Test: Roland V-Piano, Stage & Grand E-Piano

17. Februar 2010

Das virtuelle Akustik-Piano

Schwarz, schön, schwer – das ist das Roland V-Piano. Na ja, nicht wirklich sehr schwer, mit seinem rund 38 kg Eigengewicht lässt es sich von einer Person gerade noch halbwegs gemütlich auf einen stabilen Keyboardständer wuchten. Was ist an ihm das Besondere? Vor allem die Tonerzeugung plus einige weitere interessante Features. Denn während die Musikwelt seit Jahren mit immer besseren und tolleren Digitalpianos beglückt wird, deren Klangbasis Samples von meist bekannten Flügeln ebenso bekannter Hersteller ist, wartet das Roland V-Piano mit neuartigem Physical Modelling auf. Das Resultat ist ein äußerst dynamisch spielbares Instrument, das obendrein einen durchaus eigenständigen Klangcharakter bietet, der auch noch mehrere recht unterschiedliche Varianten bereithält. Was bereits nach dem ersten Probespielen die Frage aufwirft: Wie machen die das? Doch der Reihe nach, denn die drei wichtigen Aspekte bei Digitalpianos sind Optik, Klang und Tastatur. Schauen wir uns also das V-Piano mal genau an.

Optik des Roland V-Piano

Vor uns steht ein Instrument mit Charaktergesicht. Tiefschwarz glanzlackiert, fast wie beim klassischen Konzertflügel mit angeschrägtem Bedienpanel in gebürstetem Aluminium in ebensolchem Schwarz und nur sehr wenigen Reglern und Tastern sowie einem beleuchteten Display in der Mitte. Optional wird der passende stabile Ständer Typ KS-V8 angeboten.

Und den Abschluss nach unten bildet ein Pedalboard mit den bekannten drei Pedalen für Dämpfung (Forte), Sostenuto (Moderator) und Piano (Una Corda). Was mit ihnen, den weiteren Anschlüssen und den Bedienelementen auf der Oberseite alles zu regeln ist, wird weiter unten detailliert besprochen. Auffällig auch die 88er Tastatur, denn sie ist wie bei einem Flügel mit leichtem Gefälle nach hinten eingebaut und schon deren instrumententypische Farbgebung elfenbeinfarben und mattschwarz lässt darauf schließen, dass hier noch weitere solcher Details zu erwarten sind. Mehr dazu dann ebenfalls etwas weiter unten.

Wie natürlich klingt das V-Piano?

Für Pianisten ist der Klangcharakter beim elektronischen Instrument genauso entscheidend wie beim akustischen und dürfte bei der Kaufwahl in vielen Fällen sogar ausschlaggebend sein. Und so heißt seit vielen Jahren in Sachen Tonerzeugung das Zauberwort „Sampling“, denn die Resultate damit sind passabel bis beeindruckend. Nun rückt Roland aber mit etwas Neuem an: Physical Modelling. Wie klingt denn sowas? Ziemlich gut, zumindest wenn man es gut macht. Prinzipiell ist diese Technologie seit einiger Zeit etabliert – und zwar insbesondere in Form von virtuell simulierter Analog-Synthese sowie z.B. Nachbildungen von Blas- und Streichinstrumenten. Der wesentliche Vorteil dieser Methode ist der umfangreiche Zugriff auch auf kleinste Klangdetails, was beim Sampling bislang so nicht geboten werden kann. Der Bereich Klavier allerdings ist noch ziemlich dünn besetzt, der aktuell bekannteste Hersteller dürfte Modartt mit seinem Pianoteq sein. Gelobt werden dabei in der Regel die Dynamikmöglichkeiten, Kritik bezieht sich meist auf den Klangverlauf selbst, der von einigen Pianisten als etwas steril bezeichnet wird. Bei Physical Modelling haben wir es häufig mit Software-Instrumenten zu tun, für die ein Computer mit bestimmten Leistungsmerkmalen erforderlich ist, um sie verwenden zu können. Beim V-Piano jedoch handelt es sich um ein komplett autarkes Hardware-Instrument und damit um eine Premiere innerhalb dieses Marktsegmentes. Gleich drei verschiedene Physical Models hat Roland entwickelt, bei zweien davon handelt es sich um Nachbildungen der Klänge bekannter Hersteller klassischer akustischer Flügel und Klaviere.

Der eine fängt mit „S“ an und kommt aus USA, der andere mit „B“ ist aus Europa. Und genau so steht es in der Bedienungsanleitung, hier möchte jemand wohl keine vollständigen Namen nennen. Pianisten jedoch dürften vertraut sein mit den einschlägigen Herstellern und ahnen zumindest, welche Sounds da wohl Pate gestanden haben. Im V-Piano Jargon nennen die sich Vintage 1 und Vintage 2. Neben diesen beiden klassischen Modellen gibt es mit Vanguard ein weiteres, das für neuartige und auch experimentelle vorgesehen ist. Vintage 1 beeindruckt mit vollem Klang bei reichlich Basspower, kräftiger Mittellage und ordentlich Brillanz im Diskant. Dagegen bietet Vintage 2 einen etwas grazileren Sound, der rundum schön differenziert klingt, im Bass angenehm sanft ist und mit strahlendem Diskant aufwartet. Beide lassen sich dank Physical Modelling unglaublich dynamisch spielen, das Spektrum von pianissimo bis fortissimo ist fantastisch und erlaubt ein kontinuierlich nuancenreiches Spiel genauso wie schnelle Wechsel von eben noch fast aggressiv brachial und schon im nächsten Moment ganz gefühlvoll zart. Als Folge davon fühlt sich das V-Piano wie ein „echtes“ Instrument an und bietet eine Konsistenz des Klangverhaltens sowohl über die gesamte Tastatur hinweg, als auch bei jedem einzelnen Ton. Pianistische Ansprüche werden damit auf einem sehr hohen Niveau erfüllt, wow! Damit nicht genug, selbst Hand anlegen ist möglich und Sie können von der Intensität des Hammergeräusches bis zur Gestaltung der Akustik und des Raumeffektes eine Menge klanglicher Details einstellen. Sämtliche Einzelheiten beziehen sich dabei immer auf das komplette Verhalten, und so hat die Dynamik Auswirkungen auf Anschlagsmoment, Ausklingen, Obertonspektrum usw.

