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Test: Behringer K-2 Analogsynthesizer vs Korg MS-20

Behringer K-2 vs Korg MS-20 Synthesizer

18. März 2023
Test: Behringer K-2 Analogsynthesizer vs Korg MS-20

Test: Behringer K-2 Analogsynthesizer vs Korg MS-20

Im Test Behringer K-2 gegen das Original Korg MS-20

Behringer K-2, bei einem Test eines von Behringer hergestellten (aber nicht offiziell als solchen bezeichneten) Klons, nimmt der Tester immer Platz auf dem heißen Stuhl; umso mehr, wenn man das 319,- Euro teure Gerät mit dem Vorbild, eines originalen Korg MS-20 von 1980 vergleicht, dessen Gebrauchtmarktwert zurzeit ca. bei 1200,- Euro liegt. Dabei handelt es sich um einen MS-20 mit dem zweiten Filtertypen (basierend auf dem OTA 13600), also nicht dem von Korg eigens entwickelten Filterchip Korg 35. Welche Filterversion ein originaler MS-20 hat, lässt sich meistens an der Schraube auf der prominenten VCA-Abbildung auf dem Panel erkennen. Ist diese vorhanden, ist es vermutlich ein MS-20 mit OTA-Filter. Da es aber einige wenige Ausnahmen bei den insgesamt 20000 hergestellten Exemplaren gibt, lässt sich das Filter nur eindeutig durch das Aufschrauben der linken Gehäuseseite erkennen. Sieht man dann im Inneren eine Platine, die huckepack auf der Mutterplatine sitzt, ist es eindeutig das OTA-Filter.

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Test Behringer K-2

Two Filter or not two Filter? Die OTA-Version des Originals des Filters sitzt Huckepack auf der Hauptplatine.

Warum so spezifisch beim Filter? Nun die beiden Filtertypen unterscheiden sich hörbar. Zum einen entwickelt das Korg IC-35 Filter (Filtertyp 1) in bestimmten Lagen ein Zischen oder Rauschen, das dann dazu beiträgt, dass die Filterresonanz wortwörtlich schreit. Aber auch der Filtertyp 2 eines originalen MS-20 schreit immer noch ganz ordentlich. Einer der Gründe, warum der MS-20 in Kreisen experimenteller Musik beliebt war, ist und bleibt. Der Behringer K-2 hat deswegen, folgerichtig einen Schalter für FILTER 1 und FILTER 2. Welcher nun welchen originalen Typ darstellen soll, lässt ich nirgendwo in Erfahrung bringen. Ich bin mir aber sicher, dass FILTER 1 eben das Korg IC-35 Filter nachbilden soll. So klingt FILTER 2 auch eher wie der in meinem MS-20. Da ich keinen MS-20 mit Filtertyp 1 besitze, kann ich auch nichts zur Klangtreue aussagen. Auf jeden Fall rauscht der K-2-Filtertyp 1 in bestimmten Lagen recht ausladend, so dass ich froh bin, einen OTA-MS-20 zu besitzen.

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Die Basics des Behringer K-2 Synthesizers

Fangen wir mal bei den Basics an. Der Behringer K-2 ist ein monophoner Synthesizer mit 2 Oszillatoren (die sich übrigens auch paraphon spielen lassen), Ringmodulation und Rauschgenerator. Dabei wird er, genau wie der MS-20, über eine Hz/Volt-Charakteristik angesteuert. Das erschwert die Integration in die Eurorack-Welt, da hier Volt/Oktave dominiert. Viele MIDI-to-CV-Interfaces beherrschen allerdings Hz/Volt. Trotzdem wäre ein zusätzlicher Volt/Oktave-Eingang vorteilhaft gewesen. Über den FM-Eingang TOTAL bzw. FREQ ist es zwar möglich, eine Volt/Oktave-Charakteristik zum Ansteuern zu nehmen, aber erstens ist die Einstellung über die Potis fummelig und neigt zur Instabilität und zweitens fallen dann diese Eingänge für Modulationen weg.

Behringer K-2 e

DIN-MIDI-In und USB-MIDI bietet der Behringer K-2 auch DIN-MIDI-Thru, jedoch keinen MIDI-Out. Über DIP-Schalter stellt man den MIDI-Kanal ein.

Ähnliches gilt für den Trigger-Eingang; hier kommt wie beim Original ein Switch-Trigger zum Einsatz. Dieser verhält sich genau umgekehrt zum üblichen Voltage-Trigger. Er wird durch ein 0-Volt-Signal (also Kurzschluss) ausgelöst.

Der Behringer K-2 besitzt ein kaskadiertes HP- und LP-Filter mit Eigenresonanz, einen LFO, der nicht bis in den Audiobereich reicht und zwei Hüllkurven. Das Ganze geht durch einen VCA. Als semimodularer Synthesizer ist er schon vorverdrahtet, so dass man keine Strippen ziehen muss, um dem Gerät Klänge zu entlocken. Die Patchbay bietet verschiedene Punkte, Audio- oder Steuersignale auch anders zuzuweisen. Besonderes Augenmerk ist auf den externen Eingang zu legen. Hier kann man ein Signal einspeisen und daraus eine Steuerspannung analog zur Tonhöhe sowie eine Hüllkurve und einen Trigger ableiten. Bereits am Eingang kann das externe Signal über den SIGNAL LEVEL übersteuert werden, dass es kracht.

Test Behringer K-2

Die „Hommage“ an den ikonischen Synthesizer. Das Panel hat 75 % der Größe des MS-20.

Der Behringer K-2 kommt wieder in einem Wannen-Rack mit schlanken Holzseitenteilen. An der Wanne selber befinden sich die Anschlüsse für DIN-MIDI und USB-MIDI sowie der Stromanschluss für das mitgelieferte Netzteil. Außerdem befindet sich hier der unsymmetrische 6,3 mm Klinkenausgang sowie der DIP-Schalter für die Einstellung des MIDI-Kanals. Der Behringer K-2 hat aber auch wie das Original einen Ausgang auf dem Panel, dort jedoch im 3,5 mm Format.

Test Behringer K-2

Die Patch-Buchsen sind alle vom 3,5 mm Typ. Nur der Audioausgang auf der Rückseite ist eine 6,3 mm Klinkenbuchse.

