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Test: D16 Drumazon (TR-909) Nepheton (TR-808) Nithonat (TR-606) Phoscyon (TB-303)

23. Februar 2019

TR-909-808-606 und TB-303 Emulationen

D16 Drumazon Nepheton Nithonat und Phoscoon

D16 Drumazon Nepheton Nithonat und Phoscoon

D16 Group Audio-Software ist der Name eines polnischen Plugin-Anbieters, der neben einem Angebot an Effekt-Plug-ins für verschiedensten Plattformformaten, spezielle Plugin-Emulationen der Roland Klassiker anbietet – und das seit Jahren. Dank regelmäßiger Produktpflege und klanglich hochwertigen Algorithmen wird es Zeit, vier Groove-Plugins vorzustellen, die sich mit der Emulation der Roland Drumcomputer TR-808, TR-909, TR-606 und der Bass Line TB-303 beschäftigen.

Vielen werden diese Zahlenreihen sicher etwas sagen, da sie des einen Jugend versüßt und des anderen Musikstil in einer bisher nicht dagewesenen Weise beeinflusst oder sogar geprägt haben. Einige wird es aber sicherlich immer noch geben, die mit den oben genannten Zahlencodes nur schwerlich eine Musikrichtung oder gewisse Klänge verbinden können. Denen empfehlen wir die oben verlinkten BLACK BOX und BLUE BOX Reportagen zu lesen und zu hören.

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Zurück zu den D16 Synthesizern für AU und VST

Nachdem nun die Nummerncodes eindeutig aufgeschlüsselt sind, können wir uns den Fantasienamen der D16 Group Plug-ins widmen und in kurzem Umfang aufklären, welches Plugin welchem Roland Urgetüm Paroli bieten soll und wie dies umgesetzt wurde, denn die komplette TR-Reihe wird derzeit von der D16 Group noch nicht angeboten. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen.

D16 Drumazon = Roland TR-909

Drumazon erinnert nicht nur vom Aussehen und der Bedienfunktion an die berühmte Roland TR-909 Drummachine, auch der satte Klang hat es in sich. Drumazon ist für mich persönlich einer der besten Emulationen des Originals auf Software-Basis und bietet zusätzlich erweiterte Bedienelemente und Funktionen. Die Lauftlichtprogrammierung des Originals wurde ebenfalls perfekt umgesetzt, was will man mehr.

D16 Drumazon Nepheton Nithonat und Phoscoon

D16 Drumazon = Roland TR-909

Einzig den „Sexappeal“ einer echten 909, die Haptik und den Geruch und das Gefühl, eine solchen Riesen an Drumcomputer unter den Fingern zu haben, kann ein Plugin wohl niemals bieten, außer man bekommt ein äquivalentes Bedieninterface gleich mitgeliefert (was dann aber nicht wie bei der Marke mit dem “K“ und dem letzten drei Buchstaben von „Cyborg“ in Schrumpfgröße ausfallen sollte).

Total Recall, volle Integration durch die Plugin-Form in jede VST- und AU-kompatible Sequencer-Umgebung sowie keine einzige Reparaturrechnung vom Elektroniker um die Ecke stehen dieser Rüge dann aber wieder entgegen und sind im heutigem Produktionsalltag sicher ein Argument für das Plug-in. Daumen hoch.

D16 Nepheton = Roland TR-808

Nepheton ist wie die Drumazon voll ausgelegt, ein Original nachzubilden: die berühmte Roland TR-808. Drumazon bietet dabei ebenfalls zu den Originalfunktionen einige sinnige Erweiterungen wie z. B. eine zusätzliche Tone- und Decay-Funktion bei der Snaredrum, Sweep bei der Bassdrum sowie Decay bei Congas und Toms und eine weitere Snappy-Regelung bei den Toms. Außerdem stehen nun alle Perkussionsinstrumente gleichzeitig zur Verfügung, was beim Original nicht der Fall war.

