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Test: Sequential Take 5, Analog-Synthesizer

10. November 2021

Take 5, der kleine Prophet-5?

Sequential bringt mit dem Take 5 einen analogen 5-stimmigen Synthesizer auf den Markt, der unter 1500 Euro käuflich zu erwerben ist. Derzeit ist es der preisgünstige Synthesizer aus dem Hause Dave Smith. Gleichzeitig ist es das erste Produkt, das unter der Schirmherrschaft von Focusrite entstanden ist. Was bietet der Take 5 unter diesem neuen Vorzeichen? Ich freue mich darauf, diese Frage zu beantworten.

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Eine der schönsten Jazz-Kompositionen im 5/4 Takt ist mit Sicherheit Take 5. 1959 veröffentliche das Dave Brubeck Quartett diese Komposition, die aus der Feder von Paul Desmond stammte, dem Saxofonisten des Dave Brubeck Quartetts. Ich konnte Dave Brubeck und Jacques Loussier in einem Doppelkonzert erleben. Deswegen dachte ich bei Take 5 immer nur an das Dave Brubeck Quartett … und seit Neustem an einen Synthesizer von Sequential.

Der Sequential Take 5 im Test

Sequential ist einer der unsterblichen Namen in der Synthesizerwelt, der über einen legendären Nachhall verfügt. Dave Smith ist einer der Götter auf dem Synthesizer-Olymp und für diesen Ruf hat der Prophet-5 seinen Teil beigetragen. Der Sequential Circuits Prophet-5 ist wie der Roland Jupiter-8 und der Yamaha CS-80 einer der unsterblichen polyphonen Synthesizer-Giganten.

Die Verarbeitung des Sequential Take 5

Man bekommt wirklich sehr viel Synthesizer für sein Geld, denn mit 7,7 kg ist er kein Leichtgewicht. Das sorgt für sicheren Stand und daher wird dieses Instrument nicht so leicht von seinem Platz verschoben, das muss man schon wollen. Für das Gewicht ist mit Sicherheit der Boden und die Oberfläche aus Metal verantwortlich.

Die Seitenteile bestehen aus Kunststoff, aber diese wirken keinesfalls billig oder fehl am Platz. Der klassische Sequential-Schriftzug wurde in die Seitenteile eingefräst, ausgestanzt, gedruckt, gelasert oder wie immer das auch technisch funktioniert. Die Seitenteile glänzen nicht, der Sequential-Schriftzug aber schon. Ein tolles Detail. Die Farbtöne des Gehäuses und der Seitenteile sind sehr gut aufeinander abgestimmt.

Das Display ist nicht sehr groß, aber gestochen scharf. Daher ist es kein Problem, die Werte abzulesen. Die Menüführung ist sehr einfach gestaltet, so dass man sich gut zurechtfinden wird. Außerdem muss man wirklich nur sehr selten auf das Display blicken, um z. B. die Modulationsmatrix zu programmieren, was aufgrund der durchdachten Bedienung ein Kinderspiel ist.

Für Keyboarder ist die Wahl der Tastatur ausschlaggebend. Sequential hat sich für eine halbgewichtete Fatar-Tastatur entschieden, die auf 3,5 Oktaven aufgeteilt ist. Fatars hochwertige Qualität bemerkt man natürlich sofort, wenn man die Tasten anspielt. Sie verfügen über einen leichten, aber angenehmen Anschlag. Andere Tastaturen fühlen sich viel billiger an. Deswegen durfte der Take 5 während des Testzeitraums mein Masterkeyboard sein.

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Die Drehregler verfügen überwiegend über einen festen Widerstand. Das finde ich sehr gut, denn dadurch werden Parameter durch versehentliches Berühren nicht verändert. Der große Filter-Cutoff-Regler ist ein herausragendes Merkmal an dem Take 5. Er schreit geradezu, dass man ihn benutzen soll. Ihn findet man auch am Sequential Pro 3/SE. Zusätzlich befinden sich an geeigneter Stelle gerasterte Endlosregler.

Alle Taster lassen sich gut bedienen und verfügen über ein Klickgeräusch. Ich bevorzuge stumme Taster.

Das Pitchwheel und das Modulationsrad fallen nicht durch eine besondere Qualität auf. Sie fühlen sich nach Plastik an und sind eher leichtgängig. Das Pitchwheel springt energisch in seine Ausgangsposition zurück.

Auf der Rückseite des Take 5 befindet sich das MIDI-Trio sowie ein USB-Anschluss. MIDI-Thru muss lobend erwähnt werden, denn viele Hersteller sparen diesen gerne ein. Anschlüsse für Pedal und Footswitch sind ebenfalls vorhanden. Ein Kopfhörerausgang und das übliche Stereo-Out-Pärchen befinden sich auch auf der Rückseite. Schade, dass es keinen Audioeingang gibt, um ein Eingangssignal mit dem Filter, LFOs und den Effekten zu bearbeiten.

Ein Schalter ist vorhanden, um den Take 5 ein- und auszuschalten. Dieser Umstand ist hervorzuheben, denn so ein einfacher Schalter wird ebenfalls gerne weggelassen. Doch was ist das? Der Take 5 wird über einen Kaltgerätestecker mit Strom versorgt und nicht über ein externes Netzteil. Das sieht man heutzutage kaum noch. Sehr gut!

Heutzutage ein Foto wert: Der Sequential Take 5 verfügt über ein internes Netzteil

Die mitgelieferte Schnellstarter-Anleitung ist nicht mit dem Handbuch verwechseln. Dieses muss man sich auf der Sequential Seite herunterladen und ist wirklich sehr ausführlich gestaltet und geht in die Tiefe.

Beim Take 5 handelt es wirklich um ein hochwertiges Instrument. Das lässt auf mehr hoffen. Daher wird es Zeit, den Blick auf die inneren Werte des Take 5 zu richten.

Die Oszillatoren des Sequential Take 5

Der Take 5 verfügt über 2 identisch aufgebaute analoge Oszillatoren mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten. Die Schwingungsformen werden mit einem Drehregler ausgewählt.

Streng genommen verfügt der Take 5 nur über 3 Schwingungsformen (Sinus, Sägezahn und Rechteck). Da aber zwischen den Schwingungsformen überblendet werden kann, sind originelle und ungehörte Schwingungsformen möglich. Durch die Mischformen werden beispielsweise Sägezähne möglich, die nicht so spitz ansteigen.

