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Test: Chase Bliss Tonal Recall RKM, Analog-Delay

Chasing analogue Bliss - das RKM

5. März 2023

Test: Chase Bliss Tonal Recall RKM, Analog Delay

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Das Chase Bliss Tonal Recall RKM analoges Delay gibt es aktuell ja leider nicht neu zu kaufen, aber ich wäre nicht der DelayDude, wenn ich mich nicht trotzdem mal mit diesem Pedal befasst hätte. Noch nicht vintage, aber schon jetzt ein Klassiker schwirrt es derzeit so etwas zwischen den Welten. Dabei kommt es mit einzigartigen Features um die Ecke und gehört es meinen Augen zu den Pedalen, bei denen es sich lohnt, auf eine Wiederaufnahme der Produktion zu hoffen oder auf dem Gebrauchtmarkt mal seine Fühler auszustrecken.

Man muss aber natürlich zugeben, dass das Chase Bliss Tonal Recall RKM zu den Pedalen gehört, mit denen die Effektschmiede aus Minneapolis bisweilen etwas polarisiert. Sind die bunten Kisten nur etwas für Nerds, die sich mit vor allem mit der Frage beschäftigen, ob man die DIP-Schalter nun nutzt oder nicht? Und ist alles nur ein Hype um irgendwelche abgedrehten Typen, die mehr versprechen, als sie eigentlich halten? Jenseits dieser in meinen Augen vielleicht manchmal doch etwas wenig musikalischen Fragen, habe ich schon vor einiger Zeit begonnen, mich sehr intensiv mit dem Tonal Recall RKM auseinanderzusetzen und möchte meine Erfahrungen gerne mit euch teilen.
Um sich mit dem Chase Bliss Tonal Recall RKM Analog-Delay zu befassen, muss man sich Zeit nehmen. Das liegt zum einen daran, dass sein Name so lang ist, dass man schon eine ganze Weile braucht, um ihn auszusprechen beziehungsweise in ganzer Länge aufzuschreiben. Zum anderen liegt es aber auch an dem Umstand, dass es bis unter den Rand mit Features und Soundoptionen vollgepackt ist, die es zu erkunden gilt. Sicher, es kann klassische, analoge Delays erzeugen, aber damit ist es fast unterfordert. Dieses Pedal moduliert wie kein Zweites und verlangt danach, dass man in das Tone-Shaping eintaucht und mit dem Pedal spielt. Es ist jetzt bereits ein moderner Klassiker und auch klanglich hat es seinen ganz eigenen Charakter. Ich gestehe also gleich zu Anfang: Unabhängig von irgendeinem Hype ist es einfach ein geiles Pedal.

Aufbau und Verarbeitung des Delay-Pedals

Das Chase Bliss Tonal Recall RKM Analog-Delay ist in dem von Chase Bliss bekannten stabilen Aluminiumgehäuse behaust und edel verchromt. Daher ist die Oberfläche etwas anfällig für Fingerabdrücke und ab Werk hatte es ein paar kleinere optische Makel, aber das ist halt Boutique und stört mich persönlich jetzt weniger. Auch wenn ich sehr pfleglich mit meinen Pedalen umgehe, so sind sie letztlich doch auch Arbeitsmittel und wo gehobelt wird, da fallen auch mal Späne. Das mit viel Liebe zum Detail designte Pedal trägt seinen Schriftzug stolz im unteren Drittel und alle Potis sind übersichtlich beschriftet.

Es ist interessant, dass das Pedal mit den roten Knöpfen optisch ganz anders anmutet als die Version mit den blauen Potiknöpfen. Die Poti- und Schalteranzahl ist ganz klassisch im Chase Bliss  Stil gehalten und so bieten sechs etwas eng angeordnete Potis die Regelmöglichkeit für die Delay-typischen Parameter Mix, Time und Regen (also Feedback oder Repeats) sowie ein Tone-Poti und zwei für die Modulation in Form von Rate und Depth. Die Metallpotiknöpfe haben eine Riffelung, laufen butterweich und haben eine gut sichtbare schwarze Markierung. Alle Potis und Schalter sind mit dem Gehäuse verschraubt und machen einen sehr robusten Eindruck.