Das V-Piano Stage gibt es auch als Grand-Piano

Besonderes Augenmerk haben die Entwickler bei Roland dem Resonanzverhalten gewidmet, das beim akustischen Vorbild komplex ist und erheblichen Einfluss auf den Gesamteindruck des Klanges hat. Die Schallwellen angeschlagener Saiten werden von Gehäuse und Resonanzboden reflektiert, treffen auf andere Saiten auf und lassen diese mitschwingen und erzeugen so eine Fülle zusätzlicher Ton- und Raumeffekte. All das erzeugt stets eine gewisse Stimmigkeit, die im Laufe der Zeit sogar vergessen lässt, dass wir es eigentlich komplett mit Elektronik zu tun haben anstelle eines akustischen Instrumentes. Zusätzlich gibt es mit dem Modell Vanguard eben die Variante, die für völlig neue Klangschöpfungen bereitsteht und gar die Wahl der verwendeten Materialien für Saiten und Instrumentengehäuse erlaubt. Dazu gibt es eine Liste an Parametern, die via Display-Menü erreichbar sind. Damit nicht genug, denn es wird zusätzlich noch eine Editor Software auf CD mitgeliefert, die auf Mac und PC installiert werden kann; weitere Details dazu im Abschnitt weiter unten. Die verschiedenen Klangkreationen sind auf Knopfdruck erreichbar und es gibt 24 fertige Presets sowie 100 Speicherplätze für eigene sogenannte User Tones.

Wir haben es beim V-Piano also mit einem Instrument zu tun, das nicht nur auf Anhieb mit grandiosen Basisklängen glänzt, sondern es dem Pianisten gestattet, bestehende Sounds in vielen Details an eigene Vorstellungen anzupassen und sich darüber hinaus sogar eigene Wünsche zu verwirklichen, die weit über nur kosmetische Modifikationen hinausgehen. Zum Beispiel können die Saiten aus Silber statt aus Kupfer hergestellt bzw. ummantelt sein, der Korpus anstelle von Holz aus Glas und außerdem die Maße des Resonanzbodens und -körpers bestimmt werden. Obwohl all diese Details ja virtuell sind, haben deren Eigenschaften Auswirkungen auf den Klang genau wie im echten Leben. Silbersaiten etwa sorgen für ein ganz eigenes Obertonverhalten und können aufgrund ihrer Festigkeit stärker gespannt werden als mit Kupfer umsponnene. Auch die Zahl der Saiten pro Taste kann gewählt werden, und gleich drei davon sorgen für einen entsprechend vollen Ton. Und alle 88 Töne lassen sich einzeln stimmen, inklusive deren Einzelsaiten. Das gilt auch für die Stimmung insgesamt: Nicht nur das Instrument selbst, sondern auch die Spreizung im Bass und Diskant sowie die Temperatur und Microtuning. Der V-Piano Prozessor kann bei all dem eine maximale Anzahl von 264 Piano-Saiten bereitstellen – und das bei einer 128-stimmigen Polyphonie, die auf bis zu 16 Parts multitimbral zu verteilen ist. Abgerundet wird die Abteilung „Klang“ mit dem 4-Band Digital Equalizer, dessen Einstellungen via Display grafisch angezeigt werden. Ob man den nur einsetzt, um in speziellen Situationen z.B. Live Akustik oder Songarrangement kleinere Anpassungen vorzunehmen oder ihn für die Klangdefinition eines gewünschten Sounds mit einbezieht, bleibt dem Pianisten überlassen. Ich finde den sehr praktisch, denn so lässt sich schnell ein Wummern bei Räumen mit Bassproblemen vermeiden oder dem Klang eine seidige Frequenzpolitur zu geben, wenn es mal solcher Feinheiten bedarf.

Spielgefühl der Tastatur

Neben dem Klang ist beim Piano die Tastatur wichtig. Nicht nur wie sie sich generell anfühlt und spielen lässt, sondern auch wie das Dynamikverhalten kontrolliert werden kann. Die Beurteilung dieser Voraussetzungen und deren Zusammenspiel ist natürlich subjektiv. Roland bietet beim V-Piano eine sogenannte PHA-III Progressive Hammer Action 88er Tastatur, die gewichtet und dank eigenem Prozessor mit einer Druckpunktsimulation ausgerüstet ist.

