Test: Elysia Alpha Compressor, Stereo-Kompressor

10. Februar 2020

Das technisch Machbare in Sachen Mastering Kompression

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Elysia Alpha Compressor, Stereo-Kompressor

Elysia Alpha Compressor – wie wird man so einem Brocken gerecht? Ich kann mich noch gut an meinen Test vom Elysia nvelope erinnern: Die schiere Tiefe und Verarbeitung des Geräts hatten mich damals schon sehr beeindruckt. Und nun stehen fast 17 kg Kompressor vor mir. Eine daumendicke Frontplatte mit darauf aufgesetzter, ebenso dicker blau eloxierter Platte für die Bedienelemente. Das zentrale Logo und die kreisförmig angeordnete LED-Peak-Anzeige geben dem Alpha ein Auftreten, vergleichbar mit einem dominanten Kühlergrill eines Sportwagens im Rückspiegel. Es wird einem beim schieren Anblick sofort klar: Der will nicht spielen.

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Elysia Alpha Compressor: Die Hardware

Der als rein analoges Stereogerät konzipierte Kompressor hat auf jeder Seite elf aus dem Vollen gedrehte Regler und jeweils zehn Taster. Im Zentrum, unter dem selbstbewussten Logo, dann noch drei weitere Taster:

  • „Active“ aktiviert die komplexen Schaltkreise, die ansonsten „hard wired“ umgangen werden, so dass echtes (!) A/B-Vergleichen möglich ist und keine Verfälschungen durch Bauteile im Signalweg entstehen
  • „Channel Link“ verbindet den Doppel-Mono-Modus zu einem Stereogerät, das überwiegend auf der linken Geräteseite bedient wird
  • Und last but not least der geniale „MS Mode“, dem wir uns später genauer widmen werden

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Die Kompressor-Ebene

Trotz reichhaltiger Bedienelemente gestaltet sich der Alpha sehr übersichtlich: Die obere Reihe ist die Kompressor-Ebene mit den bekannten Reglern für Threshold, Attack, Release und Ratio. Der Taster „Fast Forward“ schaltet den Abgriff des Sidechains vor oder hinter die Kompressorschaltung. Bei Aktivierung wird die Kompression deutlich „schärfer“ geschaltet als im klassischen Modus.

„Auto Fast“ bewirkt, dass die Attack-Zeit bei sehr schnellen Impulsen extrem verkürzt wird und dann wieder auf den eingestellten Wert zurückfällt. Dasselbe gilt für die „Auto Fast“-Taste des Release: Der Release-Wert wird auch hier kurzzeitig verkürzt, um ein natürliches Sustain zu gewährleisten.

Die Filter-Ebene

Hier befinden sich der EQ und die Sidechain-Option. Die EQ-Regler sind ein Niveau-Filter, das ähnlich einem Tone-Regler eines Gitarrenverstärkers je nach Drehrichtung die Höhen anhebt und gleichzeitig die Bässe absenkt oder umgekehrt. Mit „EQ Gain“ wird der Pegel des Filters eingestellt und „EQ Freq“ definiert die Frequenz, um welche herum die Frequenzen angehoben bzw. abgesenkt werden. Mit „10x“ kann man diese Frequenz um den Faktor 10 erhöhen.

Sidechain bedeutet, dass der Kompressor auf einen bestimmten Frequenzbereich „lauscht“ (z. B. den Anschlag der Kickdrum) und dann wird das Signal – abhängig vom Pegel der eingestellten Triggerfrequenz – komprimiert. Die Sidechain-Regler definieren diese Frequenz („SC Freq“) und den Pegel bzw. auch die Charakteristik dieses Filters („SC Gain“).

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Die Level-Ebene

Der zentrale „Gain“-Regler erklärt sich von selbst – er ermöglicht das Makeup bzw. die Pegelanpassung des finalen Signals nach dem Durchlaufen der jeweiligen Sektionen. Links davon die sehr nützliche „Mix“-Option. Drückt man gleichzeitig den „Direct“- und den „Compressed“-Taster, dann kann man mit diesem Regler eine Parallelkompression fahren. Das bedeutet, dass man das Ausgangssignal in einen komprimierten (Wet-) und einen Dry-Teil mischen kann. „Direct“ aktiviert oder deaktiviert das unkomprimierte Signal direkt aus dem Geräteeingang und „Compressed“ schaltet das komprimierte Signal ein oder aus.

