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Test: Varia Instruments RDM40 Rotary-Mixer

11. März 2021

Schweizer Perfektionismus in reinster Dreh-Form

Varia Instruments RDM40

Varia Instruments RDM40

Mission? Varia Instruments RDM40. „When people order a mixer from us, we are inviting them for lunch at our workshop to pick up their new device. We show our customers where and how their mixer was built and answer them all their questions. Could you do this with your new TV?“

2018 begann alles mit einem Besuch zweier Sympathieträger aus der Schweiz hier in Hamburg. Marcel und Simon, die beiden Gesichter hinter Varia Instruments waren auf „Promo-Tour“ für den RDM20 und haben Hamburg besucht für einen Besuch bei mir sowie für einen Gig vom Simon im Pudel Club. Mit an Bord natürlich den RDM20 als ihren ersten Rotary-Mixer im auffälligen Design und hervorragendem Klang. Handgebaut in der Schweiz unter Einbindung der umliegenden Industrie und mit dem klaren Anspruch an höchste Qualität.

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Im Jahr 2020 folgte ein weiterer Besuch der beiden Jungs in Hamburg. Grund? Der neue Varia Instruments RDM40. Der RDM20 hat einen Bruder bekommen und wie man am Namen ablesen kann geht es von 20 auf 40 und damit von zwei Kanälen hoch auf vier. Das aber ist nicht alles, was den RDM40 auszeichnet. Nicht, wie bei einigen anderen Herstellern, wird die Anzahl der Kanalzüge erhöht, während die Funktionalität dieselbe bleibt / der Mixer eigentlich nur breiter wird. Nein, der RDM40 bringt zwar im Design, Funktionen und Bedienung viel mit, was man am RDM20 schon finden konnte, jedoch auch einige Neuerungen.

Varia Instruments RDM40 – ein erster Blick

Fangen wir mit dem, was am offensichtlichsten ist: die Gehäuseform. Diese ist wie vom RDM20 schon bekannt mit angewinkelter Stirnseite. Ich zitiere mich kurz selbst aus dem Beitrag zum RDM20:

„Man merkt, lokale und kontrollierbare Produktion liegt beiden am Herzen. So stammt das Gehäuse aus dem „Nachbardorf“ von einer Firma, die eigentlich Gehäuse für medizinische Geräte herstellt, der spezielle Druck der Faceplate wird ebenso in der Region gefertigt […].“

Varia Instruments RDM40

Ein erster Blick….

Die angewinkelte Stirnseite bietet wie am Vorgänger auch einige Parameter, die eher in den Bereich Master-Signal oder In- und Outputs fällt, weniger in den Bereich Klangregelung. Die Trennung der Bereiche passiert hier also wie am RDM20 auch schon durch die Gehäuseform.

So finden sich an der angewinkelten Stirnseite die Level-Regler für den Master-Out, Booth- und Rec-Out. Diese finden sich linksseitig neben zwei kleinen Kippschaltern zur Auswahl der Eingangsquelle der Kanäle A und B.

Auf der rechten Seite befinden sich drei Regler in zu links gespiegelter Anordnung ein für den Return-Weg, Kopfhörer-Level und den PFL-Mix, den Mix aus Cue- und Master-Signal.

Die ebenfalls zwei vorhandenen Schalter, das Spiegelbild muss ja gewahrt bleiben, dienen zur Quellenauswahl für die Kanalzüge C und D.

Mittig, wie auch schon beim RDM20, befindet sich das analoge Metering, umschaltbar mit einem Kippschalter mittig zwischen dem Master-Signal und dem Cue-Signal.

Die Oberseite ist ein wenig mehr bestückt als beim RDM20. Pro Kanalzug kommen zwei Regler hinzu gegenüber dem RDM20.

3-Band Isolator ist geblieben

Was ist gleich geblieben? Und damit vielleicht der letzte RDM20 Vergleich (sicher nicht, aber ich schüre mal Hoffnung). Gleich geblieben ist zunächst der 3-Band-Isolator in Dreiecksform und der darunterliegende Level-Regler.