Die Tasten selbst sind aus Holz und fühlen sich fast an wie bei einem akustischen Flügel, wobei die überaus angenehme Oberfläche der Tasten herstellerseits mit dem Begriff Ivory Feel beschrieben wird. Gewichtung und Druckpunkt zusammen verlangen vom Pianisten eine gewisse Fingerpower, sowohl um die Kontrolle über den eigentlichen Ton zu behalten, als auch um das gebotene Dynamikspektrum ausschöpfen zu können. Ungeübte Nicht-Pianisten dürften beim Antesten eher erschrecken. Bei mir hat sich auf Anhieb außerordentliche Begeisterung eingestellt, und das hat sich im Laufe des Tests noch gesteigert, denn von besonderer Bedeutung bei Digital-Pianos ist auf jeden Fall die harmonische Abstimmung von Tastatur im Zusammenhang mit der Tonerzeugung. Und gerade das passiert beim V-Piano vorbildlich und auf höchstem Niveau, etwas Besseres ist mir bislang noch nicht unter die Finger gekommen. Quasi zum Verlieben, sich drauf zuhause fühlen – Pianisten werden wissen, wie ich das meine. Lediglich mit dem Repetitionsverhalten bin ich nicht in jeder Situation klargekommen, denn die Tasten „federn“ nicht ganz so schnell zurück, wie ich das gerne hätte. Das macht sich aber nur im Falle von ziemlich schnellen Mehrfachrepetitionen bei Einzeltönen bemerkbar.

Pedale und Anschlüsse

Auf der Instrumentenrückseite befinden sich ziemlich viele Anschlüsse, jedenfalls bin ich solch eine umfangreiche Ausstattung bei Digital Pianos nicht gewohnt. Das muss Gründe haben, und die schauen wir uns im Folgenden an. Neben dem auch von vorne aus gut erreichbaren Netzschalter für die Stromversorgung ist die Kabelbuchse fürs Netzkabel untergebracht, das entsprechende landestypische wird mitgeliefert. Übrigens, wieso das V-Piano nach Betätigen des Netzschalters etwa eine halbe Minute braucht, um spielbereit zu sein, hat sich mir nicht genauer erschlossen, außer dass wohl das Betriebssystem geladen wird. Es folgt ein USB-Anschluss (passendes Kabel im Lieferumfang enthalten), der eigens für Updates des Betriebssystems vorgesehen ist, denn auf der Vorderseite gibt es noch einen, dessen Aufgabe wiederum es ist, USB-Sticks (für Song- und Setup-Daten) und CD-Player (für Audio Playbacks und SMF Daten) mit dem V-Piano zu verbinden. Um USB-Sticks für das V-Piano verwenden zu können, müssen sie mit diesem formatiert werden. Daneben befindet sich eine SP/DIF Stereobuchse, um Audiodaten digital zu übertragen. Es folgen ein USB-MIDI-Anschluss, ein Kontrastregler für das Display auf dem Bedienpanel ist hier auch untergebracht, dann die Buchse für das Pedal-Board, drei Klinkenbuchsen für weitere Fußschalter und -pedale, die üblichen drei MIDI-Buchsen In, Thru und Out bzw. V-Link (für Video- und Bildsynchronisation passend zur Musik), zwei Audio In Inputs für externe Audioquellen sowie zwei Output-Pärchen A und B, die jeweils als Klinke und XLR ausgelegt sind.

Diese doppelt vorhandenen Outputs sind sinnvoll z.B. einmal für Monitorzwecke und zum anderen für die Raumbeschallung. Deren Lautstärke ist jeweils mittels einer Balanceregelung via Displaymenü einzustellen. Einen Kopfhöreranschluss sucht man auf diesem rückwärtigen Anschlussfeld vergebens, denn der ist praktischerweise auf der Vorderseite untergebracht. Bei den Anschlüssen hat Roland also an alle möglichen Anwendungsgebiete gedacht, sehr schön. Allerdings ist der Kopfhörer nicht separat regelbar, und auch der Audio In kann nicht am V-Piano justiert werden, eine kleine Komforteinbuße also.

Weitere Features

Song Mode

Das V-Piano bietet einen eingebauten Recorder, der nicht nur das eigene Spiel aufzeichnet und dafür 30.000 Noten Kapazität bereitstellt, sondern auch WAV (ausschließlich 16 Bit und 44,1 kHz) und mp3 Dateien (variable Bit-Raten) laden kann. Audiodaten können innerhalb eines gewissen Rahmens gedehnt und gestaucht werden, was insbesondere für Übungszwecke und individuelle Anpassungen vorgesehen ist. Auf diese Weise lassen sich bequem verschiedene Playbacks integrieren, zu denen man dann mit den Sounds des V-Piano dazuspielen kann. Eigene Songs direkt aufnehmen geht sehr einfach, Vorzähler und Metronom tun ihren Job bereits werksseitig auf Knopfdruck fast vollautomatisch. Wer Recording normalerweise mit einer Computersoftware oder Hardware erledigt, muss sich lediglich an das für diesen Zweck dann doch etwas kleine Display mit entsprechend kompakter Benutzerführung gewöhnen. Songdaten können im internen 4 MB Speicher, der Platz ist mit anderen Daten zu teilen, und extern via USB gesichert werden.

Utilities

Dieses Menü bietet mehrere Funktionen: System, Tone Parameter, Key Touch, Pedal, MIDI, Ambience, File, V-Link, Initialize, Song und Setup Write. Man entscheidet sich dann für eine Funktion, wählt sie mit Enter an, und schon erscheinen mehrere Unterfunktionen. Da ist es praktisch, sich das wie eine Site Map mal komplett anzuschauen, damit dann in der eiligen Situation ruckzuck auch zum richtigen Untermenü geschaltet wird. Ansonsten ist man schnell „lost“. Glücklicherweise sind sie in der Bedienungsanleitung gelistet! Alleine der EQ erlaubt individuelle Einstellungen für gewünschte Keyboardzonen, und auch die Ansprache der Tastatur wird hier auf eigene Bedürfnisse getrimmt (Key Touch). Selbst die Möglichkeiten für das Pedalboard sind komplex, denn nicht weniger als 14 Parameter gibt es da – und obendrein noch 24 wählbare Funktionen dafür.