Man kann das ganze Gerät aus der Wanne raus- und mit dem mitgelieferten Eurorack-Bus-Kabel auch ein Eurorack-Rahmen reinschrauben. Die Wanne selbst ist nicht direkt mit Eurorack-Modulen kompatibel, da sie keinen Eurorack-konformen Bus hat. Alle Teile (Potis und Patch-Buchsen) auf dem Panel sitzen direkt auf der Platine und sind nicht mit dem Gehäuse verbunden, ein heftiger Schlag könnte also die Platine bersten lassen. Das Ganze macht trotzdem einen soliden Eindruck und die Potis haben alle einen einheitlichen Gleichlauf mit einem angenehmen Drehwiderstand. Auch die Buchsen machen einen soliden Eindruck und werden wohl viele Steckvorgänge überleben. Als Anleitung gibt es zurzeit nur einen englischsprachigen Quickguide als PDF. Dort sind kaum mehr Informationen zu finden als das, was jedes Bedienelement generell macht. Also keine Erklärung z. B. zu den Filtertypen.

Behringer K-2: Alles kleiner, aber nicht winzig

Natürlich sind durch die Miniaturisierung alle Potiknöpfe und Patch-Buchsen geschrumpft. Das finde ich eigentlich nur bei den Filterpotis schade, da ein größerer Knopf eben feinfühligere Einstellungen erlaubt und Feingefühl ist bei den divenhaften Filtern des MS-20 ein Muss. Insgesamt wirkt das 25 % kleinere Gerät gar nicht so viel kleiner. Allein die 6,3 mm großen Patch-Buchsen des MS-20 wirken riesig im Vergleich.

Interessanterweise wird auf der Produktseite des Behringer K2 das eigentliche Vorbild, der Korg MS-20 mit keinem Wort direkt erwähnt. Dort steht lediglich:

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Although only produced from 1978 to 1983, Korg synthesizers have been favored by numerous world-famous artists … An ultra-affordable homage to that iconic synthesizer with all the features of the original and then some, the K-2“

An dieser Stelle muss dann auch die Frage erlaubt sein, ist es überhaupt sinnvoll, eine „Hommage“ danach zu beurteilen, wie gut sie das Honorierte kopiert? Denn immerhin ist eine solche zwar ein Ausdruck von großem Respekt und Ehre, hat jedoch nichts mit einer Kopie zu tun. Trotzdem muss man sich diesem Test stellen, wie ich finde, wenn das Ergebnis dieser Hommage, der Behringer K-2, eben genauso aufgebaut ist wie das Original inklusive Beschriftung des Patch-Feldes. Anders herum gefragt: Sollte man den Behringer K-2 also alleine danach beurteilen, wie nah er dem Original kommt? Das sehe ich nicht so, denn es kann ja immer sein, dass das Gerät bestimmte Eigenschaften hat, die vom Original abweichen, die jedoch interessant sind und eine Erweiterung des Klangspektrums darstellen.

Eine Sache der Methodik

Nun, die eine sehen es so – die anderen so. Es gab sogar Vorschläge, man solle sich mehrere MS-20 (wie wäre es denn mit 5 Stück pro Filter-Revision) und Behringer K-2 (hier sollten doch fünf reichen, oder?) besorgen, da man anhand eines Vergleichsobjektes überhaupt keine Schlüsse ziehen könne. So sehr ich die Methodik dieser Herangehensweise auch befürworte, stehen ihr in der realen Welt gleich zwei unüberwindliche Hindernisse entgegen: Zeit und Geld. Ich bitte daher um Nachsicht, wenn ich den Behringer K-2 lediglich mit dem mir zur Verfügung stehenden MS-20 vergleiche.

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Ich möchte also hauptsächlich die drei entscheidenden Sektion der Geräte vergleichen: Oszillator, Filter und Hüllkurven. Trotzdem fange ich aber mal mit dem externen Signal-Prozessor an, da ich mit diesem seinerzeit meine Monsterbässe gemacht habe, indem ich das Signal etwas über das Signal-Level angezerrt habe und dann durch die MS-20 Filter gejagt habe, wobei der HP immer satt in die Resonanz gefahren wurde, jedoch bei einer sehr niedrigen Cutoff-Frequenz. Das MS-20 HP-Filter reagiert hier ja bekanntermaßen so, dass es einfach nur einen mächtigen Bassschub erzeugt, beinahe wie ein Subwoofer.

HP-Filter Resonanz

Hier erlebe ich zunächst eine kleine Enttäuschung. Egal wie ich das Filter auch einstelle, der beschriebene Effekt will sich nicht im gleichen Maße einstellen wie beim Original. Er ist zwar da und hörbar, der Bassschub eines MS-20 ist in diesem Szenario aber um einige dB lauter. Probiere ich das Gleiche mit den internen Oszillatoren, bestätigt sich der Eindruck: Das HP-Filter entwickelt wesentlich weniger Bass als das Original. Das lässt sich auch durch keine Einstellung an dem Behringer K-2 ändern. Man kann aber bei dem MS-20 die HP-Resonanz herausdrehen und so leiser machen. Dann klingen beide wieder sehr ähnlich.

Im Alltag ist diese Verhaltensweise aber weniger hinderlich. Schließt man den Behringer K-2 an einen Bassverstärker an, wird man kaum die HP-Resonanz voll aufdrehen, denn selbst bei der Hälfte wackeln schon die Wände. Mit einem SAW auf dem zweiten VCO bekommt man so auf jeden Fall mächtig drückende Bässe mit Akzentuierung hin.

Lautstärke

Das Thema Lautstärke hat mich gleich an mehreren Stellen beschäftigt. An manchen Stellen ist das für den Klang egal, so z. B. ist die Gesamtlautstärke niedriger. Wählt man als VCO1 SAW und nimmt über Preamps mit dem gleichen Gain auf, so entwickelt der Behringer K-2 erst bei VOLUME Vollausschlag von 10 die gleiche Lautstärke wie die MS-20 bei 7,5. Es gibt noch mehr solcher Lautstärkeunterschiede. So ist die SAW-Schwingung beim MS-20 um 9 dBu lauter als die TRI-Schwingung. Beim Behringer K-2 beträgt dieser Unterschied lediglich 5 dBu. Technisch spricht das ja eher für den Behringer, denn durch den geringeren Unterschied lassen sich auch Sounds besser beherrschen. Wie gesagt – nichts, was man nicht mit der Lautstärkeregelung für die Oszillatoren hinbekommen könnte. Patch-Sheets eines originalen MS-20 kann man aber so nicht direkt übernehmen, aber dazu später noch mehr.