Varia Instruments RDM40

Der EQ in Dreiecks-Form…

Gleich geblieben ist auch der an der Oberseite angeordnete Master-Isolator mit drei Bändern.

Die Neuerungen im RDM-40 DJ-Mixer

Kommen wir jetzt zu den Neuheiten: Vier neue Regler entfallen auf die Gains pro Kanalzug, die man dem Varia Instruments RDM40 spendiert hat. Haters gonna hate, Puristen mögen mosern. Benutzen muss man sie ja nicht.

Vier weitere Regler sind für den Send-Weg, den es am RDM40 gibt. Also, ein Regler pro Kanalzug für den Send in die Welt der externen Effekt-Geräte.

Hinzu kommen vier Taster mit grünen LEDs für die Auswahl der Cue-Kanäle mit einer neuen Funktion, die die Jungs gezaubert haben. Dazu später mehr.

Auf der Rückseite befinden sich die Ein- und Ausgänge. Hier finden wir jeweils zwei Cinch-Buchsen-Paare für die Eingänge der vier Kanäle, jeweils Line und Phono mit Ausnahme von Kanal 4. Hier gibt es einen Line-In wie auch einen Mic-In (XLR). Aus diesem Grund gibt es auch nur drei Erdungsschrauben.

Varia Instruments RDM40

Das Batallion der Eingangsbuchsen

Send-, Return- wie auch den Booth-Anschluss finden wir in Form von 6,3 mm Klinkenbuchsen, der Master-Out ist in Form von XLR-Buchsen vorhanden. Der Rec-Out wiederum wird in Cinch-Form angeboten, ebenso wie die Inputs mit vergoldeten Cinch-Buchsen.

Mit Strom versorgt wird der RDM40 über ein handelsübliches Kaltgeräte-Kabel, neben dessen Anschlussmöglichkeit auch der An-/Ausschalter sitzt. Auf der Unterseite gibt es zudem einen Wahlschalter um den Mischer mit 115V oder 230V zu betreiben.

Auf jedem RDM40 findet sich zudem eine geprägte Metallplatte mit Seriennummer- und einigen technischen Informationen.

Soweit zur Theorie.

Der Rotary-DJ-Mixer in der Praxis

Erstmal technische Daten im kurzen Überblick und wer den vollen Überblick haben möchte, findet alle technischen Daten HIER und ich empfehle einen Blick dort hinein.

Rein geht es in das Gerät wie genannt rein via Line- und Phono-Inputs mit folgenden technischen Werten:

  • Phono-Inputs:
    RIAA Response: + 1/-0.5 dB, 20 to 20 kHz
    Distortion: THD + N less than 0.008 % @ 1 kHz, 26 mV RMS Input
    Maximum Input Level: + 89 mV RMS, unbalanced, < 1 % THD
    Crosstalk: < -60 dB, 20 to 20 kHz, 10 mV RMS, left-to-right
  • Line-Inputs:
    Frequency Response: 20 to 20 kHz +/- 0.5 dB
    Distortion: THD + N less than 0.002 % @ 1 kHz, 2 V RMS Input
    Maximum Input Level: + 6.9V RMS, unbalanced, < 1 % THD
    Crosstalk: < – 70 dB, 20 to 20 kHz, 2 V RMS, left

Die Auswahl der Eingangsquelle erfolgt über einen kleinen Kippschalter pro Kanal links und rechts der VU-Meter an angewinkelter Oberfläche des Mixers.