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Darunter befinden sich drei Kippschalter mit jeweils drei Positionen, die für die Subdivision, die maximale Delay-Zeit sowie für die Schwingungsform der Modulation zuständig sind.
Die beiden klicklosen Fußtaster sind relativ eng angeordnet – na klar, das kleine Gehäuse gibt ja auch nicht mehr her, aber sie lassen sich gut einzeln und auf Wunsch auch gleichzeitig treten. Sie aktivieren das Delay und lassen die Delay-Zeit eintappen. Dazwischen hat sich noch ein weiterer kleiner Kippschalter gemogelt, der die Presets anwählt. Die drei hellen LEDs darüber geben Auskunft über den Status, die Delay-Geschwindigkeit und über das Preset.An den Seiten des Gehäuses befinden sich die ebenfalls fest mit dem Gehäuse verschraubten Mono-Ein- und Ausgänge im 6,3 mm Klinkenformat. Zwei weitere Buchsen bieten Eingänge für das Expression-Pedal oder Control-Voltage sowie MIDI und Tap-Tempo.

Da bietet das Pedal wirklich schon mal sehr viel, aber das ist noch nicht alles. An der Stirnseite befinden sich die zahlreichen DIP-Schalter, die den Fans von Chase Bliss Pedalen nicht unbekannt sein dürften und eine umfangreiche Modulation und Konfiguration des Pedals ermöglichen. Mit den insgesamt 16 kleinen Schaltern, die im Übrigen sehr flach im Gehäuse liegen und so weder ungewollt verstellt, noch versehentlich abgebrochen werden können, lassen sich die Bypass- und Trails-Optionen, die Expressionpedal-Belegung und die Automation der einzelnen Parameter zuordnen. Das digitale Gehirn des analogen Pedals also und das hat es bei Chase Bliss bekanntermaßen in sich.

Der 9 V Netzteilanschluss ist ebenfalls seitlich angebracht, dies ist das einzige nicht mit dem Gehäuse verschraubte Bauteil. Chase Bliss Tonal Recall RKMMan hat ihr hat genügend Platz zu ihren Nachbarbuchsen gelassen, so dass sie sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. Ein Batteriebetrieb ist nicht möglich, da das Pedal ist bis an seine Grenzen mit Bauteilen gefüllt ist, um sämtliche Funktionen abzudecken. Ein kleines Hinweisschild in der Verpackung weist auf die benötigten 150 mA hin, die es mindestens braucht.
Chase Bliss Tonal Recall RKM
Die Unterseite des Pedals ist verschraubt und mit vier Klebefüßchen versehen. Die aktuellen Pedale von Chase Bliss werden im Pappschuber ausgeliefert, aber ich hier noch eines der Pedale, die in einem roten Samtbeutelchen in einem blauen Holzkästchen geliefert wurden. Da ist allein die Aufbewahrung eine Freude. Aufkleber und ein Handbuch mit Schaubildern sowie einer separaten MIDI-Chart sind ebenfalls beigelegt. Für alle, die ihr Pedal noch in der Holzbox erhalten haben, sich nach der Nutzung aber fühlen, als wenn sie die Packungsbeilage von Tabletten zusammenfalten müssten, kommt hier der ultimative Hinweis: Das Chase Bliss Tonal Recall RKM Analog-Delay muss seitlich in die Box gelegt werden, dann passt es auch wieder rein. Hier wurde, wie beim Pedal, kein Millimeter verschwendet.

