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Test: Behringer Pro-1 Analogsynthesizer, Sequential Circuits Klon

13. November 2019

Behringers Pro-1 - dem großen Vorbild würdig

Kann sich sehen lassen – der Behringer Pro-1

Eigentlich muss ich diesen Bericht nicht schreiben. Dieser Synthesizer ist großartig, und wenn ich zum Vorbild von Sequential gehe, dann war er immer schon großartig. Ich wollte den Pro-One immer schon haben, seit dem ersten Tag, als ich ihn im Schaufenster des lokalen Musikalienhändlers sah – nur dass ich 1981 als armer “Zivi” das Geld nicht hatte. Aber mir war klar: Mit dem Pro-One hat Sequential alles richtig gemacht. Also Leute: KAUFEN!!!
Nun gut, so einfach will ich es mir nicht machen. Zum einen, weil es auch beim Pro-One doch einige Dinge gibt, die man unterschiedlich bewerten kann. Und zum anderen, weil ganz einfach über dreißig Jahre vergangen sind, in denen sich im Synthesizerbau einiges getan hat, sodass man so eine Wiederveröffentlichung doch auch an heutigen Maßstäben messen sollte. Das war schon beim Moogschen Model-D ReIssue so, galt genauso für den ARP Odyssey von Korg und der Behringer Pro-1 entkommt dieser Betrachtung ebenfalls nicht.

Der Sequential Pro-One kommt mit göttlichem Segen

Der Sequential Pro-One kommt mit göttlichem Segen – hält der Pro-1 mit?

Fangen wir erstmal mit den groben Rahmendaten an. Der Behringer Pro-1 ist genauso wie sein Vorbild ein einstimmiger subtraktiver Synthesizer. Es gibt zwei Oszillatoren, ein spannungsgesteuertes Tiefpassfilter (VCF) und einen VCA. Sowohl dem VCF als auch dem VCA ist jeweils eine eigene ADSR-Hüllkurve zugewiesen und zu guter Letzt gibt es auch einen niederfrequenten Modulationsoszillator für diverse Modulationen. Wie das Vorbild besitzt der Pro-1 einen einfachen Step-Sequencer sowie einen Arpeggiator. Das Keyboard und die Modulationsräder des Originals fehlen dem Pro-1 allerdings. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist – doch dazu später. Sehen wir uns die Dinge im Detail an.

Zum Paket des Pro-1 gehören Netzteil, Eurorack-Kabel und Bedienungsanleitung

Zum Paket des Pro-1 gehören Netzteil, Eurorack-Kabel und Bedienungsanleitung

Rahmendaten

Der Pro-1 kommt in einem 80TE breiten, stabilen Eurorack Pultgehäuse daher und ist selbst auch Eurorack-fähig. Er kann also auch (!) über den dort üblichen 10-poligen Stecker mit Strom versorgt werden.
Im Gehäuse befindet sich noch eine kleine Platine für die USB-Buchse und den MIDI-Thru/Out-Anschluss plus DIP-Schalter für den Eingang fürs mitgelieferte Steckernetzteil und für eine 6.3mm Klinkenbuchse mit dem Ausgangssignal. Setzt man den Pro-1 als Modul in einem Eurorack-System ein, gibt es auf der Frontplatte eine 3,5mm Buchse mit dem Ausgangssignal.
Leider liefert das Platinchen im Pultgehäuse keine Spannungsversorgung für Eurorack, denn im eigenen Gehäuse wird der Pro-1 mit auf der Hauptplatine befindlichen Spannungskonvertern betrieben, die wiederum von einem üblichen 9V-Steckernetzteil versorgt werden. Es wäre natürlich fein gewesen, hätte man das Pultgehäuse gleich so, wie es ist, für Eurorackmodule verwenden können. Das wäre dann aber schon viel Luxus für den Preis gewesen.

Blick ins Gehäuse des Behringer Pro-1

Blick ins Gehäuse des Behringer Pro-1

Ein bisschen mehr nervt, dass für die Schrauben nur jeweils vier Einschubmuttern in den Schienen des Gehäuses sitzen. Zum einen gerät es zu einem Geschicklichkeitsspiel, den Pro-1 wieder ins Gehäuse einzuschrauben, wenn man ihn mal rausgenommen hat. Zum anderen muss man sich Einschubmutternleisten besorgen, wenn man das Gehäuse für andere Eurorackmodule verwenden will. Vermutlich ist das aber ein Problem, das nur für eine ganz kleine Anwenderanzahl relevant ist. Denn der überwältigende Teil der Pro-1-Besitzer wird gar nicht auf die Idee kommen, den Pro-1 anders als genau so einzusetzen, wie er aus der Schachtel kommt.
Und das hat seinen Grund. Denn der Pro-1 beziehungsweise sein Vorbild, der Sequential Pro-One, ist der Standalone-Monosynthesizer schlechthin. Und er ist die perfekte Realisierung dessen, was sich Doug Curtis mit seinen Synthesizerchips vorgestellt hat (das merken wir uns fürs Fazit). Die Schaltung des Pro-One ist fast die 1:1 Umsetzung der Beispiel-Schaltbilder aus den Datenblättern der Curtis ICs. Sehen wir uns das im Einzelnen an.

Die VCO-Sektion des Pro-1

Die VCO-Sektion des Pro-1

Oszillatoren

Da sind zunächst die VCOs. Oszillator A liefert Sägezahn und ein pulsweitenmodulierbares Rechteck. Oszillator B bietet Sägezahn, modulierbare Pulsschwingung und Dreieck. Beide VCOs kann man mit einem vierstufigen Oktav-Schalter und einem etwa eine Oktave überstreichenden „Tune“-Regler stimmen. Oszillator A kann von Oszillator B hart synchronisiert werden. Der Tune-Regler ist übrigens beim Pro-1 so geeicht, dass die Normalstellung in der Mitte ist, und der Regler nach unten und nach oben etwa eine Quint verschiebt. Beim Pro-One ist der linke Anschlagpunkt des Potis die Ausgangsstellung und man kann eine Oktave nach oben stimmen. Der Bedienunterschied ist marginal. Ich persönlich mag die Behringer Lösung etwas lieber. Die VCOs sind übrigens nach kurzer Aufwärmzeit erstaunlich stabil, besser als beim hier stehenden Vergleichs-Pro-One. Auf der Platine erkennt man, dass die VCOs mechanisch und vermutlich damit auch thermisch möglichst vom Rest der Platine getrennt wurden.

Spezielle Platinenkonstruktion um einen der VCO-Chips des Pro-1

Spezielle Platinenkonstruktion um einen der VCO-Chips des Pro-1

Das alles können nun andere Synthesizer auch. Was hat es also mit den Curtis-ICs auf sich? Der CEM3340 beziehungsweise die Variante von Cool Audio der V3340 ist nicht nur ein sehr stabiler und über sehr weite Frequenzbereiche sauber trackender VCO. Er klingt auch in den Höhen strahlender als die meisten anderen VCOs. Woher kommt das? „Normale“ VCOs basieren im Kern darauf, dass ein Kondensator von einem Strom aufgeladen wird, bis die am Kondensator herrschende Spannung einen Schwellwert erreicht. Ist der erreicht, wird der Kondensator über einen elektronischen Schalter augenblicklich entladen. Dann geht das ganze von vorne los. Trägt man diesen Verlauf grafisch auf, so bekommt man den allseits bekannten Sägezahn. Die Stärke des Ladestroms bestimmt die Geschwindigkeit dieses Vorgangs und somit die Tonhöhe. So weit die Theorie.
In der Praxis ist der Entladevorgang zwar sehr schnell, aber nicht unendlich schnell. Vor allem ist er immer gleich lang, egal wie schnell oder langsam vorher aufgeladen wurde. Das bedeutet, dass bei tiefen Frequenzen die Entlade-Flanke zwar ein wenig geneigt ist aber immer noch quasi senkrecht im Vergleich zur Lade-Flanke ist. Bei hohen Frequenzen nimmt die Steilheit der Lade-Flanke zwar immer mehr zu, die Entlade-Flanke bleibt aber gleich. In der Relation zueinander beginnt der scharfe Sägezahn eine Dreiecks-Form zu bekommen. Und jetzt können wir Musiker wieder was dazu sagen, denn wir wissen, dass Dreieckschwingungen deutlich dunkler und obertonärmer sind als Sägezahnschwingungen. VCOs mit Sägezahn-Kern sind also potentiell in den Höhen etwas obertonärmer.
Hier schlägt die Stunde des 3340 VCOs. Denn der erzeugt im Kern keinen Sägezahn sondern eine Dreiecksschwingung; die Stromstärke, die erst zum Laden des Kondensators benutzt wurde, wird nach dem Erreichen des Schwellwerts invertiert zum Entladen benutzt. Laden und Entladen sind gleich schnell. Grafisch aufgetragen ist das ein Dreieck. Die Sägezahnschwingung wird nun aus diesem Dreieck erzeugt, indem vereinfacht gesprochen der Schwellwertschalter auch einen Inverter am Signalausgang aktiviert. Dieses Umschalten geht jedoch wirklich ohne jegliche relevante Verzögerung: Es gibt also keine Entladeflanke, der Sägezahn ist bei jeder Frequenz perfekt und somit immer gleich obertonreich. Deswegen klingt ein 3340 VCO so strahlend und durchsetzungsfähig.

Stolzer Name

Stolzer Name

Und wie sieht es unten rum aus? Der tiefste reguläre Ton liegt für beide VCOs im Normalmodus (für Osc B gibt’s einen Lo-Modus, aber dazu später) bei 32Hz, mit dem VCO-Tune-Regler, dem Gesamt-Tune-Regler und mit nach unten gezogenem Bender kommt man dann bis 16Hz. Diese 16Hz inklusive Tune-Reglern sind übrigens das absolute Limit. Je weiter man in der untersten Oktave nach unten kommt, umso weniger wirkt der Bender nach unten (nach oben ist es immer eine Oktave). Aber nach unten muss mit eingerechnet werden, dass ja der Osc-Tune-Regler selbst auch noch mal eine Quint und der Gesamt-Tune einen Halbton abziehen könnte, deswegen ist einfach beim G#0 Schluss mit Bender; der Rest bis zum C0 ist für Osc-Tune und Gesamt-Tune reserviert. Der Sequential Ahn macht es sich da einfacher, er erlaubt dem Bender immer nur eine Quint.
Stört mich dieses Verhalten? Nicht wirklich. Denn Bending-Effekte im Bereich zwischen 30 Hz und 15 Hz nimmt man nur noch als undeutliches Gegrummel wahr. Auch wenn mich jetzt einige Technik-Puristen steinigen mögen: Mir ist es offen gestanden völlig egal, ob das jetzt 6 Hz mehr oder weniger rumgrummelt. In den diversen Netzcommunitys und Foren wurde allerdings bemängelt, dass 32 Hz doch etwas “weit oben” seien. Manche anderen Synthesizer mögen mit ihren Suboszillatoren noch weiter runter kommen, aber ich kenne – abgesehen von Modularsystemen – keinen anderen Synthesizer, der mit seinem regulären VCO tiefer agiert.

Der V3320 Filter Chip im Pro-1

Der V3320 Filter-Chip im Pro-1

Filter

Beim Filter gibt es Regler für Kennfrequenz, Resonanz, Hüllkurvenintensität und Keyboard-Tracking. Das Filter macht bei den tiefsten möglichen VCO-Frequenzen „gerade mal so“ den ersten Oberton zu. Die Grundfrequenz des Oszillators ist immer noch zu hören (mein Frequenzzähler sagt 50Hz für die tiefste Filterfrequenz und 32 Hz als tiefste VCO-Frequenz). Das ist schade, denn viele andere Synthesizer ermöglichen es, das Filter wirklich deutlich unter die Grundfrequenz des VCOs zu regeln. Der Pro-One von Sequential hat dieses Manko auch, aber es wäre mir schon lieb gewesen, wenn Behringer sich hier nicht sklavisch ans Vorbild gehalten hätte. Das finde ich schade, denn da gehen einem manche schönen subsonischen Überraschungseffekte verloren. Nach oben hin kennt der Pro-1 allerdings fast keine Grenze. Das Filter kann bis gemessene 32 kHz(!) aufmachen, und auch die Hüllkurve kann das komplett geschlossene Filter bis komplett nach „oben“ hin öffnen. Das ist sehr, sehr gut.
Technisch ist das Filter im Pro-1 und Pro-One mit dem Filterchip V3320 beziehungsweise CEM3320 aufgebaut. Das Filter hat eine Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave. Weder das Original noch der Pro-1 kennen einen Pegelausgleich bei aufgedrehter Resonanz.
Die Resonanz selbst ist beim Pro-1 sehr ausgewogen. Sie schwingt gleichmäßig ein und der Punkt, bei dem das Filter zu schwingen anfängt, ist über einen erstaunlich großen Frequenzbereich gleich. Da verhalten sich der hier zum Vergleich stehende Pro-One oder mein Doepfer A-122 (auch ein CEM3320-Filter) beide wackeliger. Ob sich hier der Cool Audio Chip besser verhält, oder ob Behringer intern da noch etwas mit dem Prozessor „zaubert“, kann ich nicht beurteilen.

