Test: Pioneer DJM-S7 Battle Mixer, DJ-Mixer

27. Mai 2021

Der Nachfolger vom Pioneer DJM-S9

Pioneer DJM-S7

Pioneer DJM-S7

Knapp sechs Jahre, nachdem Pioneer DJ den DJM-S9 Battle Mixer auf den Markt gebracht hat, kommt nun der eigentliche Nachfolger, der Pioneer DJM-S7. Ein 2-Kanal Battle-Mixer, ausgelegt für Serato DJ Pro und Rekordbox DJ mit aktuell einzigartigen Features und zahlreichen Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger. So der kurze Rundumschlag.

Anders als beim DJM-S9, hat der Pioneer DJM-S7 schon bei der Verpackung ein Upgrade erhalten, bei dem Anblick von dem schönen Karton in Farbe mit dem Bild von dem DJM-S7 Mixer oben drauf ist die Vorfreude auf das Auspacken sehr groß. Das strahlende Foto auf dem Karton ruft förmlich danach, den Mixer zu befreien und loszulegen. Dann wollen wir das Baby mal auspacken.

Der erste Eindruck vom Pioneer  DJM-S7

Pioneer DJM-S7 Battle Mixer

Pioneer DJM-S7 – ein erster Blick

Optisch macht der Mixer einen schönen, edlen Eindruck, das Design mit der matt-schwarzen Faceplate im Fader-Bereich und der Klavierlack im oberen Teil wurde vom DJM-S9 übernommen. Die Potis und Buttons sind sehr übersichtlich platziert und gut leserlich beschriftet. Das erinnert sehr an den DJM-S9 und wirkt alles sehr familiär. Auch die Abmessungen gleichen dem DJM-S9, wer ein Case für den DJM-S9 hat, kann damit auch den DJM-S7 transportieren. Eine neues Case ist hier nicht nötig.

Der Pioneer DJM-S7 im Überblick

Auf den ersten Blick ist der Pioneer DJM-S7 Mixer sehr übersichtlich gestaltet. Alle wichtigen Buttons und Regler sind gut beschriftet und durchdacht platziert. Oben links und rechts befinden sich die Library-Browse-Regler, da drunter die im Vergleich zum DJM-S9 etwas verkleinerten BACK-Buttons und die vergrößerten LOAD-Buttons für das jeweilige Deck.
Mit Shit + VIEW kann die Wave-Ansicht in Serato DJ Pro geändert werden, mit Shift + PREPARE wird der ausgewählte Track in die temporäre Vorbereitung in der Serato DJ Pro Software abgelegt. Der Eingangswahlschalter, mit dem die Auswahl der Eingangstonquelle von Laptop A, B oder Line/Phono ausgewählt wird, wirkt sehr gewöhnungsbedürftig. Hier hat Pioneer DJ sich für einen sehr kleinen Schalter entschieden. Die EQ-Regler sind kontrastreich mit weißem Strich und weißem Ring am Ende der Potikappe, was in einem dunklen Club in der Hitze des Gefechts sehr hilfreich sein kann. Die bereits bekannte Loop-Sektion auf beiden Seiten des Mixers ist beim DJM-S7 unverändert geblieben. Das Ein- und Ausschalten so wie das Einstellen der Loop-Länge geht hier ganz easy per Knopfdruck vonstatten.
Unter den grauen Trim-Reglern befinden sich die beiden Filter-Potis. In derm DJM-S7 Einstellungen-Dienstprogamm stehen unterschiedliche Filter zur Verfügung.

Zwischen den beiden Line-Fadern befinden sich die Masterpegel- bzw. Kanalpegelanzeige im klassischen DJM-S9 Design. Auf der linken Seite befinden sich der Lautstärkeregler für den Sampler und rechts ist der Kopfhörerbereich vom Battle Mixer. Design und Funktionsweise für die Lautstärkeregelung, Mixing und Kanalauswahl wurden vom S9 übernommen.