Zur Abbildung: Netzteiltechnisch ist der Behringer K-2 der eindeutige Sieger. Links MS-20, rechts Behringer K-2. Ich persönlich habe das 50 Hz Brummen des MS-20 nicht vermisst. Denn das kann man tatsächlich hören, wenn er neben einem steht.

Die Behringer K-2 Oszillatoren

Primär für den Klang verantwortlich sind gerade die Oszillatoren, entscheidend für die Nähe der Hommage zum Honorierten. Alle Schwingungsformen klingen dem Vorbild wirklich ähnlich, manche mit mehr Abweichungen wie die SAW- und SQUARE-, andere mit weniger, wie die TRI-Schwingung. Allen ist aber gemein, dass sie weniger Druck im Bassbereich erzeugen, da das auch für das weiße Rauschen gilt, liegt diese Beobachtung wohl eher am nachgeschalteten Filter, das seine ganz eigenen Tücken hat. Der Vergleich wurde ohne Resonanz und mit beiden Cutoffs in Minimal-, bzw. Maximalstellung gemacht. Dass der MS-20 mehr Bass in der Grundstellung hat, kann man am besten am Spektrum beim weißen Rauschen sehen (integriert über 2,5 Sekunden). Man erkannt hier deutlich den Buckel um die 50 Hz Region.

Zur Abbildung: Vergleich der Filter im „Ruhezustand“. Links MS-20, rechts Behringer K-2.

Im Spektrum entdeckt man auch noch etwas anderes: Der Behringer K-2 entwickelt wesentlich weniger Störgeräusche im Leerlauf als das MS-20. Das liegt nicht zuletzt am Einsatz moderner Schaltnetzteile. Aber auch ist die Fertigungsqualität der Bauteile heutzutage einfach größer, was sich auch in einer geringeren Streuung auswirkt. So ist anzunehmen, dass ein K2 eher wie der andere klingt, als das bei zwei MS-20 der Fall wäre.

Das Wichtigste bei einem Oszillator ist natürlich die Stimmstabilität. Um den Vergleich besser ziehen zu können, habe ich den Behringer K-2 absichtlich Tag und Nacht laufen lassen, damit er sich „setzen“ kann. Das dürfte bei dem MS-20 mit seinen 40 Jahren wohl schon passiert sein. Allerdings werden Halbleiter generell mit der Zeit nicht besser, sondern fallen durch Prozesse wie Elektromigration auf Dauer eher aus. Zur Stimmstabilität kann ich sagen, dass die VCOs des MS-20 wie in Stein gemeißelt stehen und nur einen allmählichen Drift haben, der nach ca. 1 h verschwindet. Hier schwanken die VCOs nur um +/-0,25 Cent. Beim K2 konnte ich den langsamen Drift ebenfalls feststellen und auch dieser hörte nach spätestens einer Stunde auf.

Zur Abbildung: Sägezahnschwingung. Links MS-20, rechts Behringer K-2. Diese Rundungen sind typisch für meinen MS-20.

Um die Stabilität im Kurzzeitbereich ist es aber nicht so gut bestellt. Schwankungen von 1,5 Cent waren auch noch am Ende der Testzeit zu verzeichnen. Da es am Anfang aber deutlich mehr waren (+/-3 Cent), ist die Chance groß, dass nach einigen Tagen Betriebszeit hier Besserung eintritt. Hört man das überhaupt? Ja, die Schwankung des Korg MS-20 ist unhörbar, die des Behringer K-2 hört man ganz gut als diffuses Zappeln. Dieses Zappeln wird uns übrigens noch später begegnen.

Die Behringer K-2 Filter

Das bringt uns zu den Filtern, dem Streitpunkt eines MS-20 Klons (und auch einer Hommage). Manche lieben ihn, andere verabscheuen den durchdringenden Klang der Resonanzen, der das Gerät wortwörtlich schreien lässt. Ich finde diese Eigenschaft ja sehr prickelnd, weswegen ich auf die beiden Filter besonders gespannt bin. Gerade die Kombination des HP- und LP-Filters und deren Modulation bringen aus dem MS-20 diese unnachahmlichen Klänge. Dabei gibt es Eigenheiten, die wohl dem nicht ganz perfekten Design (der MS-20 war seinerzeit, obwohl 1300,- DM teuer, ja eher ein Einsteigergerät) geschuldet sind. So prägt die LP-Resonanz auch bei voll geöffnetem Filter dem Sound ihren Charakter auf.

LP-Filter ganz geöffnet und obwohl die Resonanz nicht hörbar ist, beeinflusst sie dennoch den Klang des Filters – typisch MS-20. Auch der K-2 beherrscht diesen Trick.

Aber auch andere Effekte, wie ein deutliches Klopfen bei kurzen Sequenzen und einem durch die Hüllkurven gesteuertem HP-Filter, sind eher als kurios zu bezeichnen, aber eben charakteristisch für dieses divenhafte Filter, das gerne mal zu flattern anfängt, dass es ein Graus bzw. Genuss ist.

Bei meinen Klangexkursionen zeigten sich an einigen Stellen Unterschiede, an anderen Deckungsgleichheit – lustigerweise auch ganz gemischt. So konnte ich dieses Klopfen des HP-Filters bei keiner HP-Cutoff-Frequenz wirklich reproduzieren. Man kann es jedoch erahnen. Darunter und darüber allerdings verhält sich das Filter des Behringer K-2 genau wie das Original, indem es die Oszillatoren für einen kurzen Moment förmlich wegdrückt. Das ergibt einen pumpenden Effekt, der sehr dynamisch wirkt.

Gerade der External Signal Processor wird gern und oft genutzt. In meinem Fall waren die Potis für SIGNAL LAVEL, CV-ADJUST und THRESHOLD LEVEL etwas schwergänger als die für HP- und LP-Filter. Durchaus sinnvoll, denn dieses Parameter erfordern meist sehr genaue Einstellungen.

Gerade der External Signal Processor wird gern und oft genutzt. In meinem Fall waren die Potis für SIGNAL LEVEL, CV-ADJUST und THRESHOLD LEVEL etwas schwergängiger als die für HP- und LP-Filter. Durchaus sinnvoll, denn dieses Parameter erfordern meist sehr genaue Einstellungen. Man kann hier auch den GND-Trigger erkennen, den auch der MS-20 hat.