Das V-Piano ist dank seiner genialen Tastatur natürlich auch als Steuerzentrale aller Art geeignet, und deshalb finden wir hier auch eine Reihe angemessener MIDI-Funktionen, mit denen Sie externe Tonerzeuger anwählen und kontrollieren können.

Ambience

Um die gelungenen Modelle des V-Piano in vollem Glanz erstrahlen zu lassen, hat Roland eine Ambience Abteilung erfunden und mit verschiedenen Raum- und Hallprogrammen bestückt. Der Besitzer des Instrumentes kann die auch eigenen Wünschen und Vorstellungen anpassen.

Insgesamt werden 12 Typen von Room bis Hall geboten, und deren Intensität ist regelbar. Übrigens hat bedauerlicherweise keiner davon meinen Geschmack so richtig getroffen. Ich finde den Effekt eine Idee zu aufdringlich bzw. unnötig plakativ, was den hochwertigen Piano-Klängen meiner Ansicht nach eher schadet als hilft.

Das V-Pianos in der Praxis

Das V-Piano kommt mit sehr wenigen Bedienelementen aus. Insgesamt sind es gerade mal 14 Taster für Anwahl von Presets und Funktionen, 2 Drehregler für Lautstärke und Ambience Intensität sowie und 1 großes Data Wheel, das zusätzlich noch als Schalter (Push Function) dient. Ein beleuchtetes und grafikfähiges Display (LCD), dessen Kontrast regelbar und mit seinen Maßen 240 x 64 Punkte durchschnittlich groß ist, zeigt die korrespondierenden Werte an und ebenso eine Reihe von Untermenüs.

Auch in Verbindung mit einem PC ein starker Allrounder

Auf den ersten Blick wirkt das V-Piano damit sehr aufgeräumt, was sicherlich auch so gedacht ist, denn was erwartet denn ein Pianist von so einem Instrument auch außer ein paar Klangfarben. Da das aber beim V-Piano ganz schön anders ist, müssen die Funktionsgruppen jeweils per Menü und Submenü aufgerufen werden, damit Einstellungen vorgenommen werden können. Das ist teilweise etwas verwirrend, denn schließlich werden hier eine Menge Optionen angeboten. Glücklicherweise gibt es aber eine 130-Seiten-Bedienungsanleitung, und spätestens an dieser Stelle merkt man auch, warum die so dick ist. Alle Einzelheiten sind darin fein säuberlich erklärt, in deutscher Sprache natürlich. Das hilft ungemein beim Erforschen der vielfältigen Möglichkeiten. Da ich für meinen Bedarf gar nicht alle angebotenen Funktionen brauche, kommen mir die Tone Tasten auf der Bedienoberfläche sehr gelegen, denn ich kann ihnen bestimmte Lieblingspresets zuordnen. Das gilt auch für die F-Tasten, denen gewünschte Funktionen zugewiesen werden können.

Beim V-Piano unterscheidet man zwischen übergeordneten System-Parametern, z.B. Einstellungen für die Pedale, die global wirken und für alle Sounds Gültigkeit haben, und Parametern, die für die individuellen Klangeinstellungen herangezogen werden sowie den Setups. Bei den Setups handelt es um eine Art „Performance Memory“, denn hier können Sie z.B. alles einstellen, was Sie für einen bestimmten Song benötigen, und das betrifft dann die vier Klänge für die Tone Buttons, Transpose und Panning, MIDI Send Optionen usw. Immerhin 100 Setup Speicherplätze gibt es, das dürfte auch für längere Shows genügen. Um während einer Performance durch versehentliches Berühren einer Bedientaste Ungewolltes zu verhindern, gibt es eine praktische Panel-Lock Funktion.

USB Anschluss inklusive

Software & USB-Connection

Roland liefert die V-Piano Editor-Software auf CD mit, sie kann auf Mac und PC (XP, Vista) installiert werden.

Wer tiefer ins Klangschaffen einsteigen will, sollte die auch benutzen, denn der Komfort ist verglichen mit dem für diesen Zweck sehr kleinen Display weitaus besser. Ob Unison Tune, Hammer Hardness oder Key Tracking (Follow) – erst damit gehen einige Variationen der vorgegebenen Modelle überhaupt und außerdem dann wenigstens flott von der Hand. Gerade komplexe Strukturen wie Resonance, Tuning und Key Editing und Stretching sind so mit angemessenem Überblick zu erstellen.

Mitbewerber

Ganz alleine im Markt steht das V-Piano nicht. Gerade wurde zur NAMM Show das Yamaha CP1 vorgestellt, es kostet einen Tausender weniger, und die Tonerzeugung ist der des V-Pianos ähnlich und bietet neben Klaviersounds noch weitere, z.B. CP80 und DX7 E-Piano. Ebenso neu ist das Korg SV1, das mit einem charmanten Future-Retro-Look auf sich aufmerksam macht und exzellente Sounds liefert. Zudem ist sein Preis kaum die Hälfte eines V-Piano, das ist also eine Extraüberlegung wert. Vielleicht gibt es noch Gelegenheit, auch diese Instrumente zu besprechen. Wir dürfen also gespannt sein, was sich im Bereich Digitalpiano so tut in nächster Zeit.