Die Anschlüsse des Battle DJ-Mixers DJM-S7

Anschlüsse des DJM-S7
Die Rückseite vom Pioneer DJM-S7

Auf der Rückseite vom Pult sind die Anschlüsse für eine High-End-Beschallung vorhanden. Die Stromzufuhr bezieht der Mixer über den 3-poligen Kaltgerätestecker, der Netzschalter befindet sich über der Strombuchse und lässt sich gefühlsmäßig viel zu leicht betätigen Etwas mehr Widerstand und ein qualitativ besserer Netzschalter wären wünschenswert. Der Master-Out geht entweder über Cinch oder für die professionelle Beschallung per XLR-Buchsen raus. Wie beim Vorgänger wird auch beim DJM-S7 der Booth Out mit großer Klinke angeschlossen. Ein Mikrofon kann mit XLR oder großer Klinke verbunden werden, für das AUX-Signal, Phone- und Line-Eingänge sind Cinch-Anschlüsse vorhanden.
Außerdem haben wir auch hier, wie heutzutage eigentlich bei allen Mixern in der Champions-League-Kategorie üblich, zwei USB-Typ-B-Ports für das duale Audiointerface und nahtlose Übergänge zwischen unterschiedlichen DJs.

Da ist doch noch was beim DJM-S7, was ist neu? Wie beim DJM-S11 hat auch der DJM-S7 nun zwei USB-Typ-A-Anschlüsse auf der Rückseite um CDJs oder andere Controller wie zum Beispiel die RANE Twelves anzuschließen. Gute Nachrichten für Phase-User, denn mit dem Phase-Update ist es nun auch möglich, das Phase-System mit USB direkt an den Mixer anzuschließen, das erspart uns einen USB-Port am Laptop und das lästige Anschließen der Cinch-Kabel, funktioniert beim DJM-S7 wie beim DJM-S11 einwandfrei.

FX Bank Einstellungen des DJM-S7

Sobald der DJM-S7 zum ersten Mal mit der DJ-Software (Serato DJ Pro) verbunden ist, ist es notwendig, den Treiber zu Installieren, zwei Clicks später ist dies erledigt. Nachfolgend haben wir den DJM-S7 Einstellungen-Dienstprogamm auf dem Laptop, wo diverse Einstellungen wie Effekte, Crossfader-Cut in oder Auto-Loop-Längen vorgenommen werden können.

Die Front des DJ-Mischpultes

Die Fader und Mic Einstellungen an der Frontseite des DJM-S7

Legen wir mal direkt mit der Neuerung los: Auf der unteren, linken Vorderseite befindet sich die Bluetooth-Sektion. Bluetooth in einem Battle-Mixer? Anfangs war ich ehrlich gesagt nicht so von der Idee überzeugt. Nachdem ich mein Handy mit dem Mixer gekoppelt hatte, die Möglichkeit gefunden und es probiert hatte, musste ich meinen ersten Eindruck revidieren. Nun haben wir die Möglichkeit, Musik abzuspielen, ohne dass ein Laptop verbunden ist. Mein erster Gedanke war „Audio Backup beim Gig. Falls mein Notebook sich aufhängt, kann ich ganz schnell und ohne Weiteres einen Track vom Handy abspielen.“ Quasi ein Backup für den möglichen Ausfall der DJ-Software.
Die Funktion eignet sich auch gut, um mal eben schnell ein paar Scratches auf ein Instrumental zu servieren, ohne den Laptop zu starten. Wahlweise kann das Signal von dem Bluetooth-Gerät entweder direkt auf das Master-Signal gelegt oder aber über das Display in den Mixer-Einstellungen auf Kanal 1 oder Kanal 2 gelegt werden. In dem Fall stehen uns dann auch die EQs und die Effekte für das Bluetooth-Gerät zur Verfügung. Das Koppeln geht super schnell und einfach, Knopf kurz gedrückt halten, bis die LED blau blinkt, auf dem Handy das Koppeln bestätigen und schon kann es losgehen. Das Aus- und Einschalten der Bluetooth-Funktion erfolgt durch kurzes Drücken vom Pairing-Button.

Ansonsten werden sich die DJM-S9 Benutzer auf der Vorderseite vom DJM-S7 pudelwohl fühlen. Für das Mikrofon gibt es hier den On/Off-Schalter, den Talk-Over-Schalter, Lautstärke- und den Tone-Regler. Talk-Over ist in den Mixer-Einstellungen auch erweitert einstellbar. Für die beiden Kanäle gibt es zwei separate Regler für die Fader-Kurve und zwei Hamster-Schalter.