Eine weitere Sache: Das LP-Filter des Behringer K-2 klingt stets ein wenig offener, als ob eben mehr hohe Frequenzen durchkommen. Dadurch wirkt es moderner und das LP-Filter des MS-20 dagegen ein wenig muffig. Bei den Beispielen musste ich deswegen stets den LP-Cutoff beim K2 ein wenig herunterdrehen, um gleiche Klänge zu erhalten. Also habe ich das Filter der MS-20 nachjustiert, was durch eine kleine Öffnung auf dem Panel zu bewerkstelligen ist. Aber auch dadurch konnte ich den helleren Charakter der K-2 nicht nachstellen. Es wäre natürlich genial gewesen, hätte der Behringer K-2 auch so eine Möglichkeit, denn so könnte man ihn auch anpassen.

Thema Parametrisierung des K-2

Man kann von einem Klon (und wohl erst recht nicht von einer Hommage) nicht erwarten, dass alle Werte exakt so parametrisiert sind wie beim Original, zumal es auch schon dort durch Bauteiltoleranzen und Altersprozessen zu Streuungen kommt. Das hat sich beim Test durch alle Ebenen gezogen. Die gesuchten Klänge waren zwar in der Nähe, aber nie genau bei den Werten des Originals zu finden. Das finde ich auch nicht schlimm, es bedeutet lediglich, dass man alte Patch-Sheets nicht eins zu eins übernehmen man.

Problematischer wird es erst, wenn man Einstellungen am Original machen kann, die am Behringer K-2 überhaupt nicht möglich sind. Ein Beispiel dafür ist oben angeführt. Und auch beim LP-Filter verhält sich die Resonanz nicht ganz so, wie ich es von meinem MS-20 gewohnt bin.

Hier begegnet uns auch die Stimmstabilität wieder. Man kann ja die Filterresonanz ganz nah bei der Tonhöhe des Oszillators setzen, so bekommt man das sogenannte Beating. Da beide Frequenzen beinahe identisch sind, hört man einen langsamen Beat, der umso schneller wird, je weiter die beiden Frequenzen auseinander sind. Und da die Stabilität eines Oszillators unter solchen Gegebenheiten, denn hier geht es um wenige Cent, von großer Wirkung ist, hört man beim Behringer K-2 an dieser Stelle mitunter ein zufällig anmutendes Flattern. Wobei ich auch hier betonen möchte, dass es gegen Ende der Testzeit besser wurde.

Behringer K-2 - Filter Reso schwankt Bsp 2 MS20 auch instabil

Die Resonanz neigt bei bestimmten Einstellungen zu einem Flattern, das sich eben auch auf den anfangs etwas flatterigen Oszillator zurückführen lässt. Oben MS-20, unten Behringer K-2.

Mein Fazit zu den Filtern: Sie sind schon nah dran, aber für mich fehlen gerade ein paar der Eigenheiten, die den MS-20 Klang für mich ausmachen. An anderer Stelle kann es aber auch sein, dass es überhaupt nicht auffällt. Dass das LP-Filter ein wenig offener in Grundstellung ist, macht eigentlich gar nichts, aber gerade das Zusammenspiel mit der Resonanz – und das gilt für HP- und LP-Filter – ist nicht ganz auf den Punkt

Hüllkurven des Behringer K-2

Zunächst dachte ich, dass ich darüber gar nicht großartig schreiben muss, es stellt sich jedoch überraschenderweise heraus, dass bei den beiden Hüllkurven die größten Unterschiede zu meinem MS-20 liegen. Denn die Form einer Hüllkurve ist eben entscheidend für die wahrgenommene Lautstärke und auch den Klang, denn man möchte ja auch das Filter ansteuern. Die Grafik zeigt es: Der Verlauf der Hüllkurve des Behringer K-2 ist deutlich mehr exponentiell.

Behringer K-2 - expo ENV2

Die Hüllkurven haben einen unterschiedlichen exponentiellen Verlauf – das machte beim Nachbauen von Patches die meisten Probleme. Oben MS-20, unten Behringer K-2.

Tatsächlich macht diese Eigenschaft die meisten Probleme, möchte man Klänge eins zu eins umsetzen. Gerade bei Sequencer-Bässen hatte ich eine schwere Zeit, den Lautstärke- bzw. Filterverlauf nachzustellen. Denn selbst wenn die exponentiellere Hüllkurve (z. B. Release) zur selben Zeit aufhört, nimmt das Ohr diesen schnelleren Abfall besonders gut wahr. Diese Tatsache zieht sich natürlich durch alles, was mit den Hüllkurven moduliert werden kann.

Der Behringer K-2 on YouTube

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Fazit

Alles in allem ist der Behringer K-2 als  Hommage an den Synth-Klassiker von Korg doch sehr stimmig ausgefallen. Man hört deutlich den Charakter des MS-20 heraus. Allerdings ist das Filter – und hier gerade das HP-Filter – einfach zahmer. Damit ist es allerdings auch besser im Mix zu handhaben. Im Vergleich bekomme ich jedoch beim Original auch eine originale Gänsehaut, obwohl mich auch der Behringer K-2 nicht kalt lässt. Bei meinem Test, mit dem ich es mir nicht einfach gemacht habe, konnte ich feststellen: Es gibt Patches, die keiner, nie-und-nimmer in einem Blindtest unterscheiden könnte. Bei anderen wiederum kann man doch recht deutlich die Unterschiede hören, einfach deshalb, weil der K-2 bestimmte Klänge nicht hinbekommt.

Für mich persönlich würde sich die Frage stellen: Würde ich meinen MS-20 verkaufen, um mir dafür einen Behringer K-2 und eben noch weiteres Gear zu holen? Ich beantworte diese Frage ganz klar mit nein. Das hat für mich zwei Gründe. Erstens, ein rationaler, entwickelt mein Original über das HP-Filter mehr Druck und ist auch stimmstabiler; dem K-2 mangelt es hier und da an Tiefe und Plastizität. Und zweitens, ein nicht rationaler Grund, verbinde ich damit einfach Nostalgie, da der MS-20 bei fast allen meinen Platten Ende der 90er zum Einsatz kam – so ein Gerät gibt man einfach nicht mehr her.

