Test: Sonic Core B4000 ASB, Creamware

30. April 2008

Hammond-Expander mit starkem Sound

sonic-core-b4000

Aus Creamware wird Sonic Core?

Wie viele sicher bereits mitbekommen haben, erscheinen plötzlich alle einstigen CREAMWARE ASB-Produkte (also die schönen Tabletop-Synthsizer Klone von Minmoog, Odyssey und Prophet 5 – sowie auch der hier getestete „Hammond-Expander“) unter einem neuen Label namens SONIC CORE. Was es damit auf sich hat, haben wir am Ende dieses tests in einem INterview mit SONIC CORE geklärt.

Nun aber zum Test:

Eine Hammond? Eine echte Hammond! Am besten noch eine Lesley daneben oder durch den Amp gespielt? Komm, Herr Paice, zählen Sie an… zwo, drei vier!

Komisch, oder? Neben einer Handvoll Kult-Synths und vielleicht einem Konzertflügel mit dem Wert einer Doppelhaushälfte im örtlichen Neubaugebiet sind wohl nur wenige Instrumente so emotionsgeladen wie eine Orgel-Oma der Marke Hammond. Umso schwieriger für ein „junges Ding“ der Mutter aller E-Orgeln den Rang abzulaufen. Ich hatte ein Date mit der Tochter B4000 aus dem Hause Sonic Core (ehem. Creamware) und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es nicht bei diesem einen geblieben ist. 

Erster Eindruck

Wenn wir uns beim Speed-Dating getroffen hätten, hätte ich mir ihre Nummer notiert. Nennt mich oberflächlich, aber die Kleine sieht einfach hinreißend aus. Die Oberfläche ist übersichtlich und aufgeräumt, die Potis, Taster und Schalter vermitteln einen wertigen und originalgetreuen Eindruck. Was aber noch viel besser ist, sie fühlt sich auch gut an. Ein gewisses Gewicht ist da, so hat man nicht das Gefühl, die „B“ fällt vom Masterkeyboard, wenn man beim Gig mal etwas fester in die Tasten greift. Die Holzapplikationen links und rechts runden die saubere und geschmackvolle Verarbeitung ab. Wie sie wohl klingt? Alles schöner Schein?

Lieferumfang

Bei der Mitgift im Pressepaket musste ich ehrlich gesagt kurz schlucken: Handzettel, CD, Netzteil. Das war alles. Keine Frage: von gedruckten Handbüchern habe ich mich schon verabschiedet, USB oder sogar Audiokabel wären nett gewesen, aber ist ja nicht so, dass hier und da nicht noch eins rumliegen würde. Und das externe Netzteil? Ohne es technisch beanstanden zu können, es mutete an, als hätte der Elektroladen mit dem großen „C“ eine Mitleidsspende gemacht. So wanderte mein Blick zurück zur imposanten Statur der B4000 und dann wieder zum Häufchen Elend im Karton und ich wurde das Gefühl nicht los, dass da was nicht zusammenpasst. Nachgefragt bei Sonic Core: „Es sollte der Lieferung alles Nötige beiliegen, auch ein USB-Kabel.“. Da habe ich wohl ein Montags-Paket bekommen.

Klangbeispiele
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    tja, der Preis !

    Ich finde das Gerät sehr interessant und würde es wegen seiner guten Haptik gerne live einsetzen wollen.
    Aber: Gute Orgelsounds habe ich ja (wie die meisten von uns?)zu Genüge, leider nur mit schlechter Liveebedienbarkeit.
    Was wäre mir nun eine bessere Haptik wert?
    Ich habe in mich hineingehorcht, und mein Gewissen sagte mir (oder war´s mein Herz, was mir Angesicht des hohen Preises in die Hose zu rutschen drohte? ;) : Finger weg bei 1000 Euro! Fang erst wieder an, darüber nachzudenken, wenn Du die B4000 für 600 Euro kriegen kannst. Greif sofort zu, wenn Du sie für 500 siehst!!

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      Du kannst den Sound der B4000 schon für 370€ haben, als "Plugiator" von UseAudio, wenn Du ohne die Haptik auskommen kannst… und bekommst nebenbei noch einen Mini…
      John Lord würde sicher deswegen keine der beiden Orgel-Varianten nehmen, weil es im Bereich drive und amp Modelling viel zu wenig Möglichkeiten gibt…

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    Leider geht Soniccore nicht darauf ein, ob die B4000 weitergepflegt wird, d.h. ob es neue Softwareversionen der Remotesoftware geben wird oder ob es irgendwann eine VST-Einbindung geben wird.

    Hört sich daher doch so an wie der Abverkauf der Lagerbestände.

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    Ich finde den Ssound überhaupt nicht überzeugend, sondern dünn.
    Die fette "Rocker-Schweineorgel" gibt das gerät wohl nicht her?

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    Hab mit der Rockschweineorgel des Creamware NOAH, das die gleiche Engine hat, und einem MK461- Keyboard von Evolution im Zugriegelmodus – 4 Jahre gegen 2 Gitarristen abgerockt. Das Teil ist fett und rotzt richtig ab. Da ging ich nie unter wie bei virtuellen Hammonds und sonstigen japanischen Klons. Die klingen teilweise wie Plastik …..

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      Noah gilt nicht, da kann man zusätzliche Effekte routen… Der Noah ist generell vielseitiger als alle ASB Boxen…

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    Schön, daß ich mal nicht der einzige bin, der kritisch über die B4000 schreibt… ich finde auch daß die B4000 viel zu zahm ist – eben nur eine reine Hammond-Orgel, aber ohne variationsreiche Amps und drive/distortion…
    Aber der Tester läßt ja zwischen den Zeilen durchblicken daß er das Teil für GM Aufsteiger sieht und weniger für Leute die wirklich eine Palette ultmativerer Orgelsunds suchen… und an erster Stelle (im Studio?) wird hier auch die NI B4II genannt, und wohl der Höflickeit halber danach noch die B2003, wenn's denn ein DSP plugin sein muß… ;)

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    DOC.. dann lass mal hören.. ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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      Im Mix wirken Sounds zwar oft anders als solo, trotzdem habe ich auch meine Zweifel…
      Die B4000 klingt wirklich nicht schlecht, aber nach meiner Meinung eben "zahm", da rotzt nix cremig ab, wenn, dann sägt es höchstens in übelster Transistor-Verzerrungs-Manier wie im Beispiel 4 eben…

      Wie gesagt, Noah ist mehr als eine B4000 ASB Kiste, ich denke das ist der Grund…

  7. Profilbild
    costello  RED

    Weil die gute alte B4000 im Umfeld vom Minimax-Revisited nochmal hochgezogen wurde hier nur der der Hinweis:
    In dem Soundbeispiel ProgRock (Link unten) ist sie recht prominent zu hören. Eingebunden in den Mix und ich finde, da klingt sie nicht dünn oder nach Transistoren-Zerre. Der Ventilator bringt die besten Eigenschaften der B4000 erst richtig nach vorn. Der eingebaute Drive und vor allem auch die Leslie-Simulation der B4000 sind nämlich tatsächlich nicht so der Hit.

    https://www.amazona.de/report-creamware-minimax-revisited-sonic-core/

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