D16 Drumazon Nepheton Nithonat und Phoscoon

D16 Nepheton = Roland TR-808

Der Gesamtklang erinnert sehr stark an das Original und ist wirklich gelungen. Ebenfalls hier Daumen hoch für eine gut gelungene Emulation eines Klassikers. Wer es ganz perfekt haben will, fügt ein wenig Rauschen dem Signal hinzu und fertig ist der Analogsound!

In Bezug auf Haptik und Bediengefühl ist natürlich, wie auch schon bei der TR-909 vermerkt, eine echte TR-808 unschlagbar, aber das ist eine alte Diskussion, die Plug-ins sicher schon seit Längerem für sich gewonnen haben. Preis, Integration mit Total Recall und keine Servicekosten sind schlagende Argumente.

D16 Nithonat = Roland TR-606

Bei Nithonat ist die Verwandtschaft zum Originalvorbild Roland TR-606 optisch nicht ganz so ersichtlich wie bei den anderen beiden Drumcomputer-Emulationen aus gleichem Hause. Klanglich hört man aber, sofern man das Original kennt, recht schnell, wo die Reise hinführen soll und bekommt hier sozusagen eine Pimp my 606 Variante in Plugin-Form.

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D16 Drumazon Nepheton Nithonat und Phoscoon

D16 Nithonat = Roland TR-606

Vom eher reduzierten Bedienkomfort des Originals ist hier nichts mehr zu merken. Musste man beim Original, um Klänge synthetisch zu verändern, noch per Drehrädchen den Sound anwählen, um diesen einzeln zu editieren, hat man bei Nithonat direkten Zugriff auf die wichtigsten Klangparameter pro Sound.

Das Design und die Funktionen laden zum Experimentieren ein und es macht Spaß, mit dem Plugin zu arbeiten.

D16 Phoscyon = Roland TB-303

Phoscyon gilt in vielen Kreisen als eine der besten Emulationen des Roland Klassikers  TB-303 auf Software-Ebene.

In Bezug auf Aussehen ist Phoscyon, wie auch schon Nithonat in der aktuellen Version, etwas weiter entfernt vom Original. Die Bedienelemente finden sich aber an nahezu gleicher Stelle, somit kommt man als TB-303-Anwender mit dem Plugin recht schnell klar und ist anfangs höchstens etwas mit den neuen Funktionen erschlagen, die das Plugin bietet, denn in Bezug auf Erweiterungen wurde hier nicht gespart.

D16 Drumazon Nepheton Nithonat und Phoscoon

D16 Phoscyon = Roland TB-303

Slide Time, Sweep Time samt Link zum Resonanz-Filter, Envelope Attack, Envelope Decay, Accent Decay, Envelope Accent samt Link zur Accent Lautstärke und Step Length sind  zusammen sieben neue hinzugekommene Drehregler auf der oberen Front im Vergleich zur originalen Hardware.

Nach Wegfall des im Original vorhandenen Tune-Reglers sind also gerade mal fünf der sechs Original-Drehregler und nunmehr zwölf anstelle von sechs Drehreglern des Originals im Plugin verfügbar. Wer vor lauter Zahlen einen Knoten im Kopf hat, der versteht in etwa, wie sich ein langjähriger TB-303 Nutzer beim ersten Kontakt mit Phoscyon fühlt.

Trotzdem muss man dem Plugin einen wirklich satten Klang zubilligen, der sich durchaus nahe am Original, wenn nicht sogar täuschend echt nebenan gesellt. Weitere sinnige Funktionen, wie zum Beispiel die ausgeklügelte Verzerrer-Sektion, werten das Plugin noch mal richtig auf.

Hat man sich an die Oberfläche gewöhnt, macht Phoscyon ebenfalls richtig Spaß und mit derzeit 59,- Euro ist es auch das günstigste Synthesizer-Plugin der D16 Group.

Was will man mehr, außer vielleicht am Original rumzuspielen?

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Fazit

Die Plugins stellen allesamt Emulationen altbekannter Roland Kult-Synthesizer und Drum-Maschinen mit erweitertem Funktionsumfang dar und portieren somit vier glorreiche Legenden in das Plugin-Format.