VCF und Hüllkurven des Pro-1

Hüllkurven

Prozessor-Zauber steckt auf alle Fälle hinter den Hüllkurven. Der Pro-One von Sequential setzte für die Hüllkurven ebenfalls einen Curtis-Chip ein, den CEM3310. Dieser Chip ist nun nicht im Programm von Cool Audio, und die Beschaltung der Potentiometer auf der Behringer-Platine weist ziemlich eindeutig darauf hin, dass die Hüllkurven-Spannungen aus dem ARM-Prozessor des Pro-1 kommen. An dieser Stelle ist es Zeit den Hut vor den Entwicklern im Team von Peter Sadler von Musicgroup zu ziehen, denn die Hüllkurven sind wirklich eins zu eins vom Original adaptiert. Ich habe gleiche Potentiometerpositionen an beiden Synths eingestellt, dann über ein gemeinsames Gate-Signal die Hüllkurven ausgelöst und mir das Ergebnis auf einem Speicheroszilloskop angesehen: kein Unterschied. Das bestätigte, was meine Ohren schon gehört hatten: Diese Hüllkurven knallen wie es sein muss. Der Regelbereich für die kurzen Zeiten ist sehr weit (bei der 12 Uhr Stellung des Reglers ist man besten falls bei einem Viertel der möglichen Zeiten) und trotzdem ist die Auflösung bei den langen Zeiten gut genug. Und da es ja im Kontext mit Hüllkurven steht: Als VCA ist ein V2164 Chip eingesetzt, der deutlich rausch- und verzerrungsärmer als der CA3280 des Originals ist.

Die Modulations-Matrix des Pro-1

Die Modulations-Matrix des Pro-1

Modulationen

Damit wären wir gänzlich im Modulationsgefilde. Der Pro-1 hat wie sein Vorbild zunächst nur einen einfachen LFO als Modulationsgenerator. Was soll jetzt dieses “zunächst”? Tatsächlich kann man nämlich den Oszillator B in einen “Lo Freq” Modus schalten. In diesem Modus erreicht das Tune-Poti des VCO die schon erwähnte Quint nach oben, aber nach unten geht es in diesem Modus bis weit in langsame LFO-Frequenzen – der Frequenzzähler in meinem O’Tool misst 0,5 Hz. Zudem kann man den VCO B von der Tastatur abkoppeln, so dass er tatsächlich wie ein starrer Modulationsoszillator agiert. Das hilft aber noch lange nix, denn dieses Modulationssignal muss ja auch irgendwie zu den diversen Modulationszielen kommen. Und dafür ist der Reglerbereich am linken Rand zuständig: Dort finden sich Level-Regler für LFO, Oszillator B und die die Filter-Hüllkurve. Jedes dieser drei Signale kann dann entweder direkt als Quelle für verschiedene Modulationsziele genutzt werden, oder man schickt es nochmals über das Modulationsrad, und dann erst zu den Modulationszielen. Als Ziele kann man nun Pulsweite und Tonhöhe beider Oszillatoren sowie die Filterfrequenz setzen. Gerade die Möglichkeit die Hüllkurven-Intensität für Pulsweite oder Filterkennfrequenz über das Modulationsrad zu steuern erlaubt ein unglaublich variables und ausdrucksstarkes Spiel. Ähm, welches Modulationsrad? Es gibt am Pro-1 doch gar kein Modulationsrad?! Richtig. Aber im Pro-1 werkelt ein weiteres VCA, der über MIDI vom Continous-Controller-Befehl #1 kontrolliert wird. Das ersetzt das Modulationsrad des Pro-One. Das bedeutet aber auch, dass man die Modulationsintensitäten über MIDI kontrollieren kann. Prima!

Die rückseitigen Anschlüsse des Pro-1

Die rückseitigen Anschlüsse des Pro-1

MIDI

Wo wir gerade bei MIDI sind: Der Pro-1 gibt die Regler der Hüllkurven sowie den Glide Regler als Continous-Controller-Befehle aus und empfängt die entsprechenden Daten. Die Kennfrequenz des Filters lässt sich leider nicht über MIDI ansteuern. Natürlich gab#s das auch beim Vorbild von Sequential nicht, aber irgendwie wäre es schon nett gewesen. Allerdings hinge man dann wieder in der 127-Schritt-Rasterung von MIDI und das widerspricht dann doch etwas den Qualitäten dieses wirklich analogen Synthesizers. Empfangsseitig gibt es nach meinen Experimenten Note-On/Off ohne Velocity und die obengenannten Continous-Controller für Envelopes und Portamento. Der MIDI-Kanal wird über eine Mikroschalterreihe auf der Rückseite ausgewählt. Ein ausführliches Handbuch gibt es noch nicht, deswegen war ich auf die im Karton beiliegende Kurzanleitung und schlichtes Ausprobieren angewiesen. Deswegen kann ich auch nicht sagen, wie die rückseitige “Out/Thru”-MIDI-Buchse beschickt wird, beziehungsweise, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, die eine der beiden Funktionen zu deaktivieren. Leider auch ohne Handbuch bekommt man heraus, dass das MIDI-Interface noch einen Bug hat: Extern per MIDI ankommende Noten werden nicht gehalten, sondern brechen irgendwann nach ein paar Sekunden ab. Da wird hoffentlich demnächst eine Firmware-Version mit Bug-Fix kommen.
Per USB angeschlossen präsentiert sich der Pro-1 im Rechner als “class-compliant MIDI Device”. Audio wird nicht übertragen. Sehr positiv bewerte ich, dass die USB-Buchse die große und stabile Variante ist – nicht einer dieser unsäglichen Mikro-USB-Anschlüsse, die bei etwas kräftigerem Abwinkeln gleich die Buchse aus der Platine hebeln.

LFO und Sequencer des Pro-1

LFO und Sequencer des Pro-1

Sequencer und Arpeggiator

Wer sich jetzt die Bilder der Frontplatte angesehen hat, wird feststellen, dass es an der unteren Längsseite eine Reihe von Schaltern gibt, die ich noch nicht erwähnt habe. Der Pro-1 hat – wie sein Vorbild – einen einfachen Stepsequencer und einen Arpeggiator eingebaut, und es gibt noch ein paar Einstellungen dafür, wie der Synthesizer auf Noteneingaben reagiert. Der Sequencer kennt zwei Sequenzen. Dafür gibt es einen Dreipositionsschalter mit Seq-1, off und Seq-2; daneben einen Schalter für Play- oder Record-Modus – ohne Mittelstellung. Die Bedienung erfolgt so: Modus-Schalter auf Record, den Sequenzschalter von “off” auf die aufzunehmende Sequenz, dann gibt man am Keyboard die gewünschten Notenschritte ein und zum Schluss stellt man den Sequenzschalter wieder auf Off. Danach Modus-Schalter auf Play und der Start erfolgt, indem man den Sequenzschalter wieder auf die gewünschte Sequenz stellt. Das muss unbedingt so eingehalten werden. Zum Beispiel Umschalten von Record direkt auf Play klappt nicht, dann ist die Eingabe verloren. Das ist aber auch beim alten Pro-One so. Insofern ist das in Ordnung. Das Tempo bestimmt der LFO. Gibt man von außen ein Triggersignal auf den Gate-In, so wird bei jedem Triggersignal ein Schritt abgespielt. Das ist natürlich großartig. Im Zusammenspiel mit den Roland-Rhythmusmaschinen wurden damit hunderte von Hit-Sequenzen gemacht. Leider nicht so prima ist, dass bei Betrieb mit externem Trigger das Einschalten des Sequenzschalters im Play-Modus sofort den ersten Schritt aufruft, obgleich noch gar kein Trigger gekommen ist. De facto beginnt eine Sequenz bei externer Triggerung also immer beim zweiten Schritt. Das ist Mist und war auch beim Original nicht so. Da muss also auch noch mal ein Firmware-Patch her.

Arpeggiator und Mode-Schalter des Pro-1

Arpeggiator und Mode-Schalter des Pro-1

Neben dem Sequencer gibt es einen Arpeggiator, dieser kann entweder Aufwärts oder Auf-/Abwärts spielen. Spannenderweise finden sich auf der Platine des Originals zwei Lötpunkte mit der Beschriftung “Optional (Arp Down)”. Beim Pro-1 meinte ich diese auch ausgemacht zu haben, ich habe aber der Versuchung widerstanden, am Testgerät herumzulöten. Doch ich vermute, dass es potentiell die Möglichkeit gibt, den Arpeggiator auch nur abwärts laufen zu lassen. Sowohl der Sequenzer als auch der Arpeggiator übertragen ihre Noten per MIDI. Super! Der Sequenzer gibt zudem das Tempo als MIDI-Clock und die dazugehörenden Start- beziehungsweise Stopp-Befehle. Das ist umso erstaunlicher, als der LFO als eigentlicher Clock-Generator genauso wie beim Vorbild mit einem analogen 3340 Oszillator-IC ausgeführt ist. Offensichtlich wird dessen 16tel-Clock vom Prozessor gelesen und dann im Prozessor werden dann die für MIDI-Clock nötigen 96tel hochgerechnet.

Die geheime Arp-Down-Funktion im Pro-One

Die geheime Arp-Down-Funktion im Sequentiell Pro-One

Algorithmik

Neben dem Arpeggiator finden sich dann vier Schalter, die grob gesagt das Verhalten des Synthesizers in Bezug auf das Keyboard beziehungsweise die eingehenden MIDI-Noten bestimmen. Da ist zunächst ganz rechts ein “Drone/Off”-Schalter, der einfach eine Dauer-Gate auf die Hüllkurven gibt. Dann folgt ein Schalter “Repeat/Ext/Normal”. In der Repeat/Ext -Stellung wird die Gate kontinuierlich vom LFO getriggert, oder eben vom externen Gate-Signal. Diese Schalterstellung ist auch nötig, damit der Sequencer oder Arpeggiator vom externen Analog-Clock angesteuert wird. Der dritte Schalter ist mit “Retrig / Normal” beschriftet. Er schaltet zum einen vom klassischen Legato-Modus (=gebunden gespielte Noten erzeugen keinen neuen Hüllkurvenablauf) auf einen Retrigger-Modus um (=jede neue Taste löst die Hüllkurve erneut aus, auch wenn legato gespielt wurde). Zum anderen wird von Lowest-Note-Priority im Legato-Modus auf Last-Note-Priority im Retrigger-Modus umgeschaltet.
Diese drei Schalter gab es auch beim Sequential Pro-One schon. Der vierte Schalter ist aber neu und er könnte eine kleine Sensation sein: Die Beschriftung lautet “Mono/Poly” und tatsächlich ist es möglich, den Pro-1 zweistimmig zu spielen. Ja, sogar der Sequencer nimmt zweistimmig auf (und gibt das auf MIDI aus). Wer den Arp 2600 oder Odyssey oder den Roland SH-7 kennt, bekommt jetzt vielleicht schon spitze Ohren, denn gemeinsam mit der Hard-Sync kann man da ganz tolle bitterböse Sachen machen. Ich verweise da immer gerne auf die großartige Hard-Sync-Sequenz im Track “Rez” von Underworld. Doch leider, leider hat Behringer hier die Firmware vermasselt: Die obere der beiden Stimmen ist dem Oszillator B zugeordnet. Das ist der Sync Master und damit fallen die ganzen tollen sequenzierten Obertonspiele flach. Hier muss unbedingt ein Fix über ein Firmware-Update her!

Nicht groß aber trotzdem bedienbar - Behringer Pro-1

Nicht groß aber trotzdem bedienbar – Behringer Pro-1

Den Rundgang durch die Möglichkeiten des Pro-1 beende ich bei der Buchsenreihe am oberen Rand des Gehäuses. Hier findet sich alles was sich so auf den ersten Blick anbietet, wie CV und Gate Ein- und Ausgänge, Hüllkurvenausgänge, CV für Filter und Resonanz, LFO-Ausgang und LFO CV-In (wie vorhin erwähnt: der LFO besteht ja auch beim Original aus einem 3340-VCO-Chip; CV-In für den LFO bietet sich also an). Leider gibt es keine Einzelausgänge für die VCOs oder individuelle Modulations-Eingänge. Sehr gut hingegen ist, dass es einen CV-Eingang für das Modwheel-VCA gibt. Wer noch die Modulations-Matrix im Hinterkopf behalten hat, weiß jetzt, dass man die Modulationstiefe auch bei Steuerspannung regeln kann. Das kann zum Beispiel mit dem entsprechenden MIDI-CV-Interface auch für Anschlagsdynamik bei der Hüllkurvenmodulation oder bei Crossmodulation genutzt werden. Sehr gut!