Die Schwingungsformen sind um den Regler aufgedruckt. So wird deutlich, wann man die Position einer reinen Schwingungsform erreicht hat.Was passiert während des Überblendens? Die Oszillatoren des Take 5 starten mit einem Sinus. Der Reglerweg verwandelt die Sinusschwingungsform …

Galerie: Verschiedene Phasen der überblendenden Oszillatoren (von links nach rechts)

… bis Position 11 Uhr in ein Sägezahn und gegen Position 1 Uhr wird sie zu einem Rechteck. Auf dem Rest des Reglerweges findet selbstverständlich Pulsbreitenmodulation statt.

Die 2 Oszillatoren werden durch einen Sub-Oszillator ergänzt. Mein Oszilloskop verrät mir, dass dieser eine Art Rechteckschwingungsform erzeugt. Man kann sich vorstellen, wie das donnert, wenn man die andere beiden Oszillatoren auf Rechteck einstellt und leicht gegeneinander verstimmt.

Der Sub-Oszillator des Sequential Take 5

Dankenswerterweise besitzt der Take 5 einen Rauschgenerator, der weißes und rosa Rauschen erzeugt. Ich liebe Rauschen, denn in Kombination mit der Sinusschwingungsform lassen sich atmosphärische Klänge erzeugen. Rauschen ermöglicht selbstverständlich auch perkussive und metallische Klänge.

Jeder Oszillator verfügt über einen Regler, um die Lautstärke anzupassen. Es ist möglich, die Oszillatoren um +/-2 Oktaven zu transponieren. Die gewählten Oktaven werden mit LEDs angezeigt. Zusätzlich verfügt jeder Oszillator über einen Pitch-Regler, um die Oszillatoren gegenseitig zu verstimmen.

Das sind aber noch nicht alle Tricks, die die Oszillatoren des Take 5 beherrschen. Der zweite Oszillator kann mit dem ersten Oszillator synchronisiert werden.
Der Take 5 beherrscht FM-Modulation. Um diese Funktion zu aktivieren, steht ein beleuchteter Taster zur Verfügung. Der Oszillator 2 moduliert die Frequenz von Oszillator 1. Dem Take 5 können dadurch glockige Klänge entlockt werden. In den Presets befinden sich eine große Anzahl von E-Pianos, die die FM-Funktion ermöglicht.

Das Filter des Sequential Take 5

Der Filter-Cutoff-Regler des Take 5 ist unübersehbar, weil er im Vergleich mit den anderen Regler riesig ausfällt. Laut Sequential orientiert sich das Filterdesign am Prophet-5 Rev 4. Der Take 5 wurde mit einem 4-poligen Lowpass-Filter ausgerüstet, das zur Selbstoszillation fähig ist. Funktioniert. Selbstoszillation ist echt cool und gehört nach meiner Ansicht zum Pflichtprogramm eines Synthesizers mit Filtern.

Das Filter packt kräftig zu und ist in der Lage, Rechteck-Schwingungsformen in sanfte Sinus-Schwingungsformen zu verwandeln. Sein Klang erinnert mich an Moog Synthesizer: kraftvoll, fett, satt und sehr sauber.

Um dem Filter noch mehr Schub zu verpassen, steht ein Drive-Regler zur Verfügung. Dieser tritt dem Signal kräftig in den Hintern und verleiht dem Signal Aggressivität. Schön ist, dass der Take 5 über eine eigenständige ADSR-Hüllkurve verfügt. Die Möglichkeiten der Envelopes werden im Folgenden genauer betrachtet.

Die LFOs des Sequential Take 5

Der Take 5 verfügt über 2 LFOs, die identisch aufgebaut sind. Sie verfügen über die Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn, aufsteigeder Sägezahn, Rechteck und Sample & Hold. Für jede Schwingungsform steht eine LED zur Auswahl, die mit einem Taster ausgewählt wird. Es gibt jeweils einen Regler für Frequenz und Stärke. Jeder LFO verfügt über einen Knopf, um die LFOs zur Clock zur synchronisieren. Diese Funktionen sind sehr praktisch, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Funktionen sehr oft im Menü versteckt werden. Daran merkt man, dass Sequential in einer anderen Liga spielt.

Besonders beeindruckt bin ich aber von dem Destination-Knopf. Wenn dieser gedrückt wird, öffnet sich das Menü, in den man jeden LFO auf eines von 54 Ziele zuweisen kann. Wie wäre es, mit dem LFO den Reverb-Mix zu modulieren? Kein Problem. Im gleichen Menü ist es möglich, die Modulationsstärke des LFOs einzustellen. Im Prinzip bietet der Sequential Take 5 eine gesonderte Modulationsmatrix für die LFOs.

Diese einfache Methode der Zuweisung habe ich noch bei keinem anderen Synthesizer finden können. Sequential vermeidet langes Suchen und Steppen durch das Menü. Ich möchte, dass ab sofort in jedem Synthesizer das Sequential Konzept der LFO-Zuweisung eingeführt wird.

Es gibt einen sehr großen Unterschied, der die beiden LFOs voneinander unterscheidet. LFO 1 wirkt sich auf alle Stimmen des Take 5 gleichermaßen aus, während LFO 2 sich nur auf die gespielten Stimmen auswirkt. Was bedeutet das in der Praxis? LFO 1 wird jeden gespielten Ton gleichermaßen modulieren. Das ist Standard. LFO 2 verhält sich ganz anders. Nicht jede Taste wird beim Spielen mit gleicher Intensität angeschlagen. In Abhängigkeit des Spiels wird jede einzelne Note vom LFO individuell moduliert. Dadurch können Töne, die über eine unterschiedliche Anschlagstärke verfügen, abwechslungsreicher gestaltet werden.

Die Envelopes des Sequential Take 5

Ich liebe Envelopes und ich denke, diesen wird in Tests immer zu wenig Raum zugestanden. Sie erlauben es, den Klang vielfältig zu gestalten. Die Envelopes bewirken, dass ein Basssound oder eine Fläche erklingt. Sequential hat erkannt, dass Hüllkurven einen erheblichen Einfluss auf die Klanggestaltung nehmen können und bietet mit dem Take 5 einige nützliche Überraschungen.

Der Take 5 verfügt über 2 Hüllkurven, die auf dem ersten Blick dem Filter und dem Amp zugeordnet sind. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Beide Envelopes sind identisch aufgebaut. Sie verfügen über die typischen ADSR-Regler. An dieser Stelle kann man sich natürlich darüber streiten, ob Fader für die Hüllkurven nicht besser sind. Fader-Einstellungen ermöglichen eine bildhafte Vorstellung der Hüllkurven. Gleichzeitig ist es auch ein unpassendes Argument, denn mir ist kein Sequential oder Dave Smith Synthesizer bekannt, der mit Fadern ausgestattet wurde.