Rechts in der Level-Ebene dann noch die „Soft Clipping“-Option, bei der kurze und laute Transienten abgerundet werden. Die Aktivität des Softclippings wird in den beiden obersten LEDs der Peak-Anzeige sichtbar.

Der etwas versteckte „Transformer“-Taster schaltet einen zusätzlichen Übertrager in den Signalweg, der das Signal insgesamt etwas wärmer macht.

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Der M/S-Mode

Eine der Funktionen, bei dem sich der Elysia Alpha Compressor von seinen Mitbewerbern (wenn es welche gibt?) abhebt, ist der M/S-Mode. Hier analysiert der Alpha das Eingangssignal auf die Klanganteile in den räumlichen Mitten und die Stereoanteile links und rechts. So kann man mit der linken Seite des Kompressors die mittleren Signale komprimieren und filtern und mit der rechten Seite die Seitenkanäle, was einen erheblichen Einfluss auf das finale Signal hat. Wenn man z. B. die Mitten stark komprimiert und die Seitenanteile unkomprimiert lässt, ergibt sich ein wahnsinnig hypnotischer Klangeindruck! Ich habe versucht, das später in den Klangbeispielen hörbar zu machen!

Die Anschlüsse des Kompressors

Wer nun denkt: „Na gut, die Bedienung kapier ich ja, aber das Ding lässt sich kaum in mein Setup anschließen“ – der irrt. Geradezu spartanisch präsentiert sich die Rückseite mit jeweils einem XLR-Port für den Eingang und für den Ausgang. Dann noch zwei Einstellräder, mit denen man die Helligkeit des Logos und der blauen Lichter getrennt einstellen kann. Fertig. Na gut, Strom muss man auch noch anschließen.

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Das Gerät hat 2 HE im Rack-Schrank und im Lieferumfang sind auch noch vier massive Füße. Ich bin sowieso der Meinung, dass man einen Alpha nicht im Rack-Schrank verstecken sollte.

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Die Technik

Also reden wir nicht lange rum – wir sind alle Musikfreaks und außerdem erwachsen. Beim Anblick der Technik des Elysia Alpha Compressors geht einem einer ab! Ja, das schreib ich jetzt einfach so. Sie wissen, dass ich das weder anstößig noch despektierlich meine. Jeder, der nur einen Hauch Faszination für Technik hat, der beim Anblick einer 59er Les Paul oder einem Steinway Flügel Gänsehaut bekommt, der beim Anblick eines Schweizer Uhrwerks oder eines perfekt geschliffenen Diamanten kurz in Ehrfurcht erstarrt, der versteht die Gefühle beim Anblick und beim Erfassen der Technik eines Elysia Alpha.

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Das ist nicht nur gut gemacht. Nein, die Detailtiefe ist einfach wahnsinnig und kaum ein anderer Hersteller kann so ein Level vorweisen. Ein paar Beispiele: Ein Heizelement hält Teile der diskreten Schaltung auf einer konstanten Temperatur, so dass das Gerät unabhängig von Umgebungskonstanten identisch klingt. Die Peak-Anzeige des Alpha ist nicht nur irgendeine LED-Kette. Nein, durch modulierte LEDs wird das analoge Verhalten des Kompressors dargestellt, das die Vorteile von VU-Meter und LED-Kette in sich vereint. Alle Potentiometer werden durch spezielle Tests zu „matching Pairs“ sortiert und sogar die interne Verkabelung wird von der deutschen Firma VOVOX geliefert.

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Fertigung der Frontplatten

Selbstverständlich ist das Gerät ohne jegliche integrierten Schaltkreise (ICs) völlig diskret aufgebaut in reinem Class-A und eine 100 Watt Stromversorgung mit entsprechend dimensionierten Ringkern-Trafo sorgt für die Leistungsversorgung. Ein Gehäuse aus dickem Aluminium und ein Handbuch, das einem sofort das Gefühl vermittelt: OK, das ist jetzt mal edel! Übrigens wird jeder Elysia Alpha erst nach Auftragseingang gefertigt – in Nettetal in Deutschland. Und ich verwette mein Hinterteil, dass Ruben Tilgner, der Gründer von Elysia, persönlich bei jedem Alpha die Endabnahme macht.

