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Test: Lab4Music SiparioX, Advanced MIDI Router

22. Februar 2021

MIDI-Kraftzwerg (nicht nur) für die Bühne

lab4music sipario x test

Lab4Music SiparioX, Advanced MIDI Router

Einer der vielen Vorzüge, Testberichte für AMAZONA.de schreiben zu dürfen, ist die Tatsache, dass man auch schon mal Geräte, die man sich ohnehin immer schon mal näher anschauen wollte, weil da gerade aktueller Bedarf in der Richtung besteht, ganz in Ruhe auf Herz und Nieren ausprobieren kann. So überlege ich schon geraume Zeit, mich in puncto MIDI-Router endlich neu aufzustellen; mein ESI M8UXL ist zwar ein schönes Teil, doch leider auch schon in die Jahre gekommen. Zudem ist mein MIDIfizierter Gerätepark im Lauf der Jahre stetig an- und dem ESI langsam über den Kopf gewachsen. Da kam mir der Lab4Music SiparioX (aka Sipario Expanded) gerade zur rechten Zeit. Ist er die Lösung für mein massiv gewachsenes MIDI-Aufkommen? Arbeitet er mit meiner DAW zusammen? Wie funktioniert das mit der Bedienung via Touchscreen? Und was hat er, was sein Vorgänger, der Sipario ohne X, nicht hat? Mehr Infos zur Sipario-Erstausgabe findet ihr übrigens im ausführlichen Test meines geschätzten Kollegen T. Goldschmitz.

Lab4Music SiparioX

Lab4Music SiparioX

Ausgepackt

Im nüchternen Pappkarton (lediglich das Logo verrät den Inhalt) befinden sich – neben dem MIDI-Router selber natürlich – ein auch für größere Arbeitstische ausreichend langes USB-Kabel (USB-A auf USB-B) sowie zwei Adapterkabel Miniklinke auf 5-Pol-DIN. Wozu die benötigt werden, schauen wir uns gleich an. Ansonsten herrscht Leere: Kein Benutzerhandbuch, kein Quickstart, keine Sicherheitshinweise, keine Hinweise auf Software-Beigaben. Ein englisches PDF-Handbuch befindet sich dann auf der Website, ebenso die aktuelle Firmware-Version (1.03 zum Zeitpunkt dieses Tests) und einige SysEx-Files und Banks.

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Lab4Music SiparioX

Der SiparioX – jetzt mit Pitch-Wheel

Der Lab4Music SiparioX mal näher angeschaut

Wie auch der Vorgänger steckt der SiparioX in einem massiven Rundum-Metallgehäuse – derart massiv, dass man den SiparioX wohl auch bedenkenlos als Türstopper oder als Bremskeil für ein Wohnmobil einsetzen könnte, um der Bauweise mal ein Bild zu geben. (Hinweis an Christian von Lab4Music: Nein, das habe ich natürlich nicht ausprobiert, keine Sorge). Trotz seiner geringen Abmessungen von 210 x 120 x 45 mm bringt es der SiparioX so – genau wie der Sipario – auf stolze 700 g Gewicht, ist aber um einiges größer als das ältere Modell (175 x 86 x 36 mm).

Genutzt wird das Mehr an Platz auf der Oberseite des pultförmigen Gehäuses für ein Pitch-Wheel auf der linken Seite; das wird eingesetzt, um – wer hätte es gedacht – MIDI-Pitches an die angeschlossenen Devices zu schicken, ein Feature, das es beim Vorgänger noch nicht gab. Ansonsten ist auf den ersten Blick auf der Oberfläche alles beim Alten geblieben: Neben dem Pitch-Wheel die (programmierbare) Taste mit der irritierenden Beschriftung „Fun“ (Fun auf Knopfdruck – das wäre doch mal was), die aber weniger für den Spaß, sondern per Default mehr zum Durchschalten der Performances einer Scene zuständig ist, gefolgt von dem TouchDisplay in 320 x 240er Baugröße (= 5,8 x 4,3 cm). Rechts daneben noch der Push-Encoder und ein Exit-Button – das war es dann aber auch schon mit den Bedienelementen. Bis auf das Pitch-Wheel also ist der Lab4Music SiparioX baugleich mit dem Sipario.

