Test: Sherman Filterbank 2 Compact, Analogfilter

7. August 2019

Der Filter-Klassiker im neuen Gewand

Da die Compact-Version des Klassikers bis auf das verkleinerte Gehäuse dem großen Vorbild entspricht und auch das Klangverhalten identisch ist, haben wir uns hier nur für einen Kurztest entschieden.

Der belgische Hersteller Sherman war mit der Filterbank 1 seiner Zeit ein Stück voraus. Mit ihrem radikalen Sound und den komplexen Möglichkeiten wurde sie in vielen Tracks und Live-Setups massiv eingesetzt, auch von zahlreichen prominenten Acts.
Mit der überarbeiteten Filterbank 2 und der Stereoversion legte Sherman dann noch nach, aber seit einiger Zeit war es eher ruhig um Sherman bestellt. Die Filterbänke werden zwar nach wie vor produziert, doch außer dem Restyler-Ausflug zu Rodec gab es lang Zeit nichts Neues.

Die Filterbank 2 Compact entspricht genau der bisherigen Filterbank 2 zu. Wir empfehlen daher unseren ausführlichen Test zur SFB2, den ihr HIER findet. Alle Regler und Schalter sind in identischer Anordnung vorhanden, nur die Anschlussleiste von Audio-, CV- und MIDI-Buchsen ist auf die Oberseite gewandert, wodurch das Gehäuse deutlich kompakter ausfällt.

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Die Sherman Filterbank bietet eine Reihe von Besonderheiten. Sie arbeitet mit zwei 12 dB Filtern, die sich zwischen Tief-, Band- und Hochpass überblenden lassen und zusätzlich über ein nachgeschaltetes Filter zur Klangkorrektur verfügen. Beide Filter-Cutoffs können mit einem Drehschalter gekoppelt werden. Dabei lassen sich die Cutoff-Frequenzen in festen harmonischen Abständen definieren und die Filter lassen seriell oder parallel betreiben. Die ADSR-Hüllkurve kann die beiden Cutoffs positiv und negativ modulieren. Es gibt einen sehr schnellen LFO und einen FM-Eingang. Für den VCA ist eine separate AR-Hüllkurve vorhanden sowie ein AM-Eingang für Audioeffekte.

Der Klang der Filter mit heftiger Resonanz ist nicht zuletzt aufgrund der hohen schaltungsinternen Spannung ziemlich rabiat. Dazu kann der VCA übersteuert werden. Sherman ist nichts für Feingeister, aber ein wunderbar herbes Sounddesign-Werkzeug.

Etwas enttäuscht waren wir aber über den Preis, denn irgendwie hatten wir gehofft, dass die verkleinerte Variante auch ein wenig kostengünstiger im Laden stehen würde als der große Bruder. Beide kosten aber derzeit identisch 759,- Euro.

Da fragt man sich also schon, warum es denn die kleine Version überhaupt braucht. Am Ende spricht eigentlich zum selben Preis alles für die große Variante mit der abgeschrägten Oberfläche, die auch am Desktop und im Rack eine bessere Figur macht.

Auch die Anschlüsse, die nun auf die Oberseite gewandert sind, mögen zwar leichter erreichbar sein, aber im täglichen Studioeinsatz wären mir die rückseitigen Anschlüsse der großen Variante viel lieber.

Fazit

Compact ist bei der Sherman Filterbank 2 Compact leider nur der Preis. Für weniger Gear zahlt man denselben Preis. Da Sound und Features identisch sind, kann ich nur zur großen Variante raten. Nichtsdestotrotz ist die Sherman Filterbank ein exzellentes Audiowerkzeug mir vielen Möglichkeiten. Hätte die Compact-Variante 100,- Euro weniger gekostet, würde sie auch drei Sterne erhalten wie ihre großen Geschwister.

Plus

  • hervorragender Klang
  • unendliche Möglichkeiten zur kreativen Klanggestaltung
  • robuster Aufbau
  • umfangreiche Anbindungsmöglichkeiten dank CV/Gate und MIDI

Minus

  • im Vergleich zum großen Bruder zu teuer

Preis

  • 759,- Euro
Forum
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    swift  

    Wenn man noch ein bisschen etwas drauflegt, geht sich ein Perfourmer MK II aus, welcher sich ebenfalls als Filterbank verwenden lässt. Zum Sherman gibt es natürlich Unterschiede, aber vielleicht ist die Info für jemanden hilfreich.

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    alebiege

    Ich hatte aus Wahnsinn mal dieses Sherman Produkt gebraucht ersteigert, wo 4 Filterbänke verbaut waren. Ging gehörig ab die Maschine. War am Ende aber doch zu viel des Guten. Ging dann wieder weg. Seit dem schaue ich immer wieder nach der einfachen Sherman FB.
    Genau wie Peter würde ich mich der Kritik am Produktpreis anschließen.

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    Emmbot  AHU

    Ich mag ja kompakte Sachen . Aber Anschlüsse oben mag ich wieder nicht. Gerade weil es so aussieht, dass das Gehäuse hoch genug für die rückwärtige Ausführung wäre.

    Wer viel unterwegs ist wird wohl zu dieser Variante greifen.

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    tomk  AHU

    Also ich habe mich erst zur Kompakt entschieden diesen Klassiker zu kaufen. UND ja, ich finde es SUPER das 1:1 das Konzept ohne Verluste in ein kleineres Gehäuse gesteckt wurde! Das man es hier nicht mit einer Playstation Slim eines Weltkonzerns zu tun hat, kann ich das GEMECKER des gleichen Preises NULL KOMMA NULL nachvollziehen!
    NEIN … ganz im Gegenteil feiert man hier jeden B-Produkt Klon als wäre Weihnachten. Eigenentwicklungen und Updates kleiner Firmen wie Sherman scheint man zu dissen ???
    Raff ich nicht …

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    Numitron  AHU

    Mich hat es immer gewundert, warum die so teuer sind. Kaufen noch immer so viele Leute die filterbank? Uli bitte melden

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      xtront  

      Dei FB2 hat über sehr viele Jahre hinweg 600-650€ gekostet. Die Preiserhöhung kann zum einen gestiegener Produkttionskosten, aber auch heute geringerer Stückzahlen als vor 5/10 Jahren noch geschuldet sein.
      Den Ruf nach Behringer an dieser Stelle finde ich unangemessen. Schließlich hat Sherman die FB2 im Alleingang entwickelt UND es gibt sie seit gefühlt 20 Jahren konstant als Neugerät zu kaufen. Dann doch bitte etwas (mehr) Geld in die Hand nehmen und die Arbeit von Herman Gillis entsprechend würdigen. :)

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      Green Dino  AHU

      Ich hab zwar keine Sherman, dachte auch irgendwie die wäre teurer. Ich find den Preis aber angemessen, einfach im Vergleich zu anderen Geräten auf dem Markt und in Hinblick darauf, dass es halt ne kleine Firma ist.

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