Die besten MIDI-Tools fürs Tonstudio

20. Januar 2019

MIDI-Tools in der Übersicht

die besten midi tools

Dass das Thema MIDI noch lange nicht zum alten Eisen gehört, weiß jeder, der mit verschiedenen MIDIfizierten Produkten arbeitet. Zweimal Kabel rein und fertig – so einfach kann das Leben sein. Ok, manchmal muss man doch gewisse Parameter einstellen, aber die Grundeinstellungen lassen sich in der Regel im Handumdrehen nutzen. Dass weiterhin großes Interesse am Thema MIDI und den passenden Produkten besteht, zeigen auch unsere Artikel zum Thema bzw. zu entsprechenden Tests. Wer MIDI nicht nur für Note On/Off-Meldungen nutzt, sondern das Thema auf eine etwas komplexere Art und Weise angeht, benötigt in der Regel gewisse MIDI-Tools, um Signale zu verteilen, splitten und zu mischen. Auch das Thema Synchronisation soll dabei nicht unbeachtet bleiben. Daher haben wir für euch die besten MIDI-Tools in der Übersicht zusammengefasst.

Seit Anfang der 1980er Jahre ist das MIDI-Protokoll fester Bestandteil jedes Studios und das unabhängig ob Einsteiger oder Profi. Wem der Begriff MIDI so gar nichts sagt, dem empfehlen wir für den Einstieg unseren dreiteiligen Workshops zur Entstehung, dem Nutzen von MIDI-Verbindungen und den ersten Praxiseinsätzen.

Nahezu alle aktuellen Keys- und Studio-Produkte, egal ob Synthesizer, Controllerkeyboard, DAW-Controller oder sonstige Peripherie, werden mit integrierten USB-Ports ausgestattet, über die MIDI-Signale gesendet und empfangen werden können. Die klassischen fünfpoligen MIDI-DIN-Buchsen braucht man also nicht mehr? Pustekuchen, denn wer älteres Equipment aus der Pre-USB-Port-Ära aus seiner DAW aus fern-/ansteuern oder einen Synthesizer über sein Controllerkeyboard spielen möchte, kommt mit USB-Ports nicht weit – MIDI-Gerätschaften müssen her.

Beim Thema Computer-Nutzung schaltet man klassischerweise ein MIDI-Interface zwischen MIDI-Gerät und Computer. Gab es diese vor einigen Jahren noch wie Sand am Meer (da sind wir wieder bei der Pre-USB-Port-Ära), ist die Auswahl heutzutage überschaubar, vor allem wenn es um größere Interfaces mit 8×8 Ports geht. Die „älteren“ Semester unter den AMAZONA.de Lesern werden sich gerne noch an Interfaces wie beispielsweise den Unitor 8 aus dem Hause Emagic erinnern.

m-audio midisport

M-Audio MIDI Sport 4×4

Ebenfalls schon zu den Klassikern gehört die MIDI Sport Reihe von M-Audio (ehemals MIDIMAN) Diesen Klassiker gibt es auch heute noch in den Größen 2×2 und 4×4, d.h. sie bieten jeweils 2 (4) Ein- und 2 (4) Ausgänge. Wer größere Setups im Studio fahren und dementsprechend mehr als 4×4 Ports benötigt, kann auf ein Gerät zurückgreifen, das bereits mehrere Jahre erhältlich ist. Die MOTU MIDI Express Interfaces haben etliche Jahre auf dem Buckel, was deren Qualität jedoch absolut nicht mindert, sondern positiv zu vermerken ist. Je nach Wunsch erlauben diese auch den Standalone-Betrieb, so dass Computer-unabhängig gearbeitet werden kann. Auch das Anlegen von Presets für unterschiedliche Einsatzgebiete, das Mergen von mehreren Kanälen oder weitere Zusatzfunktionen wie Unterstützung von MIDI-Machine-Control (MMC), MIDI-Timecode und SMPTE beherrschen einige der Express Interfaces.