Dies tun sie mit Bravour, sowohl klanglich als auch in Bezug auf den Bedienkomfort. Sie bieten alles, was man von einem modernen Plugin erwarten kann und lehnen dabei stark an den Umfang der Originale an.

An den Charme eines Originalgerätes kommen sie wie im Bericht schon angedeutet und in Bezug auf Haptik und den Umgang und der Bedienung echter Regler nicht heran, aber das soll keine Kritik an diesen Plug-ins sein, sondern ist ein genereller Fall, gerade wenn es sich um solch schöne Vorbilder handelt. Die Vorteile des Plugin-Formats stehen diesem Argument aber, wie ebenfalls bereits erwähnt, positiv entgegen.

Klanglich kann man mit diesen glorreichen Vieren eigentlich nichts falsch machen, gerade wenn man im Bereich elektronisch angehauchter Musik unterwegs ist. Man bekommt hier für vergleichbar kleines Geld die Grundlage für einen Musiktstil, der eine ganze Generation geprägt hat.

Ein Blick in den Online-Shop von D16 zeigt einen tagesaktuellen Preis von 325,- Euro für die Classic Box Collection mit allen vier Plug-ins. Alle zusammen kosten also nicht mal soviel wie eines der Originalgeräte auf dem derzeitigen Gebrauchtmarkt, es sei denn, man hat wirklich mal Glück bei der Suche.

Eigentlich bleibt nur, die Daumen zu heben und der D16 Group für vier tolle Plugins zu danken.

Plus

  • Klang
  • Preis
  • Bedienung
  • Zusatzfunktionen zu den Originalvorbildern

Minus

  • Design bei zwei Plugins etwas weit von den Originalvorbildern entfernt

Preis

  • D16 Drumazon 99,- Euro
  • D16 Nepheton 99,- Euro
  • D16 Nithonat 99,- Euro
  • D16 Phoscyon 59,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    aszent  

    Schöner Bericht, aber es geht doch nichts über die Haptik und das Anfassen der Originale.

    • Profilbild
      GiorgioMaserati  

      Bei aktuell ca. 4000 € für eine 808 auf dem Gebrauchtmarkt kann man über die fehlende Haptik eines VST auch mal hinwegsehen.

  2. Profilbild
    Dada

    Soundbeispiel wäre schön gewesen. Ich mags beim Lesen gleich den Klang in den Ohren zu haben um den es geht.
    @Aszent: Gut, dass du das mit der Haptik nochmal schreibst, ich hätts die x-mal im Bericht fast überlesen ;-)

  3. Profilbild
    rauschwerk  

    Die d16 pluig-in’s sind hervorragend klingende umsetzungen der original-geräte. Die firma geht jedoch einen schritt weiter und entwickelt eigene ideen (effect-gears), die allesamt sehr überzeugen. Die vielen auszeichnungen belegen die gute qualität dieser software. Preis/Leistung ist hier ebenfalls super.
    Sound-demos sind auf der hersteller-page zu finden.

  4. Profilbild
    tenderboy  

    klingen super, hab mir trotzdem die sachen von audiorealism gekauft…klingen genauso gut, und sind imho etwas einfacher zu bedienen, gerade was den internen sequenzer angeht.

  5. Profilbild
    Markus

    Einen Vergleich mit zb sonic Couture electro acoustic oder anderen ähnlichen Produkten hätte ich gut gefunden

  6. Profilbild
    midilation  

    Ehrlich gesagt ich selber nutze den Phoscyon sehr sehr viel. Knackiger Sound , dass Teil fetzt einfach. THX D16 Group Team ;)

      • Profilbild
        chk  

        AudioRealism’s ABL 3 gefällt mir noch etwas besser. Meiner Meinung nach ist die Achillesferse bei Phoscyon, wie auch bei LuSH-101 von D16 die Filterresonanz. Klingt einfach nicht so authentisch wie andere Emulationen.