Fazit

Im Laufe des Tests, der sich über ein paar Wochen mit täglichem Spiel erstreckte, überlegte ich hin und wieder, warum das V-Piano denn eigentlich so anders klingt als andere Digital-Pianos. Irgendwann ist der Groschen gefallen: Es ist die Dreidimensionalität. Da schichten sich etwa bei vollen Blockakkorden und getretenem Haltepedal Töne nicht einfach so auf, wie das zwangsläufig bei Sampling-Technologien der Fall ist, sondern es entsteht eine Interaktion aller gespielten Töne. Und das ist es wohl, was es „wie ein akustisches Instrument“ klingen lässt. Selbst bei extremer Notenzahl, viel fortissimo im Wechsel mit pianissimo und zusätzlichem Pedaleinsatz, diese Differenziertheit und gewisse Transparenz bleibt stets erhalten. Wow! Die drei Physical Models sind so gut gelungen, dass sie eine wirklich gute Basis bilden, selbst wenn man sie genau so wie sie als fertige Presets gespeichert sind einsetzt. Tonerzeugung und Tastatur sind dermaßen homogen miteinander verbunden, dass zu keinem Moment ein Gefühl der Künstlichkeit aufkommt, ganz im Gegenteil! Es stellt sich gelegentlich eher kurz eine gewisse Ungläubigkeit ein, dass all das elektronisch erzeugt wird und es kein akustisches Instrument ist, was da unter den Fingern ist. Die Fülle der Funktionen und Parameter ist sicherlich ein Tribut an die unterschiedlichen Ansprüche, die seitens der Pianisten an so ein Instrument gestellt werden und übertreffen insgesamt meine eigene Perspektive und Bedarf deutlich. Was in Ordnung ist, denn ich kann einerseits aus dem gegebenen Fundus genau das herauspicken, was ich brauche und habe immer eine Art Reservepotential für künftige Ideen, welche auch immer das sein könnten. Das Bedienungskonzept dieses ganzen Parameterzaubers ist bisweilen ein klein wenig überfordert, was sich aber dank der mitgelieferten Software relativiert. Wer also ernsthaft und richtig tief in Klangmanipulationen einsteigen will, dem wird richtig was geboten. Und wer einfach nur toll Klavierspielen will, dem werden keine großen Hürden in den Weg gestellt und Zukunftsoptionen ohne großen Aufhebens einfach so mitgeliefert. Wenn es an einem Instrument nicht viel zu beanstanden gibt, dann muss in Deutschland oft der Preis herhalten. Bei den aufgerufenen rund fünfeinhalbtausend Euro durchaus ein Aspekt. Sicher, es ist viel Geld, aber alleine um das letzte Quäntchen Extraqualität zu bekommen, muss in der Regel ein ordentlicher Aufpreis genehmigt werden, und das ist meiner Meinung nach beim V-Piano legitim. Lediglich der Preis der Ständers ist mit fast 600 Euro ein Stirnrunzeln wert, denn dafür verlange ich schon erheblich mehr Leistungsmerkmale. So bleibt unterm Strich nur wenig nicht so Schönes übrig, und das gebührende Emblem „Trauminstrument“ hat sich das V-Piano rundweg verdient.

Plus

  • Grundklang und Dynamikverhalten
  • Tastatur
  • individuelle Klangbearbeitung möglich

Minus

  • Bedienungskonzept mit kleinen Hürden
  • Preis Ständer KS-V8

Preis

  • V-Piano Stage: 5.400,- Euro
  • Ständer KS-V8: 600,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    El Blindo

    Toller TEst. Danke!
    ABer 4 MB Speicher? Die Dinger werden doch einem hinterhergeschmissen. Ein wenig mehr hätte es ruhig sein können.

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    AMAZONA Archiv

    Also meiner Meinung nach kommt der Sound des V-Pianos immer noch nicht an einen realen Flügel heran. Da klingen Softwarependants à la NI Akoustik Piano schon echter… Selbst im Vergleich zum MP8 von Kawaii muss ich dem Roland Minuspunkte zuschreiben…

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      Nostradamus

      Naja, also der Vergleich mit den aktuellen, großen Sample Libraries fällt vielleicht nicht unbedint zugunsten des V-Pianos aus. Aber NI Akoustik Piano? Das Plugin hat nun wirklich schon so einige Jährchen auf dem Buckel und das hört man. Ich konnte das V-Piano noch nicht spielen, aber die Demos hier klingen meiner Meinung nach wesentlich besser als die des Akoustik Piano.

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      GeorgK

      Es kann natürlich auch an der Komprimierung liegen, aber für mich (zugegeben: als Laie) hat das Ding schon noch eine gewisse Synthetik im Klang – vor allem beim Nachklingen der Saiten. Da schwebt es schon ziemlich Synthie-mäßig. Und das hört man halt je länger, je ärger raus.
      Irgendwie fast ein bisschen enttäuschend, dass für 6000 Euro und eine Handvoll DSPs nicht mehr drin ist.
      Was ist eigentlich die Zielgruppe? Bürgerhaushalt, Bühneneinsatz, Studio?

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        AMAZONA Archiv

        Übrigens: Kleiner Tipp am Rande, schaut euch für absolut realen Klaviersounds mal die Libraries von Imperfect Samples an!