Im Gegensatz zu den M-Audio und den MOTU MIDI-Interfaces sind die Produkte von iConnectivity relativ jung. Die mio MIDI Interface Reihe der Amerikaner hat es dennoch in sich, hierzu empfehle ich den Test zum iConnectivity mio10. Dank ausgeklügelter Routing-Möglichkeiten lässt sich das mio10 vielseitig einsetzen, dazu bietet es MIDI-Verbindungen via Ethernet. Besonders für lange zu überbrückende Entfernungen ist die Ethernet-Verbindung eine gute Wahl, Stichwort: Bühneneinsatz.

iConnectivity mio10

Der Hersteller iConnectivity hat übrigens auch kombinierte Audio/MIDI Produkte, die wie herkömmliche Audiointerfaces arbeiten, aber eben auch unter iOS weitreichend einsetzbar sind. Allen voran die beiden Interfaces iConnectMIDI2+ und MIDI4+.

iConnectivity iConnectMIDI2+

iConnectivity iConnectMIDI2+

Kleiner Tipp am Rande: Bis vor einiger Zeit hatte die Firma ESI Audio noch MIDI-Interfaces mit 8 Ports (M8U) im Programm, leider sind diese nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Aktuell bietet der deutsche Hersteller nur das M4U XT sowie das MikroMerge an, dieses fasst bis zu vier MIDI-Eingänge auf einen MIDI-Ausgang zusammen. Doch Abhilfe scheint zumindest in Sicht. Auf der diesjährigen Musikmesse stellte ESI Audio seine neuen Interfaces M4U eX und M8U eX vor. Entsprechend dem Namen bieten diese jeweils 4 bzw. 8 Ports, arbeiten standalone und erkennen eigenständig, ob es sich bei MIDI-Signalen um ein- bzw. ausgehende Signale handelt, die Ports werden dementsprechend automatisch eingestellt.

esi m8u ex

Das M8U eX auf der Musikmesse 2018

Damit sind wir auch bei den eigentlichen MIDI-Tools und nicht mehr bei den reinen MIDI-Interfaces, wobei der Übergang schwimmend ist, je nach gewünschtem Einsatz und Funktionen.

Beim Thema MIDI-Tools sei allen voran die Firma MIDI Solutions genannnt, die sich seit vielen Jahren auf dieses Thema fokussiert. Die Auswahl reicht von kleinen 2 Ein- und 1 Ausgang Mergern, Thru-Boxen, die einen MIDI-Eingang auf mehrere MIDI-Ausgänge routen oder kleinen Boxen, die MIDI-Events filtern, editieren, transponieren und noch vieles mehr können, quasi das Schweizer Taschenmesser der MIDI-Kette.

MIDI Solutions quadra merge

MIDI Solutions Quadra Merge

Auch die Firma Kenton darf bei den besten MIDI-Tools natürlich nicht fehlen. Das Unternehmen bietet ebenfalls eine große Bandbreite an MIDI-Tools an, könnte für den ein oder anderen Synthesizer Enthusiasten aber auch dadurch interessant sein, dass Kenton verschiedene MIDI to CV bzw. CV to MIDI Boxen herstellt. Wie man im Laufe der diesjährigen Superbooth 18 sehen konnte, wächst die Anzahl der fürs Eurorack konzipierten Module weiterhin ständig an, da sind Konverter wie die von Kenton gerne gesehen.

Sipario von Lab4Music – Bedienung per Touch-Display

Eine etwas komfortablere Lösung für diverse MIDI-Routings und Funktionen bietet Lab4Music mit dem Sipario an. Dieser bietet jeweils zwei MIDI Ein- und Ausgänge sowie USB-Anschlüsse und lässt sich per Touch-Display steuern und programmieren. Neben MIDI-Routings kann der Lab4Music Sipario auch Keyboard-Setups inklusive Splits und Layer-Settings handhaben sowie mehrere Setups speichern und ist somit auch für den Live-Bereich interessant.

