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Test: Tasty Chips GR-1 Granularsynthesizer

15. Dezember 2021

Der König der Klangwolken

Der Tasty Chips GR-1 ist kein Synthesizer wie jeder andere. Zunächst ersonnen als Kickstarter Projekt, erschien er schließlich im Jahr 2017, erhältlich nur auf Vorbestellung über eine Warteliste. Seitdem wurde er immer wieder von Filmmusikkomponisten und Ambientproduzenten als Geheimtipp genannt, war aber lange Zeit kaum verfügbar.

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Mittlerweile hat sich dies geändert – den allgemeinen Lieferkettenproblemen und dem grassierenden Bauteilemangel zum Trotz. Und so konnten wir ihn endlich einem gründlichen Test unterziehen.

Die Granularsynthese im Tasty Chips GR-1

Zunächst aber kurz ein paar Takte zum Funktionsprinzip des GR-1:

Die Granularsynthese fristet seit jeher ein Nischendasein. Mit vertretbarem Aufwand und live lässt sie sich nur in einer rechenstarken digitalen Umgebung realisieren und war lange Zeit ausschließlich experimentellen Software-Umgebungen vorbehalten, die oft eine umfangreiche Einarbeitung in die komplexe Programmierung und teils sogar Investitionen in spezialisierte Rechnersysteme (wie z. B. Symbolic Sound Kyma) erforderten. Mittlerweile gibt es zugänglichere Alternativen, so bieten etwa die Wavetable-Veteranen von Waldorf mit dem Quantum einen (preislich allerdings eher im oberen Segment angesiedelten) zur Granularsynthese fähigen Hardware-Synthesizer an. Auch einige Apps, wie beispielsweise Borderlands für das iPad, ermöglichen einen einfacheren Zugang zu dieser Art der Klangerzeugung.

Die Granularsynthese kann grob als Sampling 2.0 umschrieben werden. Verständlich macht dies, im wahrsten Sinne des Wortes, die folgende Analogie: Den Sampler kann man sich vorstellen wie einen Plattenspieler (die älteren Leser erinnern sich vielleicht noch) mit beschreibbarer Platte. Nach der Aufnahme lässt sich dann die Geschwindigkeit der Platte ändern, die Nadel fast beliebig schnell auf und wieder absetzen, während gleichzeitig jemand mit dem Lautstärkeregler noch die Amplitudenhüllkurve anpasst. So lässt sich der aufgenommene Ton recht flexibel reproduzieren.

Bei der Granularsynthese würde dagegen die eine Nadel durch ein ganzes Nadelbrett ersetzt, wobei die einzelnen Nadeln flexibel auf und abgefahren werden können. Dadurch lassen sich kurze oder längere und gegenseitig ständig überlappende Klangschnipsel zu gänzlich neuen Tonfolgen zusammensetzen. Tatsächlich sind die Möglichkeiten der Manipulation in der digitalen Welt natürlich noch vielfältiger, als es analog je möglich wäre: Die Abspielrichtung kann pro Schnipsel („Grain“, also Korn, genannt) gewählt werden, die Hüllkurve der Grains (Nadel) angepasst, die Abspielgeschwindigkeit individuell geändert werden und so weiter. Es entsteht ein für die Granularsynthese charakteristisches Klangbild, bei dem sich das Ausgangsmaterial bei Bedarf unkenntlich machen und durch etwas komplett Neues ersetzen lässt.

Mehr zur Granularsynthese könnt ihr übrigens hier nachlesen.

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Größte Hürden eines einfachen und intuitiven Zugriffs sind die Komplexität des Syntheseverfahrens. Der GR-1 verspricht hier Abhilfe und will mit seiner dedizierten Hardware auch gegenüber Maus- oder Touchpad-basierten Bediensystemen punkten.

Hardware des Desktop-Synthesizers

Tasty Chips wurde 2013 vom Systemingenieur Pieter van der Meer aus den Niederlanden gegründet und hat seine Wurzeln in der DIY (do-it-yourself) Szene. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass schlagendes Herz im kompakten Pultgehäuse des Hardware-Synthesizers der günstige und weitverbreitete Einplatinencomputer Raspberry Pi 3 ist. Dies ermöglicht dem Hersteller auch, ein denkbares Hardware-Upgrade auf eine zukünftige Prozessorgeneration in Aussicht zu stellen, das dann beispielsweise Verbesserungen bei der Polyphonie ermöglichen könnte.