Lab4Music SiparioX

Jetzt mit je fünf MIDI In und Out

Die weitaus größeren Unterschiede zum Vorgänger befinden sich dann auf der Gehäuserückseite. Wir erinnern uns (oder auch nicht – in dem Fall sei noch einmal auf unseren Test des ersten Sipario verwiesen): Die 2016er-Ausgabe des Sipario besaß je zwei MIDI In und zwei MIDI Out im DIN-Format. Hier hat der SiparioX gewaltig aufgerüstet: Zwar befinden sich auch hier „nur“ vier MIDI-DIN-Buchsen, doch sind die jetzt anders zugeordnet: Eine als In, drei weitere als Out. Dazu kommen aber noch sechs weitere Miniklinkenbuchsen, die jedoch nicht für Audiosignale ausgelegt sind, sondern – mit Hilfe eines Stereo-Miniklinke auf DIN-Buchse-Adapters – ebenfalls für den Bereich MIDI zuständig sind: Vier davon arbeiten als MIDI Ins, zwei als MIDI-Outs. Macht summa summarum jeweils fünf MIDI-Ein- und fünf MIDI-Ausgänge. So lassen sich dann wesentlich größere Setups als mit dem Vorgänger bewältigen. Allerdings liegen dem SiparioX lediglich zwei dieser Adapter bei, so dass man mit der Grundausstattung erst einmal je drei Ins und Outs nutzen kann (oder einen In und fünf Outs). Wer mehr zu verkabeln hat, muss sich weitere Adapter kaufen (die gibt es zum Beispiel von Befaco im Dreierpack für rund 10,- Euro) oder selber basteln; die Pinbelegung kann dem Benutzerhandbuch entnommen werden.

Des Weiteren entdecke ich zwei USB-Anschlüsse; einmal Typ B für die Stromversorgung (entweder mit dem beiliegenden Kabel an den PC oder über ein 5 V USB-Netzteil) und einmal Typ A. Letzterer wird für eventuelle Firmware-Updates, zum Speichern und Laden von Scenes eingesetzt. Eine 6,3 mm Klinkenbuchse für ein On/Off-Pedal beschließt den Reigen der Anschlüsse – mehr Platz wäre da auch wirklich nicht mehr gewesen.

Eine Kleinigkeit noch: Die runden Gummifüßchen unter dem Gehäuse hätte ich mir noch etwas größer und … nun ja… „gummiger“ gewünscht; platziere ich den Lab4Music SiparioX auf einem Keyboard, ist der nicht völlig gegen Herunterrutschen gefeit, da geht mehr. Wie gesagt: Nur eine Kleinigkeit.

labs4Music SiparioX - studio1 test

Von Stages, Scenes und Performances

Ich verbinde den SiparioX mit dem USB-Hub am Windows-10-PC und sofort fährt der MIDI-Router in wenigen Sekunden sein Betriebssystem hoch. Der Fun-Button leuchtet, das Display erstrahlt in vollem Glanz und lässt mich mit dem Push-Encoder durch die acht Bildschirme scrollen (Scenes, Stages, USB Devices, Write Backup, Read Backup, Update SysEx Banks, Settings, Info). Und jetzt? Was kommt wohin, was muss ich wie anschließen, was kann der Lab4Music SiparioX?