Obwohl die meisten Leser sicherlich mit einer DAW arbeiten, bietet Future Retro mit dem Zilion einen reinen Hardware-MIDI-Sequencer an. Dieser nimmt die Grundidee des aus den 1970er Jahren stammenden Triadex Muse auf und erweitert sie auf weitere Aspekte der Sequenz. Hier unser Fazit zum Zilion, alles Weitere findet ihr in unserem Test:

Der Future Retro Zillion ist kein Sequencer für alle Tage. Durch den algorithmischen Ansatz, gepaart mit sich selbst rückkoppelnden Einstellungen, geht die Anzahl der Ergebnisse tatsächlich in die „Zillionen“. Der Kreativität sind theoretisch keine Grenzen gesetzt, jedoch sind die angesprochenen Hauptkritikpunkte schon schwerwiegend.

Gut, man kann sagen, der Zillion ist ein reines Studiogerät und MIDI kann ja auch einfach aufgenommen werden. Aber eine zusätzliche Makrofunktion, mit der mehrere Parameter gleichzeitig verändert werden könnten, wären ein mächtiges Feature für Live-Anwendungen. Auch die Tatsache, dass ein Update nur über einen Chiptausch machbar ist, stößt sauer auf. Der Zillion macht aber so viel Spaß und hilft, kreative Durststrecken zu überwinden, dass es im Ergebnis ein „Gut“ sein muss. Keep on zillionating!

Future Retro Zilion

Da wir gerade bei Sequencern sind: Die kleine Berliner Firma Audiowerk hat mit dem „mini-midi-step-seq“ ebenfalls einen MIDI-Sequencer im Programm, der schon alleine aufgrund seines „nackten“ Aussehens polarisiert.

audiowerkstatt mini midi step seq

Zwar vielleicht nicht 100% dem Thema MIDI-Tools entsprechend, aber nicht minder interessant, ist ein Gerät, auf das ich durch ein Video über den Filmkomponisten Mark Isham aufmerksam geworden bin: E-RM Multiclock bzw. die kleinere Version E-RM MIDIclock+. Gerade wenn es um die Synchronisierung mehrerer Synthesizer zu einer DAW geht, kann dieses Tool Abhilfe leisten, wie Mark Isham in folgendem Video und im Zusammenhang mit seiner Synthesizer-Sammlung inklusive Modularsystem erklärt.

e-rm midiclock

MIDI Clock+

In Zeiten, in denen im Studio (und auf der Bühne) alles vernetzt werden kann, haben natürlich auch Produkte ihre Daseinsberechtigung, die das Thema MIDI und Netzwerk (Ethernet, WLAN) zusammen bringen. Die Bome BomeBox ist solch ein Produkt und ermöglicht es, unterschiedliche Schnittstellen wie MIDI, USB, Ethernet und WLAN zusammenzubringen. Zusätzlich kann die BomeBox komplexe MIDI-Routings erstellen und deckt somit ein sehr großes Einsatzgebiet ab.

Bome Box

Über den Future Artist MIDI Looper haben wir bereits in unserem Testbericht ausführlich berichtet, dieser darf in einer Übersicht der besten MIDI-Tools aber natürlich nicht fehlen. Looper für Audiomaterial gibt es viele, Produkte, die diese Funktion im MIDI-Bereich möglich machen, gab es bisher nicht. Genau diese Lücke schließt der MIDI Looper und erlaubt es, vier separat bespielbare Spuren mit (fast) jeder MIDI-Message zu füllen und diese im Loop wiederzugeben.

Future Artist midi looper

Future Artist MIDI Looper

Wer sich anstatt auf fertige Produkte lieber selbst sein MIDI-Tool zusammenbauen möchte, ist bei Doepfer genau richtig, obwohl die Firma natürlich auch fertige USB/MIDI/CV-Tools herstellt. Neben vielen Synthesizern und Eurorack Modulen bietet das Unternehmen rund um Dieter Döpfer auch Selbstbau-Produkte an. Universelle MIDI-Nachrüstungen für Tastaturen oder diverse Controller Elektronik hat Doepfer im Angebot.

