkste. Es ist ja nicht so, dass Apogee nie Windows unterstützt hätte.. Keine Ahnung was das mit Neid zu tun haben soll.

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    Armin Bauer  RED

    Ärgerlich, wenn Geräte nicht mehr genutzt werden können.
    Laut Apogee Support läuft das Ensemble Firewire, obwohl nicht offiziell angekündigt, durchaus noch mit OS X 10.11 Wird also erst zum Problem, wenn wichtige Software von Apple mit neueren OS X nicht mehr unterstützt wird. Das dürfte noch ein Weilchen dauern.

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