        @V-Piano: 6000 Euro für so einen bescheidenen Sound ist m.M. nach auch überzogen, vorallem da es ja mehrere Alternativen gibt die günstiger sind und auch noch besser klingen (Kawai, Clavia etc. ).

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    tompisa

    Ich habe das Teil in Frankfurt gespielt Offen gestanden klingt es für meine Ohren ungewohnt perfektioniert. Sehr nahe am Originalklang eines echten Klaviers, wenn man das V Piano über eine wirklich gute Abhöre klingen lässt (also keine 500 Euro China Membranen in Design Gehäuse) . Dennoch ist der Klang für meine Ohren recht merkwürdig. Es hat etwas bemüht perfektes . Muss man selbst dran sitzen um das zu hören . Kann mir aber vortellen, dass das viele begeistert.

    Das Gerede von „3 dimensional“ ist für mich aber Geschwurbel. Im Vergleich zu einer guten Sample Library klingt das V Piano dann doch nicht so tolle. Ein Synthogy im Studio oder eine gute Libtrary ist dem V-Piano im Studio aber sicher überlegen. Im direkten Vergleich zum MP8 klingt es aber nicht schlechter, lediglich anders. Der Preis ist aber bestimmt zu hoch. Interessant wird es zu beobachten sein, wie in ein oder zwei Jahren die genutzte Technologie in günstigere Keyboards wandern wird.

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    MidiDino  AHU

    Die Technik (physical modelling) ist bei Pianosounds nicht so neu, wie im Test angeführt. GEM entwickelte und entwickelt sie bereits seit geraumer Zeit, das ‚kleinste‘ Produkt ist bereits für 400 Euro zu haben: RP-X, auch wenn bei diesem Modell die Presets nichts taugen und eigentlich nur ein Acousticsound als Basis nutzbar ist.

    Spannend an der Technik ist, dass man die Instrumente wie einen Synthesizer nutzen kann, sind hinreichende Eingriffsmöglichkeiten oder Zumischungen gegeben. Darauf ist das Roland Piano allerdings weniger ausgelegt.

    Unatürlich klingenden Phasen beim Aushalten des Tons schränken die Nutzbarkeit als Piano deutlich ein. Mir ist die Technik aber lieber, als einen Rechner fürs Piano samt Samples zu reservieren. Freilich, ich arbeite generell lieber mit Hardware ;-) 6000 Euro ist mir die Roland-Entwicklung jedoch nicht wert.

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      AMAZONA Archiv

      Bezieht sich Physical Modelling bei GEM nicht auf die Resonanzen, aber die Sounds selber sind PCM-Samples? Zumindest hatte das meiner Erinnerung nach GEM mal so mitgeteilt. Danke übrigens für das Statement und ich hoffe es gibt Gelegenheit für amazona, das Thema „Elektronische Pianos“ noch ausführlicher zu behandeln und dabei auch die jeweiligen Vorzüge und Nachteile von Sampling und Physical Modelling zu beleuchten.

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        MidiDino  AHU

        Es ist richtig, dass der Akustiksound bei den GEM-Pianos auch einige Samples als Basis enthält, dazu kommen die ‚Natural String Resonanz, die du erwähnt hast, dann aber auch das ‚Damper Physical Model‘, die ‚Advanced Release Technologie‘ und schließlich ‚FADE – Filter Algorithm Dynamic Emulation‘. An Memory sind in meinem Modell nur 64 MB drin! Eigentlich kaum der Rede Wert ;-) Der Akustiksound wird insgesamt aus fünf verschiedenen Quellen gespeist (Samples inkl.) von denen vier mathematische Modelle sind.

        Die ePianos beruhen hingegen ausschließlich auf Physical Modeling und nutzen gleichfalls die oben angeführten Techniken, hingegen keine Samples.

        Interessant ist, dass es einen Multimode gibt, in dem sich zu jedem Sound weitere Sounds hinzunehmen lassen.

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      Organist007  

      Ich bin mit dem GEM-Modul recht zufrieden –
      bei 400 Euronen und einem Doepfer MK um (gebraucht) 600 Euronen eine durchaus preiswerte und gute Variante.

      Das V-Piano klingt schon äußerst beeindruckend – aber ebenso der Preis !

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    cubemusic

    Dieses Ding ist für mich grober Unfug, und ich habe direkt nacht dem ersten Demo keine weiteren angehört. Ich habe selbst einen Flügel und an ca. 30 Flügeln und 5 Uprights in meinem Leben gespielt, und das V-Piano hat mit keinem einzigen dieser Instrumente namhafter Hersteller etwas gemein. Gerade dieses Geschwebe beim Halten ist absolut lachhaft und eine herbe Enttäuschung. Jede Simulation, die ich getestet habe bisher (NI, Steinberg, Synthogy) schlägt das V-Piano um Längen. Diese Konstruktion ist misslungen und fertig. Und da sie sicher teuer in der Entwicklung war, ist sie eben auch teuer im Verkauf. Aber sie ist nicht preiswert. Sie ist ihren Preis nicht wert, und ehrlich gesagt – so wie sich die Demos hier anhören, sehe ich das V-Piano eher in der 500, als in der 5.000 Euro-Preisliga.