Für den Crossfader haben wir nicht nur den Kurvenregler und den Hamster-Schalter, sondern auch den Feeling-Adjust-Regler, mit dem sich die Leicht- bzw. Schwergängigkeit einstellen lässt. Des Weiteren befinden sich auf der Vorderseite noch der AUX-Regler und die zwei Kopfhöreranschluss mit 6,3 und 3,5 mm.

DJ-Effekte: Weniger ist mehr!

Effekt- und EQ-Sektion des DJM-S7

Als ich mir die Effekt-Steuerung angesehen habe, war ich zunächst verwundert, hier weniger Buttons zu sehen als beim DJM-S9 oder DJM-S11. Es sind aber genau so viele Effekte anwählbar, ein neues Feature gibt es obendrein auch noch. Und hier kommt die wichtige SHIFT-Taste ins Spiel.

Mit SHIFT + BEAT FX gelangen wir in den Hardware-Effekte-Modus und können hier einen oder mehrere Effekte gleichzeitig auswählen. In diesem Modus leuchten alle sechs FX-Buttons sowie die beiden Effektkippschalter blau auf.
Mit SHIFT + SERATO FX gelangen wir in den Modus für die Effekte in der Serato DJ Software, auch hier können wir einen oder mehrere Effekte gleichzeitig auswählen. In diesem Modus leuchten alle sechs FX-Buttons und die zwei Effektkippschalter bellblau auf.

Für die Hard- und Software-Effekte gibt es eine Riesenauswahl, die BEAT FX Effekte werden im DJM-S7 Einstellungen-Dienstprogamm gewählt, die SERATO FX Effekte hingegen müssen in der Serato DJ Pro Software gewählt werden. Für beide gibt es sogar zwei Bänke, die mit den Tastenkombinationen SHIFT + BANK A oder BANK B bzw. SHIFT + SERATO FX + BANK A oder BANK B ausgewählt werden. Das kleine Display zeigt die Beat-Längen und den ausgewählten Effekt an, Beat-Länge kann mit den Parameter-Buttons verändert werden.

Pioneer DJM-S7

Die Effekt-Settings für den DJM-S7 in der Rekordbox-Software

LOOP MIDI: Exklusiv im DJM-S7

LOOP MIDI 1 des DJM-S7

Jetzt fokussieren wir uns auf das neue Feature, den LOOP MIDI Modus, aktuell nur in dem DJM-S7 verfügbar. Beim Drücken der Tasten SHIFT + MIDI 1 leuchten alle sechs FX-Buttons und die zwei Effekthebel grün auf und signalisieren uns somit, dass wir im LOOP MIDI 1 Modus sind.

Was jetzt geschieht ist Folgendes: Mit dem Effekthebel aktiviere ich den LOOP MIDI, ausgewählt habe ich in diesem Fall die ECHO-Taste. Diese Taste spielt den Sampler Slot 1 ab und wiederholt das Sample als Loop auf die von mir eingestellte ½ Beatlänge und wiederholt sich zu der BPM vom aktuell spielenden Track, zusätzlich zu der Auto-BPM kann die BPM auch getappt werden. Jede FX-Taste im LOOP MIDI Modus hat eine andere Funktionszuweisung. So spielt z. B. die Backspin-Taste den Sampler-Slot 2 ab, die Reverb-Taste den Hot-Cue 1 oder die Vinyl-Brake den Hot-Cue 2.

LOOP MIDI 2 des DJM-S7

Interessant ist es auch im MIDI LOOP 2 Modus (SHIFT + MIDI 2), wo alle Effekt-Buttons und Kippschalter gelb aufleuchten. Mit ausgewählter ECHO-Taste und dem Betätigen des Effektkippschalters hebe ich die Tonart der Tracks an, mit ausgewählter BACKSPIN-Taste und Betätigen des Effektkippschalters senke ich die Tonart wieder, die Beat-Länge wird mit den Parameter-Tasten gewählt. Um diese Funktion nutzen zu können, muss allerdings Pitch ’n Time aktiviert sein, ein Gutscheincode ist im Lieferumfang enthalten.

Wie ihr merkt, sind die Effekte im DJM-S7 sehr umfangreich. Es mag auch etwas kompliziert klingen, aber wenn man weiß, was wofür steht und in welchem Modus man welchen Effekt bzw. MIDI LOOP auslöst, macht es richtig Spaß, damit zu arbeiten. Zu beanstanden sind jedoch die sehr billig wirkenden Plastik-Kippschalter.

