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TEST: Pioneer DJ DJM-S5 Battle-Mixer, DJ-Mixer

Passion for Scratching: Der günstige Turntablism-Mixer?

14. Juli 2022
Pioneer DJ DJM-S5

Pioneer DJ DJM-S5

Pioneer DJ präsentiert uns mit dem Pioneer DJ DJM-S5 einen neuen Mischer für Scratch- und Battle-DJs. Damit wächst die DJM-Mixer-Familie von Pioneer DJ um ein weiteres Mitglied. Für den Pioneer DJM-S5 ruft Pioneer DJ einen Preis von 899,- Euro auf. Somit orientiert sich der DJM-S5 preislich deutlich unter dem DJM-S11 und DJM-S7. Dennoch verspricht der DJM-S5 auf den ersten Blick, eine breite Palette an Funktionen mitzubringen. Ausgestattet ist der Pioneer DJ DJM-S5 unter anderem mit der Serato DJ Pro Lizenz, einem Magvel Fader Pro, 3-Band-EQs, 8 RGB-Performance-Pads und einer neuen Funktion namens „Scratch Cutter“.

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Auch die Bedienung der Effekte wirkt dank den FX-Tasten und der Effekthebel kinderleicht. Der Pioneer DJ DJM-S5 ist der allerste Mischer aus dem Hause Pioneer DJ, der die Stromversorgung über einen USB-Anschluss bezieht. Das ist für die Portable-DJs natürlich schon eine feine Sache. An Bord befindet sich eine 24 Bit/48 kHz Soundkarte, mit der ein schöner Klang garantiert ist. Ob Pioneer DJ sich hier mit dem DJM-S5 qualitativ auch gegen die Konkurrenz behaupten kann, steht noch in den Sternen. In unserem Test werden wir versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und den Pioneer DJ DJM-S5 auf Herz und Nieren prüfen.

Pioneer DJ DJM-S5 – ein erster Blick

Auf den ersten Blick macht der Pioneer DJ DJM-S5 einen aufgeräumten Eindruck. Die Potis und Buttons sind sehr übersichtlich platziert und gut leserlich beschriftet. Das erinnert sehr an die DJM-Reihe und wirkt alles sehr familiär. Optisch macht der Mixer einen schönen, edlen Eindruck, das Design mit der roten Faceplate im Fader-Bereich kann sich sehen lassen. Ein schön aufgeräumter Bereich, wie wir es von den großen Brüdern S11 und S7 kennen, allerdings vermisse ich beim Pioneer DJ DJM-S5 den Lautstärkeregler für den Sampler.

Pioneer DJ DJM-S5

Pioneer DJ DJM-S5

Im Vergleich zum S11 oder S7 sehe ich beim Pioneer DJ DJM-S5 nur einen Browse-Encoder, dieser befindet sich in der Mitte vom Mixer. Leider hat der S5 kein kleines Display, welches die Beat-Längen, den ausgewählten Effekt und Effekt-Beat-Länge anzeigt, so wie wir es z. B. aus dem DJM-S9 oder DJM-S7 kennen.

Der DJM-S5 platziert sich preislich zwar weit unter den grossen Brüdern und ist demnach eine abgespeckte Version, aber ein kleines Display wäre dennoch wünschenswert und hilfreich gewesen. Der Pioneer DJ DJM-S5 hat keine „klassischen“ Modus-Auswahl-Tasten für die Performance-Pads, wie wir es aus anderen Mixern kennen. Um in die verschiedenen Performance-Pads-Modi zu wechseln, müssen wir mit der Mode- und Shift-Taste arbeiten, aber dazu später mehr.

Die Anschlüsse des Pioneer DJ Battle-Mixers

Das Master-Signal kann über XLR (symmetrisch) und via Cinch gesendet werden, das Signal für das Monitoring bzw. Master 2 geht nur via Cinch raus. Ein Mikrofon kann mit XLR oder großer Klinke verbunden werden. Außer für die Lautstärke gibt es jedoch keine Klangregelung für das Mikrofon. Für das AUX-Signal, Phone- und Line-Eingänge sind Cinch-Anschlüsse vorhanden. Allerdings gibt’s es hier pro Kanal nur eine Line/Phonobuchse. Das Eingangssignal kann mit einem Line/Phone-Schalter pro Deck ausgewählt werden.