Doepfer Dark Link

Doepfer Dark Link

Fazit

Wenn auch das Thema MIDI-Tools in der Vergangenheit etwas in den Hintergrund gerückt ist, sind die vielen kleinen Helferlein, Boxen, Tools und Interfaces für alle unerlässlich, die mehrere MIDIfizierte Geräte – seien es Computer, Controllerkeyboards, Synthesizer, DAW-Controller o.ä. – mit einander in Verbindung setzen möchten. Auch für komplexere Setups, die über das reine hin und her Senden von MIDI-Daten hinausgehen, gibt es viele, teils maßgeschneiderte Lösungen, die im Studio und auf der Bühne dienlich sind.

Forum
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    Maxi  

    MIDIMAN MIDI Sport 4×4 hatte ich vor einigen Jahren im Einsatz (2 Stück), was gut funktionierte. Interessanterweise gaben beide nach längerer Einlagerung überhaupt kein Lebenszeichen mehr von sich, wenn man sie an den Computer anschloss. Mit Firmware- oder Treiberproblemen hatte ich gerechnet, aber nicht damit, dass beide den Geist aufgegeben hatten. Nun habe ich ersatzweise ein miditech midiface 4×4, was mir derzeit vollkommen ausreicht.

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    Emmbot  AHU

    Ich benutze das Mio 10 und das ist super. Nur das Firmware Update geht über USB Port 2 und nicht 1 wie im Handbuch. Die Software könnte auch verständlicher sein gerade bei den Midifiltern.

    Auch das QuadraThru ist ein super Tool um zb. die Clock zu verteilen.

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    Hectorpascal  AHU

    Die neuen ESI Interfaces sind immer noch nicht lieferbar. Ein Tip: Nach einem GM5x5x5 suchen!
    Das ist ein DIY-Projekt basierend basierend auf dem Ploytec-Chip. Der wurde zwar auch in alten ESI’s verbaut, jedoch kann ich im direkten Vergleich sagen das der DIY so ziemlich das tighteste ist was ich am PC kenne. http://www.....noob_guide
    Als Ergänzung und ein super Tip für den Modular-Junkie, ist der cv.ocd. Ein Midi-CV-Konverter mit 12xTrigger/Gate und 4xCV. Damit steuert der jedes noch so komplexe Eurorack-Modul. Ideal z.B. für den Rossum Assimil8or. https://www.tindie.com/products/hotchk155/cvocd-a-super-flexible-midi-to-cv-box/

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      Loom9-Studio

      Danke Hectorpascal für den Tipp mit dem DIY-Projekt. Hab ich schon geBOOKMARKt.

      Zu den neuen ESI-Interfaces, weiß jemand ob es möglich ist die ein 19″ Rack einzubauen? Ich meine, sind da z.B. Rack-Ohren im Lieferumfang, die Höhe der Gehäuse nich höher als 1HE usw.? Auf den Bildern und Videos von der Musikmesse gibt es leider keinerlei Infos dazu.

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      fkdiy  

      Die Midibox hatte ich schon oft im Auge, allerdings ist es schwer PCBs zu bekommen. Hast du evtl. eine aktuelle Quelle?

  4. Profilbild
    vlkr  

    Erwähnenswert ist auch noch das IOS Tool Midiflow https://www.midiflow.com/

    Macht aus jedem IOS Device via Kamera Connector, USB-Hub und class compliant Midi Interface einen extrem flexiblen und Leistungsfähigen Midiprozessor. Routing (auch von Devices die nur USB midi haben oder Bluetooth Midi und Netzwerk), merging, processing, Clock Geschichten, splitting, filtern… geht alles

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    Synthie-Fire  AHU

    Für mich ist die beste MIDI Hardware Anschaffung:
    Die 16-fach MIDI Matrix von MIDITEMP.
    16 Ein und 16 Ausgänge welche sich frei routen, mergen, splitten und ändern lassen….
    Schade das so was geiles nicht mehr hergestellt wird.
    Wem 8 Ein und Ausgänge reichen sollte sich nach der kleinen Variante umsehen.
    Damit geht der MIDIverkehr frei ohne Rechner :-)

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