Klingen

Tja, und wie klingt er nun? Ich vermute, dass es vielen Leuten so gehen wird wie mir: Die ersten Stunden am Pro-1 kommt man sich vor wie in einer Zeitmaschine in die Achtziger Jahre. Mit einem Pro-1 (oder Pro One) unter den Fingern wird einem erst klar, wie viele Bands große Teile ihres Soundcharakters diesem Synthesizer verdanken. Es ist mir fast peinlich, aber ich habe tatsächlich eine ganze Stunde damit verbracht, “Don’t go” von Yazoo nachzuspielen. Der Pro-1 kommt mit einer unglaublich breiten Brust aus den Boxen. Es macht richtig Spaß, mit offenem Filter zu arbeiten, die volle Pracht der Oszillatoren zu genießen. In den nächsten Tagen dann aber habe ich auch die feinen Seiten des Pro-1 entdeckt. Die weichen und lyrischen Solostimmen, die organisch nach Holz klingenden Filter-FM Perkussionsklänge, Cello-artige Klänge, die einem kalte Schauer über den Rücken laufen lassen ob der Ausdrucksstärke, die über sanft per Modulationsrad gesteuerte Hard-Sync-Modulation möglich ist. Natürlich kann man all diese Klänge auch mit anderen Synthesizern machen, die die gleiche Klangerzeugungs-Struktur bieten. Aber der Pro-One und der Pro-1 drängen einem diese Klangwelten geradezu auf.
Das Verdienst für diesen “Sound”-Reichtum muss einem Mann zugesprochen werden, der leider nicht mehr lebt: Doug Curtis. Der Pro-One war die reinste Inkarnation dessen, was Doug Curtis mit seinen Synthesizer Chips erdacht hatte. Erst das Zusammenspiel der Qualitäten der einzelnen Chips ermöglicht diesen Sound: die unglaubliche Präsenz der VCO-ICs, das sehr sauber Tracking und die toll Resonanz des Filters und nicht zu unterschätzen die Brachialität der wirklich gnadenlos schnellen und sagenhaft gut regelbaren Hüllkurven. Also überhaupt kein Verdienst von Behringer? Nein, im Gegenteil: Zum einen hat die zur Music-Tribe gehörende Chipfirma Cool-Audio die VCO- und VCF-ICs in wirklich herausragender Qualität wieder herausgebracht (und das müssen sich die Erben und Nachfolger von Doug Curtis gefallen lassen: jeder hätte ihnen den Erfolg gegönnt, wenn sie das selbst gemacht hätten, aber sie haben sich jahrzehntelang geziert). Zum anderen haben die Software-Leute aus der Synthesizerabteilung von Behringer die Hüllkurven wirklich exzellent in der CPU emuliert. Und nicht zuletzt darf ich Behringer lobpreisen, dass sie den großartigen Pro-One mit der MIDI-fizierung und der Zweistimmigkeit behutsam und geschmackvoll um einige kleine Aspekte erweitert haben, ohne die Hauptqualitäten anzurühren.
Gibt es etwas, das mir nicht gefällt? Ich hatte letzthin einen Prophet 5 in der Werkstatt, der ja der fünfstimmige Vorgänger des Pro-One war. Dessen Modulations-Sektion behandelt den LFO einerseits und den Oszillator B und Filter Envelope andererseits unabhängig von einander. Da stecken noch einige feine Klanggestaltungsmöglichkeiten drin und es wäre eine Chance gewesen, dieses Konzept auch auf den Pro-1 zu übertragen. Aber das ist wirklich nur ein Randgedanke, und ich befürchte fast, dass ich selbst vielleicht dann diesen Bruch mit dem Original kritisiert hätte.

Fazit

Der Pro-1 ist ein sagenhaft gut klingender, äußerst variabler monofoner Synthesizer. Er drückt, er sägt, er jubiliert und er erschüttert. Wie schon beim Model D ist den Ingenieuren von Behringer die Übertragung des Vorbilds in die Moderne prima gelungen. Die mechanische Verarbeitung ist wirklich gut, angesichts des aufgerufenen Preises geradezu beeindruckend. Die kleinen Fehler in der Firmware nehme ich dafür gerne hin, denn als Softwaremensch weiß ich, sie können korrigiert werden. Und bisher war Behringer bei Firmwareupdates immer recht flott. Hat Behringer hier alles richtig gemacht? Wenn ich ein kleines “fast” in die Antwort einschieben darf, ja. Auf jeden Fall hat Behringer einen Traum vieler Synthesizerenthusiasten erfüllt, und dafür gibt es von mir Applaus.

Plus

  • großartiger Sound
  • Verarbeitung
  • MIDI-Ausgabe von Sequencer und Arpeggiator
  • MIDI- und CV-Steuerung der Modulationen
  • Preis

Minus

  • mehrere Firmware-Bugs in der Version 1.0

Preis

  • 329,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    Herr Mikrobi  

    Schöner Test und aussagekräftige Klangbeispiele. Sehr erfreulich, danke.
    Die Sache mit den Gehäusemuttern hat mich beim Neutron auch einige Nerven gekostet…

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    phoges  

    Toller Testbericht Florian !
    Vielen Dank dafür.
    Der Pro-1 wird auf jeden Fall demnächst hier ins Studio einziehen.

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    psv-ddv  AHU

    Bei allem Respekt. Angesichts der etwas merkwürdigen RD-8 Huldigung des Herrn Anwander hier auf Amazona, hätte ich mir einen unvoreingenommeneren Tester gewünscht.

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      penishead  AHU

      Kann man natürlich sehen, wie man will. Aber der Herr weiß wovon er spricht. Ausserdem stimmt das sogar alles, wenn man sich die ausgiebigen Beispiele bei Youtube anschaut und anhört. Das Gerät ist wieder mal ein wahrgewordener Traum. Und Behringer hat geliefert. Dafür kann Florian ja nichts. Und Autoren wachsen ja auch nicht auf jedem Baum.

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        psv-ddv  AHU

        Ja, stimmt, der Autor weiss wovon er spricht. Umso mehr finde ich den unkritisch geschriebenen Test problematisch. Ich hätte gerne eine Bewertung gelesen die unvoreingenommen ist. Auf klangliche Unterschiede wird hier garnicht erst eingegangen.
        Die scheint es also nicht zu geben. Die neuen „sauberen“ VCAs werden als reiner Vorteil beschrieben, obwohl allgemein bekannt sein sollte, wie wichtig messtechnisch unsaubere Bauteile insbesondere VCAs für den charakteristischen Klang solcher Kisten sind. Kleineres Panel/Potiabstände, SMD Technik, Coolaudio vs Curtis, keine Tastatur, keine Wheels, etc, etc, alles keine Erwähnung wert. Fazit: Nicht nachdenken, kaufen!
        Ach ja: Also ich habe noch keine Software-Hüllkurvenemulation erlebt, die ihrem analogen Vorbild ebenbürtig ist. Insbesondere wenn ein hervorragender Hüllkurvengenerator wie der CEM3310 emuliert wird. Diese im Testbericht aufgestellte Behauptung ist definitiv mit Vorsicht zu geniessen.

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          psv-ddv  AHU

          Sehe grade, fehlende Tastatur und Wheels werden zumindest unauffällig erwähnt, wenn auch nicht weiter bewertet.

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              TobyB  RED

              Hallo Swellkoerper,

              Solltest du eine Änderung feststellen, besagt das lediglich, dass ein beiliegendes Schaltnetzteil nicht aussreichend dimensioniert war oder keine Siebglieder gegen Brumm und Pfeiff hatte. Ich höre bei Florian weder noch. Die Netzteile von Crave, Neutron sind okay und ausreichend dimensioniert. Wenns also brummt, pfeift oder zischt würde ich erstmal den 220V Weg abklappern, dann die Massen checken und dann die Signalverkabelung.

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          Florian Anwander  RED

          Nichts für ungut, aber „keine Tastatur keine Wheels, kleine Potiabstände“???! Meinst Du das ernst? Beschwerst Du Dich beim Test eines Porsche Carrera, dass der Tester nicht erwähnt, dass die Ladefläche nicht für Omas Sofa ausreichend dimensioniert ist?

          Dies ist ein Test des Pro-1, und nicht eine Überprüfung, ob der Hersteller die Erinnerungen alternder Recken an „so klang es bei uns vor dem Krieg“ auch ordentlich erfüllt. Mich interessiert der Pro-One letztlich nicht.

          Mich – und ich vermute den allergrößten Teil der Leser hier – interessiert, ob dieser Synth, den man jetzt kaufen kann, geil klingt oder nicht. Und das tut er eben.

          Und wie gesagt: ich habe hier drei Synths mit 3310ern stehen (Wenn ich die alte Doepfer CEM-Voice Card dazu nehmesogar vier). Und ich kann wirklich messen und ich kann vergleichen. Ja, diese Hüllkurven aus diesem ARM-Prozessor sind wirklich unglaublich gut gemacht.

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            psv-ddv  AHU

            Hallo Florian,
            schon die Überschrift stellt Deinen Test als Vergleich zum Pro-One dar.
            Anscheinend ist das irreführend.
            Die schräge Nummer hast Du ja auch schon beim 808 Bericht abgezogen. Als Vergleich angekündigt und dann eigentlich nur dem Behringer Produkt gehuldigt.
            Du testest hier also den „Porsche Carrera“ unter den Synths (was für ein Vergleich) und interessiertst Dich nicht für den Vorgänger. Der ist aber nicht weniger schnell und hat eine große Ladefläche für Omas Sofa.
            Man kommt um die vergleichende Betrachtung nicht herum und das sieht anscheinend auch der Hersteller so (Design, Name, etc.).
            Wenn es Dir ausschliesslich und isoliert um den Behringer geht dann schreib das auch von Anfang an.
            Ich lese den Versuch die vergleichende Betrachtung anzudeuten, dann aber herunterzuspielen und als unwichtig darzustellen, wenn es Dir in den Kram passt als manipulativ und unehrlich. Sorry aber so kommt das bei mir an.

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              psv-ddv  AHU

              Zum Thema Porsche Carrera, hier noch ein Zitat aus Deinem Moog D Reissue Test auf Amazona:
              „Und was für eine Erholung stellt der Minimoog Reissue dar, angesichts der Flut von miniaturisierten Instrumenten, die uns die anderen renommierten Synthesizerhersteller in den letzten Jahren untergejubelt haben. Hallo Roland, Yamaha, musste wirklich Moog kommen und euch zeigen, wie man ein Reissue richtig macht?“
              Größe scheint Dir also doch nicht ganz so unwichtig zu sein wie Du behauptest.
              Aber bei Behringer drückst Du anscheinend gerne mal ein Auge zu.

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                psv-ddv  AHU

                Bezüglich der Hüllkurven: Es ist schon etwas ganz anderes, wenn Du wie im Test schreibst „kein Unterschied“ (glaube ich nicht) oder wenn Du wie in Deinem Kommentar schreibst „wirklich gut gemacht“ (kann ja sein).
                Ersteres ist technisch falsch und darüberhinaus auffällig vergleichend für einen Tester, der sich angeblich nicht für das Original interessiert. ;)

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          penishead  AHU

          Schau Dir doch einfach mal das Vergleichsvideo bei Youtube an, wo alle Parameter und Funktionen mit dem Oscilloskop und Frequenzmesser durchgefahren werden. Also Original mit dem Behringer Pro-1. Danach ist jegliche Kritik verflogen. Dann hast Du dein Infos. Das Ding verhält sich genauso wie das Original.

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            psv-ddv  AHU

            Technisch gesehen heist das nur, dass die Messung zu ungenau ist oder die falschen Parameter gemessen wurden. Das Messergebnis zeigt nicht, dass es sich um zwei unterschiedlich konstruierte technische Geräte handelt. So etwas ist eigentlich leicht messbar. Die Aussagekraft einer solchen primitiven Messung im Bezug auf den Klang ist begrenzt. Die Interpretation der visuellen Darstellung von elektrotechnischen Messparametern mit spezifischen psychoakustischen Klangeigenschaften ist höchstens teilweise gegeben. Der Rest ist in etwa wie über Architektur zu tanzen.
            Man kann einen Synthesizer als Musiker immer erst dann wirklich beurteilen, wenn man ihn eine zeitlang selber genutzt hat.

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              penishead  AHU

              Komm, jetzt mach doch einen Punkt. wir alle kennen uns recht gut aus mit dem Thema und die Jungs die das bei YT professionell betreiben und sich sehr sehr viel Mühe mit den Gegenüberstellungen machen, wissen noch viel mehr als wir, was Sie da tun. Rede nicht immer alles schlecht. Mehr an Methodik ist nicht nötig bei einem Synth. Bei einer Herz-Lungen Maschine oder bei einem Satelliten wäre das wohl angebracht. Mach einfach mal einen Punkt. Du scheinst mir ein Potentieller Tester der Behringer TD-3 zu sein. Da könntest Du doch mal zeigen, wie so ein Vergleich aussehen könnte. Peter hats ja schon angeboten, Original und Clone ins Haus und los gehts.

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          amyristom  

          Ich kann mir nicht helfen, aber bei einigen Kandidaten hier habe ich den Eindruck, dass automatisch „Schaum vorm Maul“ bekommen, sobald es um das Thema Klone von Vintage-Synths geht. Das kommt wie ein automatischer Beißreflex rüber: diese Klone klingen NIEMALS wie das Original, es sind nicht die gleichen Bauteile verbaut, es hat BÖSE SMD-Technik drin, alles billig und scheiße und Behringer im speziellen ist per se Mist.
          Und zwischen den Zeilen schwingt unterschwellig – zumindest so mein Eindruck – als eigentlicher Grund der Ablehnung eine Art Wut der Vintage-Sammler auf die Klone mit: Jahrelang war man stolz darauf, Mitglied eines kleinen elitären Clubs von Vintage-Synths-Besitzern zu sein und jetzt kommt eine Masse von Klonen, die es ermöglicht, dass plötzlich jeder so einen Synth zu einem erschwinglichen Preis haben kann. Sonderstellung futsch. Was ein Ärger!
          Ich mag da total falsch liegen, aber so kommt das für mich rüber.