Dazu schauen wir uns zuerst mal die Organisationsstruktur des Sipario an. Ganz oben stehen beim SiparioX die STAGES, eine Art Setlist/Line-up für einen Gig; 50 davon gibt es im SiparioX, während dieses Feature beim Vorgänger noch fehlte. Es folgen die SCENES, die man sich als eine Sammlung von noch leeren Modulen für einen Song vorstellen kann; 150 Scenes sind da verfügbar (Vorgänger Sipario: 40). Jede Scene wiederum besteht aus 40 PERFORMANCES (Vorgänger: 30). Scene 1 ist dann zum Beispiel mein erster Song auf der Bühne, die einzelnen Performances die Teile des Songs, wie Intro, Bridge, Solo, Verse und so weiter. Für jede Performance (also jeden Baustein) kann ich die MIDI-Ports, Programm, Transpose, Velocity, Keyrange, Control Changes, Wheel und viele Sachen mehr festlegen. So kann ich für jeden Songteil einen anderen Sound meines Micro Modular einstellen und blitzschnell am SiparioX aufrufen, ohne am Synthie herumschrauben zu müssen – entweder über das Display, per Durchschalten mit dem Fun-Button, über ein angeschlossen Pedal oder indem ich einen Program-Change zum Lab4Music SiparioX schicke.

lab4music sipario x

Das wäre bis dahin ja ganz nett, aber nun auch nicht die Riesen-Performance-Erleichterung; an einem Synthie kann ich zur Not auch noch so schrauben – nicht so schnell vielleicht und live eh immer unschön, aber das hat bisher ja auch immer irgendwie funktioniert. Nun besteht jede Performance aber wiederum aus 20 dieser MAPS (Vorgänger: acht), in die ich die oben genannten MIDI-Steuerdaten eintragen kann; ich kann also mit einer Performance nicht nur einen, sondern – mit entsprechenden THRU-Boxen und Mergern – bis zu 20 Synthesizer, Expander oder externe MIDI-Controller gleichzeitig ansteuern. Oder die 20 Maps mit unterschiedlichen Splits und Layers für ein Instrument auszureizen. Bis zu fünf dieser Maps sind auf einer Seite abgebildet (und können dort einzeln zu- und abgeschaltet werden, falls ich mal nicht das volle Setup benötige), den Rest erreiche durch Scrollen.

Die Stages (aka Setlists) kann ich frei und in jeder Reihenfolge mit den Scenes (aka Songs) füllen, die aus bis zu 40 Performances (Songabschnitten) bestehen, die dann wiederum mit maximal 20 Maps (MIDI-Geräten) besetzt sind. Und das alles, ohne dass ich einen Computer laufen lassen muss. Für Live-Musiker ist diese kleine Standalone-Wunderkiste wirklich eine Offenbarung.

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Lab4Music SiparioX

Die Editoren für die Maps im Vergleich: links SiparioX, rechts der alte Sipario

Einige Features im Detail

Einige speziellere Funktionen und Details in den Tiefen des SiparioX möchte ich euch nicht vorenthalten. Umsteigern vom alten Sipario wird auffallen, dass die Maps-Seiten komplett überarbeitet wurden. Das fängt damit an, dass statt der vier Seiten P1 bis P4 nun P1 bis P3 plus „prg“ und „ctrl“ dort auftauchen und auch die betreffenden Inhalte verändert und zum Teil neu sortiert wurden. So befindet sich auf der ersten Seite (P1) nun unter den beiden Einstellmöglichkeiten für die Keyzone (K.Low und K.up) die Abbildung eines Keyboards, um die eingestellten Werte zu visualisieren. Dafür wurden dann Pitch und Aftertouch auf die nächste Seite (P2) geschoben. Neu hinzugekommen sind dort Dyn.low/Dyn.hi: Die geben die Möglichkeit, die betreffende Map innerhalb eines bestimmten Velocity-Bereichs zu aktivieren. Das ersetzt das alte Vel.Dyn, das nur einen unteren Wert festlegen konnte. Neu ist hier auch die Einstellung für das Wheel (on/off).