Angeliefert wird der GR-1 in einem braunen Karton. Darin befindet sich außer dem Gerät und dem passenden externen Netzteil (ohne Kaltgerätekabel) lediglich ein einzelnes DIN-A4-Blatt mit einer englischsprachigen Kurzanleitung. Der Hersteller argumentiert, dass häufige Updates auch Überarbeitungen der Anleitung erforderten und neben Kosten- auch aus Umweltgründen auf ein gedrucktes Handbuch verzichtet wird.

Dank der Pi-Plattform kann der GR-1 mit 4 USB-Ports und einem LAN-Anschluss aufwarten. Ebenfalls auf der Rückseite befinden sich neben Strombuchse und -schalter je ein MIDI-Ein- und Ausgang, Stereo-Klinkenausgänge, 3 Miniklinken für die Eingänge CV1 und CV2 und den Gate-Ausgang sowie ein Kopfhörerausgang (ebenfalls Miniklinke) mit Lautstärkeregler.

Das mattgrau lackierte Metallgehäuse macht einen ordentlich verarbeiteten Eindruck und auch die Haptik der stabil am Gehäuse verschraubten Regler und Potis überzeugt. Besonders erfreulich finde ich, dass der kontrastreichen blauen Beschriftung und einer auf Bedienbarkeit optimierten Anordnung gegenüber den leider verbreiteten „Spielzeug-Stylings“ der Vorzug gegeben wurde.

Und Start: Der Tasty Chips GR-1

Das Einschalten beantwortet das Gerät mit einem kurzen Summgeräusch des internen Lüfters, der aber kurz darauf wieder verstummt. Bei ausdauerndem und intensivem Betrieb in den Sommermonaten kann es gut sein, dass er sich wieder zuschaltet, allerdings ist der Pegel so niedrig, dass das Geräusch in der Regel nicht als sehr störend empfunden werden dürfte.

Der Boot-Vorgang inklusive Durchfahren der Startanimationen dauert knapp 30 Sekunden, danach ist der GR-1 voll einsatzbereit. Sehr angenehm ist das großzügig bemessene, hoch aufgelöste und gut ablesbare Display. Bei 800×480 Pixeln und TFT gibt es sich in puncto Bildqualität nur gegenüber teuren Smartphones oder Tablets geschlagen.

Der Bildschirm zeigt die Wellenformdarstellung der Audiodatei eines Patches und visualisiert alle Elemente der Synthese in Echtzeit. Die Manipulation des Signals erfolgt im direkten Zugriff, so kann man z. B. den 120 mm Fader unter dem Display verwenden, um an jede beliebige Position in der Audiodatei zu gelangen.

Bedingt durch die verwendete Hardware-Plattform und ihr Betriebssystem besitzt die Ein- und Ausgabe eine gewisse Latenz, d. h. schnellen Bewegungen der Regler und Potis folgt die Darstellung und Klangveränderung mit erkennbarer Trägheit. Kürzere Reaktionszeiten ließen sich bestimmt mit dedizierter Hardware und Low-Level-Programmierung erreichen, aber wohl kaum zu diesem Preis und der vorhandenen Upgrade-Fähigkeit.

Über den USB-Port kann man nicht nur per Stick eigenen Samples und Programme laden und Updates einspielen, sondern auch externe Audiointerfaces anschließen. Auf diesem Wege ist es auch möglich, mit dem GR-1 über den Audioeingang eines USB-Interfaces zu samplen. Zukünftig soll sich damit nach Auskunft von Pieter gegebenenfalls sogar ein digitaler Ausgang realisieren lassen. Allerdings arbeiten nur einfachste (class compliant) Audiointerfaces ohne spezielle Treiber und Mehrkanalmodi mit dem GR-1 zusammen. Eine Liste der bereits erfolgreich getesteten Geräte gibt es auf der Seite des Herstellers.

Der Granulat-Synthesizer in der Praxis

Die wichtigsten Funktionen sind direkt über die Hardware-Oberfläche zu erreichen: Mit wenigen Handgriffen lässt sich ein Sample laden, an die passende Stelle navigieren, die Breite des abgetasteten Bereichs (Spray) wählen, die Größe der Schnipsel (Grain Size), ihre Häufigkeit pro Sekunde (Density), Verteilung im Stereo-Panorama (Pan Spray), Hüllkurve (Sides, Tilt, Curve) bestimmen, Filtereckfrequenz und -resonanz ändern, die 2 LFOs als Modulationsquellen auswählen und Modulationszielen zuweisen oder die ADSR-Hüllkurven der Stimmen ändern.