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            costello  RED

            Ich würde den Sammlern der Originale nicht „Wut auf die Clone“ unterstellen wollen. Ich denke wirklich, zwischen den Käuferkreisen gibt es nur wenig Überschneidungen. Wer heute – trotz des wachsenden Klon-Angebots – immer noch für viel Geld die Originale kauft und damit ja auch die hohen Instandhaltungskosten mit in Kauf nimmt, der hat dafür seine ganz speziellen Gründe. Sei es, er ist wirklich Sammler, oder Fan einer ganz bestimmten Band oder eines Musikers und will deshalb dieses oder jene Instrument unbedingt im Original besitzen. Oder jemand möchte klanglich keinen Kompromiss eingehen und schätzt gerade die kleinen Unzulänglichkeiten der alten Geräte, die jedes von ihnen zu einem Unikat machen. Das gleicht eher stillem Genießen – ganz ohne „Schaum vorm Maul“ :-)

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              amyristom  

              Costello, wie bereits gesagt, ich mag da völlig irren und ich kann quasi nur wiedergeben, wie diese beständige Kritik an den aktuellen Klonen von einigen Leuten auf mich wirkt. Und mir fällt da schon auf, dass die meiste, beständigste und lauteste Kritik von dem Personenkreis kommt, der sich über die Jahre eine beachtliche Sammlung von Vintage Synths aufgebaut hat. Da stellt sich mir die Frage warum? Was nehmen die Klone diesen Personen „weg“? Oder hören diese Personen tatsächlich elementare Klangunterschiede zwischen Original & Klon, den die meisten Tester (nicht nur auf amazona.de) nicht hören? Oder wollen sie diese nur hören? Jedenfalls gehen da meine Augenbrauen hoch bei dieser teils völlig überzogenen Gegenreaktion (daher der Begriff „Schaum vorm Maul“).

              In einem bin ich aber ganz generell bei psv-ddv:
              Wenn ein Synth vorgibt, ein Klon von Synth X zu sein, dann hat ein Test AUCH der Frage nachzugehen, wie gut der Klon den Klangcharakter des Originals trifft (und zwar im Rahmen der Klangabweichungen, die auch Original A und Original B zueinander hatte). Da wäre dann ein Autor, der das Original nicht zum Vergleich hat, in diesem Aspekt nicht der optimale Tester.

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              el-folie  

              Yupp, so sehe ich das auch in meinem Fall. 25 Jahre lang gabs halt keine andere Möglichkeit, als die Originale zu kaufen. Dafür hat man gespart, geackert und auf vieles verzichtet. Ab 2000 bis heute kamen dann langsam neu-Analoge, der Markt wurde erweitert, die Originale trotzdem immer teurer.

              Manches oldschool Zeug ist heutzutage wirklich nur noch für „lawyers and dentists“ erschwinglich, wobei es damals, als es neu war, ja auch nur für Studios und Profis mit echtem Budget erschwinglich war (große Lexicons, Fairlight, Synclavier, Polysynths, usw.)

              Letztens dazu ein Interview mit Michael Cretu geschaut, wo er beschrieb, wie er nach Tantiemen endlich über 30000 DM für ein Lexicon ausgeben konnte, um endlich den Sound zu haben, der für seine Produktionen grundlegend wichtig war. So war das damals – eigentlich absolut unleistbar. Heute ein Traum, was es alles bezahlbar gibt.

              Das vintage Zeug, was ich heute noch habe, wird gehegt und gepflegt, wird für die Nachwelt oder evtl.n Verkauf gehegt und gepflegt und dient als Vergleichsmöglicheit zu neuem Kram. Ich finde das toll und bin zusätzlich glücklich über neue, bezahlbare Analogsynths und Equipment.

              Und Schaum benutz ich höchstens zum sanften Reinigen meiner Lieblinge ;-)

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                amyristom  

                Genau Florian. Wobei ich es keinem „vorwerfe“, sondern ich habe den „Eindruck“ als würden speziell die Vintage-Liebhaber die aktuelle Klonwelle per se Mist finden (nicht nur aber im speziellen von Behringer) und frage mich was der eigentliche wirkliche Hintergrund hierfür ist. Selbst habe ich den Model D Klon und kann darüber bis dato nichts schlechtes sagen: ich kann mit ihm genau die Vintagesounds schrauben, die ich kenne und haben wollte und ein Vintage-Minimoog war mir hierfür hinsichtlich Preis-/Leistungsverhältnis zu teuer (und dem Remake von Moog werfen ja auch einige hier nebenbei vor, dass er nicht völlig authentisch nach altem Minimoog klingen würde).

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              el-folie  

              Manchmal kann ich den Signal Flow der Threads bei amazona nicht nachvollziehen.

              War das jetzt ein direkter Kommentar zu meinem Beitrag oder zu dem weiter oben, wo es um die hochnäsigen Behringer/SMD-Synth-Verächter geht?

              Also ich liebe den Model D, genau wie meinen alten Kram…

              Edit:
              Ah, ich seh grad, mein Kommentar erscheint unter Florians, obwohl ich zu Ashatur geantwortet hatte, also scheint der Message Signal Flow bei amazona echt … äh… anders zu sein ;-)

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            psv-ddv  AHU

            @amyristom
            Da liegst Du was meine Motivation angeht in der Tat falsch.
            – Ich habe keinen original Pro-One.
            – Klone steigern langfristig eher den Wert der Originale. Das gefällt den Besitzern.
            – SMD Technik ist nicht „böse“ sondern klingt einfach anders.
            – Der Pro-One gehört zu den erschwinglichen und gut verfügbaren Vintage-Klassikern.
            – Noisinger ist so lange Mist, bis die Produkte das Gegenteil beweisen.
            Womit wir beim eigentlichen Punkt wären: Dem Klang.
            Diesbezüglich versucht der Tester hier meiner Meinung nach manipulativ und irreführend seine persönliche Meinung zum Klang als technisch fundierte Wahrheit darzustellen. Nicht mehr und nicht weniger.

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              SynthUndMetal  

              @psv-ddv: Anscheinend verstehst Du ebenso wenig wie ich noch vor einiger Zeit, dass Amazona lediglich eine Community für Musiker ist, die Artikel von Enthusiasten geschrieben werden und nicht der Anspruch von professionellen Journalismus angestrebt wird. Wenn man das akzeptiert und verstanden hat kann man eigentlich sehr gut damit leben. Den Test fand ich persönlich ausgesprochen informativ und gut geschrieben. Vielen Dank dafür und weiter so!!!

              Bezüglich Deinen Kommentare zu diesem Test: Die kann ich selbst bei rationaler Betrachtung nicht nachvollziehen. Ich habe das Gefühl, als wenn das bei Dir eigentlich nicht wirklich was mit dem Test zu tun hat. Wenn’s ein schlechter Tag war, einfach durchschnaufen und morgen weiterschreiben.

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          dilux  AHU

          autsch. ich folge deinen kommentaren üblicherweise sehr gerne, aber hier betreibst du gerade selbstdemontage, zumal du die von florian geforderte unvoreingenommenheit selber vermissen lässt. dein mantra-artiges „billig kann nicht gut klingen“ greift hier scheinbar nicht.
          face it.

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            psv-ddv  AHU

            Hi dilux.
            Danke für die Blumen. Natürlich kann billig gut klingen. Das nennt man dann aber preiswert. Ich störe mich daran, dass im Test der Eindruck der Gleichwertigkeit mit dem Original vermittelt wird. Es kann ja sogar sein dass der Klon für den ein oder anderen besser klingt. Könnte ich mir sogar vorstellen. Gleich wird ganz sicher er nicht klingen wie man es auch dreht und wendet.
            Unvoreingenommen muss ich als Leser hier zum Glück nicht sein. Das kann bei diesen durchaus emotionalen Themen wohl eh niemand von sich behaupten. Als Tester sollte man aber zumindest versuchen die Geräte soweit möglich unvoreingenommen und dialektisch zu beschreiben. Das ist hier meiner Meinung nach nicht wirklich geschehen. Sondern lediglich vorgetäuscht. Die Gründe für meine Meinung habe ich oben aufgezählt. Bisher hat der Autor auch nichts erwidert was meine Einschätzung ändert.
            Grüße!

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              Florian Anwander  RED

              Oh Mann! Es ist doch überhaupt kein Qualitätskriterium ob Pro-1 GLEICH Pro-One ist. Für mich zumindest. Das ist ein Qualitätskriterium, das vielleicht für Servicetechniker von Kyocera-Kopierern relevant ist ;-) . Aber ich bin kein Printer-Servicetechniker, ich bin Musiker. Mein einziges Kriterium ist: klingt das Ding gut, kann ich damit Musik machen?

              Wenn ich bei einer Besprechung zur Kenntnis nehme, dass es sich um einen Nachbau oder eine Adaption eines alten Gerätes handelt, dann nutze ich das für mich (und letztlich für meine Leser) zur Erklärung, warum dieser oder jener Umstand eben so und nicht anders ist.

              Aber ich werde nie so rückwärtsgewandt sein, dass ich finde „das Alte“ oder „die Gleichheit zum Alten“ ist der Maßstab.

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                el-folie  

                Hey Florian, nicht aufregen, Du weißt doch:

                „Was Hans über Peter sagt, sagt mehr über Hans als Peter“

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                psv-ddv  AHU

                @Florian,
                ich habe es ja oben schon geschrieben. Wenn Du den Pro-1 für sich genommen bewertet hättest, hätte ich hier sicherlich nicht so einen Aufstand gemacht.
                Ich finde eine isolierte Betrachtung vollkommen ok und kann mir vorstellen, dass man den Pro-1 toll findet.
                Aber Dein Test ist nunmal in vielen Punkten als Vergleich aufgebaut und vermittelt den Eindruck, der Ebenbürtigkeit.
                Diese Ebenbürtigkeit ist, wie Dir klar sein muss, ein starkes Kaufargument für viele Musiker und ein angestrebtes Verkaufsargument des Herstellers.
                Daher bist Du als Tester zu parteiisch. Warum Du so schreibst, weiss ich nicht, darüber möchte ich auch nicht spekulieren, da ich Dich nicht persönlich kenne. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Dir der Pro-1 wirklich gefällt. Das ändert aber an meiner Kritik nichts.

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                  SynthUndMetal  

                  @psv-ddv Dein Kommentar „Diese Ebenbürtigkeit ist, wie Dir klar sein muss, ein starkes Kaufargument für viele Musiker“ mag vielleicht aus Deiner Sichtweise also logisch erscheinen, aber alleine die Verkaufszahlen der bisherigen Klone sprechen da eine deutlich andere Sprache. Musikern denen dies wirklich so so wichtig ist werden sich natürlich weiterhin das teure Original kaufen. Also so langsam verhedderst Du Dich in immer mehr Widersprüche, merkst Du das eigentlich? :-D

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                    psv-ddv  AHU

                    Du bist also der Meinung, es sei für den Verkaufserfolg der Behringer Klone komplett egal, dass es berühmte Vorbilder gibt, die jeder von seinen Liebligsproduktionen kennt?
                    Und das beweisen jetzt die hohen Verkaufszahlen der Klone. Interessant, wirklich, nee echt jetzt, wirklich.

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      Tyrell  RED 2

      Ich schätze deine Meinung hier ja sehr, aber Florian Anwander ist alles andere als unkritisch und ich persönlich finde seinen Test hervorragend. Ich biete dir aber gerne an, dir den Pro-1 zu schicken, damit du selbst einen kritischen Praxistest dazu schreiben kannst. Was hältst du davon? Wenn du willst, von mir aus auch mit einem echten Pro One als Vergleich (schicke ich gleich mit). Ist jetzt kein Witz. Würde mich freuen, wenn du Ja sagst :-)

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        swellkoerper  AHU

        Auch wenn das Paket nicht an mich geht, finde ich die Idee gut. Vielleicht solltet Ihr bei B-Synths immer versuchen, wie vorher den Test zweiteilig zu gestalten -stand alone und im direkten Vergleich mit dem Original und den anderen Klonen. Ich fand das Format äusserst gelungen, um der Kontroverse entgegenzuwirken.

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          Tyrell  RED 2

          Danke dir für den Input. Ja, denke das werden wir bei Klonen weiterhin so machen.

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          amyristom  

          Klare Unterstützung hierzu meinerseits:
          Generell bei Tests von Klonen (egal wer nun wen geklont hat) sollte eigentlich immer ein Testaspekt sein, in wie weit der Klon klanglich an das Original heranreicht. Weil sind wir doch mal ehrlich, die meisten hier kaufen einen Klon ja nicht (nur), weil er für sich ggf. sehr gut klingt, sondern meistens weil sie sich dadurch erhoffen, sich den Sound des Originals für (meist) weniger Geld ins Studio holen zu können. Und da ist es schon ein entscheidender Aspekt für die Kaufentscheidung, ob der Klon nicht nur die Funktionalität und die Bedienoberfläche des Originals abbildet, sondern auch möglichst exakt den gleichen Klang hat. Ein Test sollte dies daher immer mit berücksichtigen.

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        psv-ddv  AHU

        Hallo Peter,
        das ist wirklich ein ganz tolles Angebot. Ich bin versucht dazu ja zu sagen.
        Zum einen interessiert es mich wirklich ob Behringer seit dem Minimoog Nachbau dazugelernt hat, zum anderen ist es eine Chance für mich den Pro-One besser kennen zu lernen. Ausserdem habe ich hier grade einen Testaufbau zum Vergleich des Moog D Reissue mit einem frühen original Minimoog, der leicht die beiden Pros aufnehmen könnte.
        Das Testergebnis ist für mich übrigens auch ein Grund den klanglichen Bewertungen von Florian zu misstrauen.
        Das einzige Problem ist, wie Du weisst, dass mir die Zeit fehlt den Artikel zu schreiben.
        Andererseits hätte ich mit dem Zeitaufwand für die Postings hier schon einen halben Artikel fertig.
        Cooler Vorschlag auf jeden Fall! Ich schreibe Dir eine PM.
        Grüße,
        psv

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    penishead  AHU

    Meiner wird morgen eintreffen. Ich konnte nicht widerstehen! Bin gespannt ob ich mit CV und Gate den Stepsequenzer auch füttern kann. Danke für den tollen Test.