Die Seite 3 (P3) war bisher dem Remappen von Control Change IN auf Control Change out vorbehalten; dort ließ sich auch die Velocity auf einen CC mappen, um etwa verschiedene Parameter dynamisch zu spielen. Stattdessen gibt’s beim SiparioX hier nun die klassischen Control MIDI Parameter wie Volume, Reverb, Chorus, Pan, Attack, Release, Decay und Cutoff, die beim alten Sipario auf der Seite P4 zu finden waren. Gestrichen wurde der „Mode“ (monophonic oder polyphonic mode des Instruments).

Bank Msb/Lsb, Channel und Program Change – die sich zuvor auf P2 im Gewirr der anderen Parameter etwas verloren, sind jetzt schön und sinnig geordnet auf einer eigenen Page („prg“) zu finden; das macht die Sache viel übersichtlicher. Hier gibt es dann auch eine eigene Schaltfläche für die Übermittlung von SysEx-Daten. Das Eintippen von Hand ist da allerdings doch etwas mühselig, auch wenn hier Presets einiger Synthies (Kronos, Motif, Triton u. a.) angeboten werden. Aber vielleicht kommt da ja noch was nach, SysEx-Presets und Banks lassen sich ja bequem per USB nachladen.

Neu ist dann auch die Page „ctrl“ – eine verbesserte Version der P3-Remap-Seite des alten Siparios. Hier kann ich frei Control-Changes schicken oder neu remappen – etwa wie Modulation auf die Filter-Cutoff oder was auch immer; mit dabei ist auch wieder die Option Velocity, mit der ich Control-Changes proportional zur Velocity setzen kann. Auch eine Learn-Funktion wird da angeboten. Außerdem können hier neuerdings auch einzelne Noten auf einen CC gemappt werden, etwa um Start/Stop/Continue-MIDI-Messages zu verschicken – oder auch eine Note eines Geräts auf die eines anderen. Da finden sich dann deutlich mehr Möglichkeiten als noch beim Vorgänger. Hier ein Beispiel von Lab4Music im Video:

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Der Lab4Music SiparioX kann auch als Master in einem Setup eingesetzt werden, der eine MIDI-Clock (in BPM, optional mit Click-Note) produziert und mit start/stop/continue MIDI-Messages an angehängte Sequencer ausgibt, die dann alle synchron zum vorgegebenen Tempo laufen; es kann aber auch eine externe Clock verwendet und allen angeschlossenen USB-Devices zugewiesen werden.

Lab4Music SiparioX

Push-Encoder und Exit – mehr Regler braucht man nicht

Bedienung

Das farbige Touchdisplay ist zwar nicht übermäßig, aber ausreichend groß und vor allem gut beleuchtet und so aus jedem Winkel gut ablesbar. Mit dem Push-Encoder geht’s schnell und bequem durch die Menüs, die auch nicht groß verschachtelt sind oder allzu sehr in die Tiefe gehen. Nach unten geht es über den Push-Encoder, wieder nach oben mit der Exit-Taste – das ist leicht verständlich und selbsterklärend. Nur hin und wieder stößt man auf kleine Stolpersteine, die den Workflow anfangs bremsen. So rotiere ich mit dem Encoder zwar durch die Scenes, springe bei den Maps damit aber seitenweise in Viererschritten und muss die Performances auf einer Seite wiederum mit dem Finger am Touchscreen anwählen. So geht es natürlich schneller, doch muss man das erst einmal verinnerlichen.