Ich hoffe, ich konnte trotzdem deutlich machen, dass es mir nicht hauptsächlich um einen direkten Vergleich geht, obwohl der Bericht ja so angelegt ist. Aber auch eine „Hommage“ muss sich eben diesem Vergleich stellen, finde ich. Anfänglich war ich bei meinem Urteil noch etwas skeptisch. Aber da sich die Oszillator-Stabilität nach einigen Tagen einpendelte, fand ich auch keinen konkreten Punktabzug mehr gerechtfertigt, abgesehen vom umständlichen V/Okt-Eingang vielleicht. Und obwohl der Behringer K-2 im direkten Vergleich mit meinem Original in Sachen Bass und Knackigkeit etwas abfällt, aus meiner Sicht ein sehr gut. Die Kiste klingt, hat Druck und macht Spaß. Für 319,- Euro? Warum nicht sehr gut?

Zu den Beispielen. Bei einigen muss ich im Nachhinein selbstkritisch sagen, ja – hier ist z. B. die LFO-Amplitude nicht ganz einheitlich, o. ä. – nach einigen Stunden rauscht einem einfach das Ohr. Generell habe ich aber immer auf einheitliche Lautstärken und Zeitverläufe geachtet. Und jetzt freue ich mich schon auf eine angeregte und zivilisierte Diskussion und auch auf eventuelle Vorschläge, welches Patch oder welchen Sound man vielleicht noch nachreichen könnte.

Plus

  • MIDI über DIN und USB
  • ausgewogener Klang, somit besser im Mix unterzubringen
  • Klangcharakteristik in vielen Punkten identisch mit MS-20

Minus

  • Oszillator anfangs nicht so stimmstabil
  • Volt/Oktave-Eingang nur über TOTAL/FREQ
  • gerade HP-Filter ist zahmer als das eines MS-20
  • HP-Filter entwickelt nicht so viel Bass
  • Filter sind nicht von außen justierbar
  • Trigger-Eingang nur Switched-Trigger
  • Voltage-Trigger nur über INITIAL GAIN Eingang

Preis

  • 319,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Den MS-20 habe ich, als über Jahrzehnte Roland-geprägter Musikant, auch iwie immer mal im Kopf gehabt und nach Lesen (und HÖREN!) dieses Tests weiß ich auch warum es dann auch bei mir klar das Original sein soll. Ganz toller Artikel, Thilo! Danke 👍

  2. Profilbild
    SynthUndMetal

    Vielen Dank für diesen sehr detaillierten Test. Ich fand ihn ausgesprochen spannend zu lesen. Ich hatte bisher noch keinen MS-20 um hier einen Vergleich anstellen zu können. Für mich ist der K-2 aber ein sehr gut klingender, flexibler Synthesizer, der Spaß macht. Das Einzige was mich etwas stört ist der fehlende Kontrast der Beschriftung. Im Dämmerlicht kann man das nur sehr schlecht lesen.

  3. Profilbild
    Ric O'chet

    …ganz ehrlich:
    Ich finde diese Klon-zum-Original Vergleichsmanie ziemlich neben der Spur !
    Bei allen sogenannten Klons.
    Was soll das bringen?
    Die einen freuen sich, ggf ein günstiges Ebenbild zur Legende erkennen zu können, andere haben endlich einen weiteren Grund, diese Kopiererei (weiter) zu verteufeln.
    Wer will wirklich 2023 den Originalklang der 70er? Wofür?
    Steht nicht an 1. Stelle ein Gerät, mit dem man/frau seine/ihre musikalischen Vorstellungen verwirklichen kann und möchte? Wer da nur dem Originalklang hinterher hechelt, möchte doch nur von seiner stagnierenden Kreativität ablenken!
    Ich habe übrigens noch nirgends eine Aussage von Behringer gesehen oder gelesen, in der sie sich rühmen, den Originalsound bestens kopiert zu haben….es wird doch lediglich die Optik und der Schaltungsaufbau des Ursprungsgerät als Basis genommen….also, was soll der Klon-Hype ?!
    Andererseits machen das die Behringer Werbestrategen gar nicht schlecht, denn jede Medienpräsenz, jeder Kommentar pusht das Produkt.
    Somit lassen sich sogar die vielen Basher ungewollt vor den Werbekarren spannen!
    Wie’s auch sei und gewollt ist: “ jedem Tierchen seinen Spaß“
    ….
    Andererseits finde ich diese „Vergleichstests“ für die vielen Synth/Modular Neueinsteiger / Liebhaber ungemein nützlich und wertvoll – hier (m)ein sehr großes Dankeschön an den/die Autor/en:
    macht weiter so!

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      Moogfeld

      @Ric O'chet Klasse Bericht mit fast schon akademischen Charakter und für alle die sich Vintage aus dem oder jenem Grund nicht leisten wollen/können doch sehr interessant.
      Also ich lese lieber Artikel über real verfügbare Behringer Geräte als über die zigfache Behringer-Ankündigung die dann entweder gar nie oder erst in fünf Jahren kommen wird.

    • Profilbild
      Markiman

      @Ric O'chet Am Ende beantwortest Du ja bereits Deine Frage.
      Ich denke z.B. gerade Neueinsteiger, die sich langsam ans Produzieren rantasten können so etwas einschätzen, ob sie mit dem günstigeren Equipment an den Sound bestimmter Referenz-Songs /Vorbilder rankommen können. Und wenn es nicht so klingt, ob vielleicht was anderes der Grund ist (z.B. Signalkette etc.).
      Mir hätte es wahrscheinlich vor 30 Jahren geholfen mich der Sache zu nähern. Glaube ich zumindest ;-)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      @Ric O'chet Naja, der MS-20 ist halt nicht „der Sound der 70er“, sondern wird seit mehr als drei Jahrzehnten von unterschiedlichsten Musikern genutzt und geschätzt. Mein Zugang kam durch DAF und Techno, jemand anders mag ihn vielleicht wegen Daft Punk oder Industrial. Ob man nun zum Original oder einem Klon greift, ist Geschmackssache.

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      Flowwater AHU

      @Ric O'chet > […] Wer will wirklich 2023 den Originalklang der 70er? Wofür? […]

      Zum Glück schreibt das mal jemand anderes als ich. Denn das ist auch so meine private persönliche und höchst subjektive Meinung. Das ist auch der Grund, warum ich die meisten – nicht alle! – Behringer-Synthesizer eher langweilig finde.