Neben den ADSR-Reglern befindet sich der Amount-Regler. Dieser ermöglicht es, den Einfluss der Hüllkurve auf dem Klang festzulegen. Das gefällt mir sehr gut, denn diese Funktion wird oft im Menü versteckt, wenn sie in einem Synthesizer überhaupt vorgesehen sind.

Die zwei unscheinbaren Velocity-Knöpfe dürften passionierte Keyboarder besonders freuen. Je nach Anschlagstärke greift die Hüllkurve mit unterschiedlicher Intensität zu. Auf die Filter-Hüllkurve angewandt bedeutet dies, dass sich das Filter mit zunehmender Anschlagstärke mehr öffnet, was beim Spielen des Take 5 sehr ausdrucksstarke Effekte erzeugen kann. Einschränkung gibt es, wenn das Envelope-Routing-Filter und Amp bzw. Filter und Gate aktiviert wurden. In diesem Modus wirkt sich Velocity nur auf das Filter aus.

Der Take 5 bietet unterschiedliche Routing-Möglichkeiten für die Hüllkurven. Envelope 1 kann das Filter oder Aux modulieren. Eine Filtermodulation anhand einer Hüllkurve dürfte bekannt sein, doch was bedeutet Aux? Aux ermöglicht es, einen Parameter mit der Hüllkurve zu modulieren, der über die Modulationsmatrix ausgewählt worden ist. So kann man beispielsweise Noise mit einer Hüllkurve versehen und unabhängig von den Oszillatoren kontrollieren. Es können unglaublich schöne Klanglandschaften entstehen, wenn zuerst die Oszillatoren erklingen und langsam Rauschen über eine lange Attack Zeit hinzugefügt wird. Im Menü befindet sich diese Funktion auf der letzten Seite der Modulationsmatrix.

Envelope 2 ermöglicht es, den Amp, Filter und Amp oder Filter und Gate zu modulieren. Diese klassischen Anwendungsfälle befinden sich in Synthesizern, die nur über eine Hüllkurve verfügen. Diese Hüllkurve wirkt sich gleichermaßen auf alle Parameter, die von der Hüllkurve moduliert werden aus. Filter- und Amp-Modulation sind Standards, aber was bedeutet Filter und Gate? In diesem Modus kontrolliert Envelope 2 das Filter und die Lautstärke wird nach Drücken einer Taste aktiviert und nach Loslassen der Taste verstummt sie. Dieser Effekt kann sehr nützlich sein, wenn man z. B. mit Unison-Klängen arbeitet. Abgehackte Sounds werden so möglich.

Das Routing der Hüllkurven unterliegt Beschränkungen. Wie man auf den Fotos sehen kann, wird das Hüllkurven-Routing mit einem Knopf durchgeführt. Nicht jede Kombination der beiden Hüllkurven ist möglich. Filter-Envelope 1 funktioniert nur in Kombination mit Amp Envelope 2. Ein erneuter Druck auf das Envelope-Routing lässt Envelope 1 automatisch auf Aux springen und in Envelope 2 stehen nur noch die Hüllkurven für Filter und Amp und Filter und Gate zur Auswahl.

Das Menü ermöglicht es, jede Hüllkurve mit einem Delay auszurüsten. So lässt sich z. B die Attack-Zeit einer Hüllkurve nochmals verlängern oder eine kurze Attack-Zeit kann mit einem Delay verzögert werden. Mit dem richtigen Timing lässt sich der verzögerte Punch einer kurzen Attack überraschend platzieren.

Die Modulationsmatrix des Sequential Take 5

Die Modulationsmatrix ermöglicht es, neue Verschaltungen durchzuführen, die im Design eines Synthesizers eigentlich nicht vorgesehen waren. Trotzdem stellt der Hersteller mit der Modulationsmatrix Wege zur Verfügung, die man selbstständig gestalten darf. Dadurch wird das Klangspektrum eines Synthesizers erweitert. Eine Modulationsmatrix findet sich meistens im Menü eines Synthesizers und je nach Hersteller gestaltet sich seine Programmierung einfach bis komplex. Gibt es auch Hürden im Sequential Take 5 zu bewältigen?

Links neben den Settings befindet sich eine unscheinbare Sektion mit zwei Knöpfen, die sich MOD nennt. Ein Knopf ist mit Source Assign und der andere mit Destination Assign unterschrieben. Wenn man diese Knöpfe drückt, öffnet sich im Menü die Zuweisung der Modulationsquellen und Modulationsziele. Oben steht die Quelle und unten das Ziel. Mit dem Select-Regler können Ziele und Quellen ausgewählt werden. Zwischen Quelle und Ziele findet sich der Modulationswert. Er bestimmt beispielsweise, wie intensiv das LFO die Cutoff-Freqeunz moduliert.

Modulationsmatrix im Software-Editor

Es stehen 19 Modulationsquellen und 54 Modulationsziele zur Verfügung, die ein unglaublich breites Klangspektrum ermöglichen. Für jede Quelle steht im Menü ein Fenster zur Verfügung, was zur Übersichtlichkeit beiträgt.Ein Blick auf die folgenden Tabellen, die dem Handbuch des Take 5 entnommen wurden, geben Auskunft.

Besonders beeindruckt mich die Einfachheit der Bedienung: kein langes Suchen und Steppen durch das Menü. Die Zuweisungen sind schnell erledigt. So macht eine Modulationsmatrix Spaß. Sehr gut gefällt mir, dass Effekte in die Modulationsmatrix einbezogen werden können. Warum nicht mal die Größe des Halls mit dem LFO modulieren? Das ist doch mal was anders!

