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Test: Pigtronix Philosophers Tone, Pigtronix Octava, Effekt-Pedale

Micro-Power von Pigtronix

1. Februar 2022
Pigtronix Philosophers Tone und Octava

Pigtronix Philosophers Tone, Pigtronix Octava

Die Effekte des US-Herstellers Pigtronix bieten eine nahezu komplette Versorgung für alle kleinen und größeren Wünsche unserer Ohren. Der überwiegende Teil der Pedale erscheint dabei im Micro-Format und deckt ein breites Feld von Modulationseffekten, Boostern, Overdrive- und Distortion-Pedalen bis hin zu Special-FX in Form von analogen Gitarrensynthesizern ab. Aus diesem Pool heraus haben wir uns mal zwei Kandidaten herausgepickt, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Während der Philosopher’s Tone Micro als Opto-Compressor und Sustainer vornehmlich für das Anfetten von unverzerrten Sounds entwickelt wurde, soll der Octava mit seiner zum Signal hinzugefügten Oktave nach oben und einem zusätzlichen Fuzz-Effekt für ordentlich Krach und Druck sorgen. Wollen wir doch mal schauen, wie die beiden kleinen Kisten ihren Job so verrichten!

Philosopher’s Tone & Octava – Gemeinsamkeiten

Beide Kandidaten sind Effekte auf analoger Basis und besitzen neben einem identischen Gehäuse mit den Maßen von 95 x 38 x 44 mm auch ein nahezu identisches Layout der Bedienelemente auf der Oberseite. Vier Regler sitzen auf engstem Raum friedlich beisammen, beim Octava wurde zusätzlich noch ein Schalter eingesetzt, der den Fuzz-Effekt aktiviert. Das bedeutet, dass man sich zum Einschalten des Fuzz sich wohl oder übel nach unten beugen muss, sollte das Pedal im Fußraum seinen Platz einnehmen. Inmitten der vier Regler befindet sich die Betriebs-LED, die beim Philosopher’s Tone bei aktiviertem Effekt in dezentem Weiß aufleuchtet. Beim Octava hingegen gibt es zwei Farben zu betrachten, zunächst ein Grün nach dem Anschalten und des Weiteren ein Rot, sobald der Fuzz mit ins Spiel kommt.

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Als Schalter wurden bei beiden Kandidaten leider keine Softklicktypen verwendet, es knallt also ganz ordentlich, wenn man mit dem Fuß drauftritt. Verständlich, dass man bei dieser winzigen Bauform Schwierigkeiten bekommt, eine Batterie als Stromquelle zu integrieren, insofern gibt es auf der Unterseite nichts weiter zu entdecken. Aber etwas zum Aufkleben, denn in der Verpackung befindet sich neben einem einfachen Faltblatt zur Bedienung ein Stück Velcro, mit dem die beiden Probanden rutschfest auf dem Pedalboard angebracht werden können. Die zum Betrieb nötige Power liefert ein handelsübliches 9-Volt-Netzteil, dessen Anschlussbuchse sich auf der Stirnseite befindet. Die Audio-Ein- und Ausgänge sitzen hingegen an den Außenseiten des Gehäuses, denn an der Vorderseite ist schlicht und ergreifend kein Platz dafür vorhanden.

Das gemeinsame Layout der beiden Pedale offenbart schon beim ersten Kontakt eine leider negative Überraschung und das betrifft die Regler, die direkt auf der Platine sitzen und nicht etwa durch Sechskantmuttern fest mit dem Gehäuse verschraubt sind. Das führt zu einem deutlichen Wackeln der Potis und mahnt zur Vorsicht, im Eifer des Gefechts mit dem großen Stiefel den Schalter möglichst genau anzupeilen und nicht etwa hier mit einem fehlgeleiteten Tritt Schaden anzurichten. Gar nicht mal so einfach, denn viel Platz ist nicht zwischen dem Schalter und den vier Reglern und überraschend ist es allemal, denn Pigtronix ist ja nun schließlich keine No-Name-Company auf dem Markt der Boutiquepedalhersteller und in aller Regel neben den zum Teil außergewöhnlich gut klingenden Effekten auch für eine solide und robuste Verarbeitung ihrer Geräte bekannt. Allerdings werden unsere beiden Testkandidaten nicht etwa in den USA bzw. am Stammsitz der Firma in New York, sondern im fernen China produziert. Dafür ist der Preis von jeweils 119,- Euro  doch recht stolz, wie ich finde.

So viel zu den Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Hardware, betrachten wir uns nun die beiden Pedale im Einzelnen.

Pigtronix Philosopher’s Tone Micro

Der Philosopher’s Tone Micro wurde primär entwickelt, um klare Sounds mit warmer Kompression und lang anhaltenden Sustain zu schmücken. War der Vorgänger noch mit einer Overdrive-Schaltung versehen, wird bei der Micro-Variante hingegen auf dieses Feature verzichtet. Wer dennoch gerne eine solche Drive-Option zur Verfügung hätte, der findet mit dem Philosopher’s Tone Germanium Gold für nur kleines Geld mehr ein solch erweitertes Pedal im Angebot von Pigtronix. Für die Einstellung der gewünschten Sättigung des Signals stehen vier Parameter bereit:

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  • Volume – Gesamtlautstärke des Signals
  • Sustain – regelt die Intensität der Nachklingdauer
  • Treble – ein Höhenregler zum Anheben oder Absenken der Frequenzen bei 2 kHz
  • Blend – steuert den Mix zwischen Original und dem bearbeiteten Signal

