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Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

27. Mai 2021

Neue Headsets aus Dänemark

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

DPA hat vor wenigen Tagen die beiden neuen Headsets DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE vorgestellt und wir konnten bereits kurz vor Markteinführung je ein Testexemplar ergattern. Mit diesen beiden Modellen wird DPA dem Kundenwunsch gerecht und kombiniert die bewährten 5-mm-Kapseln der CORE Serie mit der neuartigen Headset-Konstruktion der 6066 Serie. Die beiden Modelle unterscheiden sich hauptsächlich in der Richtcharakteristik. Während die Mikrofonkapsel des DPA 4466 CORE mit Kugel-Charakteristik arbeitet, ist die im DPA 4488 CORE eine reine Niere.

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Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Die Dänen haben ja in den letzten Monaten international für Aufsehen gesorgt, da sie den Mars Rover Perseverance mit einem Mikrofon und einem Audiointerface ausgestattet haben, um damit die extraterrestrischen Klänge unseres Nachbarplaneten aufzunehmen. Für ihre Strapazierfähigkeit und Robustheit sind Mikrofone von DPA schließlich bekannt und selbst die widrige Mars Atmosphäre scheint ihnen nichts anhaben zu können. Auf dem Planeten Erde werden die Mikrofone aus dem kleinen Dörfchen Allerød besonders häufig bei Film-, Theater- und Live-Events verwendet. Überall dort, wo bei den Themen Klangqualität und hohe Übertragungssicherheit keine Abstriche gemacht werden sollen, sind Mikrofone von DPA zu finden.

Dabei machen die kleinen Miniaturmikros auch im Tonstudio eine exzellente Figur. Zum einen liefern sie einen äußerst neutralen Klang, zum anderen sind sie fast unsichtbar und lassen sich meist ohne Mikrofonstativ direkt am Instrument positionieren, was den Musikern beim Spiel viel Freiraum verschafft.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Viel Freiraum geben die beiden vorliegenden Headsets auch ihren Trägern, schließlich muss kein Mikrofon gehalten und kein Kabel umhergeschleppt werden. Zudem bieten gut Headsets den Vorteil, dass der Abstand der Mikrofonkapsel zum Mund stets gleich bleibt, ganz unabhängig von der Kopfposition oder der Haltung. Eine Präsentation oder eine Moderation kann akustisch alleine schon dadurch scheitern, dass der Abstand zwischen Mund und Mikrofon ständig variiert, besonders wenn die Vortragende wenig Erfahrung im Umgang mit Mikrofonen hat. Mal ist das Mikrofon zu weit weg und der Redner kaum verständlich, dann wieder viel zu nahe und es kommt zu Plopp-Sounds und Pegelspitzen. Diese Probleme lassen sich mit einem Headset leicht umgehen, denn der Abstand zum Mikrofon bleibt immer konstant. Redner und Publikum können sich so auf den Inhalt der Präsentation konzentrieren und müssen sich nicht, bewusst oder unbewusst, mit technischen Unzulänglichkeiten beschäftigen.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets8

Im Etui befindet sich ein kleiner Spiegel, um den richtigen Sitz kontrollieren zu können

DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE – What’s in the box?

Geliefert werden die beiden Headsets je in einer flachen Schatulle, die sich mit Reißverschluss öffnen lässt. Die Headsets sind bereits komplett montiert, man muss sie nur aus der Halterung nehmen und voilà – sie klappen von alleine auf und bringen sich in Position. Ein nur 1,5 mm dünnes, aber gleichzeitig ultra-robustes 1,6 m langes Kabel mit „service connector“ (für möglichen Austausch) ist montiert, um das Signal zu einer Funkstrecke oder einem XLR-Adapter am Hosenbund zu leiten.

Laut DPA sind beide Headsets in den Farben Schwarz, Beige und Dunkelbraun erhältlich. Neben dem Headset selbst befindet sich noch diverse aufsteckbare Popfilter aus Schaumstoff im Lieferumfang, die farblich passend zum jeweiligen Headset abgestimmt sind. Des Weiteren findet sich ein Flyer mit den technischen Spezifikationen und ein Faltblatt mit Tipps für die richtige Verwendung des Headsets im Lieferumfang. Ein nützliches Detail: Im Case ist sogar ein Spiegel integriert, womit sich der Sitz des Headsets vom Träger jederzeit direkt kontrollieren lässt.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Der Lieferumfang des DPA 4466 CORE