Die Effekte des Sequential Take 5

Effekte sind immer nützlich, um den Klang von Synthesizern zu veredeln. Oftmals sind die Effekte in Synthesizern nicht erstklassig. Wie schlagen sich die Effekte des Take5?
Der Take 5 verfügt über zwei Effektsektionen. Der erste Effekt ist in der Lage, verschiedene Ausprägungen anzunehmen. Im Folgenden sind das:

Stereo Delay – ein Stereo-Digital-Delay
BBD – eine Vintage-Bucket-Brigade-Delay-Emulation
Tape Delay 1 – eine Vintage-Tape-Delay-Emulation
Tape Delay 2 – eine Vintage-Tape-Delay-Emulation mit mehr Sättigung
Vintage-Stereo-Chorus
Flanger
Vintage-6-Stage-Phaser
Highpass-Filter
Distortion
Ring-Modulator
eine Vintage-Rotating-Speaker-Emulation

Die Effektsektion kann mit einem Knopf aktiviert werden, der durch eine rote LED über seine Aktivität Auskunft gibt. So weiß man immer, ob der ausgewählte Effekt aktiv ist oder nicht. Mit dem Type-Regler wird einer der Effekte ausgewählt, die im Display angezeigt werden. Ein weiterer Knopf ermöglicht es, Effekte zum Tempo zu synchronisieren. Das kann für das Delay nützlich sein. Ein Regler bestimmt die Effektstärke und daneben befindet sich der Regler für das Feedback. Je nach Ausprägung der Effekte haben die Regler eine andere Bedeutung. Diese werden im Handbuch ausführlich erklärt und aufgezählt. Der Synthesizer-Freak und Studio-Nerd wird keine Überraschungen vorfinden. Sequential setzt auf bewährte Parameter.

Der zweite Effekt erzeugt ausschließlich ein Reverb. Auch er verfügt über einen leuchtenden Knopf, der über Aktivität Auskunft gibt. Ein Dry/Wet-Regler erlaubt es, den Hallanteil zu kontrollieren. Mit dem Regler Damping können die Obertöne des Halls abgeschwächt werden. Blecherne Klänge können dadurch vermieden werden.

Jedes gute Hallgerät verfügt über ein Pre-Delay, um einen natürlichen Raum zu erschaffen, so auch der Take 5. Der Tone-Regler ermöglicht es, in das Frequenzspektrum des Halls einzugreifen. Durch Hinzufügen von viel Hall kann es vorkommen, dass sich die Frequenzen überschlagen und Klänge erzeugen, die nicht gewollt sind. Um dies zu vermeiden, muss man im Mix meistens mit einem EQ nachhelfen. Der Tone-Regler funktioniert ähnlich wie ein EQ, nur dass es sich um Filter handelt. Wenn man es auf der 12 Uhr Position nach links dreht, wird es ein Lowpass-Filter und nach rechts gedreht wird es ein Highpass-Filter.

Die Diskussion, ob Emulation klassischer Effekte jemals so klingen werden wie die Originale, möchte ich an dieser Stelle nicht führen. Wer beispielsweise von dem Tape-Delay des Take 5 ein authentisches Roland RE-201 Space Echo oder ein Echoplex Ep-3 erwartet, wird enttäuscht werden.

Die Effekte verbinden sich wirklich sehr gut mit dem Grundsound des Sequential Take 5.
Man muss sich anstrengen, damit sich die Effekte aufdringlich auf den Sound auswirken. Ich habe es selten erlebt, dass Effekte sich so dezent und unauffällig in das Klanggeschehen einmischen. Wenn man sie deaktiviert, merkt man, welche Auswirkung sie haben, aber sie fehlen auch nicht, wenn sie stumm sind. Anscheinend wurden sie für den Take 5 in besonderer Weise gestaltet und ergänzen sich deswegen so gut. Die Effekte verfälschen nicht den Ausgangssound. Sie lassen den Charakter des Take 5 immer durchscheinen.

Weitere Effekte

Den Overdrive-Regler unter dem Volume-Regler zu setzten, halte ich für einen sehr praxisorientierten und originellen Einfall von Sequential. Das erinnert doch an die berühmte 11 auf einer Skala bis 10. Der Overdrive-Regler verleiht dem Signal zusätzlichen Schmutz und kann dadurch aggressivere Töne erzeugen. Man darf  aber auch keine Metal- oder Acid-Orgien erwarten. Für diesen Sound muss auf externe Effekte zurückgegriffen werden.

Für alle Vintage-Liebhaber wurde der Vintage-Regler eingebaut. Er soll technische Unzulänglichkeiten der Synthesizer-Klassiker ermöglichen. Er erzeugt Parameterschwankungen in jeder Stimme. Damals war es nicht selbstverständlich, dass sich jede Stimme eines Synthesizers gleich verhält. Diese technischen Unzulänglichkeiten machten aber auch viel von Charme der alten Klassiker aus, weil es im Klangbild immer Variationen gab. Braucht man das wirklich? Ich glaube, der beste Vintage-Modus wird die 1970er oder 1980er nicht mehr herzaubern können.

Der Step-Sequencer des Sequential Take 5

Der Step-Sequencer des Take 5 verfügt über 64 Steps. Zur Aufnahme muss die Record-Taste des Step-Sequencer Taste gedrückt werden und auf dem Display erscheint der erste Step. Nun kann mit einer Taste eine beliebige Note eingegeben werden und der zweite Step erscheint. Schön ist, dass auch Akkorde sequenziert werden können.
Wenn man auf die Taste „Program“ drückt, wird eine Pause eingefügt. Die Aufnahme wird durch erneuten Drücken der Taste „Record“ deaktiviert. Die Sequenzen können auf der Tastatur gespielt und damit transponiert werden. Dazu muss man die Record-Taste halten und kann dann Noten auf dem Keyboard spielen. Das ist notwendig, weil man mit den übrigen Stimmen zur Sequenz spielen kann. Der Take 5 muss also erkennen, ob die Sequenz transponiert wird oder zur Sequenz gespielt wird.

Mit der Taste Write können Noten zusammengefügt werden. Noten können verlängert werden, um z. B. den Eindruck einer stehenden Fläche zu erzeugen.

Natürlich ist für diese Sektion der Clock-Divider und die Tempoeingabe sehr wichtige, um seinen Sequenzen die richtige Würze zu verleihen. Tja und das war es schon. Der Step-Sequenzer groovt wie verrückt, aber es fühlt sich so an, als hätte ein Sequential Praktikant seine ersten Gehversuche gemacht. Die Step-Sequencer anderer Hersteller bieten da weitaus mehr, wie z.B. das Sequenzieren von verschiedenen Parametern und einen Swing-Regler vermisse ich schmerzlich.

Es stehen 16 Tasten bereit, um Presets auswählen zu können. Andere Hersteller ermöglichen über diese Taster Lauflicht-Programmierung. Die 64 Steps hätte man in 4 Sektionen mit 16 Steps einteilen und mit den Transpose-Tastern auswählen können. So machen das andere Hersteller. Selbstverständlich funktioniert die Programmierung über das Display ausgezeichnet, aber Taster zu aktivieren und deaktivieren ist viel flexibler und macht einfach viel mehr Spaß, besonders deshalb, weil sie so schön rot leuchten. Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Synthesizer-Nerds am Lauflichts als visuelle Stimulans erfreuen. Aus meiner Sicht kann Sequential hier noch eine Menge nachliefern.