Der Kompressor in der Praxis

Wie kann man die klanglichen Eigenschaften des Alpha beurteilen, ohne esoterisches Geschwurbel und mit der entsprechenden Distanz? Ich hatte vor Kurzem den Bettermaker Mastering Kompressor hier: ein Gerät, das die vermeintliche Spitze dieser Gerätegattung darstellt. Und dann kommt Ruben Tilgner und sagt: „Hold my beer“!

Es wäre unseriös, diese beiden Geräte zu vergleichen, denn der Bettermaker musste wieder zum Hersteller zurück und bei einem Mastering-Kompressor ist es nun mal nicht so, dass das Drehen an einem Poti weltbewegende Klangveränderungen bringt. Wie ich im Bettermaker-Test schon schrieb: Die Kompression beim Mastering ist eine ganz behutsame Sache und man kann hier auch viel kaputtmachen.

Also habe ich mich entschlossen, dem Elysia Alpha den schlimmsten Feind gegenüberzustellen, den man sich auf dem Markt suchen kann: das Elysia Alpha Plugin!

Das Elysia Alpha Compressor Plugin

Die Plugin Alliance möchte aktuell für das Plugin 49,99 Dollar (ca. 44,- Euro) haben. Die Hardware kostet 9.499,- Euro, also fast den 216-fachen Preis. Das für Universal Audio optimierte Plugin kostet 209,- Euro. Das ist immer noch das 49-fache.

Die Software sieht identisch aus wie die Hardware und auch von der Bedienung gibt es nur wenig Unterschiede. So hat das Plugin einen „vollständigen“ Channel-Link und allesm was man links dreht und drückt, wird rechts übernommen. Bei der Hardware werden Filter, Mix, Gain und Limiter nicht gelinkt. Aber sonst? Selbst die organische LED-Kette sieht in der DAW sehr realistisch aus. Wie kann ich denn da noch die Hardware verargumentieren?

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Nun, zitieren wir die Website von Universal Audio:
„Der über 10.000 US-Dollar teure alpha compressor ist hinsichtlich Transparenz und Unverfälschtheit unter den Dynamikprozessoren nahezu unerreicht. Die elysia alpha compressor Plug-In Collection wurde durch die elysia GmbH autorisiert. Es handelt sich um eine akribische Modellierung auf Komponentenbasis, die den Klang der Original-Hardware exakt abbildet.“

Danke – das macht es auch nicht einfacher. Die Software klingt also nahezu exakt wie das Original?  Bei aller Liebe zur Technik, aber so langsam gehen mir die Argumente aus … oder?

Elysia Alpha Compressor: Der Klang

Um es ganz klar zu sagen: Das Plugin ist dem Klang der Hardware ähnlich, aber nicht identisch. In meinem Studio habe ich den Korg Kronos direkt an den Elysia Alpha Compressor angeschlossen und dessen Ausgänge in den Universal Audio Apollo Twin X Quad. So kann ich mit dem jeweiligen „Active“-Taster (virtuell oder physikalisch) sehr gut zwischen Hardware und Software umschalten. Da der Hardware-Alpha, wie erwähnt, hard wired ist, gibt es auch keine klanglichen Veränderungen, wenn er passiv in der Signalkette hängt. Und dann geht es los: hin – her, hin – her. Mit jedem Umschaltvorgang sensibilisiert sich das Ohr für die kleinen, aber relevanten Unterschiede. Wie ist das Ausklingen der Kickdrum, wie metallisch klingen die HiHats, wie intensiv wirken die Impulse, wie ist der Gesamteindruck? Wie groß sind die Unterschiede?

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Und ich möchte dazu auch ganz klar Stellung beziehen und nicht irgendwie von „wer sich die Hardware nicht leisten kann, der kommt auch gut mit der Software aus“ rumschwurbeln.