Der Sound des Chase Bliss Tonal Recall RKM

Das Chase Bliss Tonal Recall ist ein analoges Delay-Pedal durch und durch und das merkt man gleich beim ersten Gitarrenton. Es hat einen eigenen Charakter und moduliert wie kein anderes Pedal. Dabei hat es eine beachtliche maximale Delay-Zeit von bis zu 1100 ms und das, ohne dass das Signal stark rauscht oder die Repeats undefiniert werden. Natürlich fügt es dem Signal ein Rauschen hinzu. Dies kann man dann besonders wahrnehmen, wenn das Tone-Poti ganz aufgedreht ist, die maximale Delay-Zeit gewählt ist und gehaltene Töne gespielt werden. Wobei selbst in dieser Einstellung abgestoppte Töne auch kein durchgängiges Rauschen produzieren. Hier wurde das Pedal sehr gut auf die sehr lange Delay-Zeit abgestimmt und durch eine Art Gate wird auch das Rauschen unterdrückt. Generell finde ich jedoch sogar, dass ein gewisser Rauschanteil zu analogen Delays einfach dazugehört. Es ist Teil des Charakters dieser Bauart und gibt dem Sound eine Lebendigkeit und diesen Vintage-Charme.

Lange Delays und Oszillation

Selbst bei Delays mit vielen Wiederholungen haben die Repeats immer einden perkussives Attack, der auch bis zur letzten Wiederholung erhalten bleibt. Das ist sehr schön und zeugt von einer präzisen Kalibrierung. Dadurch sind Delay-Klangteppiche mit zahlreichen Wiederholungen ein Traum und die Repeats gleiten durch den Speaker und bilden die Grundlage für Soundexperimente.
Der Mix-Regler kann – voll aufgedreht – auch nur das Wet-Signal ausgeben. In der 15 Uhr Stellung ist, je nach Delay-Setting, die maximale Lautstärke von Dry und Wet erreicht. Auf dem weiteren Regelweg wird das Dry-Signal ausgeblendet und es bleibt das Full-Wet-Signal.
Die Gate- bzw. Kompressionsschaltung des Tonal Recall wurde so gewählt, dass ein optimales Delay erreicht wird, macht das Spielen manchmal aber etwas ungewohnt, da die Dynamik etwas reduziert wird. Insbesondere mit Humbuckern kann das Delay leicht anzerren, wenn man voll reinlangt und das Signal etwas einsackt. Das ist aber eine dezente,analoge Zerre, die zwar zunächst etwas ungewohnt, aber sehr musikalisch ist und sich sehr schön in das Gitarrenspiel integriert.
Das Tonal-Recall als experimenteller Baukasten kann natürlich auch oszillieren. Entweder dreht man hierfür den Repeats-Regler voll auf oder hält den Tap-Taster gedrückt. Aber Achtung: Die Lautstärke steigt hierbei ebenfalls stark an und man sollte die Hand am Mix-Regler haben, um den Bandmix nicht zu sprengen.

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In der 3 Uhr Stellung (dies kann mit einem dunkleren Setting anders sein) findet man beim Repeats-Regler den Punkt, an dem das Pedal die Delays endlos ausschüttet, ohne zu oszillieren. Das Pedal pocht und liefert einen schönen Klangteppich. Der richtige Augenblick also, um mit der Modulation zu spielen.
Die Range der Delays reicht von hallenden Räumen über Slapback bis zu wirklich langen analogen Delays. Im S-Setting, also mit halbierter Delay-Leistung, erzeugt es einen schönen Hall, der mit aufgedrehtem Tone-Poti fast in Richtung Spring-Reverb gehen kann. Dreht man den Tone-Regler auf 12 Uhr runter, geht man eher in Richtung Raumhall. Das klingt wirklich klasse und hat eine räumliche Breite.

Durch die reduzierte Delay-Zeit im S-Setting kann das Pedal bei aufgedrehtem Delay-Poti auch schmutzigere Delays erzeugen.

