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Test: the t.mix Rackmix 821 FX USB Rackmixer

7. November 2019

Günstiger Mixer für das 19 Zoll Rack

the t.mix Rackmix

Preiswerter Analogmixer: the t.mix Rackmix 821 FX USB

So manches konventionelles Mischpult im Pultformat wird für den bequemen Einsatz und sicheren Transport in ein gewöhnliches 19 Zoll Rack verfrachtet. Warum also nicht gleich über einen Rackmixer nachdenken? Vor allem, wenn er so gut ausgestattet ist wie the t.mix Rackmix 821 FX USB. Das ist ein reinrassiges Analogmischpult für genau diesen Zweck. Mit den Abmessungen von 485 x 140 x 175 mm (B x H x T) belegt der Mixer drei Höheneinheiten im Rack. Zum günstigen Anschaffungspreis von 149,- Euro geht beim Musikhaus Thomann ein Tool über die Theke, das mit acht Kanälen, integriertem USB-Audio-Player und digitalem Multieffektgerät mit nicht weniger als 99 Programmen allerhand bietet. Natürlich lässt sich das nur 4,5 kg leichte Gerät auch auf dem Tisch (oder sonst wo) platzieren, dafür gibt es an der Unterseite vernünftige Kunststofffüße, doch das natürliche Habitat dieses Mischpultes ist ein 19 Zoll Rack.

Sechs Mikrofoneingänge reichen manchmal aus

Sechs Mono-Eingangskanäle nehmen dynamische Mikrofone oder Kondensatormikrofone auf. Natürlich lassen sich Gerätschaften mit Line-Pegel wie zum Beispiel Keyboard oder Drum-Module ebenso einspielen. Für beide Arten befinden sich auf der Rückseite die passenden XLR- und 6,35 mm Klinkenbuchsen. Ein Einschleifweg (Insert) ist in jedem dieser Kanalzüge vorhanden. Wer also auf externe Effekte, Kompressoren oder andere unterstützende Hilfsmittel nicht verzichten möchte – bitteschön auch das funktioniert mit diesem Mixer.

the t.mix Rackmix

Die Rückseite bietet das, was man zum Anschluss braucht

Der Kanal 7/8 ist Stereo ausgelegt. Hier gibt es einmal die klassischen Cinch-Buchsen (Rec Out und Rec In) und zwei 6,35 mm Klinkeneingänge. Der Kanalzug bedient gleichzeitig den integrierten USB-Player und lässt sich dann wahlweise nutzen, also entweder die hinten angeschlossenen Geräte oder eben der Player.

Verlassen wir vorerst die Rückseite und wenden uns der Vorderseite zu.

Sechs identische Kanalzüge

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Die Frontpartie ist funktional gestaltet

Die Kanalzüge eins bis sechs sind identisch aufgebaut. Von oben nach unten treffen wir folgende Regelmöglichkeiten an:

Der Gain-Regler bietet für Mikrofone einen weiten Verstärkungsbereich bis zu 60 dB. Damit lassen sich auch Schallwandler mit geringen Ausgangspegeln gut verstärken. Am Line-Eingang ist die Verstärkung bis 38 dB möglich (alle Werte sind übrigens den technischen Angaben des Herstellers entnommen).

Mit dem Poti PAN wird die Position des Mono-Signals im Stereo-Panorama festgelegt und der Schalter PFL legt das Signal zum Vorhören auf den Kopfhörerausgang. Bei aktivierter Funktion werden die Einstellungen des Kanal-Faders und der internen Effektsektion übergangen.

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Lassen sich gut bedienen, die Regler und Fader

Die drei Regler des Equalizers sind deutlich sichtbar weiß unterlegt. Das hilft dabei, den gesamten Kanalzug auch optisch zu strukturieren und in abgedunkelter Umgebung schnell zum richtigen Poti zu greifen. Bei diesem Mischpult arbeitet die Klangregelung mit drei festen Frequenzbereichen (Hi: 10 kHz, Mid: 700 Hz, Low: 50 Hz), die jeweils um 15 dB abgesenkt oder angehoben werden können. Das sind speziell in den Mitten und Bässen Frequenzbereiche, die auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich gewählt sind, aber dann doch sehr hilfreich in der Anwendung sind. Dazu später mehr.

Der the t.mix Rackmix 821 FX USB (etwas sperriger Produktname) bietet einen Aux-Weg. Dieser lässt sich individuell für jeden Monokanal und in der Gesamtsumme regeln. Die passenden Buchsen auf der Rückseite tragen Bezeichnungen wie EFF SEND (für den Anschluss von externen Effektgeräten) und AUX EFF (um zum Beispiel einen Monitorlautsprecher anzusteuern). An EFF SEND liegt das Signal an, das mit dem gelben Fader EFF geregelt wird. An AUX EFF liegt wiederum das Signal an, das mit dem Drehregler AUX gesteuert wird.

Komplettiert werden die Drehregler im Kanalzug mit dem Regler EFF. Damit wird definiert, wie viel Signalanteil zum internen Effektgerät geschickt wird oder an den Ausgang FX SEND geht.