Dazu ein kleiner Fakt: Wussten sie, dass bei Hits von Drake, Justin Bieber und Taylor Swift jeweils mehrköpfige Teams daran arbeiten, die einzelnen Instrumente zu optimieren. So gibt es ein HiHat Team, eins für die Kicks, die Synthies etc. Wenn man sich in solchen Gefilden bewegt, dann weiß man ganz genau, warum man fast 10.000,- Euro für den Kompressor ausgibt und nicht mit dem Plugin zufrieden sein kann. Ja, die Unterschiede sind marginal. Es ist die Freiheit, wie eine Gitarre ausklingt und die eine Transiente, wenn der Drumstick das Fell berührt. Es ist dieser Unterschied, wenn man einen identischen Song einmal mit Plugin und einmal mit dem 16 Kilo Teil mastert und man wippt plötzlich mit. Mastering ist nicht das nachhaltige Verändern eines Songs. Es liegt darin, den Spirit des Stücks herauszuarbeiten und mit geschlossenen Augen am Attack-Regler einen Klick vor, dann wieder zurück und wieder vor drehen – das können Sie mit dem Plugin nicht in dieser Tiefe und in dieser Musikalität.

Was man aber sagen kann, dass Plugin und Hardware bei identisch eingestellten Werten unterschiedlich klingen. In den Klangbeispielen können Sie den Hardware Alpha daran erkennen, dass er dynamischer wirkt, aber etwas schlanker als das Plugin mit identischen Einstellungen.

Trotzdem: Das Plugin ist von wirklich toller Qualität. Bei manchen einzelnen Einstellungen ist praktisch keine Differenz wahrzunehmen, aber in der Summe des fertigen Setups liegt die Magie in der Hardware.

Wie wurde getestet?

Nun, zunächst habe ich mir es wirklich nicht leicht gemacht, denn ein argumentative Damokles-Schwert hängt einem Tester immer über dem Kopf, wenn man so einen Brocken bewerten soll: Ist der Alpha automatisch gut, nur weil er teuer ist und gut verarbeitet ist?

Ich habe tagelang A/B-Tests gemacht. Mit Freunden, die hin und her geschaltet haben, im abgedunkelten Raum mit geschlossenen Augen. Einzelne Gitarrenanschläge, eine Triangel und ein Klavier – immer und immer wieder. Ich habe die Regionen der aufgenommenen Testtöne in Logic Pro X optisch verglichen und akustisch verifiziert. Nach einiger Zeit der akustischen Sensibilisierung habe ich valide und reproduzierbare Ergebnisse gehabt. Wenn man weiß, wo der Alpha „wirkt“, dann wird seine Finesse und klangliche Kompetenz deutlich.

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Was man zunächst gar nicht bemerkt und eine der größten Stärken des Elysia ist: Der Alpha verändert nur das, was verändert werden soll! Der Sidechain, der EQ und die Kompression, das alles bewirkt keine tonale Änderung des Gesamtklangs oder der angrenzenden Frequenzbänder, was keine Selbstverständlichkeit ist. Oft bewirkt der Eingriff durch einen Equalizer nicht nur die Betonung oder Abschwächung des gewünschten Bereiches, sondern beispielsweise auch eine Änderung in der Impulswiedergabe oder eine Färbung an anderer Stelle. Das werden Sie beim Elysia Alpha nicht feststellen.

Letztlich darf dieser Test aber Sie, verehrter Leser, faszinieren. Sie sollen einen Eindruck vom technisch Machbaren bekommen und von dem Aufwand und der Leidenschaft, die Ruben Tilgner und sein Team in ihre Geräte stecken um – ja, ich gebe es gerne zu – gegen teures Geld die bestmöglichen Geräte zu machen. Dafür erhalten Sie aber im wörtlichen Sinne den besten Gegenwert, den es für Ihr schwer verdientes Geld geben wird.

Elysia Alpha Kompressor: Die Klangbeispiele

Solch graduelle Unterschiede in Klangbeispielen – zumal als MP3 – zu konservieren, das ist nicht leicht. Deshalb habe ich mit vergleichsweise extremen Einstellungen gearbeitet, damit Sie auch einen Eindruck gewinnen können, in welchem Bereich die Unterschiede liegen. Mehr als sonst lege ich Ihnen gute Kopfhörer oder ebensolche Monitore ans Herz, um die Differenzen wahrzunehmen.

Aufgenommen wurde, wie oben schon beschrieben, mit der Eingangsquelle in den Alpha, dann weiter in den Apollo X und dann in mein Allen & Heath QU16 Pult; alles in 44,1 kHz.