Varia Instruments RDM40

Auswahl der Eingangsquellen anhand von Kippschaltern an der „Stirnseite“…

An dieser Stelle einmal ein kleines technisches Feature: Hinter allen verbauten Schaltern sitzt ein durch die Steuerspannung des Kippschalters gesteuertes Relais. Das betrifft die Auswahlschalter für die Kanalzüge, wie aber auch die Cue-Schalter / PFL-Schalter.
Heißt im Klartext, es findet kein Signalfluss durch den Schalter selbst statt, folglich gibt es kein Knacken oder Ploppen. Wer ganz leise ist, hört die Relais sogar im Inneren des RDM40 schalten. Das sind dann die inneren Werte, die man auf den ersten Blick nicht sieht, auch auf den zweiten, aber hört, wenn man genau hinhört, bzw. deren Resultat man gerade nicht hört. Fein.

Nach den Eingangsstufen befindet sich der Gain und damit ein Unterschied zum RDM20. Der „kleine“ hat keinen Gain in den Kanalzüge, der RDM40 jedoch bietet einen. Das hat zwei Gründe. Zum einen unterstelle ich den Jungs, dass sie auf die Wünsche der Nutzer gehört haben und dort offenbar ein Gain gewünscht wurde, zum anderen gibt es einen Mic-In auf Kanal 4 -ein Gain ist dort zumindest unausweichlich. Man hätte natürlich nur Kanal 4 einen Gain verpassen können, aber dann wäre es ja dahin gewesen mit dem absolut identischen Aufbau aller Kanalzüge. Also, wer 1 sagt, muss auch 4 sagen. Ein weiterer Grund ist folgender: Der RDM40 eignet sich bestens als „Jam-Mixer“ für Live-Acts. Synths auf Kanal A und B, Drum-Maschines auf Kanal C und ein Mikrofon auf Kanal D. Mit der Gain Range zudem können selbst geringe Pegel von Modular-Systemen gehändelt werden.

Varia Instruments RDM40

Wo ist der Gain?

Die Puristen, die sich drüber beschweren: Verstehe ich, aber, einfach nicht benutzen. Die Gain-Range liegt übrigens bei +/- 12 dB.
Wo es einen Gain gibt, darf es auch ein Metering geben. Dafür gibt es prinzipiell zwei Wege. Der einfache ist die kleine LED neben den Gain-Reglern. Die Range reicht hier von – 20 dBr (die LED beginnt grün zu leuchten) bis zu 0 dBr. Danach geht es ab in Overload und die LED beginnt rot zu leuchten, ansteigend jeweils in der Helligkeit. Die Signal-OL ist übrigens post Gain und post EQ, pre Fader natürlich.

Die Alternative ist der Blick auf das analoge VU-Metering, welches per Kippschalter umgestellt werden kann zwischen Cue- und Master-Signal, also VU PFL und VU PGM – pre fader listening und program master.

Jagen wir den Sound doch einmal weiter durch den Kanalzug.

Varia Instruments RDM40

Die „Mix-Sektion“ genau im Blick

Die Equalizer des Varia-Mixers im Fokus

Die EQs, im Dreieck angeordnet, sind streng genommen drei Isolatoren pro Kanal mit folgenden Crossover-Frequenzen: Bass/Mitten bei 125 Hz, Mitten/Höhen bei 4000 Hz. Folglich als Isolator Full Kill und 9 dB Anhebung bei einer Flankensteilheit von 12 dB/Oktave. Vielen Dank für den Isolator. Einen solchen auf dem Kanalzug zu haben ist immer eine Bereicherung gegenüber einem EQ – auch hier scheiden sich aber die Geister.

Danach folgt schon der große Level-Regler, auch, bzw. einer der RK27 Potis, die hier verbaut worden sind. Spoiler: Alle sind ALPS RK27. Die Kappen sind geblieben im gleichen Stile wie beim RDM20 mit dem legendären Drehwiderstand der RK27. Ein etwas dickerer Strich bei 14 Uhr zeigt übrigens Unity Gain an!

Mit dem Umweg durch den Master-Isolator bewegen wir uns dann Richtung Main-Out und alle weiteren Ausgänge.

Varia Instruments RDM40

Herzstück wie immer, der Master Isolator

Der Master-Isolator ist gehalten wie beim RDM20 und im Prinzip klassische für einen DJ-Mixer. Drei Bänder, kein Bypass-Schalter und keine Mittenrasterung.

