Test: Line6 POD HD500X, Gitarren Effektgerät

Treten kann man neben dem Expression-Pedal acht Fußschalter, gekennzeichnet durch FS1-FS8. Mit der unteren Reihe, FS5-FS8, kann man auch komplette Presets speichern, deshalb sind sie auch zusätzlich mit A, B, C, und D gekennzeichnet. Links davon findet man zwei Taster, um die gewünschte Bank auszuwählen. Rechts neben den beiden äußeren FS-Tastern gibt es noch den TAP-Taster (bei Halten wird hier auch das Stimmgerät aktiviert) und einen weiteren, der den Looper aktiviert. Bei aktivem Looper ändert sich die Funktion der FS-Taster: Play/Stop, Play Once, Pre/Post, 1/2 Speed, Reverse, Undo und Rec/Overdub.

Die großen Drehregler sind für die „übliche“ Verstärkereinstellung zuständig. Hier finden wir einen Dreiband-EQ für Treble, Mid, Bass, Presence, Drive (zum Übersteuern/Verzerren) und das Poti für die Vorstufenlautstärke, Volume. Der Master regelt wie üblich die Gesamtlautstärke.

Stirnseite

— Stirnseite des Line6 POD HD500X mit allen Anschlüssen —

Mit den fünf Endlos-Drehreglern, dem Kreuztaster und vier weiteren Tastern lassen sich interne Sound- und Routing-Werte editieren, angezeigt wird das über das kleine Display. Wenn man sich die Anschlüsse des Line6 POD HD500X anschaut, dann wird man förmlich erschlagen mit Möglichkeiten. Ich zähle tatsächlich zwanzig In/Out Buchsen in verschiedenen Formaten – spätestens jetzt sollte sich der Purist evtl. sogar der Anfänger ausklinken. Aber genau darum geht es hier bei diesem Multieffekt-Prozessor: um unerdenklich viele, wenn nicht sogar alle Möglichkeiten auszuloten. Die kompletten Varianten hier im Test zu beurteilen, würde sicher den Rahmen sprengen.

Vielleicht kurz noch zu den Anschlussmöglichkeiten. Neben den üblichen Ein- und Ausgängen gibt es eine XLR-Mikrofon-Buchse, einen Aux In, einen MIDI IN/OUT, einen S/PDIF-Out und den Variax-Eingang, um Line6-Instrumente anzuschließen. Auch wenn ich den Vorgänger jetzt nicht zur Hand habe, kann man über Bilder ganz gut erkennen, dass sich im Wesentlichen, was den Aufbau und das optische Erscheinungsbild betrifft, nicht viel verändert hat. Eigentlich sind nur die Taster anders aufgebaut und die Beleuchtung wird nun über einen Ring dargestellt, was laut meiner Recherche ein großer Kritikpunkt des Vorgängermodells war. Somit wurde also ein praxistaugliches Feature verbessert.

Praxis

Im Praxistest habe ich versucht, intuitiv mit dem Line6 POD HD 500X umzugehen: Also erst mal die Gitarre angeschlossen und die Werkspresets durchgetestet. Hier ist es, wie zu erwarten, erst mal schön bunt. Viele Varianten werden auf engstem Raum dargestellt, um zu zeigen, was das Ding alles so drauf hat. Logischerweise ist das Resultat alles andere als praxistauglich, sondern dient einzig und alleine dem schnellen Überblick. Der erste Eindruck ist wie erwartet: Man kann erkennen, dass der Line6 POD HD 500X Potenzial besitzt. Wer aber glaubt, hier eine Plug-and-play-Lösung zu finden, ist auf dem berühmten akustischen Holzweg.

An dieser Stelle trennen sich auch wieder die Wege von Hobby-Gitarristen, die einfach nur etwas spielen wollen und solchen, die mit Erfahrung und Know-how in die Tiefe des Sound-Dschungels vordringen wollen bzw. können. Denn spätestens jetzt, auch wenn ich schon öfter digitale Effektgeräte editiert habe, muss ich das Handbuch hinzuziehen.

POD HD500 Edit

— Line6 POD HD500X Edit —

Im Nachhinein entpuppt sich die Bedienung des Line6 POD HD500X durchaus als gut durchdacht und selbst über das kleine Display kann man ohne Rechneranbindung ausreichend gut arbeiten. Falls das nicht genügt, gibt es ja die kostenlos zum Download auf der Line6 Website bereitgestellte Edit-Software. Diese ist dann schön übersichtlich, insofern man sich schon mal mit solchen Einstellungsverfahren beschäftigt hat. Für Musiker, die sich mit solchen Dingen schon öfter beschäftigt haben oder auch sehr Technik-affin sind, bietet der Line6 POD HD500X sehr viele, wenn nicht alle Möglichkeiten, den Sound zu formen und Effektketten-Spielereien zu kreieren. Hier wurde wirklich an alles gedacht – Hut ab. Da ich ja auf der Bühne immer noch bevorzugt der analogen Technik den Vortritt gebe, sind meine Ansprüche was das digitale Zeitalter betrifft schon recht hoch. Doch zu Hause oder im Studio bin ich schon lange ein Freund dieser Technologie und auch immer wieder neugierig und meistens begeistert, mit was für großen Schritten die DSP-Technik doch voranschreitet.

Klangbeispiele
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