Zuerst eine Combi aus dem Kronos, zuerst unkomprimiert, dann mit dem Plugin, dann wieder pur und letztlich mit dem Hardware Alpha:

Im zweiten Beispiel hören Sie die Wirkung der M/S-Kompression des Alpha. Zuerst nur das Mono-Mittensignal, dann mit MS-Option, dann wieder aus und an:

Im dritten Beispiel zuerst ein Bösendorfer Flügel zuerst pur, dann mit Software-Plugin und schließlich mit dem Hardware Alpha:

Und zuletzt ein Akkord auf einer Westerngitarre (Fender California Newporter Classic) als Loop mit einem DigiTech Trio+ aufgenommen und zuerst pur, dann mit Software und dann mit Hardware komprimiert:

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Fazit

Wo ein Bettermaker Mastering-Kompressor schon eindrucksvoll gezeigt hat, wie man hochwertige und gut klingende Kompressoren baut, da legt Elysia mit dem Alpha Compressor noch ein gewichtiges Pfund drauf.

Der Elysia ist das perfekte Tool für das Mastering der besten und hochwertigsten Produktionen weltweit. Eine weitere Steigerung in Sachen Verarbeitung, technischer Aufwand und klanglicher Finesse ist meines Erachtens kaum denkbar. Was viele Toningenieure schon lange wissen und auch hier gerne wiederholt wird: Der Elysia Alpha ist die aktuelle Kompressor-Referenz! Warum also kein Best Buy? Nun, weil ein Studiogerät für fast 10.000,- Euro einfach kein Best Buy sein kann, denn es ist ein Gerät für professionelle Studios und höchste Ansprüche. Aber für diese Kunden ist es definitiv das bestmögliche Gerät.

Plus

  • hervorragender Klang
  • beste Verarbeitung
  • einfache Bedienung
  • umfangreiche Ausstattung

Minus

  • hoher Preis

Preis

  • 9.499,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    tomk  AHU

    Ich bin absoluter Elysia Fan … und finde es spitze dass auch für den kleineren Geldbeutel sehr hochqualitative Hardware erhältlich ist.
    (Elysia hat eine Cubebox für Ihre 500er Serie angekündigt!)

  2. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    Was für eine „Wuchtbrumme“. Vielen Dank für diesen tollen Test. Beim Vergleich wird deutlich, warum analoge Hardware so beeindrucken kann. Eine unvergleichliche Tiefe entsteht. Ich hatte wirklich das Gefühl, daneben zu stehen.

    Und trotzdem: Hut ab vor der Software. Was die macht, ist bezogen auf die Beispiele hier außergewöhnlich gut.

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Danke Dir, Marco. Beim Test konnte ich sehr schnell feststellen, dass auch im Jahr 2020 Hardware noch seine Daseinsberechtigung hat.

  3. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Anregung (bisschen OT)
    Ich würde liebend gerne mal eine Art Workshop zum Thema Kompressor lesen. Und zwar speziell zu dem Thema, was man mit einem Kompressor alles so machen kann, und welche Art von Kompressor denn eigentlich wofür am besten geeignet ist.

    Ich lese in Testberichten oder auch in Interviews von Musikern öfters etwas zum Thema »Klang« eines Kompressors (zum Beispiel »Stimming« in dem sehr geilen Interview von Telekom Electronic Beats auf YouTube über den »API 2500«). Genauer gesagt bekomme ich den Eindruck, dass ein Kompressor so ziemlich das wichtigste klangformende Element im Studio wäre.

    Mir ist das Prinzip eines Kompressors klar: Transienten herunter drücken, dann mit einem Verstärker das sich ergebende Signal wieder lauter machen und schon hat man einen lauteren Gesamtsound. Nur das ist es eben nicht, wovon in Tests und Interviews mit Musikern/Produzenten die Rede ist. Mir ist auch klar, dass sich das Signal durch einen Kompressor verändert und sich dadurch zwangsweise der Klang ändern muss. Aber in wie fern man nun einen Kompressor speziell für diese Zwecke und nicht nur für die Lautheit eines Signals einsetzt … das ist mir ein völliges Rätsel.

