Test: iConnectivity iConnectAudio2+, Audio-/MIDI-Interface

AudioPassThru

Das andere Alleinstellungsmerkmal von iConnectivity, das in allen Modellen der iConnect-Serie – auch in den iConnectMIDIs – zu finden ist, ermöglicht es, unidirektionale Audiokanäle zwischen Rechnern hin und her zu schicken. Welche Richtung die Kanäle haben, lässt sich dabei frei einstellen. Bei 44 k @ 24 Bit sind das 20 Kanäle, bei 96 kHz @ 24Bit sind es immerhin noch 12.

iConnectivity-iConnectAudio2plus-AudioPass-Konfig

Zusätzlich lässt sich noch festlegen, wieviele Mixereingänge die Audio-USB-Ports haben sollen. Es stehen die Konfigurationen 8 Mixereingänge und 6 Mixbusse oder 6 Mixereingänge und 8 Mixbusse zur Verfügung. Für USB1, USB2 und die analogen Ausgänge stehen immer die volle Anzahl der Mixereingänge zu Verfügung, diese können bei Bedarf aber auch weniger sein. Die Anzahl der Mixbusse müssen sich die drei Audio-Ports teilen.

Die Einstellungen werden allesamt über das Audio-Info-Panel der iConnectivity iConfig-Software vorgenommen. Das ist auch das einzige wirklich Nervige der iConnect-Serie. Denn jede Änderung, auch wenn es nur die Änderung der Sample-Rate ist, erfordert eine manuelle Bestätigung zur Übertragung in das Interface und damit einen Reset desselben. Dieser Vorgang stiehlt einem 4 Sekunden. 12 Sekunden bis die iConfig-Software auf dem Desktop wieder da ist – und da sich mit den Sample-Rate auch die internen Mixer- und Buskonfigurationen des iCA2+ ändern können, darf man das Ganze gleich zweimal machen.

Multifunktionsencoder

Hier hat sich gegenüber dem iCA4+ nichts geändert. Das Ein- und Ausschalten und die Regelung geschieht weiterhin über den vorne angebrachten druckempfindlichen und gerasterten Encoder.

Ein Rasterpunkt entspricht dabei einem halben Dezibel und 20 Rasterpunkte sind eine Umdrehung. Zum Ausschalten muss dieser solange gedrückt werden bis bei der Pegel-LED-Kette jeweils zwei rote und zwei orangene LEDs leuchten. Das sind ca. drei Sekunden. Drückt man länger, so dass nur noch die roten LEDs leuchten, ist das Gerät im Bootloader-Modus. Zum Einschalten wird der Regler erneut gedrückt und das Interface ist innerhalb von zwei Sekunden da. Hält man den Regler gedrückt bis alle LEDs erlöschen, wird ein Hardwarereset durchgeführt.

Ein schnelles einfaches Drücken des Encoders speichert den aktuellen Zustand des Geräts und ein schnelles Doppeldrücken schaltet alle Ausgänge stumm. Je nach Untergrund bietet das Interface aber nicht genug Widerstand beim Drücken des Reglers und das Gerät rutscht weg.

Multifunktionsdisplay

Das stylische Display mit den berührungsempfindlichen LED ist ebenfalls geblieben. Durch einfaches Berühren des Panels werden diverse Einstellungen vornehmen. 48 Volt Phantomspeisung und Eingangsempfindlichkeit separat für jeden Eingang sowie die Lautstärke der Ausgänge inklusive des Kopfhörerausgangs lassen sich entsprechend der Einstellungen in iConfig, d.h. entweder als Monokanal oder als Stereopärchen, regeln. Es lassen sich auch mehrere Kanäle auswählen und gemeinsam regeln.

Ein zweites Tippen auf die Kategorie-LEDs wechselt vom grünen Signal-Level-Modus in den roten Gain-Set-Modus, der die absolute Lautstärkeposition anzeigt statt der Lautstärke des Audiosignals. Das induktive Display ist eine geniale Lösung für eine menülose Bedienung eines Geräts und ist inzwischen auch bei anderen Geräten zu finden.

iConfig-Software (iPad)

Was die Konfiguration der Audio- und MIDI-Einstellungen am Desktop anbelangt, verweise ich auf den iConnectAudio4+ Test, denn hier hat sich nichts geändert und gehe hier stattdessen auf die Handhabung am iPad ein.

iConnectivity-iConnectAudio2plus-iPad_audio-info

iConfig for Audio, iPad – Audio Info

Wie gesagt konnte iConnectivity die Notwenigkeit des Spezialkabels dank der Lockerungen von Apple fallen lassen und das übliche Docking-Kabel genügt zum Anschluss. Unter iOS 9.3.1 findet die iConfig-Software manchmal das Interface nicht. Als Abhilfe ist eine CoreAudio-fähiges App zu öffnen und das iCA2+ auswählen, diese finden in der Regel das Interface. Danach wird es auch von der iConfig Software gefunden.