Eine Peak-LED warnt vor Übersteuerung im Eingangsbereich. Wenn sie leuchtet, sollte man einen Blick auf die Einstellung des entsprechenden Gain-Reglers werfen.

Schön, dass es im Kanalzug einen 60 mm Fader gibt. Im Gegensatz zu einem Drehregler an dieser Position lässt sich mit einem Fader die Einstellung auf jeden Fall besser überprüfen als mit einem Drehregler, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei größerem Abstand.

Ein Stereo-Kanalzug

Im Kanal 7/8 treffen wir die eben beschriebenen Regelmöglichkeiten wieder an. Mit einem Unterschied, der PFL-Schalter fehlt. Stattdessen gibt es einen Umschalter MP3IN 7/8. Schließlich arbeitet dieser Kanal ja wahlweise für den Player oder die Stereo-Zuspielung. Ein klein wenig irritierend ist hier vielleicht, dass die Abstände der Drehregler zum Fader und Pan-Regler etwas größer ausfallen als in den Mono-Kanalzügen. Jedoch ist das lediglich ein visuelles Detail, das weder schadet noch wirklich störend ist.

Funktioneller Masterbereich mit optischer Unterscheidung

Die zwei Fader MAIN und EFF heben sich optisch durch ihre Farbgebung ab. MAIN ist der Masterfader für die rückseitigen Ausgänge. Diese sind übrigens als Klinkenbuchsen und XLR-Buchsen ausgeführt. Somit lassen sich bestimmt passende Kabel zum Anschluss der weiteren Peripherie finden. Der Fader EFF steuert natürlich den Anteil des Effekts im Gesamtsignal.

the t.mix Rackmix

Der Masterbereich

Zwei kleine LED-Ketten helfen beim Aussteuern und die PEAK-LEDs waren vor Übersteuerungen. Eine weitere LED signalisiert POWER, wenn denn der rückseitige Hauptschalter auf On steht und der Rackmixer mit dem beiliegenden Kaltgerätekabel am Netz hängt.

Hauptschalter hinten, stört das nicht? Im eingebauten Zustand gibt es in der Regel eine globale Stromversorgung, sodass man den Netzschalter in der Regel nicht bemühen muss. Und auf dem Tisch spielt die Position des Schalters ohnehin keine Rolle.

Global ist auch die Schaltung für die 48 Volt Phantomspeisung, mit der Kondensatormikrofone versorgt werden. Sie liegt erfreulicherweise vorne. Dass die Phantomspeisung eingeschaltet ist, daran erinnert eine gelbe LED neben dem Schalter. Der Master-Regler für AUX, ein regelbarer Kopfhörerausgang mit großer Klinkenbuchse und der Schalter PHONE PFL zum Vorhören einzelner Kanäle (wenn PFL im entsprechenden Kanalzug gedrückt ist) – und schon haben wir den Masterbereich „abgefrühstückt“.

Kommen wir zum USB Player und den Effekten

Der Player spielt MP3- oder WAV-Dateien ab, die über den USB-Anschluss eingespeist werden. Zur Bedienung des Audio-Players gibt es vier Tasten. Optische Kontrolle bietet das geteilte Display. Auf der linken Seite werden Infos zum Player geboten, rechts wird die Nummer des ausgewählten Effekts gezeigt. Mit abrufbaren EQ-Presets lässt sich die Musik in unterschiedliche Klänge formen. Settings wie Normal, Rock, Pop, Classic, Jazz oder Country sprechen für sich.

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Rechts sind die DSP-Programme aufgedruckt

Insgesamt sind 99 Effekte oder Effektkombinationen auf der Frontplatte aufgelistet. Nicht nur aufgelistet – sie sind auch im Angebot. Es handelt sich hierbei um 33 Basiseffekte, die sich in unterschiedlichen Variationen wiederholen. Neben räumlichen Effekten wie Reverb und Delay können auch Chorus, Flanger, Phaser, Wah Wah und mehr eingesetzt werden.

Mit dem Drehregler EFF DEEP 1-24 können bestimmte Parameter (bei den Effekten von 1 bis 24) feinjustiert werden. So lässt sich zum Beispiel die Nachhallzeit verändern oder beim Delay die Lautstärke. Auch die Anzahl der Wiederholungen oder die Zeiten des Delays können bequem dem gewünschten Geschmack angepasst werden.

Zwar einfach, dafür aber etwas ungewöhnlich, ist die Auswahl des Effekts. Einfach, es gibt zwei Tasten UP und DOWN, damit wird durch die Programme geschaltet. Ungewöhnlich, der UP-Taster sitzt links, der DOWN-Taster sitzt rechts. Üblicherweise bin ich es gewohnt, dass rechts höher geschaltet wird und links tiefer. Dieses kleine Detail haken wir schnell als kleinen Schönheitsfehler ab. Der Mixer speichert übrigens beim Ausschalten den zuletzt gewählten Effekt.