Die Auswahl per Fingertipp auf dem Screen funktioniert ordentlich. Die Sensitivität ist so gewählt, dass schon eine etwas kräftigere Ansage notwendig ist – gut so, so werden eventuelle Fehlbedienungen im Eifer des Live-Gefechtes vermieden. Meist gibt es auch ausreichend Platz zwischen den Touch-Flächen; lediglich bei den Maps und bei der virtuellen Minitastatur ist es doch etwas enger, da könnten Musiker mit Handschuhgröße 10 eventuell Probleme bekommen.

lab4music sipario x

Der eingangs schon erwähnte „Fun“-Taster ist eine weitere Bereicherung für den Live-Betrieb, lässt es sich damit doch unkompliziert durch die Scenes steppen. Allerdings nur Schritt für Schritt nach vorn (der so genannte Honecker-Modus: „Vorwärts immer – rückwärts nimmer“), Sprünge sind nicht möglich. Wer da also vor dem Gig gut geplant hat und sich dann an den Matchplan hält, ist klar im Vorteil. Ihr könnt alternativ aber auch wie gesagt per Display, Pedal (da dann auch mit Sprung zu einer voreingestellten Scene, bei längerem Druck können hier auch Scenes übersprungen werden) oder Program-Change-Befehl durchschalten. Übrigens kann ich den Fun-Button in den Einstellungen der Maps neben „Next“ auch auf Start, Stop und Cont. umstellen, um RTM-MIDI-Messages an alle Outputs zu schicken, um externe Sequenzer zu synchronisieren.

Der besseren Übersicht wegen lassen sich Scenes und Performances auch individuell benennen (was mit der kleinen eingeblendeten Tastatur kein Spaß ist, aber so oft muss man das ja nicht machen), die Performances können zudem auch mit vorgefertigten Icons versehen werden. Sonderlich groß ist die Auswahl da aber nicht; hier hätte ich mir eine Importmöglichkeit eigener kleiner Bilder gewünscht, wie sie etwa das Stream-Deck liefert. Durch einen längeren Druck auf eine Performance, Map usw. öffnet sich ein Popup-Menü für Editierfunktionen wie Copy/Paste/Insert/Cut/Delete – sehr praktisch und zeitsparend.

Lab4Music SiparioX

Mit Icons lassen sich die Performances besser identifizieren

Das Lab4Music SiparioX auch als MIDI-Interface für die DAW?

Das X-lose 2016er Sipario ließ sich auch als MIDI-Interface zusammen mit der DAW nutzen. Dazu brauchte man zum einen ein spezielles USB Typ A auf Typ A-Kabel, zum anderen musste man in den Einstellungen die Option USB auf PC umstellen, dann funktionierte das. Diese Option fehlt beim SiparioX in den Einstellungen. Eine Nachfrage beim (übrigens überaus schnell und zuverlässig reagierenden) Support ergab, dass dieses Feature beim neuen Sipario nicht mehr vorgesehen ist: „The brand new SiparioX is a MIDI HOST it can’t work as MIDI device (Sipario classic version does).“

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Fazit

Mit dem SiparioX hat der italienische Hersteller Lab4Music seine Sipario-Erstausgabe von 2016 ausgebaut: Mit je fünfmal MIDI In und MIDI Out und einem deutlichen Plus an Scenes, Performances und Maps ist man nun auch bei größeren Setups auf der Bühne gut gewappnet. Live-Musiker dürften sich dann auch über das neue Pitch-Wheel und die neu sortierte, übersichtliche Bedienung des Advanced MIDI-Routers freuen. Die ist ohnehin fast ein Kinderspiel, Farb-Touchscreen, nur wenige Menü-Ebenen und die simple 2-Button-Navigation stellen da wohl niemanden vor größere Probleme. Schade ist, dass der Lab4Music SiparioX – anders als noch sein Vorgänger – nicht mehr als USB-MIDI-Interface am PC eingesetzt werden kann; damit legt er ein klares Bekenntnis für die Bühne ab. Zu Hause ist das SiparioX eher für Heimstudio-Betreiber interessant, die auch mal ohne PC Musik machen. Dass der SiparioX dann auch ein paar kleinere Kinderkrankheiten des Sipario Classic beibehalten hat – wie die umständliche SysEx-Eingabe – notieren wir unter „kein Drama“. Bühnenmusiker mit Hang zu Synthie-Burgen und PC-lose Heimmusiker sollten sich den SiparioX unbedingt einmal anschauen.