Der Arpeggiator des Sequential Take 5

Auch vom Arpeggiator sollte man keine Wunder erwarten. Er verfügt über die üblichen Abspielrichtungen. Erwähnenswert ist der Assign-Modus, der die Noten in der Reihenfolge abspielt, wie man sie gedrückt hat. Schön ist auch, dass der Arpeggiator die Noten über MIDI ausgibt. So können sie beispielsweise in einer DAW aufgezeichnet werden. Toll, dass man den Arpeggiator über ein Pedal starten und stoppen kann. Der Arpeggiator kann auch zu den tempoabhängigen Effekten synchronisiert werden. Mittlerweile befinden sich bemerkenswertere Arpeggiatoren in Synthesizern, die eine Mischung aus Step-Sequencer und Arpeggiator sein können und über Swing verfügen. Der Sequential Take 5 liefert Standards. Das geht in Ordnung, nicht mehr und nicht weniger.

Der Software-Editor des Sequential Take 5

Wie so viele moderne Synthesizer verfügt der Take 5 über einen Software-Editor in den üblichen Plug-in-Formaten. Er wird von Soundtower hergestellt.
Der Editor ist nicht Teil des Lieferumfangs des Take 5, sondern muss extra erworben werden. Er ist in verschiedenen Variationen erhältlich. Wenn man ihn standalone nutzen möchte, muss man 69,95 USD bezahlen. Als Plug-in kostet der Editor ebenfalls 69,95 USD. Wenn beide Varianten erworben werden, zahlt man 99,- USD.

Andere Hersteller liefern den Editor als Dreingabe von Haus aus mit. Der Editor erlaubt keinen Zugriff auf versteckten Funktionen. Er spiegelt das aufgeräumte Design des Take 5 wider. Er verfügt nur kleinere Verbesserungen. Die Modulationsmatrix wird auf einer Seite dargestellt. Auf andere Funktionen, die im Menü versteckt wurden, hat man nun direkten Zugriff.
Der Take 5 Editor ist somit keine dringend notwendige Anschaffung. Er lässt sich auch ohne Software einfach bedienen. Sequential verdient in dieser Frage ein großes Lob.

Irritierend ist das in die Breite gezogenen Design des Editors. Ich hätte die Funktionen auf verschiedenen Seiten dargestellt. Das ist übersichtlicher. Tatsächlich verfügt der Editor über Reiter, mit denen Funktionen aufgerufen werden.  Auch lässt sich das Fenster des Editors nicht verkleinern oder vergrößern. Eine Anzeige gibt Auskunft darüber, dass er zu 100 % angezeigt wird. Leider wirkt der Editor auf mich unausgereift und unübersichtlich.

Die meisten Editoren funktionieren mit dem Endgerät eigentlich ohne große Probleme. Normalerweise müssen in den Menüs auch keine Einstellungen vorgenommen werden, die eine Zusammenarbeit zwischen Software und Hardware ermöglichen. Daher empfand ich die 6 Einstellungen, die eine Zusammenarbeit mit dem Editor ermöglichen, nicht gerade zeitgemäß. Auf dem folgenden Screenshot ist das Prozedere beschrieben.

Es ist kein Problem, diese Einstellungen vorzunehmen und man findet sich gut im strukturierten Menü des Take 5 zurecht. Wir leben aber im Zeitalter von Plug & Play. Andere Software-Editoren lösen die Zusammenarbeit eleganter. Ich musste schon lange keine Einstellungen in der Hardware vornehmen, damit Software und Hardware kommunizieren können.

Der Editor funktionierte nicht immer. Er benötigt dringend Optimierungsbedarf. Das Plug-in hat sehr oft den Take 5 nicht erkannt, obwohl er von meinem System über USB eindeutig identifiziert wurde. Es sorgte dafür, dass Logic Pro 10.7 öfter abstürzte. Manchmal werden die Reglerbewegungen in der Software nicht angezeigt. In Anbetracht des Preises ist die Stabilität des Plug-ins inakzeptabel.

Wie klingt der Sequential Take 5 und wie arbeitet es sich mit ihm?

Es war eine reine Freude, mit dem Take 5 zu arbeiten. Es handelt sich um ein hochwertig gestaltetes Instrument und dieses bedient man gerne. Deswegen benutzt man alle Funktionen. Besonders jene, die sich üblicherweise in den Menüs verstecken, wie LFO-Zuweisungen und die Modulationsmatrix. Über den Step-Sequencer muss man hinwegsehen. Ob der Vintage-Modus sein muss? Also ich lebe im Jahr 2021.

Aber es geht hier ja nicht nur um Bedienung, es geht um Sound! Der Klang des Take 5 würde ich als edel beschreiben. Er liefert Bässe und Pads, die klingen, wie man sie aus legendären Aufnahmen kennt. Bei manchen Bässen habe ich mir gedacht, dass da wohl so mancher Künstler einen Sequential Synthesizer eingesetzt hat. Diese Sounds klingen schon fast wie ein Klischee, aber ich habe sie in dieser Form noch aus keinem anderen Synthesizer gehört. Der Sequential Take 5 klingt einfach fett und edel. Das drückt es am besten aus.

Ein Moog Synthesizer ist bissiger und aggressiver, der Sequential Sound ist eine reinrassige edle Züchtung, mit dem sich gerne die Schickeria zeigt. Sicherlich kann der Take 5 auch brüllen und wüten. Die aggressiven Sounds klingen aber auch schön, weil er wie ein Opernsänger oder Opernsängerin seiner Wut Luft macht. Das ist beeindruckend, aber das hat nichts mit der Wut eines Metal-Shouters zu tun.

Überrascht hat mich die große Anzahl von E-Pianos in den Presets. Kann er, aber mir ist nicht ganz klar, was uns Sequential damit sagen will. Vielleicht sollen wir die Fatar Tastatur benutzen?

Die Stärken des Synthesizers sind schwer zu beschreiben, weil die meisten Kategorien so gut klingen. Effekte, Bässe, komplexe Flächen, Lead-Sounds sind echt super. Die perkussiven Sounds konnten mich auch überzeugen.

