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Test: Cloud Microphones Cloudlifter CL-Zi, DI-Box/Mikrofonvorversträker

25. März 2019

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Cloud Microphones Cloudlifter CL-Zi

Cloud Microphones Cloudlifter CL-Zi

Der Cloudlifter CL-Zi ist der neue Krösus der Cloudlifter Familie der amerikanischen Firma Cloud Microphones. Die eingebauten Mikrofonvorverstärker mancher Audiointerfaces oder Mischpulte bieten nicht die Gain-Reserven, die für Leisetreter wie Bändchenmikrofone oder dynamische Mikros wie das Shure SM7B benötigt werden. Genau hier setzen die Cloudlifter an, die dem Signal neue Flügel verleihen. Diese kleinen, praktischen Helferlein heben das Gain von ausgangsschwachen Mikrofonen um einige Dezibel an, womit weniger Gain des Mikrofon-Preamps benötigt wird. Dadurch lassen sich je nach Setup die Rauschwerte des aufgenommenen Signals optimieren. Es handelt sich dabei sozusagen um einen Vorverstärker vor dem Mikrofonvorverstärker.

Cloudlifter CL-Zi

Die Macher des Cloud Microphones Cloudlifter CL-Zi

Die Firma Cloud Microphones aus Tucson, Arizona, stellt neben den Cloudliftern auch Bändchenmikrofone her. Drei Modelle gibt es bereits und eine augenscheinliche Verwandtschaft zum Vorbild RCA ist nicht zu verleugnen. Die Mikrofone werden ebenso wie die Cloudlifter Serie allesamt in den USA hergestellt. Bereits seit einigen Jahren sind die einfachen Cloudlifter CL-1, CL-2 und CL-4 erhältlich, die dem Mikrofonsignal bis zu 25 dB zusätzliches Gain bescheren und keine Schalter und Regler besitzen. Der zum Test vorliegende Cloudlifter CL-Zi ist die Weiterentwicklung des Cloudlifter-Z, der bereits eine regelbare Impedanzanpassung besitzt. War dieser ausschließlich für die Verwendung von Mikrofonen ausgelegt, bietet der neue Cloudlifter CL-Zi nun auch einen DI-Eingang und spricht damit auch Gitarristen, Bassisten und Keyboarder an.

Unboxing des Cloud Microphones Cloudlifter CL-Zi

Geliefert wird der Cloudlifter CL-Zi in einer stabilen Kartonbox und die Aufkleber zeugen davon, dass die Amis mächtig stolz auf das Prädikat “Made in the USA” sind. Robust ist der Kleine, das Gehäuse und die verwendeten Bauteile sind hochwertig und die Verarbeitungsqualität ist auf hohem Niveau. Auch im Inneren zeigt sich alles schön aufgeräumt. Nicht ohne Grund gibt der Hersteller eine lebenslange Garantie auf den Cloudlifter CL-Zi. Wo gibt es so etwas heute noch?

Lediglich die Druckqualität auf der Außenseite des Gehäuses ist verbesserungswürdig. Die einzelnen Impedanzwerte um den großen Drehregler in der Mitte sind kaum lesbar.

Cloudlifter CL-Zi
Sehen wir uns die Bedienelemente an: Auf der linken Seite befindet sich eine verriegelbare Neutrik XLR-Combo-Buchse für den Instrumenten- bzw. Mikrofoneingang. Auf der Vorderseite gibt es einen Schalter, um das Highpass-Filter zu aktivieren, den großen Drehregler zur Einstellung der Impedanz und einen Schalter für 3 verschiedene Ausgangslautstärken. Statt der Kippschalter der Z-Version verwendet der Cloudlifter CL-Zi nun widerstandsfähigere, flache Schiebeschalter. An der rechten Gehäuseseite befinder sich der XLR-Ausgang sowie ein Erdungsschalter (Ground/Lift) für das Instrumentensignal, um unerwünschte Störgeräusche aus dem Stromnetz zu filtern. Dieser ist etwas versenkt im Gehäuse angebracht, damit man ihn nicht irrtümlich aktiviert – man benötigt einen Schraubenzieher, um ihn zu bedienen.

Cloudlifter CL-Zi

Bei der Verwendung mit Mikrofonen lässt der Cloudfilter CL-Zi eine stufenlose Impedanz-Einstellung zwischen 150 Ohm und 1,5 kOhm zu. Bei Instrumenten liegt der Regelbereich rund 100x höher und reicht von 15 kOhm bis über 1 Megaohm.