Plus

  • extrem stabiles Gehäuse
  • leichte Bedienbarkeit
  • benötigt kein Netzteil
  • mit 5 MIDI Ins/OUTs jetzt auch für größeres Equipment geeignet
  • deutlich mehr Scenes, Performances und Maps als der Vorgänger
  • neue Stage List
  • Farb-Touchscreen
  • CCs jetzt frei zuweisbar, erweiterte CC-Mapping/Remapping-Möglichkeiten

Minus

  • nicht mehr als MIDI-Interface am PC nutzbar
  • SysEx- und Namens-Eingabe etwas umständlich und „frickelig“
  • nur zwei Adapter mit dabei

Preis

  • 439,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    justme  

    Danke für den interessanten Artikel !
    Für mich wäre das Gerät nichts, weil : zu wenige Ein-und Ausgänge !
    Kasperkram mit den gemischten Midibuchsen.
    Viel zu kompliziert und verschachtelte Speicherstruktur.
    Wenn schon die Idee eines Controllers für´s Live-Setup, wäre eine zusätzliche, zuweisbare Expressionpedalbuchse interessant gewesen !
    Zum Programmeschalten wären,wenn, 2 Pedalanschlüsse notwendig, hin und her.
    Es bleibt bei mir wieder mal klar der Wunsch nach einer aktualisierten Neuauflage der alten Miditemps.
    Was mir aber im obigen Test fehlt, wären ein paar Informationen zu der Verarbeitungsgeschwindigkeit, mit welchen zusätzlichen Latenzen man zu rechnen hätte…

  2. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Mein Equipment besteht aus 17 Synthesizern und 2 Drum-Machines, die alle zentral von einem Kawai Q-80 MIDI Sequencer angetrieben werden. Dabei werden einige Tastaturen je nach Bedarf als Master-Keyboards verwendet, zudem sind noch insgesamt 5 Step-Sequencers integriert. Für alle diese Anwendungen wäre das Sipario X das ideale Gerät, allerdings sind 439,-€ keine Kleinigkeit; außerdem ging es ja ohne auch ganz gut, wenn auch nicht so luxuriös…

  3. Profilbild
    liquid orange  AHU

    Danke für den interessanten Bericht, aber irgendwie weiss ich jetzt doch nicht ob das was für mich ist. Ich habe mehrere Synies, etwas modulares und zwei Sequenzer (Schrittmacher und Koma Komplex). Im Prinzip würde ich gerne ein System haben, mit dem ich ganz einfach – also ohne Mausklickerei, komplizierten Menüstrukturen etc.) die Geräte untereinander und jederzeit wechselbar ansteuern kann. Irgend eine „Kiste“ auf der ich Sender (Keyboard, Sequenzer) und Empfänger (Synthesizer) ganz einfach „verbinde“, am besten sogar während dem die Anlage am krachmachen ist.
    Gibt es da so was?

    • Profilbild
      Viertelnote  AHU

      ich kenne dein System zwar nicht, aber ich arbeite grundsätzlich ohne Rechner.
      Mein Hauptsequencer ist der OY700, der hat zwei IN/Out. Die Outputs steuern
      4 Emagic AMT-8 an (2 jeweils kaskadiert) läuft ohne Zicken und umstecken kann ich auch.

      mfG und netter Gruß

      • Profilbild
        liquid orange  AHU

        Hallo und danke für Deine Info.
        Im Prinzip muss man das Setup nicht kennen, sondern die Vorgehensweise. Stell Dir vor Du hast eine laufende Sequenz die einen Synth ansteuert, jetzt willst Du während diese lauft, einen zweiten Synth mit der gleichen Sequenz damit ansteuern und später den ersten weg nehmen. Mit kaskadiertem MIDI geht das nicht, da ich ja eine Zuweisung über den MIDI-Kanal machen muss und das geht bei mir nie ohne Menüstrukturen und so Zeugs. Cool wäre ein Gerät an das ich alle Geräte anhänge – wie jetzt mein iConnectivity Mio10 – die Umstellung aber einfach durch einen Schalter oder was anderes einfaches machen kann. So was suche ich….