        Ehrlich gesagt finde ich aber, dass jemand, der auf authentischen 303 Klang Wert legt, die 100 € ausgeben sollte, und den Behringer TD-3 kaufen sollte. Wenn schon denn schon. ;)

  7. Profilbild
    _wire

    Ich benutze vier D16 Plugins (303, 808, 909, Punchbox) schon seit Jahren und bin sehr zufrieden. Für den Kurs finde ich den Sound extrem gut. Klar, ne 808 haut dir noch mehr um die Ohren, aber zu welchem Preis?
    Außerdem… „Lieschen Müller“ merkt den Unterschied nicht (sie wüßte auch nicht, was ne 808 ist ;-))

  8. Profilbild
    Logan5  

    Ich hatte mal eine TB-303 mit MIDI. Dann ABL3 (oder wie der Konkurrent hieß) und Phoscyon installiert, alle 3 dann den selben Pattern spielen lassen und blind versucht, die Teile zu unterscheiden. Den ABL3 hab ich erkannt, Phoscyon und 303 konnte ich nicht aus einander halten.
    Somit die 303 verkauft.

  9. Profilbild
    Klaus Trofob

    Eher eine Kurzvorstellung als ein wirklicher Test…

    Eine Frage: Du schreibst „Musste man beim Original, um Klänge synthetisch zu verändern, noch per Drehrädchen den Sound anwählen, um diesen einzeln zu editieren, hat man bei Nithonat direkten Zugriff auf die wichtigsten Klangparameter pro Sound.“
    Hatte die TR-606 denn nicht unveränderbare Klänge?

    Ansonsten mag ich die ABL3 lieber als Phoscyon, aber die Drummachines von D16 wiederum gefallen mir besser als das Gegenstück von Audiorealism.

  10. Profilbild
    VirusTI82  

    D16 Sachen sind alle mega.
    Hab alles von der super Firma.
    Und die Hersteller sind einfach nur nett und absolut kulant. Ich kaufe grundsätzlich alles neue von denen um sie zu unterstützen.
    Ich ich es brauch oder net.

    Die Drumazon und Nepheton klingen echt wie die Originale. Für den gewissen Schmutz wer ihn vermisst, schmeißt eine UAD Studer oder Ampex drauf. Schon passt es.
    Da man die Instrumente eh nochmal etwas bearbeitet, hör ich zumindestens am Ende nach meiner Bearbeitung keinen Unterschied mehr. Und der Vorteil ist, dass man die Instrumente auch etwas cleaner haben kann wenn man will, das geht bei den Originalen nicht.

    Der Phoscyon klingt auch echt super, aber hat eine kleine Schwäche, weshalb ich mir dann doch die Behringer 303 geholt hatte.
    Die hat die Schwäche nicht. Aber sogar der MAM MB33 hat diese Schwäche.
    In den oberen Bereichen bei vollem Filter und etwas Resonanz dazu dünnt Phoscyon zu stark aus. Gewisse Fahrten im Track sind da einfach nicht machbar. Aber die Behringer 303 bleibt da konstant stabil und dröhnt schön weiter rein. Ich geb die nicht mehr her.

    Trotzdem, für aufwendige Automationen wenn man nicht in den obersten Bereichen rumwurschtelt, ist der Phoscyon echt geil.

    Dafür fand ich den Original 303 Sequencer schon immer Scheiße und steuer die mit demSoftware Sequencer der einen 303 Mode hat von HY-SeqCollection 2 an.

    • Profilbild
      Klang X

      Ich habe ebenfalls den Phoscyon und 2 Behringer TD-3.
      Die Plugins haben immer Probleme mit dem Accent und Slide, mich würde interessieren ob das der HY-SeqCollection 2 besser kann, bzw. umsetzt. Leider finde ich keine Videos dazu.

      Nebenbei bemerkt, ist der Sequencer der TD-3 doch recht easy. Welche Distortion und Delay benutzt Du für die TD-3? Bodentreter oder Plugin?

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