Test: Rossum Electro-Music, Satellite, CV-Generator Player

4. November 2017

CV-Gehilfe erster Klasse

Ein kleines Vorwort zum Satellite Test. Für Leute, die bereits die Modmatrix #2, dem Modularmagazin auf Amazona.de, gelesen haben, wird der folgende Test nichts Neues bringen. Um aber dem Gerät eine bessere Sichtbarkeit zu ermöglichen, wurde der Test also hier noch mal ausgekoppelt und durch ein paar Erklärungen ergänzt.

Das Eurorack-Modul Satellite von Rossum Electro Music ist ja im Modmatrix-Rack mit enthalten, aber was ist bzw. kann der Satellite eigentlich? Nun, der Name weist bereits darauf hin, es ist sozusagen ein Satellitenmodul, das einen Planeten umkreist. In diesem Fall heißt der Planet nicht etwa Rigel III, sondern Control Forge. Wer wissen will, was der Satellite kann, sollte sich daher den Testbericht zum Control Forge von Rossum-EM zu Gemüte führen.

Der SATELLITE ist quasi ein CV-Player. Ein Beispiel: Auf dem Control-Forge aufgenommene Sequenzen könnten auf den Rossum Electro-Music Satellite ausgelagert und von diesem „abgefeuert“ werden. Eine Editierung diese Sequenz wäre mit dem Satellite aber nicht möglich. Damit nun auch User, die keinen Control-Forge besitzen, ihren Spaß am Rossum Electro-Music Satellite haben, ist das Teil aber mit hervorragenden CV-Presets ausgestattet, die sicher ein halbes Leben lang reichen und ebenfalls schon enorm viel Spaß verbreiten.

Quickstart ist mit dabei, die ausführliche Anleitung liegt nur als PDF in englischer Sprache vor

Kennt noch jemand Tapedecks?

Die Idee hinter dem Rossum Electro-Music Satellite ausgelagert ist zu vergleichen mit dem Unterschied zwischen brennbaren CDs und reinen CD-ROMs (oh je, ist das oldschool) oder besser noch zwischen Tapedecks mit Aufnahmefunktion und reinen Playback-Tapedecks (willkommen in der Mitte des letzten Jahrhunderts). Sprich – mit dem Satellite kann man keine Einstellungen an den Presets vornehmen, sondern diese lediglich abspielen. Da es dann wenig Sinn macht, den Testbericht hier noch mal zu wiederholen, möchte ich hier also auf die Unterschiede zwischen Satellite und Control Forge eingehen.

abgespeckt und dennoch vollständig - Rossum Electro Music Satellite

Abgespeckt und dennoch vollständig – Rossum Electro Music Satellite

Wieder eine solide Hardware

Ganz offensichtlich ist der Satellite mit 12 TE schmaler als der Control Forge mit seinen 22 TE. Aus diesem Grund war es zwingend notwendig, die Anordnung der beleuchteten Step-Taster zu verändern. Zu diesen gesellen sich nur noch vier andere Bedienelemente. Der manuelle Gate-Trigger, der Load Preset- und der Load Sequence-Taster. Als einzige Möglichkeit, etwas konkret zu verstellen, ist der Data/Timescale-Encoder geblieben. Die Einstellung des Time-Scale-Factors ist also als einzige (aber entscheidende) Veränderungsmöglichkeit an einem Preset geblieben. Ein gute Wahl, denn mit einer Spanne von 0,031-facher bis 32-facher Multiplikation der einzelnen Zeitsegmente (also einer Faktorspanne von über 1000), kann man heftig in die Abspielgeschwindigkeit eingreifen und aus einer langsamen Sequenz einen Oszillator machen.

Das 128 x 128 Pixel RGB-OLED-Display des Rossum Electro-Music Satellite ist einem monochromen 128 x 32 Pixel OLED gewichen, das nur noch die Ausgabespannung in Echtzeit, den Preset- und Sequence-Namen, die Timescale und die Form und Nummer des ausgewählten Segments anzeigt. Völlig ausreichend, wie ich finde und es hätte sogar ganz ohne Display auskommen können. Dann wäre allerdings die Übertragung von Presets und Sequenzen bei weitem nicht so komfortabel gewesen.

alles was man braucht - das geschrumpfte Display des Satellite

Alles was man braucht – das geschrumpfte Display des Satellite

Beim Rossum Control Forge gab es zwei Regler, mit denen die Werte für CV3 und CV4 eingestellt werden konnten – diese sind nun Buchsen gewichen, was in gewisser Weise sogar flexibler ist. Ansonsten sind alle Ein- und Ausgänge identisch mit denen des Control Forge.

Datenübertragung über kodiertes Audio

Über gleichzeitiges Drücken der beiden Load-Taster kommt man ins Utilities-Menü. Ganz oben sind dort die Optionen „Send to Module“ und „Load from Module“. Diese sind entscheidend für die Übertragung der Presets. Ein kleiner Test ist schnell gemacht und das Übertragen der Daten vom Control Forge in den Satellite dauert keine 3 Sekunden. Es muss einfach der Trigger 2 Ausgang des Senders mit dem Logic-Eingang des Empfängers verbunden werden und die Geräte entsprechend in Bereitschaft gesetzt werden – fertig. Der Satellite kann aber nicht nur Daten empfangen, sondern seinerseits ebenfalls senden.

...und Satllite empfängt

…und Satllite empfängt

Eine weitere Möglichkeit am Rossum Electro-Music Satellite Presets zu laden, ist das Einspielen von WAV-Dateien, die vorher aus dem Gerät exportiert und auf dem Rechner gesichert wurden (das ist wieder so oldschool, wie die Spiele auf Tape beim C64, z.B.). Wichtig ist, dass es eben keine komprimierten Dateien sind (unser Ohr lässt sich täuschen, eine CPU nicht) und dass der Pegel stimmt. Um Presets aus verschiedenen Geräten zusammenzuführen, bietet sich die Merge-Funktion an, diese überspielt nur Presets im Zielgerät, die nicht schon belegt sind.

Fazit

Wenn man einen Control Forge also kennen und lieben gelernt hat, so muss man nicht zwingend einen Zweiten dazu kaufen, um in den Genuss der Kontrolle über Zeit und Raum zu kommen. Der Rossum Electro-Music Satellite ist quasi die Preset-Bank des Control-Forge. Programmiert wird am Control Forge und ausgegeben dann (auch) am Satellite. Da dieser in den Läden auch deutlich unterhalb des Control Forge angeboten wird (der Preisunterschied beträgt satte 236,- Euro) und die Ausführung einfach perfekt ist, bleibt nicht anderes zu als „You did it again Dave!“ – sehr gut.

Plus

  • voller Ausgabe Funktionsumfang des Control Forge

  • kompakte und hochwertige Bauweise

  • günstige Erweiterung für den Control Forge

Minus

  • -

Preis

  • Ladenpreis 329,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    fritz808  

    …also langsam fang ich an zu überlegen, mir doch noch ein eurorack zuzulegen. diese rossum-teile scheinen es wirklcih in sich zu haben.

    • Profilbild
      t.goldschmitz  RED

      Wenn man schon analoges Gerät hat mit Gate/CV Eingängen etc., ist so ein kleines Case wie das A-100 LC-1 und nur ein Control Forge eine fast unglaubliche Erweiterung in jeder Hinsicht – das ist tatsächlich eine Überlegung wert… aber die Lernkurve ist steil.

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