Der Master-Isolator bietet drei Bänder mit einer Flankensteilheit 24 dB/Oktave. Die Crossover-Frequenzen liegen bei 280 Hz und 4200 Hz. Auch hier gilt natürlich Full Kill, die Anhebung maximal beträgt +9 dB. Im Vergleich zum Isolator in den Kanalzügen cuttet hier der Low-Iso zum Beispiel kräftiger, er ist also mehr Effekt-Tool, weniger Mix-Tool.

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Nach diesem geht es nun raus aus dem heiligen RDM40 – zumindest für Master-Out, Booth-Out und auch für den Rec-Out natürlich.

Varia Instruments RDM40

Master-Out, Booth und Rec verlassen das Gerät

Der technische Rundumschlag folgt später, bleiben wir bei der Praxis. Und in dieser sind, entschuldigt, Ausgänge pragmatisch, aber selten wirklich spannend. So auch der Kopfhörer-Ausgang, für den es einen Level-Regler gibt wie auch einen PFL Mix Regler, also einen Cue-/Mix-Regler.
Zur Auswahl der Kanäle, die über den Kopfhörer abgehört werden gibt es den Cue-Button pro Kanal. Dazu später mehr.

Analoge VU-Meter

Ein Blick noch kurz auf das VU-Metering. Wie beim RDM20 befindet sich dies an der schrägen Seite, simpel und einfach, jedoch wieder mit dem kleinen Detail des Varia Instrument Logos in diesem. Das Metering kommt dieses Mal mit einem flacheren Gehäuse daher, im Inneren leuchtet sanft eine LED. Man würde sich eine Glühdrahtlampe erwarten, aber die Jungs von Varia Instruments haben eine wie sie sagen „kleine Odysee“ hinter sich bei der Suche nach einer passenden LED mit der passenden Farbtemperatur wie auch dem passenden Abstrahlwinkel.

Varia Instruments RDM40

Das markante VU-Metering an der Stirnseite

Smartes Feature: Momentary-Cue am DJ-Mischpult

Der Moment, in dem ein Cue-Knopf spannend werden kann. Nun zugegeben, eigentlich ist so ein Cue-Knopf immer absolut unspannend. Einmal gedrückt schickt er das Signal zum Kopfhörer. Das kann in unterschiedlichen Modi sein, Latching Cue Mode wie an Pioneer DJM-Modellen oder jener, bei dem jeder gedrückter Cue-Taster alle anderen abschaltet, aber am Ende schickt er das Signal zum Kopfhörer. Ausnahme das PLAYdifferently Model1, bei welchem Cue B per D-Sub als dritter Send…nun, ich schweife ab.

Varia Instruments RDM40

Wir müssen mal über diesen Schalter reden!

Also: Cue = Signal zum Kopfhörer. Soweit, so gut. Anders ist es beim Varia Instruments RDM40 auch nicht.

Soweit so gut. Die Taste hat jedoch eine weitere Funktion, die mir aufgetragen wurde herauszufinden, ich aber, mit den Jungs zusammen sitzend zum allgemeinen Gelächter, scheiterte. Manchmal denkt man zu kompliziert, denkt über andere Routing-Wege nach, Aktivierung und Deaktivierung, dabei lag die Antwort als Signal schon auf dem Kopfhörer: Momentary-Cue. Mit der Cue-Funktion kann man nicht nur den jeweilig gewünschten Kanal zum Hören auswählen und vor allem dann auch abwählen per Tastendruck, sondern auch „kurz in den Kanal reinhören“.

Der Trick dafür ist, die Taste während des Reinhörens gedrückt zu halten. Statt wie bei einem kurzen Druck wird die Cue-Funktion damit nicht eingeschaltet, sondern nur „gehalten“, solange auch der Knopf gedrückt gehalten wird. Das ermöglicht das fixe Reinhören während des Mixes in jeden Kanalzug ohne klassisches Ein- und Abschalten der Cue-Funktion.