    Kann natürlich auch ein Sache von »einfach mal machen« sein, nur wäre es super, wenn man als blutiger Nichtwisser ein paar hilfreiche Hinweise bekäme. ;-)

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Hey Henrik, danke für Deinen Input! Wir haben bei Amazona schon einige diverse Artikel über das Komprimieren gemacht, z.B. den hier: https://www.amazona.de/workshop-die-besten-kompressoreinstellungen/

      Aber ich glaube ich habe schon verstanden, was Du meinst. Leider ist das nicht so leicht, weil zum einen die einzelnen Veränderungen oft sehr subtil sind und diese auch sehr abhängig vom Quellsignal sind.
      Viele Tontechniker benutzen den Kompressor wie ein Taschenmesser für ganz viele verschiedene Effekte. Beispielsweise war der Pumpeffekt bei vielen Songs der späten 90er („Flat Eric“, etc.) immer ein Zeichen schlechter Kompressionseinstellungen und dort war er ein Stilmittel.

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    Markus

    FYI da in der Tat klangbeispiele in mp3 nur begrenzt sinnvoll sind: man kann seit längerer Zeit schon in den meisten Browsern flac streamen (chromium, Safari, FF).

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      Jörg Hoffmann  RED

      Hallo Markus, ja, das ist uns natürlich bewusst, aber gerade bei einem sehr hoch frequentierten Portal, wie Amazona.de, müssen wir uns an den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ halten, und das ist nunmal mp3. In meinen Test verwende ich aber immerhin eine Bitrate von 320 kBit/s in der höchsten Qualität, die Logic X hergibt (und ich gehe davon aus, dass meine Autorenkollegen das vergleichbar machen).
      Und seien wir ehrlich: Wenn Du WIRKLICH wissen möchtest, wie ein elysia Alpha klingt, dann solltest Du unbedingt mal in Nettetal bei elysia anrufen :-).

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        AMAZONA Archiv

        Sorry, das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Dann bietet doch einfach übergangsweise Vollformat und mp3 gleichzeitig an. Dann könnt ihr auch einschätzen wieviele User wirklich noch komprimierte Audiobeispiele runterladen.
        Datenreduktion/ verlustbehaftete Audiokompression ist in Zeiten aktueller Übertragungsbandbreiten kompletter Schwachsinn.

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          Jörg Hoffmann  RED

          …. sag das mal Spotify, Apple Music und Co. :-) Da bekommst Du Unkomprimiert auch nicht für viel Geld und gute Worte. Nur eine Handvoll „High End“ Portale bieten unkomprimierte FLAC oder DSD Files.

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            Markus

            ich wollte gar nicht eine große Diskussion vom Zaun brechen, sondern nur sagen, dass es geht :-)
            aber wo wir grad dabei sind ;-)
            man kann server seitig detecten ob der browser das kann oder nicht und dann entsprechend das richtige Format ausliefern. Glaube allerdings nicht, dass das überhaupt notwendig ist, denn soviele Besucher mit IE werdet Ihr wahrscheinlich nicht haben, oder?
            Oder ging Dein kleinster gemeinsamer Nenner in Richtung Implementierung- /Server-/Traffickosten?

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          Vati  

          Leider ist es kein „Schwachsinn“ Datenreduzierte Formate zu benutzen. Selbst hier im Süden von Berlin gibt es Probleme mit DSL usw. Ganz zu schweigen von der Oberpfalz oder Uckermark. Das Internet so aufzublasen bringt ja auch nichts, weil es dann wieder woanders hapert.
          Wer also mit 320 Kbit unzufrieden ist, sollte sich mal als Testperson beim Fraunhofer Institut anmelden. Da wird immer noch in Sachen Datenreduktion / Codecs geforscht.
          Grüße von Vati

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            AMAZONA Archiv

            Lebt ihr alle noch in den 90ger Jahren???
            Ich kenne ich den Süden von Berlin besser als mir lieb ist und Klangbeispiele in linearen 16/44 Formaten stellen nun wirklich kein Problem dar.
            Das gilt auch für Mecklenburg, wo die Welt 2 Wochen später untergeht. Datenreduktion und Kompression sind bei kombinierten Bild/Ton Formaten eine sinnvolle Sache und für Frauenhofer ein Thema. Alles andere ist kontraproduktive finanzielle Maximaloptimierung zu Lasten der Qualität und hat insbesondere bei mühevoll erstellten Klangbeispielen von 10.000€ Kompressoren schon gar nichts verloren.

