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Test: Nektar MIDIFLEX 4, MIDI-Interface

23. August 2021

MIDI-Interface mit flexiblem Routing

nektar midiflex 4 test

Nektar MIDIFLEX 4, MIDI-Interface

MIDI – seit 1982 begleitet uns dieses Kürzel, das für Musical Instrument Digital Interface steht und die Welt der Musik, ob im Tonstudio oder auf der Bühne, revolutioniert hat. Auch wenn im Jahr 2021 die USB-Schnittstelle den Gebrauch von MIDI-Kabeln für die MIDI-DIN-Buchse auf den ersten Blick überflüssig gemacht hat, bleibt uns MIDI und die MIDI-Schnittstelle weiterhin erhalten – und das nicht nur für Besitzer alter Synthesizer und Effektgeräte. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Hersteller wie Nektar mit dem MIDIFLEX 4 MIDI-Interface ein neues und brandheißes Produkt auf den Markt bringt, das wir uns in einem Studiotest näher anschauen wollen.

Nektar

Der im Jahr 2009 gegründete und in Nord-Hollywood ansässige Hersteller Nektar dürfte den meisten Lesern vor allem durch seine Master-Keyboards und DAW-Controller bekannt sein. Die Master-Keyboards der Impact-Serie und die DAW-Controller der Panorama-Serie sind Bestandteil vieler Homestudios. Hinzu kommen die schmalen und platzsparenden USB-MIDI-Tastaturen SE25, SE49 und SE61. Mit PACER hat man zudem einen sehr flexiblen MIDI-Footcontroller im Programm, der Keyboarder und Gitarristen gleichzeitig ansprechen soll. Vielfältige Möglichkeiten zur Einbindung von Controllern und Relay-Switches für Amps und Effekte sowie eine Anpassung an die beliebten Kemper Amps machen PACER zu einem perfekten Bühnenbegleiter. Zu nennen wäre außerdem noch der Auro Beat Composer, der BOLT Software-Synthesizer und nun eben das Nektar MIDIFLEX 4 MIDI-Interface.

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Nektar MIDIFLEX 4 MIDI-Interface: Überblick

Beim ersten Auspacken fällt zunächst die geringe Größe des MIDIFLEX 4 MIDI-Interfaces auf. Vier MIDI-Anschlüsse plus eine USB-Schnittstelle zieren die Rückseite des mit einer silberfarbenen und vorne abgerundeten Aluminiumhülle versehenen Interfaces. Vier LED-Leuchten für die MIDI-Ports und eine weitere LED-Leuchte für die Betriebsbereitschaft sowie ein Mode-Schalter mache ich auf der Front des Interfaces aus. Die dunkelgraue Beschriftung verrät, was sich hinter den LEDs verbirgt und ist gut lesbar.

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Nach dem Auspacken: Interface, Kabel, Kurzanleitung und Seriennummern

Schaut man genauer hin (oder liest die Spezifikationen), erkennt man, dass es sich hier keineswegs um ein typisches 2 IN/2 OUT oder 1 IN/3 OUT MIDI-Interface handelt. Das MIDIFLEX 4 ist flexibel nutzbar und bietet genau das, was der Anwender gerade benötigt:

Das Interface konfiguriert die beiden MIDI-DIN-Anschlüsse von Port 1 und Port 2 automatisch nach den Bedürfnissen des Anwenders. Das Interface erkennt automatisch, ob die Ports 1 und 2 an einem MIDI In oder MIDI Out angeschlossen sind und konfiguriert sich entsprechend. Die LEDs an der Front wechseln die Farbe und zeigen an, wie die aktuelle Konfiguration gerade aussieht. Für den Anwender bedeutet das, dass das MIDIFLEX 4 als 1 IN/3 OUT, 2 IN/2 OUT oder 0 IN/4 OUT Interface arbeiten kann.

Du benötigst mehr MIDI-Inputs? Kein Problem – ergänze einfach weitere MIDIFLEX 4 Interfaces, die sich dann zu einem größeren Verbund zusammenschließen lassen. Und das alles ohne Treiber, denn das MIDI-Interface ist class-compliant und funktioniert an Macs (auch an den neuen M1-Macs), PCs und iPads/iPhones (mit Apple Camera Connection Kit).

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Schick sieht es aus: Das Nektar MIDIFLEX 4 MIDI Interface

Was bietet das MIDI Flex 4 noch?

Das MIDIFLEX 4 fühlt sich nicht nur in Verbindung mit einem Computer oder Tablet wohl, sondern kann auch standalone genutzt werden. Hier kommt die MODE-Taste ins Spiel, die auf der Front des Interfaces zu finden ist. Ist das Interface per USB mit einem Stromerzeuger (und keinem USB-Endgerät) verbunden, arbeitet es entweder als MIDI-Splitter oder MIDI-Merger. Es stehen die Funktionen 2-1 Merge oder 1-3 Split zur Verfügung. Gerade Nutzer älterer Synthesizer und Sequencer mit MIDI werden das im Studio, aber auch auf der Bühne zu schätzen wissen.