Reichen die 5 Stimmen des Sequential Take 5

Reichen 5 Stimmen? 5 Stimmen sind sicher besser wals 4 Stimmen, die man in vielen analogen polyphonen Synthesizer findet. Analoge Synthesizer mit 4 Stimmen sind im Vergleich zum Sequential Take 5 meistens preisgünstiger. 6 Stimmen wären ideal gewesen, denn dann hätte man zwei 3-stimmige Akkorde gleichzeitig spielen können. Ich betrachte diese Einwände rein objektiv, denn schließlich ist das Jahr 2021 und wir leben nicht mehr 1978, als ein Prophet-5 mit seinen 5 Stimmen auf ganzer Linie überzeugen konnte. Aber Schwamm drüber.

Der Take 5 liefert überzeugenden Sequential-Sound. Da gibt es nichts zu meckern, denn man bekommt wirklich sehr viel Sound für sein Geld. Derzeit ist es der preisgünstigste Sequential Synthesizer, den man erwerben kann. Doch wie verhält es sich es mit der preislichen Entwicklung und Features der Sequential Baureihe? Für genau 200,- Euro mehr erhält man einen Prophet Rev2 Desktop mit 8 Stimmen. Wenn man 290,- Euro mehr investiert, kann man auch einen Rev2 mit Tastatur erwerben.

Über diesen Umstand sollte man sich wirklich Gedanken machen, denn ein Rev2 bietet mehr Synthese. Den Take 5 muss man bei der derzeitigen Preisgestaltung unbedingt wollen. Man bekommt ein paar Features, die der Rev2 nicht besitzt, wie z. B. die Sinus-Schwingungsform.

Aufgrund der Preisgestaltung würde ich zum Rev2 Desktop mit 8 Stimmen greifen. Ich bin trotzdem gespannt, wie sich die Fusionierung der Focusrite Gruppe und Sequential auswirken wird. Ich hoffe, man muss einen Software-Editor nicht mehr hinzukaufen.

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Fazit

Wer Sequential Sound von Dave Smith sucht, wir ihn im Take 5 finden. Es handelt sich um einen sehr guten Synthesizer, der viel Spaß macht, weil seine Bedienung durchdacht und logisch ist. Es handelt sich derzeit um den preisgünstigsten Synthesizer von Sequential, aber trotzdem würde ich als potenzieller Käufer noch mal den Rev2 genauer betrachten. Den Editor muss man nicht unbedingt erwerben und bei der Preisgestaltung, Funktionsumfang und Stabilität würde ich sogar davon abraten. Der Take 5 ist ohne Editor sehr gut bedienbar.

 

Plus

  • polyphoner Sequential Sound
  • exzellente Verarbeitung
  • überblendbare Oszillatoren
  • einfach zu bedienen
  • logisch und clever aufgebaut
  • die meisten Funktionen sind ohne Umwege erreichbar
  • gut klingende Effekte
  • Möglichkeiten der Envelopes

Minus

  • Software-Editor instabil
  • Preis nah am Rev2, gestaltet die Entscheidung für den Take 5 nicht einfach
  • Auf den Step-Sequencer hätte man in der derzeitigen Ausführung verzichten können

Preis

  • 1.289,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dflt  

    vielen dank für den test. scheint ja so, als kann ich als rev2-besitzer hier passen… tatsächlich klingen viele der klangbeispiele doch sehr vertraut.
    aber eine frage hab ich dann doch:
    „Schade, dass es keinen Audioeingang gibt, um ein Eingangssignal mit dem Filter, LFOs und den Effekten zu bearbeiten.“
    wie bearbeitest du denn eingangssignale mit den lfos?

    • Profilbild
      Dirk Matten  RED

      Darüber bin ich auch gestolpert, aber sicherlich wird uns der Autor erklären, was er gemeint hat. Inwieweit ein Audioeingang bei einem polyphonen Synthesizer sinnvoll ist, ist mir auch nicht klar.

      • Profilbild
        Sven Rosswog  RED 2

        Hallo Dirk Matten,

        Ich benutze grundsätzlich jeden Synthesizer, der mir dazu die Möglichkeit bietet als Effektgerät und schleife ein Signal durch. Heutzutage arbeiten die meisten mit dem Computer. Ein Synthesizer mit Audioeingang und analogen Filter ermöglicht es, Signale aus dem Computer zu analogisieren, veredeln, verbiegen, etc, ohne ein zusätzliches externes Filter beschaffen zu müssen.

        • Profilbild
          Dirk Matten  RED

          Das wäre dann sinnvoller, wenn man den Audioeingang einer ganz bestimmten Stimme zuweisen könnte, die aus dem Summenausgang herausgenommen würde und für diese und die verbleibenden Stimmen gesonderte Programme aufrufen und wählen könnte, ob die monophone Stimme oder die verbleibenden Stimmen im Edit-Mode sind. Ich denke, das ist für diese besondere und möglicherweise nicht sehr oft gewünschte Anwendung sicherlich ein nicht unerheblicher Aufwand, bin aber kein Techniker.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED 2

      Hallo dflt,

      das funktioniert natürlich nur indirekt, wenn man z.B. das Filter mit dem LFO moduliert. So könnte man das Eingangssignal mit dem Filter durch die LFOs rythmisch variieren. Automatisiertes Filter Auf und Zu durch den LFO. Der Take 5 ermöglicht Effekte mit dem LFO zu modulieren. Man könnte also das Eingangssignal durch den Hall schicken und den Hall bzw. Hallparameter mit dem LFO modulieren.

      • Profilbild
        dflt  

        Danke Sven. Dass Filter und Effekte durch die LFOs moduliert werden können, ist mir klar. Mich hat nur der direkte Weg durch die LFOs etwas verwundert. War vielleicht nur etwas unglücklich formuliert :)

  2. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Sehr schöner Artikel mit tollen Soundbeispielen. Vielen Dank.

    Der „Take 5“ hat für mich vom Konzept Ähnlichkeit mit dem OB-6.
    So scheint es mir zumindest auf den ersten Blick.
    Der Bericht hat mein Interesse geweckt.

    Ich hatte eine längere Zeit den OB-6.
    Der OB-6 klingt einfach phantastisch und macht echt spass aber leider ist das fehlende Display beim OB-6 eine unnötige Einschränkung.

    Ich habe den OB-6 dann verkauft weil ich bei 400 Programmplätzen keine Lust mehr hatte eine schriftliche Liste über meine Sounds zu führen und mich beim Abspeichern immer insgeheim gefragt habe ob ich auf dem Programmplatz vielleicht schon einen guten Sound gespeichert habe oder nicht mehr wußte wo ich einen Sound gespeichert hatte.

    Der Take 5 könnte was das Display angeht vielleicht der bessere OB-6 sein.
    Muss ich unbedingt mal antesten.