Die Rückseite vom Pioneer DJM-S5
Die Rückseite vom Pioneer DJM-S5

Es befinden sich zwei USB-C Buchsen auf der Rückseite. Eine dient für die Stromversorgung und an der anderen UCB-C Buchse wird der Computer angeschlossen. Neugierig wie ich bin, wollte ich wissen, ob der Mixer auch mit Serato DJ Pro kommuniziert, wenn ich nur eine USB-C-Buchse verwende. Siehe da, der Mixer geht an und Serato DJ Pro läuft auch einwandfrei.

Die Frontseite des DJM-S5
Die Frontseite des DJM-S5

Vorne links finden wir zwei kleine Regler für die Regulierung der Lautstärke für AUX und unserem Mikrofon, wie bereits erwähnt verfügt der S5 keine EQs für das Mic. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Kopfhöreranschlüsse (6,3 und 3,5 mm Klinke), in der Mitte der Feeling-Adjust-Regler, mit dem sich die Leicht- bzw. Schwergängigkeit stufenlos einstellen lässt. Das neue Design mit dem Fenster ist zwar ganz cool, aber ich hätte lieber die Möglichkeit, die Fader-Kurve für die Linefader einzustellen. Von der Haptik her lassen sich alle Regler sehr angenehm drehen, wie wir es aus den DJM-S Mixern gewohnt sind.

Der Pioneer DJ DJM-S5 in der Praxis

In meinem Test verwende ich den DJM-S5 mit der DJ-Software Serato DJ Pro. Bevor wir aber starten können, muss die aktuelle Version von Serato DJ Pro auf dem Rechner installiert werden. Der S5 läuft erst ab Serato DJ Version 2.5.12. Dies ist aber schnell und unkompliziert erledigt.

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„Never change a running team“ oder „Never change a running system“ kennen wir alle oder haben es alle mal gehört. Bei Pioneer heißt die Devise „Never change a running fader“ und das ist auch gut so! Der Magvel Crossfader von Pioneer DJ bewährt sich schon seit der Einführung vom Pionier DJ DJM-S9 als der wohl beste Crossfader.

Die Cut-in-Zeit lässt sich in den Einstellungen-Dienstprogamm einstellen. Hier können wir zwischen 0 und 52 wählen. Die Fader-Kurve lässt sich mit den Tastenkombinationen „SHIFT + FX2/CUT2“ für weich bzw. SHIFT + FX3/CUT3“ für scharf einstellen. Ich stelle den Fader bei meinem Test auf scharf und die Cut-in-Zeit stelle ich auf 3. Auch ein Hamster-Switch ist möglich, dazu muss die Tastenkombinationen „SHIFT + FX1/CUT1“ ausgeführt werden. Wenn Hamster-Switch eingeschaltet wird, leuchtet unter der Master-Pegelanzeige ein „REV“-Schriftzug auf (Reverse Fader).
Die Leicht- bzw. Schwergängigkeit des Magvel Faders lässt sich an der Front mit dem Feeling-Adjust-Regler einstellen. Leider verbaut Pioneer DJ auch im S5 unterschiedliche Line- und Crossfader, aber die Linefader machen einen robusten Eindruck.
Nachdem ich den Fader auf die persönlichen Bedürfnisse eingestellt habe, fliegen mir die messerscharfen Cuts nur so um die Ohren.

Die RGB-Perfomance-Pads für Turntablisten

Ich muss zugeben, dass die RGB-Performance-Pads mich leicht enttäuschen. Das Gute ist, es sind RGB-Pads, das Schlechte ist, es sind keine gummierten Tipp-Pads, sondern Klick-Pads aus Hartplastik. Der Unterschied ist leicht erklärt: Bei gummierten Tipp-Pads reicht ein leichtes Antippen zum Triggern der Pads. Bei den Hartplastik-Klick-Pads reicht kein leichtes Tippen, hier müssen die Pads schon richtig gedrückt werden und dazu erklingt ein lautes plastisches Geräusch aus den Pads.
Pro Kanal stehen uns vier RGB-Performance-Pads zur Verfügung, somit können wir z. B. Cue 1 bis Cue 4 steuern. Mit der kleinen Pad-Taste können wir die Ebene wechseln und z. B. Cue 5 bis Cue 8 triggern. Der DJM-S5 unterstützen die Multi-Pad Steuerung. So können wir z. B. bei Kanal 1 in den Hot-Cue-Mode und bei Kanal 2 den Sampler-Mode wählen.