Clevere Animationen verdeutlichen sehr gut, was gerade mit den Samples passiert: So erfährt man, an welchen Stellen in der Wellenform, mit welcher Länge usw. die einzelnen Abgriffe der Soundschnipsel erfolgen und wo sie z. B. im Panorama ausgespielt werden.

Apropos Panorama: Der GR-1 verarbeitet als Ausgangsmaterial ausschließlich Mono-Samples, d. h. was an Räumlichkeit aus dem Stereoausgang kommt, basiert auf der Synthese-Engine bzw. den Effekten.

Mittels des Scan-Reglers fährt man auf Wunsch automatisch in die eine oder andere Richtung der Wellenform, wobei die Geschwindigkeit stufenlos zwischen sirupartiger Langsamkeit und doppeltem Tempo verstellbar ist. Natürlich lässt sich hier über Zuhilfenahme der Modulationsmöglichkeiten auch noch zusätzlich Bewegung hineinbringen.

Bei Verwendung der Shift-Taste werden weitere Einstellungen verfügbar, zum Beispiel die Programmlautstärke, die – ebenfalls auf digitaler Ebene – auch über den oberen rechts befindlichen Master-Volume-Regler gewählt wird. Hier muss man notfalls auch mal nachregeln, weil das Gerät durchaus intern übersteuern (clippen) kann. Shift + Scan erlauben es, die Häufigkeit der Abspielrichtung zwischen vorwärts und rückwärts stufenlos zwischen den beiden Extrema (alle Grains vorwärts, alle Grains rückwärts) einzustellen.

Lange Listen von zusätzlichen Einstellungen, ebenso wie die Lade-, Speicher- und Kopierfunktionen des Geräts, finden sich in zwei Menüs. Dem Endlosdrehregler mit integriertem Druckknopf links unten kommt bei der Navigation hier entscheidende Bedeutung zu.

Details zur Klangerzeugung

Der GR-1 erzeugt bis zu 11 polyphone Stimmen, die jeweils bis zu 128 Grains gleichzeitig darstellen können. Diese Grains können zwischen 5 und 5000 ms lang sein und zwischen 0,1 bis 1.000-mal pro Sekunde generiert werden.

Die beiden LFOs verfügen über Sinus-, Sägezahn-, Rechteck- und Zufalls-Schwingungsformen. Zusätzlich lässt sich eine eigene LFO-Form (Aux) auch mit dem Schieberegler zeichnen, diese kann bis zu 70 Sekunden (!) lang sein. Zusätzlich lassen sich die LFOs auch per CV über die Eingänge kontrollieren. Der Gate-Ausgang generiert ein On/off-Signal aus entsprechenden eingehenden MIDI-Signalen, zum Beispiel zur Steuerung eines externen Filters.

Das interne 12 dB Filter kann im Menü wahlweise als Tiefpass, Hochpass oder Bandpass verwendet oder auch deaktiviert werden. Es erlaubt sehr nützliche Klangveränderungen, fällt allerdings klanglich eher in die Kategorie „Standard“.

Das Gerät kann standalone betrieben werden, dafür gibt es auch einen Abspielknopf. 4 Stimmen lassen sich dabei unter Verwendung der Shift-Taste an- und ausschalten. Diese Belegung ist übrigens nicht unproblematisch, denn wenn man das Drücken der Shift-Taste vergisst, wird der Patch umgeschaltet – und was vorher nicht gespeichert wurde, ist danach leider weg. Überhaupt finde ich das Patch- und Performance-System leider etwas unglücklich gelöst und nicht ganz praxisgerecht. Die Eingabe der Zeichen zur Benennung von Patches erfolgt Buchstabe für Buchstabe mit dem Drehregler – wie schon bei einem 80er Arcade-Spielautomaten. Praktisch ist dagegen die Escape-Taste, mit der man immer zielsicher zurück zur Wellenformansicht kommt.

In den Menüs gibt es sehr viele tiefgehende Einstellmöglichkeiten. Zum Beispiel lässt sich das interne Anti-Aliasingfilter deaktivieren, was einen weniger abgeschliffenen Klang erlaubt, allerdings dann mit den typischen Artefakten bei der Transposition. Mir gefällt es ohne Filter meist besser. Auch kann man einen Suboszillator zuschalten, Skalen definieren, einen der internen Effekte (Delay, Distortion, Reducer, Reverb, allesamt ebenfalls eher Standardkost) zuschalten und vieles mehr konfigurieren.