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Vier MIDI Ports, von denen die ersten beiden Ports flexibel als IN und OUT nutzbar sind

Extras

Neueinsteiger in das Thema DAW und MIDI werden sich darüber freuen, dass Nektar dem MIDIFLEX 4 eine Lizenz für die DAW Bitwig 8-Track beilegen. 50 Software-Instrumente und Effekte, VST-Schnittstelle und ein Paket mit Loops, Samples und Clips machen diese Zugabe für Einsteiger interessant. Zwar gibt es eine Limitierung auf acht Spuren, doch für den Einstieg in das Thema DAW ist Bitwig aufgrund seiner tollen übersichtlichen Benutzeroberfläche genau richtig. Und wenn es gefällt, kann Bitwig 8-Track auf die Vollversion Bitwig Studio per Upgrade gebracht werden. Und: Bitwig läuft auf Macs (inkl. M1 Prozessoren), Windows PCs und Linux PCs.

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Die Status-LEDs der vier MIDI-Ports zeigen die aktuelle Funktion der MIDI-Ports oder den Standalone-Modus an

Installation und Praxis

Für mich kommt das MIDIFLEX 4 genau zur richtigen Zeit, denn aufgrund des Umstiegs auf den neuen Mac Mini mit M1-Prozessor musste ich leider mein seit Jahrzehnten treues Emagic MT4 ziehen lassen, das vom Mac Mini nicht mehr erkannt wird. Bislang konnte sich Apple noch nicht überreden lassen, wieder einen Treiber dafür zur Verfügung zu stellen.

Wie bereits erwähnt, ist das Nektar MIDIFLEX 4 MIDI-Interface USB class-compliant. Es genügt für die Installation, das mitgelieferte USB-Kabel ins Interface und den Computer zu stecken. An meinem aktuellen Mac Mini (2020, M1 Prozessor) funktioniert das sogar mit allen getesteten DAWs (Logic, Ableton Live 10 Suite, Ableton Live Lite 11) im laufenden Betrieb. Das Interface wird sofort erkannt und die Ein- und Ausgänge dementsprechend freigeschaltet. In der DAW werden dabei sofort zwei Inputs und vier Outputs sichtbar, auf die dann zugegriffen werden kann.

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Möchte man das MIDIFLEX 4 an einem Apple iPad einsetzen, benötigt man das Apple Camera Connection Kit oder eine alternative Lösung diverser chinesischer Hersteller von Amazon. Auch hier wird das MIDI-Interface sofort erkannt und die Ein- und Ausgänge in der Software freigeschaltet. Ausprobiert habe ich das hier mit Apples GarageBand.

Möchte man die DAW Bitwig 8-Track ausprobieren, muss man sich auf die Bitwig Internetseite begeben. Die Registrierung bei Nektar dient nur dem Produkt-Support.

Bei Bitwig fragt man bei der Account-Erstellung keine sensiblen Daten ab und nach der Eingabe des Names, eines User-Namens sowie eines frei gewählten Passworts ist der Account eingerichtet und die Seriennummer, die dem MIDIFLEX 4 beiliegt, kann eingegeben werden. Ist diese korrekt, erscheinen drei Download-Buttons für MacOS, Windows und Linux. Ich entscheide mich für MacOS und es folgt ein rund 340 MB großer Download für Bitwig Studio 4.01. Achtung: Das soeben vergebene Passwort und den User-Namen sollte man sich sofort notieren und griffbereit haben, denn beim ersten Start von Bitwig müssen diese erneut eingegeben werden.

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Dem Interface liegt eine Lizenz von Bitwig 8-Track bei

Ist das erledigt, darf man innerhalb der DAW entweder nur die Essentials herunterladen oder gleich den gesamten Inhalt, der zu Bitwig 8-Track gehört. Je nach Internetleitung und gewähltem Umfang kann man nun getrost einen Kaffee kochen und trinken gehen. Zu Bitwig gibt es eine Fülle an Video-Tutorials, die sich Einsteiger anschauen sollten. Bitwig ist ansprechend gestaltet und bietet neben dem linearen Arrangement auch einen Clip-Launcher ähnlich Ableton Live. Auch Anwender anderer DAWs sollten durchaus mal einen Blick auf diese interessante DAW riskieren.

Wie schon in den anderen DAWs, wird das Nektar MIDIFLEX 4 sofort erkannt und kann in Bitwig genutzt werden.

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Möchte man das MIDIFLEX 4 ohne DAW als MIDI-Splitter oder -Merger nutzen, schließt man es an ein USB-Netzteil an. Über den Mode-Button wählen wir nun die Betriebsart als Splitter oder Merger. In welchem der beiden Modi man sich gerade befindet, zeigen die LEDs der MIDI-Ports 1 und 2 an. Leuchten diese beide grün, arbeitet das MIDIFLEX 4 als Merger. Ist nur die LED von MIDI-Port 1 eingeschaltet, befinden wir uns im Splitter Modus.