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      Florian Anwander  RED

      > in gespannt ob ich mit CV und Gate den Stepsequenzer
      > auch füttern kann.
      Nein, das geht nicht. Der CV-Eingang geht direkt als Steuerspannung an die VCOs. Das war beim alten Pro-One oder zB beim SH-101 auch so. Diese Sequencer sind ja sehr simple Konstruktionen, die eigentlich ein Abfallprodukt des Auslesens der Keyboard-Matrix, bzw in dem Fall des MIDI-Eingangs sind

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    Henrik Fisch  

    Vielen lieben Dank für den schönen Test! :-)

    In meinen Jugendjahren – wenn ich das Erscheinungsjahr 1981 des »Pro One« zugrunde lege, muss ich so 16 gewesen sein – war der »Pro One« auch das Objekt meiner Begierde. Heute hat sich das eher auf den »Pro 2«, den »Mono Evolver«, den »Arturia MicroFreak«, den »Korg Minilogue XD« und den »Cwejman S1 MKII« verlagert. Kleine angenehme Begleiterscheinung des fortgeschrittenen Alters: Mit Ausnahme des Cwejman könnte ich mir all diese Geräte wenn auch nicht gleichzeitig aber doch ohne Schimpfe von der Bank befürchten zu müssen leisten (was spätestens zu Weihnachten mit dem »Minilogie XD« auch passieren wird).

    Auf den »miniMoog« stand ich damals schon nicht so, was auch damals schon mit dem Preis in Zusammenhang gestanden haben mag. Und jetzt der »Pro-1« von Behringer? Hm … weiß nicht so.

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    index

    …wieso fehlende Wheels und Tastatur? Ich wüsste nicht, daß der Synth anders als als Rackgerät angekündigt war. Naja manch einer ist auf der Suche nach dem Haar in der Suppe….
    …und damit meine ich nicht den Tester.
    Vielen Dank für den Test Florian. Mir hat der Test sehr gut gefallen. Ich freue mich auf meinen Pro-1 der morgen kommt.

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    Codeman1965  

    @ psv-ddv:
    Ich finde, Du klopfst hier ganz schön auf den Pudding!
    In diesem (und auch vielen anderen) Testbericht stehen eine ganze Latte an Informationen und ja, auch subjektiven Eindrücken der Tester, die versuchen, zu beschreiben, was es mit dem Gerät auf sich hat.
    Das ist Dir anscheinend nicht genug.
    Aber ich meine, den Anspruch auf detaillierte Messungen, fundierte Abgleiche von technischen Eckdaten und wissenschaftliche Abhandlungen über die haptischen Konsequenzen von Poti-Verkleinerungen kann man als Nutznießer einer Seite wie Amazona, wo viele engagierte Leute Dich gründlich zu informieren versuchen, ohne dafür AUCH NUR EINEN EINZIGEN CENT von Dir zu wollen, ruhig mal stecken lassen…
    Und für den Fall der Fälle hat uns der Herrgott immer noch die Füße drangegeben. Damit kann man prima losrennen und selber antesten.
    Informationen, auch zu Kaufentscheidungen, sind nämlich nicht unbedingt ’ne Bringschuld…

    @ Florian:
    Danke für den Test. Macht neugierig… ;-)

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    FlippDurch

    Echt super Synth und Gottseidank ohne Tasten. Die bei Behringer wissen schon was Sie machen. Der Preis ist auch top.
    Die, die immer nur am Nörgeln sind können sich ja nen Roland Rompler holen für 1500 oder sonstwas. (<- nicht zu ernst oder persönlich nehmen ;) Ich sage Danke an Behringer und das obwohl ich auch ein Skeptiker bin. Klar digitale Steuerung mit Speichern und Midi CC wäre mir noch lieber, aber man kann nicht alles haben. Und die, die 100 Prozent genau die Orginale wollen, die müssen sie dann eben kaufen. Ich fahr auch nur nen Golf aber hätt gern nen Lambo aber mehr als 8 Liter soll er bitte nicht brauchen. Ach ja und die 100 Mille hab ich auch grad ned über weil die Kinder so viel fressen.

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    Motion Drive

    Toller Test und wirklich ein gelungener Synth. Mich würde interessieren, wie sich der Synth im Vergleich zum Uhe Repro 1 verhält. Beim Test des Pluggins, wurde dieses ja als absolut top im Vergleich zum originalen Pro One angepriesen. Mal provokativ gefragt; brauchts mit Pluggins wie Diva, Repro, Legend etc. noch solche Hardware synths und wenn ja, ist es v.a. das haptische und optische Erlebnis oder ist beim Sound wirklich mehr drin? Ich würde mir ja gerne die Bude mit all den Behringern voll stellen…aber irgendwie bin ich mir nicht mehr so sicher, obs wirklich nötig ist. Ich weiss…die alte Leier…hardware vs software, aber trotzdem immer wieder spannend andere Meinungen zu hören. Zumal sich der Markt in den letzten Monaten doch stark gewandelt hat…zum einen mit günstigen Behringern und Pluggins welche immer besser klingen.

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      ISE500  

      Die Frage ist wahrscheinlich nicht zu beantworten, da hier subjektive Masstäbe an den Tag gelegt werden. Software ist ja nicht gleich Software, was den Klang betrifft. Und die angedeutete „Hw vs. Sw“ ist einfach nur noch ermüdend sorry.

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      penishead  AHU

      Ja, es braucht solche Synths. Und gerade die, die uns Herr Behringer jetzt serviert. Die Haptik, der Zugriff, der Originalsound und die Konnektivität. Man muss sich das wirklich nochmal geben: knapp 300 Euro für Originalsound für die man sonst zum anfassen mehrere tausend Euro zahlen müsste. Ich finde das ist schon wirklich ein Zugewinn für die Allgemeinheit.

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        tomk  AHU

        Ich danke Herrn Doepfer, der diesen analog Hype mit seinem System 100 erst möglich gemacht hat. UND dies zu fairen Preisen, ohne Fabrik im XLand und dreister Clonerei!

        Man muß nicht alle Geschäftspraktiken von B feiern, als wenn selbige völlig kritikfrei wären, nur weil selbige billig sind! Sollte man auf dem Schirm behalten, gerade in dieser momentan moralisch aufgeladenen Welt. Da gehen 100 Gedankenbrücken auf!

        Wer Wurzeln nach Asien hat, und die Arbeitsbedinungen dort kennt, sieht das vielleicht dualer!

        Grundsätzlich entspringt dieser Synth der Gedankenwelt/Schöpfung von Dave Smith!!! Ganz wichtige Komponente! UND selbiger bedient, weiterhin … ist mit Roland nicht zu vergleichen.

        Pro-1 „Dickes Ding“ – Yin & Yang.

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          Florian Anwander  RED

          Hi Tom

          > Grundsätzlich entspringt dieser Synth der
          > Gedankenwelt/Schöpfung von Dave Smith!!!
          Ich finde der Pro One entspringt der Gedankenwelt von Doug Curtis. Man sollte ja nicht vergessen, dass es mit dem OB-1 einen dem Pro-One ziemlich ähnlichen Synth gab, der eben auch die Curtis-Datenblätter nachgebaut hat.

          Gruß
          Florian

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            tomk  AHU

            Hallo Florian,
            es ist nun doch ein Sequential Pro One Clon! Den OB 1 kannte ich gar nicht, und Curtis Datenblätter höre ich auch zum ersten mal. Da muß ich mich dann auch ausklinken!

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              Florian Anwander  RED

              > Curtis Datenblätter höre ich
              > auch zum ersten mal
              No Problem. Das ist wirklich Detailwissen.

              Ich kann mich aber noch erinnern als die Curtis ICs damals herauskamen. Ich war Ende der 70er Jahre beim IME (Interessenkreis Musik-Elektronik – so einem Karnickelzüchterverein für Synthesizer ;-) ) dabei. Jeder von uns hatte irgendwie ein Modularsystem selbst gebaut. Damals berichtete einer davon, dass es jetzt diese ICs gäbe, die jeweils ein komplettes Modul enthielten, woraufhin ein Raunen durch die Gemeinde ging, dass ja jetzt lauter Einheits-Synthesizer auf den Markt kämen. Und tatsächlich war es ja so. Rein technisch sind die Unterschiede zwischen Oberheim, Sequential und zum Teil auch Roland marginal, denn sie benutzen alle die gleichen ICs und die gleichen Schaltungen.

              Das beste Beispiel ist das erweiterte Hardsync-Feature des CEM3340. Der 3340 bietet nämlich eine fantastische, nach auf und absteigender Rampe getrennte Hardsync-Funktion an, mit der sich auch sogenannte Thru-Zero-Oszillatoren realisieren ließen, was wiederum analoge FM a la DX7 ermöglichen würde. Aber Curtis hatte im erweiterten Datenblatt auch ein Zusatzschaltung veröffentlicht, welche die bereits bekannte, aber weniger flexible Hardsync für den 3340 adaptierte. Exakt diese Schaltung findet sich in jedem(!!!) jemals mit CEM3340 veröffentlichten Synthesizer – egal von welcher Firma.

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            psv-ddv  AHU

            Beim Ob-1 wurden Curtis Datenblätter nachgebaut? Echt?
            Der OB-1 ist doch vielmehr eine Fortführung des SEM/4,8-Voice Konzeptes, in dem der Programmer weiterentwickelt und mit einem SEM kombiniert wurde.
            Die EGs waren ja schon beim 4,8 Voice Programmer nicht diskret sondern mit in Kleinserie hergestellten integrierten Schaltkreisen umgesetzt. Lange bevor es CEM gab. Diese ICs wurden beim OB-1 lediglich durch die damals leichter verfügbaren CEM3310 ersetzt. Ansonsten scheint mir eher, dass Curtis sich auffällig an den diskreten Oberheim Vorbildern und an Dave Rossums SSM ICs orientiert hat.
            Aber vielleicht übersehe ich da ja was…

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      lightman  AHU

      Objektiv gesehen braucht man keine Synthhardware mehr, um Musik zu machen. Subjektiv gesehen würde ich auf meine Synths und Drummies nicht verzichten wollen und finde es gut, daß das Angebot heutzutage so breit gefächert ist. Im Preisbereich bis etwa 800.- Euro findet man alles, was das Herz begehrt, noch nie war der Einstieg so einfach und günstig wie heute.

      Behringer-Synths sind da nur eine Option unter Vielen, wenn man mal die Anziehungskraft des unausgesprochenen, aber dennoch präsenten Versprechens beiseite läßt, daß man sich einen mehr oder weniger originalgetreuen Nachbau eines gefragten Klassikers für kleines Geld kaufen kann, der auf dem Gebrauchtmarkt gewöhnlich gut vierstellig kostet. Dagegen gibts an sich nix zu sagen, ich für meinen Teil streue aber meine Investitionen lieber etwas weiter, um auch kleinere Firmen zu unterstützen und damit einer Aldisierung der Branche vorzubeugen.

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        Larifari  

        Yes. Und selbst mit knapp über 800 Euro ist man heutzutage ja fast schon „State of the Art“. Stichwort MFB Synth Pro

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      Hectorpascal  AHU

      Der Repro ist m.M.n. ein klassisches Plugin. Da ich beides habe klares Fazit von mir: Der Pro-1 von Behringer klingt besser als das VST. Ich finde Diva auch mehr gelungen als den RePro und Zebra besser als Diva. Die Liste könnte nun lang werden. Mir fällt immer mehr auf wie gut die alten neuen Klassiker wie BassStation 1/2 und Pulse 1/2 sind. Mir fehlt auch die Speicherbarkeit und Polyphonie, weswegen bald ein XD reinkommt. Ein Vorteil auch beim Roland SE-01. Herr Behringer, Speicherfunktion für 100€ mehr bei allen Synths bitte! Danke! :)

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        TobyB  RED

        Ich hätte gerne den SE02 im 19 Format(Breite) und für die Bedienelemente eine HE mehr. Dann könnte man auf den Editor verzichten ;-) Ich quäle mich da echt mit meinen dicken Fingern. Die fehlende Polyphonie kann man den Behringer Kisten nicht ankreiden, der Anschaffungswiderstand pro Stimme ist da aber ich gehe davon aus, das sich Entusiasten einen Bro 6/8 hinstellen werden. Aber grundsätzlich würde ich Speicherbarkeit begrüssen und um Behringer mal zu challengen, ich hätte gerne eine Funktion zum Preset morphen. Gerne auch im Stepsequencer.

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        Motion Drive

        Mich hat das mit dem Repro vor allem wundergenommen, da der Test dieses Pluggins hier auf Amazona doch klar wiedergegeben hat, dass das Pluggin quasi auf Augenhöhe mit der Hardware ist. Selbst wenn noch ein Mu fehlt…es ist nur ein Frage der Zeit.

        Deshalb finde ich die Diskussion auch nicht abgelutscht. Es hat sich auf beiden Seiten soviel getan. Man kriegt jetzt Vintage Replikas zu Pluggin Preisen und zb. Brainworks hat das aktuell wahrscheinlich analog klingenste Pluggin für 250$ am Start. Da lohnt sich schon mal wieder eine Bestandesaufnahme.