Send- und Return: Der Weg für Effektgeräte

Ein weiteres Feature, welches am RDM40 zu finden ist, am RDM20 jedoch nicht: der Send- und Return-Weg. Dieser ist relativ simpel gehalten in Form dessen, dass jeder Kanalzug einen Regler für den Send besitzt, auf den gesammelt das Signal geschickt werden kann.

Varia Instruments RDM40

Nun endlich möglich: Ein Send und Return für externe Effekte

Nach der Rundschleife durch eines (oder mehrere) Effekt-Geräte, kommt das Signal zurück. Ein Level-Regler für das Return-Signal erlaubt das Beimischen des effektierten Signals zum Master-Signal. Prinzipiell kann man diesen sogar auf gewünschtem Anteil „stehen lassen“ und wild aus den Kanalzügen die Effekt-Kette befeuern ohne sich um das Return-Signal kümmern zu müssen. Keep it simple.

Übrigens, Links = Mono. Das kennt man von anderen Mixern. Der linke Send- / Return-Weg ist ein Mono weg, sofern nur in dieser Seite ein Stecker steckt.

Der Boutique-Schweizer klingt … sehr sehr gut!

Ich wage mich selbst zu zitieren aus dem Test des RDM20. Ein paar technische Daten hat es ja schon gegeben, gehen wir da noch einmal genauer drauf ein.

Phono wie Line hat der RDM40 einen Frequenzbereich abgedeckt von 20 Hz bis 20 kHz, die Abweichung von der Linearität beträgt maximal +1/-0,5 dB bei Phono, maximal +/-0,5 dB bei Line-Quellen.
Der THD-Wert beträgt unter 0,0025 % über das gesamte Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz und weniger als 0,002 % bei 1 kHz bei Line-Zuspielern. Das Übersprechen beträgt weniger als -60 dB (20 Hz bis 20 kHz, 10 mV RMS links zu rechts) bei Phono, weniger als -70 dB bei Line-Quellen.

Ausgangsseitig lassen sich die Werte ebenso sehen. Kurz zum Master-Out: Impedanz 100 Ohm, THD-Wert unter 0,0025% bei +4 dBu, Signal-Rausch-Abstand 113 dB bei Nominalpegel. Maximaler Ausgangspegel beträgt +26 dBu symmetrisch, 20 Hz bis 20 kHz, 600 Ohm und unter 0,1 % THD.

Der Varia Instruments RDM40 bietet demnach 22 dBu Headroom nach oben, genau wie der RDM20 und daher folgt das angedrohte Zitat aus dem Testbericht des ersten VIlers

„Damit ist es fast unmöglich, den Mixer zu übersteuern, selbst wenn der Level-Regler auf Anschlag steht, die EQs voll ausgereizt sind und dazu noch der Master-Isolator zum Maximum gedreht wird. Dann läuft zwar das Anzeigeinstrument in den roten Bereich, steht am Ende komplett oben (die Skala geht ja auch nur bis +5 dBu), ein Zerren ist aber auch dann nicht zu hören. Rechnerisch müssten wir dann jenseits der 22 dBu Headroom sein, vielleicht im Peak, knapp darüber. Aber selbst in diesem Zustand, wie gesagt, ist kein Klangverlust hörbar. Ich möchte betonen, ich rede gerade von dem, was man an anderen Mixern als „stehend rot“ bezeichnen würde. Im Test wurde eigentlich „stehend rot“ noch überprovoziert. Klangverlust? Nichts. Absolut nichts zu hören. Beeindruckend und ein Statement für mehr Headroom an Mixern. Klar, man muss damit umgehen können und da die meisten das nicht können, gibt es diesen an vielen Club-Mixern nicht. Sad but true.“

Wie auch schon beim RDM20 gibt es genaue Messwerte, eingangsseitig, wie auch ausgangsseitig auf der Homepage des Herstellers.

Wie klingt der RDM40 Rotary-Mixer?

