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Test: Fostex PM0.3dH, PM-SUBmini2, PC-100 USB-HR2, 2.1 Studiomonitore

5. Oktober 2018

Kleiner Sound ganz groß

fostex pm03.dH

Die Aktivlautsprecher Fostex PM0.3dH sind in Verbindung mit dem Subwoofer PM-SUBmini2 und dem kombinierten DA-Wandler und Monitorcontroller PC-100 USB-HR2 ein 2.1 Desktop-Set, das sich besonders für kleine Räume und beengte Stellflächen eignet. Darüber hinaus ist es recht günstig, solide verarbeitet und liefert in dieser Preisklasse einen sehr guten Klang bei sehr geringem Eigenrauschen. Neu sind die Lautsprecher Fostex PM0.3dH, die ihre Vorgänger PM0.3d ablösen und nur in Schwarz verfügbar sind. Die anderen Komponenten sind schon länger erhältlich und werden einzeln verkauft, passen als 2.1 System zusammen mit dem kompakten Wandler/Monitorcontroller aber sehr gut zusammen. Darauf weist der deutsche Vertrieb Mega Audio auf den jeweiligen Produktseiten ebenfalls hin. Fostex ist übrigens eine Marke von Foster Electronic, die seit 1949 Lautsprecher herstellen. Zum Angebot gehören Studiomonitore, Kopfhörerverstärker und sogar Kopfhörer der Referenzklasse.

Fostex PM0.3dH, PM-SUBmini2 und PC-100USB-HR2 im Überblick

Fostex PM0.3dH Desktop-Set

Die drei Komponenten werden nebst Zubehör und Faltblatt in je einem schlichten Pappkarton geliefert. Das ist umweltfreundlich und in gewisser Weise Understatement. Professionelle Anwender werden sich vermutlich an der unsymmetrischen Cinch-Verkabelung stören, die allerdings gemessen am Einsatzzweck in Ordnung geht. Gleiter aus Schaumstoff sind bereits an der Unterseite befestigt. Dem Subwoofer liegen zusätzlich vier Resonanzdämpfer bei.

Die Fostex PM0.3dH und der Subwoofer PM-SUBmini2 bestehen aus kantigen, schwarz furnierten Holzgehäusen, deren klare Linien gleich ins Auge springen. Die gerade Kunststofffront ist seitlich etwas abgerundet, die Treiber werden auch von einem Schaummaterial umschlossen. Vermutlich zur Resonanzdämpfung oder zum Verbergen der Einfassungen. Trotz solider Gehäuse schwingen diese bei höherer Lautstärke etwas mit. Ob das Design klassisch langweilig oder zeitlos elegant ist, mag jeder für sich selbst beurteilen, ich finde es gleichermaßen schick und schlicht. Robust und wertig sind hingegen zwei begrüßenswerte Attribute, die insbesondere auch für das Audiointerface gelten. Nichts wackelt oder wirkt irgendwie billig. Einzig fehlen Schutzkörbe für die Treiber, das könnte bei unvorsichtiger Handhabung zu Ärgernissen führen. Beide Lautsprecher sind exakt so hoch wie der Subwoofer und jeweils halb so breit.

Fostex PM0.3dH

Fostex PM0.3dH Paar

Beide Lautsprecher werden im Set verkauft und nur ein Lautsprecher ist aktiv ausgeführt. Sie wiegen zusammen 2,9 kg, dabei wirkt die passive Box vergleichsweise schwer. Sie sind je 100 mm breit, 185 mm hoch und 130 mm tief. Alle notwendigen Anschlusskabel sind enthalten, der passive Monitor wird mit einem etwa 1,5 m langen Klinkenkabel verbunden. Die Qualität der beiliegenden Anschlussleitungen ist recht einfach, das betrifft insbesondere die Stecker. Aktiv ist die rechte Box und entsprechend ist diese beschriftet. Wer es umgekehrt mag, vertauscht einfach die Cinch-Stecker. Der zweite Eingang ist als 3,5 mm Klinkenbuchse ausgeführt und macht bei Verwendung des Subwoofers wenig Sinn, weil dieser umgangen wird. Beide Eingänge können simultan genutzt werden, so könnte man beispielsweise einen zusätzlichen Bluetooth-Empfänger anschließen.

Fostex PM0.3dH Rückseite

Der griffige und gummierte Lautstärkeregler auf der Rückseite dient zugleich als Einschalter, eine Kopfhörerbuchse gibt es nicht. Frontseitig verfügt die aktive Box über eine zweifarbige LED, die im Stand-by-Modus rot und bei aktiver Nutzung blau leuchtet und erfreulicherweise nicht zu hell ist. Das „d“ im Produktnamen deutet vermutlich auf die europäische Version mit Auto-Stand-by nach rund fünf Minuten hin, dies lässt sich nicht abschalten. Erhält der Lautsprecher ein Signal, dauert es kurz, bis etwas zu hören ist. Die Stromversorgung erfolgt über ein flaches, externes Netzteil.