Die Performance-Pads vom DJM-S7 Battle-Mixer

Die Pads und Modustasten vom DJM-S7

Die Performance-Pads sind im Vergleich zum Vorgänger etwas größer, die Pad-Modustasten befinden sich über den Performance-Pads. Die Pads können auf den Kanälen in unterschiedlichen Modi gesteuert werden, zum Beispiel gehen wir in Kanal 1 in den Hot-Cue-Mode und in Kanal 2 in den Sampler-Mode. Eine weitere Neuerung im Vergleich zum DJM-S9 ist der kombinierte Pad-Modus. Hier können pro Kanal zwei Modi gleichzeitig gewählt werden, wenn ich z. B. Hot-Cue drücke und halte und dann noch zusätzlich Sampler drücke, habe ich auf den oberen vier Performance-Pads meine Hot-Cues und auf den unteren vier Pads meinen Sampler. Richtig coole und nützliche Funktion!

Die Fader-Sektion des Turntablismus-Tools

Magvel Fader und die Lines des DJM-S7

Wie in der DJM-S Reihe gewohnt, ist der Fader-Bereich sehr schön aufgeräumt, der Magvel Fader ist einfach traumhaft. In meinen Augen der beste DJ-Battle-Mixer-Fader auf dem Markt, immer noch! Ich kann keinen Unterschied vom Magvel Fader im DJM-S9 oder DJM-S11 feststellen, laut Pioneer soll der Magvel Fader im S7 und S11 ja besser bzw. leichter sein. Die Cut-in-Zeit lässt sich in den DJM-S7 Einstellungen-Dienstprogamm einstellen.

Die Line-Fader sind leider keine Magvel Fader. Es sind auch nicht die Line-Fader wie im S9 oder S11. Hier verbaut Pioneer wieder ganz andere, für mich ganz schlechte Fader. Die sind von der Haptik her viel zu leicht, wackelig und fühlen sich instabil an. Das Mindeste, was ich mir erhofft hatte, war, dass es dieselben Line-Fader sind wie im S9 bzw. S11. Aber leider scheint man hier auf eine günstigere Variante gegangen zu sein, die leider auch Einbußen in der Haptik mit sich bringt.

Fazit

Der DJM-S7 Club und Battle-Mixer von Pioneer DJ gehören von den Funktionen und den Möglichkeiten zur Königklasse, was die Verarbeitung angeht, befinden wir uns teilweise leider eher in der zweiten Liga. Das betrifft die Fader und die Effekt-Wippen.

Ich selbst habe seit circa 6 Jahren zwei DJM-S9 Mixer im Einsatz: einen in meiner DJ-Schule und einen für zu Hause bzw. den Clubeinsatz. Ich hatte bei keinem der beiden Mixer jemals etwas zu beanstanden. Klar, das Lackproblem der Faceplate ist bekannt, aber das ist weder für die Performance noch für die Langlebigkeit ausschlaggebend. Ebenso habe ich schon in unzähligen Clubs gespielt, in denen der S9 steht. Auch dort gab es von den Clubbetreibern keine besorgniserregenden Rückmeldungen. Da der S7 und der S9 von der Verarbeitung, bis auf die Line-Fader gleich sind, mache ich mir bei der Langlebigkeit keine Sorgen.

Die neue MIDI LOOP Funktion ist eine richtig gute Sache, auch sehr cool ist die Bluetooth-Verbindung und die Möglichkeit, mein Bluetooth-Audio auf einen Kanal zu senden.

Preislich ist der S7 knapp 400,- Euro günstiger als der S9 bei seiner Veröffentlichung, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass der S11 auch auf dem Markt ist. Denn wenn der S7 auch 1.800,- Euro kosten würde, wie der S9 damals, müsste Pioneer für den S11 knapp 2.100,- Euro aufrufen. Das wäre dann doch zu viel des Guten.
Für den Anwender im Endeffekt ein Vorteil: Günstiger als der Vorgänger und mit viel mehr Gepäck an Bord.

Plus

  • Magvel Fader
  • MIDI LOOP Funktion
  • duales Audiointrerface
  • Serato DJ & Rekordbox Support

Minus

  • teilweise minderwertige Bauelemente
  • unterschiedliche Technologie bei Cross- und Linefadern

Preis

  • 1.498.- Euro
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