Weg von Daten, wie klingt der RDM40 nun?

Die Antwort auf diese Frage ist wohl gut beantwortet mit Worten wie „warm“, „druckvoll“, „ehrlich“ und „dynamisch“. Ja, der RDM40 erlaubt ein warmes und druckvolles Soundbild im Raum, welches, gerade auch aufgrund des massiven Headrooms sehr viel Dynamik erlaubt. Kein pressender Sound, wie man ihn von vielen digitalen Mixern kennt, sondern ein Klangvolumen mit Raum für Spitzen.

Die Kanal-Isolatoren arbeiten unaufgeregt im Bereich von völliger Stille bis +9 dB und mit einer Flankensteilheit von 12 dB/Oktave gibt es hier auch keinen hörbaren Sweep, sondern feines und sauberes Arbeiten.

Der Master-Isolator mit 24 dB/Oktave greift hier schon drastischer, jedoch nicht weniger fein und warm klingend in das Klangbild ein, die Flankensteilheit ist halt höher. 9 dB Boost sind auch hier zu finden und erlauben auch auf der Master-Summe, den Sound anzupassen an den Sound der Tracks oder des Raumes, aber auch als Stilmittel im Mix. Die Crossover-Frequenzen sind so gewählt, dass Bass und Kick komplett „gezogen“ werden können, die Mitten gehen bis 4200 Hz, darüber kann man in hohe Frequenzen eingreifen, um auch hier bestimmte Instrumente wie HiHats zum Beispiel zu betonen oder ein wenig abzumildern.

Varia Instruments RDM40

PGM oder PFL – der / die DJ hat die Wahl!

Qualität und Haptik des Rotary-Mixers

Folgend dem RDM20 gibt es am Varia Instruments RDM40 nichts zu beanstanden. Und das ist eigentlich untertrieben dargestellt. Beiden Mixern spürt man die Liebe und Detailtreue an, die in die Entwicklung und den Bau gesteckt wird, auch in den Details. So etwas ist ehrlich selten, sogar im Bereich der häufig so sehr hochwertigen Rotary-Mixer. Beide Mixer spielen hier in der ganz oberen Liga, eigentlich definieren sie diese sogar mit. Ein absoluter Einschlag in den Markt, den Simon und Marcel hier in den wenigen Jahren verursacht haben und da kann man gern sagen: Wer hat’s erfunden? Die Schweizer. Nun, erfunden nicht, aber sie gehören neben Master Sounds, Condesa, Bozak oder ARS als Beispiele zu den Brands, die in meinen Augen die best-gebautesten aber dennoch schönen Mixer auf den Markt bringen. Wieso diese etwa holprige Beschreibung? Nun, weil es zum Beispiel auch so Brands gibt wie Formula Sound, deren Mixer ich aus dem ersten Stock werfen würde und ich mir sicher wäre, dass er danach noch immer funktioniert, sehr gut klingt….aber halt einfach auch aussieht wie ein Stahlschrank. Entschuldigt, aber so ist es ja. Keine Kritik.

Bei Varia Instruments passt alles. Qualität, Haptik und Design. Gut, es mag nicht jedem gefallen, aber ohne Frage sind die Mixer besonders, schön, ein Eye-Catcher.

Varia Instruments RDM40

Der Druck ist einen Blick wert..

Großartig finde ich die Beschriftung auf der Oberfläche und ich bin mir sicher, damit stehe ich nicht alleine da. Wer mit dem Finger über den Druck fährt spürt keine Erhebung. Das liegt an der speziellen Druckart. Es wurde nicht auf die Aluminium-Oberfläche gedruckt, so wie es die meisten Hersteller tun, sondern es wurde ein Untereloxaldruck-Verfahren genutzt. Hierbei wird die Farbe nicht auf die Aluminium Oberfläche gedruckt. Im unversiegelten Zustand wird die Farbe der Beschriftung in die ofenporige Aluminium-Oberfläche gedruckt, erst danach wird die Oberfläche versiegelt. Damit ist der Druck unter der Versiegelung und damit wisch-, kratz- und abriebfest und geschützt vor allen Abnutzungen durch die Finger. Dieses Verfahren ist selbstverständlich aufwendiger und kostenintensiver, schützt jedoch den Druck auf lange Zeit. Abgesehen davon ist alleine die Produktion auf diese Art und Weise ein Qualitätsmerkmal.