Blick in das Gehäuse des the t.mix Rackmix

the t.mix Rackmix

Überschaubares Innenleben

Im Innern des robusten Stahlgehäuses geht es vergleichsweise aufgeräumt vor. Es sind drei Platinen verbaut: eine vorne, eine hinten und eine kleine mit dem Netzteil auf dem Boden des Gehäuses. Ansonsten ist hier viel Freiraum zu sehen, hier und da von Flachbandkabeln und anderen Strippen überbrückt. Man hätte das Gehäuse also durchaus schlanker bauen können. Andererseits gibt es dermaßen schlanke 19-Zoll Racks eher nicht als Standardmaß. Warum auch? Andere Gerätschaften sollen ja womöglich auch noch in dasselbe Rack gebaut werden.

the t.mix Rackmix in Bedienung, Praxis und Klang

Trotz der vielen Schalter und Fader auf der verhältnismäßig kompakten Oberfläche lässt sich mit den Bedienelementen gut arbeiten. Die Abstände der Regler sind also nicht zu eng gewählt. Potis und Fader arbeiten weichgängig, die Klangregler haben spürbare Mittenrastung. Low-Cut-Filter in den Mikrofoneingängen gibt es keine. Jetzt kommt der Bassregler mit der tief angesetzten Frequenz ins Spiel. Damit lässt sich das Low-Cut-Filter sozusagen ersetzen. Der Mittenregler mit seiner Kernfrequenz bei 700 Hz hilf dabei, leicht quäkenden Sound zu minimieren. Es ist also schnell eine gute Einstellung für den Gesang gefunden. Jetzt noch etwas Hall und schon kann es losgehen. Die Effekte sind der Preisklasse entsprechend zwischen recht gut und Geschmackssache. Es findet sich aber immer etwas, was gut brauchbar ist.

Was heutzutage schon Standard ist, sind Musikdaten auf dem USB-Stick. Hier kann der Rackmixer ebenfalls punkten. Die Bedienung des Players ist simpel. Pausenmusik, Zuspielungen, Playbacks, … – was das Herz begehrt, ist hier möglich.

the t.mix Rackmix

Hinweis: Die teilweise hier eingesetzten Pressebilder zeigen im Display des Players das Bluetooth Symbol, doch der „Blauzahn“ hat hier nichts verloren.

Das Gerät ist solide und gut verarbeitet, der Klang geht vollkommen in Ordnung und die Ausstattung ist prima. Kein Rauschen stört den Klang, die Signalführung ist sauber aufgebaut. Aufnahmen lassen sich über die klassischen Cinch-Buchsen ebenfalls machen.

Fazit

Für einen sehr günstigen Ladenpreis von 149,- Euro bekommt man mit dem the t.mix Rackmix 821 FX USB ein gutes Mischpult für den Einbau in das 19 Zoll Rack. Verarbeitung, Bedienung, und Klang gehen voll in Ordnung. Der USB-Player erweitert die Einsatzmöglichkeiten und die zahlreichen Effekte lassen bestimmt was Passendes finden. Der Vorteil dieses Gerätes liegt auch darin, dass der Einbau in ein Rack schnell und einfach möglich ist – ganz abgesehen von der Platzersparnis. Bei Mixern in Pultform muss man teilweise nach passenden Behältnissen Ausschau halten, falls die Mixer überhaupt einbaufähig sind. Für mich ist dieser Rackmixer ein faires Angebot.

Plus

  • Verarbeitung
  • Klang
  • leichter Rack-Einbau
  • USB-Player
  • Effektangebot
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • ungewöhnliche EQ-Frequenzen

Preis

  • 149,- Euro
Forum
    • Profilbild
      WOK  

      Wer schaltet denn heute noch jedes Gerät im Rack einzeln ein? Steckdosenleiste mit Netzschalter ins Rack einbauen und fertig….

      • Profilbild
        Franz Walsch  AHU

        Oft werden nicht alle Geräte im Rack gleichzeitig benötigt (Stromverbrauch!) und mein zentrales Netzgerät hat keine Möglichkeit die Geräte einzeln zu schalten.
        Der Verzicht auf den T-Mix schmerzt auch nicht.

  1. Profilbild
    dAS hEIKO  

    So ein kleiner Rackmixer mit Fadern ist schon schick und zumeist für viele kleinere Gigs oder als Submixer (Keys/Drums/Monitor) ausreichend. Bei 150 euro macht man, außer evtl an der Qualität/Langlebigkeit, wenig falsch.

    Ich hatte früher einen Hughes&Kettner Target, der war natürlich aus anderem Holz – auch preislich (um die 1.000Mark vor 20 Jahren). Dafür waren 8 Stereokanäle mit 100mm! Fadern vorhanden. Kein interner Effekt (war nicht üblich bzw kam erst auf), dafür aber 2 Auxwege. Zusätzlich noch 4 Mono-Lineeingänge, die nur in der LAutstärke zu regeln waren (für CD-Player o.ä.). So hatte man immer genügend Eingänge (16+4) ohne dass man gleich den VW Bus beladen mußte.

    Ob die Frequenzen des EQ bei so einem „billigen“ Gerät tatsächlich ein Minus rechtfertigen? 50Hz hilft zumindest bei Netzbrummen. Der Q-Wert ist da klanglich glaub eher entscheident.

    Für Erste Auftrittsambitionen sicher nicht verkerht.

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