Pads vom Pioneer DJ DJM-S5

Die Pads vom Pioneer DJ DJM-S5

Zwar wurden beim Pioneer DJM-S5 keine wesentlichen Funktionen eingespart, allerdings ist der Zugriff einiger Funktionen etwas umständlich. Das gilt auch für den Wechsel zwischen den verschiedenen Pad-Modi. Hier kommt die Mode-Taste ins Spiel. Möchte ich z. B. vom Hot-Cue-Modus in den Sampler-Modus wechseln, muss ich Mode + Pad 4 drücken. Möchte ich z. B. vom Sampler in die Scratch-Banks wechseln, muss ich Mode + Pad 4 zweimal drücken. Auch die Shift-Taste kann die Performance-Pads in verschiedene Modi versetzen. Mit gedrückter Shift-Taste + Pad 1 wechseln wir z. B. in den Pitch-Play-Modus. Ich frage mich, ob sich das alles in der Hitze des Gefechts nicht als Hürde darstellt. Simpel und clever finde ich es zumindest nicht. Die Shift-Taste spielt auch bei den Effekten eine große Rolle. Dazu kommen wir jetzt.

Bedienung der Effekte am DJ-Mixer

Der Pioneer DJM-S5 hat sechs Effekt-Tasten, aber die Shift-Taste erlaubt es uns, schnell zwischen den Effekt-Bänken A und B zu wechseln. Der S5 hat keine Hardware-Effekte, hier haben wir lediglich Zugriff auf die Software-Effekte von Serato DJ Pro. Wie bei dem S11 und dem S7 besteht auch beim S5 die Möglichkeit, mehrere Effekte gleichzeitig anzuwählen. Mit dem Effekthebel wird unser Effekt dann aktiviert. Die Effekhebel machen einen solideren Eindruck als die vom S11 und S7, der große Nachteil ist allerdings, dass die Hebel hier nicht beleuchtet sind.

EQs & Effekte vom Pioneer DJ DJM-S5

EQs & Effekte vom Pioneer DJ DJM-S5

Die Effekte selbst können in der DJ-Software individuell auf die FX-Tasten zugewiesen werden. Die Beat-Längen können mit der Beat-Taste eingestellt werden. Welcher Effekt ausgewählt und welche Beat-Länge eingestellt ist, sehen wir nur in der DJ Software auf dem Rechner. Hierfür wäre natürlich ein kleines Display auf dem Pioneer DJM-S5 sehr praktisch.

Neu: Scratch Cutter und Crossfader Hot Cue

In diesem Modus wird die Wiedergabe von einem Hot-Cue aus gestartet, wenn der Crossfader geöffnet wird. Das bedeutet, jedesmal wenn ich den Crossfader öffne, startet mein Track von dem ausgewählten Cue-Punkt. Das simuliert in gewissermaßen den „Stab-Scratch“ bzw. einen Beat-Drop. Dabei muss die Schallplatte oder das Jogwheel nicht vor und zurück geführt werden. Eine schöne kleine Spielerei für einen Neueinsteiger.

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Komplexer wird das Ganze mit der Scratch-Cutter-Funktion. Der Pioneer DJM-S5 verfügt über sechs voreingestellte Scratch-Muster wie z. B. den Stab Scratch, Military Scrtach, One Click Flare oder Transformer.
Der S5 errechnet anhand des laufenden Tracks die BPM und führt die Scratch-Patterns aus. Wir müssen nur die Platte vor und zurück bewegen, die Crossfader-Patterns werden automatisch ausgeführt. So können z. B. Eibństeiger-DJs leicht Scratch-Sounds simulieren bzw. erzeugen.