Flächige Sounds mit dem Chase Bliss Tonal Recall RKM

Slapbacks kann das Tonal Recall RKM zwar auch, sucht man aber hauptsächlich ein reines Slapback-Delay, sollte man woanders schauen. Die Stärken des Chase Bliss Tonal Recall RKM liegen in einem klanglich kompakten Delay, das verträumt aus dem Amp perlt. Mit der schönen Kompression und Modulation ist es für flächige Sounds perfekt. Das Tone-Poti arbeitet charaktervoll und liefert eine Klangbreite vom hellen Delay über mittig kompakte bis zu dunklen Vintage-Sounds.

Ich frage mich, warum nicht jedes Delay so ein tolles Tone-Poti hat. Dadurch wird das Tonal-Recall zum vielseitigen Ambient-Monster. Man muss eigentlich nur einen Ton spielen, viele Repeats einstellen und den Klang mit dem Tone-Poti formen. Et voilà: Die Fläche für minutenlange Klangexperimente ist gelegt. Da das Pedal auch Trails hat, kann man es jetzt sogar ausschalten und zu den Repeats spielen. Ich liebe das Chase Bliss Tonal Recall RKM analog Delays für seine nostalgischen Klänge, die klanglich an den reduzierten Sound einer Kassette klingen kann. Dafür stelle ich das Tone-Poti auf 12 Uhr und die Modulation ebenfalls.

Das B-Setting schaltet die BBDs parallel. In diesem Setting, das oft übersehen wird, können rhythmische Patterns generiert werden, die an die Tonköpfe eines Tape-Delays erinnern können. In anderen Settings hat man ein Delay, das mit einem räumlichen Hall angereichert ist. Das Setting ist etwas schwierig zu reproduzieren, aber es lohnt sich hiermit herumzuspielen.
Die Modulation ist die absolute Stärke des Chase Bliss Tonal Recall und dafür ist es bekannt und beliebt. Und hier sind fast keine Grenzen gesetzt. Neben den üblichen Modulationsmöglichkeiten im Chorus- und Vibrato-Stil kann zum Beispiel Tape-Wabern erzeugt werden.

Die drei Modulationsschwingungsformen in Verbindung mit Speed und Depth bieten zahlreiche Optionen. Aber wer sich an die DIP-Schalter traut, wird mit unendlichen Weiten der Modulation belohnt. Wenn man die Modulationsgeschwindigkeit moduliert, kommt man zu ganz neuen und inspirierenden Ergebnissen. Mit dem Ramping kann man die Parameter Mix, Rate, Time, Regen und Depth animieren. Wählt man den Mix als Ziel der Modulation, sind auch Tremolo ähnliche Effekte möglich. Diese können entweder traditionell in beide Richtungen hin und her moduliert werden oder sie werden beim Aktivieren des Pedals angehoben und dann gehalten. Zum Beispiel kann so die Modulationsgeschwindigkeit beim Anschalten des Tonal Recall RKM „gestartet“ werden und sich von langsamer zu schneller Modulation hochfahren. Oder auch umgedreht. Beim Ausschalten des Pedals wird dieser Parameter resettet und man kann ihn erneut starten. Das kann sonst wohl kein anderes Pedal.

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Ein paar Fakten zur Handhabung

