Test: Dunlop, Jimi Hendrix Fuzz Face, Gitarren-Verzerrerpedal

8. April 2008

Dunlop Fuzz Face

„The Authentic Hendrix Analog Series“. Eine Beschreibung um Seiten zu füllen… Hinter dem ausladenden Namen verbirgt sich eine Kleinauflage von 3 Bodenpedalen, dem Dunlop Crybaby WahWah, dem Octavio und dem hier vorgestellten Jimi Hendrix Fuzz Face JH-F1. Es handelt sich dabei um eine detailliert nachempfundene Kopie des Dallas Arbiter Fuzz Face von 1969, welches Hendrix z.B. sehr intensiv auf dem Album Band Of Gypsys nutzt. Alle Konstruktionsmerkmale entsprechen bis aufs Kleinste den Original Vorgaben vor ca. 40 Jahren, ein Merkmal, welches sich durch die gesamte Authentic Serie zieht. Übernommen wurden auch einige zuweilen sehr „ungestüme“ Detaillösungen, bzw. ein paar grobschlächtige Erscheinungsmerkmale, welche auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, jedoch auch das heimelige Flair einer ambitionierten Bastelarbeit versprühen. Wer sich einmal die manchmal abenteuerlich anmutende Verkabelung von Hendrix Stage Setup angesehen hat (ich sage nur: Spiralkabel auf Zug zwischen zwei Marshall Heads zur Parallelschaltung gespannt) kann problemlos abstrahieren, wie die Custom Bodenpedale in das allgemeine Erscheinungsbild des Künstlers passten.
Übrigens, wer bisher noch nicht wusste, woher der Jargonname „Tretmine“ für Bodenpedale stammt, bei dem Fuzz Face muss man nicht lange nach der Erklärung suchen…

-- Das Dunlop Fuzz Face --

— Das Dunlop Fuzz Face —

Konstruktion:

OK, die Amis sind ja zuweilen schon ein lustiges Völkchen, aber der Mega-Smilie, welcher Dich den gesamten Auftritt lang in einer vollen Breitseite angrinst, hat es schon in sich. Selten, besser gesagt nie ist mir ein optisch exaltierteres Bodenpedal untergekommen. Bei soviel Freundlichkeit, welche am Boden vor Dir liegt, fällt es einem regelrecht schwer, dem Probanten regelmäßig zwecks Aktivierung ins Gesicht zu treten, obwohl er trotz übelster Behandlung fleißig weiter lächelt. Ich muss mich regelrecht zwingen, den Schalter zu betätigen.

Kreisrund wie ein Diskus kommt das Fuzz Face daher, eingehüllt in eine aufwändige Hammerschlaglackierung, Farbrichtung blau-türkis. Als einizige Regelmöglichkeiten sind 2 Potentiometer Volume und Fuzz ausgeführt. Das Gerät verfügt zudem über einen stabilen True Hardware Bypass. Um dem Schuh etwas mehr Grip zu vermitteln wurde um den Schalter herum eine geriffelte, angenehm weiche, kleine Gummimatte mit eingelassenem Schriftzug aufgeklebt. Die Stirnseite verfügt über die Input und Outputbuchsen, das war es! Kein Netzgeräteanschluss, kein Tonregler oder sonstige Ergänzungen, Replika pur! Um die Batterie zwecks Spannungsversorgung zu platzieren, muss man eine auf der Unterseite des Pedals mittig platzierte ca. 3 cm lange Kreuzschraube lösen. Nach Lösen derselbigen offenbart sich ein sehr spartanisches Innenleben in PTP Handverdrahtung, sauber verlötet und übersichtlich angeordnet. Etwas lieblos wirkt die Batteriehalterung, besteht sie doch nur aus einer Mini-Metallwand und einem Schaumstoffpolster auf der Innenseite der Bodenabdeckung, welches die Batterie mit leichtem Druck notdürftig fixiert. Auch wenn es etwas krude daher kommt, es funktioniert. Wie gesagt, Replika pur….

Das Gehäuse besteht aus ca. 4 mm dickem Stahlblech und darf damit in die Rubrik „ultrastabil“ eingeordnet werden. Hat man die Batterie fixiert, darf man zum allseits beliebten Fummelspiel „Schraube sucht Loch“ antreten. Eine etwas nervige Geduldsprobe, von daher ist es wärmstens zu empfehlen, den Batteriezustand in regelmäßigen Abständen insbesondere vor Shows zu prüfen. Ein spontaner Batteriewechsel auf dem eigenen Floorboard in einer Spielpause kann sonst schon mal zu wüsten Tobsuchtsanfällen führen. Glücklicherweise hat das Fuzz Face eine sehr geringe Stromaufnahme, was die Lebensdauer der Batterie deutlich über dem Standard rangieren lässt. Trotz Heavy-Duty-Stahlblech sollte das Fuzz Face für den Transport auf einem entsprechenden Board oder anderweitig in einem passenden Transportbehältnis fixiert werden. Die beiden Potentiometer stehen dermaßen keck aus dem Gehäuse hervor, dass zum Beispiel nicht fixierte Pedale oder andere harte Gegenstände aus dem berüchtigten „Alles-was-der-Sechssaiter-noch-so-braucht-Transportsack“ den Potiachsen den Garaus machen können. In Sachen Standfestigkeit geben drei geschraubte Gummifüße dem Pedal den nötigen Halt.

Klangbeispiele
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