Technische Daten des DPA 4488

Widmen wir uns zunächst dem Modell DPA 4488 mit Nieren-Charakteristik. DPA gehört zu den wenigen Herstellern, die noch eine gute Dokumentation und aussagekräftige Messdiagramme an den Kunden weitergeben. Schließlich wird jedes Mikrofon nicht nur von Hand gebaut, sondern auch individuell eingemessen, wovon ich mich bei einem Besuch bei DPA selbst überzeugen konnte. Durch die engen Toleranzen werden nur die besten Kapseln verwendet. Laut Polardiagramm ist die Niere bis hinauf zu 8 kHz äußerst konstant und tendiert erst bei Frequenzen, die darüber liegen, zur breiten Niere bzw. geht bei 16 kHz in Richtung Superniere. Der Übertragungsbereich liegt zwischen 20 Hz und 20 kHz, der Frequenzverlauf steigt ab 1 kHz an langsam an und findet bei rund 15 kHz mit +5 dB seinen Höhepunkt. Sehr positiv fällt auf, dass sich der Frequenzverlauf selbst bei einem Einsprechwinkel von 90 Grad kaum verändert. Der Nahbesprechungseffekt wurde kompensiert, sodass selbst bei einer Distanz von 2 bis 3 cm die der Frequenzverlauf im Bassbereich linear ist.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Die 5 mm große Nierenkapsel von DPA

Die Empfindlichkeit der kleinen Kapsel liegt bei 6 mV/Pa. Das Rauschen wird von DPA mit 26 dB (A) und der maximal Schallpegel beträgt 137 dB bei weniger als 1 % THD. Dies führt zu einem sehr weiten Dynamikumfang von 111 dB! Dabei können sogar höhere Schallquellen dem Mikrofon nichts anhaben, sondern sie erhöhen nur den Wert der harmonischen Verzerrungen. Dieser liegt beispielsweise bei 144 dB bei rund 10 % THD. Zur Spannungsversorgung per Microdot-Anschluss werden mindestens 5 V benötigt, der XLR-Adapter DAD6001 wurde dem Testset mitgeliefert und lässt sich an jedem Mikrofonanschluss mit 48 V betrieben. Die Leistungsaufnahme des Mikrofons beträgt 1,5 mA, verwendet man den angesprochenen Adapter, erhöht sich der Stromverbraucht auf 3,5 mA. Im Temperaturbereich zwischen -40 Grad und +45 Grad Celsius und bis zu einer Luftfeuchte von 90 % ist das Mikrofon voll einsatzbereit, es dürfte sich also für fast alle irdischen Orte eignen.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Die bewährte Omni-Kapsel von DPA kommt beim 4466 zum Einsatz

Technische Daten des DPA 4466

Die Kugel-Variante DPA 4466 teilt sich viele technische Daten mit der Nieren-Version. Die Unterschiede liegen rein in der Charakteristik und im Frequenzverlauf. Beachtlich ist, wie konstant die Kugel bis hinauf zu 20 kHz ist. Erfahrungsgemäß muss man sich mit einem Kugelmikrofon von DPA auch in großen Sälen nicht vor Rückkopplungen fürchten. Da das Mikrofon sehr nahe an der Schallquelle, dem Mund, positioniert ist, tritt der Raumanteil automatisch in den Hintergrund. Kugeln besitzen zudem keinen Nahbesprechungseffekt, was einer natürlichen Abbildung der Stimme zugutekommt. Der Frequenzverlauf des DPA 4466 Headset Mikrofons verläuft bis 10 kHz äußerst linear und steigt dann bei 15 kHz leicht auf +3 dB an. Mit einer optional erhältlichen High-Boost-Aufsteckkappe lässt sich dieser Anstieg deutlich vergrößern. So sind rund +10dB bei 12 kHz möglich, was in gewissen Situation sehr hilfreich sein kann.

Das DPA 4466 und DPA 4488 Headset im Einsatz

Über die Robustheit und Flexibilität des Bügels habe ich bereits in meinem Test zu 6066 Serie ausgiebig berichtet. Auch auf den damaligen letzten Abschnitt zum Thema Mikrofon-Positionierung möchte ich an dieser Stelle noch einmal hinweisen, wie auch auf die MIC University von DPA, die viele praxisbezogene Tipps und Tricks bereithält.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Die Zugentlastung auf der Rückseite

Beide Headsets sind extrem einfach zu positionieren, bei meinem Kopf sind keinerlei Einstellungen nötig, die Mikrofonkapseln befinden sich jeweils rechts am Mundwinkel. Das Kabel wird zuggeschützt an der Halsrückseite im 90 Grad Winkel am Rücken herabgeführt. Die Headsets lassen sich von schnellen Kopfbewegungen nicht beirren und bieten einen sehr sicheren Halt. Wer wie ich in den Genuss kommt, beide Headsets zur selben Zeit zu nutzen, tut gut daran, die XLR-Adapter zu markieren, denn mit übergestülptem Pop-Schutz sind sie äußerlich nicht mehr voneinander zu unterscheiden.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Länge des Booms und horizontale Ausrichtung lassen sich beliebig für unterschiedliche Kopfgrößen einstellen und arretieren