Es gibt in El Capitan / macOS 11.+ und iOS 9 einen bekannten Bug die Audio-Sample-Clock betreffend. Dieser zeigt sich, wenn die iConnect-Geräte als Master Clock-Quelle eingestellt sind. iConnectivity arbeitet jedoch bereits an der Lösung des Problems. In der Zwischenzeit gibt es einen einfachen Workaround in dem der Desktop oder das iOS-Gerät als Master-Clock-Quelle ausgewählt wird.

iConnectivity-iConnectAudio2plus-iPad_audio-mixer

iConfig for Audio, iPad – Audio Mixer

Forum
  1. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Kurz vor Jahresende da musste natürlich mein PC komplett abschmieren. Da dachte ich mir Ok jetzt reicht es und jetzt kommt mir ein Apple ins Haus. Gesagt gesagt getan nun hab ich ich ein Mc Book Pro aber es kam mit Mojave und nun funzt mein Audio Interface nicht mehr. Jetzt bin ich auf der suche nach einem günstigen aber guten Interface welches mit Mojave kompatibel ist. Auf der Liste steht es sollte funktionieren aber ich frage doch lieber mal in die Runde ob jemand erfahrung mit Mojave und diesem Interface hat?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi Ashatur,

      mir ist bis jetzt noch kein USB-Klassenkompatibles Audiointerface untergekommen, das nicht mit Mojave kompatibel ist, Ausnahmen mag es sicher geben.

      Ich hab jetzt mein iCA2+ nicht da, aber mein iC-MIDI2+ funzt tadellos unter Mojave.

      Das iCA2/4+ punkten vor allem wenn ZWEI Rechner miteinander kommunzieren sollen, ansonsten sind diese Interface klanglich leider nicht besonders (deswegen hab ich vornehmlich nur das iCM2+ in Verwendung).
      Von den preiswerten Interfaces die ich getestet habe stehen zZ vor allem das Presonus Studio 6/8 und das M-Audio 8X4M heraus. Klanglich um Welten besser als iConnectivity, aber dafür halt nur I/O-Kisten.

      Da ich mal annehme, das Dein Mac nur noch USB-C Anschlüsse hat, solltest unbedingt darauf achten halbwegs gescheite USB-Kabel zu verwenden. Gerade iC sind dafür bekannt minderwertige Kabel mitzuliefern.

      • Profilbild
        Ashatur  AHU

        Danke für die schnelle Antwort :-)
        Ja es sind USB 3 und Thunderbolt 2 anschlüsse. Da hab ich jetzt auch etwas geschaut und da finde ich nur die von Zoom UAC- 2 und TAC-2R in dieser Preissklasse… naja vieleicht doch auf eine Apollo sparen :-D das würde halt heißen ne weile keinen Sound machen…

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          Markus Schroeder  RED

          Ein Apollo Twin MK2 Solo gbits ab 679 Euro. Hält sich ja noch in Grenzen.

          Und original Apple TB-Kabel kaufen! Scheißteuer aber dafür tut es wenigstens. Da es ein sehr steifes Kabel ist evtl. auf Biegeradius und Verdrehungen achten.

  2. Profilbild
    FriFlo

    An alle, die dieses Interface kaufen wollen und es nutzen möchten um Midi zwischen Mac/PC und iPad hin und her zu schicken: Nicht kaufen! Das geht nämlich nur noch mit der alten und lange aufgekündigten Software (iConfig). Mit der neuen Software sieht alles etwas einfacher aus, es wird aber eben nicht mehr der hier beworbene Feature-Umfang möglich gemacht. Die Firma äußert sich zudem nicht, ob sie plant die alten Features irgendwann wieder möglich zu machen und das ist auch eher unwahrscheinlich, da die neue Software bereits seit mehr als 2 Jahren raus ist …

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