      Auf der anderen Seite finde ich es großartig, dass Herr Goldschmitz sich so ausgiebig mit dem Thema befasst hat. Denn wie er eingangs schon schrieb:

      »[…] bei einem Test eines von Behringer hergestellten (aber nicht offiziell als solchen bezeichneten) Klons, nimmt der Tester immer Platz auf dem heißen Stuhl. […]«

      Nun kann man ihm garantiert nicht vorwerfen, sich nicht ausgiebig Gedanken zu dem Thema gemacht zu haben. Ich finde den Vergleichstest extrem aussagekräftig … denn so kann jeder für sich besser (!) entscheiden, ob er nun einen originalen MS-20 bevorzugt – auch mit Blick auf den Preis, ein nicht unerhebliches Argument – oder doch eher den K-2.

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      Tai AHU

      @Ric O'chet Schöner Test. TG. Das Ric O Chet Zitat ist nicht ganz fair. Ich selbst habe ebenfalls keinerlei Interesse daran, ob Klon B dem Original nahe kommt oder nicht. Ich würde in fast jeder Studiosituation die Software der Hardware vorziehen. Aber ehrlich gesagt zweifle ich daran, dass ich deswegen der Kreativere gegenüber dem Vergleicher bin. Der Drang alte Analogsynthies zu besitzen ist einfach ein Sammlerdrang. Ist schwierig, aber heilbar. Wie bei Briefmarken Fußballspieler-Karten oder Automobil-Oldies. Der sagt wenig über die musikalischen Fähigkeiten des Sammlers aus. Obwohl ich glaube, dass es einige Sammler gibt, die ziemlich wenig aus ihren Schätzen holen. Umgekehrt gilt das aber bestimmt auch.

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      Izoptic

      @Ric O'chet Der MS-20 hat eine ganze Reihe von Eigenschaften, die seinen ganz bestimmten Charakter ausmachen. Dieser Charakter hat in diversen Genres nach wie vor vielseitige Verwendungsmöglichkeiten. Als Musiker mit entsprechendem Bedarf hat man nun bei Werkzeugen, mit denen man diese musikalischen Vorstellungen umsetzen kann, die Wahl zwischen Original, Neuauflage von Korg, Nachbau von Behringer oder Plugins mehrer Hersteller. Und da es dabei um einen ganz bestimmten Klangcharakter geht, ist es eben schon interessant, wie nah die Alternativen zum Original ebendiesem Charakter kommen.

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      Moogfeld

      @Ric O'chet Hey Ral9005,
      ich weiß zwar nicht genau, was du eigentlich mit deinem Kommentar ausdrücken möchtest, aber falls er an mich gerichtet ist, so möchte ich dir hiermit sagen, dass ich für deine Probleme definitiv die falsche Zielscheibe bin.
      Erstmal gehöre ich beileibe nicht der Gruppe an, die sich Vintage leisten kann und freue mich deshalb durchaus auch über das ein oder andere VERFÜGBARE Behringer Teil ebenso.
      Aber trotz dessen gönne ich allen die es sich eben nun halt mal leisten können ihre Schätze und unterstelle ihnen deswegen nicht damit einhergehend einfach irgendwelche Dinge, die so wie sie von dir ausgesprochen wurden schon ziemlich an Beleidigung grenzen.

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      Tyrell RED 1

      @Ric O'chet @Ral9005 Zitat: „Noch zu ergänzen ist, dass die Originale sich fast ausschließlich in Händen von Leute befinden, die mit jedem Instrument, egal ob Clone oder Original, eher wenig musikalisch Ansprechendes hinbekommen werden.“

      Was Dümmeres habe ich selten gehört. Und ich gehöre wahrlich nicht zu den Kommentatoren die schnell emotional werden.

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      Tyrell RED 1

      @Ric O'chet @Ric O’chet Zitat: „Wer da nur dem Originalklang hinterher hechelt, möchte doch nur von seiner stagnierenden Kreativität ablenken!“

      Wie kommst Du denn zu so einer haltlosen These? Muss den immer gleich die Keule ausgepackt werden.

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      Tyrell RED 1

      @Ric O'chet @Ric O’chet Zitat: „Wer will wirklich 2023 den Originalklang der 70er? Wofür?“

      Ich zum Beispiel und mit mir unzählig andere – das erklärt den Erfolg von Vergleichsvideos und Artikeln. Es mag ja für Dich ok sein, dass Du keinen Wert darauf legst, aber für andere eben nicht. Und Behringer hat sehr wohl mündlich und schriftlich zu Beginn der Klonerei betont, dass die angekündigten Produkte genauso klingen wie die Originale. Und manchmal ist das sogar geglückt.
      Bei dem Kopieren von Produkten geht es niemals nur um eine optische Reminiszenz, es geht darum klangliche Träume wahr werden zu lassen. Das trifft auch auf die ganzen Plug-ins zu, die sich an Vintage-Klassiker anlehnen. Wer heute einen Klassiker überzeugend reproduziert wird mit hohen Umsätzen belohnt.

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      astral_body

      @Ric O'chet Ich habe ein paar Behringers und bin damit ganz zufrieden.
      Bin auch froh, dass Behringer hier ein paar analoge Klassiker anbietet.

      >Wer da nur dem Originalklang hinterher hechelt, möchte doch nur von seiner stagnierenden Kreativität ablenken!

      Das ergibt doch keinen Sinn. Ich mag z.B. den TB-303 und den SH-101.

      Am liebsten hätte ich den Originalklang vom Original Hersteller in einem neuen, zeitgemäßen Gerät (d.h. mit USB-MIDI, zeitgemäßen Sequencer, mit Garantie usw.).

      Aber so etwas gibt es einfach oft nicht zu kaufen.

      Ich habe den TD-3, TD-3 MO, RD-6 nicht um von meiner „stagnierenden Kreativität abzulenken“, sondern weil
      – ich mir keine 30 Jahre alte Vintage Mumie zulegen will (ich bin doch kein Technikmuseum)
      – da viele Hersteller nicht mehr die analogen Klassiker anbieten
      – weil ich keinen Bock auf veraltete Geräte ohne MIDI usw. habe

      Wenn ich einen Prophet-5 haben wollte (wegen dem Klang), dann kauf ich mir den sicher von Sequential neu. Aber sicher nicht, um von mangelnder Kreativität abzulenken.

      Ich mag den klassichen Klang einfach.

      Ich habe mir jüngst einen Virus TI2, weil ich dem Originalklang hinterhechel :-)

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    m+r

    ich möchte RAL9005 beipflichten & mich für den schÖen Artikel bedanken…

    GIVE PEACE A CHANCE.