Nutzt man das MIDI-Interface als MIDI-Merger, werden die MIDI-Daten, die an Port 1 und 2 anliegen gemischt und auf den Ports 3 und 4 ausgegeben. Arbeitet das MIDIFLEX 4 hingegen als Splitter, werden die Signale von Port 1 an den Ports 2, 3 und 4 ausgegeben. Das ist im Heimstudio oder auf der Bühne zum Beispiel dann interessant, wenn man von einem MIDI-Master-Keyboard aus mehrere andere MIDI-Klangerzeuger wie Expander oder andere Keyboards spielen möchte.

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Fazit

Das Nektar MIDIFLEX 4 MIDI-Interface ist eine günstige Lösung für alle, die nicht nur mit USB-MIDI unterwegs sind, sondern noch die altgediente MIDI-DIN-Schnittstelle nutzen. Die flexible Auto-Konfiguration und die Möglichkeit, das Interface auch standalone als MIDI Splitter oder MIDI Merger zu nutzen, machen es zu einem No-Brainer. Und der Verkaufspreis? Der liegt bei günstigen 69,- Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist damit unschlagbar.

Plus

  • Preis
  • Flexibilität
  • class-compliant
  • Standalone-Modus (Splitter, Merger)

Preis

  • 69,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Eurosack  

    Bei allem Respekt, aber für mich hat das mit einem Test nichts zu tun.
    Es ist eher eine Produktinfo…. Mehr nicht.
    Das Timing wird nicht mal angesprochen.
    Ich habe schon viele Midi-Interfaces getestet und leider festgestellt, dass es da gravierende Unterschiede gibt.
    Wenn man mehrere Synths/Geräte gleichzeitig ansteuert bzw viele Daten gleichzeitig sendet, also das Gerät ausreizt, kommt dann das Interface damit klar oder geht was verloren? Da hab ich auch schon negative Erfahrungen gemacht.
    Sowas gehört, zumindest meiner Meinung nach, in einem Midi-Interface-Test.
    Zum Thema Midi-Timing gibt es übrigens ein gutes Video von Ricky Tinez…

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Zum Timing gibt es nichts zu sagen, weil da nichts negativ aufgefallen ist. Das Interface lief hier synchron zu anderen direkt per USB angeschlossenen Geräten. Es ist ein kleines Interface mit wenigen Ein- und Ausgängen. Hätte ich diesbezüglich etwas gemerkt, wäre es erwähnt worden.

      Es ist ein Low Cost-Produkt. Ich lege dann den Verkaufspreis als Maßstab an. Da muss man dann auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wer High End möchte, muss bei anderen Produkten schauen. Den Job, für den das kleine Interface gedacht ist, erledigt es tadellos. Deshalb auch die entsprechende Bewertung.

  2. Profilbild
    chain25  

    Danke für den Bericht, ich hatte bisher von dem kleinen Helfer noch nichts gehört.
    Mit anderen Worten ist also das Besondere, dass er selbsttätig In und Out erkennen und dabei sowohl Mergen als auch Splitten kann.

    Ich versuche gerade meinen ewigen Krampf mit dem MIDI Sync (ohne Anschaffung einer Multiclock) in den Griff zu bekommen. Dabei habe ich festgestellt, dass meine Geräte deutlich tighter laufen, wenn sie MIDI von Overbridge meiner Elektrons bekommen anstatt von einem externen USB-MIDI-Interface (Midiface).
    Da ich aber mehr als 3 Outs benötige, macht für mich die Anschaffung z.B. eines Kenton MIDI Thru 5 mehr Sinn als der Kleine von Nektar, korrekt? Preislich ist es ja ungefähr dasselbe und zu mergen gibt es bei mir (denke ich) nichts. Eine kurze Bestätigung, ob meine Gedanken in die richtige Richtung gehen, wäre nett. Irgendwann wird man kirre bei dem Thema …

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Das kann durchaus sein. Meines Wissens sind die kleinen Midiface Interfaces USB 1 Interfaces. Da kann es schon mal etwas im Timing haken, wenn viele Daten über den USB Bus laufen. Es sollte auch immer das Interface direkt an den Computer angeschlossen werden und nicht an einen Hub, wenn das Timing wichtig ist. Overbridge ist auf die schnelle Übertragung hin optimiert. Die Kenton Lösung klingt vernünftig.

      • Profilbild
        chain25  

        Danke für die Antwort, Markus!
        Das Midiface 8 ist zwar sogar USB3 und hängt direkt am Computer, aber letztendlich funktioniert Overbridge trotzdem deutlich besser. Um Daisy Chaining zu vermeiden empfiehlt sich also (natürlich ohne Gewähr) die Kenton Lösung, nochmals danke!

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