      • Profilbild
        Anthony Rother  AHU

        Danke für deinen Hinweis auf die Software :-)

        Die Software hatte ich mir damals auch geholt um die OB-6 Presets zu verwalten aber dann musste der OB mit eigener MIDI Schnittstelle für die Software am Rechner dranhängen.

        Einen Computer verbunden am OB-6 damit man die Namen der Presets sehen kann hat es nicht besser gemacht.
        Die Software war in der Praxis dann leider doch nicht so praktisch wie ich dachte und wie man annehmen könnte.

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          Holk  

          Ja klar :-) Schon richtig. Doch, diese funzel OLED Displays ? Erinnert mich immer an die Nord Leads. Nord Lead 1 & 2 hatten ja auch nur ein Numerisches LED Display für die Presets. So „vintage style“ wie bei einem Prophet 5 :-)
          Dann erschien der Nord Lead 3 mit einem grün beleuchteten Dot Matrix Display für die Patchverwaltung über Numerisch hinaus.
          Das sah‘ zwar ziemlich bescheiden aus, aber ich glaube es gibt da mittlerweile wie für viele Synthesizer DotMatrix Displays mit schwarzem Hintergrund an Stelle des grün beleuchteten (und für Nord und Sequential gut passend mit roten Pixeln für die Anzeige.)
          Quasi so: https://imgur.com/a/H33YVNd

          Und ehrlich gesagt ist ein „modernes“ Dot Matrix Display doch schöner als so eine Oled Funzel (die man auch in allen möglichen Vape Mods für Dampfer findet – wo sie auch besser passen als in einem Synthesizer).

          Kurz: Klar hast Du jetzt am Gerät eine Übersicht. Aber toll gelöst ist das m.E. nicht.

          Quasi: Besser fände ich es in der Form (ein Black/Red Dot Matrix passt auch besser zu dem klassichen numerischen LED unten am Step Sequencer):
          https://imgur.com/a/7BxPU2Y

          Das Oled wirkt für mich so richtig billig und dem Synth eigentlich unwürdig.
          Der Nutzen – Ok .. klar ..

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          Holk  

          Ich verstehe echt nicht warum die da im Sequential Design Team nicht den Gesamteindruck aufwerten indem sie ein der Umgebung angepasstes Display verwenden.

          Ich sende mal rein aus Interesse eine Mail an Sequential mit der Frage warum sie das nicht so machen.

          https://imgur.com/a/LRbUfWr

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      Braincorporation

      LoL! Mir gehts leider ganz genau so!
      Ich hätte gerne ein kleines Display an dem ich sehe: patch-name, Art (brass, lead,.. ), Ersteller, Änderungsdatum, Schreibschutz(y/n).
      Das wäre mal ne grossartige Hilfe.
      Das selbe gilt für den Super6.

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    Henrik Fisch  AHU

    Mich begeistert der »Take 5« schon bei seiner Vorstellung nicht so sonderlich. Das liegt aber auch daran, dass mich eher Synthesizer mit experimentelleren Features reizen. Brot und Butter habe ich schon genug. Wobei natürlich knapp EUR 1.300 für eine Sequential-Synthesizer schon eine Ansage ist. Wenn da nicht der »Rev2« wäre. Aber naja, passt schon. Meins ist es nicht, aber ich will niemandem den Spaß madig machen.

    Meine Augenbrauen sind allerdings gen Norden (sprich: nach oben) geruckt, als ich das mit der Modulationsmatrix gelesen habe. »Osc 2« ist eine Modulationsquelle? Und es gibt auch »Random« als Quelle? Da ließe sich dann ja doch einiges an bewegten und nicht immer vorhersagbaren Sounds bewerkstelligen. Jetzt fehlt nur noch die Infos, wie viele Modulations-Slots zur Verfügung stehen. Laut des Screenshots vom Editor sind es 16 Slots, oder? Damit ließe sich echt schon einiges anstellen.

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        Michael Schill  RED

        Ist es wirklich das gleiche wie beim Prophet-6 oder -5? Oder ist bei der Modulationsmatrix des Take-5 noch eine AD-DA-Wandlung dazwischen? Das würde mich interessieren…

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    justme  

    Kaum ein Synthesizer läßt seine FX so mit dem Klang verschmelzen…
    Die Sounds klingen, wie man sie von Aufnahmen kennt, fast schon Klischee aber so,
    wie man sie von keinem anderen Synthesizer kennt…
    Und auf dieses Loblied folgt das Resumee, dass der Autor für 200,00 Euro mehr lieber zum REV2 greifen würde… da mußte ich ein wenig schmunzeln.
    Trotzdem natürlich vielen Dank für einen ausführlichen Test, wenn mir doch ein paar Dinge fehlen.
    Rein technisch betrachtet muss, wenn auch musikalisch für die meisten vielleicht irrelevant, erwähnt werden, dass dies kein rein analoger Synthesizer ist. Nach den Filtern wird A/D gewandelt, die Amplifier sind digital bevor´s dann nach den FX wieder D/A nach draussen geht.
    Wie gesagt : Das muss nichts schlechtes sein, aber vielleicht interessiert sich der ein oder andere auch ein wenig für die verwendete Technik und Architektur eines Instrumentes.
    Ich habe keinen Take 5 , aber bei den Mod-Matrix-Konfigurationen der Sequentials ist es doch eigentlich so, dass man zur Anwahl der Destinations nicht mehr scrollen muss, sondern einfach kurz den Regler des Parameters betätigen kann (was ja noch viel schneller/intuitiver geht…), der moduliert werden soll ?
    Und dann würde mich interessieren, ob die Implementierung des Vintageknobs hier so viel schlechter als in OB6,P6 und P5/10 funktioniert. Denn dort ist die Meinung über dieses Spec eher einhellige Begeisterung…

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      Sven Rosswog  RED 2

      Hallo Justme,

      ich will zuerst mal das Instrument so wie es ist betrachten und alles was der Take 5 macht, macht er wirklich gut. Das ist ein sehr guter Synthesizer. Wenn man aber dann, rein zufällig mal nachkuckt, was Sequential da noch so anbietet, fällt die Preisgestaltung deutlich ins Auge und die wird nicht nur mir auffallen. Bei fast 1300 Euro, spielen 200 Euro mehr, dann keine große Rolle mehr und das sollte man evtl. berücksichtigen. Daher mein Hinweis darauf, für alle die an Sequential Sound interessiert sind.
      Ja, ist immer die Frage, was man in einem Test gewichtet. Nicht jeden kann ich mit den Fragen, die ich mir in den Tests stelle zufriedenstellen. Du konntest auch ohne mich die Fragen beantworten, vielleicht weil andere Tester, andere Schwerpunkte setzten. Es gibt ja vielfältige Meinungen da drausen.
      Der Vintage Button. Probiere ihn am besten aus, ich halte mich da raus. Wer Vintage will, sollte Vintage kaufen. Das ist meine Meinung dazu. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, dem Gras beim wachsen zuzuhören oder eine Produktionsumgebung von 1981 aufzubauen um mir darüber ein objektives Bild zu machen. Es gibt aber Leute, die das machen. Da setzte ich andere Schwerpunkte. 😉