In der Handhabung etwas umständlich finde ich, dass das Tone-Poti im Ramping-Mode für die Modulationsgeschwindigkeit zuständig ist. Dadurch verliert man den direkten Zugriff auf das Tone-Poti. Man muss sich also für den Grundsound entscheiden, bevor man in die Modulation abtaucht.
Mit langsamer Modulation, der Rechteckschwingungsform als Modulationsquelle gelangt man in die Welt der Glitch-Effekte. Schöne Sprünge schießen aus dem Speaker.
Auch als reines Modulationspedal ohne Delay kann das Tonal Recall glänzen. Wählt man das S-Setting in der kürzesten Delay-Zeit und mit einem voll aufgedrehtem Mix-Regler, so erhält man das reine Modulationssignal mit einer leichten Verzögerung von 20 ms. Hier kann das Tone-Poti natürlich auch als Toneshaper genutzt werden. Spielt man nun mit der Modulation, so fällt die unmittelbare Verwandtschaft zum Warped Vinyl Pedal aus gleichem Hause auf. Es eiert und schaukelt und verleiht dem Signal einen nostalgischen Charakter. Dreht man das Tone-Poti weiter zu, wird das Signal dunkler und der Sound noch wärmer und behaglicher. Ich denke, das passendste Wort dafür ist cosy.
Als besonderes Schmankerl kann das Pedal auch wieder per DIP-Schalter so umgestellt werden, dass man es mit dem Fußtaster als Momentary-on aktivieren kann. Damit kann man kurze Modulationsakzente setzen oder wenn das Chase Bliss Tonal Recall RKM Analog-Delay auf Trails eingestellt ist, einzelne Töne aktivieren und mit dem Delay wiederholen lassen. Es bieten sich also immer wieder neue kleine Spielereien, die entdeckt werden wollen.
Wer lieber die Kontrolle der Modulation unter seinen eigenen Füßen haben möchte, kann die Modulationsparameter natürlich auch seinem Expression-Pedal zuweisen und selbst steuern, anstatt zu rampen. Aber ich kann das Experimentieren mit den DIP-Schaltern sehr empfehlen.

Sie sind logisch aufgebaut und machen unglaublich viel Spaß. Und selbst,wenn man die gute Beschriftung der einzelnen Schalter nicht lesen möchte, kann man auch einfach mal zufällig die DIP-Schalter einstellen und es kommen oft interessante Ergebnisse, die inspirieren und weit weg vom bekannten Delaysound sind. Die Ramp-Zeit kann übrigens ebenfalls eingetappt werden. Das vereinfacht die Einstellung enorm.

Gewünscht hätte ich mir allerdings eine Möglichkeit, das Tone-Poti zu rampen. Dieses Lowpass-Filter klingt dermaßen gut, dass ich die Finger nicht davon lassen kann. Könnte man es zudem auch rampen, hätte man schöne Filtereffekte gleich noch mit abgedeckt. Aber dies kann man über einen externen MIDIController lösen, da sich das Poti über CC 14 ebenfalls steuern lässt. Alles ist natürlich umfangreich auch per MIDI steuerbar und als Preset abzuspeichern. Das würde man diesem kleinen Pedal so gar nicht zutrauen und dadurch wird es im Studio oder auf dem Pedalboard in Verbindung mit dem entsprechenden MIDI-Controller zum echten Biest. Zwei Presets, zusätzlich zum aktuellen Setting, lassen sich direkt vom Pedal abrufen. Für den Rest braucht man einen MIDI-Controller.
Im Vergleich zum Chase Bliss Tonal Recall Blue Knob hat das RKM nicht nur eine doppelt so lange Delay-Zeit und rote Potiknöpfe, durch die längere maximale Delay-Zeit musste auch die Schaltung anders abgestimmt werden und so ist das Delay-Signal etwas cleaner und komprimierter. Es hat etwas mehr Headroom als die Blue Knob Version und klingt etwas neutraler. Die Blue Knob Version eignet sich besser für Slapback und schmutzigere Delays. Sie hat den dreckigeren analogen Charakter, während das RKM die edlere und größere, fast modernere Version der beiden ist.
Jede der Versionen hat also ihre Daseinsberechtigung, auch wenn beide derzeit leider nicht mehr neu erhältlich sind.

