Test: Sonic Core B4000 ASB, Creamware

B4000 ASB Rückseite - Alles da, bis auf den digitalen Out

B4000 ASB Rückseite – Alles da, bis auf den digitalen Out

Kommunikativ – Anschlüsse

Wie gesagt: Audio „rein-raus“ ist natürlich vorhanden. Weiterhin Klinkenbuchsen für Volumenpedal und Taster. Hier nochmal der ausdrückliche Hinweis aus dem Handbuch „nur Yamaha FC7 und 100% Kompatible“. Auch zugegen: Das Midi-Trio und USB-Anschluss. Neben Midi-Daten wird der USB-Anschluss zur Versionabfrage und ggf. Firmware-Update genutzt. Wohl gemerkt nur MIDI! Kein Audio. Digitale I/Os sind der B4000 nicht gegönnt worden. 

Softwareoberfläche der B4000

Softwareoberfläche der B4000

Installation und Host-Software

Die USB-Rein-Raus-Orgie (@Redaktion: Wortwahl OK? – Antwort Redaktion: Ja klar, wir sind ja kein Politmagazin sondern bei uns lesen Musiker :-) !) mit meinem Laptop, schiebe ich an dieser Stelle mal auf Miss-Konfiguration meinerseits. Mit ihm wollte die Box einfach nicht. An der DAW lief alles glatt, so dass unter Windows bzw. später dann Cubase die B4000 als ein „USB-Audiogerät“ zur Verfügung stand.
Die Remote-Software bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, die die Hardware nicht vorsieht. Vor allem Einstellungen zur Leslie-Emulation, Stimmungen, Mikrofonierung und ähnliches. Dass diese Parameter auf der Hardware keinen Platz mehr gefunden haben, halte ich persönlich aber für nicht schlimm. So können sie doch in eigenen Presets hinterlegt und auf die Box übertragen werden. Als VST-Instrument lässt sich die Remote Software übrigens nicht einbinden. Schade. Da bin ich wohl etwas verwöhnt, natürlich sind alle Funktionen auch per MIDI steuerbar.

Klang

Ich mach’s kurz: Super… und das sage ich, nachdem die rosarote Brille abgefallen ist. Könnte das der Begin einer langjährigen Beziehung werden? Der Sound ist alles andere als steril. Laut Sonic Core werden die Tonewheels einzeln berechnet und später zusammengefasst. Vielleicht ein Grund für die Lebendigkeit des Sounds. Vielleicht wird der ein oder andere einen noch „analogeren“ Bass vermissen oder dessen Präsenz beklagen. Ich finde die gewisse Ausgeglichenheit der B4000 als sehr angenehm und das heißt nicht, dass sie nicht auch mal böse werden kann. Auch die klangformenden Maßnahmen sind schlüssig und homogen und klingen nicht fremd oder aufgesetzt. Allerdings: Die „Kleine“ hat auch ihre Schönheitsfehler. Der „Click“ ist nichts für mich. Ich habe ihn immer sehr sparsam eingesetzt und empfinde ihn (als einzige Ausnahme) als künstlich und stereotyp. Da fehlte mir das ungleiche Schmatzen und rhythmische Klacken, wie man es von manchen Aufnahmen kennt (Liebe Sonic Core Entwickler: Vielleicht könnte man das Click-Verhalten ja mit der aktuellen Einstellung unter „Condition“ koppeln?) Da es sich hier, anders als bei einer Software oder z.B. bei den LED-Drawbars von NordLead, um echte Zugriegel handelt, lässt sich ein „Springen“ des Sounds nach Presetwechsel nicht vermeiden, sobald ein Register geändert wird. Das liegt in der Natur der Sache und von „Motor-Bars“ habe ich noch nichts gehört. Komischerweise hatte ich manchmal den Eindruck, dass dieser Sprung auch an anderen Stellen auftrat. Aber das war nicht zu reproduzieren und wird deshalb an dieser Stelle vernachlässigt.

Klangbeispiele
Forum
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    tja, der Preis !