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      V-Pianist

      Hallo, ich habe mir diesen „groben Unfug“ gekauft und tatsächlich bei mir zu hause stehen. Ausserdem vorher _ausgiebigst_ probegespielt in einem sehr großen Musikladen, und verglichen mit sehr vielen aktuellen Modellen, auch weitaus teureren übrigens (ca. 30 E-Pianos aufgebaut). Ich bin kein Fan von viel-Geld-ausgeben. Das V-Piano hat einfach alle anderen E-Pianos klanglich um viele Dimensionen geschlagen, und deshalb war die Entscheidung alles andere als schwierig. Ein Instrument, das mir die nächsten 20, 30 Jahre Freude bereitet, darf auch ruhig ein ganz klein bißchen was kosten.
      Niemand hat behauptet, daß das V-Piano klanglich eine „Flügel-Simulation“ sein will. Und gottseidank ist es das auch nicht. Das beste Instrument, das ich in der letzten Zeit unter den Fingern hatte, war ein nagelneuer Sauter Alpha. Der Stutzflügel schlägt wirklich alle anderen aufgebauten Stutzflügel im Raum eindeutig. Aber gegenüber dem V-Piano: klanglich platt, eindimensional, und schlechtere Dynamik. Weder die Tiefe, noch die Räumlichkeit, noch die Mächtigkeit/ Fülligkeit des Klangs. Ob ich tauschen wollte (4-stelliger gegen 5-stelligen Preis)? Nein (ein guter Steinway in einer Konzerthalle, wäre wohl als einziges eine Alternative. Nur, baut diese Konzerthalle bitte direkt neben meinem Wohnzimmer, dann könnten wir drüber reden). Ausserdem, was sofort auffällt, wenn man V-Piano spielt, und sich an richtige Flügel ransetzt: man hört sofort, wenn diese verstimmt sind, und das ist sehr oft der Fall. Sowas stört. Man merkt sofort all die Unzulänglichkeiten einer nicht mehr neuen Mechanik. Ich habe nichts gegen einen phantastischen, voll klingenden Flügelklang (und das Nachschwingen der Saiten beim V-Piano, das ja auch bewußt ungleichmäßig moduliert wird, gehört genau dazu. Ab und zu schlage ich auch mal bloß eine Baß-Oktave an und genieße allein diesen Klang). Die Klangbeispiele drücken überhaupt nicht das Spielgefühl und den Klang aus, wenn man direkt am V-Piano sitzt und mit guten Kopfhörern spielt.
      Wo liegen nun die großen Unterschiede V-Piano – echtes Instrument? Ein echtes Instrument bringt noch eine Fülle klanglicher Eigenheiten mit hinein. Oft störende, aber an diesen reinen Detailreichtum kommt das V-Piano nicht heran. Man „hört“ einfach, daß es ein „echtes“ Instrument ist, das man spielt. Aber, man „vermißt“ dieses Gefühl überhaupt nicht, wenn man am V-Piano sitzt, weil dieses im Klang eben um Dimensionen tiefer und fülliger, und auch z.B. im Diskant sehr fein und gut modelliert ist. Etwas, das mir aufgefallen ist: Piano-Passagen klingen beim V-Piano ebenfalls besonders „gut“. Das V-Piano scheint eine Unterscheidung zu machen, und für ein sehr schönes Piano-Klangbild zu sorgen. Das freut den Hobby-Musiker.
      Und stört den Berufsmusiker. Ein Flügel-Ersatz hinsichtlich einer genauen Simulation in allen Einzelheiten – ist das V-Piano (gottseidank) nicht – es kann definitiv in vielen Belangen mehr als ein Flügel.
      Und die Zielgruppe des Gerätes? Studios? Ich bin nicht drin in dieser Materie, aber wenn die Aufnahme wirklich nach Flügel klingen soll, gibt es zu einem echten Flügel mit guten Mikrophonen keine Alternative. Wenn man genau weiß wie ein Flügel klingt, entlarvt man das V-Piano als ein solches. Und als reines E-Piano tun es vielleicht (???) auch billigere Alternativen, das weiß ich aber nicht. Berufsmusiker, Klavierschüler? Welcher Berufsmusiker kann sich dieses Instrument leisten? Betuchte Hobbyisten, die sich ein Gerät ins Wohnzimmer stellen wollen, das allein schon durch seine absolut edle und elegante schöne Optik etwas hermacht (und keine Klötzchen-und Schieberegler und Lämpchen à la 70er-Jahre Look aufweist? Ich denke, jetzt haben wirs gefunden… und hoffen wir mal, daß sich der Ärger in Grenzen halten wird, wenn in einigen Jahren dieser Klang nur noch die Hälfte kostet… oder irgendwann einmal ganz überholt sein wird… andererseits hat mein altes CVP-7 20 Jahre lang den anderen was vorgemacht… (bis es kaputt ging ?)
      Viel Freude beim Musizieren, So long!

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    Electric

    Das V-Piano wäre mein Traum, wenn es mehr Klänge hätte, denn für den Preis sind mir 24 zuwenig. Ein paar Streicher, Pad und mehr Epianosounds wären schon schön gewesen. Auch halte ich den Preis, wenn man die Konkurrenz betrachtet, für überzogen. Ein sicherlich hervorragendes Prestigeobjekt für gute und vor allem betuchte Pianisten. Leider nichts für durchschnittliche und finanzschwächelnde Pianoplayer wie mich. Ich habe dann auch eher die Kawais und vor allem das SV1 von korg im Visier.
    Aber toller Test Herr KPR.

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    El Blindo

    Klingt das Gerät denn wirklich so schlecht, wie hier behauptet wird?
    Wie sieht es denn mit dem aktuellen Update aus? Hat sich da noch irgendwas am Grundklang, außer dem hinzukommen neuer Modelle getan?