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    Stratosphere AHU

    Der MS20 ist ein Billigsynthesizer mit Netzbrummen aus den 80er Jahren der auf Grund seiner Unzulänglichkeiten zum Kultobjekt wurde.
    Ob Korg damit gerechnet hat ?
    Wem der Klang der LP /HP Filter zusagt und Hardware bevorzugt, findet im K2 eine attraktive Hommage. Der Grundcharakter ist hörbar vorhanden, was mir persönlich absolut reicht. Nur die Hz/Volt-Charakteristik ist unnötig und ärgerlich.

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      Tai AHU

      @Stratosphere Als ich damals den MS20 mit dem Yamaha CS5 verband, war ich froh, dass beide Hz/Volt benutzten.
      Aber du hast natürlich recht. Ein Standard ist ein Standard wenn es nur einen gibt. V/Oct hat das Ding gewonnen.

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        Herr_Melin

        @Tai Ja. Damals gab es eben zwei, wie VHS und Betamax. Vor allem die Japaner hatten sich damals auf Hz/V eingeschossen – und, soweit ich weiß, nicht mal aus Trotz, sondern weil man damals wohl hoffte, dass das die Geräte stimmstabiler macht. Okt/V bedeutet ja jeweils eine Verdopplung der Frequenz pro Spannungsschritt. Wenn man die Spannung bei höheren Tönen nicht exakt trifft, sind unsaubere Tonhöhen die Folge. Hz/V verläuft dagegen linear.

        Da sich die Hersteller nicht einigen konnten, musste das der Markt regeln. Das Ende vom Lied kennen wir. Offenbar war das mit der Stimmstabilität bei Okt/V dann doch nicht so das große Problem.

        Übrigens glaube ich aus diesem Grund auch nicht, dass Behringer die Charakteristik beim K2 so einfach hätte ändern können. Möglicherweise hätte das zu tiefe Eingriffe in die Schaltung bedeutet. Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege.

        Von KORG selbst gab es damals ein Interface, MS-02 glaube ich, das durch eine entzückende Klobigkeit überzeugt, aber durch die MS-typischen Knöpfe auf Fotos des MS-Systems einfach nur gut aussieht. Denn kaum jemand kennt diese Dose.

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          Tai AHU

          @Herr_Melin Ich kann mich an den (MS-02) erinnern. Selbe Designsprache wie MS 10, 20, 50. Ich hatte damals nach einem Büchlein von Robert Schroeder (hieß der so, ist auch hier im Forum) einen Analogsequencer etwa im Stil des SQ 10 selbst gebaut. Da musste ich für unsere Hz/V die Kurven auch ändern. Habe es hinbekommen, war also kein Hexenwerk. Obwohl ich heute nicht mehr weiss, wie ich das damals machte 😎

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    Markiman

    Zum Thema MS-20 muss allerdings auch gesagt werden, dass der Sound von Gerät zu Gerät doch sehr unterschiedlich sein kann. Meiner z.B. ist eindeutig ein sehr „rockiger“ Vertreter mit sehr dreckigem Grundklang.
    Als ich vor vielen Jahren bei meinem Schrauber einen anderen MS-20 anspielte klang dieser zwar interessant, aber schon fast schon „klinisch“ im Vergleich zu meinem. Eigentlich wie ein ganz anderer Synthesizer.

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      Cavestudioschweiz

      @Markiman Kann ich nur bestätigen. Ich habe einen (in meinen Ohren unglaublich gut klingenden Rev1 – ohne Neztbummen), der im Vergleich zu dem Rev 2 eines Kollegen und auch dem MS20m, den ich später selbst noch gekauft hatte, leicht unterschiedlich klingt. Man kriegt den Sound fast gleich hin, allerdings unterscheiden sich die Parameter geringfügig und der OriginaleMS-20 ist immer etwas unberechenbarer, dreckiger, dynamischer im klang. Vielleicht liegt das anders Bauteiletoleranz oder dem Alter.
      Cooler Vergleichstest. Hilft sicher einigen Personen weiter, die das Original nicht haben oder es zu teuer ist. Ich hatte früher auch nicht das Geld für teure neue Synthesizer – deshalb „musste“ es ein u.a. auch ein gebrauchter MS-20 für damals knapp 300 DM auch tun. Im Nachhinein zum Glück. Ich liebe das Gerät noch immer.

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        Markiman

        @Cavestudioschweiz Genau wie bei mir. Vor knapp 30 Jahren konnte ich mir auch „nur“ einen ollen MS-20 für 350,- Mark leisten.
        Wir kommen ja auch mehr oder weniger aus der gleichen Ecke Nähe Bodensee, daher die ähnlichen Preise 😉
        Auf jeden Fall eine gute Sache, denn mein MS-20 ist bei mir bis heute in fast jeder Live- und Studiokonstellation am Start.

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        Herr_Melin

        @Cavestudioschweiz Ja, damals war Synthiekauf noch Glückssache 😂 Man wusste nie, wie die Kiste, die man gerade erworben hatte, im Detail klingt. Bei polyphonen Geräten war das fast egal, denn da spielte JEDE Stimme ihr Eigenleben, das mährte sich dann um Mittel aus – und machte sogar den Charme der alten Polys aus. Bei Monophonen konnte man Pech haben, wenn einem der Verkäufer ein Gerät mit leicht alterierter Charakteristik vom Stapel runterholte.

        Keine Ahnung, ob das ein Umtauschgrund war … Aber wahrscheinlich wussten die meisten nicht einmal, dass die Instrumente einen eigenen Charakter haben konnten. Hauptsache, die Richtung stimmt. Und die Profis erzählten sich davon nach drei Bier hinter vorgehaltener Hand.

        Sowas wie Vergleichstests mehrerer Individuen gab es damals noch nicht. Da las man den Textbericht von Gerald Dellmann, lauschte (viel) später eventuell noch der Heft-CD, testete dann das Gerät im Laden an und war happy, wenn es fünf Stimmen und eine Modulations-Sektion hatte. Klangliche Uniformität scheint heute eine größere Rolle zu spielen als damals – eigentlich ganz witzig, wenn man da mal drüber nachdenkt.

