Test: Rossum Electro-Music Evolution, der E-Mu-Filter

24. August 2016

The E-Mu Brain Strikes Back

Rossum Evolution

Als einer der Pioniere der technischen Entwicklung des analogen und digitalen Synthesizergenres (auch sei hier auf das ausführliche Interview auf AMAZONA.de verwiesen) ist Dave Rossum bestens bekannt. Nun hat her seit 2015 wieder eine Firma unter eigenem Namen und entwickelt seitdem Eurorack-Module.

Der Name Rossum Electro-Music ist dabei eine Anspielung an seine erste Firma E-Mu, die heute Creative Labs gehört.  Rossum „E“lectro“-Mu“sic.

Das erste dieser Module, der Rossum Electro-Music Evolution, ist nun erhältlich und ist, im Gegensatz zu den anderen im Portfolio, ein rein analoges Modul. Die anderen Module sind noch nicht in der Fertigungsphase, es gibt jedoch schon funktionierende Prototypen. Bei diesen handelt es sich, in guter E-MU Modular-Tradition, um analog-digitale Hybriden, hauptsächlich zur Erzeugung von Kontrollsignalen, aber auch einen CV-steuerbaren Sampler.

Dave Rossum 1984

Dave Rossum 1984

Zurück zu unserem Testobjekt, den Rossum Electro-Music Evolution. Das 1973er E-mu Systems 1100 Filtermodul stand also Pate für den Evolution Filter. Der Evolution ist ein „Variable Character Ladder Filter“. Und in dieser Bezeichnung steckt schon beinahe die komplette Funktionsweise des Evolution. Jeder einzelne Parameter ist in der PDF-Anleitung sehr gut beschrieben, an deren Ende die interessante Entwicklungsgeschichte des Evolution zu lesen ist, allerdings nur auf Englisch.

Das 16TE-Modul basiert auf dem altehrwürdigen Moog-Transistor-Ladder-Filter – nun könnte man zunächst zurecht behaupten „Gähhhn“ – jedoch würde Dave Rossum wohl niemals ein solches Modul herausbringen, wenn es sich um den bekannten Standard handelt – oder? Ja, dem ist so. denn im Name steht ja schon das „Variable“ und tatsächlich kann man den Filter stufenlos zwischen 3, 4, 5 und 6-Pol-Modus umschalten, oder besser überblenden – das gab es so noch nicht als Eurorack-Modul.

Für die Frequenz(Cutoff)-Steuerung stehen gleich drei CV-Eingänge bereit.

Für die Frequenz(Cutoff)-Steuerung stehen gleich drei CV-Eingänge bereit.

Damit erreicht man eine Flankensteilheit von 18dB/Oktave bis 36db/Oktave (für einen Filterpol kommen jeweils 6dB/Oktave hinzu). Das alte Design wurde neuen Fertigungstechniken (SMD) angepasst und um eine neue (DC-gekoppelte) Ausgangs-Sektion ergänzt. Außerdem erreichte Dave Rossum durch ein Redesign eine Durchstimmbarkeit über 10 Oktaven.

Äußerliche Schlichtheit, voller Funktionsumfang

Der Rossum Electro-Music Evolution ist in mit seinem dezenten grau und der schwarzen Schrift optisch sehr zurückhaltend. Die zehn Knöpfe haben eine feine Riffelung, sind alle auf der Frontplatte verschraubt und laufen allesamt gleichmäßig mit einer guten Öligkeit die einen hervorragenden Widerstand bietet. Bei den Potis, die eine Mittelstellung einnehmen können, fehlt leider ein Einrastpunkt.

Leider fehlt eine zuverlässige Mittelrasterung bei den Potis.

Leider fehlt eine zuverlässige Mittelrasterung bei den Potis.

Von den zehn Buchsen, dienen 8 der CV-Steuerung. Für jeden der vier Parameter gibt es zwei CV-Eingänge. Alle Eingänge, die mit CV2 bezeichnet sind, können über einen Attenuverter ( -/ 0/ +) geregelt werden. Die CV1-Eingänge nehmen die CV-Spannung, wie sie kommt. Eine Besonderheit stellt dabei der „wichtigste“ Parameter dar – Filter-Cutoff, oder Frequency, wie es beim Evolution heißt. Er verfügt über insgesamt drei Eingänge, wobei der dritte Eingang zusätzlich mit einem Attenuator ausgestattet ist. Und auch der erste CV-Eingang hat „spezielle“ Fähigkeiten. Denn es handelt sich nicht um einen einfachen CV-Eingang, sondern um einen 1V/Oktaven Eingang.

Klangbeispiele
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