Das Gerät lässt sich seit einem Update nun auch 4-fach multitimbral betreiben. Dies gilt auch im Standalone-Modus, so dass kleine Arrangements direkt auf dem Gerät möglich sind.

Die 4 mal 8 (also insgesamt 32) Presets gleichzeitig sind nicht sehr viel und wer mehr will, muss nachladen. Allerdings ist der GR-1 auch keine Tischhupe (Unterhaltungskeyboard), sondern ein besonderes Werkzeug für spezielle Klänge.

Per MIDI lässt sich der GR-1 nicht nur spielen, sondern auch jeder Parameter steuern und bei Bedarf entsprechend automatisieren, so erhalten Filmmusiker die in diesem Bereich besonders wichtige Reproduzierbarkeit.

Das Handbuch liest sich sehr gut und lässt keine Wünsche offen. Dank gleichzeitiger Veröffentlichung mit jedem Systemupdate ist es immer auf dem neuesten Stand.

Das Wichtigste: Der Klang des GR-1

Der GR-1 ist im Kern ein Sampler und daher natürlich immer nur so gut wie die Sounds, mit denen man ihn füttert. Dass der Granularsynthesizer von hochwertigem Ausgangsmaterial enorm profitiert, belegen beispielsweise die Bearbeitungen der Oberheim OB-8 Flächen-Filtersweeps in den Klangbeispielen.

Wie erwartet ist das Gerät eindeutig als Spezialist für stimmungsvolle Atmosphärensounds, modulierende Flächen, abgedrehte Rhythmen und generell mehr für den Hintergrund geeignet. Hauptanwendung dürfte die Bilduntermalung und Experimentelles sein. Wer viele aktuelle Filme oder Serien anschaut, wird bereits häufig mit dem charakteristischen Klang der Granularsynthese in Kontakt gekommen sein und dabei dürfte es sich nicht selten vermutlich sogar um den GR-1 handeln.

Spielend leicht lassen sich mit dem GR-1 aus hochwertigen Aufnahmen endlos wabernde, traumhaft-jenseitige Texturen erzeugen lassen. Insbesondere garniert mit hochwertigen externen Effekten (die Klangbeispiele sind bewusst komplett trocken und ausschließlich mit dem GR-1 erzeugt) kommt man schnell und effektiv zu eindringlichen, filmreifen Klangkollagen.

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Fazit

Der Tasty Chips GR-1 ermöglicht den bislang schnellsten, einfachsten und besten Zugriff auf die konzeptionell sperrige und verkopfte Granularsynthese. Wenige Handgriffe genügen, um endlos wandelbare wabernde Klangtexturen zu erschaffen. Für Filmmusiker, Sounddesigner und Produzenten experimenteller Spielarten bietet er eine hervorragende Ergänzung der Klangpalette, die wenigen Kritikpunkte fallen dabei kaum ins Geweicht. Der GR-1 ist ein zwar ein Nischenprodukt, aber in seiner Nische ist er konkurrenzlos.

 

Plus

  • intuitiver, schneller und effektiver Zugang zur Granularsynthese
  • leistungsfähige Engine für Klangkollagen mit weitreichenden Modulationsmöglichkeiten
  • guter Grundklang der Engine zur Erzeugung neuer Klänge aus jeglichem Ausgangsmaterial
  • LFOs und Hüllkurven mit extrem langen Laufzeiten ermöglichen Klangveränderungen über große Zeiträume
  • sehr gute Bedienbarkeit und Echtzeitsteuerung der meisten Funktionen

Minus

  • einige Schwächen bei der Bedienung bzgl. Programmverwaltung und -speicherung
  • etwas Latenz
  • Sampling nur mit zusätzlichem USB-Interface
  • Ausgangsmaterial nur in Mono

Preis

  • 889,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    elbonzoseco  

    Interessante kleine Kiste und klanglich auch ziemlich dem entsprechend, was man erwartet.
    Auch der Polyend Tracker hat einen rudimentären Granularsynth mit an Board, in einem ähnlichen Format

  2. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Auch hier gibt es wieder eine ausführliches Video von Mic Irmer alias Sequenzer.de auf YouTube. Auch wenn es diese Technik günstiger per Software gibt, so ist die Hardware eine super Alternative, ohne gleich über 2k für einen Iridium oder Quantum auszugeben. Fand den Satz super: „Ein Nieschenprodukt, aber in dieser Hinsicht konkurrenzlos“ – Touchè!

