Test: M-Audio CTRL49, USB-Controllerkeyboard

26. Oktober 2016

Auch M-Audio übernimmt die Kontrolle

Der Hersteller M-Audio erweitert seine Reihe an USB-MIDI-Controllerkeyboards mit dem CTRL49 um ein Modell, das die direkte Steuerung von VST Plug-ins über die hauseigene VIP-Software beherrscht. Inwieweit M-Audio das Konzept nach der Einführung der zum Konzern gehörenden AKAI Advance– und Alesis VX-Keyboards verbessern konnte, wollten wir genauer wissen und haben uns eines der ersten M-Audio CTRL49 Controllerkeyboards zum Test ins Studio geholt.

M-Audio CTRL49

Info und Aufbau

Das erste Produkt, das die oben erwähnte Steuerung von VST Plug-ins über die VIP (Virtual Instrument Player)-Software beherrschte, war das AKAI Advance Keyboard, das Mitte 2015 in direkter Konkurrenz zu Native Instruments Komplete Kontrol S Reihe auf den Markt kam. Rund ein Jahr später erschien dann das Alesis VX49, das mit etwas anderem Aufbau, aber dem gleichen Konzept aufwartete. Nun also folgt der Dritte zum inMusic Konzern gehörende Hersteller, der dieses Konzept aufgreift und in leicht abgeänderter Form bzw. mit einer anderen Ausstattung auf den Markt bringt.

Das M-Audio CTRL49 ist ein USB-MIDI-Controllerkeyboard, das aktuell nur mit einem Tastenumfang von 49 Tasten erhältlich ist. 25- oder 61-Tasten Modelle gibt es nicht. Das Gehäuse des CTRL49 besteht aus Kunststoff, ist aber mit rund 6 kg Gewicht „ordentlich“ schwer. Die Bedienoberfläche teilt sich in die für ein Controllerkeyboard üblichen Bereiche Tastatur, Fader samt zugehörigen Buttons, Display/Funktionstasten, Drehregler und Pads. Ganz so klassisch sieht es beim CTRL49 dann aber doch nicht aus, denn einerseits sind die Drehregler und Pads beim Keyboard untereinander angeordnet, andererseits liegen zwischen diesem Teil und dem Display eine Vielzahl von Buttons, dazu später noch mehr.

m-audio-ctrl49-5

Herzstück des M-Audio CTRL49 ist das 4,3 Zoll LC-Display, das in gleicher Größe bereits beim AKAI Advance und Alesis VX49 zum Einsatz kommt. Innerhalb des Menüs kann man beim CTRL49 mit Hilfe von vier Cursor-Tasten und einem Drehregler navigieren. Hinzu kommen noch Buttons zum Aufrufen des Browsers, Multis, Pages +/-, Main und Control. Dank dieser vielen Elemente geht das Arbeiten mit dem CTRL49 sehr leicht von der Hand. Obwohl das Bedienen und Steuern von VST Plug-ins auf solch einem kleinen Display natürlich eingeschränkt ist, lassen sich doch alle wichtigen Funktionen und Bereiche gut erreichen.

Links des Displays reihen sich acht plus ein Master Fader aneinander, jeder mit zusätzlichem Button ausgestattet. Die Tastatur bietet wie gesagt den Platz von 49 Tasten, anschlagsdynamisch und halbgewichtet ist sie und sogar mit Aftertouch ausgestattet. Die Tastatur ist sehr gut verarbeitet und lässt sich auch sehr gut spielen. Bereits beim Test des M-Audio Code fiel mir auf, dass M-Audio anscheinend aktuell großen Wert auf die Tastatur liegt, das zeigt sich auch beim CTRL49 wieder, sehr schön. Das CTRL49 verfügt jedoch nicht über die gleiche Tastatur wie das Code. Links der Tastatur hat der Hersteller wie gewohnt Pitch Bend- und Modulationsrad untergebracht, ebenso finden sich hier zwei Buttons für die Oktavierung/Transposition.