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              TobyB  RED

              Guck dir bitte mal den Breitband Atlas des BMVI an.
              https://bit.ly/39sOUvM , auch das Bundesland wo ich geboren bin ;) *Mecklenburg* und leg das mal über das Rhein Main Gebiet. Wenn ich der lieben Verwandtschaft erzähle, das hier das Internet als FTTH mit 250 MBits und als Fallback mit LTE daher kommt, reiben die sich die Augen. Aber das ist egal, entscheidend ist die Anbindung des ausliefernden Webservers, da http als best effort funktioniert.

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              Markus Schroeder  RED

              Ich will mich ja nicht gegen unkompromierte Audiofiles aussprechen, ich bin ja selber in dieser Richtung unterweges, aber wenn zwei Produkte es bei niedrigen MP3-Auflösungen nicht schaffen sich bei Einzelspurenbeispielen signifikant voneinander zu unterscheiden, dann ist es in der Praxis ziemlich egal welches Produkt ich einsetze.

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          hejasa  AHU

          Auch mich würde es freuen, wenn amazona Vollformat und MP3 bei einem Test solch hochpreisiger Geräte gleichzeitig anbieten würde. Ich höre zwar die Klangunterschiede, aber diese sind eher bescheiden und daher eher anstrengend (Ausnahme M/S Mode) herauszuhören, dass es zum einen nervt und zum anderen der Gang zum Verkäufer mit eigener Reverenz Quelle unumgänglich bleibt, welcher aber sein Geschäft nicht mal gerade um die Ecke hat. Und dies alles bei meiner Abhöre über SPL Phonitor und AKG 812.
          Ich weise vorsorglich darauf hin, dass ich mein Gehör regelmäßig untersuchen lasse und dessen Frequenzkurve genau kenne bzw. vermessen wurde!:-)

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          TobyB  RED

          Hallo PPDSV,

          die Frage ist doch für jedes OS und jeden Browser musst du einen Codec und ein MIME Handle mitbringen. Welcher Webseiten Admin stellt dir sicher das dies funktioniert? Ich z.b. lese amazona.de durchaus mit Blackberry oder iOS.

          Ich erinnere mich an das Geschrei, als ich hier AAC hochlud. Mein Postfach war voll mit Rant.

          Zum anderen würden diverse Audioformate den Aufwand auf Autorenseite anheben, ich glaube nicht das hier alle Kollegen mit Garageband / Logic X Pro unterwegs sind. Und nicht jede DAW kann alle Formate ausspielen.

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            Markus Schroeder  RED

            Sorry Toby, aber als Autor eines Musikermagazins sollte man wohl fähig sein zwei Formate rauszurendern.

            Aber das geht IMHO eh an der eigentlichen Frage vorbei, die da wäre, wie Amazona den Webspace bereitstellen kann. Bei ca. 1000 Tests im Jahr mit, sagen wir mal, 10 Audiobeispielen ist es ein kleiner Unterschied ob ein Audiobeispiel 3MB groß ist oder 30MB. Also mal locker plus 300GB x Traffic im Jahr. Amazona ist halt nicht Amazon.

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              TobyB  RED

              Morsche, fähig sein stell ich ja nicht in Abrede, nur hatte ich eher die Out of the Box DAW im Kopf. Selbst wenn du mittels Tools und Codecs nachlegst, ist immer noch dein Punkt mit dem Speicherplatz vorhanden. Nur mal so als Rechenexempel, wir kalkulieren und kaufen derzeit „dummen Speicher aus der Deutschland Cloud“ für 0,49€ das GB ein.

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                  AMAZONA Archiv

                  Also ich finde es lohnt sich in jedem Fall, aber ich bin ja auch nur der Konsument und muss es nicht umsetzen.
                  Da gilt die alte Radsportweisheit: Vorne wird gearbeitet :)

                    • Profilbild
                      AMAZONA Archiv

                      Oder wir treffen uns einfach in Mecklenburg bei meinen Altvorderen und machen ’ne online 4K Liveschalte zur SB ;)

                  • Profilbild
                    TobyB  RED

                    Hallo PSVDDV,

                    ich weiß ja nicht wie das bei deinen Altvorderen in Meckpomm ist. Aber im Ferienhaus in Gross Tessin, gibts nur EDGE :D Ausserdem es gibt elektrosensible Großstädter die mir schon mal Fersengeld angeboten haben. 4G und LTE sind da die Pest und 5G tötet Bienen und macht das Gehirn weich. ;-) Ich nehm dann lieber ein Bier auf der SB.