  3. Profilbild
    ollo  

    Wenn man das als Hardware braucht, sicherlich das beste Gerät, der Iridium ist ja nochmal eine ganze andere Liga, auch preislich. Mir persönlich reicht aber Padshop von Steinberg vollkommen aus, dazu ist er als VSTi immer direkt im Projekt gespeichert, wirklich einer meiner Lieblingssynths. Immer wieder super, was man mit simplen Samples und Fieldrecordings machen kann.

    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      Ollo-Genau! Steinbergs Padshop (benutze ich ebenso) oder auch Native Instruments FORM wären Plug-ins mit Granularsynthese. Bei dem ersten Preset von FORM kann man auch die Funktionsweise gut hören und optisch erkennen. Da wird nämlich das Wort FORM „granuliert“. Man hört, durch die Synthese geschuldet, etwa: „Fooooorrrroooorrrrmmmmmmm“. Ich würde mir bei vielen Hard, – und Softwaresynthesizer als erstes Preset immer eines wünschen, was die Funktionsweise und den einfachen Spirit des Instrumentes widerspiegelt. Oftmals steht man beim ersten betrachten bzw. Hören eher ratlos gegenüber. Bei FORM hat man das Prinzip verstanden, bevor man den Begriff Granularsynthese und deren Funktion kennt. So sollte es immer sein.

  4. Profilbild
    nativeVS  AHU

    Eines der Geraete das schon seit jahren auf der Liste steht aber irgendwie immer noch nicht den weg zu mir gefunden hat.
    Sollte ich mir vielleicht mal einfach als Weihnachstsgeschenk goennen; dann koennte ich auch ausprobieren ob er mit dem Dante AVIO USB kompatibel ist um schoen flexibel ins (digitale) setup eingebunden zu werden.

  5. Profilbild
    nativeVS  AHU

    Eines der Geraete das schon seit jahren auf der Liste steht aber irgendwie immer noch nicht den weg zu mir gefunden hat.
    Sollte ich mir vielleicht mal einfach als Weihnachstsgeschenk goennen; dann koennte ich auch ausprobieren ob er mit dem Dante AVIO USB kompatibel ist um schoen flexibel ins (digitale) setup eingebunden zu werden.

  6. Profilbild
    Tim  

    Boa… sieht super schick aus. Und klingt auch geil. Aber viel zu teuer. Ja, vergleicht man das mit anderen…. Ich kenne auch entwicklungstechnische Hintergründe.. trotzdem…! Modular macht mir auch schon länger immer weniger Spaß, neue coole Module kommen täglich auf den Markt, aber immer direkt 500,600,700 Euro… das muss mal ein Ende haben OHNE Beringer Strategien zu fahren.

  7. Profilbild
    Tim  

    Ach und danke natürlich noch an den Autor!! Der Artikel ist super ausführlich und hat mega Spaß gemacht.

  8. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Herzlichen Glückwunsch zum König der Nische. Tolles Teil, gibt es noch ein anderen vernünftigen Granularsynth als Hardware?

    Das Design ist schön ordentlich und ohne jeden Schnörkel. Bei den sounds mag ich die pads.

    • Profilbild
      Tim  

      Ja, da hast du recht! Das hat mich auch „heiss“ gemacht. Mir gefällt a) das Design sehr gut. Der Screen sieht auch super ordentlich aus und der rest ist super. Und auch b) dass es kaum solch Dinger als Hardware gibt, ist grandios. Aber genau da liegt vielleicht auch das Problem: Gran-Synths gibt es so viele geile, aber weil das eh eine digitale Schlacht ist, die Samples zu zerhacken, gibt es die dinger spott billig für fast kaum Geld als Software. Es wundert mich, dass man dann so ein teures Ding da rausproduzieren muss. Man kann sich mittlerweile einen MIDI Controller für rund 400 Euro komplett selber designen. Mit dem kann man manch digitale Software-Monster dann zügeln.

      Und 900 Euro nur um dann das ganze als Hardware zu haben? Ich weiss ja nicht….