Und so funktioniert Scratch-Cutter: Ich halte eine beliebige FX/CUT-Taste länger als 1 Sekunde gedrückt und aktiviere den Scratch-Cutter. Als nächstes wähle ich zwischen einen der 6 Scratch-Patterns (FX/CUT-Taste 1 bis 6) aus. Meine ausgewählte Taste leuchtet auf, die anderen 5 Tasten leuchten nicht. Jetzt muss ich nur den Effekthebel nach oben stellen und die Schallplatte vor und zurück bewegen, damit der Pioneer DJM-S5 die Scratch-Patterns ausführt.

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Die Scratches können auch mit den Effekten kombiniert werden. Hierzu muss die Mode-Taste gedrückt werden und zusätzlich eine oder mehrere FX/CUT-Tasten. Wenn ich die Mode-Taste wieder loslasse, springt der Pioneer DJM-S5 wieder in den Scratch-Cutter-Modus und die FX/CUT-Tasten dienen wieder als Scratch-Patterns.
Erstaunlicherweise funktioniert das Zusammenspiel zwischen Scratch-Cutter und den Effekten sehr gut. Die Cuts knallen scharf aus den Boxen und die automatisierten Schnittmuster und Effekte sind bei jeder BPM on point! Auch die Crossfader-Hot-Cue-Funktion kann mit Scratch-Cutter und den Effekten kombiniert werden. Das ist schon ziemlich cool! Die Bedienung ist jedoch etwas umständlich und gewöhnungsbedürftig.

Rane Twelve MKII Deck Controller

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Kundenbewertung:
(4)

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Fazit

Pioneer DJ bewirbt den DJM-S5 mit dem Slogan „Passion for Scratching“. Keine Frage, mit dem Pioneer DJ DJM-S5 lässt es sich dank des Magvel Faders ausgezeichnet cutten. Ob es jetzt Profi-DJs sind, die die Scratch-Techniken beherrschen oder Einsteiger-DJs sind, die den Scratch-Cutter oder den Crossfader-Hot-Cue einsetzen. Die Leidenschaft kann definitiv durchlebt werden. Allerdings gibt es mit dem Numark Scratch auch eine deutlich günstigere Alternative, wenn es nur um das Scratching geht. Im Numark Scratch gibt es zwar keine automatisierten Scratch-Patterns, aber dank des verbauten Innofaders kann man auch dort sehr scharf cutten. Eine mögliche Alternative also.
Der Pioneer DJ DJM-S5 sticht mit den RGB-Performance-Pads und den automatisierten Scratch-Mustern heraus, aber ob das allein den relativ hohen Preis rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Designtechnisch ist der DJM-S5 mit dem roten Finish mehr als gelungen. Jedoch finde ich die Handhabung einiger Funktionen teilweise umständlich. Dank der Integration von Serato haben wir auf der Oberfläche vom Pioneer DJM-S5 zwar die volle Kontrolle über Serato DJ Pro, im Gegensatz dazu ist der Workflow nicht optimal. Beim Pioneer DJM-S5 müssen viele Funktionen mit der Shift-Taste angesteuert werden, selbst die simplen Funktionen wie z. B. Loops sind nur über eine Tastenkombination (Shift + Pad-Taste) aufrufbar. Andere Funktionen müssen mit der Mode-Taste aufgerufen werden, das sind Kleinigkeiten, die für mich persönlich einen Nachteil in der Performance darstellen.

Plus

  • Serato DJ Pro Lizenz
  • USB-C-Mixer mit hoher Systemtiefe
  • Magvel Fader
  • Scratch-Cutter und Crossfader-Hot-Cue
  • MIDI-Mapping

Minus

  • unterschiedliche Technologie bei Cross- und Linefadern
  • kein duales Audiointerface
  • keine Anzeige für die Effekte
  • keine Hardware-Effekte
  • teilweise umständliche Bedienung

Preis

  • 899,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny

    Danke für den Test. Interessantes Teil. Ich höre schon den Aufschrei der Scratch Profis, wegen der Scratch Cutter. Wird bestimmt ähnlich wie bei der Sync Taste.😁

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