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Fazit

Das Chase Bliss Audio Tonal Recall RKM Analog-Delay ist als reines Delay-Pedal unterfordert und könnte klanglich im Bandkontext fast schon Overkill sein. Kein Bandmitglied möchte darauf warten, bis man die abgefahrensten Sounds per DIP-Schalter eingestellt und die Modulation optimiert hat. Das müsste man schon vorher als Preset abspeichern. Klanglich ist es großartig und daher sehe ich es eher im Studio, um abgefahrene Nuancen bis ins feinste Abzustimmen und mit dem Pedal herumzuspielen. Ob mit der Gitarre oder dem Synth, es klingt einfach klasse und die Modulation ist ein Traum. Auch beim Songwriting oder bei Soundexperimenten ist das Chase Bliss Audio Tonal Recall RKM gut aufgehoben. Es macht Spaß und es inspiriert. Durch das Tone-Poti ist es klanglich sehr flexibel, verliert aber seinen Grundsound nie. Von klaren analogen Delays über etwas kompaktere Sounds, garniert mit der Modulation, taucht man in Sphären ab und verliert sich in den Weiten. Gerade die nostalgischen, mittigen Sounds überzeugen und das Pedal nimmt den Musiker an die Hand und schwelgt in akustischen Erinnerungen. Daher vielleicht auch der Name und seine klangliche Bruderschaft mit dem Warped Vinyl. Ein wirklich überzeugendes Pedal, das in keinem Studio fehlen darf, auch wegen seiner flexiblen MIDI- und Expressionpedal-Steuerung.

Plus

  • Sound im Allgemeinen
  • Flexibilität
  • Modulation
  • Oszillation
  • Pedalboard-freundlich
  • maximale Delayzeit (1100 ms)

Minus

  • fehlende Möglichkeit, das Tone-Poti zu rampen
  • neu derzeit nicht mehr zu bekommen
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tomtom AHU 1

    Ich habe mal einen ECCOS Delay/Looper von Keeley nutzen können. Das Pedal schlägt in eine ähnliche Kerbe. Von daher interessiere ich mich sehr für den schönen Artikel! :-)

  2. Profilbild
    SynthUndMetal

    Bei den Pedals von Chase Bliss Audio hätte ich mir bei deren hoher Komplexität gewünscht, dass man ein größeres Gehäuse und eine bessere, übersichtlichere Bedienung gewählt hätte. Ich nutze seit Jahren das Pigtronix Echolution 2 Deluxe, welches vom Funktionsumfang eine ähnliche Komplexität wie Tonal Recall hat, aber mit den vielen Status LEDs, den 8 Tastern und 6 Reglern viel aufgeräumter wirkt. Sound- und konzeptmäßig sind die Sachen von Chase Bliss Audio aber wirklich gut.

    • Profilbild
      Nvelope

      @SynthUndMetal Ja – genau mein erster Gedanke beim ersten Anblick dieser völlig überfrachteten Gerätefront (top)!! Diese Menge an Potis, Anzeigen und Schaltern erfordern eher etwas in Richtung des BOSS-Klassikers CE-1 … da man solche Geräte ja auch noch einstellen (!) muss und dann auch aus der (wenigstens für Gitarristen) üblichen Höhe von ca. 1,7 m auch noch erkennen muss – das dann auch noch unter schlechten Lichtverhältnissen wie auf Bühnen üblich.
      Klar – das passt dann eben NICHT auf einen kleinen Pedalboard-Platz mit 9 cm Breite … aber es kann ja nun nicht gar alles ‚Electronische‘ auf 9 cm Breite heruntergestaucht werden.
      Synthesizermodule haben (bei einer Standardhöhe von 3 TE/13,5 cm) eben unterschiedlich breite Oberflächen … und bei den früher für ‚fast alles‘ verwendeten 19“-Gehäusen hatte man Fronten von rund 45 nutzbarer Breite sowie 4,4 cm (oder ein mehrfaches davon) in der Höhe, um Bedienungs’organe‘ aufgeräumt, übersichtlich und gut beschriftet unterzubringen.

      Dieser unendliche Miniaturismus vieler heutiger Geräte kommt wirklich an klare Grenzen – die Finger, Hände und deren Motorik wachsen ja nicht parallel dazu zu Mini-Ausführungen und beschuhte Füße oberhalb Größe 40 (dazu noch 1,7 m tiefer als die Augen) drücken vielleicht noch ganz andere Knöpfe, Schalter und sonstige Dinge als die weitestgehend trittfesten Umschalter …

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