An den Preamp stellen die Mikros keine besonderen Ansprüche. Um eine normale Verständlichkeit mit Peaks von -10 dB zu erreichen, ist auf meinem RME UFX eine Vorverstärkung von rund 35 dB nötig. Die Empfindlichkeit der beiden Modelle ist in der Praxis identisch. Für den Test habe ich mich wieder beim Kinderreim “Summ summ summ, Bienchen summ herum” bedient, da er sowohl scharfe S-Laute wie auch Plosivlaute abdeckt. Den Anfang macht die Omni-Version DPA 4466:

Hier das DPA 4488 mit Nieren-Charakteristik:

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Für den Vergleich mit einem klassischen Vocal-Mikrofon habe ich das Shure SM 58 verwendet, eines der meistverkauften Mikros der Welt. Ich habe es nah besprochen und wie bei den Mikros von DPA keine weitere Bearbeitung vorgenommen:

Die Omni-Version DPA 4466 kann mit einer sehr hohen klanglichen Neutralität aufwarten. Beim SM58 treten die Windgeräusche teilweise recht deutlich hervor, die bei den beiden DPAs nicht vorkommen.

Test: DPA 4466 CORE und DPA 4488 CORE Headsets

Der XLR-Adapter DAD 6001 befindet sich nicht im Lieferumfang und ist optional erhältlich

Um euch den Unterschied der beiden DPA Headsets im Umgang mit indirektem Schall akustisch darzustellen, habe ich einen Blick in meine Sample-Library geworfen, um laute Umgebungsgeräusche künstlich im Studio zu erzeugen. Erst kürzlich habe ich eine Animation für TED-Ed über Thunfische vertont (Schleichwerbung am Ende des Tests) und doch glatt noch ein Fischkutter-Sample auf der Festplatte gefunden. Passt doch irgendwie zu Dänemark. Den Kutter habe ich für die folgenden Beispiele sehr laut abgespielt, beim Sprechen konnte ich mein eigenes Wort kaum verstehen:

Durch die Kompensation des Nahbesprechungseffekts beim DPA 4488, der sich in einer Reduktion des Bassbereichs äußert, entsteht im Freifeld ein sehr höhenlastiges Abbild. Die Hintergrundgeräusche werden stärker abgedämpft, aber wirken durch den fehlenden Bass weniger homogen als beim DPA 4466. Trotzdem werden sich viele Anwender über die stärkere Reduktion von Hintergrundgeräuschen freuen.

Hier die Hintergrundgeräusche noch einmal ohne gesprochenen Text:

Und zum Abschluss das versprochene Filmchen mit dem Kutter bei 4:10 Minuten:

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Fazit

DPA leistet sich mit den beiden Headsets 4466 CORE und DPA 4488 CORE keine Schwächen. Die ultra-flexiblen und leicht zu positionierenden Gestelle der 6066 Serie wurden mit den klassischen 5-mm-Kapseln kombiniert. Das Kopfbügel- Design ist durch seine flexiblen Anpassungsmöglichkeiten derart gestaltet, dass es für alle Kopfgrößen geeignet ist. Die Omni-Variante DPA 4466 besticht durch hohe Natürlichkeit und ist einfach im Handling, da es keinen Nahbesprechungseffekt besitzt. Das DPA 4488 reicht nicht ganz an die klangliche Homogenität des DPA 4466 heran, dafür bietet es eine bessere Abschirmung gegen von hinten auf die Kapsel eintreffenden Schall. Die Verarbeitung ist DPA-typisch auf höchstem Niveau, der Preis geht daher in meinen Augen voll in Ordnung.

Plus

  • Robustheit, Verarbeitung
  • Abschwächung der Hintergrundgeräusche (4488)
  • sehr neutraler Klang (4466)
  • einfach zu tragen, positionieren
  • sicherer Sitz

Preis

  • 649,- Euro (4466 CORE)
  • 699,- Euro (4488 CORE)
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Kutscher  

    Also der neue Bügel ist schon richtig gut gelungen im gegensatz zu dem D:fine

    Das man die Kapsel jetzt rotieren kann ist super praktisch. Und man kommt meist ohne Biegen aus. Einzig Männer mit diccken wangen und üpigem (Backen)Bart stellen noch eine Herausforderung dar wenn man dicht ran möchte ohne Störgeräusche.

    • Profilbild
      nativeVS  AHU

      Bei einem wirklich dickem und dichten wangen bart einfach ein 4061 mit den ueblichen toupée clips reinstecken, dann wackelt da nichts.

      • Profilbild
        Kutscher  

        Das mag akkustisch stimmen.
        Und wenn man Film Theater macht auch sehr gut funktionieren.

        Bei Corporate bis Politik mit Automotive Ceo’s und oder international hochkarätigen Minester_innen hat man leider nicht immer die Möglichkeit das beste rauszuholen.
        Und die Akkustische Umgebung …. lass mal nicht darüber sprechen.

        So ein richtiges SwissArmyNife Headset was auch noch klingt und dezent aussieht das wär es doch.
        Aber ist ein Wunschtraum.

        Aber das DPA geht als Flottenheadset schon in die richtige Richtung.

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