Auch das Hochpass-Filter ist variabel zwischen 70 Hz und 4 kHz (!) bei 6 dB/Okt. einstellbar. Wenn es aktiviert ist, wird sein Wert gemeinsam mit der Impedanz verändert. Dadurch ergeben sich interessante Auswirkungen auf den Frequenzverlauf, wie ihr im Praxisteil hören könnt.
Bei der Ausgangslautstärke gibt es die Möglichkeit, zwischen “Min”, “More” und “Max” zu wählen. Das entspricht bei Mikrofonen in etwa einer Pegelanhebung um 6, 12 bzw. 25 dB und beim DI-Eingang um 3, 6, 15 dB. Die tatsächlichen Werte werden sich aber von Mikrofon zu Mikrofon unterscheiden.

Cloudlifter CL-Zi

Im Inneren des Cloudlifter CL-Zi arbeitet ein Cinemag Übertrager, der das Hi-Impedance-Signal (Hi-Z) eines Instruments in ein Low-Impedance-Signal (Low-Z) wandelt. Wie bei einer gewöhnlichen DI-Box wird der Cloudlifter CL-Zi mit 48 Volt Phantomspannung über ein angeschlossenes XLR-Kabel am Ausgang mit Strom versorgt. Einen Netzteilanschluss oder ein Batteriefach gibt es nicht. Eine Möglichkeit, die eingehende Phantomspannung durchzuschleifen, gibt es leider ebenfalls nicht. Das hat zwar den Vorteil, dass passive Bändchenmikros absolut vor Phantomspannung geschützt sind. Der Nachteil liegt allerdings darin, dass aktive Bändchen- bzw. Kondenstormikrofone nicht mit dem Cloudfilter CL-Zi betrieben werden können. In diesem Fall würde man ein zusätzliches, externes Phantomspannungsgerät benötigen.

Cloudlifter CL-Zi

Auf der AES 2016 wurde der Cloudlifter CL-Zi noch mit einem zusätzlichen True-Bypass-Klinkenausgang angekündigt, um zum Beispiel ein Gitarrensignal ohne Klangverfärbung direkt an den Verstärker weiterzuleiten. In der Serienversion ist dieses Feature leider dem Rotstrich zum Opfer gefallen. Das ist sehr bedauerlich, denn es hätte die Flexibilität des Cloudfilter CL-Zi deutlich erhöht. Im Studio könnte man damit neben dem mikrofonierten Signal eines Gitarren- oder Bassverstärkers immer ein hervorragend einstellbares DI-Signal aufnehmen.

Im Handel kostet der Cloudlifter CL-Zi 499,- Euro. Beim Blick auf den Preis musste ich kurz gegenchecken, ob ich mich nicht verlesen hatte. Das kommt mir ganz schön heftig vor und entspricht einem Aufpreis von 200,- Euro im Vergleich zur normalen Cloudlifter CL-Z Version, die mit 299,- Euro zu Buche schlägt. Diese besitzt zwar keinen DI-Eingang und bietet nur zwei Ausgangslautstärken, in der 500,- Euro Preisklasse gibt es aber bereits einige vollwertige flexible und sehr gut klingende Preamps mit DI-Funktion wie zum Beispiel den Golden Age Premier Pre-73, den ich bereits hier für euch im Test hatte.Cloudlifter CL-Zi

Die Bedienung des Cloud Microphones Cloudlifter CL-Zi

Mit dem beiliegenden Klettband kann der Cloudlifter CL-Zi an einem Mikrofonständer oder Pedalboard befestigt werden. Die Bedienung des Cloudlifter CL-Zi ist selbsterklärend. Man verbindet ihn einfach mit dem Mischpult oder dem Preamp eines Audiointerfaces und aktiviert dort die Phantomspannung. Leider wird der Betriebsstatus nicht angezeigt. Ich persönlich hätte mich sehr über ein LED-Lämpchen gefreut, um zu sehen, ob der Cloudlifter CL-Zi an oder aus ist. Gerade bei Live-Konzerten kann es schon mal vorgekommen, dass ein Kabel defekt ist und die Suche nach der Fehlerquelle würde sich sehr vereinfachen, wenn man wüsste, ob der Cloudlifter CL-Zi mit Spannung versorgt wird oder nicht.

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