    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      1010 MUSIC BLACKBOX wäre noch eines. Aber dieser geht ggf. eher Richtung Sampler/Looper. Dann gibt’s noch ein paar für’s Eurorack und halt den Waldorf Iridium und den Tastenbruder Quantum.

  9. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Danke für den schönen Test.
    Der GR-1 ist mir schon öfters mal auf Kleinanzeigen über den Weg gelaufen.
    Das Design ist einfach super.
    Der GR-1 kommt rüber wie ein Laborgerät.
    Für Alle die Hands-On zu schätzen wissen.
    Ist bestimmt eine große Freude beim schrauben und drehen.

  10. Profilbild
    Enterprising  

    Ich nutze den GR-1 schon seit über einem Jahr und bin immer noch begeistert. Ideal um düstere Flächen aus Orchester- und Chorschnipseln zu erstellen. Diese bilden super Klangkollagen im Hintergrund. Aber auch Vocodersounds im Mix zusätzlich tonal zu spielen, die Grains Vorwärts/Rückwärts in brizzeln auflösen zu lassen und zu filtern ist eine wahre Freude. Der Fader ist perfekt, um geladen Sampels an jeder Stelle zu verfremden. Funktioniert so auch „Vorne“ im Mix. Danke für den Test:). Kleine Kritikpunkte, mit denen ich sehr gut leben kann: Bei zu vielen Midi Daten vom Hardwaresequenzer schmiert die Software leider ab (Da hilft nur neu starten) und der Fader wackelt etwas. Tut aber nach wie vor seinen Dienst.

  11. Profilbild
    Enterprising  

    Padshop nutze ich auch, ist aber kein Vergleich zum GR-1. Ich glaube Reaktor (hab ich leider nicht) kommt dem GR-1 als Softwarelösung am nächsten.

  12. Profilbild
    Round Robin  

    Vielen Dank für den tollen Test und die guten Klangbeispiele. Der GR-1 ist in seiner Variante einzigartig, denn er macht nur das was er soll. Und das macht er richtig gut. Ein guter Freund hat sich diese Chips schmecken lassen und ist seit dem in jede Produktion eingebunden. Wer wirklich Interesse an Granular Synthese hat, dann ist der GR-1 die beste Wahl. Den hier konzentriert es sich allein auf das granulieren. Mahlzeit :D

  13. Profilbild
    schwarzMatt  

    Vorab: lieben Dank für diesen tollen Bericht. Das Ding scheint Laune zu machen und anbetracht der Hardware, finde ich den Preis eigentlich völlig ok.

    Nur hier bin ich grad ein wenig stutzig geworden:

    “ Zugriff auf die konzeptionell sperrige und verkopfte Granularsynthese“

    Warum? Kann ich grad nicht richtig nachvollziehen. Es gab Anfang der Nuller Jahre mal eine Software, die das Konzept (als erste?) nativ auf PCs portiert hat und es klang ganz ähnlich. Aber schon damals war klar, diese Technologie braucht Power, zumal der Grundgedanke der Granularsynthese ja ziemlich alt ist.

    Ist nur mein Empfinden, aber ich fand die Granularsynthese immer zugänglicher als die Additive.

    Meinungen?

  14. Profilbild
    [aˈtoːm] [aːl] [ˈa(ː)tonaːl]  AHU

    ich find das teil korrekt. die schwächen sollten die devs ausbügeln. leider sind reine audiobeispiele bei granularsynthese immer ein wenig zu wenig^^. immerhin kenne ich das ding aber schon aus dem synthesizertalk kanal auf youtube.

  15. Profilbild
    Klicks

    Sehr feines Review einer sehr interessanten Maschine.
    Als großer Fan der Granularsynthese verfolge ich die Entwicklung solcher Geräte wie Polyend Tracker, 1010 Music bitbox oder Waldorf Irdium schon länger. Mir schien die Umsetzung meist zu kostspielig zu sein oder konnte die Hardware meinen bevorzugten Softwarelösungen wie FRMS oder Granulator nicht ansatzweise das Wasser reichen.
    Generell finde ich dass die Granularsynthese ihre Stärken in einer Softwarelösung besser ausschöpfen kann (ich bin eigentlich ein großer Hardware Nerd).
    Mit dem Tasty Chips GR-1 scheint es sehr gut gelungen zu sein, dort eine Brücke zu geschaffen zu haben, wo andere bisher nicht punkten konnten… zu einem sehr fairen Preis obendrein.
    Danke fürs Review.

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