    Ich finde das Gerät sehr interessant und würde es wegen seiner guten Haptik gerne live einsetzen wollen.
    Aber: Gute Orgelsounds habe ich ja (wie die meisten von uns?)zu Genüge, leider nur mit schlechter Liveebedienbarkeit.
    Was wäre mir nun eine bessere Haptik wert?
    Ich habe in mich hineingehorcht, und mein Gewissen sagte mir (oder war´s mein Herz, was mir Angesicht des hohen Preises in die Hose zu rutschen drohte? ;) : Finger weg bei 1000 Euro! Fang erst wieder an, darüber nachzudenken, wenn Du die B4000 für 600 Euro kriegen kannst. Greif sofort zu, wenn Du sie für 500 siehst!!

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      Du kannst den Sound der B4000 schon für 370€ haben, als "Plugiator" von UseAudio, wenn Du ohne die Haptik auskommen kannst… und bekommst nebenbei noch einen Mini…
      John Lord würde sicher deswegen keine der beiden Orgel-Varianten nehmen, weil es im Bereich drive und amp Modelling viel zu wenig Möglichkeiten gibt…

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    Leider geht Soniccore nicht darauf ein, ob die B4000 weitergepflegt wird, d.h. ob es neue Softwareversionen der Remotesoftware geben wird oder ob es irgendwann eine VST-Einbindung geben wird.

    Hört sich daher doch so an wie der Abverkauf der Lagerbestände.

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    Ich finde den Ssound überhaupt nicht überzeugend, sondern dünn.
    Die fette "Rocker-Schweineorgel" gibt das gerät wohl nicht her?

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    Hab mit der Rockschweineorgel des Creamware NOAH, das die gleiche Engine hat, und einem MK461- Keyboard von Evolution im Zugriegelmodus – 4 Jahre gegen 2 Gitarristen abgerockt. Das Teil ist fett und rotzt richtig ab. Da ging ich nie unter wie bei virtuellen Hammonds und sonstigen japanischen Klons. Die klingen teilweise wie Plastik …..

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      Noah gilt nicht, da kann man zusätzliche Effekte routen… Der Noah ist generell vielseitiger als alle ASB Boxen…

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    Schön, daß ich mal nicht der einzige bin, der kritisch über die B4000 schreibt… ich finde auch daß die B4000 viel zu zahm ist – eben nur eine reine Hammond-Orgel, aber ohne variationsreiche Amps und drive/distortion…
    Aber der Tester läßt ja zwischen den Zeilen durchblicken daß er das Teil für GM Aufsteiger sieht und weniger für Leute die wirklich eine Palette ultmativerer Orgelsunds suchen… und an erster Stelle (im Studio?) wird hier auch die NI B4II genannt, und wohl der Höflickeit halber danach noch die B2003, wenn's denn ein DSP plugin sein muß… ;)

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    DOC.. dann lass mal hören.. ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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      AMAZONA Archiv

      Im Mix wirken Sounds zwar oft anders als solo, trotzdem habe ich auch meine Zweifel…
      Die B4000 klingt wirklich nicht schlecht, aber nach meiner Meinung eben "zahm", da rotzt nix cremig ab, wenn, dann sägt es höchstens in übelster Transistor-Verzerrungs-Manier wie im Beispiel 4 eben…

      Wie gesagt, Noah ist mehr als eine B4000 ASB Kiste, ich denke das ist der Grund…

  7. Profilbild
    costello  RED

    Weil die gute alte B4000 im Umfeld vom Minimax-Revisited nochmal hochgezogen wurde hier nur der der Hinweis:
    In dem Soundbeispiel ProgRock (Link unten) ist sie recht prominent zu hören. Eingebunden in den Mix und ich finde, da klingt sie nicht dünn oder nach Transistoren-Zerre. Der Ventilator bringt die besten Eigenschaften der B4000 erst richtig nach vorn. Der eingebaute Drive und vor allem auch die Leslie-Simulation der B4000 sind nämlich tatsächlich nicht so der Hit.

    https://www.amazona.de/report-creamware-minimax-revisited-sonic-core/

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