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    Herr Rorschach

    Heutzutage würde ich mir auch den K2 ins Haus holen, hätte ich nicht schon seit 18 Jahren ein Rev2 Original daheim.
    Midi serienmäßig ist schon sehr attraktiv, wobei ein günstiger Korg SQ-1 meinem Original auch auf die Sprünge geholfen hat. Sogar mit Hz/V- Charakteristik.

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    Tai AHU

    Jetzt habe ich einen Kommentar geschrieben und alle anderen sind weg. Habe ich das Internet kaputt gemacht😇😳

    Glück gehabt, noch einen geschrieben, jetzt sind alle wieder da.

  9. Profilbild
    mdesign AHU

    braucht die welt synth-klone? nein. will die welt synth-klone? ja. ich auch, aus purer nostalgie. dabei ist es mE unerheblich, ob jeder regler genauso riecht wie am original, wichtiger ist das gefühl, das das originale instrument vermittelt hat, die inspiration, die das gerät ausstrahlt. das muss jeder selbst entscheiden, was es dazu braucht. für mich wirkt der K2 eher nüchtern, und das prägt dann auch den subjektiven eindruck. ich mag das retrogefühl meines MS20 mini lieber. aber das hat, wie gesagt, nix mit musik zu tun.

  10. Profilbild
    Herr_Melin

    Ja, der gute, alte MS-20. War mein erster Synth. Bzw. mein zweiter, als erster musste mir der MS-10 dienen. Leider habe ich das Instrument Anfang der 2000er Jahre verkauft. Der Käufer fragte, ob da auch wirklich so krasse „Koma-Kacke“ rauskommt. Da hätte ich ihm das Instrument fast wieder aus den Händen gerissen. Das war so eine Zeit, in der man den Leuten noch erklären musste, dass der MS monophon ist und was das bedeutet. Aber ich war jung und brauchte das Geld.

    Eigentlich habe ich den Klang nie richtig gemocht. Ich hatte mich, nachdem ich das Ding aus dem Karton gehoben hatte, gewundert, dass er nicht wie ein CS-80 klang. Sägezahn ist Sägezahn, dachte ich damals noch …

    Aber egal. Hätte ich mir noch vor ein paar Jahren (teuren) Ersatz besorgt, würde ich mir den Behringer jetzt auch hier hinstellen. Nur für die Optik. Und die Option. Ja, ich weiß, das ist pure Sentimentalität, aber warum auch nicht. Andere fahren mit ihrem teuren Moped auch nur Sonntags ein paar Stunden raus und keine enge Seele moppert.

  11. Profilbild
    Viertelnote AHU 1

    ich möchte jetzt gar nicht auf dem Vergleich eingehen, dazu ist
    ohnehin alles gesagt und es wird, so es wirklich sachlich bleibt, ein langer wenn nicht ewiger
    Austausch werden. Ich erinnere nur, wie es heute ausschaut, so haben wir eh die Qual der Wahl.
    So ein reichliches Angebot an Monofonen/Polyfonen gab es wohl noch nie.
    Und für jeden Geldbeutel ist etwas dabei (ich greife diesen Punkt mal auf)

    Für mich spielt es keine Rolle, wie nah ein Clon drann ist, aber ein Klon muss sich nun mal
    am Original messen lassen, schafft er das nicht, fällt er durch, egal ob B. oder X,Y draufsteht
    Ich versuche Musik damit zu machen

    freundlicher Gruß🙂

  12. Profilbild
    Brot-Cast

    das ding klingt so wenig nach ms20 wie eine Korg m1. wahrscheinlich gibts auch hier bald eine mk2-version. werdet schon sehen – denkt an meine Worte. 🥸

  13. Profilbild
    Numitron AHU

    vor vielen Jahren sah ich Mal die französische Elektronikband „Air“ live.
    die hatten tatsächlich einen eigenen Menschen der ihnen die Sounds beim ms20 umstellte. 8-)

  14. Profilbild
    paolostylo

    Ich lese die Tests hier bei Amazona zu verschiedenen Geräten und Software etc. immer sehr gerne.
    Ich finde aber, dass Klone (oder auch Hommages, wie in diesem Test) viel zu penibel mit den Originalen verglichen werden.
    Ob die eine Hüllkurve einen anderen exponentiellen Verlauf hat, als die andere oder die Resonanz bei bestimmten Einstellungen zu einem Flattern neigt… Nun ja…
    Wenn das Aussehen bzw. die Bedienung des Originals und der eigentliche Klangcharakter getroffen wurden, dann ist das für die allermeistens mehr als ausreichend.
    Es interessiert dann kaum jemanden, wenn bei bestimmten Reglerstellungen irgendwelche Dinge „passieren“, die beim schnellen Solo-Spiel und erst recht im Mix, nicht hörbar bzw. wenn überhaupt, allenfalls messbar sind.
    Hört sich der K-2 wie ein MS-20 an? Ja, definitiv!
    Hört sich ein MS-1 wie eine SH-101 an? Absolut!
    Die minimalen Unterschiede können nicht der Grund sein, diese Geräte dann nicht zu kaufen.
    So nach dem Motto: „Oh ja, bei so und soviel Hertz etc. klingt der Bass dann doch nicht so wie beim Original“…
    Fast ausnahmslos alle Klone klingen nach den Geräten, die sie versuchen nachzuahmen bzw. an die sie sich anlehnen.
    In einem Blindtest würde ich sogar einen Schritt weitergehen und stelle mal in den Raum, dass spätestens da keiner mehr zuordnen kann, ob es sich beim Sound um das Original oder um den Klon handelt.
    Im Mix sowieso nicht.

  15. Profilbild
    TRO 030

    Danke t. goldschmitz für den aussagekräftigen Vergleichstest. Ich finde es schon Interessant mal so ins Detail zu gehen. Die Frage, ob ich meinen originalen MS-20 (der mit Schraube am VCA-Zeichen) verkaufen und gegen einen K-2 tauschen würde, stellte sich mir nicht, höchstens, ob ich den K-2 dazustelle ( sollte ich da erst meinen MS-10, der auch mein erster Synth. war, fragen, was der dazu sagt)?
    Interessant zur HZ/V und V/Okt- Frage ist, das der Osc. vom MS-50 beide Eingänge hat. Der ist übrigens ein seltener Expander zum MS-20 mit einem Osc., aber voll modular. Ich konnte einen vor 2 Dekaden, voll ramponiert aber sehr günstig, ergattern. Währe auch mal interessant, über die ganze Korg- MS Familie einen Artikel zu sehen.

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