        Unterm Strich…in was für geilen Zeiten leben wir, wo es alles für kein Geld gibt und klingen tuts auch :)

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        Florian Anwander  RED

        > Herr Behringer, Speicherfunktion für 100€
        > mehr bei allen Synths bitte! Danke! :)
        Ein verständlicher Wunsch, aber leider erhöht die Speicherbarkeit den Aufwand enorm. Da wäre es vermutlich mit 100 Euro nicht getan. (Das gilt auch für den Wunsch von Kollege Costello in Sachen P5)
        Und dann darf man nicht vergessen, dass die Speicherbarkeit unmittelbar die Quantisierung der Parameter zur Folge hat. Die muss zwar heutzutage nicht mehr im groben 7Bit-Raster der MIDI-Auflösung liegen, aber diese wirklich „ober-smooth-en“ Filterläufe bekommen dann halt doch irgendwie eine Eckigkeit (wobei ich persönlich damit keine Probleme habe, ja diese „zippernoise“-Klänge sogar sehr schätze).

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          Hectorpascal  AHU

          Ist der Aufwand nicht überschaubar? Wir haben USB und man könnte eine reine Microcontroller basierte Steuerung implementieren und dann über einen Editor mit feiner Auflösung gehen. Die Potis wären dann „offline“. Das kann meinetwegen auch als abgespeckte Behringer Synthbox Pro-1 Edition in Serie gehen und wäre sogar günstiger. Uli, liest du das?

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            Florian Anwander  RED

            > Ist der Aufwand nicht überschaubar?
            Die Software ist „Peanuts“ ;-). Der Aufwand steckt auf der Hardwareseite und bei der Justage. Überall da, wo jetzt einfach ein Poti einen Steuerspannungsamount regelt, muss plötzlich ein VCA dran, und ggf muss noch ein CV-Rejection-Trimmer an das VCA, und entsprechend muss von einer menschlichen Arbeitskraft Justage betrieben werden.

            Was man oft vergisst: Das teuerste an einem Synth wie dem Pro-1 ist die Arbeitszeit, die für das Trimmen der Oktavreinheit der zwei VCOs verbraucht wird.

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              Hectorpascal  AHU

              Novation haut mit der BassStation 2 einen analogen Synth mit Tasten und Speicherbarkeit für derzeit 375€ raus. Natürlich ist die Steuerung dann nicht 100% Analog aber das tut dem Klang keinen Abbruch. Einige kritische Komponenten können ja analog bleiben, andere wiederum bekommen digitale Pendants. Zugegeben, ich war von den EG’s und dem LFO im DM12 nicht begeistert aber die Entwicklung bleibt ja nicht stehen. Ich finde grundsätzlich geht da was. ;)

  10. Profilbild
    Doc  

    Hervorragend geschriebener Test.
    Klasse und vielen Dank Florian

    Die Patchbay erweitert die Moeglichkeiten immens.

    Ein zusaetzlicher 2. und 3. Lfo lassen das Teil noch weiter abheben.

    Wenn der Cutoff gesteckt ist, fungiert der Keyboard Amount Regler als Input
    Leider verliert man dadurch den Cutoffamount.

    Oder bin nur zu doof zum stoepseln.

    Anregungen willkommen.

  11. Profilbild
    Moogfeld  

    Ja mei, Behringer polarisiert mal wieder………ich finds doch echt immer wieder nett hier! Aber mal im ernst: ich bin zwar definitiv der polyphone Typ, aber einen Pro One wollte ich auch schon immer haben und der ausgerufene Preis und das Gebotene machen doch wirklich jeden Versuch den Pro 01 schlecht zu reden obsolet. Offene Gesellschaft, freie Meinung, zweiter Tester, dritte Betrachtung, Bildungskreis und akademische Expertise …. ja, von allem übersättigt und alles anzweifelnd, so sind wir halt großteils mittlerweile geworden. Leider machen wir uns mit dieser Systematik auch mitunter selbst einfach handlungsunfähig, anstatt es auch einfach mal gut sein zu lassen — und dann wundern wir uns, dass andere mal so auf der Überholspur an uns vorbeirasen. Sorry, es soll keiner beleidigt sein, aber das musste jetzt einfach raus!
    Es soll doch bitte jeder, der bessere Synths bauen oder objektivere Tests schreiben kann dies einfach tun…..denn etwas fest stellen ist immer leicht, etwas jedoch einfach besser zu machen aber dann vielleicht doch nicht so einfach!

    • Profilbild
      #n3rd4l3r7  AHU

      Dein Wort in Gottes Ohr! Und das ist nicht nur bei einem lächerlichen Musikinstrument so. Deutschland schafft sich ab. Im wahrsten Sinne des Wortes.

  12. Profilbild
    Healfix

    Och nöö! Jedesmal, wenn ich denke „Jetzt habe ich aber wirklich genug Kisten hier rumstehen.“ kommt so ein Test daher.
    Also gut, den einen noch, dann ist aber Schluss. Nein wirklich…

  13. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    Einfach nur Klasse! Vom Test bis zu den Soundbeispielen.
    Ich denke, dass ich mir den Pro-1 auch holen werde, liegt der Haupteinsatzzweck wohl eher bei den
    Bass und Sequencersounds?
    Noch eine Frage: Wie ist der Durchmesser bei den Potis und lassen diese sich auch feinfühlig genug einstellen?

    netter Gruß

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      penishead  AHU

      Die Potis sind schön geriffelt, das sieht man auf den Fotos. Daher denke ich, das die Griffigkeit ziemlich gut sein wird, und dann wird es schon recht angenehm einstellbar sein.

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        MPC-User  

        Ja dem ist so. Sie sind sehr griffig und angenehm zu dosieren.
        Im Gegensatz dazu der Crave.
        Die sind glatt. Bei schnellerem Drehen rutscht man weg. Das ist übel.

  14. Profilbild
    el-folie  

    Was mich persönlich umtreibt, ist, wie oft bei mir, etwas sehr Spezielles:

    Der vintage Pro One ist ja quasi eine Stimme vom Prophet 5 Rev. 3, wenn man die Unterschiede der Modulationsmöglichkeiten mal außer Acht lässt. Tatsächlich ist der Aufbau vom Oszillator bis zum Ausgangs OP Amp schaltungstechnisch identisch, wenn mich meine Erinnerung an die Schaltpläne nicht trübt.

    Was mich am Prophet 5 besonders fasziniert, ist der dicke, warme Sound, besonders der holzig klingende, dicke Attack, wenn kurzes Decay per Envelope Mod auf niedrige Cutoff wirkt. Dieser Attack, der fast schon so perkussiv und dick/warm klingt, wie eine Orgel oder ein Rhodes.

    Genau aus diesem Grund haben bei mir bisher nur Synthies mit Hardware Envelopes überlebt, weil ältere Software Envelopes das einfach nicht gemacht haben, ich sage bewusst nicht „nicht gekonnt“ haben, denn z.B. Repro 5 kann das, weshalb das grundsätzlich für einen Software Envelope also möglich sein sollte.

    Mein Prophet 600 GliGli kann es definitiv nicht. SH-2, SH-101, JP-4, Model D, sie alle können es und mMn. wg. des Hardware Envelopes.

    Ich frage mich, woran liegts genau und wird der Pro 1 es können? Bisher gibts leider noch keine youtube Beispiele, die das auschecken. Manch einer will mehr Kuhglocke – ich mehr Holz ;-)

    Und 2164 statt 3280, hm…

    • Profilbild
      Florian Anwander  RED

      Hallo el-folie,

      ich weiß ganz genau was Du mit den „holzigen Attacks“ meinst. Und ich stimme Dir zu, dass die meisten Leute sich an anderen Synthesizern schwer damit tun, dort solche Sounds zu machen.

      Ich behaupte aber, dass es (mal wieder) nicht an der Elektronik liegt, sondern mehr an der Benutzeroberfläche. Am Prophet (und am Pro-One/Pro-1) hat man einen enorm weiten Drehbereich für die kurzen Attack- und Decayzeiten, man kann also die Zeiten sehr gefühlvoll und nuanciert einstellen.

      Außerdem verlockt der Prophet den Benutzer geradezu, Hardsync nicht als üblichen „Brutalo-Säge“ zu verwenden, sondern um eben genau diese ganz holzigen und – im positiven Sinne – stumpfen Klänge zu generieren. Seltsamerweise ist das beim Jupiter 8 oder 6 oder bei den polyphonen Oberheims nicht der Fall. Hingegen gibt es zB schon in den Presetsounds von JX-3P oder Rhodes Chroma Polaris auch diese wunderbaren, fast an PPG erinnernden Sounds.

      Gruß
      Florian

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        el-folie  

        Ahh… Danke! Ich finde, gerade dieses holzige im Attack plus dicke, phasige VCO Schwebungen, das ist für mich DER Analog-Sound. Ich bin mal gespannt, ob derartige Soundbeispiele zum Pro 1 noch kommen.

        Alle Synthies, egal ob analog oder digital, können „TZapp“, „Zipp“, „Ssipp“ oder „Schnipp“, aber knackiges, holziges, kurzes „Plock“, „Tock“, „Knock“, „Block“ oder „Popp“ – das können eben nicht alle ;-)

        Was den Unterschied im VCA angeht, seit Jahren wissen wir, dass gerade die Verzerrungen im VCA den Sound machen, also die Klangfarbe. Ich finde es dann schon schade, wenn statt ja erhältlicher Chips, wie dem AS3280, der diese Verzerrungen ja liefern soll, ein eher linear-analytisch klingender 2164 verbaut wird. Ich hoffe aber, dass, weil es ja um nur eine Stimme geht, dort der Effekt der Verzerrungen vielleicht noch nicht so stark zum Sound beiträgt, wie bei 5 Stimmen im Prophet 5. Mal schauen und weitere Soundbeispiele abwarten.

        Für den Pro-16 hoffe ich deshalb, dass Behringer entweder einen Coolaudio 3280 auflegt oder die Verzerrungen durch Ersatzschaltungen beim VCA erzeugen.

        Und noch Danke für den klasse Test, tolles Gerät zu einem unfassbar günstigen Preis! Eine Preisrevolution im Analogsegement findet live vor unseren Augen statt. Vor Jahren hieß es noch, es werde nie wieder bezahlbare VCO Synths geben und nun das :-)))

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          Florian Anwander  RED

          > dass Coolaudio 3280 auflegt oder die Verzerrungen
          > durch Ersatzschaltungen beim VCA erzeugen.
          Man muss auf alle Fälle sehen, dass der 3080/3280 (der 3280 ist ja nur die Dual-Version des 3080) vor allem dadurch negativ auffällt, dass man das Signal vor dem OTA extrem abschwächen muss, und danach wieder entsprechen hochverstärken muss. Deswegen rauschen die 3080-basierten VCAs oder Filter so übel. Da ist der 2164 (ehemals ja ein SSM-Chip!) schon deutlich erfreulicher. Der Verzerrung, die in diesem Fall im OTA stattfindet, messe ich offengestanden nur geringe klangliche Bedeutung bei – und was man nicht vergessen sollte: Verzerrung im finalen VCA bedeutet auch weniger Dynamik innerhalb des Klangverlaufes.

          Was die Verzerrungen angeht: ich wäre mehr daran interessiert eine Kette Signalkette VCO-VCF-[VCA]-Overdrive-VCA zu haben. Der erst VCA und der Overdrive sind dann quasi eine Waveshaping-Einheit. Der zweite VCA ist dann für die eigentliche klanginterne Dynamik zuständig

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            el-folie  

            Yo, weiß ich… muss aber sagen, wie auch immer der Dave den Sound hinmodeliert hat, er ist göttlich und ich hoffe, Behringer kriegt das irgendwie hin und baut keine 16-stimmige Clean-Kiste mit Featuritis…

            Die Idee mit dem extra Waveshaping wäre natürlich eine Möglichkeit, bei den neuen Moogs finde ich das Feature klanglich aber nicht befriedigend, nicht dick/plastisch/3D, sondern eher bratzig/glasig/L1-platt-eindimensional. Ich bin wahrscheinlich einfach zu stark geprägt von altem Sound, um sowas zu mögen.

            Ich vermute, ohne es letztlich wissen zu können, dass in vintage Synths gerade die den jeweiligen Funktionsblöcken anhaftende Färbung des Klangs durch OTAs, OP amps, Filter, Rauschen, Kompression bzw. Dynamikverhalten, in der Gesamtheit durch Addition den dicken vintage Sound bedingen.

            Bekommt Behringer das irgendwie anders hin, mich würde es in jedem Fall freuen. Den Pro-16 muss ich ebenso haben wie den DS-80…

  15. Profilbild
    Schnongs

    hi, ich habe den Behringer pro-1 und den uhe Repro. Das Original hab ich nie besessen.

    Der Behringer ist laut vielen Tests extrem nah am Original. Und der Uhe meiner Meinung nach extrem nah am Behringer. Habe die Softwarepresets an der Hardware ausprobiert und sie klingen sehr sehr ähnlich. Im Blindvergleich als Normalsterblicher wirklich kein Unterschied. Der Uhe Repro klingt also leider ehrlich gesagt genau so geil oder noch geiler als der Behringer. Erst recht, wenn Du einen sachten Saturierungseffekt dazunimmst!

    Der Pro-1 ist günstig. Macht Spass und nimmt nicht so viel Platz weg. Dieser Kauf hat mich davor bewahrt, einen Prophet 6 zu kaufen. Ich konnte mir selbst beweisen, dass ein atzengeiler analoger nur Sinn macht, wenn ich meine sonstige Ausstattung richtig fett upgrade. Ich bin einfach nicht bereit noch mehr Geld in AD-Wandlung zu investieren. Nicht zu unterschätzen ist ja auch ja auch der Ehefrau-Akzeptanz-Faktor !!!