Fostex PM0.3dH Hochtöner

Gerade einmal 75 mm misst der Konus-Woofer aus Fiberglasfaser, allerdings ist diese Bezeichnung bei einem Frequenzgang von 110 Hz (-3 dB) etwas übertrieben. In der Tat wirken die Aktivmonitore einzeln betrachtet viel zu schlank und man hat stets den Eindruck, dass irgendwas fehlt. Ein rückseitiges Bassreflexröhrchen sorgt für die Entlüftung. Der Seidenhochtöner übernimmt bei einer Übergangsfrequenz von 2,5 kHz und misst 19 mm, der Frequenzgang reicht bis 40 kHz (-3 dB). Für den Antrieb sorgen zwei Digitalverstärker mit je 15 W RMS, die Frequenzweiche ist konstruktionsbedingt analog nachgeschaltet. Beim ersten Einschalten hat mich die unglaubliche Ruhe der Monitore erstaunt, das bin ich in dieser Preisklasse nicht gewohnt. Lediglich aus nächster Nähe ist ein leichtes Rauschen vernehmbar, dreht man die Lautstärke auf Maximum, beginnen sie ganz leicht zu nadeln.

Gleichermaßen hat mich das Klangbild überrascht, wobei ich bewusst an dieser Stelle das schlanke Bassfundament vernachlässige. Die Mitten sind sehr detailliert und Instrumente lassen sich gut zuordnen. Mir wurden auch bei hochauflösenden Aufnahmen manche Details offenbart, die ich von diesen Monitoren nicht erwartet hätte. Die Transparenz ohne Subwoofer ist sicher auf den schlanken Charakter zurückzuführen, der Hochtonbereich scheint leicht angehoben zu sein. Bei Zimmerlautstärke und drüber klingen sie gut, bei hoher Lautstärke komprimieren sie allerdings. Dann wirken die Höhen etwas harsch und die Mitten nehmen ab. Erfreulich ist, dass sich dieser Effekt nicht am Lautstärkeregler, sondern am tatsächlichen Pegel orientiert. So kann man sie voll aufdrehen und die Lautstärke am PC-100USB-HR2 regeln.

Fostex PM-SUBmini2

Fostex PM0.3dH, PM-SUBmini2

Die Abmessungen des geschlossenen Subwoofers von 200 mm Breite und 185 mm Höhe orientieren sich an den Lautsprechern, mit 233 mm ist er allerdings tiefer und wiegt etwa 3,4 kg. Der Treiber misst 13 cm und der Frequenzbereich ist zwischen 40 und 150 Hz angegeben (-3 dB). Die Übergangsfrequenz kann von 60 bis 150Hz geregelt werden, die maximale Ausgangsleistung beträgt 50 W. Auf der Rückseite wird das Signal über jeweils ein Cinch-Pärchen ein- und ausgegeben und auch dann ungefiltert durchgeschleift, wenn der Subwoofer ausgeschaltet ist. Die beiden zu den Fostex PM0.3DH identischen Drehregler sind gerastert und steuern die Ausgangslautstärke und Trennfrequenz, zwei Schalter sind für den Auto-Stand-by und die Phasendrehung zuständig. Über den Kippschalter wird das interne Netzteil eingeschaltet. Eine Fernbedienung fehlt, jedoch wird man ihn aufgrund der kompakten Bauweise ohnehin in Reichweite aufstellen.

Fostex PM0.3dH, PM-SUBmini2 Rückseite

Der Subwoofer ist ebenfalls ausgesprochen ruhig im Leerlauf, auch hier ist bei genauem Hinhören und nur bei maximaler Lautstärke ein leichtes Surren wahrzunehmen. Durch die geschlossene Konstruktion arbeitet er unabhängig von der Aufstellung und die Membran lenkt bei hohem Pegel recht weit aus. Die Bässe klingen aufgrund des kleinen Treibers knackig und das Filter greift gut ein, der Digitalverstärker neigt aber auch zum Komprimieren. Bei hohem Pegel führt das zu einem Bassabfall in den unteren Fußlagen, so dass er dann eher wie ein Mitteltöner klingt. Kann er tief? – Ich würde sagen jein. Gemessen an der kompakten Bauweise hat er mich zwar einerseits überrascht, andererseits können das meine Mackie XR824 mit 8″-Treiber druckvoller. Im Verbund mit den Fostex PM0.3dH macht er allerdings einen exzellenten Job. Die Kondensatoren sind groß genug dimensioniert, so dass er nach dem Abschalten noch einige Sekunden nachläuft.

Forum
  1. Profilbild
    fkdiy  

    Oh, danke für den Test! Als kleine Zweitabhöre neben meinen A7X würden die sich vermutlich gut machen, und vom Platz auch noch passen.

    Da ich von den Monitoren bis zu meinen Ohren (und dann bis zur Rückwand) nur einen Meter Abstand habe (wo bleibt die bezahlbare, größere Wohnung?), und die Boxen erhöht stehen, sollten die Negativpunkte nicht groß ins Gewicht fallen.

    Werde ich im Auge behalten.

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