        • Profilbild
          Viertelnote  AHU

          Ok, jetzt verstehe ich dich und weiß was du suchst.
          Ich arbeite in der Tat nur mit festen Midikanälen.

          Von Akai gabs glaube ich auch was, aber wohl die klassische MIDI-Patchbay

        • Profilbild
          Healfix  

          Google mal nach Kawai MAV8.
          Ist eine Midi Patchbay, bei der Du 4 Eingänge auf 8 Ausgänge verteilen kannst. Aber kein Merge der Midi-Ins möglich.

    • Profilbild
      justme  

      Das gibt es : Eine gebrauchte Miditemp, am besten PMM 88E !
      Extrem robust, zuverlässig, spontan, intuitiv.
      Midikanal 7 von Eingang 3 an Midikanal 1 von Ausgang 7 und Midikanal4 von Ausgang ?
      Midikanal 1 von Eingang 1 UND Midikanal 3 von Eingang 8 an Midikanal 2 von Ausgang 1 ?
      Völlig freies Mergen, Routen, Verteilen usw. sofort direkt am Gerät.
      Man muss nur ein ca. 30 Jahre altes Gerät kaufen.
      Warum dieses Konzept bis heute keiner mehr aufgegriffen hat (höre ich etwa gerade mich nach Behringer rufen..?!?) ist mir vollkommen schleierhaft…

      • Profilbild
        Synthie-Fire  AHU

        Jepp für 439€ wirklich lieber nee PMM 88E.
        Für mich wäre 5 IN und Outs eher in die negative Ecke gewandert.
        Meiner Meinung nach sollten es im Studio mindestens 8 Ein-/Ausgänge sein.
        Bin selber glücklicher Besitzer einer MT16x.
        (16 In und 16 Out)
        Leider nur selten zu bekommen.
        Ist halt DAWless nee schöne Variante.
        Gibt aber auch auf Wunsch ein Editor, falls man auf die Programmierung am Gerät keine Lust hat.
        Alternativ wird es in Zukunft noch das MCC Midi Control Center) von Conductive Labs geben. Aber genaues Erscheinungsdatum ist noch unbekannt.

  4. Profilbild
    Sounddiver

    Als Test kann und sollte man den Beitrag nun wirklich nicht verstehen, denn sonst wären wohl einige gravierende Bugs aufgefallen.

    Nichts desto trotz sollte ein Nachfolgeversion
    zumindest auf dem Stand des letzten aufbauen. Dem ist jedoch leider nicht so.

    Man kommt sich ein wenig als Betatester vor!

    Nun etwas positives.

    Der SiparioX ist solide verarbeitet lässt sich innerhalb kürzester Zeit intuitiv bedienen
    und in den Grundfunktionen funktioniert auch alles zufriedenstellend.

    Geht man jedoch etwas in die Tiefe wie z.b.
    Sysex oder CC remapping fängt das Dilemma an.
    Kurz und knapp : Die Software, aktueller Stand 1.06, ist nicht sauber programmiert, entwickelt teilweise ein seltsames Eigenleben, hat also jede Menge Luft nach oben.

    Der Support / Entwickler ist jedoch wirklich fix, was die Beseitigung von Bugs betrifft.

    Das ist auch bitter nötig, denn auf dem jetzigen Stand ist der Sipario nur eingeschränkt zu empfehlen !

    Für Liveeinsätze ist er derzeit auf jeden Fall nicht zu gebrauchen und zum einfachen umschalten etc. ist er definitiv zu teuer.

    Ich hoffe das der Entwickler da schnell nachbessert.
    Dann hat der Exot wirklich eine Perspektive.

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