Forum
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    donmalteaushb  

    Ich finde das Konzept der VIP-Software sehr interessant, ebenso auch die NI-Alternative. Was mich jedoch – bisher – abhält, ist das „Mapping-Problem“. Akai hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass man nicht garantieren könne, ob es VIP in 10 Jahren noch gibt. Soweit ich es verstanden habe, ist es DAWs nicht möglich zu erkennen, welches plugin in der VIP Software geöffnet ist. Ich habe also vielleicht ein Projekt mit 60 Spuren und mehreren plugins pro Spur, die über VIP geöffnet sind. Was mache ich, wenn VIP verschwindet oder ich irgendwann auf NI umsteige und die alte Version nicht mehr zu öffnen ist? Oder wenn man in der Band Projekte austauschen möchte, der andere zwar auch alle plugins nutzt, aber kein VIP?

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      Joghurt  AHU

      Ich empfinde es eher als kühn, wenn ein Hersteller versprechen/garantieren würde, dass ein Produkt in 10 Jahren noch existiert. Von dem her ist Akai nur ehrlich…

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        Felix Thoma  RED

        Da gebe ich Joghurt72 Recht. Letztendlich kann Dir auch Steinberg oder Apple nicht garantieren, dass es deren DAW noch in 10 Jahren geben wird. Bzgl. Austausch mit Kollegen: Funktioniert meines Wissens nach nicht wenn einer mit VIP, der andere ohne VIP arbeitet.

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          donmalteaushb  

          Felix, natürlich hat Joghurt grundsätzlich Recht! Ich unterstelle dir mal, dass du deine Projekte vorbildlich archivierst. Was machst du also, wenn es VIP nicht mehr gibt oder du auf ein anderes Programm in der Zukunft umsteigst? Mein Anliegen ist doch nicht, hier irgendetwas schlecht zu machen! Ich möchte vielmehr meine Bedenken mit anderen teilen und gerne auch vom Gegenteil überzeugt werden. Aber du hast es doch letztlich in deiner Antwort schon gesagt: Wenn zwei am gleichen Projekt arbeiten wollen, geht es nicht. Was bedeutet das für Cloud-Projekte wie Cubase VST-Transit etc.? Das wäre für mich beispielsweise wichtig zu klären.

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        donmalteaushb  

        Dann kann Steinberg doch auch jedes Cubase so gestalten, dass mit Vorgängerversionen erstellte Projekte nicht mehr zu öffnen sind. Wir haben 2016 und wollen Total Recall …. Sorry, aber ich möchte die Möglichkeit haben, meine Projekte in 10-20 Jahren wieder öffnen zu können. Ich sage nichts gegen VIP, denn die Idee ist toll und es wäre auch toll, die Annehmlichkeiten einer zentralen Steuerung zu haben. Aber was würde mir der Komfort und die Zeitersparnis bringen, wenn ich 60 (Spuren) mal 1-6 (Synth und Effektplugins) manuell ändern müsste. Die Foren sind doch voll mit Automap-Problemen ….

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          Felix Thoma  RED

          Da hast Du Recht. Ich sehe VIP daher eher im Live Einsatz, im Studio setze ich lieber auf die direkte Plug-in Steuerung ohne zwischengeschaltetes Gerät

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            donmalteaushb  

            Felix, das sehe ich auch so und da ist sicherlich VIP eine tolle Möglichkeit, mehrere Sounds von verschiedenen plugins parat zu haben! Leuchtet ein!!!!

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    AMAZONA Archiv

    PCs sind und bleiben Eintagsfliegen, wer darauf setzt sollte das endlich akzeptieren. Nur ein C64 hat bis heute überlebt, aber der kann ja auch nichts.

    Dazu muss ich noch sagen, von M-Audio und Alesis lasse ich lieber die Finger, und jetzt fragt mich nicht warum.

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      Modulario

      @amazonaman, laß´doch besser die Finger von deiner Tastatur, bezgl. kontraproduktiven Äußerungen „und jetzt frage mich nicht warum“…

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        AMAZONA Archiv

        Jeder darf eine Meinung haben, und mit M-Audio bin ich schon mal baden gegangen.

  3. Profilbild
    cynolebias

    Ich kann nur sagen, dass ich M-Audio nicht wieder kaufe seit dem ich 2 defekte Controller geliefert bekommen habe. Novation Impulse!!!

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