Der Philosoph in der Praxis

Abgesehen vom mechanischen Geräusch beim Treten auf den Schalter nimmt das Philosopher’s Tone lautlos seine Arbeit auf. Die analoge Schaltung ermöglicht eine große Bandbreite variabler Compressor-Settings, die sich erstklassig für unverzerrte Sounds eignen, hier hat der Hersteller nicht zu viel versprochen. Trotz ihrer fragilen Bauweise arbeiten die vier Regler sauber und linear über ihren gesamten Regelweg und ermöglichen dabei ein sehr präzises Einstellen, selbst wenn es um kleinste Nuancen geht. Besonders Instrumente mit Singlecoils, und davon soll es ja eine Menge da draußen geben, profitieren von diesem zusätzlichen Schub und ehrlich gesagt möchte man das Philosopher’s Tone nach einer Weile gar nicht mehr ausschalten, dermaßen warm und organisch wertet dieser Effekt das Signal auf. Darüber hinaus wird der Charakter und der Klang des angeschlossenen Instruments noch ein Stück weit hörbarer – ohne Nebengeräusche oder sonstige Artefakte. Die Signalqualität ist schlicht und ergreifend umwerfend gut!

Pigtronix Octava

Das Octava bietet gleich zwei Effekte unter einem Hut bzw. in einer Box. Neben der Möglichkeit, eine Oktave zum Originalsignal hinzuzufügen, besitzt das feuerrote Pedal einen zusätzlichen Fuzz-Effekt, der zusammen mit dem Drive-Poti sowie einem Filter in seiner Charakteristik bearbeitet werden kann. Auch hier wieder die Beschreibung der Bedienelemente im Einzelnen:

  • Volume – steuert Gesamtlautstärke des ausgegebenen Signals
  • Blend – sorgt für die Stärke der addierten Oktave im Klangbild
  • Filter – ein Low-Pass-Filter, das ausschließlich die Cutoff-Frequenz des Octavers regelt
  • Drive – bestimmt die Stärke der Verzerrung des Fuzz
  • Fuzz Schalter – mit ihm wird der Fuzz-Effekt aktiviert

Das Octava in der Praxis

Die Signalqualität des Octava steht der des Philosopher’s Tone in nichts nach. Hier herrscht ebenso Ruhe beim Aktivieren des Pedals im Signalweg – kein Knacken abgesehen das vom Geräusch des Fußschalters fällt negativ auf. Das Octava liefert in seiner Kombination von Octaver und Fuzz interessante und zum Teil sehr spezielle Sounds, die mit einer guten Dynamik ausgestattet sind und erst bei aktiviertem Fuzz und hohem Anteil von „Drive“ durch stärker werdende Nebengeräusche auffallen. Der Octaver-Effekt dürfte m.M.n. jedoch gerne noch etwas intensiver ausfallen, nur bei stark aufgeregeltem Blend-Poti (jenseits der 12-Uhr-Marke) ist der Effekt auch wirklich hörbar und erinnert dann unweigerlich an den Klang eines Synthesizers. Zumindest dann, wenn man Singlenote-Lines spielt, bei Akkorden oder Voicings wird das Klangbild dann doch recht schnell undifferenziert und könnte zum musikalischen Chaos führen. Aber wer weiß, vielleicht ist genau dieser Sound der, der die Intuition für einen neuen Song gibt?

Der Fuzz macht seinen Job genau so, wie man es erwartet. Die Stärke der Verzerrung reicht locker aus, um auch den Clean-Channel des angeschlossenen Amps zum Kochen zu bringen. Genau so habe ich das rote Pedal während der Testdauer und auch für die Klangbeispiele verwendet, im unverzerrten Kanal eines Röhren-Tops. Experimentiert werden darf natürlich gerne, auch im Lead-Channel sind durchaus interessante Ergebnisse möglich, hier gilt es einfach auszuprobieren, um den besten Platz im Set-up zu ermitteln.

Philosopher’s Tone & Octava – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich beide Pedale zwischen einer Music Man Silhouette und den Eingang eines Orange Rocker 15 Terror verkabelt. Der Amp war mit einer 1×12″ Celestion Vintage 30 Box verbunden, vor der ein AKG C3000 Mikrofon positioniert wurde. Aufgenommen wurden die Tracks ohne weitere Bearbeitung in Logic Audio.

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Fazit

Der Pigtronix Philosopher’s Tone und auch das Pigtronix Octava tun genau das, was sie sollen bzw. was man erwartet in einer hohen Signalqualität und bei gleichzeitig einfacher Bedienung. Einziger Wermutstropfen sind die fragilen Potis, auf die man besser nicht treten sollte.

Plus

  • variabler Sound
  • gute Dynamik
  • rauscharmes Signal
  • kompaktes Format

Minus

  • fragile Regler

Preis

  • je 119,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Merkwürdig das hier keiner was schreibt. Diese klingen doch super. Fragile Regler sind für einen ausgefuxten Leadgitarrist weniger schön, dann bleibt eben nur der Proberaum oder das heimische Wohnzimmer zur Nutzung. Oder eben gemächliche Santana Mukke (wie der Klang dezent erinnert). Black Magic Woman…..what a Black Magic Woman….{CÇCD}==========<:::>

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Ich finde den Sound wirklich furchtbar – topfig und flach. Krachende Schalter und unverschraubte Potis sind ebenfalls ein absolutes No Go.

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