Test: Arturia CS-80V

5. November 2003

Arturia CS-80V

2003 – Conquest of paradise
Dank der Computertechnologie und einiger genialer Tüftler kann man heutzutage Schätze wie einen Moog, einen Odyssey oder auch das schrullige Mellotron am heimischen PC genießen. Viele Punkte auf der Wunschliste sind aber immer noch offen. Eine weitere Lücke schließt Arturia mit seinem aktuellen Wurf: CS-80V. Hintergrundinfos zum Original findet Ihr übrigens in unserer Blue Box. 1_image003_big.jpg

Die Sache mit Vangelis
Künstler wie Vangelis haben den CS-80 bekannt und begehrt gemacht. Das Monster aus Japan mit dem Lebendgewicht von zwei Sack Kartoffeln galt lange als der König der Polyphonen und für viele ist er das noch heute. Die Jungs von Arturia haben ja bereits mit dem Moog Modular bewiesen, dass sie imstande sind, den klanglichen Charme einer Legende detailgetreu nachzubilden. Man durfte also gespannt sein, als die Umsetzung des CS-80 angekündigt wurde.

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Und nun ist es soweit, der CS-80V befindet sich auf meiner Festplatte. Der erste Eindruck der sich mir bietet, ist äußerst überwältigend, was sowohl auf den Klang als auch die grafische Präsentation betrifft. Das gesamte Bedienpanel des Originals und noch einiges mehr fand seinen Weg in die Oberfläche des PlugIns – Fotorealismus ich liebe dich!

Aufbau
Der CS-80 bietet zwei von einander unabhängige Stränge für die Klangerzeugung mit je einem Oszillator. Für jede der acht Stimmen hat man also zwei Oszillatoren zur Verfügung. Jeder Strang enthält vier Sektionen: VCO, VCF, VCA und Touch Response, also: Oszillatoren, Filter inklusive Hüllkurve, Lautstärkehüllkurve und Einstellungen für anschlagsdynamisches Spiel. Der Aufbau der Stränge ist identisch.

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Die Auswahl der Oszillatorwellenform erfolgt via Kippschalter. Es stehen Rechteck, Sägezahn und Sinus zur Auswahl, sowie in der Intensität regelbares Rauschen. Im Original steht für die Pulsweitenmodulation ein LFO zur Verfügung. Die Emulation geht noch einen Schritt weiter und bietet pro Strang einen zusätzlichen via MIDI synchronisierbaren LFO.

Für die Klangformung stehen gleich zwei Filter zur Auswahl: je ein Hoch- und ein Tiefpass. Beide sind resonanzfähig und haben eine Flankensteilheit von 12dB. Im Gegensatz zum Yamaha Synth lässt sich die Steilheit auch auf 24dB umschalten. Der Klang der Filter ist gut getroffen. Die originale 12dB Variante macht eine Menge der Wärme des Vorbilds aus, die hier gekonnt reproduziert wurde. Eine ADR (Attack, decay, release) Hüllkurve übernimmt die weitere Formung für beide Filter gleichzeitig und bietet mit zwei extra Reglern auch die Möglichkeit den Anfangslevel der Hüllkurve und der Attack-Phase zu regeln. Das Zusammenspiel dieser Bestandteile will verstanden werden und es kostet etwas Einarbeitung den Klang in eine gewollte Richtung zu verbiegen.

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Klangbeispiele
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