    Bei Youtube unter knautschke mal nach pro-1 suchen. Dort habe ich ihn ausprobiert.
    viel Spass

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    Marco Korda  AHU

    Die vorgenommene Kritik an Florian kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Dieser Test hier ist äußerst gut, weil Aufbau und Funktionen sehr gut beschrieben sind. Selbst die Platine ist in Augenschein genommen worden. Darüber hinaus gibt es deutliche (!) Kritik an der Firmware (die ja änderbar ist). Auch wurden kleinere Schwachpunkte erwähnt. Dass es keine größeren gibt, könnte ja auch an dem Gerät und der guten Herstellung liegen, nicht wahr, liebe Kritiker des Autors?

    Dass Florian beim BD-8 sich der Verliebtheit zu Behringer schuldig gemacht haben soll, kann ich so auch nicht entdecken. Im Übrigen besitze ich die BD-8 und kann nur sagen, dass es ein fantastischer Drummie ist, so wie vom Autor auch beschrieben.

    Jemand anderem wegen fehlender Objektivität anzuklagen ist dann widersinnig, wenn man selbst höchst subjektiv um sich schlägt, ohne selbst die Geräte in der Hand gehabt zu haben. Daher Daumen hoch für Tyrell’s Vorschlag! Großartige Idee. Ähm, ich würd‘ den Test auch gerne machen *smile*

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      psv-ddv  AHU

      Lass mal die Kirche im Dorf. Bisher schlägt hier keiner um sich. Meine Kritik habe ich sachlich begründet. Wenn Du, wie viele hier, anderer Meinung bist ist das für mich vollkommen ok.
      Aber ganz wichtig: Ein Leser muss ganz im Gegensatz zum Tester nicht subjektiv sein.
      Schicken Abend noch.

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        defrigge  

        Ich glaube, niemand hat was daran auszusetzen, dass Du anscheinend in einer sehr eigenen und aus meiner Sicht gelegentlich sehr eigenwilligen Soundwelt lebst. Du könntest einfach sagen, was Dir gefällt und was weniger, und warum.
        Was es dann aber eher unfreiwillig amüsant oder irritierend als genießbar werden lässt, ist die angemaßte Attüde, bei jeder Gelegenheit mit sehr hochgehängten persönlichen Befindlichkeiten um sich zu werfen, deren angebliche sachliche Basis und Bedeutung im musikalischen Alltag anderen vielleicht eher schmal oder ziemlich willkürlich erscheinen mag. Von mir aus sei so befindlich wie Du sein möchtest, aber halt dabei doch bitte mal den Ball etwas flacher! Deine Kritik am Behringer Model D gehörte für mich bereits weitgehend in den Bereich des Unerheblichen und für meinen musiklaischen Alltag eher Irrelevanten. Trotzdem würde ich Dir zuhören, wann immer du gute, nachvollziehbare Beobachtungen erzählen würdest, ohne daraus gleich so übertriebene Bewertungen zu machen. Wenn du so viel Wissen und Erfahrung hast, wie du meinst, lass uns einfach mal positiv daran teilhaben, statt uns das Gefühl zu geben, dass Opa grimmig nach seiner verlegten Soundbrille sucht und dabei mal wieder ungenießbar ist. ;-)
        Als letztes: bei aller Zuneigung zu Vintage Gear, die ich teilen kann – NICHTS davon verdient es, wie ein Fetisch verehrt zu werden. Ist alles bloß Zeugs zum Musik-machen, in angenehm großer und weiter Bandbreite!

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    costello  RED

    Wenn das mit einer Stimme vom Propheten schon so prima geklappt hat, sollten 5 davon doch eigentlich auch kein Problem darstellen. :-)

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      Dirk Siegmund  

      Warte mal ab, immerhin hat sich Behringer nicht nur „Pro-1“ als Trademark sichern lassen, sondern auch „Pro-16“. Wer weiß , was da noch kommt.

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          TobyB  RED

          Den gibts doch als Prophet Rev2-8 mit Sequential und ich geb den nicht mehr her und für etwas mehr auch als Prophet Rev2-16. ;-)

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              TobyB  RED

              Ne, der kann beides ;) Will ich einen schönen klinischen Sound, dann mit AD Wandler rein ins MX 1. Solls nach Wintätsch klingen, dann rein in die ollen Boss FX und Roland SRV 2000. Da kann man den Muff von altem körnigem F90 Beton riechen. ;)

            • Profilbild
              TobyB  RED

              Mit flacher Mathematik kosten 5 Stimmen mit fünf Pro-1 mehr als ein DSI Pro 8 Rev 2 :-D , für die Erweiterung mit dem 8 Voice Board auf 16 Stimmen hab ich 599€ mit Einbau bezahlt. In Summe also 1239 + 599 = 1838€. Wenn Music Tribe so ein Ding bauen würde läge der Preis auch über 1000€. Nur glaube ich das der Markt da recht gesättigt ist. Und es vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus, ein ziemlich hohes Risiko ist. Und MT mit seiner derzeitigen Strategie eher den jungen Musiker mit schmalem Budget anspricht. Momententan haben die halt eine andere Strategie und jagen den analogen Geist, kann man machen, muss man aber nicht.

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                defrigge  

                Ich denke das ist einfach Geschmackssache.
                Ich würde einen Behringer Prophet 5 dem DSI Pro 8 vorziehen, weil das für meine Ohren deutlich mehr original Prophet 5 Klang wäre als es der DSI bietet.
                Aber ich bin auch ohnehin schon geschmacklich voreingenommen, weil ich bereits meinen Prophet 6 im Klang lieber mag als den Pro8R2 (den ich trotzdem gut gemacht finde). ;-) Wünsche von Herzen viel Spaß mit dem Prophet 8! Wo wir uns völlig einig sind und was ich auch am Prophet 6 so schätze: der kann sowohl klassisch als auch sehr modern klingen und ist klanglich flexibler als jeder Vintage P5. Dafür klingt aber der P5 in dem, was er abdeckt, noch überzeugender und lebendiger.

                @Florian – Vielen Dank für den guten und aufschlussreichen Test!

                • Profilbild
                  TobyB  RED

                  Hallo defrigge, der P8/16Rev2 steht für sich. Ich glaube das ist auch wirklich Geschmacksache. Man kann die auch wirklich nur mittelbar vergleichen. P6/P5 sind wirklich noch mal was anderes. Irgendwann wird Behringer sicher auch Pro 1 eine Mehrstimmen Variante machen. Bald wird der Markt der analogen monophonen dann auch gesättigt sein. Und dann wäre Behringer gut beraten nicht in ein Loch zu fallen.

  18. Profilbild
    mar beso  

    Vielen Dank für den sachkundigen Bericht und den kritischen Kommentaren hier auf amazona! Bekommt man nirgends sonst im deutschsprachigen Netz.

    Werde den Pro-1 aufjedenfall mal antesten. Speicherbarkeit wäre mir aber auch lieb gewesen.

  19. Profilbild
    0gravity  

    Toller Test. Ich kann mich nicht entsinnen mal einen Testbericht gelesen zu haben, in dem eine klangliche Eigenschaft (strahlende Höhen beim Sägezahn) so plausibel und auch für den Laien verständlich auf die Schaltungsdetails bzw Konstruktionsmerkmale eines Synths zurückgeführt wurde.
    Und wenn der Tester gleich zu Beginn seine „emotionale“ Beziehung zu dem Gerät schildert, hilft es mir zumindest den Testbericht richtig einzuordnen.
    Und aus meiner Erfahrung gibt es den absolut objektiven Testbericht sowieso nicht, gerade bei Geräten die etwas so subjektives wie Klang erzeugen.
    Also nochmal vielen Dank für den Test, „again what learned“.

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    TimeActor  AHU

    Herzlichen Dank an Florian für den guten aufschlussreichen Test.
    Als ehemaliger Besitzer des ProOne (81 bei Matten & Wiechers in Bonn gekauft) bin ich happy einen im Sound ebenbürtigen Clone (ob von Behringer oder von jemandem anderen ist unerheblich) kaufen zu können. Für roundabout 300 Ocken ein No Brainer wie ich finde wenn man sich die Gebrauchtpreise anschaut sollte man denn überhaupt einen entdecken. Meinen Originalen habe ich etwas nach der Anschaffung meines 1. DX7 verkauft da mir die Speichermöglichkeit fehlte. Ich bereue dieses zutiefst denn der ging quasi für nen Appel und ein Ei weg im Vergleich zu heutigen Preisen. Auch wenn ich das Teil damals (war mein 1. Synth) geliebt habe, darf man aus heutiger Sicht allerdings die Katastrophale „Qualität“ von Tastatur (Metallschiene mit „Draht“ an jeder Taste), Gehäuse, Frontplatte mit billigstem sehr dünnen Kunsstoff bemängeln. Eine etwas bessere Anfassqualität hatte man tatsächlich (so aus meiner Erinnerung) bei Betätigung des Modulations,- Pichtrades und die Holzseitenteile sollten auch nicht unerwähnt bleiben ;-) Die Regler wackelten teils teils – kein Wunder direkt auf die Platine gelötet und nicht mit dem Gehäuse verbunden. Ein Instrument mit solch einer wirklich miesen Vearbeitung dürfte heutzutage wohl kaum ein Verkaufserfolg werden.

    • Profilbild
      TimeActor  AHU

      Ergänzend sei hinzugefügt, dass mein Originaler ProOne ein fettes Soundmonster war, was mich über die Verarbeitungsmängel hat drüberwegschauen lassen.
      Den Pro1 muss ich dann wohl mal Probespielen und anhören.

    • Profilbild
      Florian Anwander  RED

      > Ein Instrument mit solch einer wirklich
      > miesen Vearbeitung [Pro-One]
      > dürfte heutzutage wohl kaum ein
      > Verkaufserfolg werden.
      Wie wahr :-)

  21. Profilbild
    Dirk Siegmund  

    Danke für den tollen Test, Florian!

    Die einzelnen Einschätzungen und Bewertungen kann ich exakt so bestätigen.

    Ich habe mittlerweile alle Behringer Expander und so viele andere Monosynths, dass ich den Pro-1 eigentlich nicht brauche. Der Sound ist aber so eigenständig und ikonisch (insbesondere bezüglich Vince Clark), dass ich nun doch seit einer Woche eine Pro-1 hier stehen habe.

    Bei dem aufgerufenen Preis denkt man teilweise gar nicht mehr nach, während ich nie bereit wäre, die Preise für die Originale zu bezahlen… es sei denn, ich gewänne viel Geld und wüsste nicht wohin damit.

    Bereuen tue ich es auf keinen Fall, ich bin nur immer wieder von mir selbst überrascht, dass ich das GAS doch nicht im Griff habe ;-)

    • Profilbild
      Florian Anwander  RED

      Danke für das Lob.

      Jetzt noch ein echter Off-Topic hinterher:

      > Bei dem aufgerufenen Preis denkt man teilweise gar nicht mehr nach

      Klar, ich denke auch nicht mehr nach, denn ich verdiene halt ordentlich und muss niemand anderen mehr ernähren. Es gibt aber andere Menschen in unserer Gesellschaft, die sicher auch gerne Musik mit Synthesizern machen wollen, für die aber auch die Behringerpreise immer noch eine Herausforderung darstellen.

      Dessen sollten wir uns in unser Luxusnische klar sein.

      (das ist jetzt nicht gegen Dich gerichtet; ich nehme Deinen Satz nur zum Anlass, da auch mal wieder drüber nachzudenken).

      • Profilbild
        Dirk Siegmund  

        Hallo Florian,

        das „nicht mehr Nachdenken“ bzw. „no-brainer“ war auch nicht despektierlich gegenüber den Musikfreunden gedacht, die nicht in meiner/unserer Gehaltsklasse liegen oder noch Schüler/Auszubildende oder Stundenten sind.
        Es bezog sich rein auf mein eigenes Verhalten.

        Insofern ist es gut, dass Du hier tatsächlich den Begriff „Luxusnische“ zur Sprache bringst.

        Ich bin dankbar, dass ich mich, trotz Unterhaltsverpflichtungen, noch immer in einer gewissen Luxusnische bewegen darf.

        Schließlich ist die Anschaffung von Musikinstrumente, ganz nüchtern betrachtet, nicht wirklich ein lebensnotwendiges Grundbedürfnis wie Essen, Trinken Schlafen, etc… trotzdem hängen viele dieser Grundbedürfnisse anderer Menschen davon ab, ob wir die Produkte kaufen oder nicht.

        Da ist es egal, ob diese Menschen in Deutschland, Europa oder China leben, deswegen kann ich dieses Behringer-China-Billigprodukt-Bashing auch nicht nachvollziehen.

          • Profilbild
            tomk  AHU

            Und genau da bitte ich einen erweiterten Blick auf die Arbeitsverhältnisse in Asien zu werfen, und wirklich jedem „JEDEM“, einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Ja, zu wagen, werfen ist das falsche Wort!

            DENN wenn hier gejammert wird ob sich XY solch einen B-Snyth in D überhaupt leisten kann, so kann ich definitiv aus erlebter Erfahrung berichten, dass Mitarbeiter „solcher“ Fabriken, völlig abgekoppelt von Marken, dass ist übergreifend, sich nicht mal eine Krankenversicherung leisten können. UND jetzt bitte … bitte, Hirn anschalten!!!

            Da liegst du auf der Straße, malochst jeden Tag 10 Stunden Akkord, und dann fragt dich der Notruf, ob du versicherst bist … die kommen sonst nicht, dass ist erlebter FAKT!!! Die lassen dich auf der Straße verrecken.

            UND hier wird philosophiert ob XY sich in D nen Snyth leisten kann???