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        justme  

        Hy Sven, vielen Dank für die ausführliche Antwort !
        Du hast Recht, natürlich setzt jeder andere Schwerpunkte. Ein Vergleich oder Hinweis zum REV2 ist nicht aus der Welt gegriffen von Dir. Wenn ich ihn auch nicht teilen würde, da es mir bei einem Musikinstrument in allererster Linie um den Klang geht, und da sind die beiden nunmal doch ein Stück auseinander. Wobei ich keinen als besser oder schlechter werten wollen würde !
        Dein Statement zum Vintageknob jedoch… entweder der ist beim Take 5 soooo schlecht umgesetzt, oder Du hast Dich nicht wirklich damit beschäftigt, sorry ! Jedenfalls ist der in OB6 (einbißchen), Prophet 6 (fantastisch) und Prophet 5/10 (sehr,sehr gut und vielfältig) umgesetzt! Hat wirklich null mit Vintageimitation oder Graswachsenhören zu tun.
        Jeden, der das anzweifelt, lade ich gerne in mein bescheidenes Studiozimmer ein um´s gemeinsam anzuhören !

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    baselzwei

    Ich finde den Take 5 ausgesprochen spannend. Zum Vergleich mit dem Rev2: dieser Vergleich ist natürlich absolut naheliegend und gerechtfertigt. Als jemand, der eine Zeit lang den Rev2 (8 Voice) hatte, kann ich allerdings sagen, dass die DCO des Rev2 für meine Ohren schon anders klingen und sich anders verhalten als die VCO von z.B. einem Prophet 6. Und der Take 5 hat ja nun m.W. VCO. Das muss nicht schlechter oder besser sein. Die Klangcharakteristik ist halt anders. Das sollte man bei einem Vergleich von Take 5 und Rev2 vielleicht im Hinterkopf behalten.

  6. Profilbild
    Kazimoto  

    Klingt doch gut, muss den mal testen. Der REV2 hat mir nicht gefallen, nur der Pro3 wegen WT, Multifilter, CV etc. Ich würde sagen der Take 5 ist Sequentials neues Massenprodukt und die anderen sind bald Geschichte. Bis auf den neuen P5/10.

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    Michael Schill  RED

    Als Interessent fehlt mir in diesem Test eine Info, ob der Overdrive analog ist oder digital. Einen Hinweis, dass bei Nutzung von FM der modulierende Oszillator im Take-5 stets stummgeschaltet wird, habe ich auch vermisst. Und das Verhalten von LFO2 ist nicht von der Anschlagsdynamik abhängig, sondern vom Timing. Werden die Noten eines Akkords nicht 100% gleichzeitig gespielt, entstehen die kaskadierenden LFO-Modulationen, die man als REV2-Benutzer entweder hasst oder liebt.
    Interessant hingegen war zu erfahren, dass der Soundtower-Editor tatsächlich so schlecht ist wie sein Ruf. Schade, dass Codeknobs als einziger Wettbewerber für die neueren Sequential-Synths nichts mehr liefert.
    Die Soundbeispiele geben einen guten Überblick, aber ein klanglicher Vergleich zu anderen Sequential-Geräten hätte mich schon gefreut.
    Dass der Rev2 „mehr Synthese“ bieten würde, kann ich so nicht nachvollziehen. Gut, er hat noch eine Hüllkurve und zwei LFOs mehr (von denen keiner aber global wirken kann), dafür fehlen mit Osc-Blending, FM, Sinusschwingung, Pink-Noise und Filterdrive wichtige Elemente zur Klanggestaltung. Als Haupt-Vorteil sehe ich beim Rev2 weniger die Stimmenzahl, als den Multimode, der aus dem Gerät quasi zwei Synthesizer macht. Dafür klingen seine DCOs relativ statisch – oder ist das beim Take-5 trotz VCOs genauso?

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      justme  

      Da der Weg VCO>VCF>A/D>Digital Amp>DigitalFX>D/A>Out ist dürfte der Overdrive hier nicht analog sein…
      Vielleicht weiss das aber jemand im Detail besser…

    • Profilbild
      Doc   52

      Hallo 8 Bit Fighter,

      die internen Effekte bypass… ;))

      Muss jetzt aber nicht heissen das sie schlecht waeren, sie gefallen mir einfach nicht. Zu agressiv und metallisch
      Die in Behris DM-12 nutz ich allerdings auch nicht.

      Hab den Take jetzt seit ca. 6 Wochen. Das Teil rockt wie Sau.

      Hall -> Red Panda Context 2.
      Die Mod – und Delay -> Lexicon MX 200.

      Eine Traumcombi

  8. Profilbild
    0gravity  

    Kann man eigentlich 2 Take5 kaskadieren, so dass man einen 10-stimmigen Take5 erhält?
    Bei vielen Sequential/DSI Instrumenten geht das, beim Take 5 habe ich nichts dazu gefunden.

    • Profilbild
      Viertelnote  AHU 1

      wäre zwar ein eher teurer Spaß, aber mit zb 2 Desktopmodulen (so sie denn kommen sollten)
      könnte man die bestimmt so nutzen.

      mfG

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        0gravity  

        Teurer Spaß ist relativ. Zwei Take 5 sind immer noch sehr viel günstiger als ein Prophet 10.
        Außerdem gefallen mir das Konzept und die Möglichkeiten beim Take5 besser.
        Vom Klang her halte ich beide für ebenbürtig.

  9. Profilbild
    Basti.M1  

    Wow. Bin begeistert. Habe gerade auch den ARP2600M-Artikel gelesen, kann mir aber derzeit nur einen von beiden leisten. Dabei wäre das ein Traumpärchen.

    • Profilbild
      Doc   52

      Hallo Basti,

      Den Take 5 kannste gleich kaufen.
      Der Korg ARP ist e erst in nem halben Jahr lieferbar… bis dahin gibts Urlaubsgeld..

      ;=))

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