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      AMAZONA Archiv

      Ich wüsste nicht, dass im Test etwas von schlechtem Klang steht. Eher im Gegenteil, nicht wahr? Ein Vergleich der Modelle vor und nach Update hat nicht stattgefunden, dazu hätte es zweier Instrumente mit entsprechender Ausrüstung gebraucht, und die standen nicht zur Verfügung. Meiner Erfahrung nach sind aber Updates bei Physical Model Pianos bislang immer ein Fortschritt gewesen, nehmen wir das mal beim V-Piano auch an. Selber Antesten halte ich bei Pianos für die allerbeste Idee, das eigene Ohr ist die eigentliche Instanz für sowas. Auch die Soundbeispiele noch mal anhören, sie zeigen einiges und vielleicht auch die youtube clips mit George Duke anschauen.

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        El Blindo

        Vom Testbericht her ist es ja sehr gut abgeschnitten. Das stimmt natürlich. Was mich nur wundert ist, dass die hier geposteten Kommentare das genaue Gegenteil aussagen. Allerdings kann man ja nie wissen, wer da so postet. WEnn ich jemanden in meiner Nähe finde, der so eines bei sich im Laden stehen hat, werde ich das Piano natürlich auch selber antesten.

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          AMAZONA Archiv

          Sich scheinbar völlig widersprechende Beurteilungen von Klavieren und digitalen Derivaten seitens des Kaufklientels ist der Normalfall. Was des einen Heiliger Gral ist, ist des anderen schlimmstes Erlebnis. Das erklärt auch, wieso ein Klavierhaus nicht nur ein einziges Instrument im Laden stehen hat :-) Bei digitalen Klavieren gilt das genauso. Nicht umsonst gibt es Vergleichsplattformen wie Purgatory Creek. Es ist kein Wettbewerb um die Position Everybody’s Darling, sondern es bleibt dabei, dass jeder sein Ideal findet. Was den Vergleich mit Samples betrifft, bietet sich hier bei amazona auch das Archiv an, mal z.B. den VSL Bösendorfer anhören.

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    Electric

    KPR hat natürlich recht, gerade Pianosounds sind extrem Geschmacksache. Das ist noch schlimmer wie in der Synthabteilung, vonwegen Minimoogsound vs. VST vs. Voyager.
    Und wer mal die unterschiedlichen Meinungen zu Piano VST´s liest, weiß spätestens dann, das man gerade in dem Bereich Pianosound nicht am persönlichen antesten vorbeikommt.
    Bei Hardwarepianos, zählt für mich die Tastatur genauso, wie der Klang. Anderen ist der klang viel wichtiger.
    Ich glaube das das Vpiano schon preislich eher etwas für Pianisten bzw. Vollprofis ist.
    Eine Frage Herr KPR:“ Steht schon ein VPiano zu Hause“?

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      Nee, das V-Piano ist nach dem Test wieder abgeholt worden, leider.

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    Perfection ein bisschen zu hoch getrieben, ich hab nen Flügel daheim, aber mit VPiano hat das einfach GARNIX zu tun. VPiano klingt wie samples, die mit gedrücktem Haltepedal etwas mehr wummert, aber mit meinem echten Flügel, lässt sich das nicht vergleichen.
    Sampler werden immer besser, Roland kommt da ziemlich spät mit seinem überteuerten ding da.
    Klar wird der Kunde jetzt erst wieder finanziell ausgewringt wie ein nasses Handtuch, aber nicht mit mir.
    Ausserdem die Abnahme eines Flügels mit Mikrophonen klingt immer authentischer, und da gibts nix zu verhandeln. Wir sind nur schlechteres gewohnt.

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    Man muss sich doch angesichts des Preises die Relation zu einem echten Klavier/Flügel vor Augen halten. Wenn man noch etwas Geld dazulegt, kann man schon ein sehr gutes, gebrauchtes Klavier kaufen, das im Klangvergleich immer deutlich besser sein wird. Dazu wird selbst ein Klavier über eine bessere Tastaturmechanik verfügen als das V-Piano. Ich habe bisher noch nie eine Tastatur im elektronischen Bereich gespielt, die nicht mit Repetierproblemen kämpfte. Selbst die hoch gelobten Doepfer Tastaturen repetieren lausig und können nur ein schwacher Ersatz für das Original sein.
    Ersatz ist ein gutes Stichwort: genau so sehe ich Digitalpianos, daher behalte ich den Preis sehr scharf im Auge und messe ihm genau diesen Ersatz-Stellenwert zu.
    In einer Band: ja, aber da hört man sowieso keine Feinheiten. Für´s Üben im Hotel oder sonst irgendwo: ja, aber da ist eine HiTech-Lösung wohl nicht erforderlich. Zu Hause als Flügelersatz: nie und nimmer.

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    Ich frage mich was an diesem Ding wie ein Klavier geschweige wie ein Flügel klingen soll. Perfekt heißt hier eigentlich steril, also einfach zu genau berechnet. Ein Flügel kann man nicht so einfach errechnen, genauso wenig wie die Lottozahlen. Ob Samples oder Modelliert, wer selbst vor so einem echten Monster von Flügel steht erstarrt erstmal vor Ehrfurcht wenn der Meister in die Tasten greift. Das hört man auch auf Aufnahmen. V Piano hatte mal mein Interesse erregt 2010 in Waldorf ins Session gerannt und völlig am Boden zerstört zurück nach Hause gekommen. Leider war es nix, also echt garnix meine ich!

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