Varia Instruments RDM40

Meist gegriffen sicherlich, die Level-Regler des RDM40

Relais? Habe ich schon angesprochen, oder? Habe ich. ALPS RK27 habe ich auch schon erwähnt? Unter jeder Poti-Kappe dreht man einen RK27, Blue Velvet liebevoll genannt. Unter jeder, ja. Das heißt, im Varia Instruments RDM40 findet man 33 RK27. Da sind die ersten paar hundert Euro nur in Potis zu finden.

Ein Interview mit Simon und Marcel im Rahmen (m)eines OFFSTAGE-Abends bei Smallville in Hamburg findet ihr hier:

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Fazit

Ordentlich nachgelegt. Der Varia Instruments RDM40 ist ein schöner, logischer und dennoch spannender Nachfolger zum RDM20. Spannend dahingehend, dass der RDM40 nicht nur der RDM20 mit vier Kanälen ist, sondern mit einigen neuen Spielereien und Funktionen daher kommt, sei es die Signal-Overload-LED, der Send- und Return-Weg, der Mic-In oder der Gain-Regler, den der RDM40 bietet, der RDM20 nicht.

Qualitativ hält man das hohe Level und auch hinsichtlich des Design und der Komponenten ist man sich treu geblieben.

Klanglich gehört der RDM40 in meinen Ohren zu einem der bestklingenden DJ-Mixer auf dem Markt – keine Frage.

Reden sollten wir mal über den Preis. 3490,- CHF, Schweizer Franken, entsprechend 3225,- €, werden fällig für den Varia Instruments RDM40 – zuzüglich Steuern / Zoll. Das sind gute 1200,- € mehr als für den RDM20 und grundsätzlich ein hoher Preis auch in der Range der Rotary-Mixer. Im Vergleich mal grob: Master Sounds Radius 4 1650,- Euro (nun ja vor Steuern / Zollgebühren), Condesa Carmen circa 3600,- Euro (vor Zoll), Super Stereo DN78 ab 2500,- Euro. Man spielt also mit dem RDM40 in der oberen Liga preislich, aber das ist auch total fair, denn dort spielt man auch qualitativ und ein Vergleich mit egal welchem Rotary muss der RDM40 nicht scheuen.

Plus

  • sehr gute Verarbeitung und Materialwahl
  • Mic-In
  • analoges VU-Meter + OLED
  • Momentary-Cue-Funktion
  • sehr gute technische Daten des Signalflusses, jedes Modell genau getestet
  • 22 dBu Headroom erlaubt nahezu kein Clipping, erst recht kein hörbares
  • Bananenstecker für Erdungskabel (sofern diese auf einen Bananenstecker enden)
  • Send und Return-Weg

Preis

  • 3.225,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    bluebell  AHU

    Ich erinnere mich noch an die Drehregler. So einen (mit abziehbarer Schutzfolie über dem Metallring) hatte ich bei Conrad oder Völkner bestellt, als ich meinen ersten Phaser zusammengelötet hab. Das muss Ende der 70er gewesen sein.

  2. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für den Test/ Bericht. Bolle jetzt hast du mich erwischt. Der gefällt mir, der gefällt mir wirklich sehr gut. Du kannst nachlesen, der 20er hat mir überhaupt nicht gefallen.
    Hier ist das gesamte Bild stimmig. Die Erweiterungen im CUE , Mikro und Effektweg finde ich auch toll. Nur der Preis hindert mich am Kaufen.
    Aber irgendwann dürfen wir auch mal wieder Muggen und dann werde ich sehen, welcher Rotary es wird.

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