            Dort ist man froh wenn die Proletarier Familie jeden Tag essen auf den Tisch bekommt.
            Sich Schule für die Kinder leisten kann.

            Da bekomm ich echt nen Hals …
            Bitte, bitte, DUAL denken!

            Yin & Yang

              • Profilbild
                Hectorpascal  AHU

                Habe letztens erst gelesen das die wohlhabende chinesische Mittelschicht, die u.a. unsere Autos kauft, auf über 100 Millionen gewachsen ist. Davon leben unsere Angestellten in der Automobil-Industrie ziemlich gut. Ich hätte nix dagegen wenn wenn die Chinesen unsere Doppelmoral sich zu Herzen nehmen und nur noch ihre eigenen Autos kaufen würden. Das bekommt deren Binnenwirtschaft und den „auf der Straße lebenden Arbeitern“ ganz gut. In München, Stuttgart, Ingolstadt und Wolfsburg müssen dann alle wieder zurück in ihre Höhlen.

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        lightman  AHU

        Das stimmt schon. Als ich mit dem Musikmachen anfing, war die erste Euphorie angesichts der damaligen (Mitte/Ende 1980er) Neupreise für Musikequipment schnell verflogen. Ich habe Jahre gebraucht, um ein passendes Setup aus gebrauchten Synths zusammenzustellen, und auch heute noch verdiene ich längst nicht genug, um mir selbst ein vergleichsweise günstiges Teil wie den Behringer Pro-1 einfach mal so rauslassen zu können.

        Ich bin also weder Sammler, noch besitze ich nennenswerte „Synthlegenden“, bei denen ich auf Wertsteigerung hoffe, und muß mir immer irgendwo was absparen, um über die Runden zu kommen. Trotzdem sehe ich die Sache mit den auf ein bestimmtes Preisnviveau hin massenproduzierten Waren eher kritisch, sowas kann eine Signalwirkung haben, die vor allem kleine Boutique-Firmen in Schwierigkeiten bringen kann, weil die halt nicht so billig produzieren können und für den Einkauf der benötigten Materialien auch nicht auf Großverbraucherpreise hoffen dürfen. Aber auch größere Player auf dem Markt könnten sich neu orientieren, indem sie ehrgeizige Projekte canceln, weil sie fürchten, ein bestimmtes Gerät nicht mehr für mehr als X Euro verkaufen zu können. Das würde langfristig zu einer Verflachung des Hardwaremarktes führen, und das wäre schade.

        Vielleicht sehe ich das falsch, man macht sich halt nur so seine Gedanken.

      • Profilbild
        hejasa  

        Ja, ich würde mir auch wünschen, dass interessierte Kinder und Jugendliche aus dem Bildungssystem- und Teilhabe Paket Zugang zu solch einem günstigen Instrument bekommen würden, die über Hartz IV leider nicht finanzierbar sind.
        Danke für den aussagekräftigen Test, mein Fokus für einen Kauf liegt allerdings auf dem Behringer OB Xa.

  22. Profilbild
    BÄM  

    Ich finde es persönlich attraktiv, dass die Originalgeräte durch die Toleranzen bei der Produktion tatsächlich zum einen leicht unterschiedlich klingen und zum anderen nie eine genaue Einstellung nachvolzogen werden kann. Für mich machen diese Eigenheiten diese Synths schon fast zu Einzelstücken und ich habe beim Musikmachen dieses Mojo, das mich inspiriert. Die modernen Klone sind so hochwertig gebaut, dass da halt tatsächlich erstmal einer wie der andere klingt und man eben Arbeit in die Individualisierung (neben dem Sound) stecken muss. Am Ende wird keiner den Unterschied in einer typischen modernen Musikproduktion heraushören, das haben wir ja oft genug gesehen. Mein Fazit: man sollte die Klone nach ihrer Leistungsfähigkeit und dem Sound beurteilen und die Originalgeräte für ihren individuellen Klang und ihr Mojo.

  23. Profilbild
    smoo

    Super Test! Da war genau das drin was ich wollte. Auch wenn ich den Pro-1 schon habe.

    Endlich verstehe ich warum ich Tri-basierte VCOs so viel mehr schätze als Sägezahncore. Allerdings war ich vom Doepfer A111 (Version 1 CEM 3340) trotzdem überhaupt nicht beeindruckt. Ich habe ihn damals (ca 17 Jahre her) mit den Wiard 300 Tri-Core VCOs verglichen. Der Doepfer hatte überhaupt keine Chance. Alles was aus dem Wiard kam war noch dicker und strahlender. Auch die lin FM war (ist noch) ein ergiebiger Traum.

    Sind gut gemachte Tri-Core VCOs den 3340 nicht total überlegen? Allerdings – ich muss nun unbedingt mal den Pro-1 mit dem Wiard 300 vergleichen. Auch wenns ein irrer Vergleich ist (david gegen Goliath). Ein Sinus-Out wäre cool gewesen übrigens.

    Zur Grösse. Einer der Gründe den Pro 1 zu kaufen war die Grösse. Ich finde die Ergonomie super, nicht zu klein nicht zu gross. Man kommt superschnell voran.

    Nochmals danke für den fundierten Test.

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        Florian Anwander  RED

        Das ist die Abkürzung für Triangle based VCO. Also ein auf der Dreiecksschwingung basierende Oszillator – so wie ich da soben im Test beschrieben habe.

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    Chromengel  

    Vielen lieben Dank für diesen Test!
    Keinen Dank für bestimmte Kommentare, die auch schon Bernd Kistenmacher über sich ergehen lassen musste, als er diverse Test hier eingestellt hat. Ich bin sicher, dass Florian und Bernd mehr Ahnung haben, als so mancher Anderer, der sich hier „kritisch“ über diese Tests äußert, aber jetzt fange ich auch schon an „rumzubehringern“.

    Ich freue mich über diese Geräte und werde es ebenfalls kaufen. Die Anleitung von meinem alten Pro-One habe ich noch im Schrank liegen und bin mal gespannt, ob die alten eingetragenen Sound-Aufzeichnungen genau so klingen, wie damals.

    Danke Florian, danke Behringer, danke Amazona. (andere Reihenfolge möglich, bitte keine Kommentare hierzu :-)

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    camarillobrillo  

    Prima Testbericht! Nur die Überschrift lässt mich erschaudern, denn der Dativ hat da mal wieder den eigentlich erforderlichen Genitiv getötet. Richtig hieße es also „des großen Vorbilds würdig“ ;-)

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    Hein Bloed  

    Ich kann mit diesem ganzen analog-monophonen Klumpatsch nix anfangen, wäre allerdings sehr glücklich mit einem preiswerten polyphonen FM-Synth, mit dem ich ein paar Vsts ersetzen kann. Mr. Behringer, wo bleibt der der DX7-Klon?
    Oder noch besser, irgendwas völlig Unerwartetes und Frisches in dieser Preisklasse? Ansonsten machen die Leute noch die nächsten 50 Jahre Musik mit Retro-Approach.

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      #n3rd4l3r7  AHU

      Den gibt es doch schon seit ein paar Jahren und nennt sich Yamaha Reface DX. 298 Tacken beim Händler deines Vertrauens.

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      Ashatur  AHU

      Nicht umsonst hat der Herr Behringer einen DX 1 ersteigert. Ich denke da kommen auch noch ein paar FM Kisten.

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    Soundreverend  

    Über den Pro-1 freue ich mich bisher am meisten. Ich hatte auch einen Sequential Pro One den ich Anfang 2000 verkauft habe. Aber der Klang hat mir gefehlt. Und da isser wieder :) Einziges Manko: Ich hätte gerne eine Tastaturversion, gefällt mir einfach besser. Aber vielleicht kommt die ja noch irgendwann.

    Und vielen Dank für den Testbericht, schön geschrieben und unterhaltsam und mit interessanten technischen Details, bitte mehr davon :)

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    ISE500  

    Ich muss hier PSV-DD TEILWEISE recht geben (nur teilweise, behringer noisinger zu nennen, ist troll),

    aber tatsächlich geht es bei einem Clone-Test darum, wie nahe er am Original klingt, und nicht nur, ob er ein eigenständiger, geil klingender Synth ist.

    Das könnte man sprachlich (bei vorhandener Textsicherheit) ziemlich einfach neutral schreiben.
    „Der Pro1 klingt zwar nicht exakt wie ein Pro One, aber dafür total geil und zwar so …. (…)“

    Euphorie ist ja cool. Aber die Mischung aus Euphorie und „Appeal to authority“ („Der Florian weiss schon, was er schreibt) wirkt auf mich leicht belehrend.

    Nix für ungut an beide. Peace, Over and Out.

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      Florian Anwander  RED

      Aber dies ist kein Clone Test. Ich teste NIE ein Instrument darauf ob es die Eigenschaft „Clone“ voll erfüllt. Ich kucke vielleicht, was hätte man besser machen können, weil es das alte instrument schon gab. Aber alles andere LANGWEILT MICH.

      Ich mache für mein Leben gerne Musik, täglich zu Hause, einmal im Monat live auf der Bühne und es gibt im Netz von mir und meinen Bekannten über 300 Stundenn Musik aus den Letzten zwanzig Jahren runterzuladen.

      Ich teste ein Instrument darauf, ob ich damit Musik machen kann.

      Wenn ich über Kopien reden oder nur nachdenken wollte, dann wäre ich nicht in einem Musikerforum sondern würde mich im nächstgelegenen Copyshop aufhalten und ein bisschen Tonergeruch sniffen.

      Vergesst es. Lest meine Artikel nicht, wenn Euch das nicht passt.

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        ISE500  

        Ich verstehe nicht. Warum ist der Pro1 kein Klon? Etwas anderes wäre es, wenn der Hersteller sich von einem alten Synth inspirieren liesse und auf dessen Grundlage eine Neuentwicklung anstösst. Siehe Crave. Deutliche konzeptionelle Anleihen – Toby weist im Crave-Test mehrmals auf die Mother32 hin.

        Fühl dich doch nicht gleich beleidigt. Der Pro1 soll doch ein Klon des Pro One sein (!).
        „Ich teste ein Instrument darauf, ob ich damit Musik machen kann.“ – völlig legitim, dennoch baut Behringer u.a. Klone und im Idealfall sind diese täuschend nah am Originalvorbild (?).

        Die Kommentarspalte bei Amazona ist doch erwünscht. Interaktion freiwillig. Ich wurde auch schon darauf hingewiesen, daß meine Kommentare zu scharf sind und versuche es jetzt deutlich sachlicher. Ich habe dich an keiner Stelle persönlich angegriffen.

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          amyristom  

          Ich muss PSV-DD und ISE500 an dieser Stelle schon recht geben:
          Ein Test eines Synth-Klons sollte schon AUCH überprüfen, ob das Testobjekt neben für sich guten Klang, korrekter Funktionalität und ob man „damit Musik machen kann“ auch klanglich dem Original entspricht. Sonst – zumindest mein Empfinden – ist ein durchaus wesentlicher Aspekt dessen, was mich an einem Klon (egal von welchem Hersteller) interessiert im jeweiligen Test nicht abgebildet.
          Wenn ich einen Klon eines Minimoogs vor mir habe, interessiert mich doch zu einem großen Teil, ob der Klon sich wie ein Original verhält; bei einem Klon der TR808 interessiert doch als erstes, ob er wie eine originale TR808 klingt, usw. (alles vor dem Hintergrund, dass auch die Originale untereinander Klangabweichungen hatten). Oder mal krass formuliert: Wenn ein Klon einer TR808 am Ende wie eine Linndrum klingt, dann kann ich damit AUCH Musik machen, es hat ggf. eine geile Bedienoberfläche, aber es ist dann als Klon des Originals trotzdem gescheitert. Und das hätte ich dann auch gerne in einem Test stehen bevor ich das Gerät dann ggf. kaufe.

          Aber um das perspektivisch gerade zu rücken: Toller Test, tolle Klangbeispiele, viele Details und Kleinigkeiten. Daumen klar hoch! Nur eben dieser eine Aspekt „wie gut ist der Klon als Klon des Originals?“, DER fehlt mir im Test!

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        Hectorpascal  AHU

        Nicht aus der Ruhe bringen. Alles toll mit deinem Test und wie ich es von früher kenne mit persönlicher Note von jemandem der es wissen muss. Keine verkappte Produktpräsentation oder Schönrednerei wie man sie regelmäßig antrifft. Auch die Klangbeispiele sind 1A und jeder sollte schon beim hören wissen wo der Hammer hängt. Ich habe den Pro-1 selber hier stehen und der ragt schon ziemlich heraus. Zahm ist anders und dazu mit Charakter.

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        tomk  AHU

        Mega Review, super informativ! Bin erst heute zeitlich dazu gekommen es komplett abzuschließen. Ich danke Florian für seine Kompetenz, Fachwissen, und auch Zeit, dies für Amazona zu schreiben. SUPER!!! Genau für sowas schätze ich Amazona!

        Ob man B schätzt steht dann durchaus auf einem anderen Blatt.

  29. Profilbild
    Wunderkind

    Hi Florian,
    dein Test des Pro-1 ist für mich ganz großes Kino. Herzlichen Dank dafür.

    „Deswegen klingt ein 3340 VCO so strahlend und durchsetzungsfähig.“ (Zitat)

    Keiner konnte mir das bis jetzt so schön und leicht verständlich erklären. Damit hast du mir die Augen geöffnet, wie magisch elektronische Schwingkreise und die Sternenstaub-Klänge unserer alten Synthies zusammenhängen.

    Wie soll das ein digitaler Synthesizer schaffen?

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