    • Profilbild
      Doc  

      Versteh die ganze „Reduktionsdiskussion“ nicht.

      Bonedo schaffts MP3 und Wav anzubieten.

      Das kriegt Amazona doch auch hin… ;-)

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Schöner Bericht, schöne Fotos, gerne mehr davon. Es gibt in der High-End Klasse noch einiges Testenswerte, auch an Kompressoren.
    Über das Design (Hartmann?) kann man geteilter Meinung sein. Mir ist da zu viel Bling Bling. Aber grundsätzlich sind mir solche Idealgeräte bei denen sich die Hersteller austoben können sehr sympathisch. Die Verarbeitung scheint wirklich extrem hochwertig zu sein.
    Kritisch würde ich, rein von den Bildern her, das gemeinsame- und asymmetrisch in das Gehäuse integrierte Netzteil für beide Kanäle sehen. Das geht besser. Auch die geometrische Anordnung der though-hole Bauteile auf den Platinen dient wohl eher der Optik als der Kürze des Signalwegs.
    Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass der Hersteller sich dabei was gedacht hat und den Klang genau so haben wollte. Werde mir die Klangbeispiele in Ruhe anhören. Bin gespannt, trotz mp3 Ärgernis.
    PS
    Firma Vovox: Wer hat’s erfunden?

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    harrymudd  AHU

    Im M/S Modus wird mitnichten irgend etwas analysiert, sondern schlicht und ergreifend das dem Alpha zugeführte Mitten-/Seitensignal getrennt bearbeitet mit den entsprechenden Möglichkeiten die im Stereo-Modus eben nicht möglich sin

    Ich bin mir ziemlich sicher, wenn bei dem Hörvergleich ein Blindtest durchgeführt worden wäre, die Unterschiede noch marginaler ausgefallen wären?

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    zeitlos  

    „Die Plugin Alliance möchte aktuell für das Plugin 49,99 Dollar (ca. 44,- Euro) haben. “ Wo bei Plugin Alliance? Kann´s nicht finden : (

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      Jörg Hoffmann  RED

      Das Angebot ist schon wieder vorbei -sorry.
      Aktuell wieder bei 249 USD (Plugin Alliance) oder 299 Euro (UA).
      Ich gelobe, solche Angebote nicht mehr in meine Tests zu schreiben. Kaum hat man den Sonderpreis online, schon ist die Promotion schon wieder vorbei.

  8. Profilbild
    janschneider  

    Soweit ich das verstehe, ist der Taster “Fast Forward” für das Vorspulen bei langweiligen Stellen im Song zuständig ;)

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Ja, es war seltsam. Immer wenn ich die Audioqualität testen wollte und Fast Forward gedrückt habe, dann wurde das Lied übersprungen!!!! Du hast wahrscheinlich Recht – sorry für den Fehler ;-)

  9. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Hi Jörg,

    erstmal Danke für den für den ausführlichen Bericht und vor allem für die Gegenüberstellung von Hardware und Plugin!

    Obwohl das Plugin nun ja schon seit 2016 auf dem Markt ist, ist es bei mir immer noch regelmäßiger Bestandteil der Master-FX-Kette in der DAW, weil es einfach einen sehr elegant verdichtenden und räumlichen Effekt hat, den nur wenige andere Plugins hinbekommen – immer noch, auch wenn die Hardware-GUI auf dem Bildschirm der Horror ist. Aber beim GUI-Design sind ja fast alle PA-Plugins keine Highlights.

    greetz :)

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Danke Dir! Ich war wegen dem Plugin auch mit elysia in Kontakt. Das Plugin ist wirklich schon älter und wurde von Brainworx programmiert (in Abstimmung mit Elysia). Beide Plugins von UA und PA sind im wesentlichen identisch.
      Wegen der GUI: Die meisten Plugins skalieren nicht auf moderne Bildschirmformate (hörst Du mich, Korg!!!!!) und deswegen wirken die klein und fisselig.

      • Profilbild
        Markus Schroeder  RED

        Ja, die meisten Plugin-Entwickler sind sehr gute Algorithmiker aber was GUI-Design angeht, kommen die allermeisten über die Anwendung von Knobfactory offensichtlich nicht hinaus.

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